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Full text of "Hebräisches Wurzelwörterbuch, nebst 3 Anhängen"

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i 



I • 



^ J . /^(^ 



HEBBAISCHES 



W^nrzeliFdrlerliueli 



NBB8T 



DRBi mmm 



|:BER die BILDUNG OER (]fUADRILITERN , ERKLARITNG DER FREMDWdRTER 
' IM IIEBRAISCHEN, UNO UBER DAS YERHALTNISS DES AGYPTISCIIEIV 

SPRACHSTAMMES ZIJM SEMITISCHEPI 



VUN 



Dr. ERMST mSIEII, 

PRIVATDOCBRTEH All BBK VRITBRSITAT EU TtblMCBM. 




■ANNHEIN. 

VERLAG VON FRIEORICH BASSERMANN. 

1845. 



IHBEB DDBGHLAUCHT 



1 



»]iiamm8@iB &&»®^ia» 



lU 



SCBLlIIlDllJlie - lilPPE 



WIDMBT 



ALS KLEIRES ZEICIIER 



TIIiIFGEFOHLTEN DANKES UND DER VEREHRUNG 



DIE8E SCHRIFT 



ERNST MEIER. 



I 



¥orrede# 



Die Anfgabe, welche ich in der vorlieg^nden Arbeit zu iSsen 
QQteraommen habe, besteht wesentlich in drei Pnnkten. Ich 
vrollte zanichst am Hebraischen die Bahn und die Methode 
nachweisen, welche das Semitische Oberhanpt in der Bildang 
seiner Wnrzein tind Gmndwdrter einjg^eschlagen, und damit zn- 
gleich das lebendige Princip, den nnterscheidenden Charakter 
dieses Sprachbau s mdglichst genau und sicher bestimmen. Aus 
der Nachweisung des Princips, das diese Sprachen erzengte, 
sollte sich sodann ergeben, ob, und in wie fern von wirklicher 
SUmmverwandtschaft, entweder mit dem indogermanischen, oder 
mit den alien ost- und nordafrikanischen Sprachen (dem Ae- 
gyptischen) die Rede sein kdnne, indem ich Ckberzeugt war, dass 
wahre Verwandtschaft sich eben in der innersten Formgebnng 
derSprache offenbaren und desshaib auch dem Grade nach ge- 
nau sich wiedererkennen und sich nachkonstruiren lassen miisse. 
fine dritte Aufgabe war es mir endlich, die Grundanschauungen 
der Wurzelworter, so wie den Znsammenhang zwischen den 
Lauten und ihrer Bedentung zu ermitteln und den Weg, den der 
im Wort verkorperte Gedanke von seinem nackten Ursprunge 
ao , bis zu seiner vollen Entwicklung im Lebenslauf der Spracfie 
durchwandert hat, wieder aufzufinden. Ueber jeden dieser drei 
Punkte muss ich mich hier etwas ausf&hrlicher erkliiren. 



VI Vorrede. 

1. 

Zunachst gestelie ich gern, class die allgemeine Idee ei 
Iiebraischeii Wurzelworterbuchs, welches darstelle, wie, und ni 
welchen Gesetzen von eiosilbigen Wurzein aas die dreibu 
sUibigen Stamme iin Semitischen gebildet worden, nicht i 
sondern Herrn Professor Tuch aiigehort. Der erinuthigeD' 
AufTorderuiig dieses hochverehrten Mamies babe ich es zu d 
ken , dass ich ein Problem , welches langst mein ganzes Inten 
erregt hatte, fruher, als es sonst wohl geschehen ware, s 
Gegenstande einer ernsten, anhaltenden Untersachung mac 
Hierbei draogten sich mir nuD bald einige allgemeinere Fn 
auf y die ich nothwendig beantworten musste, wenn ich fur 
gluckliche Untersuchuog Qberbanpt festen Gruad gewianen W€ 
IVo hat die eigentliche Warzel ihren Site? Welchen Urspn 
welche Bedeutung hat der sogenannte dritte Radikal ? U< 
diese nachsten, und, wie leicht zu zeigen, wichtigen Fraj 
fand ich bei unsem Etymologen und Grammatikem nichts, 
mich aiich nur einigerinassen hatte befriedigen kdnnen; ja, d 
Fragen sind im Ernst bis jetzt noch nicht einmal aufgewor 
wie viel weniger zu beantworten gesucht. Selbst Ewald, c 
die hebraische Grammatik durch seine meisterhafte Bearbeil 
sonst so Bedeutendes verdankt, gibt gerade Qber diese Pui 
keinen Aufschluss, und stellt ausserdein iiber die semitif 
Wurzelbildung eine, wie mir scheint, unhaltbare Theorie 
Alierdings geht Ewald (Ausffihrliches Lehrbuch §. 4 f.) von 
psychologisch allein zu rechtfertigenden Vorstellung aus, • 
die Sprachwurzein im Semitischen ursprQuglich einsilhig wi 
Die Zergliederung alter bekannten Sprachen, z. B. der indoj 
manischen, zeigt dies noch empirisch wahrnehmbar auf die 
leuchtendste IWeise. Wo sich scheinbare Abweichungen di 
Gesetzes finden , werden sie in ungenauer Keuntniss dessen , 



I 

I 



> 



Yorrod0. VII 

IfuRel- und was BildimgBsUbe ist, ihren Gnind haben« Denn 
iMi<ir|eiiii68er und veinOnftiger Weise geht das Wort iinmer aas 

J der kooceRirirten Eitiheit eines PhaQtasiebildes, einer Vorstellung 
Oder Aoschaiiuiig henror nod muss desshalb, als ein lebendiger 
Abdnck dergelben, diese auch wie mit Einem Schlage, also mit 
Eioein Lanie, mit Einer Silbe wiedergeben. Ein ursprOnglich 
iwebilbiges Wurzelwort wSre eine Missgeburt, wie ein zwei^ 
kSpfigea Kind. 

Bis so weit ist Ewtdd im AUgemeinen einverstanden. Er 

sprieht sich bestimmt f&r die Einsilbigkeit des semitischen Wurzel* 

bis aas; hebt aber diese Annahme selbst sogleich wieder anf, 

iodem er die knrse Wursel, und zwar als Wurzel^ eu drei 

fesCen Lanten sehr regelmSssig sich vergrSssern iSsst, Wir hUten 

demmch im Semitischen zweimalgebome, wiedergebome Wunseln, 

iodem diese in ihrem ersten , gleichsam in ihrem Natnrzustande, 

lb Urwnrzein, einsiVbig waren, aber nach ihrer konseqnent 

doicbgef&hrten Umbildung, als eigentliche Wurzein, sich ent- 

schieden znr Mehrsilbigkeit neigten , so dass ivir dennoch in der 

^uklichkeit fUr das Semitische zweisilbige Verbalwurzeln an- 

o^iunen mOssten, wie dies A. W. Schlegel and Bopp auchganz 

foIf[erichtig than. Wie sehr aber diese Ansicht gegen alle 

Spnchphilosophie und Erfahrung verstosst, und wie sehr das 

Semitische hiedurch von den flbrigen Sprachen der Welt und 

von aller rernfinftigen Entwicklnng sich absondem wOrde, kann 

Uer oicht weiter ausgefllhrt werden. Nfar das sei kurz noch 

Mgemerkt, dass, wenn wir im Ernst yon einsilhigen Wurzein 

im Semitischen reden wollen, wie es jetzt fast allgemein ge- 

schieht, ein mehrsilbiges Wort nur dnrch grammatische Formation, 

dorch Zusammensetzung, durch Verdopplang der Wurzelu. s. w. 

*eotstanden sein kann, und dass man ein solches sehr mit Un- 

lecht noch als Wurzel bezeichnet 

Es ist seltsam, wie das so naheliegende Princip des semi* 



VIII Vorrede. 

tischen Sprachbau's bisher so grdblidi verkaniit nnd durch irrig;p 
Vorstellungen so gsinzlich entstelit und verschroben werden konnte. 
Was zunichst die, alles dussern und innern Grundes entbehrende 
Annahme von zweisilbigen Verbal wurzein betrifft, so ist bekannt5 
dass z. B. kaiai nicht etwa, ^Je das Worterbuch der KQrze 
wegen angibt, schlagen, zerschlagen bedeatet, sondern, er hat 
zerschlagen; lakach^ nicht: nehmen, sondern er hai genommen^ 
und dass iiberhaupt alle semitischen Verba in ihrer eiiifachsten 
Form reme Perfekia, und nichts weniger als Wurzein siud. 
Hier fragt man natiirlich: worm liegi denn die Bezeichnung 
de8 Perfektbegriffsf Diese Frage ist von Niemand weder 
aogeregt, noch besprochen worden. Ewald aussert sich nur ganz 
allgemein fiber den Verhdlbegriff^ den er in der Betonung findet, 
Er sagt, (Lehrb. %. 119, d.): ,,der einfache Stamm unterscheidet 
sich als Verbum dadurch, dass der Stamm -Vokal nach dem 
zweiten Radikale gesprochen wird, wie k*tdh oder katdb, wiih- 
rend er sich im einfachsten Nomen nach vorn zuruckzieht, \%ie 
kdib oder ke'leh. Jene nach hinten drangende Aussprache druckt 
so das Bewegen, das Treiben, den Verhalhegriff^ diese urn- 
gekehrt das sich ZurQckziehen, in sich Ruhen nnd Abgeschlossen- 
sein, also den Nommalbegriff aus/^ Aliein es erhellt sogleich^ 
dass hiemit nicht eine Erklarung, sondern bios eine Beschreibuug 
des faktischen Zustandes gegeben ist. Ausserdem aber trifft die 
gemachte Unterscheidung nicht zu. Deun kdidb enthalt niclit 
den Verbalbegriff Qberhaupt und heisst nicht: schreiben, sondern, 
er hut geschrieben , ist mithin cin Perfektum^ desseu Bildung 
erklart sein will. (Vgl. S. 10 f.) Ausserdem aber wSre fiir den 
Verbalbegriff jene Bezeichnung^ ivenn ich sie zugeben konnte, 
eine ziemlich rohc, und gewissermassen nur eine Gebarden- 
bezeichnung, die sich desshalb auch und zwar noch weit aus- 
gedehnter im Sinesischen wirklich findet, indem hier der veranderte 
Accent den U^bergang eines Worts in einen entgegengesetzteii 



Vorreile. IX 

Recletheil vom Nomen zam Verbum und umgekehrft, ausdrOckt 

Vgl. W. Humboldt: Lettre a Monsieur Ahel^Remusctt 8ur ia 

nature des formes grammaticales en general et sur le genie de 

la langue chuoise p. 23. N§her warden sich nach Ewalda An- 

sicht einige zweisilbige WSrter im Englischen vergleichen iassen, 

bei deneu durch die Betonung der zweiten Silbe das Verbum, 

darch die Betonung der ersten das Nomen bezeichnet wird^ 

s. B. absent^ entfernen, dbaeniy entfernt Haufiger aber fallt 

der Accent im Verbum und Nomen hier zusammen und zwar auf 

die zweite Silbe , wie demand fordern und Forderung, com- 

nmnd befeblen und Befehl, replif antworten und'ijlfiiwbrt,'^ so 

diss stch kein allgemeineres Gesetz daraus entnehmen lasst. Aber 

ach die obigen Beispiele beweisen nichts, da ja der Accent 

Dicht ein Perfekium andeutet, um dessen Bezeichnung es hier 

alleiD sich handelt 

Ich hoffe in dem vorliegenden Werke bis zur Ueberzeugung 

iJar gemacht zu haben, dass die semitischen Perfekta iiiresent- 

Bdi dorch Reduplikation der einsilbigen Wurzel gebildet sind 

ttod in diesem organischen Gcstaltungstriebe des wichtigsten 

Spnchtheils, der Verba, mit den indogermanischen Sprachen 

ursprunglich auf dem namlichen Boden staoden. Es ergibt sich 

au8 dieser Nachweisung ein und derselben grammatischen Urform 

lur die ofTenbar alteste Tempusbezeichnung im Indogermanischen 

Qod Semitischen eine nShere Verwandtschaft beider Sprachst&mme, 

^ aos alien bisher verglichenen Einzelheiten und Wdrtern, die 

XQsserdem grosstentheils auf IrrthQmern beruhen. Das Semitische 

1st hier noch ganz in das lebendige Princip der indogermanischen 

Spracherzeugung eingetancht; zeigt aber sogleich in der sinn- 

vollen Anwendung und Erweiterung dieses Princips die ganze 

£^nthumlichkeit eines eignen^ von jenem sehr wesentlich ver- 

«chiedenen Geistes, woraus von selbst auch sehr bald eine eigne 

Volkerbildung erwachsen musste. HierQber spSter mehr« 



Yorrcde. 

illeste BilduDf der Rednplikalion trim, wie ich 
in tier Kinleiliing kiirt nachgewiesen , mit der, im Saoskrit and 
ini Indogermanisclien Qberhaiipt, nrsprfinf lichen Form uoch genau 
aiiMminen; aei|fl lugieieh aber im Hebriischen noch die deut- 
Uchaten Spnren einer hohen AlterthBmliclikeil (a. nu Wurzel- 
wftrlerbttch S. 10 f). Dabei muaa ich hier noch bemerken, dasa 
teh toi Yerlaaf des Dracka, der an 18 Mooale gedaaert, fiber 
etnlge Piinkte nmne anfaii|;s feiaaaerte Meirang^ za berichtig;ea 
wid aa modificiren fand, inabeaowlere fiber awei, fiber die ront- 
vtr^ppi^Utm Perfeita mit tmfamgendem S- mnd T-Lauien 
and fiber die Eatstehang der €msHbigtm Perfekta. Von Per* 
leklen der eralen Art schien aoiir nar das Aethiopische aoch eioige 
aralle BUdangen erhallen aa habea Allein ich fibcneagte mich, 
daaa tM aach in den fibrigea Dialekten gaas entschieden vor- 
lagen, nar mil dem UnlersdlM^de, dass der vardi^pelle Laat^ 
«aa eia CiekKngel der gleichUkienden Kensooanten ra Termeiden^y 
sehr regeh»asa»ig« wie bet den amalen fibrigen BedaphkaiioBeii. 
ia einen Teraramhen Laal fiber g e ga agen war, a. & DPHS! ^^ 

ael3eii« JiirA kgtn, rmktmy too der Wnrael HJ^ = pC^* ^^^ 
artr mU Wmierholang des ersten Radikals hinten and mit ihn> 
Bcher UmwamUaog de$selben aach in ^Z^PCT' findenL Ebenso 
ai^iSrt sick pT^> araaau ij^\ \ r anstatt T^TT^y wefche Form 
lias Perfekt^ obwohl in gana anderer Bede«tang« iaa Aethio- 

pfiBchen aoch vorkiMamt^ J? J? 4^ I ^S^ S* ^ ^^ ^^ ^^ ^^ 
hk' h ec g i' h firemten P^rfektSi^ wie Tp"5?* T^nrvt a. Sw w. S. Wl 
— «ll nachlrig&-k eriUfarl Fermnr habe kk in Betreff der 
aiaailbjgaa l^friekta aiit laogeaa Vakile {idr) aaeim? S. 7 ge- 
latfinirn! Anokht aaaililtinrt» ioBiiana ick arkaonae* daas sammdirhe 
I^Hrfekfca Jiwaar Art ani^ arsqpr8a[gfii& awefatflbigai Faeamtioaea 
anaaaHaMagaadkaaafew^ sanity wobai der auttkeca Bafkal. der 
tfca ihr eitt famar Cattaaat^ ikefls ain Lippeirfiaf (p^ ft* v war. 



Vorredfl. XI 

idi erweichte. So erklSrt sich der laDge Yokal, der allerdings 
iidi seinem fiussern Urspnin^ nach der iodogermaDisohen Gima^ 
iilditng eiDigemiaMen enispricht Vgl. 8. 615 ff. In dieser 
hit der Kootraktion i8t dag Amharische noch viel weiter vor- 
pichritten, indem hier namentlich Tiele Stfimme mit mittlerem 
Gvttoral, die im Aethiopischen , Arabischen and HebrilischeD 
mA drei 8tarke Laute haben, erweicht nod zusammengesogen 
Red. Das neue amharische Wdrterbach von I^enberg liefert 
"friHb Belege hiesa. 

80 zeigt der ganze semitische Spraohbau eine ivunderbare 
Bfj^ImSssigkeit und Konaequenz, innerhalb welcher zwar viel 
Leben, viel freie Bcwegung und Abwechselung herrscht, did 
iber dennoch von einer grossartigen EiDfornnigkeit und Armath 
nidit freizuaprechen ist; Die Sprache ist auch hier, wie idi 
iriter UDten kurz ansf&hren werde, der getreuste Abdruck des 
Bemitischen Geistes. Die Unfahigkeit , durch Zosammensetzung 
ks Wnrzelbegriff aufs mannigfachste und freiste zu modiflciren, 
n eni'eitern und zu ubertragen, eine FShigkeit, welche der 
Uo|ermanische Sprachstamm im vollsten Masse besitzt und 
VMia seine GenialitSt sich am tiefsten und schOnsten offenbarf, 
-die Unfsihigkeit zu einem solchen gedankenvollen Ausbau der 
iiprachelemente trieb den semitischen Geist zu einem mehr Susser- 
ichen Ersatzmittel f&r jenen Mangel. ZunSchst wurde schon 
lis uraUe, indogermanische Princip, die Verbal wurzel zur An- 
leutung des Perfekt zu verdoppeln ^ dahin erweitert , dass diese 
erdopplung nicht bios vorn mit dem ersten Wurzellaut statt 
ind, wie Q3"n» DJ"y> 12"^? sondern dass auch in der- 
Jben Bedeutung theils der erate Konsonant hinten, wie ?"JJ, 
"^J> t^TDK^j theils der zweite wiederholt wurde wie ^SHi 

/D' inin3 ^* ^* ^'* ^^^ ursprfinglich euphonische Gesetz, 
elches bei gewissen Wurzehi auch im Indogermanischen das 
isammenklingen der zwei gleichen Konsonanten im Perfekt auf- 



XII Vorrede. 

hebt und das mit wenigen Ausnahmen auch bei der semitischen 
PerfektbilduDg in AnwenduDg kam, erhielt hier sehr fruh auch 
eine begrifiliche BedeutuDg. Der Grund dieser, an sich gar 
nicht auffallenden Erscheinung *) liegt nicht bios in einem ge- 
wissen Mangel an feinerem Lautsinn, sondern vielmehr in der 
inerkwQrdigen Armuth des semidschen Sprachstammes an eigent- 
Ijchen Wurzeln so iivie in der Unfahigkeit, jene Armuth dnrch 
Bosammengesetzte Verba aufzoheben oder doch zu ei^nzen. 
So entwickelt sich hier eine der hauptsachlichsten Eigenthamlich- 
keiten, welche das Semitische sowohl yom Indogermanischen, 
als auch von alien mir sonst bekannten Sprachbildungen nnter- 
scheidet. Es formt reduplicirte Perfekta iivie das Indogermani- 
sche und bildet aus diesen dann durch Lautumwandlung des 
yerdoppelten Konsonanten ahgeleitete Perfektstiimme ^ welche 
die Grundbedeutung der Wurzel , die meistens unverandert bleibt, 
yermannichfachen. Der Reichthum an yerwandten Lauten, be- 
sonders an Kehllauten, kam dieser Bildung zu HQIfe. Die Kon- 
sequenz aber , mit welcher dieser Bau durch das ganze semitische 
Lautsystem durchgefuhrt ist, gehort seiner ganzen Ausdehnung 
nach gewiss nicht der Urzeit der Spracherzeugung an. Es scheint 
Diehr ein Werk etwas spaterer Reflexion, das sich allmahlig 
erzeugte und einen angebornen Mangel mSglichst zu ersetzen 
suchte. Aber zu beachten ist nochmals, dass auch die abge- 
leitetsten Stamme , die durch 3 — 4 Lautverwandlungen hindurch- 
gegangen sind, nicht mehr die (jteltung yon Wurzeln^ sondern 
die yon Perfekten haben, dass mithin der Anfang dieser neuen 



*) Eine Analogie hierzu bildet z. B. die Thatsache, dass manche Tempera 
der Unterbaa fiir andere, oder far gewisse Alodi werden. So ist im Indogermani- 
schen das Pcrfektum nach Form und Bedeutung die Grundlage fiir die Bildung 
des Prisens geworden, wie ich S. 19 ff. niher zu zeigen versucht habe. Im Semiti- 
fcben stammt iihnlich das Imperfectum von der Grundform des reduplicirten Perfekt. 



Vorrede. XIII 

SchfipfuDg; bis in die Zeil der lebendigeti Spracherzeugfuiifr 
hinaufreicheii moss. 

Ein Hauptaugenmerk war es hiebei natiirlich, die Laut- 
gesetze , nach welchen vemrandte und Damentlich auch nicht ver- 
waodte Konsonanten bei jener Operation mit eioander wechselo, 
za erkennen und aufzuweisen. Die wichtigsten, aber am wenigsten 
bis jetzt beachteten UebergSnge der Art sind die von 8 in r, 
8o wie die der Kehl- und Gaumenlaute in Zischlaute. Ich babe 
oach der genausten Untersuchung die Gesetze aller hiehergehd- 
rigen Lautnmwandlungen an mehren Stellen iibersichtlich zu- 
sunmeogestellt Ygl. S. 85 ff. 148; besonders S. 164 ff. und 
225 ff. Nur bedaure ich, dass die jetzige Anordnung meines 
Buchs, wenigstens im Anfange, die urspriinglichen oder Urstamme 
nod die davon abgeleiteten Perfektstamme nicht iibersichtlich 
g^nug hervortreten lasst Ueberhaupt muss ich, was die Anord- 
nuDg betrifft| urn einige Nachsicht bitten. Es hatte Niemand 
vor mir das gewaltige Material nach seiner organischen und ge- 
schichtlichen Gestaltung zu ordnen unternommen. Jetzt, nach 
der VoUendung des Ganzen , sehe ich selbst wohl , wie manches 
besser gestellt und untergebracht sein soilte. Ich habe auch 
f&r diesen Zweck am Schluss ein Wurzelverzeichniss beigegeben, 
wozu ich nur bemerken will, dass nach der dort angegebenen 
Ordnung alle Stamme jetzt aufgef&hrt sein wQrden, wenn es 
mir ware TergSnnt gewesen, das ganze Werk noch einmal um- 
zaarbeiten. 

Als eine nothwendige ErgMnzung zu der ersten Hauptauf- 
phe dieses Werks^ zu der Bildungslehre der dreilautigen Per- 
feittstilmme , glaubte ich in einem Anhange (S. 640 ff.) auch 
die Bildung aller im Hebraischen vorkommenden Plurilitem er- 
Uiren zu mOssen und zwar um so mehr , als ich in dieser Ge- 
staltung nur eine Fortsetzung und Erweiterung des urspriinglichen 
Triebes der Sprache, die Wurzel zu verdoppeln, erkannte, 



XIV Vorrede. 

lind desshalb hierin eine entfernte BestStigung meiner Ansicht 
fiber die Perfektbildiing uberhaupt fand. Ansserdein waren 
gerade hier so viele ^ingefleischte IrrthQiner aiiszumerzen und 
das Wfirterbiich so vielfach zu berichtigen ^ dass die Abhandlung 
wohl keiner Entschuldigung bedarf. Sie gehdrt aiisserdem ja 
eigentlich mit zu der Stammbildungslehre , wenn gleich die 
meisten hebraischen Plurilitern erst in ihrer Nominalform diese 
Vergrfissernng erhalteu zu haben scheinen. Sodann nahm ich 
gerade hier auf die verwandten Dialekte, besonders aufs Arabi- 
sche, vielfache Riicksicht, um die durchgSDgigen Bildungsgesetze 
audi bei den mehrlautigen VerbalstUinmen aufzuzeigen. Durch 
die Erkennung dieser Gesetze ist es mir, M'ie ich glaube, ge- 
lungen, fiber mehre der dunkelsten Worter ein neues Licht zu 
Terbreiten, und will in dieser Beziehung nur auf die ausfiihr- 
lichen Erklarungen von TOXlt^ S. 664 f., QJIH S. 665 ff., 

mb^ s. 668, aph^ (sp^w. 30, si) s. 668 f., 2r\:^ 

S. 671 ff., ?Jtif^B 8'8 ff- beispielsweise verweisen. Hiermit war 
ich nun schon eigentlich in das Gebiet eines wirklichen Worter- 
buchs gekommen. Da ich indess eine durchgreifende Reform 
unsrer jetzigen hebraischen Lexika bezweckte, so entschloss ich 
mich leicht, uin dem Unternehmen eine gewisse YoIlstSndigkeit 
zu verleihen, auch noch in einem zweiten Anhange die ins 
HebrSische eingedrungenen Freindworter einer genauen Unter- 
suchung zu unterwerfen. Moge das Gegebene 5elbst seinen 
Platz hier rechtfertigen ! 

n. 

Durch die Darlegung des eigenthiiuilichen Princips, uelches 
von Anfang an dem semitischen Sprachbau seinen Entwicklungs- 
gang selir energisch vorgeschrieben, hatte ich luir auch zugleich 
den Weg gebahnt, um das Verhaltniss desselben zu andem 
Sprachstfimmen , insbesondre zu dem grossen indogermanischen 



Vorrede. XV 

nnd igyptischen, |;r&ndlicher, als es bisher geschehen konnie, 
m bestimmen. Gewiclitige Forscher, unter denen ich yor Allen 
Dor Eumld erwfthnen will, haben sich fBr eine ursprQngliche 
Verwandtschaft des Semitischen mit den beiden genannten Sprach- 
familien ansgesprochen. Gerade in der Bildiiog des ivesenf- 
lichsten Sprachtheils, in der Gestaltung der Wurzelwfirter er- 
kennt Ewald hier eine uralte, nahe Gemeinschaft Er bemerkt 
(Lehrb. §• 4, d): ,Jn dieser Wortbildung hat nun der semitische 
Sprachstamm zwar merkwQrdiger Weise noch eine gewisse Strecke 
mit dem Kopthchen und dann besonders mit deni gebildetsten 
der ganzen Erde , dem Mittellundischen , *) gemeinsam zurQck- 
^legt, indem er raanche ihrer Begriffe mit denselben Urwfirt- 
chen oder Wurzeln ausdrfickt, woraus sich nur aufs Neue ein 
freilich in die dunkelsten Urzeiten zurQckgehender nfiherer Zu- 
sammenhang dieser SprachstSmme beweist/^ 

Im AUgemeinen lassen sich alle Sprachen der Welt auf 
zwei Grundprincipe der Bildung znrDckfUhren. Sie sind ent- 
veder flektirend, haben wahrhaft grammatische Form, oder sie 
smd flexionslos, einsilbig und ohne feste Unterscheidnng zwischen 
Verbam und Nomen. Dieser letztgenannte Sprachbau ist im 



*) Ewaid hat dicsen Nnmen fUr dio Bczeichnung der mit dem Sanskrit ver- 
wiodten Sprachen in a, hcbr. Lehrbuchc gebraucht. An sich wSre es nicbt un- 
pufeody eincn Sprachftamm nach seiner geographischen Lage zu beieicbnen; allein 
^B Bdchte der hier gewflhltc docb uozureichend scin, indem kaum die ha]be 
Seite, die Nordseite des Alittelmeers von Volkern dieser Zunge umwohnt vvar. 
Die ganze Kfiste von Afrika hatte urspriinglich ein, nfiher zum Aegyptischen ge- 
Mrender Volksstamm inne; dann grSnzfe Aegypten selbst ans Mittelmeer, ond 
kieraaf zof sich der semitische an der KOste von Palfit tina wcit bis an den Halys 
ViBiof. Wollen wir jene Sprachen nicht Manakrititcke nennen, von iamkt'ila volU 
bmmen, vollendet, wodurch das Wcsen dcrselben gut ausgedriickt wiire, so wird 
<ler am allgemeinsten gebrauchle* Name der indogermanischen wohl der bequemste 
Mciben. Er beieichnet den dstlichsten nnd weitlichsten Endpunkt dieses Slnmmes, 

M daft 4i« tbrigen Glifder, das All- und IVeupersiscbe, das Griechisch-Lateinifchn 

sowie das Slavische roehr in der Mitte liegen. 



XVI Vorrede. 

Smesischen am reinsten durchgebildet. Hier ist alles nackte 
Wurzel, indem die ^ammatischen Beziehung^en theils durch 
mechanisch angefDgte Partikelo, welche mit dein Wurzelworte 
nie zu eiaer organischen Form verwachsen, ausgedriickt werden, 
theils aus der Stellung der Worter im Satze erkamit werden 
mQssen. Einen schroffen Gegensatz zu diesen, mit Recht so- 
genaDDten einsilbigeo oder Partikel-Spracheo bilden die, welche 
zwar ebenfalls von einsilbigeo Wiirzein ausgehen, diese aber 
durch ZusammensetzuDg sowohl genauer bestimmeo und verviel- 
faltigeo, als namentlich auch die grammatischen VerhUltnisse 
durch lebendige Anbilduog bezeichnen, sodass die hinzutretenden 
BestimmuDgs worter, seien es PrMpositionen oder Pronomina, mit 
der l¥urzel zu einer organischgegUederten Einheit verschmelzeo, 
nnd die Sprache dadurch wirkliche Flexion und grammatische 
Form erhMlt Das vollendete Muster dieser Sprachbildung stellt 
der indogermanische Stamm dar. Alle iibrigen, auch noch so 
verschiedenen Sprachen, bewegen sich auf der breiten Strasse^ 
welche zwischen diesen beiden Entwicklungsstufen liegt, iind 
gehoren, je nach der vorwaltenden Richtnng ihres innersten 
Organismus entweder mehr dem ersten, oder dem zweiten Sprach- 
gebiete an. So lassen sich z. B. die malajrischen Sprachen , fiber 
ivelche W. Humboldt so unvergleichliche Forschnngen angestellt 
hat, von dem Grundcharakter der flexionslosen Sprachen nicht 
absondern, trotz dem, dass der Bau einiger derselben den ver- 
einzelnden Mechanismus des Sinesischen hie und da gificklich 
iiberwunden hat In dieselbe Kategorie gehdrt femer im euro- 
pfiischen und asiatischen Russland der grosse ^firmiscke Stamm, 
woTon das Magyarische in Ungam ein yerwandter Zweig ist. 
Zu dieser Klasse von Sprachen muss ich noch entschiedener 
auch das Alt&gyptische rechnen , das durchgSngig einen flexions- 
losen Charakter tragt und kaom einzelne, schwache Spuren von an- 
gestrehter Flexion oder von sogenannter Agglutination aufzuweisen 



Vomda. XVU 



hkL Zusflmmensetzitogeii und lusseilich angefaSngie Parti) 

reiireten die Stelle von Ableilungssilben uad grammatischea 

Formen. Die starre Wurzel bleibt als Verbom wie als Nomen 

m der Regel unyerSndert. Die Wurzel me z. B. bedeutet lieben 

Hnd Liebe, und zwar als Verbum im Koptischen: eib-mlp, du 

liebst, ef^me tr liebt; dagegea mit dein Artikel p^ek'-me deiat 

Uebe, p-ef-^me seine Liebe u. 6. w. Ich babe diese Ansicht 

b eiaem drilten Anhange, so yiel der Raum es mir gestattefte^ 

za begriinden gesnebt, uad bemerke za dem dort Gesagten nur 

Qoch, wie sich aus dieseni urspr&nglichen Mangel an Ofgani- 

sdienn Flexionssinn auch die seltsame Erscbeinung erklart, dass, 

wahrend im Altagyptischen die meisien grammaUschen Bezeich- 

DDogen hiatenantreten 9 diese in der spatern Gestaltung des Ae- 

gyptischen, wie es dasKoptische darstellt^ yoraufgesetzt werdea^ 

So z. B. das Personalpronomen beim Yerbunu Von / (ta) geb^ 

heisst das PrSsens in dem heiiigen Dialekt der Hieroglyphen : 

^-et, ich gebe, f*^, du gibst, t^f^ er gibt, /-n, wir gebea, Mn, 

ihr gebt, t-«n, sie gebea. Im Koptiscben- dagegea: ei-f , ich 

gebc, i-/, da gibst, /-t, er gibt, «^<, sie gibt, w-*, wir 

^ben u. 8. w. Hieraus wird klar , . dass diese Proaomiaa der 

Warzel ursprQnglich nicht lebeadig angebildet, nicht organisch 

damit verwachsea , soadern aur locker und ablosbar ihr angefDgt 

waren^ wesshalb der abgestumpfte Sprachsinn der Spdtern eiae 

solche Umsetzang des aa sich schoa Getreaatea ohae Schwierig-* 

keit voraehmea konate. Die Sltere Stellaag, woaach das Sab- 

« 

jekt das Verbum beschliesst, ist jedenfalls aber smnvoUer und 
iuiturgemiss^r« 

Demaach steht das Priacip so wie die Eatwickluag des 
igypUschea Sprachstammes im eatschiedeastea Gegeasatze zum 
Indogermaaischea , uad ich vermag aicht^ zwischea beidea eiae 
ursprQagliche Verwaadtschaft zu erkeaaea. Weder hat der sans- 
kritische Stamm Toa dieser Flexionslosigkeit aius sich au seiaer 

Meierf \%\f* WonelWOrterbach. ^' 



jtitoigttft Voflendtai; iillinil]il% erhobeb , tioch kOmite der Sgypti- 
fdie> weoB in ihm voil Ajifaag Im der spmchbildende Geist 
ciM lektirende Richtutig eidgeMhlagen hiitfe, diese spSter so 
gadBltdi wieder tiufg^egeben habeo. Gegen dieses Hauptargu- 
■Kent beweist die Aehnlichkeit mancher Pronomina und einfachen 
WurselwSrter so viel ivie nichts. Es lassen sich diese ebenso 
^i tm Malayischen, im Finnischeu und selbst in den nord« 
attieriktnischett Sprachen anfeeigen, ohne dass hieraus Jemand auf 
•ine Vfurwandtsohaft mit dem Indogermanischen schlies^en durfte. 

Gehftrt tiiin iveiter das Semitische, ivie wohl Niemand in 
Abrede stellen wird, seinem organischen Ban tind seiner ganzen 
Efltwfcklung nach zu den flektirenden Spradteb, so tritt es 
d«tx;h diese Grandrichtang dem Aegyptischen ebenso entscliieden 
eatgegen, als es dem Indogermanischen dadnrch sich tnr 
schliessL Die gew6hnliche Ansicht der Neuern fiber die nahe 
Venraodtschaft des Aegyptischen and Semitischen fand eine 
bedenteade StOtze in der nnlaugbaren Thatsache, dass sich eine 
Menge rein semitischer Bestandtheile im Aegyptischen vorfinden, 
was sich bei der sonstigen Verschiedenheit beider nur aiis einer 
einflussreichen Mischung dieser Volksstamme erkl&rt Ich glaube 
diese ^ aach sonst schon aasgesprochene Hypothese, aas sprach- 
lichen GrQnden bis anr Uebersengnng erwiesen zn haben. Nament- 
lich deutet das starke reUgiSse Element auf einen Oberwiegend 
bildenden Einflnss der Semiten in aralter Zeit hin^ ivovon in 
der priesterlichea Hierarchie wahrscheinlich aach sp&ter noch 
ftiaache Sparen zn erkennen sein mflchten. 

Die Verwandtschaft des Semitischen mit den ittdogermani'- 
iohen Spmchea beraht aber aicht bios auf dem allgemeinen 
Ciiarakter der Fiexionsnatar. Das VeriiSitniss beider Stilmme 
aa einander ist ein nfiheres und bestimmteres. Das Gemeinsame 
helfMfk der Haaptsache oadi etwa folgende Punkte: 

1) daa SeBttlisch« bildat das Perfekt Vfie das Indoger- 



Biusche diirdi BedapUkntSoiu Die BrwiBlteiwig^ dieses Prinrfifi 
iiii SemUischeii If sat sich im AU^emeiMn Imt der ebenfallt mh 
dogerroaDischen BUd«Dg dee Perfekl d«Fcli' aegefOifte Silbte 
(wrip^; kh Ie4*le «, •. w.J vergleicheO) eowie each die bq-* 
nmmeogetogiiefl , eiaeilbigen Peifekta (Ub*^ den Formea Idvt^ 
fiigi^ ygi u. 8. w. entsprechea. Die Slteste Form jener BSldfidf i 
welche offeobar dae Hebraiedbe erhalten bet? Q^Tl' ^^^tiei 

die erste Silbe stets ein langes a bekotntnt , findet eine Analogie 
in den sanskritischen Intensirbildiiiigen , v!e fdpahy ii^ae offen- 
bar fur poXrpai steht, von der Wnrzel pah^ wie sonst die voli* 
stiodige Wiederholong bei Wurzeln , die mit leichten Konsonanten 
enden, flblich ist. Am nSchsten aber v^ird in dieser Hinsicht 
das gotbische redoplicirte Perfekt zn Tergleichen eein. 

2) Das Personalpronomen ist in der Sltesten Verbalbildung, 
im Perfekt, sowobl im Semitiscben, wie im Indogermanischen 
an den Stamm hinten an getreten nnd init ihm zu einer unzer- 
trennbaren Einheit verwachsen. 

8) Das Semitische hat im Verbum nnr zwei Zeitformeny 

ein Perfekt und ein Imperfeht. Von derselben einfachen Unter- 

sdieidung der vollendeten uad der unvoUendeten Handlung geht 

aoch das Indogermanische aus, ist aber nicht dabei stehen ge- 

blieben; s. S. 14 f. 

4) Die ftltesten, einfachsten Grnndelemente des Semitischett^ 

die eigentlichen Verbal wurzehi ^ deren Zahl aber kaum 20 Qber- 

steigt f lassen sich auch im Indogermanischen nachweisen. Ebenso 

siod die einfachsten Pronomina , die sSmmtiich von einer Demon- 

strativbedeutnng ausgehen, beiden Sprachstammen gemeinsam, 

Um jedoch die Verbal wurzehi vergleichen zu kdnnen, musste 

3ir Sits awor «afgexeigt werden. Weil dies bisher nieht ge* 

schehen^ weU man vielmehr semitische Perfehta mit indoge?- 

manischen Jf^urzeln verglich^ so 'wird es nicht auffalleni dass 

II* 



XX Vorrede. 

iich mir die meitten bisherigen Vergfleichongeo als irrig erweisen 
mviiteti. Nur dorch glOcklichen Zufall ist hie und da etwas 
nvlrklich Verwandtea znsammengestellt. Dasselbe harte Urtheil 
musH tell fiber meine eigneo ersten SprachTergleichuDgen (im 
Kommentare sum Propheten Joel 1841) aussprechen. Ich achloss 
mich hier im Allgemeinen an die Grnndsatze von Eioald und 
O0$enhi$ aO) obwohl ich des letztern Vergleiche der dreibuch* 
•UibigeQ Stdmme mit indogermanischen Wurzeln schon damals 
beatimmt verwarf. Das eigentliche Princip jedoch hatte ich noch 
nicht gefunden. Desshalb erscheinen mir diese > ergleichungen 
jotit li'ie Entdeckungsreisen, die man ohne Kompass unternom- 
UMii, vnd selhst das richtig Geahnte darin enibehrt wie uberall 
Boch der leUten Begrfindung. Die gaoze Art der semilischen 
Sprachvergleichung ViuA kunfUg eine wesentlich andere werden. 
VM Aehnlichkliogemles erweist sich als unverwandt^ wahrend 
aidi mngekehrl auch manche Gemeinsamkeiten ergeben , wo man 
^ bisher nicht Termuthet So wird man nach meiner jetzigea 
ItairstfUiing skh leicht iiberzeugen, dass z. B. nafal nichts mit 
wiserm fatten mm, thiin hat, indem nur nqf die Wurzel sein 
kaaa: iSMar, der Landmann, nichts mit ^kker, ager^ weil in 
dtem hebraischen Worte ibcir die Wnrzel ist, yervrandt mit 
I^B (= n^K) f^^^t terram^ w^^^ salcavil agrwn ad #e- 
mtrmdum. YgL SL 59 f. und 369L Ein Irrthum liegt hier sehr 
•ake wmI fimlet sidh desshalb gerade bei dem letzten, oft an- 
l^fUutea Worte auch bet £iraM« der soost mit Recht sehr 
spjbrlich indoi^ruuuusdle Wurzeln yergleicht:. Zunachst ist doch 
tia Uttlecschiiid zwisclieii deoa ^ikker und dem Bebamer desselbeo. 

B&e Ufettttlit Ton JUer uod ^^^ Torausgesetzt, m&ssae das 

l»br. Wort Miu Abhiiiuf vie H^ ma. AUetn cin SulwtT. 

lir von den Stuauae «iap fifar JUt^r. ^£{er/eftL kommc tnt 
^nn^JBAma ukrli yw. Iwur gbdbtfiraW AusfihrL Lehrback 



Yomde. XXI 

§. 155 f. Not 1.) das, dem lat. ager gwaz entsprechende Wort im 
Amharischen, wo agar Gegend, Land bedeutet, gefunden eu 
habem lodess lasst sich bier eia neuer Irrtham nicht yerken- 
peo. Die nach laenherg jetzt g^wdhnliche Form A7Cr lautet 
Mch Qoch U7C-' C^^gor'^) Deut 19, 5, ganz ivie im Aethio-- 
pischea nnd bedeatet: Stadt, Staat^ Reichj Gebiety Gegendj 
beionders das Heimathland, ursprQnglich aber wie U7^^r 
Sladt, feate Burg, himjarit yAS» pagus, oppidum, eig. Schloss, 
Festuog (ygl. ^^DL^ Strick, yoxsb Halfter% flbertragen wie das 
inb. JJb. Die Grundbedeutang so wie die Uebertragung entfemt 
ndi also ebenso weit tod ager^ wie von "^3^* Was ausser- 

T • 

dem gegen diese ZusammenstelluDg spricht, habe ich S. 59 f, 
veiter ausgef&hrt* 

■ 

In Betreff der Wurzelvergleichiiiig ist nocfa zu bemerken, 
dass allerdings einige wenige semitische PerfektstSmme gewisseo, 
dorch Verdopplong entstandenen Wurzeln im Indogermanischen 
eatoprecheO} z.B. j^JJ^' sanskr. sad; ferner tyjjj, K^Hj tj3J3u.s,w. 

T T T T 

S. 83, sanskr. tud = tundere , ^^^ , sansk. g'iv = vivere, ver- 
wandt mit dem deujtschen qufk, kek n. s. w. S. 78. Diese nr- 
tifen Verdopplungen sind im Sanskrit wieder als Wurzeln be* 
Iiandelt, ein Verfabren, das mehrfach vorgekommen ist — 

5) Endlich zeigt sich die iodogermanische Yerwandtschaft 



*) Solcbe Abscbwichungen einef Guttural sowobl vora als in der Mitte 
eines Wortei sind im Ambarischen sebr gewObnIich, z. B. aCDxXI Atbiop. 
U(D lir bewegen, aufregen. a/\.1 dthiop. U^OI sein, existiren. 

A4A.' «thiop. di/ifi II AAZ^l = n^n w*® >™ ^'^^^p- AAA; = 
:hn- AA<3^:=Dbn Afin; = 3tt^n5 Afl^: =i:3n. AflAZ 
%c/hnA: = c^3;. A'l'<3^: = Dnn Af4>;=p:n AfA: 

itkiop. ihf A :: A/Ilid; J^"" "'°» «'*»•<>?• "^A^; = ^' A^hnUcba 
Erweicbofges find auch im Hel^riliichett sum OAern nacbgewiesen worden. 



miki der cdrf tMhnait ChanAlar dcs SeMiliMJiai bMMd«c« 

Mck ki dtr FAi^tkj d«fdi kMiv UaiBdcffug dcr Wifter 

«Bd war Affch mmetm Tekalweduei , graamurtifdie BesielMBgci 

•jfadboEs^ ana tkato i^ vad ttdbl k ditser Knfl den Indogvr* 

■MBiidMS fldu Bar Tolft^nuMB gleidi^ scmdfin sdtmmd hMa 

Mmmdbe as Sdbirfe, FeiDhcil uid AaaddmaBg wgar n Ibcr* 

trcflfan Ja ^rdi tficaes dgf ihimBrhra Gebrasdi der ¥«kak^ 

Urn mm bm IndagCManigdiea tqb deo drri GnuidbaieB a^ ij m 

fMmgfhtm^ aondeii sich das Seautisdhe, wie nan gbab(, Tial* 

ndtf fehr bedealCBd too jeoem ab. lodcas vire MKrh s« uler* 

fBchcB, ob diese V^kahreffinderuigen, wie s. B. gau ofieoliar 

bei dem inncrai Planl im Arabisdieii and Aeihiopisdicii, schoa 

■rspriiii^di rine cigentfidi STmboEsche Bedeatang^ ^habt habea. 

Ab EineiB wicfatigen Beispiele will ich bier weoigsleos zeigea, 

41am die hciisch cB d c A na i dk t fiber dm gramoiatiacbeB Gebraacb 

dfea aenidMhes V^kaBgrnms tme eiaaeili^ iat, icb raeine iAbh 

9A aa der Aadeafm^ dea Paamv darch dea Takal a. A0OM 

mgi (Ldirb. $. 12f, a): ,^Br Ualerachcidaiig^ dea refai paaaivea 

Bcfrifia geoigt aach §. 119 a| im Seaatiscbea eigoUlich ifer 

laneffe Vokalwecfaael, daas an der entidieidendea Slella der 

danUe, gedrfickte Laai a die Haadlang als in der Pevfoa fe« 

acfalossen and an ihr bafiend setxL^ Ea wiide diea aUeffdiags 

eine, im ganzen Sprachgebiet einzi|^ dastebende Erscbeinang 

Von Tokaliscber Sjmbolisirang; sein. Der PasuTbegriff iat aonsl 

in alien mir bekannten Spracbea dnrcb bedeatsame Ableitan^- 

ailbea and zwar oft sebr miifasam aas|;edrfickt. Aacb das 

Senutische bat sonsi andre and deallicbere Wege xa seiner 

Bezeicbnang eingescbla^n. Es ^ht, wie das Indogermaniscbe 

TOO riner Refle3dT-Bedealan|^ aas, indem eine aaf dea Haa- 

delnden zarackwiikende Handlang kkbt aaf die VorBtellaog des 

Leidenden and rein Passiren fabrea masste. So z. B. nifidj 

Of. dandi Twgeselslca e% (^, albk^ Ail) odar im gebildel» 



Yomd9. XXni 

wie der Yll* Stamm im Arabischen; im HebrilsGhaii aber, wie 
der lot nod Imperat seigeii, gehaucht, Am geiprochen. Dieacta 
'en J urapranglich eio PeinoostnitivproQomeo , iat verwandt mH 
dem oil in an^if ichj an^ta^ da, uod ateht im Koptiadiep 
lach ooch vor dem Fronomen der dritten Feraoa, netof eri 
lief o£ du , anok ich ; s. S. 229 Not Eiienso geht daa iad^geiv 
maoiache ae^ 9va^ welches daa Reflexi? nod Passiv bildet, too 
einer DemonstrativbedeutuDg aus. Das zweite Hayptwort tskc 
Bezeichnung des Passiy im Semitischen lautet et^ it^ oder he- 
biiisch gehaucht: hit und ist S. ^07 ff. seioem Ursprnnge und 
Miner Bedeutung nach ausfiihrlich erklart^ Die Forin Hitpaet^ 
welche so entsteht, hat im Hebraischen meistentheils nur ref- 
lexive BedeutUBg; ist im AramSischen aber (syr. j^^^ chald. 

: V 

]^^ die einzige Form fiirs Passiv wie furs Reflexiwerbam 

gewordea Beide BedeutoDgen bat dies et auch im ArabisdifSH 
obwohl es hier vorherrscheod reflexiv steht, o8nilich im VIIL 
Stamme, und als ta im VI. St; im Y. St dagegen auch passiv 
wie die entaprechende Form im Aethiopischen. 

Nach aolehen durchgreifenden Bildungeo erwarlet man aveil 
iiir Hofal eine ursprQnglich reflexive Bedeutung, die durch eine 
frammatische Ableitungssilbe angedeutet sein sollte; denn die 
Sprachen, und besonders die so ausserst regelmSssig gebauten 
lemitischen , verfahren aonst bei solchen erweitertea Pormationeg 
nach der Analogic des bereits Yorbaqdenen. 

Zunachst ist es eine unrichtige Annahme, dass Hofal daa 
Passiv von Hijll sei, Schon der Bedeutung nach w&rde daa 
nor in sehr weoigen Fallen passen* Es ist vielmehr das hebr. 
Passiv dea aktiven Kal^ gebildet durch die Vorsatzsilbe hi, die 
am reinsten in Formen wie |30in (Kal, 3D) ©rhalten ist Die- 
lea hi kana aber oichta andera sein, als das PrMomen der drit* 
too Pecion H^^ 9 tfr^ syr. ^ , arab. yo ohne Alef, wie im Hebr. 



XXIV Vorrede. 

sobakl ^8 im Akknsativ steht. Dieses Pronomen wird imHebr. 
auch noch, inn eine Person hervorzuhebeO| f&r den Begriff des 
Selbst gebraucht, f&r avroq, ipse (s. Ewald Lehrb. §. 304.), 
i¥obei nun die iveitere Uebertragung auf das Beflexiv so nahe 
liegt, wie bei dem verwandten Suffix der dritten Person ^, E.B. 
er machte j^ (f^) *'^^ emeu Gott ; er nahm zwei seiner 
Knechle '\p\^ mit sichj Gen. 22, 3. Kurz, das hebr. Hofal 

oder Hufal ist eine mit dem Reflexivpronomen zusammenge- 
setzte Form, und kommt, was ich in den Grammatiken nicht an- 
gemerkt finde, in dieser ursprunglichen Bedeutung nirklich noch 
vor. So bedeutet das oben erwahnte ^OIH *) *'^^ wenden^ 

9 

aich dreheuj Ez. 41, 24, von der Thiir, ivie schon das Kal 
Sprw. 26, 14. b) Passiv von Kal: umgeben, umzogen sein. 
c) Umgewandt = verwandelt sein. Vgl. Kal Zach. 14^10. Ferner 
H. L. 1, 8, ,jwie Balsam ergiesst sich (p^Tin) ^^'^ Name/^ 

Ebenso ist das Hof. Jer. 48, 11 besser reflexiv zu fassen. 3]32fn 
sich legen, Ez. 32, 10, 32. ^hffri «'^* werfeuy ijj. 22, II, 
p3in *'^* anhangen^ anklehen^ y\>* 22, 16. p^JIH *'^^ ^^"• 
giessen = stromen, i/;. 45, 3, von anmuthiger Rede. QK^'n 
sich zusammenziehn = «icA enUetzen^ staunen^ lob 21,5. ?]C)nn 
eich ivendeny lob 30, 15. QyiH ^^^^ znsammenziehn , sich 
iiberziehn = sich verdunieln, Klagl. 4, 1. Vgl. li IV, ^tDIH 
sich senken, hinsinhen^ lob 24, 24. 

Jenes At2, verkiirzt hu oder Ao, ivird bereits im Imper^ 

fekt sowie im Particip ein blosses m, 301*^ j 3D1D > i^ISD^ "• ®- ^^» 

- T T : \ 

Durch eine kiihne, aber gar nicht seltene Bildung echter Flexions- 
sprachen ist dieses hu'=^ u endlich auch in den Stamm selbst 
hineingedrSngt , wie im Arabischen das. reflexive et im VIIL 



Vorrede, XXV 

Sttrnme nach dem er$ien Radikale gesprochen Mrird , ^jibiX^ 1 
$ich verdunkeh =^ dunkel tverden. So erklart sich im Hebr. 
das Passiv des Steig^eruogsstammes PiiaZ, eine BilduDg^ die als* 
dann im Arabischen fast auf alle abgeleiteten StSmme des Verbum 
aosgedelmt ist Zuweilen zeigt anch in dieser Gestalt noch das 
Pissiy Paal eine reflexive Bedeutung^ z. B. H^^ sich aneinan^ 

der h&ngeriy lob 88, 88. 41, 9. Aehnliche Einverleibungen 

golcher Bilduogssilben vergleiche im Indogermanischen beim Pra- 

sens S. 23 f., iin Koptischen beim Passiv S. 726 f. u. sonst. 

So erhielt der Vokal u oder o seine bestimmte grammati* 

icbe Bedeutong, die im Verbum alsdann noch neiter yom Re- 

jfleziv Qnd Passiv durcli eine leiclite Versetzung in die zweite 

Silbe auch ein Intransitivum oder halbpassives Verbum bezeich- 

nen musste, wie fJJH abgekOrzt = klein sein , ^32^ vem'aist, 

. I It t 

kinderlos sein, ^^^ kSunen^ eig. in den Stand gesetzt oder im 

Stande sein; arab.^wtAi karz sein. \^Ji nahe sein. Mit diesem 
s muss sodann sehr frDh das verwandte, nur etwas dQnnere i 
in dieser Bildung des Intransitiven gewechselt haben. Im Ara- 
bischen kommen zunSchst beide Formen oft gleichbedeutend 
neben einander vor, wie (>«J und (>^ getrennt, abgesondert, ein- 
zeln sein; J ♦ ^ g^viz^ vollstandig, vollkommen sein a. s. w. 
Vgl. auch p^^ == J^* . Im Aethiopischen ist dieses i so- 

T 

dann zu e verkarzt, A"fljftJ lahlsa = (j*^J; Yl"fl4 \ = r^^' 

im HebrSischen dagegen ist dies e, iieil die zweite Silbe den 

Ton erhielt, immer zu ^ verlangert, W'3^ = P-flA J; ZST^ ^^ 

••T "It 

Die Richtigkeit dieser Deduktion lasst sich noch genauer 
crveisen. Das reflexive und vorherrschend passive u M'urde wei- 
ter auch zur Bildung von Participien und Substantiven ver- 
*andt, vfie ])J^^ ampUxus^ 11IDT *'^^ erirmemd, eingedenk^ 



XXVI Yomdf. 

niE0!3 ^^A verlassend (auf Jem.)? ^ich hingebend on =^ cot 

- T 

ii8a8; sodann rela passlv; 31^3 geachriehen^ HIE^TO S^^^ 
oder auch mehr iotraositiv, wie QtJ^' friedlich, /^l^ ^'^' 
noaisiy too dein intransitivea Verbum 73^'* Hieran Bchliegtci 
sich weiter erne Reihe von Adjektiven, die auf o enden, wii 
?lj3p klehf 7^J g^os9j TjHCD ''^''' "• *• ^^'- '^'"^ dicser Fow 
auf u wechseU dann auch hier wie beiin arab. Verbum die aal 
if und zwar zunachst mehr im passiven Sinn, me T?^^ und V^ 

Lager J stratum, ^^PD ^^® auserleaene junge Manoscbafty ^ffi 

•^ T - • T T 

^^^{2^ g€has9t, mehr Adjelctivum. Besonders in Substautini 

schwindet in der Biidung mit i oft die passive Bedeutung, m 
*^\*^5 Aufseher, neben TjHQ zur Aufsicht hesteUty JfQi 

Sprecher, VerkQndiger = Prophet u. s. w. Endlich kommt audi 
^ie beim hebr. Verbum die Form € vor zur Biidung intranfr' 
tiver Participien und Adjektive, *133 schwer^ tsTO ^^^ u. •. ft 

Vgl. Ewald'8 Lehrb. §. 149. 

Habe ich somit dein semitischen Vokaliamus io Mines 
Hauptgebiete eine andre Entstehung und Bedeutung, ab mm 
ganz allgemein und zum Theil ich selbst noch in der EiiiM- 
tung annahm, zuschreiben mflssen, so schwindet dandt avdi eiM 
letzte grosse Kluft, die das Semitische von der DataigeoiMi 
Bahn der indogermanischen Sprachbildung zu entfemen fidueii 
VITas sicli jetzt w irklich von rein symbolischen Andeutangendani 
innern Vokalwechsel im Semitischen noch findet, wird das b- 
dogermanische nicht um schr Vieles fibertreffen ; wenigstens Vitt» 
aich zeigen , dass beide SprachstSmme dies Vermogen wtH n 



Vomdf. JUTU 

az entgegenfesetzten Zwecken aogewandt, sondern so sleHft* 
ii das Gleiche damit au erreichea geanoht haben. 

Bei dieser urspraoglicli gemeinaamen Gruadhge dea Semi- 
cheii und Iiidogennaniadhen , haben denaoch beide SUiiiiine 
ibrer weitern EntfalliiDg, die yon der beaondem Geiatearidi* 
Dg der Volkerfamilian abhing^ eiaea weaentlich verachiedenen 
oribas aufgefShrt, aodaaa daa Semitiache keineawega ala eine 
liweater dea lodogermaniacheii angeaehea werden darf. Beide 
rfolglen frfih, obwohl yon demaelben Gruodprincipe auagehend, 
re eigenen, aelbatatandigen Bahnen, die zwar iminer noch auf 
n Uranfaog zurQckweiseoi aber in ihrer wirklichen Geataltung 
ioen breitern Zusainmenbang mit eiuander haben, als etwa Asieo 
id Afrika. Iin Einzelueu besteben diese Unterschiede haupt« 
chlich in folgenden Punkten: 

1) Schon die Wurzelform der semitiscben Wdrter unter- 
heidet sich auffaliend sowohl yon der des indogerinanischen, 
I auch dea agyptischen Sprachstammea dadurch, dass ieine 
^urzel vokalisch auslautend iat. Alle semitischen Wurzeln, wie 
n dem Verzeichnisse S, 747 f* zu erseben ist, enden mit einem 
ODSonanten. Was man bisher mittel vokalisch e Wurzein genannt 
It, fst eine falsche Bezeichnung, Der jetzige einfdrmtge^ drei- 
atige Perfektbau im Semitischen hStte ohne eine aolche kon* 
mantiache Basis nicht so konseqnent zu Stande kommen konnen. 

2) Weder die Wurzein noch die PerfektstSmme konnen wie 
n Indogermanischen mit untrennbaren PrSpositionen zusammen- 
esetzt tierden. Wie das Semitische diesen Mangel zu ersetzen 
icht, ist schon oben bemerkt. Allerdings erschwerte die stereo- 
^ ausgeprSgte Form des Perfekt eine beqneme Komposition; 
er Grund aber ist e!n innerer und liegt tiefer; denn selbst beim 
omen, wo es schon leichter gewesen ware, kann das Semiti- 
Ae kelne Znsammensetzungen bilden, atisser bei Eigennamen. 
ter aach hier werden zwet Wdrter nicht wie im Indogerma-' 



amhem dnch Unfcrwdnni^y wooden nwht iasKsfidl wad hm 

diircii deo Sutiif ooHir. Teriwadea. Vgi S. 642. Dflr ■ ■e iii i 

^fn^hmrgmammB de« SriitMichgo mude deadialb tob Jwrf 

■ad IMk^ch hthr ■■kmlriMit, iiide« ae hebriifiche V 

Mebfuii Bit PiipMilioiieii, vie sie asfiserdem im 

■iciiC doBial rorikoBMiieB, zafiammeBgrsetzt scsn licsm. Seille 

die Spradbe is diewr WeUe saofrkrhisirt verde 

Allem zmA eine enifipiieclieDde AndemtmBg des 

avfgezeigt vetdea misseo; dem die reioe Wnrzel nil ctaerFii* 

pocjilioo kaaa doch mminer ein Perfektim bildea. 

3) Wihreod im lodoj^ennaoiMrhea alle Ableit«ig«silbea an 
Eode mit dem Worte Tern ach^o siod, sodass Tom freier Baam 
f&r Zusammensetzuoj^ mit Prapo^itiooen a. s. w. bleibt, trefeo 
diete Bilduo^slaate iin Semitiscbea meist rorn Unza aad Ter- 
acbmelzeo dessbalb ^aobolich weoig^er innig mil dem Worte. 
Man vergleiche in dieser Beziebong; beim Verbnm z. B. die 
Bildnog de« Kausatir- and des BeflexivsUmmes mit dem Indo- 
germani^chen. Feraer beim Nomen die Formen mil rorgesetz- 
lem HI wie ^^QtO Gewandy eig. was angezogen wird, ent- 

iprechend dem ma in tvSv-fia u. dgl., oder /, welches meist Al>* 
uinkU bildet Indess ist nicht zn verkennen, dass das Semitische 
aach hier dieselbe Fahigkeit wie das Indogermanische im Ein- 
zeinen wenigsteos noch zeigt, aber nur nicht konseqaent ent- 
wickelt hat. So ist z. B. jenes t auch mehrfach zn Abstiakt- 
Bildungen hintenangetreten and lautet dann ut oder //; ebenso 
dm, an and 6n. Allein es handelt sich hier am das herrschende 
Princip, und daraus sieht man aufs Nene, dass die Sprachbildnng 
der Semiten von Anfang an keioe Zusammcnsetzungen mit Pra-- 
po$itionen a. s. w. erstrebte; denn diese batten nicht wohl za 
solchen Bildungssilben noch hinzagefDgt werden kdnnen. 

4) Endlich zeigt aach die ganze Satzordnang des Semiti- 



Vorrede. XXIX 

lehen ein einfaches Neben- und Nacheinander, ein kunsf loses 
AifreUieD der Slitze, ohne die gedankenrolle Unterordnung und 
PeriodisiruDg des indogermanischen Stammes. Diese geistigere 
Ansdmcksweise des letztern beurkuodet, dass der Redende von 
Anfang an Alles klar Qbersieht und desshalb die SStze nach 
ihreiii Gewicht logisch und kiinstlerisch gestaltet. Der semitische 
Geist aber hat nicht diese Ruhe, diese Weite des Blicks, diesen 
plhilosophischen Sinn« Denselben Mangel erkannten wir schon 
bd dem einfachen- Wortbau. Wir miissen auf diesen nun yon 
der Syntax aus zurfickblicken und gestehen, dass Menn es den 
Semiten nicht moglich war, in der Satzbildung dem Gesetze der 
Begriffs - Uuterordnung Folge zn leisten^ dieses in der Wort- 
bildong ihnen uoch viel schwerer fallen musste, und dass dess- 
halb nichts irriger war, als iin Semitischen mit Praposiftionen 
nsammengesetzte Verba anzunehmen. 

Die Sprache ist hier wie Cberali der getreuste, uumittel- 
birste Abdruck eines Volksgeistes , sodass die Grundlagen einer 
«|enthflnilichen Lebens- und Weltanschauung, gleichsam em- 
bryonisch, darin schon erkannt werden konnen. Man vergegen- 
virUge sich z. B. die Volker mit einsilbigen Sprachen wie in 
Hioterindien, besonders aber in Sina, wo dieser Sprachtypus 
im reinsten und konsequentesten ausgebildet ist Einsiibig und 
beugungslos wie die Sprache ist auch der einzelne Biirger de$ 
Retches der Mitte^ nicht ein lebendiges, rerbundenes Glied des 
Ganzen, sondern eine starre Einheit, die an eine andre, ebenso 
isolirte Einheit sich anlehnt Wahrhaft geistige Verbindungeil 
md echte Organisirung im Leben wie im Denken finden wir 
erst bei den Vdlkern des indogermanischen Stamniea Auch 
Aegypten sondert sich in dieser Beziehnng sowohl von den In^ 
dogermanen als tod den Semiten ab und n&hert sich, wie in der 
Sprache^ mehr dem sinesischen Typns* Es ist nicht zufUiig, 
dass dieser Voiksgdist keine Literatur erzeugte* Ffir den Aus^ 



' ZXX Vorrede. 

firuA echter Poesie, far scharfe Bezeiohnong philosophificlier 
Begriffe War auch weder die Sprache, noch die Schrifi der 
Aegypier ii]getid%vie ausreichend* 

Seheii wir endlich aaf den semitischen Voikfi- und Spindi* 
geist, der dtch nar deiti Grade , nicht cler Art nach roa dem 
IndogennaniBchen uoterscheidet, 90 charakteriairt iho eio darch* 
|g;eheDder Mangel an voliendetcm Kunstsinn nnd an phiiosoplu- 
schem Denken. In der sehonen Kiinst wie in der Philosophie 
haben die Semiten eigentlich nichts ron Bedeutang gekistet 
Ihr Geist wursselt noch ganz in der Tiefe der SnbjektiyiCit, 
\resshalb auch ihre Poesie nur lyrisch ist, nur das Subjektive^ 
die innere Welt des fuhlenden nnd betrachtenden Gemaths Kum 
Gegenstande hat, ohne es je zu einem nationalen Epos, wekhes 
nm chjektives Totalbild Ton da* IVeltanschaaiing eines Volks* 
geistes entwirft, oder gar en einem voIksthOmlichen Drama ge* 
bracht zu haben. Aber ans der Tiefe dieses GemQthsIebens 
gkigen die drei monolheistischen Religionen hervor. Aas dieser 
angestammten Kraft der Subjektivitfit erklftrt sich fenier die 
Menge bedentender Persfinlichkeiten unter den Semiten, ihrUnter* 
ttehmungsgeist im wirklichen Leben, der zShe Muih der Phd- 
fiiken, so wie auf der andern Seite audi die Mangel einer so 
vntschieden subjektiven Denkungsart, nandtch Egoismus, Intoleraiiz 
nnd eitt nicht selten bis znm Fanatismus gesteigerter Glanbe an 
(ansschKessliche Berechtignng. 

Wfthrend die Indogermaoen alie Spharen des Geisteslebeai 
in Religion , in Knnst nnd Wissenschaft harmonisch entJEdtet 
haben, insbesondre die drei begabtesten Glieder dieses Stammea, 
Inder, Griechen, Germaneo, so haben die ^Erzeugnisse des semiti* 
schra Geistes den religiOsen Boden eigentlich nie verlassea, sdibst 
nidit die Ton aussen angeregten wissenschafdicheB Veraache der 
Airafcer. in dieser einseitigen EntwicklsBg ist ein angeborener Mangel 
flicht zu verkenneB» Wir seheii iha sdboa in der erslen SchSpfuif 



Vorrtda. XXU 

iie$^ Volki^etetes, in Beiter Spmohe^ ttnd mSssen danach be-^ 

kenneii, AuM detn fiemitischen Geiste die uniyerselle FaUe der 

Genialitat, das harmoiiischd, gllckliche Ebenmags aller Seelen-*- 

krifte, wodnrch die lDdog;ennanen auF der H6he der Mekischlieit 

sidheii Hhd Hiinmel mid Erde mit gieicher Kraft umfasBen^ ge^ 

bricht* Yod dieeer geistigen Beschrankdieit und Armath liefert 

die Bprtehe ein wunderbar getreues Abbild, und gehSrt dess* 

halb bd aller Treflflichkeit vnd fichdnheit doch nicht tn dea 

wahrhaft vollendeteii und eigentlich genialen SchOpfangen. Alieiti 

fir den ganten getstigen lohalt der SemileD, fQr den Auadnidc 

Oirer iniierateii Weitanschaaung , ihrer Erhebung zu Gott, ihrer 

Prevde und ihrei^ Schmerzen , sei • es im erhabenen Schwnnge 

der Poesie oder in einfach prosaischer ErzMhlung^ 8[®ni>gt sie 

aicht nor durdiaua, aondera feeigt aach fiberall, dass jener In-** 

hah die Form voUkommen dnrchdmogen und aich selbat daria 

TeikSrpert 2ur Erscheinnng gebracht hat. Mehr rermag abet 

k^ Geist, als leio eignes Weaen darsuitellen. Daas dieea deaa 

wmttachen Geiate volistindig geldngen^ wird Niemand bezweifela. 

SiNBit hat er seine Anfgabe geldst, und seine Schwfiche, wie 

nJr wohl sagen dQrfen, ist hier cugleich seine Starker 

III. 

Ein dritter, sehr wesentlicher Gesichtspnnkt^ den ich bei 
d^ gsnten Arbeit Terfolgte, bestand darin, die GrindbedeutingeA 
der IVurzelwQrter tn erforschen. Wie ich einerseits betiiflht waf^ 
die kSrperfaaften Urelemente der Sprache in dem Warzelbat 
laf^suseigen, so Terband sich hiermit nothwendig anch die Aof^ 
gibe, die erste Bedentung, gleichsam die embryonische Seete, 
ivek^e in jener FWm sich verkdrperte^ \iriedenraerikennen ; denn 
^Mfes xuamilnien, die Form und ihr Inhalt, bedingt sich gegett'^ 
leilig ud bOdel ^ereint erst die wirkliche menschliche Spraohe^ 
Bs w ide Uerbei der iiuugstv Euearamenhang des Wordauti nod 



XXXII Vorrede. 

seiner Bedeutung vorausgesetzt, und damit dei* Ansicht derer 
entgegengetreteQ , welche in der Sprache eiu iivillkiirliches Yer- 
haltniss zwischen Fonn und Inhalt annehmen. Wie nur der 
menschliche Kfirper ein TrUger und Objektiyirer des freien Be* 
WQSStseins ist, so hat auch der Sprachkorper in Beziehung auf 
den Inhalt seine nothwendige, nur ihm entsprechende Form. 

Der erste Akt der Spracherzeugung entzieht sich alierdings 
dein Auge des empirischen Beobachters. Dennoch ist es die 
Aufgabe der Psychologie, das Wesen dieses geheimnissvoUen 
Aktes zu erkennen und zu bestimmen. Da hier aber nicht der 
Ort ist, diesem Problem weiter nachzugehen, so mussen fiir 
meine jetzige Aufgabe einige allgemeinere Andeutungen genugen. 

Nach JV. Humboldt's geistvoller Schrift tiber die Ver- 
achiedenheit des menschUchen Sprachbaus bedarf der Satz 
keiner Begriindung mehr, dass jede eigenthumliche Sprache das 
Erzeugniss eines eigenthiimlichen Volksgeistes ist und nur aus 
der yereinten Thatigkeit einer grossen Gesammtheit hervorgehen 
konnte, sodass Sprache und Volksgeist in innigster Wechsei- 
urirkung auf einander zu denken sind. Wir miissen diesen Satz 
bis auf den Ursprung der Sprache Qberhanpt ausdehnen. Unter 
einzelnen Individuen, oder gar unter einem einzelnen Menschen- 
paare hStte niemals eine Sprache mit der Fahigkeit dem Ge- 
dankenausdrucke eines ganzen Volksstammes zu geniigen, entstehen 
konnen. Schon bei der Geburt jeder Sprache hat sich yiehnehr 
die Gesammtheit einer Nation betheiligt und die Grundziige 
ihrer Anlagen, ihrer ganzen Geistesrichtung darin ausgepragt; 
denti Dur in einem solclien uniyersellen Sprachelemente konnte 
ein Volksgeist ilberhaupt Wnrzel schlagen und sich entfalten. 

In Beziehung auf den Zusammenhang des Lautes mit seiner 
Bedeutung ergibt sich schon hieraus, dass nicht etwa ein i;i?ill- 
kfirliehes Feststellen gewisser Laute fiir igewisse Vorstellungen 
Mattfinden konnte. Ja eine solche gedankenlose Annahmei be^ 



Vorredtf. XXXIU 

denkt nicht, dass zn einer solchen Verabredung schon eio gegen- 

seiUges Yerstaodniss yenniCtelsC der Sprache vorausgeseizt werden 

musste. Es ergibt sich vielmehr, dass jede menschliche Laut- 

iasserangy wenn sie andern Menschen yerstandlich werdeo sollte^ 

arspriiiiglich etwas Allgemeioes, einen innerlich notliwendigen 

ZosammenklaDg des Wortlauls und der Bedeutsamkeit ausdrQcken 

massie, sodass jedes Ohr durch die artikulirten Tone denselben 

Eindmck erhielt, den der Sprechende in seiner Seele hatte. 

Kaon schon das Thier durch Tdne, durch Interjektionen u. s. w. 

etwas ausdrQcken, was alien Geschopfen seiner Art sogleich ver- 

standlich wird, z. B. drohende Gefahr, Zom, Begattungslust 

B. 6. w. so ivird einleuchten, um wie viel mehr dies bei den 

ersten, ebenfalis noch iusUnktartigen Aeusserungen der mensch- 

lichen Geistesthatigkeit der Fall sein musste. 

Um jetzt naher auf das Semitische iiberzugehen , so stelle 
ich das Hiehergehorende unter folgende Hauptpunkte zusammen : 

1) Die Erzeugung de8 War tea ist ein schopferischer 

Akt des Geietes und mchta weniger^ ah erne Schallnachahmung, 

wie maa neuerdings vom Semitischen vielfach behanptet hat 

Mig die Anregung yon Innen oder Ton Aussen koinmen, so ver* 

mag doch nur der Geist em lebendiges Wort zu zeugen, welches 

eben das ausdriickt und wiedergibt, was er innerlich empfindet 

tod anschaut. Nur darf man sich dies uranf%ngliche Schaffen 

des Geistes nicht als ein eigentlich bewusstes, iiberlegtes, re- 

iektirtes vorstellen; vielmehr entsteht durch die Thatigkeit der 

Phantasie eine Anschauung oder ein Bild in der Seele, das 

gleichsam unwillkiirlich im Laute sich abbildet und sich objekti- 

Tirt Das Wort stellt daher ein Gedoppeltes dar, ein Inneres 

tod ein Aensseres, Seele und Leib in innigster Durchdringung. 

Schon hiemach kann die Grundbedeutung eines Wurzelworts 

neder dne abstrakte, der bildlichen HOlle vollig entkleidete, 

iodi eine lein iuaserliche^ bios sinnliche und folglich geistlose 

Ucr*! kite. WwMlwOrtwbnch. ^^^ 



XXXI? Vorrede. 

seio. Attch in der ersten einfachslen Form mBSi vielmehr das 
Denken (schon die Seele, den Nerv dee Wortes bilden oder iiim 
immanent sein^ wie der Geist dem eben gezengten oder ge- 
borenen Kinde. Nar nnter dieser Yoraussetzung kann die gd- 
stigere EntMicklung des Wortes mit der des Bewotistseins gleichen 
Schritt haiten and jenes endlich ein TrSger des reinen Gedankena 
werden. Dies ist aber unmSglich, wenn die Wnrzeln als nr* 
sprQnglich Sassere HDIIen, als leere Formen gefasst werden, in 
denen erst spftter der Geist sich eingewohnt und eingelebt habe. 
Solche todtgeborene Formen sind nun die sogenannten schali** 
nachahmenden IVdrter, denen hiermit eben ihr Urtheil ge- 
sprochen ist. 

Die Richtigkeit dieser Satze lisst sich sogar streng ge- 
schichtlich noch erweisen. Gesetzt nSmlich, die GmndwSrter 
der Sprache wSren nicht das Produkt einer innern ThAtigkeit, 
sondem ein Erzeugniss Susserer Naturnachahmnng, so mussten 
doch Tor allem wohl solche Gegenstande, die selbst bestimmte 
Natnrlaute hervorbringen) mit entsprechenden Schallnachahmnngen 
bezeichnet worden sein, also besouders Vogel, Hausthiere, der 
Donner u. s» w. Allein das ist keineswegs der Fall. Die meisten 
Thiernamen, me die des Hundes, des Esels, des Schweins, des 
Schafs, des Rindviehs, der Vfigel u. s. w. ahmen nicht den 
eigenthfimlichen Lant dieser Thiere nach, sondern drOcken eine 
kbendige Eigenschaft desselben ana, nm dadnrch ein Bild des 
ganzen Gegenstandes zu geben. So ist z. B. im Hebr&ischen 
der Hund nach seiner orientalischen Wildheit und Gier benannt, 
(ygl. fik 374), im Indogermanischen : cania d. i. canenSj der 
TOnende = Bellende; ebenso das entsprechende xtxov = Hund^ 

» 

Verwandt mit Hahn and Huhn^ die ebenfalls ganz aligemein and 
nicht schallnachahmend bezeichnet sind. Ferner heisst der Rahe 
hebrftisch der Schwarze^ (S. 960) dentsch : der Rufer, Schreier, 
althd. hnban^ xopaf, wekhe W6rter wiedenm von keinem Naiar- 



VoiNdf. : XXXV 

iHiie, sondeni toq einer allgemein^n Vorstellang; tusgehen, die 

eben desshalb auch vielfach auf aodre Gegenstande Qbertragea 

werden konnte. (VgL S. 10& f.) £!ndlich, mm noch ein Beispiel 

n erw&hnen, Iieisst der Dormer hebrfiisch entweder einfach kdl^ 

der Schall, (fie Stimme (Jahves), oder raam^ das Tosen, Toben, 

wie ian-^are einfach tSnen bedeutet, daher ton^itru = der 

DoQoer. — Nwh irriger wiirdc die Vorstelloog sein, dass die 

Sprache mechanisch dorch Stoss und Dracic, darch Klaftschea 

vnd Platsehen, durch Scharren und Schnarren heirorgebrachte 

Schille in aich aufgenommen und mit Begriffen verbunden habe, 

Ha blosser Klang, welcber Art ier auch sein mag, kann nie der 

Brzeuger eines Wortes iverden. Will der Mensch ein ausserlidh 

Vernommenes auch Andern vorstellig machen, 8o kann er nur 

den Emdruck wiedergeben, den es auf sein Inneres gemacht 

hat and so allein entsteht das menschliche Wort Der ober-^ 

flichlichen Betrachtung liegt gerade hier eine TSuschung sehr 

tthe, indent die ausgebiidete Sprache oft wirklich sehr malerisch 

enc&eint. Aliein WSrter urie platzen^ plaiachen u« s. w. be* 

zodmen urspriinglich nichts weniger als einen Ton. Plc^taen^ 

Terwandt mit platt = nka-rvg^ bedeutet sich au$dehnen^ aus^ 

hreiten^ daher auch aufgehn, aufbrechen, bersten^ angels, blat* 

Jan. Die Worzel ist pla und bedeutet schlagen, spalten, tren« 

Ben, ausbreiten u. s. w. 

Allerdings gibt es hie und da in den Sprachen Klangwfirler, die 
mechanischen oder bestialischen Tonen Susserlich nachgebildet sind, 
wie mkaien, qtmcken u. s. w., die aber desshalb auch nur einen 
pnz speciellen Gebrauch gestatten, indem ihrem Ursprunge ge^ 
miss die geistige Allgemefnheit ihnen abgeht. Im Hebriiischen 
aber kann ich auch nicht ein einziges Wort der Art entdecken. 
Was man mit einigem Schein dahinrechnen konnte, ging aus 
dem Missfenrtande iiber den Sitz der Wurzel hervor, die, ihres 



van vdmdtf. 

BildaagfikotiMiianten eDtblost, immet eine allgemeine YorsteU 
audriickt 

Nicht minder yerkehrt tind sowohl gegen die allgem 

Sprachphilofophie, als auch gegen die Geschichte der Spn 

entwicklung yerstossend, ist die Art, wie Hupfeld (Kunde 

Morgenl. IIL, 8. 894 if. IV. S. 139 if.) die Grundbedeutoii 

einer ausgebreiteten Wurzelfamiiie zu bestimmen socht Hup 

bedient sich des sehr passenden Ausdrucks : Anachauung, Gru 

anschauung. Aliein es ist nicht schwer zu zeigen^ dass die 

genommenen Grundbedeutungen nichts weniger als ivirkli 

AnschauuDgen sind. Es handeit sich urn die Erklaning von ^] 

wobei Hupfeld die Bedeutung der Wurzei Q^ so me die 

verwandten Nebenwnrzeln QT, Qf^j DIZ' DC/j DUl dahin 

atimmt, dass sie aSmmtlich yon der Anschautmg des geachl 

senen Mundes und der Hemmung seiner Verrichtungen a 

gehen^ Damit soil zugleich die ait die Stelle des geschlosse 

Mundes tretende Aeusserung der Nase^ als engern Nebenkai 

des Mundes, yerbunden gedacht werden, so dass 9,die Grund 

schauung in ihrer Ganzheit einen aus positiyem und negati^ 

Element gemischten Zustand darstellt,^^ und demnach die Hau 

bedeutungen in folgendes Schema sich zerlegen lassen: 

1) Aeuaaerwig durch die Naae bei geschlosaenem Mw 
— halhe Hemmung, 

a) sunachst hinsichtlich der SprachthStigkeit von dumpj 

NaaentSnen: summen, brummen u. s. w. 

b) dayon iibertragen auf geheimea Dehken; dann Denk 

Sinnen Qberhaupt 
t) geachloaaener Mund ohne Ableitung durch die Naae 
gSnzliche Unterdrfickung jeder Aeusserung. 

a) Sprachlosigkeit: stumm sein u. s. w. 

b) die dadurch angezeigte Besinnungslosigkeit, oder Denku 

fOhigkeit: stupere, erstaunt, dumm sein n. s. w. 



Vomdo. XXXVII 

ZnnSchst ist schon die Annahme einer gemischten Grand-' 

bedevtung: „SchIiessnng des Mundes nebst Aussendang des 

Aihems oder Ton^ durch die Nase^'' eine vdllig unzulfissige, 

vimI beniht, wie die ganze weitre Gliederang der Bedeutungeo 

lid leeren AbstraktioneD. Ist denn das etwa eine Anschanung, 

weon ich den Mund Jemandes geschlossen sehe und er dann 

nt&rlich durch die Nase Athem holt! Weil auch nicht eine 

Spar ton Geiat in dieaem mechanischen Akte, den jedes Thier 

80 gut wie der Mensch voUzieht, zu erblicken ist, so kann die 

Worterzeugung nicht davon ausgehen, und das todte und geist- 

iose Biid, was jenes Experiment der Muskein liefert, kann nur 

Mssbrauchlich eine Anschauung genannt werden. Die Grund- 

kdentung der Worzel Qf, Q^ u. s. w. ist yielmehr die der 

ZMammenziekung ^ ZuaammeMchUeasung , Verhindung tiber^ 

hm^ und diese aUgememe Bedeutung gibt ein wirkliches Bild 

fir die innere Anschanung^ indem sie sowohl fflr die verschie^ 

deasten Susseren ThStigkeiten passt, als auch ein Ausdruck fQr 

Gedankenverknupfung u. s. w* werden kann. Wie die einzelnen 

Ahleitungen sich daraus ergeben, ist unter den einzelnen Stimmen, 

iasbesondre und beispielsweise unter ^t}T '^* ^^ ^* nachzusehen. 

Wem a priori die Unrichtigkeit von Hupfelds Auffassung nicht 

idion einleuchtet, dem lasst sie auch ganz erfahrungsmassig sich 

darthun. Die angenommene Bedeutung des geachlossnen Mundes 

ltd des damit verbundenen^ediimpf/e/i Nasentana kann nam- 

£ch auch desshalb nicht die Grundbedeutnng einer Wurzel sein, 

Weil sie ganz nothwendig eine denominative Ahleitung wSre, 

wie jede besondre Thfitigkeit eines Gliedes oder Organs. So 

wird gebildet von Mund und Maul: nriinden, maiden; yon Nase: 

niiseln (d. i. durch die Nase, mit Nasentonen reden), nieaen^ die 

Uift durch die Nase stossen. Ebenso: augeln^ ziingeln, zahnen^ 

haaren, hauten, harnen ^ fuasen ^ knien u. dgl. 

An Huffelda Methode schliesst sich auch Dietrich in s. 



XXXYIII Yorrede. 

AbhandluDgefl fur semitischo Wortforschong 1844. Et fddt in 
dem, lias er ebenfalls Aoschaoung nenot, das geisiige Etenentf 
wodurch der Too allein zum Ausdruck des Gedankens BUg 
i¥erden konnte. Ich vemeise beispielsweise auf seioe Etymologie 
yon ^ny i^* 2^9 ivooach es bedeuteu soil: da» Ziehen emer 
Flussigkeit uher oder^ durch Trocknee , daher 1) ao8fiflie8M% 
2) saugeo, als Anziehen des FlQssigen, 3) mischeD, d. L dudh 
Ziehen lassen, M'ie mit Kalk, Leiin, Mortel geschieht, 4) d« 
sein, well das Siissmachen , besonders der Speisen, dardi Ai- 
mischung geschieht u. s. w. Ygl. dagegen meine Erklfimng ii 
Wwb. S. 368 ff. 

Schon darin fehit Dietrich hSofigi vrie Hupfeldy dui 
er nicht eine einfache Grundbedeutung annimmt IV ir habea 
nach ihin z. B. in ^HV eigentlich Tier Vorstellnngeny nimlkk 
a) die des Ziehens, b) die einer FlOssigkeit, c) die der Ridi« 
tang, \i'elche das Ziehen nimmt und endlich d) die VorsteUmg 
des Trocknen. Ebenso, um noch ein Beispiel eq geben, soil 
TftJ^ bedeuten: Tyaeaer anziehen^ was gleichfails schon eine 
gemischte Vorstellung gibt. Die iveitere Ableitung dieses Stan- 
mes beruht sodann auf leblosen Abstraktionen. An die Bedev- 
tung: fVasaer anziehen^ soli sich die schliessen: aufschosseo, 
Wasserranken treiben^ nachwachsen^ von neucn SchSsslingen. An 
letztere Uebertragung werden noch folgende angereiht: 1) nach 
etwas Anderem kommen, 2) anetaU^ an die Stelle eines Andeni 
setzen (Hif.), 3) verdorhen sein^ eig. einen (schlechten) fiach- 
geschmack haben. VgK dagegen die Ableitung iin Wwb. 316 f. — 
Um die wirkliche Grundbedeutung einer Wurzel zu finden, is! 
folgende Thatsache sehr wichtig. 

2) Die Grundanschauung und Grundhedeuiung einer 
Wurzel haftet im Semitischen wesentlich an dem Schlwts- 
honaonanten. 

Zum Voraus muss ich n&mlich bemerken, dass keine Wur- 



Vomd«. XXXIX 

9tl aas zwei Lanten decselben Organs bestehen kann. Wo sich 
denDOch solche scheinbare Wurzeln findeo, sind sie immer durcb 
Verdopplang und spfitere Zasammenziehnng entotanden, wia 

T] S. 604 f. pn, ppn» niD «• «20f. Perner nne^'. TS 

a. 8. w. S. 600. Somit sind alle wahrhaflen Warzeln aus zwei 
Konaonanten von zwei verschiedenen Organen zusammengeseizC, 
wie das Verzeichniss S, 747 f. zeigt, wobei jedesmal der End- 
laat der eigentliche Trftger der BedeutoDg ist Die Richiigkeit 
dieses Satzes babe ich darch die mannigfachste Beobachtung 
bestitigt gefooden und will ihn hier in der Kftrze zu zeigea 
racheo. Am einleochiendsten ist die Thatsache zanichst ao 
Woreeln, die auf einen lAppenlaut enden. Diese gehen sSmmi- 
lich, ohne Rficksicht auf den ersten Konsonanten, von der Vor- 
stellang der Zusammenziehung^ Zusammenfugung, Verehigung 
a. s. w. aus, mit vielfachen, leichtverstfindlichen Uebertragungen. 
Man vergleiche in dieser Beziehung die Wurzeln Qn, DI3' D^' 
tJW «. s, w. QJ^, Q{^t', QtJ; Q^, Q*^, pj so wie die ver- 
mndten Neben wurzeln S. 748, o. Abgeleitet ist in einigen 
Wirzeln auf ji und h die Bedeutung: siosaeny schlagen, eig. 
ftst zusammenbringen = eusammmenstossen u. s. w. \g\. R^, 
^ • Im Einzelnen ,mu6S ich hier auf die Ableitungen ini Buche 
selbst verweisen. 

Ebenso entschieden gehen die Wurzeln mit schliessenden 
Zakn- und Zungenlauten^ wie '^, f^^, f^"^, pj^^ f^J, f^Q, 
ZfD? nS ^' ^' ^* ^^^ der Vorstellung der Scheidung^ Spaltung 
and Trermung aus, wobei eine hMufige, scheinbar entgegenge- 
seCzte Uebertragung, die des Hemmena und Festmachens ist, die 
rich aber einfach daraus ergibt, dass die Trehnung als eine Ab« 
trennang und Absperrung angeschaut werden kann. Hieher ge- 
hSrt das ganze Verzeichniss S. 747, 6. Daran jeihen sich mit 
ihalicher Grandbedeutung und Uebertragung die Wurzeln, welche 
aaf UquUkUen enden. 



XL V 



Eine dritte g ra gBc Familie bildea endlidi die Wi 
schliessenden Kehl- und Gatimenlaaien and bezeidbiica iai aH- 
gemeiosten Sion eio Dicki- nod Featmachen, (pSfj ?|0* pf) 
dahcr anch ein festes Beriihren, siossen, schlageUf zerwtUmgm 
(H^, n^, p/i pj) oder allgemein: spaUen^ iremnem, amflS9em^ 

p3» p2f pO "• »• ^- i*- 747, a. 

Diese Grvodwurzela mil ihrer cbfachen Urbedeatang fc 
men im Allgemeineo anch im Indogeniiaiiiscbea saumntlidi 
Tor nnd entsprechen sich nicht selteo sogakt in abgelcxteles Be- 
deulnogeo* Die Zabl dieser einfacbeo, nicbl weiler anfznlefieedca 
ElemenUrwnrzeln, belragt im Hebraiscben elwa 24, wonns sidk 
daon ZHoachsl 290 Xebenwnrzebi and weiler dnrcb Flexioo Babe 
an 1600 PerfekUlamme gebildel baben. Selbsl der iibermcbe 
Sprachsalz des Arabiscben gebl Ton dieser einfacben Grandlaige 
aas* Nar be&ilzl er ibeils die dorcb Licken in dem Veneicb- 
nisse angedealelen Nebenwnnebi yollslandig, ibeils kooale «r 
darcb die grossere Anzabl seiner Keb!- and Ganmen- so wie 
sriner 2^n* nod Zangenlanle sowobi die Xebenwarzela ^ ak 
aacb die Perfeklslimme mil ibrea Ableilangen am ein Bedea* 
lendcs rermebren^ Bnen abniicb kleinen and einfacben Aafaag 
baben unslreilig alle Spracben gebabt Selbsl der Tollcodelsle 
Spracbbaa, der indogermanbcbe, darfte nicbl ¥iel fiber 30 — 40 
eigenllicbe Elemenlarwarzeln besilzen. Dieselbe Einfacbbeil mass 
aacb nalnrgemass die nranfangKcbe Anscbaanngs- and Denkweise 
der Menscbbeil gebabi baben. Das Semiliscbe bezeagt dies 
nocb gescbicbllicb , wie keine andre Spracbe, indem der ganze 
Volksslamm sicb eigenllicb nie iber den Slandpunki der an- 
scbanenden Vemanft erbob and somil dem erslen x\nfange Tiel 
naber blieb, als der indogervianiscbe Slamm. WoUen wir nam- 
licb die Grandanscbaanngea «ler so eben aagegebenen cbei Warzel- 
grappen in ibre einfacbslen Elemeale aaflosen, so gebl nrspraag- 
licb die Spracbscbopfang nar Ton zwei Anscbaaaogen oder 



Vorrede. Xi| 

FoTstelloDgen aus, von der der Scheidung und Trennung nnd 

▼OD der der Verbindung, des Zusammenfaasens. Diese ein<- 

fachea Anschauungen bezeichnen nicht bios Sussere, fiionliche 

Th&tigkeiten , ein raumliches Trennen oder Verbinden^ sondera 

es hat sich in ihoen auch die Grundform des erwachenden Be- 

wusstaeins ausgedrlickt; denn alle Thatigkeiten des Geistes siad 

eotweder trennender oder verkniipfender Natun Eia solclies all-* 

gemein geistiges Element muss nothwendig jedem Wurzelworte 

Tom ersten Ursprunge an immanent gewesen sein, sonst wSre es 

todft und hStte niemals fDr einen weiterentwickelten Gedanken- 

nsdruck fahig wenlen kdnnen, wie schon oben bei der Theorie 

der SchaUnachahmuog kurz gezeigt worden. 

Es wDrde zu iveit fShren, nollte ich hier noch ein Bild 

eoiwerfen, wie die Sprache von den angegebenen zwei Radikal* 

«»chaaungen aus ihr wunderbares GebSude anfgefQhrt hat, wie 

die einfachsten Yorstellangen, z. B. die^der Bewegung, des 

Gehens, Fliessens u. s. w. doch ursprOnglich meisft yon der An* 

idiMung der Trennung (sich trennen = fortgehn) herzuleiten 

siod; wie die Thatigkeit der Sinne z. B. das Sehen theils als 

eioScheiden, Unterscheiden, theils als ein Festhalten, ein Fixiren 

tL 8. w. bezeichnet worden ist Den Nachweis habe ich in alien' 

einzelnen Fallen im Buche selbst zu geben mich bestrebt Nor 

das sei hier bemerkt, dass das Semitische diesen uranfanglichen 

Grand auch in der Form noch viel treuer, als irgend eine andre 

Sprache erkennen iSsst Denn jene Grundanschauungen sind 

oicht etwa von mir ersonnen und als Erkliirungsgrund den Wurzeln 

untergeschoben , sondern ich habe sie durch ZurDckfQhrung der 

Stiunme auf ihre sonst gesicherten Wurzeln noch iiberall wirk- 

lich Torgefunden. Ja in der Regel enthielt der eine oder der 

andre Dialekt auch in den Stammen noch die ursprQngliche 

Aoscbanung* Die Richtigkeit und Nothwendigkeit einer so all- 

gemeinen Gnmdaoschauung fDr alle Wurzelworter erhellt endlich 



XUI Vomde. 

auch au8 den oft tehr Tertchiedenen und sich gegenueiilg aus* 
achtiessenden Bedeutungen ein uad desaelbeo Stamms, und zwar 
nicht bios ia rerachiedenen Dialekten, ivie etwa HDt^' ^'^ ^^^ 
brftiachen wollen, willig sehiy iin Arabischen und Aethiopiachen 
dagegen: nifAt wollen, verabscheuen ^ bedeiitet, sondern nicht 
aelten hat auch derselbe Stamm in einein Dialekt so unvereinbar 
acheioende Bedeutangen, dass Geaenius u. A. in aolchen Fallen 
swei grundverschiedene Stamme mit ein und deraelben Form 
annehmen zu mfiaaen glauben« Ich kann dieaer Ansicht durchaus 
nicht beistiinmen und hoffe fiberall, wo noch Zweifel herrschten, 
den faktiachen Beweis gef&hrt zu haben, daa$ dieselben drei 
Stammhuchatahen auch stets van ein und derselben Grundan^ 
$chauung au9gehen> Entgegengesetzte Bedeutuogen einea Stain- 
meSy wie wollen und nicht wollen y konnen nur in einer dritten, 
allgemeineren Bedeutung ihren Grund haben, und dieae ivird 
aich im AUgemeinen leicht entdecken lassen, sobald man fiber 
den Sitz der eigeptlichen Wurzel im Reinen iat Oem raflek* 
tirenden Yerstande freilich mOssen solche Gegensatze^ dereo 
b<(hcrer Zusammenhang nur die lebendige Anachaunng zu er« 
blicken vermag, unvereinbar erscheinen. Indess gehdrt dies eigent* 
lich schon zum Folgenden^ wo fiber die Stammbedeutung zu 
handein ist. 

3) Der verdoppeUe Wurselkansonanfj der die Stamme 
Jnldety hoi nur eine Flexionabedeutung^ und zwar dicj den 
Perfehthegriff auszudrUcken. — Diesen Satz wird man leicht 
BUgeben bei einfach reduplicirten Stammen oder Urstammen, wie 
J?i'?4^« (dadaka) tnoidit^ advenit, venit ; amhar. 4^ 4^ A I (^o* 
hala) (H^xity eig. rosten, schmoren, ein Stamm, der im Aethiop. 
nod Hebr. hinteoverdoppelt und erweicht H/p l^utet (statt 
\)/p^ ^^° ^^^ Wurzel kali Auch da, wo der Gleichlaut, wie 
in dem letzten Beiapiele, nach einem ciiphonischen Gesetze, das 
im Hebrfiischen nur wenige Ausnahmen leidet, aufgehoben ist, 



V«rred«. \L1II 

wird man den obigen Satz wohl gelten lassen, wahrend es dar* 

gtgen ficheinen kdnnte, alsob in den at^geleiteten PerfektstSmnien 

der nmgewandette Konsonant einen Einfluts auf die Wurzel- 

liedeatuag erhalten habe, insofern nUmlich mit dieser Lant-* 

vmwandhin^ auch meistentheils eine Modificirun^ der Grund* 

bedeniang Terbnnden ist. Allein dagegen tpricbt a) dass die 

Spraehe bei alien Verwandluogen des rednplicirten Lautea doch 

itets den Perfektbe griff desseiben feathfilt. Sie hatte ein leben* 

diges Bewusstaein fiber die Wnrzeibedentnug und indem ale dieae 

▼ermannigfaehte und fibertrug, liese aie zugleich die grammati- 

§che Bildnngaaiibe dea Perfekt, die eine rein formelle BedeH*^ 

tang hatte, in verwandte Laute Oberklingen. Die Worzel muaatfl 

geataigert werden, musate anachwellen, um die vollendete Hand* 

hmg ZQ bezeiclinen. Daa ganze Gewicht dieser Anachwellung 

biieb Dun anch in der Umwandlung ; ea wurde nar der Stoff 

dea Gewichta gewechaelti waa um ao leieliter ging, als map 

fiber dan Sitz der Wurzel nicht zweifelhaft aeia konnte. b) SoUte 

der verwandelte Konaonant dea Wurzelbegriff modificiren, ao 

kaante diea nur ala eine Art von Kompoaition aufgefaast wer- 

deo, wie aie daa Semitische nicht bilden kann. Gesemus acheint 

wirklif^ derartige Zuaammenaetznngen, ivie bei den Quadrilitern, 

aoziinehmeii. So aoU z. B. in V^ (= p^EJ = mD) die Be- 

daatang: treimen, breohen^ emhrechen^ reiasen u. a. w. nicht 

bloa darch die Stammailbe ^^, aondern auch durch V*^ aua« 

fedrBcfct aeio. Ueber aolche unmogliche ZwiUingageburten Tgl. 

8> 641 f. Daa letzte Beiapiel kann auaaerdem nur einen fliichti-- 

gea Beobachterj eine Weile tSuachen, indem die wenigaten Stamme 

lolche Kunatatiidie mit aich vornehmen lasaen. Der Stamm 

1^*^ z. B. bedeutet zusammenziehn^ zuaammenachliesaen^ von 

der Wurael ?p = Dp > wMhrend die Endsilbe Vj^ ala Verbal- 
warzel daa gerade Gegentheil bedeutet: spalten^ tretmen, zer* 
rtr^men n. a. w. Ebenao Terhait ea aich in den warzelTcr*-. 



UIT Tmto4cl 

wandten Stiflmen p3n» C^^» T^TI^ ^STIt ^ro«*«* DTI 
die gramnsaune W«nel ist, dcres GrvndbcdeHlaDg ivie in Us* 
scad ihnlicAen Filfea daitJi alle Stamme sach hindHrchzielit. 
Dis Wohllaatsg^esetz, dwrch Dissiaiilatioa dea Gleicfalast aafzu- 
hcbn, ist hirr Bar etwas weiler aasgedcluU, nor Yariirt, indem 
zaaachst der Zischlaaft in ^^^ den Gntlnral verlrill ud dann 
mh den DahTervandlen Liqaidaten r, I, u ivecfaselt Diese fliassi- 
got Lante bildcn uberfaaapt «lie meisten abgcldtelen Stamme 
wie bet den Qnadriliteni and haben keiae andre BesUmmaag^ 
ab dem Worte die ^horige Falle and Vollkommenheil des 
P^cktbegriffs za gebea oder za erlialten. £in einziger Stamm 
fciaatr nidit seltea die Bedealangen ganzer Slammreihen aodi 
aHeia darstellca, wie z. B. p]3n ^^"^ Dm nssunmeaziehay za* 
auBBMabssea, PL amfassea, aaianneB; Q^^ '■^^Buneazidia, 
biadea, ambifldeB, ^3^ zasaauneabinden, /^H neamaieBzidiB, 
biadea a. a. w. Dieser letzte Slanim hat dann allerdiaga, wie 
grwoiiBlich, aach die am meisten abgeleiteten Bedeatai^npB, die 
flicfa aber alle der GraBdanschaaang sehr einfacfa ansefatiessea ; 
a. S. 263. Allmihiig wardea sodann diese Stamme fir be* 
atimmtere UebertragBBgen fixirt, babea aber gerade w^vii ihrer 
arspriaglidi allgemeiaea Bedeatang sehr oft in den Tersrhiede* 
Bea Dblektea so ganz Terscfaiedeae Anweadangen aad Ueber- 
Iragangen erhaltea. Darch dea Wechsd der FlexioBSsilbeB arerdea 
also aar aasserlich die abgeleitetea Perfektstamme antn«chieden 
aad said desshalb ia Beziehaag aaf eiae Modificiraag der War* 
zelbedeataag darcfaaas aicht aiit deB zasamaiengesetzten Yerben 
BB ladogennanisdieB za Tei^eidiea. Es eatgeht dem semiti* 
achea SpradiTennogeB hierdarch die philosophische Scharfe des 
Aasdracks. iadem Anscfaaaaag and Phanlasie ersetzen mass* was 
daiA bcgrifflicfae Formen angedeatet srin sollte. Sie konnea 
mcht zwci Begriffe za riaer hohern Einheit aaeh ia der Wort* 
fioni eag Terbiadea; sie braachea far jcde Vorstdlaag, far jedea 



Vomili. XLV 

htgiiS ein tignes, einfaches Gnindwort, und das zeugt, wie schon 
bemerkt irorden, von ursprfiDglichem Mangel an philosophischea 
Anlagen. Zugleich war hiermit der Sprache die Fahigkeit zu 
immer neuen Wortbildangen durch Kompositioo, vorin das In- 
dogermaoische eine gewisse Unendlichkeit besitzt, benommen. 
Sie war beschrfinkt auf die erste AusprfigiiDg und Schopfoog 
ihres Sprachschaises, der Susserlich allerdiogs einen sehr bedea- 
tendeo Umfang hat. 

4) fVie das Verhutn noch hnmer die Seele des Salzes 

ht^ so muss es auch der urspiiaiglichste Redetheil hei der 

Spracherzeugung gewesen sein. Es giebt heme ursprungr 

lichen Substantive oder Nominulwurzeln. — Schon psycholo* 

gisch Idsst sich nur auf diese Art die Eotstehuug der Sprache 

deoken. Sie ist nrspriinglich ein Akt des Setzens^ eine innere 

Thitigkeit, die eben als solche nur durch ein Thatwortj durch 

m^ Verbum ausgedr&ckt werden kann, so dass man auch in die* 

ser Beziehung sagen muss: ^^im Anfang war die That^^ Das 

Nomen, als ein ruhendes, einfaches Sein oder als eiu Gesetztes, 

iut nothwendig die Thatigkeit des Setzens oder die Verbalbil-- 

doog za seiner Vorausseizuug. Das Semitische liefert den voll* 

rtaadigsten historischen Beweis fQr diese Annahme, indem fast 

ille Nomina einmal von der dreikonsonantischen Perfektform aus* 

gehen und sodann auch der Bedeutung nach ihren Ursprung aus 

dem Verbum als Pariicipia, Infinitive u. s. w. ganz unzweiden- 

tig darthun. Ausserdem ist gerade nach einer sehr sinnigen und 

richtigen Anschanung der frfihsten Menschheit alles selbstthatig 

io der Natur, sodass die Namen der Elemente, der Thiere, Pflanr 

zea, Glieder, Sinne u. s. w. meist eine lebendige Eigenschaft 

lis Thitigkeitsiusserung bezeichnen und daher ihren Ursprung 

oar Ton einem Verbum haben konnen. Es verrSth einen tiefen 

•od echt philosophischen Sprachsinn, dass schon die indischea 

Grammatiker aUe Wfirter der Sprache^ selbst die Pronomiua, auf 



Verbalwttrzeln znr&ckfQhreii, wenn g^eich Letsteres fklsch kt 
Es gibt n^mlich neben den Verbalwurzein urspr&iiglich noch 
eioe sweite Klasse von Wurzelwortemj welche die Knft tmt- 
lialten, die Vorstellungen der Thatigkeit dem Raum and daiul 
•nch der Zeil nach zu begrSnzen, zu fixiren, sod schon hienuieh 
kein selbstladiges Leben habea d. h, nicht ohne die Verba oder 
Thatw5rter denkbar siod. Sie gleichen gewissermassen nor dem 
Punkte, der eine Linie trennt und theilt Man kann sie Demon^ 
9traiiv- oder Deuteumrzeln nennen. Der Gnindlaut mit solcher 
llinweisenden Kraft isl in fast alien Sprachen tOy wechseind mit 
Iff und na ; sodann ha, pa = mcu Es sind dies die Gmndlagen 
fUr alle Pronomina u. s. w, Mit Unrecht aber hat man nener- 
dings noch eine dritte Art von Wurzein, ItUerjehtionalwurzeln 
angenommen. Solche Empfindungslaute yaxe ah! o! ha! a. 8. w. 
irind mehr mechanische LuftausstOFsangen, die nnwillkQrlich beim 
Grahnen wie beim Seufzen den Lungcm entfahren und nicht in 
das vemunflige Sprachgebiet gehoren, wesshalb derselbe Lant 
das Verschiedenste, nie Leid und Freud, symbolisiren kann. 
Es sind ^resentlich thierische T4ne; denn die Sprache der Thiere 
besteht nur aus Inteijektionen. Es lag ausser meinem Plane und 
schien auch ureniger nothig^ diese letztgenannten beiden Bestand- 
theile der Sprache hier mit abzuhandeln. Dafiir habe ich be! 
der Untersuchung des lebendigen Kerns, bei den Verbalbildun- 
gen im AUgemeinen mehr gegeben, als der Titel des Bnchs 
Terspricht. Gerade die schwierigsten Worter, Hapaxlegomena 
k. s. w. habe ich mit Vorliebe behandelt and bin dadnrch oft 
tief in exegetische, kritische und grammatische ErSrterungen 
hineingerathen* Ausserdem f&hrte die Entwicklung der rerschie- 
denen Bedeutungen eines Wortes nicht selten yon seibst auf die 
Eigenthiimlichkeit der hebrfiischen Weltanschauung, aus der sich 
Wichtige Winke f&r religiose und ethische Auffassungen ergaben. 
idi Terweise als BeiqpieL nur auf den Namen Jah»e & )0 f^ 



Vomi: XLVn 

a 

Mif die ansffthrlichen Aiiikel Iber die Beschneidnng^ imtel* ffVl^ 
iber das Pa^sah und die ungesauerten Brade^ fiber die Serafi^ 

Iber CnK» nDy> pTS ^^^ hmndert andere. 

Vieles Einzelne, urodurch ich WSrterbuch und Grammatik 
la f&rdern snchte, kaon ich hier nichi Aveiter nambaft macheik 
Icb muss fiberhaapi an meinen Leeer, der mich beurtheilen ^iU^ 
die harte ADforderani^ stellen^ mein Bvch ganz kennen an ler- 
Dea, Nur zweierlei iiill ich noch kurz bemerken; eininal, vfie 
sich aus den hier nachgewiesenen Bildungsgesetzen die Will- 
kur, womit man gewohnlich die Laute verwandter und nichi 
rerwandter StSmme durcheinandeni^irft nnd versetzt, von selbst 
er;g;ibt. Ich habe diese Unart, die bis in die nenesten Grammatiken 
reicht, mehrfach zuriickweisen mussen, Eigentliche und auch scheiiH 
bire Verseizungen von Buchstaben erfolgen in der lebendigeaSprach** 
eotwicklung nur organisch, vgL z. B. S. 611 f. und bei den Quadra 
riiilem S. 661. 687 f. 691 f., namentlich des Wohllauts wegem 
Bei Fremdwortern dagegen, nie Doltnetsch S. 667 u. a. erklirt 
nch eine theilweise Umstellung, nm das Wort zu nationalisiren 
Hid mundrecht zn machen^ schon leichter. Aber das hebraiscfae 
Py z;. B. ist so wenig mit dem arabischen mjo verwandt, ali 
etwa das deutsche gut sich uuigesetzt als tug in Tug^end uod 
tttugen findet, oder Kerb verwandt ist mit dem umgekehrten 
hrek^en = brechen, oder Stamm = Mats, Mast; Marh^ die 
weiche Masse := Kram; Reiz = Zier n. dgl. m. Es ivird 
sich alier gesunde Sprachsinn gegen soIcheUmdrehungen strSuben 
nod sie als Spielerei betrachten. Jenes mjq geht zwar von, der- 
selben Vorstellung der Verblndung aus, hat diese aber nicht 
^on Oy eutlehnt, sondern aus seinen eignen Wurzellauten Ober- 
tragen und ist verwandt mit A4AJ0 zuaammenbringen , miachett^ 

L^ BegleiteTj Reiaegenoss; s. S. 485. 

Sodann stehe hier noch in Beziehung auf die semitischen 
Verbalwurzeln die Bemerkung, dass sie nach der jetsigen Bildung 



XLVIII Vorred*. 

des reduplicirten Perfekt za urtheilen^ sMmmtlich mit einem em* 
zigen Vokaly mit einem kurzen, von zwei Konsonanten einge- 
schlossenen a gesprochen warden. Diese ursprungliehe Form des 
Perfekt mit a erhielt daher von selbst auch die aktive nnd Iran- 
6itive Gmndbedeutang, wahrend das intransitive Verbum durch 
die bedeutsame Flexionssilbe u = o oder i = e, wie S. XXIV f. 
gezeigt ivorden, ausgedrikt wird. Es kann daher kein urspriing- 
liches Intransitivum geben. Ein Stamm z. B. wie |^n abge- 

schnitten, abgekurzt = klein aein^ setzt ein Aktivum ?2^p voraus, 

welches in der allgemeinen Bedeutung: ahschneidtn^ ahhauen 
an den altem Stamm ^JJOp abhauen, niederhauen = iodten eng 

sich anschloss. Dass iibrigens manche hebraische Transitiva im 
Deutschen eine intransitive Bedeutung haben, ergibt sich aus 
der verschiedenen Anschauungsweise. 

Hiermit muss ich f&r dieses Mai eine Arbeit als fertig ent- 
lassen, zu deren wirkiicher VoUendung, wie ich wohl weiss, 
ein Menschenleben gehort. Ich werde desshalb alien hier be- 
handelten Gegenstfinden auch ferner mit Lust und Liebe mich 
hingeben und hoffe, durch gr&ndliches Urtheil von Freund und 
Feind in diesem Streben gefordert zu werden. 

Tubingen, am 17. August 1845. 

E* Uleler* 



EIMIJBITIJMCL 

VdMr die BlldiuiS der hebrftlsdien Vc rha l- 

stftnune* 

f. f. 

Als HaDpteig^eDtfaumlicbkeiten des semitfaicheD Sprachstaaimes 
kat man. langst mit Recht zwei auffallende Erscheinoogen bervorge- 
iMbeo, e rate 8, dass nur an den Konsonanten, nicht, wie tn dea 
Staskrit - Sprachen anch an den Vokalen der Orundbegriff einer Wnr- 
zdhaftet, nnd zweitena, daas Jeder Wortstamm in seiner jetaf gen 
ittgeblldeten Gestalft durchscbnittlicb aus wenigstena drei konaonan- 
tiidien Lanten beatehen muaa, wodurch die aogenaonte Wnnel in 
AnMaehen und Aethlopiacben dreiailbig (Kaiala)^ im HebriiaclieB 
zweirilbig (Ratal) und Im Aramaiachen einailhig wird (Ktol). — Die 
ente Eigenthumlichkeit dea Semltlachen , der vdllige Mangel an 
Wnrzelvokalen , acheiut leichter beg^eifllch , obwohl er auf keinem 
indern Sprachgebiete In der Art aich nachweiaen laaat Ea acheint 
wenlgatena deni einfacben Gange der Sprache ganz angemeaaen , daaa 
'er Vokal, ala der lebendlge, aeelenhafte Hauch die mehr atarren 
lod korperlichen Konaonanten belebt, beleuchtet und treibt, ao daaa 
er Dor die veracbiedenen ModiOkationen nnd Beziehungen der Grund- 
^;riffe auadruekl, oder der atarren Form nur die beaondre Farbnng 
lad Bewegnng verlelht. Der Vokal lat glelchaam daa weibliehe, 
der Konaonant daa mannliche Princlp der Spracherzeogung. 
VFenn belde im Indugermaniachen zur schonsten, wohllautendaten 
Harmonie aich dnrchdmngen haben, ao hat daa Semitiacbe dagegen 
in seiner Lautblldung einen vorherrachend mannlichen Charakter. Diea 

■citr*! Ii«br. Wnnel wftrt«»rbiicli. 1 



2 Bildnng der hebraischen 

beg^eift man, wie gesagt, schon leichter. Allein weit schwerer und 
merkwurdiger ist das zweite Gesetz, dass der Worzelstamm im All- 
gemeinen aas drei Konsonanten bestehen muss , innerhalb deren sich 
dann die einfachsten Verbal- und Nominal- Bildungen bewegen. Das 
Semltische schelnt slch hlerdurch von alien iibrigen , namentllcb den 
indogermanischen Sprachen total zu unterscheiden , indem hier in den 
Wnrzeln das Gesetz der Einsilbigkelt herrscht, so dass schon ein 
blosser Vokai , z. B. in Skr. wrim in Ko|it; 4m achneidende und schel- 
dende i=irej i-tnus*') den Wnrzelbegriff voDstandig ausdriickt, efne 
Blldung, die frellich im Semitischen nicht moglich ware. 

Beide ElgendiuiBllelikeiten stehen offenbar in naher Wechsel- 
wirkung zu einander. Nametitlfch fuhrte der Umfang von drelkon- 
sonantlschen Stammen von selbst z« einem grossem Reichthum der 
Vokale, um so durch innere Bildung die grammatischen Beziehnngen 
und die manaichfacheB Formbedeutvngen bervortreten zo ianen. Allein 
4er letzte Omad dieaer Ersckeiniing ist damlt kelneswega erklift 
fioviel aber lenehtet ein, daas die vokalreichere Ansspraehe, aowie 
die Blldaog dnrcb blosaen VokalwechscI erst dnreh die Mebrsllbigkelt 
henrorgenifen wnrde, aiid dass niebt das umgekebrte Verhaltniss statt' 
fiaden konate. Ueberhanpt enthielt nnd enthalt der Konsoaant die 
eigentliche Gmndbedeutiiag, die Substanz des Wortes, welche ab* 
daan dnreh Vokalwechael aofa mannigfachste slch modificiren llaat 
Natiirlich aber konnte ein Konsonant nie ohne Vokal gesprocben wer- 
den. Auch die wnspranglich einfachen und einsilbigen Wnrzeln batten 



*) Diesem Charakler def I-Lantas f emlis drtcirt es im HebTiifchen, iadea 

es Bwifcbeo die alle Plimleiiduiia iHw tich eiadrftaft, den Daal, das la awoi 

Hilften gespaltene iaante aaa. Denn der Dual ist immer erst ein apecieller Plural, 

der darch eine neae Bildung sich absondert, und nicht etwa eine Einheit, aondera 

eine Mehrbeit spaltet nnd specialisirt. Im Sanskrit z. B. wird der Dual ebenfaHs 

dareh das mit i verwandte ir, wechseind mit i CfffO Rebildet, indem es dem 

gewObnlieiien « des Plural sich aabingi, so dass an. enlsprechend dem Griedii* 

schen ot, die herrsebeade Eaduag ist. (vgl. EwmU hebr. Gr. $. SOS.) Aus dem 

trenneaden Laule dieses Tokals wird es leicht erkiirlich, wie er ttberhaopt die 

Bewegnng nnd so das Gehen ohae weitern Znsatz ausdrdcken konnte. Im Hebriiscben 

heisst er wegen seines scharfen schwirrenden Klanges desshalb sehr bezeichnend 

• ^ 
TTf\ d. i. Riss. nacb dem arabiscben gr-^^ Brnrh. 




V«rbalfttaint. 6 

offeobar eiiiep fcun&en Vokal, aber nur einen aUgeoieioeii oder eipep 

Drvokal, a]a welcben wir wobi den pacbsten uDbestiinniten A-Lant 

moehineii diirfeu. Hier jedoch haban wir ea suinacbat mit der yorlie- ' 

gendeii fertigen Form von drei Stammbuchstaben zu tbun, v/o dar be^ 

attminte Yokallaut nur die Aufgabe bat, die vertcbiadenen BeziabQa<' 

geo an^ndeuten, Ea fragt sicb deaahalb vor Allenp: wie kam dar 

iprachbUdende Geist der Semitep za depi aeltsamen und nit atanrer 

(^onaequenz dprchgefufartea Ban vop dreikopaopantiacheq Wortattai* 

men, einem Bau, der so viel Hemmendes zu haben qnd tor dar 

oaturlichea Bahp der SprachentwidUung so aehr abzuweichen adieint, 

<Us8 map ibn leicbt fur willkui'liehen Eigensipo erklareo mochtey wens 

ivir la dieaer Scbopfung nicbt die That eiper boebbegabteo Nattaa av- 

uerkenoeo batten, und wenn iiberhappt bei efnem ao regelnaaaig 

aofgefobrtep Bau nur im Entfemteaten an Zufall und Willkiir dea £lp* 

leben gedacbt werden diirfte. Die Spracbaehopfpng iat die Geaammt^ 

that eiper Nation. Schop desahalb niuaa ea einen tiefera Grund far 

jeie Eracbeinang geben und den zu eatwickeln und darwlegea baba 

idi is Folgenden mir zur Aufgabe gemacbt 

Die Tbataacbe, daaa die jetzigen dreibucliatablg^u Stiunm« akbt 

derilteatep Bildung angeboren, aondern wie ea in alien Spracbea 

seboa a fMrwri anzunebmen ist, ana urapriinglicb einBiibigea Waiw 

leb bervorgewacbaen sind, bezengen nicbt aur einige der froiiataa 

mid einfacliaten Moninalbiidungen , wie :^ Vater, Dtj Mutteri rtt) 

Brnder^ DQ Schwiegervater^ X Hand, y] Berg, a; Maar, 

I. a. w.^ Worter, die zwar apater meiat jener, vop dar hfrraebepdaa 

FtfbalfoTiD abgeleiteten , NoaUnalbildpng in der Ftexiaa pptarworfaa 

riody in ibram Urapmnge aber unatreitig einailbig wareP} icb aagatt 

lidit aar bierana gebt ea b^rvor^ aondern aucb aua ebiar gaaaaaffa 

Betracbtuag der yoUepdeten Wnrzelatamaie aelbat Namentlich ar- 

kennt map • ia deo atarken Steigerupgaatammen 9 welcbe die gaaaa 

Warzel wiederbolen, die naturiicbe Einjsilbigkeit der Wurzal; abeuaa 

an den im Arabiacbeu nod Aetbiopischeu baufigaa Auadriiiteniy 

fo'^, Juju, 3^y^^^, itbipp. MiMi: =s?r?p, I-"!**: 

sich dehnen, neigen — zur Seite, daher waakaa, aebwanken* 



4 Bitdung der hebriischen 

Ferner an Stamneu , wie As = Dj^ die sieher nicht aas Dtp etwa zn- 
sammengezogen sind. Dieae Thatsache ist von Knndigea laagst zii- 
geslaodeD. Es afnd desahalb aach bereits, namentlich im Hebraischea, 
Tielfache Yeranche gemacht, die zweisilbigen Stamme auf Ibre efai- 
alibi^n WmrzelD znriickznfiihren. Allein ao lange daa eigenthamlicbe 
iMncip dieaea Wortbaas nlcht {(^efanden war, mnasten dieae Verauche 
prrdBateatheila ebea nur Veraache bleiben, and ea wird too selbat 
aialaoehteoi daaa ea ohne bedeateade Miaagriffe dabei aicbt zv- 
gehea koante. 

Hiermift hangt ein anderer Ponkt aafa innigate znaammen. Ea iaC 
ebeafalla langal anerkannt, daaa die Urelemente dea Semitiachen m\t 
dea iadogerananiachen Sprachwurzeln Terwandt, oder vielmehr gleich- 
artlg aiod. Allein dieae Verwandtachaft wird erat dadurch wahr nad 
wirklich , daaa man die zweiailbig;ea Stamme aoC ibre einfacben, efai- 
ailblgen Urelemente znrnckleltet nnd ao zv einem Qnellpunkte hinaaf- 
steigt, in welchem die spater Tielfacb aich trennenden V5lker vol 
Sprachen aar Eine groaae Allgemeinheit bildeten and ala beaiHidre 
Sprach- und Volka-lndividnen noch nicbt exiatirten. Dieaer letzte 
Gmndaatz hat aich biaher keineswega einer allgemeinen Zoadnimaag 
za erfrenen gebabt la der Praxia wenigatena iat vielfach ancfa Toa 
a aa a t beaeanenea Forachem dagegen geaundigt; namentlich wird aich 
apiter zeigen , daaa aelbat bei Gesemms , der ebeafalla zwar principloa, 
aber doeh aoch minder willkfirlich und gewaltaam , ala andre Gelehr- 
tea Ae Saaakrit- Sprachen Terglichen hat, dennoch kanm rai Yiertel 
den Tergiieheaea Sprachgnta ab echt nad wirklich Tcrwaadt aich be- 
wifvea wird and daaa mithia die Verwaadtaefaaft beider Spraeliatuiaiie 
eiae weaeatKch aadre iat, ala Aeaer am daa Hebraiaebe aoaat ao rer- 
dteate Foraeher aich TorateHte. Der GrandfeUer liegt beaoadera daiia, 
daaa er hebriiacbe Verba, dBe ihrer jetzigen eiafaehalea Bttdaag aadi 
f t gea tK cW Perfekta, alao keiae Warzein alad, mit einer Wvrzel 
dea i adage rmnaiarbra SpradwtamanzaaamnMastellte. ohae die aacbate 
Frage aaeh dem Sitae der Warzel im Hebraiachen aa<A aar eiaaMl 
aafgcworfea, wie jM weaker aie geloat aad ao fieae aehaame Er- 
acheiavag aaf eia B Udaagag esetz zarickgefahrt za kabea. Aa dieaem 
Mangel leidea ibrigeaa alb birtifrigfa YergleichaBga- aad AUdbniga- 



mnaseo wir uns al«o daruber veratandigen , daas reioe 
Wuncln ab solcbe im Spracbachatase dea Semitiacheo eigfentlioh 
f;ar nicht mehr, oder docb nur hochat efnzeln noch vorkommen. Sie 
siod uberall acbon vou der Bildong durcb Yokalwechael erg;riffen und 
stellen entweder eioen Begriff ala Akt, ala Tbat, wirkend and 
werdend, oderals ruhendea, in aicb zuaammengeachloaaenes Sein 
dar, d. b. ale sind entweder Verba oder Nomina, alao anagebildete 
Stamme. Nor einige Partikein sind ana der alteaten Zeit gleicbaam 
ala versteinerte Wurzein erbalten. Sonst iat die Wurzel nberall eine 
mehr ideale, die zwar die Grundlage bildet und die mannig^aebsten 
Stamme ana aicb bervorg;etrieben bat, die aber desabalb anch nar 
durcb Anfloaung der Stamme selbat in ibrem nackten Urapmnge wle- 
itr erkannt werden kann. 

Die folgende Daratellung wird ea beatatigen, waa man aucb aonat 
lehr einlencbtend dargetban bat, daaa aowobl dem Begriffe, ala der 
Geacbicbte nacb die Bildnng dea Yerbnm alter aei , als die dea Nomen. 
Ein Sein, wie es ancb gefasat und bestimmt aein mag, iat uberall nur 
lb Produkt der Tbat zu begreifen, und so setzt die Bildnng dea Nomen 
■othwendig die dea Verbum voraus. 

Die alteate und einfacbste organiaebe Form nun, zu welcber aicb 
fe Verbalwurzein, die una liier zumeist beacbaftigen aoilen, aua ihrer 
nhtanzartigen , unbeatimmteu Allgemeinbeit herauageataltet baben, 
iit bekanntlicb daa Perfektum, eine Bildnng, die bia inahocbate Alter- 
&■■ hinaufreicben muss und die Grtindlage vieler andern Formatlonen 
geworden IsL Aucb in andern alten Sprachen, z. B. im Sanakrit, Iat 
iu Perfektum eine bocbst aitertbiimliehe , aelbstandlge Form, die 
diefla darcb ibren einfacben Ban, tbeila durcb den Mangel an Personal- 
eidoogen In der era ten und dritten Peraon dea Singular, wic nock 
in Gothiacben, ibr bobea Alter beurkundet and offenbare Analogies 
mit dem Semitiacben darbietet, zunacbst die, dasa aucb liier die diitte 
Person dea Singular nocb obne Peraonalbezeicbnung geblieben iat. 

Daa eigentlicbe Wesen dea Perfektum bestebt nun aber im Sanakrit, 
wie im Gotbiachen, im Griecbiscben und Lateiniscbcn in der Redupli- 
kation der Wurzelailbe, z. B. Skr. fun = debnen, Perf. tatdna icb 
Oder erdehnte. Ebenso ysy^aifa, rerfv/a, cecidi, cucurri. momardi 
n.s.w. Golb. skaiskmd icb scbled, hdihdit bless, ataistant stiess. 



6 Bildaaf iM* li«frriifclie« 

MiM sale «. 8. w. Wttl fluui die Zeit dttrch eine Lkile tOth wnteWg 
m^fshtm and ^uMiek He ZettmiCenidifede beseiclmeB , so wirfc elii 
Ptaikt is der Mitte die Oegeawatt andeatea and Allea , waa voa dle- 
aeai Staodpaukte aaa aaeh vorakin aich debnt, ware die Zokaafl, ADes 
dagegea, was ruckw&rta lie^, die Vergang^eahfft. Dies Bild wird 
das Weaea der Redaplikatimi ini Perfekt vorlitifi^ zar Anseliaaaav bria- 
gea. Die Warzel dekat sick aanlicb anr Beseicbnang des Perfekt 
fWckaaai la die Vergaa^renkeit zarack nad slellt darcb diesea Aas« 
waeka, darck diese Gegeastaadlicbkelt three eignen, eiafaebea Be- 
gtMb aekr aasckaulfeh dder weaa maa will symboltoch das kdkere 
Alter, das Gewordeaada, also die Volleadang dar, wie die Riage aai 
fltaaiM eiaea Baaaiea oder am Horn eines Stieres das Alter desaefbea 
aiektiiar benrortretea lassen. Der Begriff der Warael Ist sleh aelbst 
gewtaaer aiaasea objektir gewordea, kt sieh gegeaalier getretea, iadem 
er sieb verdoppelt aad siek datas wieder fest ait sich selbst zaaaaiaieB^ 
gaacypssea bat , woait ebea dte Yergaageabeit als die positive aad 
objektiTe VoUeadaag eiaer Haunllang sebr aaturGch bezeicbaet iat 

StatI der gaazea Warzel wird aber im Sanskrit , am kierbel 2a«- 
aaekst steha za bleiben, nar der erste Warzellaat, oder voa twel 
aafiMgeadea Koaaoaantea der stirkere wiederboit, wie too 7^909 
Tfffpofcu Sadasn wird fiir eiaea Gattaral der entspreebeade Palatal 
ariederbolt, a. B. gmm gebea, Perf. g'mgiwmj and far eine Adsplrata 
die eatspredieade Tenals, dhij Perf. dadka, (n^fu) wie im Grieeh. 
i9«w> ri&vnay m^Qlipu a. a. w. Aebalicke Verwandhragea kommea, 
aber obae Koaseqaeaz, aacb im Hebraiscben vor. Nie jedocb iat der- 
aellie Laat \am anveraadert wiederholt worden. Ebiige scheia^ 
hare Aasaabmea siad spater za erklarea. Nnr das Aethloplsehe bat 
aaek Reste sekr alter Foraiea, dw der indogenaanisehen Blkhii^ 
aiber atebea. ^) Die redaplickte Silbe wird aodaaa im Saaskift wfe 



•) Day* g9hon X. B. das itkiap. PsrftkL MM^ I ▼•■ der Wartd M^ 
pn slosseBy dakcr aaf Jena ad fttossca, xafallif beg rf aca; aodaaa 

BBstassca, barallcs, (%^. iiS mecidii) dakcr J^Jif^^l Sloss » 
UafalL Feracr77/vl pmmi. Toa der Waimcl y A « TfL ijeL^ abbcasea, 
^^al^ L i. id. ^L^ siek abweadea vor Jeaaad. daker ei»lfliehes: \l* 
jiarackweicliea, fiialiaa. vfl. lOHI aataialira* farlwaaders, be> 



VerbnUtirame. 7 

Hi Griechischen imner verk&nt, so dass der Ton in der Reg;el auf die 
sweite Silbe f&IIt , in wekher der Wnnselvokal , wenn er knra war, 
rar ill wenigen F&llen nng;edebnt bleibt, oder aonat aetne ursprfing;- 
KelieLingpe belianptet, tatdnay ich dehnte nehen tatana. 

Idi hoffe im folg^enden anfa einlenehtendate zn zeigen , daaa auch 
im hebriUacbe PerfefLtom seinem Urspmnge naeh yon der RedupR- 
kation der Wnrzelsilbe anageht nnd darin mit dem Sanskrit und den 
aichst verwandten Sprachen znsammenfallt. Nur ist bier sogleich zu 
bemerken and uberslGhtlich anfznweisen, dass die Wiederholung und 
Anschwellung; der einfachen Wnrzelsilbe im Semitischen auf eine viel* 
iormigere Weise, als in jenen Spracben sicb gestaltet und dadureb 
dnen g;anz eigentbumlicben Cbarakter erbalten hat. Es kann n&mlieb 
TCfdoppelt werden : 

!• der ersf e Radlkal worn z. B. 73n > "TpH » DDH ' 



iMi den Wnrzein ^D ,Tp rDD- 



1- 



II« Klntoll^ entweder: 

a) derewte Radlkal, z. B. 0*10, 2^2^*' JJJ^ oder: 

b) der Bwelte Radlkal 9 z. B. y^H^ DTD y PH etc. 

11M« Ea kann ancb wie im Latein. so haufig die felilende Redupli- 
btion durcb eine ^okal¥ertitftrkllIIS, dnrch eine Art Guna- 

UUung ersetzt werden, z. B. u^y HDy HO* Vgl. lego^ legi^ 

atreo, mori, lavo, lavietc. Diese Verlfingernngen follen die Stelle 
kr Verdopplnng ans and entsprechen ganz der schon im Sanskrit be- 
gfmenden Debnnng' der Wurzelsiibe, z. B. mene icb meinte. Im Ail- 
gemeinen ist vorl&uiig nnr noch zu sagen, daas namentlich bei der 
enten wie bei der zweiten Bildnngsart die Spracbe den Gleieblant der 
KsBsonanten yom und binten aufzuheben suebt und dessbalb den wle- 



•oalers yod grosfen Mttssea. An die Bedeutung der Klacht schltessl sich sodonii 
Nhr einlbeli and hiafig die des Furchtfamen and Scbeuen, wie in dem 

vmeihaft Torwandten yifiL^' geiingftigi werden^ JLd^^ Angst. Ferner 

jNu^a fehlnipriieb flletien. fich fiirchten. Die Wurzel isi j^- ^ j vgl. 

^l^ r. i. eraclirecken = [y*^s Furcht bekommen. Dieier Stamm ent- 

^ -^ ^ 
fpricfct Ikat ganz dem angefUlirten fithiop. und ist erweiclit aus iimAx^* Uas 

hierfiber vgL am Sclilaai von % 6 in der Anmcrkung. 



8 Bildang 4er Miriiichen 

darholften Boehstubeii gem In eioen verwandten Laot ubergehen llatt 
DadoFch entsteht zugleich eine groase Mannigfkltigkeit and Modi- 
filiation der Stamme und der besondern Bedeutungen , wie aie der 
indogermanisGhe SpraGhstamm durch Zasammenaetzangen mit Pra- 
positionen ausdruckt, z. B. *^an- Perfekt der Warzel ^n; vgL pyjf, 
nyit p^ri' die nichts mit dem deutaehen eng, ango =- <^| geuda 
haben, audi oiclit als Wurzeln mit ursprunglich 3 Radilialen su be- 
tracfaten aind, wie Gesenius ebenfalls annimmt, sondern einfache 
reduplieirte Perfekta voo der Wurzel ]n • ^y == p > die aieb ancb im 
ladogermauiacben findet vgl. Knie, genu^ knicken u. s. w. Ferner 
^^ von der Wurzel p acheiden, biegen, erweicht aua TpiD; 
abenao jru atatt T\^ von der Wurzel n:i trennen, abachneiden; 
"^ atatt *7rD- Namentlich gehen die T - Laute gern in S - Laute iiber, 
oder umgekebrt nacb bekannten Gesetzen z. B. n^dl zuaaramen* 
bin den Ton iler Wurzel Ul^ Perf. eig. ytH* Ferner ftrfin anfaaaeii 
ergreifen atatt nSn von der Wurzel rp = on? DB^> vgl. Ta> 
zuaammennahen, wobei daa verdoppelte bf in 1 iibergegangeB, 
ein Wechael, der auch im Semit., namentlich bei den abgeleiteten lil- 
dungaailben, iveit liaufiger ist , ala man biaher erkannt und zugegebea 
hat. Ferner nSS^ binden, featanhangen, ^£CD anheften = nfin* 
Dieselben Uebergange finden aich bei der zweiten Klasae (b), 
wo der zweite Radikal hinten verdoppelt wird, T>r\r TTO- IWl' 
wozu aicb im deutacben greifen, ich griff, aehleifen, aehliff, 
relten, ritt, triefen, troffu. a. w. eine Analogie findet, obwobl 
bier aonat keine Spur der Reduplikation dea Perfektum mebr anzn- 
treffen ist (Anmerkung 1.). Aus dem Stamm DTD z. B., der wie eine 
oeoe Grundform, wie ein Uratamm anzuaeben ist, haben sicb folgende 
Nebenatamme entwickelt: XTO ^J^TO stoasen, hammern, eig. 
spalten, zerscblagen; ferner mit Uebergang von s in r, ilTO 
abhalten, bes. feindlich anfallen. n*irp Abschnitt, Ende, 
Spitze, daker der Knopf einer Saule, der Saulenknauf* Aua 
dieaem Stamme leitet aich welter her, indem 1 mit 7 wechaelt, TTO 
acheiden, trennen, daher ^yfo Mauer, eig. daa Absperreade, 
Scheidende; vgl. 7tOp acheiden, durch bohren, niederhaaen, 
todten; dann 7 "^ 7? ]rO trennen = abhalten, bedecken, 
daher bekleiden. vgl. ^v^ trennen 5 abhalten, bergen. 




VerMatttmae. 9 

iithtj YOD einer Naht ^yih- umgeben. Das Unterkleid njTQ 
ist echt semidsch und kam zu den Griechen: x^^^^^ xtrciv, veraetzt 
tmdea. Auf dieselbe Weise erklaren aich die Stamme wVr\ • 1^^ 7Sn> 
JBfn» Oder DOn» <=nDn) ion- *?Dn- pn« Dabei lasst sich bemerken, 
diu die mehr abgeleiteten Stamme auch im Allgemeinen eine mehr 
ubertragene Bedeutuog haben, z. B. ]t&^ eig. getrennt, unter- 
scbieden, daher auagezeichuet, schon sein; ebenso pn 
trenneD, acheiden, daher 1) zurucklegen, aufbewakren, 
1) iDtranaiHv, entscheidend, durchdringend sein^ daher stark, 
mac h tig. Doch ist sich hierin die Sprache nicht immer konsequent, 
indem oft ein spaterer Stamm naher an die Urbedentung der Wurzel 
aich anscbliesst Oft aber haben die altesten Stamme auch nur schein- 
bir eine sehr abgeleitete Bedeutung, z. B. lOH' was auf den,'im 
Hebraischen freilich nicht mehr vorkommenden Stamm DDH zuriick- 
fulirt, aber der ersten Bedeutung der Wurzel DH noch sehr nahe steht 
ud nur hieraus richtig zu verstehen ist. Der Stamm bedeutet danach 
trennen, scheiden, daher 1) aussondern, auszeichnen, 
vorzieken, also lieben, 2) im schlimmen Sinn aussondernas 
verwerfen, dalier Pi. beschimpfen, schmaheu. vgl. TT* fife- 
MtM hat diese Bedeutungen nicht richtig abgeleitet. Doch diese 
Eindheiten konnen erst im Folgenden sowohl ihrem Ursprunge, als 
ihrer Bedeutung nach die gehorige Erklarung finden. 

Zunachst erhellt aus dem Bisherigen der allgemeine nothwendige 
Grand fur die herrschende Dreizahl der semit. Verbalstamme, Welche 
ioKiI, als der einfachsten Form, nicht sowolil nackte Wurzeln, als 
Tidmebr, wie Jedermann weiss, ausgebildete Perfekta sind. 70p 
keisat: er hat getodtet. Mit dieser Stammbildung ist sodann die 
ferbalbildong durch den Yoknl unmittelbar zusammenzudenken; jedoch 
far sich allein kann der Vokal urspriinglich den Verbalbegriff nicht 
luflgedriickt haben, sondern nur im Verein mit .den 3 Konsonanten. 
Dtriiber sogleich mehr. Von dieser Grundform ging sodann die Bil- 
dng der meisten Nomina aus und beherrschte auf diese Art den 
gaozen Organismus dieses Spraclistammes , wesshalb die sogenannten 
wsprfiiigUchen Nomina sehr zu beschranken sind. Sie haben meistens 
■Bstreitig altere, jetzt znm Theil verlorene Verbalstamme zur Grund- 
lage, wie z. B. pM Erde mit t^H ;.t fest, kompakt sein zu- 



10 Bildung 4w kebriitchen 

•annenbiogt ; TgL c^l^ bart sein vl^ id. Ebenso M VfHh Kopf, 
kein nrspriing^liches Nomen , wfe Oesenins meint. 

Ana der ang^egebenen Bildung dea Perf. begreifen wtr^nim aach 
in Uebereinatimmung mit dem Sanskrit die Betonung der zweiten 
Si I be, welche im einfachen Verbum den iweaentlicbsten Vokal bat 
und zugleich in dieaer altesten Formation die eigvntliche Warsehflbe 
enthielt. So ist im Sanakrit das Perf. tatdna von tan ganz ao geblMet 
wie 73n dunkel sein, Ji^a^, von ^> Aocb die zweite Person 
entapricht sich ganz; vgl. tatantha^ du d eh n test und ^7911? fenier 
daddiha du haat gegeben und nK!p' nnr dass der letzte Stammin 
Hebraischen nicht vorn verdoppelt ist. Uebrigens ist die zweite Silbe 
anch bei denjenigen Verbalstammen , die aelbst erst von andem Stlm- 
men bergeleitet sind und die Wurzel in der ersten Silbe haben , die 
wicbtigste und fiir die verschiedenen Bedentangen entscbeidend. Dess- 
halb bekommt sie auch bier aus einem innem Grunde den Hanpttoi, 
wIe nro? efrOj nra* hro^ •n3» obwohl ro fur alle die Wurzel lit 
Daas aber die bloase Betonnng der zweiten Silbe an aich daa Per 
fektnm oder iiberhanpt den VerbalbegrifF nicbt bilden kann, zeigei 
auch Perfekta wie Uj) u. A., wo nur die Dehnung daa Perfektna 
ausdruckt Ausserdem liegt z. B. in nyi nicht der YerbalbegTiffiiber- 
haupt, sondern der der vollendeten, also nicht mehr trefben- 
den Handlung, wesslialb Ewatd^s Deutung auch fur den uraprfing- 
lichen Sinn nicht paaat. Das Imperfektum gerade, welchea hn Allge- 
melnen eine unvollendete, erst werdende Handlung bezeichnet, erhilt 
•icher nicht durch die Betonnng aeine Verbalbedeutung. Aber ebenso 
gewiaa ist^ dass das Nomen im Gegensatz zum Verbum zunachat darch 
den veranderten Accent, so wie durch langere Vokale bezeicbnet 
wurde, obwohl es im Gegentheil auch eine Menge SubstantiTa voo 
uraher Bildung gibt^ die gerade den Ton auf der Endsilbe haben und 
auch dadurch das obige Resultat unteratiitzen , daas der Verbalbegriff 
uberhaupt und bestlmmter der dea Perfekt durch die Betonnng allein 
nicht ausgedrnckt sein konne. 

Es lasat sich endlich nun auch ein innerer Grund fur daa aoge- 
nannte a des Vortons ^ welches der erste Radikal in der Gnnidform 
drs Verbum beatandig erbait, angeben. Es ist dies offenbar der 
alreate . einfadiste Wnrzelvokal alier Verba . der in der rednplicirten 



Variiilflimfii*. 11 

leibehaleen (Djl^) nj^» ^) und dann bestandl^ aiich auf die 
Terwandten Bllduni^n Qbertragen ifvnrde, Katar, Katat, (^arak 
Sanskrit tatibutj dadhd u. a. w. Ton dieaer Qrspr&ng^lichen 
haft des A-Lantes im Semitiaclien gibt besondera das Arabische 
tbiopische noch die deutUchsten Spnren. Entsprechend jenem 
(Tortons ist im Griechischen das kurze e, welches die redupli- 
Ibe im Perfekt durchgingig bekommt, rerv<pa'^ noch mebr ver- 
lie das aram. ch'eam. Naher dem Hebraischen , das ilberhaupt 
Perfektbildnng alterthiimlicher nnd nrspriiiiglicher, als z. B. 
ibisehe erscheint, steht nnter den indogermanischen Sprachen 
ielinng auf die Vokalisirung der verdoppelten Silbe das Gothi- 
ivelches bestandig die rednplicirte Silbe mit den Diphtongen ai 
; haihalder hielt, staistant =: stiess u. s. w. Fnr die Alter- 
ihkeit des Hebraischen spricht bier besonders auch noch die 
^ dieses Vortons im Perfekt, obglelch die zweite Silbe den 
bat, chdcdm. Der Innere Grnnd dafiir ist einzig der, dass bier 
igRch ein Konsonant verschluckt, nnd statt dessen nach einem 
ten Oesetz der Yokal verl&ngert ist; denn D^ stebt, wie so- 
oachgewiesen nverden soil , fur OJt}? = D35 = Ojn- Die iibrlgen 
« liaben kein Bewusstsein mehr iiber diesen Urspning des 
« Nacbdem jene Form nnn aber einmal gefunden war, wur- 
laeh sogleich aus der Wnrzel jene Perfektstimme gebildet, ohne 
vrm iiberall eine allmahlige Zusamraenziebung statt fand. Per- 
wle Tra? fifrq, die dem Semitiscben eigentbiimlicb sind, gehoren 
nicht der altesten Formation an, wessbalb sie aucb das Ssnskrit 
enat; dies hat nnr die voi*nvei'doppelte Bildung. — 

^rliuiiff 1. Fnr die oben angegebene Bedentnng der Re- 
^likation ist zu vergleichen , wie im Semitiscben und auch in 
lem Sprachen dnrch die Wiederbolnng eines Substantivs die 
^hrheit und Fiille des einfacheu Begriffs ausgedriickt wird. Im 
lesischen bedeutet z. B. das doppelt gesetzte Zeichen ^t-Baum 
en Waldy und die dreimalige Wiederholung desselben stellt 
ir ansehaulich den gesteigerten Begriff desselben , einen dich- 
I Wald dar. Aehnliehen Sinn eincr Steigemng des einfachen 
grMb haben auch eine Menge Snbstantive, die dnrch Ver- 



12 BedeutuBf^ 

dopplung der eignen Worael gebildet siad, z. B. Wirrwtrr, 
in de( Bedeutung einer grossen, vdlligen Verwirrung, die soul 
auch durch Gewirr bezeichnet werden kann. Ebeiiso Misch- 
mascli, ein totales Durcheinander, ein starkea, ungeordnetet 
Gemisch, franz. micmac. Dahin gehoren welter Klingklang; 
Singsang, Zlckzack, Schnickschnack, Wiachwascli 
u. 8. f. Vgl. Im Franz, bonbon , joufou. Diese malerische, mehi 
sinnliche Ausdrucksweise gehdrt im Allgemeinen einer jogend 
lichen Zeit der Sprachbildung an und zelgt sich noch jetzt in dei 
ersten Sprachverauchen der Kinder so wie in der kindllcben Z» 
sprache der Erwachsenen. In dieser Hinslcht vgl. man die Be 
zeichnungen Mama, Papa, Pipi, Popo, Wehweh u. s.w 
Einen nahern Vergleich geben im Persischen mehre Komposltioiiei 
mit langem a in der Mitte, die, wie. audi im Sanskrit zaweilei 
eine Art dvandva bllden, z. B. i^^^^ gunagun d. i. Farb< 
zu Farbe = verschiedenfarbig, varius, w^LJ Lipp< 
zu Lippe = jede Lippe. i_f ,,^'r^ a ,-:^ jede Naeht Ebensoii 
Hebr. n^l n^ Doppelherz, i/;. 12, 3. 73l<1 ^IM verachiede 
ner, false her Stein, Deut. 25^ 13. mt^ mcf Jahr Jahr s 
alljahrllch, Deut 14, 22. Dl*< Dl** tagtaglich, Ex. 16, 5, vri 
im Sanskrit dive dive bei Rosen Rig-vida p. 17. 

Wenn Pott (Etymolog. Forschungen 1. S. 59 f.) es premirl 
dass in diesen Yerdopplungen nicht die Vergangenheit ausgc 
driickt sei, sondern ein sich Wiederholendes, Rollektives, soil 
im Allgemeinen ulchts dagegen einzuwenden. Allein die Anwei 
dung, welche hievon auf die ui'sprunglicbe Bedeutung der Ri 
dupllkation des Perfekt gemacht wird, mochte schwerlich sic 
irgend begrunden und halten lassen. Als letzter Grund namllcl 
wie der 3Iensch durch Verdopplung von Lauten die Vergangei 
belt syni!u)!isch habe bezeichnen konnen, wird der angegebei 
dass das Erzahlen eines Geschehenen in die Vei 
gangenki*it greife und daraus das Entschwunden 
wiederuni hervorholend — wiederhole und so gleicl 
sam verdupple. — Diese Deutung beruht auf einer so spit 
tindigen Reflexion, wie sie der Urzeit der Sprachschopfungi 
offenbar fremd sein musste und erUarf ausserdem das Weseu d 



der Rednplikation. 13 

Perfekt keineswegs. Es soil nach dem Verfasser namlich nur 
den Zweck baben , Vergangenheit, nkht aber Vollendung 
aaszndruGken. Allein beide VorstelluDgen afnd bier sebr wesent- 
lich und hangen offenbar zusammen, Dur mit dem UDterechlede, 
dass dareh den Ansdrnck: Vergangenheit bloas der leere 
Begriff der Zeit angedeutet ist, wahrend Vollendung zngleich 
das Fertigsein einer Handlung nnd dadnrch erst in Bezlehung 
anf die Zeit die Vergangenheft bezeichnet. 

Sebon bei den angefiihrten, mit der eignen Wurzel zusammen- 
gesetzten Substantiven, reicht die Annahme einer blossen Wieder- 
holnng nicht aus. Denn z. B. in Mis ch mas eh liegt nicht der 
Begriff eines zeitlich fortgesetzten , sich wiederbolenden Ge- 
misches, sondern die Wiederholung ist eine raumliche, gleich- 
zeitlge, wodurch die Vermehrung, das Angewachsensein, also 
die Ffille nnd Votlendung des einfachen Begriffs bezeichnet wird. 
Ebenso In Wirrwarr 3= gprosses, allgemeines Gewirr. — Einen 
andern Sinn kann auch die Rednplikation des Perfekt nicht haben, 
die zugleich auf einer frischen , natiirlichen Anschanung bemht, 
namlicb auf der der lierausgetretenen Objektivitat des Wurzel- 
begriffs, was aber durch Potfs Erklarong zu einer gelehrten 
Yerstandesreflexion.herabgedrangt wird. Es entsteht ausserdem 
Airch jene Deutung ein arger, seltsamer Dnalismus der wirk- 
lichen Thatsache und der Erzahtung derselben, der aber dem Re- 
denden nothwendig fern liegen mnsste, wie er noeh jetzt unserm 
Bewosstsein fern liegt, und psychologisch durch nichts zu riecht- 
fertigen ist Es kommt dem Erzahlenden, wenn wir einen solchen 
germde als Reprasentanteo des Perfektgebranchs festhalten wollen, 
flelmehr Alles auf die Ein he it der Thatsache und der Aussage 
daTon an. Er reflektirt nicht iiber einen Unterschied zwischen 
beiden, sondern reproducirt in lebendiger Vorstellung die That- 
sache in der Art, als ob sie eben vor sichginge, so dass seine 
Erzihlung unmittelbare Gegenwart athmen wird. Uebrigens liegt 
die Anwendung des Perfekt bei andern Anlassen gewiss weit 
naher, als gerade bei einer Erzahlung. Man vergleiche z. B. 
Sitse wie folgende : wer hat das gethan ! wo Ust du gewesen ? 
was haft dn gegessen? u. dgl., so wird die Vorstellung einer Ver- 



14 ^edeulunf 

dopplung des Geschehenen dnreh die spracbliehe Beseichnnng 
desselben auch den letzten Schimmer der Wahracbeioliehkeit ver- 
lieren. Fur solche Bezeichnung^en aber lag; der eraten Mepsch- 
beit der Gebravch des Perfekt unstreitig; naher, ala bei eigent- 
lichen Erzahbngen, die acbon einer mebr ausgebildeten Perfode 
der Gesebichte dea Bewaaatseins aagehdren. 

Endlich sind auch die Aoalog^en andrer Perfelitbildungeii ||;egen 
jene Erklarung^. Die Deboung und Yerat&rkung dea Wurzel- 
vokals, die achon im Sanskrit vorkommt, atellt nicbt eine Wieder- 
holung^ dar, aondern, wie dem Laute, ao aucb dem Gedanken 
nach die Anachwellung, daa Erfiilltaeiii oder die Voll- 
endung des Wurzelbegrifis , also im eig;entlicbaten Sinn die 
perfecUo einer HandluDg. 

Ana der bier entwickelten Tbeorie erklart aich einzig^ anch im 
Indo^rmaniacben die banfige Verdopplung vieler Priaentia, wo 
nicbt daa Vergang;ene, aondern daa Vollendete und Ge- 
wordene ala dauernd und ala ao in die Geg^enwart hereinragend 
aufgefaaat iat. Vgl. lon^fit ^= sisto icb stebe, d. i. ich babe 
mich gestellt. Femer ^i.(ivrjaxou(u^=^fi€fivr)fiaij memini ich er in- 
sere mich, d. i. ich babe Etwas ganz, fertig vorliegend und ao 
gegenw&rtig im Bewusstsein, welches letzte Beispiel Po^^ nach 
aeiner Deutung allerdings auffallend finden musste, obwobl es 
ganz in der Ordnnng iat. 

Durch dieae Auffasaung dea Perfekt im eigentliehaten und 
alteaten Sinn ergibt aich ferner aucb erst die recbte Bedevtung 
dea Imperfekt, welches urspriknglich im Gegensatz zv jenem das 
Unvollendete, mebr SubjektiTe, im Werden Begrif- 
fene and mithin Abhangige bezeiehnet So noch am dent- 
lichaten im Hebraiacben. Aber aueh in den indogermaniacben 
Sprachen beruben die Jetzt zw ar refehar und zugleich beatimmter, 
aber dadurch aucb beschrankter gebildeten Zeitformen dea Ver- 
buma anf . jener einfaehen Unterscbefdung. (vgl. Ewald hebr. Gr. 
3te Aufl. $• 261.) Daa eigentMche Imperfekt im Sanakrit, das 
sogeaanute Augment-Prateritnm, druckt die relative, in Beziebung 
zu etwas Anderem geaetzte Vergangenbeit, jedoch ohne den 
Nebenbegrlff der Daner, ana; das Lateiniache mebr die Dauer 



der Rfidiiplikation. 15 

in der Vergangenbeit. Beide bezeichnen also fm AUfemeinen 
doch onFoIl^ndete , unselbstandig^, abhangi|;e Znstiuide. Im 
Saaakrit wie im GriechiacheD geht dieae BiMaog nrapriinglich vom 
Perfekt aua , entweder von dem redupliditen , wie vyayov , oder 
ea liegt die Form mit achliesaeiidem s ohne Verdopplnag zu 
Grande. In dieaer Herleitung triflft ea ebenfalla mit dem hc^br. 
Imperfekt aiisammen , welchea uberall die Bildung dea Perfekt- 
stammea zu aeiner Baaia hat. Im Sanakrit jedoch iat dieae Form 
aelten nnd mehr alterthumlich. (Vielformigea und einformigea 
Augment-Prateritum.) — Das Augment a, griechiach £, bei dem 
eigentlichen Imperfekt , (urn diea dem iiber daa Perfekt Geaagten 
ttoch belzufiigen) ist ein stellvertretender Ausdrnek der Redupli- 
kation, aicher nicht, wie Bopp^ Bemary n. A. vermuthen, das 
a prwatwmm um die Gegenwart zu vernelnen, wie abSdam 
nieht weiaa ieh = ieli wnsate^ er atirbt nicht = er 
starb. Ea wikrde offenbar der Begriff dea ganzen Verbnma da- 
dnrch vemeiot. Anaaerdem geht dieae Bildung aonat gar nicht 
vom Praaeas aus, welches aelhat ein aehr spatea und nicht radi- 
kalea Tempua ist Vielmehr kann daa a, wie anch Pott (Etymol. 
Foiscb. II. S. 7d.) richtig bemerkt , nur ala Spielart der Verdopp- 
laag betracfatet werdea; ateht jedoch achwerlicb, wie der Yerf. 
■eint, ala der abaolate Vokal fiir jeden andern. Diea a ist vielmehr 
ein Pron. demonatr^ daa im Kopt ein Perf. bildet und auch aonst 
sich findet, Skr. a-tas von da, dahia; i»-fra dort, da, ver- 
wandt mit dem hebr. ha^ Ati, o, Engl, he^ Niederd. hei, er, der. 
Ea entapricht der Bedeutung nach ganz dem Pron. ta (=aa) da, 
welchea hiateaantretend die Vergangenheit bezeichnet, wie 
•erip'Si^ ver-ti^ im Deutachen: fch liebte, d. i. ich-liebend- 
das=:damala, alao: da (war) ich liebend, oder fch Ifebte, 
waa nraprangllch wohl ebenso gut ein Perfekt war , wie ^cripsL 
Diea t oder s ist Skbrigena dasaelbe, welchea auch daa Part paaa. 
bildet, gellebt, amatus, divisms u. a. w. Im Persischen und Go- 
thischen lautet esdy z. B. aalbddu^ Althd. salpata, Mfttelh. und 
Nhd. ich salbete oder aalbte. Im Deutschen wie im Persi- 
schen wird jetzt hierdurch ein erzaUendea Praleritnm geblldet 
Die Forai zelgt aicb bereita im Sanakrit, in dem aogenannten viel- 



16 Bedettlang 

fftrmigen Aag^ment - PraCeHtum , das seiner Bildung iiaeh dem 
griech. Aoiist 1. voHkoinnien entspricht, Inm-aa, eqnfaa* Vgl. im 
SAt. atauisam feh at less, von tud ^s^ tundere ; abdd-iseham 
ich wusste. SchwerUch durfte hier der Zischlant ein Rest vom 
imperfekt des allgemeinen Verbums as = esse sein, welches 
Bopp u. A. viel zu haafig zur Erklariing von Bildangssilben in 
Ansprnch genommen haben. £s ist vielmehr einfach ^as Pron. 
fa, das schon im Sanskrit mit sa wechselt und zu vielfachen 
Verbal- und Nomlnalbildungen verwandt Horden ist. Es verstarkt 
oder verdoppelt eigentlich hier das aus ta, sa, ha abgesehwachte 
Pronom. a im Anfange, welches sonst das efgentliche Imperfekt 
bildet: a-tudam da (war) schlageud ich = da schlug ich. 
DIese Erklarnng stimmt auch vollkommen zur Bedeutung ; denn 
dies Imperfekt steht einfach so an etwas Anderes ankniipfend. 
Verwandt mIt diesem Pron. demonstr. a ist aneh vielleicht das r, 
welches im Latein. haufig das Perfekt bildet und nach einem Kon- 
sonanten sich in u erweicht, amavi, tenui. An eine Entstehang 
aus dem Perfekt fui, wie Pott vermuthet, ist hierbei ebenfalls 
schwerlich zu denken. Naher jedoch ist dies Pron. va mit dem 
Demonstr. zu vergleichen, welches ein Pron. pers. bildet: ro«(vgl. 
wir), und welches fragend gefasst im Deutschen wa-s, wie, 
w e r , hebr. mah , griech. (nogO tiov, nmg sich findet und aus ka, 
qua sich abgeschwacht hat; vgl. xoiog = noio^. Als Pron. sehen 
wir das va wechselnd mit ma in mehrfachen Bildungen, z. B. 
AAi-ma furchtbar , eig. gefiirchtet; femer in vielen Substantiven, 
poetna eig. das Gemachte, Gebildete. Namentlich bildet 
es als Pron. relat das was oder der wer im Semitischen viele 
Substantive. Es zeigt sich femer im Sanskrit Part. med. praes., 
woselbst es auf mana endet und identisch ist mit dem griech. 
Part. pass. Im Praes. ^vo^. Diese Andeutungen der Mittel, wel- 
cher die Sprache sonst wohl zur Bezeichnung der Vergangenheit 
sich bedient, werden zur Wurdigung der oblgeu Deutung des 
Perfekt, wie ich glaube, Einiges beitragen konnen. 



AnaieplLvms 9. Mit der geistigen Entwicklung, wie esim Gang 
aller Bildung liegt, schwand allmiihilg In mehren Sprachen des 



der Rednplikation. 17 

indog^rmaniSGhen Stammes die ainnlich-anachauliche Bezeichnuiig 
des Perfekt durch Reduplikatlon und au ihre Stelle trat, wie schon 
im Lateinischen ofters, die Delidung oder Ablautang der Wurzel- 
sllbe als eine melir innerliche und gleichsam geistigere Formation 
des Perfekt. Wahrend so das Gothische noch die regelmassigste 
Reduplikatlon zei^ hat sfe schon das Althochdeutsche nicht mehr 
and bei uns ist sie nun vollig^ bis auf wenig^e entfemte Reste ge- 
scbwonden. Ebenso im Neupersischen. Lehrreich jedoch ist es die 
allmahlige Abnahme dieser Form etwas naher zn betrachten. Sie 
zeigt sich zerstreut sehon im Sanskrit bei einigen Wnrzein mit 
kurzem a, bei denen durch den Einfluss der starken Endnngen, 
(denn nur bei diesen kommt sie vor,) die Verdopplung vorn ab- 
fallt, woranf der schwindende Konsonant innerhalb der Wurzel 
selbst durch den Vokal i erganzt, Ce aus ai entstanden) und die 
mehr ausserliche Blldung dergestalt in den Stamm selbst hinein- 
gedrangt wird. So findet sich von der Wurzel c'ar = kehren, 
verkehren, dalier gehen die 2te Person Perfekt entweder 
e'orc'artha dugingest, gebildet, oder durch Vokal verstarkung 
mit Aufgebung der Reduplikatlon: ceritha. Vgl. Bopp,)kx\t. 6r. 
des Sanskrit in«kurzerer Fassung §. 400. Zu vergleichen ist hier- 
nit die Bezeichnung eines innern Plurals im Deutschen, wie 
Vater, Vater; Macht, Machte u. s. w., was ebenfalls eine Art 
Wriddhibildung ist. — Viel welter geht hierln schon das Lateinl- 
8che. Hier fehit zunachst schon im Part. perf. wic Im Gothlschen 
die Reduplikatlon, wahrend das Griechlsche und auch bis auf 
wenige Ausnalimen das Sanskrit die Verdopplnng liler noch voll- 
iitandlg erhalten hat. 

Bestimmter aber finden wir diese neue Bilduug in einlgen Ver- 
ben, wo die Verdopplnng schwerfallig lauten miisste, und dess- 
halb theils durch Zusammcnziehung und Dehnung, theils durch 
Ablautung ersetzt wurde, wie lavi^ cepi, egij legi. Von dem 
letztgenannten Stamm findet sich im Griechischen noch die Ver- 
dopplung XeXoya] ebenso neifvxa = fugi; sdrjdoxa = edi. Sehr 
dendich ist dieser Uebergang zu ersehen in der Wurzel pango, 
wo das Perf. pepigi in der Zusammensetzung eompingo sich zu 
eompegi contrahirt hat, indem die Reduplikatlon hier zu lang ge- 

*i iMkr. Wmelw6rterbueh. ' 



18 Bedealttftg 



iftmtm sete Wunie» Ueiierhaupt boMte die Wtiniel in Zmnunmen' 
setzuD^n woM am leichlesteo die Verdopplung ein, wenii sic 
selbst nicht kurz ww, wie iradidL Daaselbe zeigt noeh bestimm- 
ier ein lehtreiches Beispiel im Oskischeti , wo das Perf. conj. fee- 
erit nech verdoppelt fefac-ust vorkomflit, (vgL O. Muller die 
Etrnskicrfi. 170 was iat Lateinisohen aber uack Aaafall desfzn 
fiC" zuaainnenachiDolz. Ebenao verdichtete aich daa Golhischc 
skaiskaid durch Auastoaaung des radikalen sk im Akhodid. zo 
akimd, (elnsUbig) im Ildittelhi»chd. zu schiet, Neuhochd. schied. 
Ebenso Goth, haihait = biess; stai8taui^=^ atlesS) 8ai8lep=, 
schlief; haihald, Altbochd. Malty hielt u. a. w. Wir haben 
ako immer soch einen Rest der Reduplikation, indem g>erade der 
verdoppelte Kousonaut vorn erbalten and der eigentlich wurzel- 
hafte amgestosaen iat, z. B» hai(k)ald = Aio/f , bielt 

AufFallend haben jedoch ehifge verkfirzte Perfekta im Lateini- 
schen die Wurzelsllbe ungedehnt erbalten , was sieh nur daraus 
erklart, dass in zfemlich spater Zelt die wiederholte Silbe abg^ 
worfen und darauf die folgende, weil keine Ziisammenschmelziui; 
und keine Ablautung mehr statt fand, in ihrer Kurze sich erhaltei 
haben muss. Es gebraachten z. B. noch Plantus und Terenz 
tetuliy neben tuli; vgl. contingo, contigij tetigi. Ebenso hatte 
scidi urspriinglich die Reduplikation sciscidi^ wie das entspre- 
chende goth. skaiskaid. Ferner fidiy was so gut, wie fefdU 



verdoppelt werden konnte. Ganz richtig aber ist das Perf. bibi, 
was die lat. Grammatiker gewohnlich als anomal anfiibren ; dena 
die Wurzel ist im Sanskrit pa = nooy nv-vcj^ partus ^ verdoppelt 
bibiy wie dedi (tradidi). Von diesem Perfekt aus ist dann ersfc 
das Prasens bibo mit Beibehaltung der Reduplikation, wie dido/itr^ 
gebildet worden. Dies soil in der folgenden Anmerkung weitpi 
nachgewiesen werden. 

Bellaufig sei hier noch erlnnert, dass die bereits im Gothisciieii 
ausgepragte Form des deutschen Prateritums durch Vokalver- 
anderung der Wurzel selbst, die seit Jac, Grimm sogenanni^ 
Starke Konjugation, als eine sehr geistige Bilduogsaft 
sicher auch einer spatera Periode der Sprachschopfung angehoren 



der A«d«plikatioo. 19 

miiBB. Di6 ohifAehe Vardopplmig der Wunel tot onstreitig ab die 
alteste Bildiingsart des Perfekt auch faier festzuhalten. Diese 
fibrte daoD , da aie wesentlich eine 'Organlsche BUdniig; vom Kern 
der Wurzel ans ist, als die feinste, geistigate Fmcht dieaer innem 
Bildangsart zur BezdclinuDg des Pr&teritam dsreli rein vokali- 
aelie Aiiwandlang. Dana kommen aaeii fan GothiaclieB achon beide 
BilduDgen vermiacfat yon Alle S Formen uinfaaaen die aogenannte 
atarke Konjngation, die nan aber genaner nnd die Sache 
trener bezeichnend die inner e Bildnng nennen eollte* Dann 
wuvde fm Ctegenaatz bieaa die eweite, wenigateaa ebepao alte, 
wenn nicht altere Form, die aogenannte achwacbe Kon- 
jngation, ricbtiger die aaaaere Bildnngaforni) oder die 
Konjngation mitauaaeren Zuaatzeabeiaaen, iriieserip^ij 
ver-Hy ich liebte n. a. W. Endlich mfiaate die dritte Hanptform, 
die gmndloa aogenannte anomaliache Konjngation, die 
gemiachte heisaen, indem beick Bildnngaarten , anaaere Zn- 
aatze nnd vokaiische Ablautung , Toreint darin vorkommen , z. B. 
ich bringe, ich brachte, denke, dachte, thne, that 
a. a. w. Das acheinbar Anomale hierbei wiirde noch mehr aohwin- 
den, wenn man nicht, wie ea allgemein geacbieht, daa Praaens 
lis alteate, nraprungliche Zeitform faaste and davon dann znm 
Prateritum iiberginge, wahreod dies doch fast iiberall die Wnrzel 
reiner erfaaiten hat ond nach Form und Bedeutung der Bildnng des 
Prasena vorausgegangen fst Sehr alte Sprachen, wie z. B. die 
bebrftiacfae, haben noch g^r keine besondre Form fiirs Prasens. 
Der Menseh kommt iiberiianpt sehr spat und schwer dazn, daa 
Gegenwartige featzobalten. Da der angedentete Uraprung 
des Praaens aua dem Perfekt grade im Semitfscben aich sehr iilar 
nachweiaen lasst nnd viele PraaenQa des Indogermaniachen mit 
Perfektbiidungen im Semitiacben znaammentreflfen , so vrird die 
foigende Ansfuhning bier wobi an Orte aein. 



AnnicriLvnff •• Dass das Praaena kein radilutleB Tempus ist, 
aandem aeinem Ursprunge nacli weaentlich vom Perfektnm ansgebt, 
wird dureh drei Beweiae nnwideriegbar aich daralellen laaaen. 



20 Bedeotattf 

1) Das Prase 8 fixirt nor den Begriff desPerfe 
indem es das Vollendete, Fertig^e und Gewordene, ¥ 
ches das Perfekt bezeichnet, nicht als vergangen und t< 
schwnnden, sondem als fortdanernd fasst Einige I 
spiele werden dies klar machen. ich sitze bedentet z. B. i 
habe mich gesetzt nnd Terharre in diesem Zustande; ich ge 
= ieh habe mich in Bewegnng gesetzt; Ich wan 
= ich habe das Glelchgewicht verloren. Der Beg 
des Prasens setzt also den des Perfekt bereits voraos. A1 

2) anch die Form des Prasens geht nrspriingtieb TomPerf 

aas. Das Hebraische druckt z. B. das Prasens noch immer th< 

gradezu durchs Perfekt, theils, insofem das was ist, als f( 

wirkend and danemd , mithin als noch nicht ganz volleni 

gefasst werden kann, durchs Imperfekt aus. Letzteres ist name 

Uch Im Arabischen g^wohnlieh. Das Indogermanische hat z\ 

besondre Formen fur's Prasens. Allein dass auch bier der Urspru 

desselben anf das Perfekt znruckweist, zeigen namentlich 

noch vorkommenden zahlreichen Perfekta, welche stets Prasei 

bedeutung baben und der noch ausgedehntere prasentische ( 

branch des reinen Prateritums in den V^das, der hierin der Alt 

thumlichkeit des Hebralschen vollkommen entspricht Es siud d 

insbesondere solche Perfekta, welche Innere Zustande des I 

wusstseins bezeichnen, die der Redende als fertig und volleni 

in die Gegenwart hineinreichend betrachtet, wie iiort, memi 

odi. Ebenso im Hebr. ^niTl^ wie oida = redai TTOT memi 

K|i^ odii Ex. 10, 3 u. a. m. Es wird also die Gegenwart ein 

votlendeten Handlung iiberhaupt durchs Perfektum ausgedriici 

wessbalb dies dann auch welter und yielfaltiger fur das eigentlic 

Prasens steht, z. B. ffiffrina^ ngoffeffovXa^ afitpidsd^ofia ^ yeym 

TfitK^aya^ aeavpjua Ich schwelg^ = ich bin verstummt; rjvdi^iiia i 

bluhe, bin Im bluhenden Zustande (Soph. Trag. 1091.) vBd^avfia 

ich bewundere = bin in Staunen gesetzt; eovxs es scheint; feni 

nsn^aya,, oXaXa u. A.; vgl. G, Bemhardy^ wissenschaftl. Synt 

der griech. Sprache S. 378 f. — Auch das Gothische hat no 

14 Praterita mit Prasensbedentung , tou denen mehre auch 1 

Nenhochdeutsehen sich erhalten haben , z. B. i r h m a g d. i. i< 



der RednpUkatioo. 21 

imbe die Macht, die Kraft erworben, eig. eiu Prateritum, wie ich 
bracli, icli gab u. 84 w. Ich darf, Gotb. tharf '=• ich bin 
befugt; ich weiss, d. i. ich babe erfabren; das Prasena biesse 
eig. ich wisae. Ich kann, willaagen: ich babe gelernt, 
habe die Kenotniaa erlaDgt, wurzelhaft identJsch mitlien- 
nen x= yvto^ Slir. g'na^ gna-rus; ich kaDii achreiben d. i. ich babe 
die KenntnisB dea SchreibeDS erworben. Ferner, ichaoH, Gotb. 
skal, Nd. schali = ich bin verpflicbtet, bin beaufitragt. Icli 
muss, Goth, mdt^ Nd. mott, Abd. nrnoz = ich bin genothigt. 
Andre Verba kommen nur noch im Goth, so vor, z. B. nian = me- 
istnt; lour (didiei)'^ vgl. Jac. Orimmj deutsche Grammatik I. 
S. 1054. Noch bestimmter als dieser Gebrauch weist 

3) auch die Form Tieler eigentlichen Prasentia auf die wirk- 
liche Abstammung vom Perfektum bin. a) Es finden sich zunachst 
namiich Prasensbildungen mit Reduplikation , also mit dem cha- 
rakteristisciien Merkmale des eigentlichen Perfekt, wie yvyvofiaij 
didaiu^ T^^rhj-fUj (Skr. dhd = thun, tha-t) di^daaxco^ ytyv<oax(o^ 
fiiltPfjaxoiiaL. duda ich fiirchte; Dor. dafiir dedoixa.yon dio^ 
Sbuoj sich verscheuchen lassen, daber sich fiirchten. Bibo (Skr. 
|pa= noo, slav. pijuJ) Titubo ich wauke = habe das Gleichge- 
wicht verloren. Im Sanskrit bildet eine ganze Kiasse, die dritte, 
g;radezu das Prasens durch Verdopplung der Wurzei , z. B. £fa = 
ia-rey daddmi ich gebe .= didtofn.. bibhomi Ich fiirchte = (pt0oiiai 
Ton der Wuizel bhi fiirchten. bibharmi ich trage von bhri, 
Goth, bairan = fet^e, bar ^ in fruclitbar; gagdmi =r 0i0Tjfu. 
von gd = Engl, to go = ge-ben; vgl. Goth, gaggan, Angels. 
gangan u. s. w. Vergl. im Lat. sisto = latTjiiv ich stehe d. i. 
ich babe mich hingestellt. Ferner gignoj aero ich sae, statt 
9680 u. 8. w. 

b) Sodann gehort tueher auch die Prasensform, welche durch 
Hinzufngung des Pronomen demonstr. ta (== aa) gebildet wird und 
sebr haufig im Griecliischen , vereinzelt auch im Lateinischen und 
Deutscben sich findet; vgl. rtm-roi, (Skr. tup =tupfen, tippen) 
xini-rc9 9 Qm-tio, fan-ta u. s. w. Es entspricht dies t vollkommen 
dem Pronomen, welches im Lateinischen das Perfektum (ver-ti, 
aerip-ai) nnd besonders anch das Particip Pcrfecti bildet, ama-tua^ 



22- BedeQtung 

g^ltelKt «. •« Wr So* M da9 Prisens vertm erst voa Perfekt verti 
autt gebildetj wie Mo von 6tii, uDd dann von dem Particip Perf. 
9er9U8 da9 nente PriuMns vervo. Von beiden kann diese neue Bfl- 
dinig atmgehen. Dfe ein&clie Wurzel fur dies letzte Verbam 
inien wfr noch in ver-ro^ feg^en, kehren; dann iibertragen 
ter^ Ich wende, kehre, s. B. ich wende den Rueken, d. i. 
icb kabe fhn woMn gekehrt, = verti. Ferner ist das t nicht 
wnrxelhaft in flecio, fiechten, Goth. vlihtUj wie die griechische 
CImidfomi nkeum n^eh dentlich zeigt Ferner nec-to = ichnalie, 
briifge nab znsammen n. s. w. Ebenso erklaren sidi: ich 
soklachtess ich scbiagc, (vgl. eine Schlacht schlagen), ich 
trachte von tragen zsztrahere^ r^exsw, Ferner ichhalte, 
voB der Wurzel hal, holen, Niederd. halen r= Skn ban (de- 
findere^ abbalten) daher Han-d, die Haltende, Fassende, ein 
Particip wie Hund = eanens. Ich halte bedentet: ich habe 
gefasst Oder geliolt Ich schelte, Niederd. schellen, welches 
im Mhd. sceltan noch die erste Bedeutung von unserm schellen 
d. i. scblagen , stossen, erhalten hat; vgl. zerschelien* Sehelten 
keisst mit Worten Jemand schlagen^ znsetzen, zuchtigen« Ich 
9palte, von der Wurzel s-pal (,-= spar), die wir noch einfach 
im Ahd. fM oder fMle = Beii wiederfinden. Ferner Ich si chte, 
neben der einfachen Wurzel sehen = secure; vgl. Gesicht, 
s&gen, Sichel. Ich hafte neben haben, Engl, have d. i. 
fassen , besitzen n. s. w. 

Neben dieser Bildung des Prasens findet sich eine verwandte, 
die noch bestimmter vom Particip des Perfekt ausgeht und aiif na 
endet. Dies Prc^. na biidet abwechseind mit dem eben erwahu- 
ten ta das Part, perf.; vgl. gesehn, geUeb-t, SkF. ddma das 
Gegebene = do-num; Sohn der Gezeiigte, Skr. swmu^ Goth. 
Mmiw, von sA zeugen, neben 9iUa der Erzeugte, vgl. Goth. 
bam Kind, eig. das Geliorene u. s. w. Dieses na oder anch nn 
wird gewohiilich der Wurzel angehangt, wie nofKr-va^ TSfi-voy 
^£frx-vu-/it, ^Biry'vu-m^^ Skr. (^ak-nomi ich kann, eig. Ich bin in 
den StaiMl gesetzt, bin tiiichtig gemacbt; vgl. eer-nOj sper-tw, 
ster-no u. s. w. Im Deutschen gehoren hielier: ich rech-n^, 
von reiheu, zasammenrciben ; ich zeich«ne = my-fio, dfut-w/u^ 



= seigeB; icb warne, von wabren^ wahreii eig. abbalten, 
fiotfa. varjan, Skr. t^ bedecken; reg-nen, Goib. WfiMHi von 
regen im Sinn von fliesaen u. a. Nicht aelten wM dies na 
in die Mitte der Wnrsel g^drangt, wie jnngo^ was bekanntlicli 
den g;riech. ^evy-wfii volikoniinen entsprlcht, nnr mit dem Unter- 
9cMede, dass hier das nu ans Ende tritt. Die relne Wnrzel 
zei^ noch ff$gum = J o e h und Skr. jug' b I n d e n. Vgl. ferner 
frango = ich breche, wo das Perf. nocb die reinere Urform 
frSgihat', findo, fidi, Skr. 6/Ud=: belssen, Nd. biten. sdndo, 
«d<fi=schelde, neben: Ich 8cblnde=«ctiNioand schnelde; 
Ich wandle = vado, vgl. waten, wadeln u. s. w. Das n 
vertritt bier iiberall gewlssermassen die Stelle der RedopHkatioii 
oder einer Vokalverstarkung, nnd findet sich dessbalb lo der Re- 
gel nicht im eigentlichen Perfektum, wie fregi, fidi a. s. w. Nur 
zawellen hat es sich insPerfektum eingedr&ngt, viiejunady (jung-si) 
compun,viy Cn^ben pupugt) was man nicht anders , denn als eine 
spate, Inxuriose und nicht klar mehr bewusste Ruckblldung vom 
Prasens ans bezeichnen kaun. Im AUgemelnen stellt das Perfekt 
iiberall die einfachste und alteste oi^nische Bildung der Wurzel 
dar. So ist tetigi urspriing^llcher, als tango; ich dachte alter 
lis das Prasens ich denke (deuclite, diclite,) u. s. w. Durch 
diese eingefijgten oder angehaugten Konsonanten wird iibrlgens 
die Wurzel nicht unrein, nicht entstellt, wie J. Orimm meint, 
sondern es Ist elite fiir den abgeleiteten, sehr felnen B^;riff des 
Prasens nothweodige Form. Die relne Worzel glebt nie den 
Prasensbegiiif. Nachdem die elnfacbsten Mittel zur Bezelchnung 
des Perfekt nun aber verbraucht waren , musste die Sprache sicli 
nach andern Bildungen umseben, um die Gegenwart eIner voll- 
endeten Handlung auch der Form nach anszudriicken. So bekam 
die Wurzel Zusatze, £lnsatze, iiberbaupt Verstarkungen aller 
Art So wIrd die jetzt gewobnllchste Form des Prasens Im Sanskrit 
durch eine £rweiteruDg des Wurzelvokals ausgedriickt, Indem ein 
kurzes a davor tritt und fifima bildet, bodhdmi Icb weiss, von 
Imdhy wissen; das d Ist aus an entstanden^ Als die leichtestc 
and haufigste Prasensbildung Ist diese von den indlschen Gramma- 
tikern als erste Klasse bezeichnet worden. Im Gri^chlschen ent- 



24 Bedcatnng der Redoplikation. 

sprechen vollkommeD die Prasentia mit veratarktem Wurzdirokal, 
wie q>Bvy(o<^ Ceq^vyov) Xstna von Xin, was keioeswegs eine bedeu- 
Uingslase, bloss lautlicbe Begleiterin der Flexion ist, wie Bopp 
vermuthet. Diese Verstarkuug hat vielmehr ihren guten Gnind 
im Begriff und im Princip des Prasens selbst. — Dem Uraprunge 
nach ist iibrigens dies a oflfenbar aus jenem na abgeschwacht, so 
wie von dem nil, das die 5te Klasse bildet, In der 8ten ein blosses 
u geblleben Ist. Im Deutschen geliort hieherz. B. ich grelfe, 
Goth, greipay wo das Imperfekt die Wurzel reiner zeigt: Ich 
griff; vgl. Skr. gribh = grah = greifen. — Eine sehr spate 
Bildung im Sanskrit miissen endlich die wenigen Verba der 6ten 
und 2ten Klasse sein, welche ohne alle Verlangerung geblleben 
sind, offenbar, well das Bewusstsein iiber die urspriingliche Be- 
deutung des Prasens berelts gesehwunden war. Vgl. Bopp kleine 
Gr. des Skr. §. 271. Pott Etym. Forsch. I. S. 48 ff. Etvald hebr. 
Or. §. 260 ff. Endlich 

c) Aus dem angegebenen Princip und seiner Gestaltung erkla- 
ren sich einzig auch Im Indogermanischen , besonders im Griechi- 
schen, die Prasentia, welche den Schlusskonsonanten verdoppeln, 
wie PaXXiO't (sflaXov^ 0s0krjxd) S^aXXa, q>Qi(saciy raaao; fallo^ 
verro; ich walle, schalle, scharre u. s. w. Diese Bildung 
entsprlcht ganz einer Klasse von reduplicirteu Perfekten im 
Hebralschen , die durch Wiederholung des 2ten Radikals gebildet 

werden, wie ^^n> ^^3> TO^ IIC^^ e^> TTO ti, ,JS u. s. w. 
Ferner im Deutschen Ich griff, ichkniff, Ichschllff, Ich 
ritt u. s. w. von greifen, kneifen, schlelfen. Es Ist nur 
eine andre Art der Reduplikatlon, die fiir den Prasensbegriff so gut 
passte, als die Form mit Verdopplung des ersten Radikals, wie 
d^damiy die uns naber aufs Perfektum hinfiihrt. 

Zum Uebcrfluss sel bier noch an einigen Beispielen der urspriing- 
liche Perfektbegriff dieser letztgenanuten Prasensblldung nachge- 
wiesen. Ich werfe, PaXko, bedeutet eig. ich babe fortbe- 
wegt. d^aXXst es bliiht, es s pros st == es ist hervoi^ebrochen, 
ist ausgesi lilagen. 9(>taorG7, aufstarrcn, die Haarestarren 
empor, d. i. sie liaben sich gcstiaubt, sich aufgerichtet. Ebenso 
enthalt reXXa) ich vol! end e, einen Begriff, der in die Vergan- 



I. Vornverdoppelle Perfekta. 25 

genhett zoriickgreift und das tsXoqy die Vollendung; des Werdens 
oder Wirkens als gegenwartig bezeichnet Vgl. noch im Lateini- 
schen z. B. folio ; tempu8 me fallit, ichirre mich in der Zeit, 
eig. die Zeit hat mich irr gemacht, hat mich getausebt u. s. w. 



!• ITeniTeriioppeUe Perfekta. 

Um das obige Beispiel ^SH ^ci^^i* zu eriautern, so ist offenbar 
713 die eigentliche Wiirzel dieses Perfektstammes. Sie ist verwandt mit 
Vl)7:i97p u. s. f. und bedeutet spalten, trennen, CvgL Sanskrit 
id zerbrecheu, daher unterwerfen, kald Theil, Antheil 
1.8. w.) daher im Arab. Jj^ !) durchbohren Tvie S^n; 2) tren- 
ieD = hemmen, abhalten, Cvgl. i^Xk versehliessen} daher 
voo gehemmter, unklarer, unf ertiger Rede = :i7y stam- 
neln; dann 3) iiberhaupt dunkel, unklar, schwarzsein, wie 
fie Wnrzel auch auf eine andre Art verdoppelt sfch findet und beson- 
lers vom abgehaltenen, gleichsam gefesselten Lichte steht, "^IzO' 
vXi^ finster, schwarz sein, ip, 10, 8. Schon im Kdmus ist nach 
einem ricbtigen Instinkt die Verwandtschaft beider Stamme erkannt. 
Aostatt namlich den ersten Radikal vom zu wiederholen, wird er 
hioten angebangt, eineBildung, der ebenfalls wie beim Steigenings- 
verbom eine voile Wiederholung der ganzen Wurzel zu Gninde liegt, 
also TTPn oder ^27^9 und die so vollstandig mit intensiver Bedeutung 
in Semitischen, wie im Sanskrit nicht ungewohnlich ist. Bei den 
Sfimmen "tj^ und 73n ist also eigentlich ein 7 ausgefallen und zwar 
kei "^ nach der zweiten Silbe, 6)nbn und bei ban nach der 
eraten, so dass der Stamm eigentlich ^33 lautet statt ^^6)^9 wie 
fy^wrri fur curcunH steht. Dann wird aber theils wegcn des Wolil- 
iaots, theils zur Bezeichnung verschiedener, abgeleiteter Bedeutan- 
geo eia auf die Art wiederholter Wurzelbuchstabe in ahnliche Laute 
umgewandelt, wodurch hauptsachlich, bei wahrhafter innerer Armuth 
^ Wnrzelo, eIn so grosser Reiclithuui von Sti'nnnicn entstanden ist. 

Zn derselben Wurzel des Perf. b^n dunkel sein gehort z. B. 
•och der Stamm 



26 I. Vornverdoppelte 

/HS' JbaiS^die Augen schmiiiken, eig. dtinkel macheii, 
indem die Hebraerinnen , um den Ausdruck ihres Blicks zu erhohen 
mit einem Pulver "^S)} crrt^/ni, die Augenrander und Augenbraunen 
farbten , so dass ein schwarzer Rand uni die Augenlieder herum zu 
seben war. 2 Kon. 9, 30. Jer. 4, 30. An diese Bedeutung farben, 
schminken, schliesst sieb vielleicbt auch der wurzelhaft verwandte 
Stainm T3 argliatig, tragerisch sein, Jes. 32, 7: ,)der Listige 
— seine Leistungen sind lasterlicb, oder: der Verscbla- 
gene — seine Vorsehlage sind sehlecht." Wenn diese Be- 
deutung nicht vielmehr richtiger aus der Gruudanscbanung der Wurzel 
selbst herzuleiten ist; denn die Bedeutung s pal ten, trennen ist oft 
auf die eines zwefdeutigen, binterlistigen und versteckten 
Tbuns iibertragen. Mit 731 aber kann der Stamm niebt verwandt sein. 

Betracbten wir zunaebst nocb die iibrigen Beispiele der ersten 
Bildungsart, wo wie im Sanskrit der erste Wurzellaut wiederbolt wird. 
Zu beaebten ist bierbei , dass in den meisten Fallen der so reduplicirtc 
Konsonant sicb erweicbt bat, (7Dnj Ipn) wabrend er umgekebrt 
leicbter sicb verbartet oder bart bleibt, wo er ans Ende tritt (ptn j'Tpn 
prn). Die kurze Ausspraclie der ersten, sowie die scbarfe Betonung 
der zweiten, als der Hauptsilbe, liat offenbar bierzu mitgewirkt, 
obwobi die letzte Kegel keineswegs allgemein ist und vielfaclie Aus- 
oabmen erieidet, namentlicb, wenn die erste Silbe die wirklicbe Wurzel 
entbiilt, wie HTTI >n«» Hier ist der binten wiederbolte Laut ebenso 
erweicbt, wie In den vornverdoppelten Perfekten 1X1 ? pn u.s. w., voi'n. 
Ausserdem konnte man ancb eine Erweicbung der Wurzel selbst an- 
nebmen, z. B. "pn fur t^^, wie San fiir SdDj pin = pip* Indess 
wie man diesen Wecbsel aucb erklaren mag, das Faktum bleibt sicber. 
Hieber geboren im Einzelnen jetzt folgende Stamme : 

Uwll Perfektum von der Wurzel D3 zusammenbriniiren, 

- T o ' 

vgL ^zusammenzlebn, zusammeukommen, dalier auch I) e- 
decken; ,^^45^= yidyi^aiMv Etwas Zusammengezogenes, dalier 
a) Gum mi, xo^fit Baumharz = A,^^; b) von zusammengezoge- 

ner, kleiner Gestalt. Harter ajUj? zusammenfassen. Danacb be- 
deutet ODD 1) im arab. ^J^ zusammenbrtngen = festmacben, 
(= *Xc zusammenbinden]) bemmcn, abbalten. vertheidi- 



PerfekU. 27 

g;ett, zugeln. 2) Fe8tinacbeD= festBtelleB^ bestimmeB, 
und zwar in Reclitosachen ein festes, bestimmtea Urtheil ab- 
faaseo, beschlieasen, daber iiberbanpt entscheiden, einen 
Streit entscheiden, richten, woran sich von selbst die Bedea- 
dnng der Macbt und Herrschaft knupft Auch der einfacbe verwandte 
Stamm ^ ^ bedeutet: festbeschliessen, festbestimmen. 
Ebenao daa verwandte ^^^ iV. S) Etvvaa innerllch, durcba Den- 
ken festmachen d. i. fassen, erfaasen, begreifen, (geistig um- 
fasaen) vernehmen, (Vernunft) verstehen, daher arani.n.ar. |JC^ 
erkeonen^ v^lssen, bebr. Djf^intrans. weise, verstandig, ver^ 
nunfUg aein. — Von derselben Wurzel ist daa bintenverdoppelte 

Perfekt ^^<^ = •^\^ gebildet in der Bedeutung znsammenziehn, 

znruckhalten, daher den Ziigel anziebn, wobei das wieder- 
liolte ^ ebenso zu ^ erweicht ist, vvfe es in j^C^ vornverdoppelt 

and erweicbt erscheint. Wurzelhalft verwandt ist U^ hem men, 
abbalten, verthe'idigen = nDH, dem im Sanskrit jam = b em - 
men vollkommen entspricbt. Denn das deutscbe b em men, engl. 
hem heisst eig. zusammenzlehn, daber auch fassen, fangen, 
zurQckbalten, daber Uamen, Netz, hamu8 Haken. An die 
erate Bedeatung scbliesat aich die des Ueberzlebens und Be- 



deckens, wie in f^j ^^, 1^; daher Hem-d, vgl. schwed. Aam 

Decke, Kleid, (wie ^ t ^^ cin mannlfcbes Oberkleid.) Himmel 

d. i. die Aetberdecke, vgl. Betthimmel, ThronliimmeL Von der Be- 
deutung des Zusammengezogenen kommt ferner in mebren Bil- 
dungen besonders des Arabischen die des Festen, Starken und 
Hart en, wie das verwandte Abd. hamar, slav. Kamen Stein, Pels, 
daber (eine Steinaxt,) ein Werkzeug zum Schlagen, unser Hammer. 
Ao8 der GruodbedentQng erklart sieb sodann auch die der Schwa- 
chung nad Aufreibung; vgl. HQD) Ld sicb zusammeuziebn = 
zuaammengebn, abzehren, abmagern u. s. w. Etwasandera 
Ist die Uebertraguug des schwed. hamluj engl. hamble eig. hem- 
men, lahmen und zwar durcb Zerschueidung der Kniesehnen. 
Vgl. M^^s ampuiavit pedes. Sodann weiter auch die mannliche Potens 
bemraen, achwacben, daher entnannen, lahmen, verstam- 



28 I. Voroverdoppelte 

meln. Vgl. Hammliiig, ^o VerscbnitteDer. Hammel, das ver- 
scholttene, maoDliche Scfaaaf. Endlich wird aoch das ZusammeD- 

ziebn sehr baofig anf ein Sammeln und ZusammeDbaufeD 

^ ^ ^ 
ubertrageo. Ygl. <t4i> , oy u. s. w. 

Die dritte Haaptart der PerfektbilduDg , naiiillcb dnrcb Debniiiig 
des Wurzelvokals , kommt aucb von der obigen Wurzel und ibren Yer- 
wandten io mebrfacben Formationen vor, die aber sammtllcb von der 
angegebenen Gmndbedeutnng ausgeben und nnr daraus sieb richtig 
erklaren bissen, z. B. DD zasammenbringen, aufbaufen J^ U. 
DabernD^II(= tjoyS cumulus) eig. Haufen, Grnppe, sodann das 
Siebeng^tim, die Plejaden. Femer *Li, Dj^ zusammenziebn, 
die Fusse einziehn, den Gang bemmen oder aufbalten, daber 
im Arab, stebn bleiben, verweilen, steben u. s. w.; im Hebr. 
steben, Stand balten anf einem Orte, anf Etwas besteben n. s. w. 
Sodann ancb zu Stande kommen, eine feste Stellnng gewin- 
nen, daber aufkommeu, aufstebn in vielfaeber Anwendung. 
Verwandt ist noy stebn bleiben von der Wurzel Dy = Dp^ wie 
spater sieb zeigen wird. Ganz unzulassfg verglieh Gesenius im Lex. 
man. den Stamm Din mit ppn > als ob "Jl die Wurzel t\ are. 

ij^n statt Tpp, redupUc. Perfekt von der Wurzel ip trenuen, 

sebeiden, daber nntersueben, erforscben, spaben. VgL 
Ij^' "O9 "Ot< U.S. w. im ludogermaniscben entspricbt x^I-vhv, cer-nercj 
cri-men Verbrechen. Im Deutscben steekt die Wurzel in Kerbe, 
Einscbuitt; kebren = xsi^siv und mit vorgesetztem Ziscblaut s-cbee? 
ren,Scharte, Schur, Schaar, 1) Abtheilung, 2) Scbneld- 
instrument, Pflugscbaar u. s. w. Nocb mebr erweiebt and mit 
ganz verscbiedener Bedeutung lautet der Stamm 

fD eig. getrennt, unterscbieden seia, y3^ fi^i^y daber 

ausgezeicbnet, selten, kostbar, prachtig. Unriebtig legen 
nnsre Worterbucher die Bedeutung des Sehweren, die erst aus der 
des Getrennten, Gesperrten abzuleiten ist, diesem Stamme bei, 
und ebenso unriebtig soil er danacb i/;« 139, 17 unbegreiflicb 
bedeuten, wo er vielmehr nacb dem Parallelismus nur durcb kost- 
licb, berrllcb iibersetzt werden darf. — In gleicber Weise bat sieb 



Perfekta. 29 

top zu ' erwefcht in ip^ brennen = nip statt pip\ ferner in J^, 
and sonst , wie spater zu zeigen ist 



bn; 



\j2 anzunden, brennen, Perf. von der Wurzel 7n» ver- 

wandt mit IF) und urspriinglich von der Vorstellung der Aufreibung, 
Zerstorung; und Verzehrung, als der nachsten Wirkung; des 
Brennens, ausgebend. Vgl. 77n* Skr. kal zerbrecben. Der Be- 
deutung und der Wurzel nach sind verwandt die Stamme TvTp und 
riTp brennen, rosten; ferner yh^ statt :i7jI brennen, Sprw. 
17,14. 18, 1. 20, 3. Hitp. sich erhitzen, ereifern. Vgl. Jl|^ 
Oflitze, Aufregung, Jahzorn, Tollkuhnheit. Uaher 2) Un- 
besonnenheit, Mangel an Faasung und Ueberlegung, daher Thor- 

9 

heit, Unvernunft, Unwissenheit. Jj^L^ ein Vermessener, 
Wahnwitziger, Dummdreister, Tollkiihner. Der Stamm 
Jl^ bedeutet a) anfgebracht sein, sich ereifern. b) Fak- 

tlsch den Zorn an Jemand auslassen, sich an Jemand vergrei- 
fen mit JLe der Person. Daher c) nnbesonnen, unklug sein. 
Vgl. ^X^ II. eindringen, angreifen. Jl^sl:^ zu Bod en strecken 

= X.^, Cr^n, JlJL^. Vgl. All's hundert Spriiche von Fleischer 
S.115. Verwandt ist ferner der Stamm H/^ dorren, eintrocknen, 
eiosehrumpfen, grau werden, daher n^^ das hohe Greisen- 
alter. Job. 5, 26. 30,3. Vgl. JlaS ausdorren, Jl^* trocken 
sein. Jl^.^ a Item. Irrig vergleicht Gesenius 703 = x^^r^ ' es 
entspricht vielmehr einfach der Stamm J(^'^ 

IfJJ statt ]nn biegen, neigen, daher das Subst ]1n^ der 

Bauch von kriechenden Thieren, (wie Bauch mit Biegen 
zusammenhangt,) Gen. 3, 14. Die Wurzel p = p> vgl. y^ u. s. w., 
ist mit genu Knie, knicken u. s. w. verwandt Vgl. ^^yji^ con- 
tractus ^ laanufuU. 

THD Perf. von der Wurzel in> 13 u. s. w. trennen, ent- 

fernen, daher Pi. verhelen, verlaugnen, Hif. verbergen, 
eig. schwinde.n lassen, daher auch vernichten. Ex. 2, 23, 23. 
Zack 11, 8. Im Arabischen entspricht ^ji, wobei der erste iUdikal 



30 I. Vornverdoppelte 

Mntenwiederhott nad erwefcht ist, scheideo, tretmen, daber 
1) absondern, verbergen, verdeckeu; S) tauschen, be- 
trugen u. s. w. Vergl. . y ^ = JuLi^. tauscben. iV «r schei- 



den, trennen, abtrennen, daber auch abhalten, hemmen, 
negavit. Mebr yerdunnt ist der vornwfederbolte Wureelbvchstabe 

in dem Stamnie Jl^sl^ n^^amf =. jn/tlJt? I laugnen, ▼erl&ugneB. 
Aus der verwandten Wurzel 13 Ist gebildet TD Verde rb en, Fall, 
Job 21, 20. Wurzelhaft verwandt 1st ferner der Stamm 

2^nD von der Wurzel irtl = pi, Dn> rn» O^ 13, yp u. s- w. 

Es stebt zunacbst intransitiv 1) abnehmen, schwlnden, daber 
mager werden, Job 16, 8. xp. 109, 24. 2) Von Verminderiing der 
Wahrbeit, daber Pi. liigen, tauscben u. s. w. Wuraselhaft ve^ 
wandt ist der Stamm 30 statt *^3 bintenverdoppeltes Perf., attu nock 
weicber /fuflCD I indem nacb einem im Semitischen wie im Indoger- 
maolscben niebt seltnen Uebergange 3 aus 3 sicb erweicht hat. Noch 
ofter gebt n unmittelbar oder durch Vermittlung des 1 in 3 und wettv 
in ^ liber, mt = rjTt; mi = mi ? nti = nn = on u. s. w. Ebenso let 
rf2) in ris iibergegangen , wie ttjxcj und tabuit. Ferner xou)$ und TioieCy 
blicken = i3X87i6tv,- quinque -=■ ubvtb ; Skr. .9o = Kub = Aa9; dodi 
dariiber spater. Fiir die obige Bedeutung ist nocb zu vergleicbei 
^L^ med. vav^ decepit JmL^ confoditj II. deminuit. (jmL^ f. o. id. 
Im Indogennanischen entspriebt dem in )&^n u. s. w. im Allgemetoei 
die Wurzel scbeiden, scidij Skr. cHt; Ropt. schet. 

HDy bier ist wie in mebren folgenden Beispielen statt p oder 3 

der Guttural )f-=zgh wiederholt, wie umgekebrt aucb am Elide das p 
binfig zu y sicb ei*weicbt bat, z. B. yp3 fur pp2* Ebenso npy statt 
JTUp V. der Wurzel ip 1) abscbnelden, ausreissen, ausrotten; 
2) intransit. im Arab, ausgerottet, d. i. ohne Naebkommen, 
kinderlos sein; daber dann im Hebr. aucb die bestimmtere Bedeit- 
tung der Unfru cbtbarkeit sowobl des Mannes, als des Weibes. 
Von einer Entmannung (DID), wie Gesenius meint, gebt dtese iiber- 
tragene Bedeutung schwerlicb aus und ware in diesem Fall auch wobl 
nicbt zur Bezeicbnung weiblicber Unfmcbtbarkeit gebraucbt woi*den. 
Mit Wiederbolung des ersteti Radikals am Sobluss lautet der StauMi 



TO 



m. 



Perfekta. 31 

)np zerreissen, statt pip* Wurzelhaft verwandt ist y^Qh-vuv, Vgl. 
welter ipn* 

binden, Jla^, vod der Wurzel np trenneu, abhal- 

ten, daher festmachen. Gen. 22, 9. Vgl. o\s med. ja sperreu, 
daher fesseln; ol^ verhindern; t:| Band, F^sael; Tgl. got- 
ten, verbinden, Gitter, Gatter u. s. w. Wurzelhaft verwandt ist 

J verdrehen, von der Wnrzel e^ abschnelden, sper- 

^ ^ ^ 
ren, verwickeln. Ebenso ^^v ^-* g^ festmachen, umringen; 

fci^g^ abhalten, zuruckhalten. \ja£=^ storrig, Tviderspenstfg seln. 

^WV winden, verdrehen, von 7p spalten, trenuen, 

Itch derselben Uebertragung. Vergl. Jla^ 1) zuruckbalten, feafieln, 
aibinden. 2) Trennen, seheideny durchdringen , daher geacheidt, 
scharfsinnig, verstandig, einsiehtig aein. 

3Dy P^ff* ^^^ ^^ Wnrzel ip* Als Grundbedeutung geben 

fkiemus u. A. an: hinten oder hoch sein, was aber iiberhanpt 
niciit wohl die erste Vorstellung einer Wurzel sein kann. Diese be- 
dentet vielmehr zusamme nziehn = zuriiekzfehn, daher Cj^ f 
Habbeugen, zuruckbleiben , zogern, wie das ehald. n332> hebr. 
Fl Kiriickhalten Job 37, 4. Aus der Bedeutung zuruckbleiben 
erUirt sich im Arab, aucb die: im Riicken seyn = hinterher- 
kommen, daher nachfolgen, woran sich znglefcfa wie im Hebr. 
dieder heimlichen Nachstellung, des hamischen, hinterlisti- 
genHandelns und Betriigens sehliesst, hintergeben. Gen. 27, 36. 
Im Aethiop. hat X}^f\\ aucb noch die Bedeutung hal ten, huten, 
bewahren, die sich nur aus der angegebenen Grundbedeutung obne 
Sciiwierlgkelt erklart. Dann steht es aber ebenfalls im schlimmen 
Sinn: hfnterlistig Jemanden auflauern. — Die einfache Wurzel 
fmdet sich noch in :np zusammenziehn, daher a) iiberziehn, ver- 
bullen, wovon rop etwas Verhiilltes, Verhangtes, daher eiti 
dorch einen Yorhang abgesondertes Seitengemach, Al-kofen = 
nsn* b) Zuammenbiegen, festmachen, daher 3p Gef ass. Pass, 
^v/Mi,- dann ein bestimmtes Mass furTrocknes, nicht vom Hohlsetn 
Wnsimt. c) Zusammenziehn = niederziehn, daher Z^^ 
liederstrecken, Im Hebr. mit Worten niederziehn. ber- 



32 I. Vomverdoppelle 

nnterreissen, daher schmahen, hdhtien, TerwfiDscheo 

Nam. 23, 8 ff. Vgl> ^ a...? (st (^ - g) verabscheuen. O-be- 

schimpfen, schanden. Ganz unzulassig vergleichen Oesemus 
u. A. de» Stamm 3p^> der von der Wurzel pi aus g^ebildet iat: pp^ = 

71pl = Dpi? ^3> dpi* Verwandt aber ist der Stamin \^\j f. o. zu- 
aammenziehn, daher a) sieb zuriickziehn , fliehen. b) 'Weg-- 
zlehn = wegreissen, aufreissen, daher II. ausreissen, 
Sparen dem Boden eindriicken. Im Hebr. gehort HDp = Lo zu diesem 
Stamm; daher HDp das Zusammeng^ezogene, Wulstige, daher 
derfette, rauhe Thierma&^en. Deut. 18, 3, lUS und SL^ . Ferner 



n^ Zusammenziehung, Zusammenschliessuiig, Umhiil- 
lung, daher wie vulva die Hiille der Leibesfrucht des Weibes, die 
Gebarmntter, die sich nach einer Empfangniss schliesst LXX.: 
Iirjr^a* Num. 25, 8. Es ist nicht die weibliche Schaam uber- 
baupt und noch weniger ist das Wort aus T):Spi verkijrzt, wie man fast 
allgemein annimmt. Vgl. atli. <|>'flOl Turban, eig. Ueberzug, Cm- 
hiillung des Kopfes. 

Die iibrigen Bedeutungen des Namens Dpy in den Subst. ergeben 
sich nun leicht. 3]^ Zusamnienfassung, Abschluss, Ende, 
i daher aueh Erfolg=Lohn. lipy^ Hiigel, eig. das Zusammen- 
gehaufte, die erhohte Erdmasse, Jes. 40,8, wurzelhaft ver- 
wandt mit n}^:^ von ];n:i st. :i3> npj{ dasZusammengezogene, 
Eingebogene, daher die Einbucht des Beins oberhalb des Kno- 
chels , die F e r s e = nrsg-va , vgl. perna , S c h i n k e n , eig. Bie- 
gung, Wolbung. Sodann steht die Ferse als Hintertheil am Fusse 
poetisch aueh fur das Hintertheil eines Heeres (vgl. _f«*fi) Jos. 
8, 13. Vgl. Gen. 49, 19: er wird die Ferse bedrangen, d. I 
den Feind von hinten, auf der Flucht. Fiir die Uebertragung vgl. 
[Ss Biegung, Wen dung des Hauptes nach hinten, daher der 
Hinterkopf, wovon aueh wohl das Zeichen p im Gegensetz zu > 
alt <|, das sich nach'vorn neigt und Gipfel, Spitze, Kopf 
iiberhaupt bedeutet, seinen Namen hat. Vgl. 1^ ausgestreckte and 
Fp zusammengezogene, gekriimmte Hand* 

Ganz dieselbe Wurzel, nur anders verdoppelt als Dpy> steckt in 
ySp' wobei der erate Radikal am Ende wiederholt and ebenso erweicbt 



Verfekta. 33 

M, wie bei Spy vorn. Die Gnindbedeutung ist bier ebeofalb nicht, 
trie Gesenius u. A. annehmen, hoch, rundgewolbt sein, waa 
tusserdem nor eine abgeleitete Bezeicbnung sein konnte , sonderu 
zosamnienziehn, bemmen, zuruckhalten, daber aucb neb- 
men, entzieben, berauben, Mai. 3, 8. Sprw. 22, 23, wurzelbaft 
verwandt mit |Op fassen, nebmen. Vgl. «_^ • heimlicb ent- 
zieben. Danacb bedeutet n32^ Keleb, eig. Bebalter, Gefass 
(= 3j5), wie das verwandte wclcbere Jf»5j» Vgl. 4^4^"flr Scheide, 
fUg, Ueberzug, Umbullung, die aite, unerweicbte Form des Perfekt- 
stammes spy = :spp* Femer ist y^lp = yjls der Helm, nicbt vom 
Gewolbtsein, was seine Eigensebaft wenig ausdruckte, sondem vom 
HemmeD, Abbalten und Scbirmen benannt, wie Helm ?on 
kelen = eelare, bergen, decken, also etwas Bergendes, 
Schtttzendes, eine Schutzbedeckung. Das m in Helm ist das- 
lelbe, welcbes im Semitiscben wie im Indogermaniscben das was 
(M^) bedentet, also Helm, das was belt, irerbiillt, bedeckt, 
wie 7WQ '7^ u. 8. w. 



DiSy von der Wnrzel DS erweicht ans DSS, eig. spalten = 

aktperren, daber festmacben, binden. Vgl. npy und S^y; 

^fkdskA zusammeobiegen , ^ ^ ^ *> Sell. Daber das Subst 0^ 
Fassband, Fussfessel, Sprw. 7, 22. Dann steht es aucb wie 
ias arab« Jj^^^ von den Fussspangen der Weiber. cVgl. (|a^ 
Fnssapange, als ScbmnckO Davon ein Denominat Jes. 3,16, solcbe 
FnssspangeD tragen und damit klirrend auftreten. Fiir die Grundbe- 
feHtoAg vgl. nocb Aeth. U71UI festbalten, daber ausbalten, 

ertragen, gednldig sein. V'J't'l umringen, umgeben=: 

^ ^ .^ 

Verwandt ist ferner n>H u. s. w. 
Oj7 von der Wurzel 13, (vgl. "OWscbeiden, trennen, 

durchbrecben, daber 1) aufregen, das Wasser triiben. 
So fan Arabiscben. Dann auf Menscben Cibertragen 2) verletzen, 
ins Ungluck sturzen. Gen. 34, 30. 

jDy =y:3 von der Wurzel p beugen, unterdrncken, 

▼ erietzen, betr&ben. Daber ein Nom. pr. Jos. 7, 1 ff., an dessen 
Bedenton;, so wie an die des Tbales Achor Jos. 7, 26, sicb ein etymo- 

a*i«r's hcbr* Wan«lw6rterbuch. ^ 



■ea 



34 I. Vorarerdoppelte 

lo^flcher Mythus knupft. Das verdoppelte 3 M in ]^ ebenso vorn 
erweicht, wie bei y^3 hinteu. 

U^ traurigf seln, Perfekt von der Wurzel 0!! ^Oy) 1^ voll, 

erfiillt sein, eig. zusammengezog^en, daher iibei-tragen : be- 

s ^ 
kloDimen, bekuminert, beangstigt. Job SO, 25. Vgl. ^ ^ 

moeror, |%-^5 ^ont^^^^i^^ anxit. Hinteaverdoppelt lautet der Stamm 

^ «* *» 
ebenso erwdeht A4^ zusammenbringeD, sammelny verbin- 

den, anfiillen u. s. w. VgL die Beispiele unter D2n* Schwer zu 

vereinlgen sind die Bedeutuagen dea arab. Stammes j^; doeh ergeben 

sich die bauptsachlichaten etwa in folgender Weise. Die Grundbe- 

deutung der Wurzel ^ ist zusammenbringen, zusammen- 

fassen, daher |^ji& 1) iiberhaupt fassen, nebmen, besonders mit 

den Zahnen etwaa zusammen driicken z=. beissen, um es za 

nntersucben , zu versucben. %) Zuaammenbringen = fe stmaeheny 

IV. die Thiir verriegeln. 3) Uebertragen : festmachen, fest- 

bestimmen, und zwar die Aussprache der zweideutigen Konsonanten 

festsetzen, sie mit diakritischen Punkten versehn. II. IV. 

•• ^ ^ 
Oder vielleicht so: zusammendriicken, beissen, dann wie ^4^ 

stossen, ptmgere, daher punktfren, Stiche oder Punkte 
machen. Auch die zweite Bedeutnng^ konnte man alsdann so ableitiHi: 
die Thiire zustossen, zustccken, durch Einsteekung des Riegels. 
4) Anf die miindliehe Rede angewandt bezeichnet das Fes tm aches 
eio Steekenbleiben, Stocken, Stammein and Stottern, 
nnd deashalb iiberhanpt: anslandisch, barbarisch spreehen. 
V^l. i^t wer gar nieht, oder nicht fertig und deutlich arabiseb 
spricht, der Barbar. Der 6te uud 7te St. bedeufet allgemein : zu- 
sammengezogen, gehemmt, daher dunkel, zweifelhaft 
selD» Ebeuso der Stamm a^^i*^ durch Wiederholnng der ganzen 
Wurzel gebildet: gehemmt, dunkel, nndeutlich reden. In- 
dem die wiederholte Silbe von Dliy zu einem blossen Hauche abge- 
schwacht ist, lautet der Stamm 

Oj y uod tbeilt einmal die Bedeutong: beengt, beklammen, 

gedriickt, daher traurig aeln; geht dann aber in dem Subst 
Q^ B&her voB dor ursprunglichon Bed. der Zusammenziehung un^ 



Peifekni. 35 

Aisaramluug^ oamentRch de» Wassera aus und bedentet 1> Sumpf, 
Tclch, vg!. La Waasermagge; ath. ^f^^Wj^f^o; Sumpf. 



2) Etwas Znsammengezog;enes, Yerachliingenes imd YerfloehteDea, 
daher Dickicht, Versteck, Htnterbalt, beaonders der Anfent- 
hak dea Lowea. Diese Bedeutung bat in Arab. ^( nebeii der dea 
Teichea und Sumpfes, und bedeutet dessbalb waiter auch allge- 
oeia: Featangswerk, Burg. Eiiien abniicben Sinn verlangt daa 
Wort Jerem. 51, 32. Dass der Feind durch Feuer das Wasser der 
Festungateicbe ausbrenue, ist an sicb airanoglicb und konnte dichteriscb 
nor vom Feuer der Sonne oder des Hfmmels gesagt sefn, 1 Kon. 18, 38. 
Auch paaat diese Auffassung kefneswegs in den Znsammenhang. 
Vers 30 beiaat es, dass die W oh nun gen und Rfegel d. i. SchlSsser, 
fsste Platze C^esonders am Eingange) der Helden Babels in Brand 
{[esteckt werden. Dann lauft ein Bote iiber den andern ond meldel 
km KSnige von Babel V. 31 —32: 



„Dau aeine Sladt vom Grudd aui erobert se\. 



Dafs die Uebergange (BrQcken = «iAJbo) genomnien. 
Die Featungswerlie mit Feuer Yerbrannt, 
Uad dsM die Krieger EaUeUen ergriffen.* 

DieDtXIM afnd also offenbarSefautzwebren an andern Eade derUeber« 
g:aogapnikte, wfe man dtese aucb bestfmmter faaaen mag, nach derev 
Vemiehtang die Stadt selbat dan Feinden v5Uig zugingUcb war. Nnr 
80 gefaast entbalten die Worte eine kurze Beachreibung der ganzlichen 
Erobemng und begriinden die Besturzung der Krieger in der gespreng- 
ten Featnng, nicbt aber, wenn man die ausser der Stadt liegenden 
Swnpfe auabrennen und die Furthen besefzen laast. Es entsprechen 
also V. SO Daher die U^rirO> die zerbrochen, und die Wohnungen und 
Bnrgen der flelden, die man angeziindet. h der Botscliaft an den 
Koaig werden aber nur dfe Bruckenfestnngen ala die wichtigsten 
erwahat. So fatate achon R. Jona daa Wort aia mwnlmentum und 
Terglfch ^LaT areas. Ebenso Ewald: Vorwerk, obwohl er mtt 
Dnrecht daa "Wort fiir eIn ganz anderes hUt, ala das, welchea 
S a apf bedeutet. Oesenius fnstst es nU Binsengeatr&ucb, Schllf, 
k$ mu zur BahooDg dea Wega verbrapMit Ebeaao Kknchi; aber tm 
■Kt me gante AUeituag iat iibrigena bel Ifcaantw TolUg miaa* 
ntdieB. — Ton der Bedeutuiig dea Kaaamaieiigeaogeocn, Yer* 



3G I. VornTerdoppelte 

sclilungencD kommt endlich auch |1d:)H etwas Biiidendes, Band, 
daher Rinse und eiii Sell daraus gemacht. Job 41, 26. Kessel 
bedeutet es Job 41, 12 nicbt. Hintenverdoppelt und ebenso erweicht 
wie QdM lautet der Stamm H12^ > der spater zu erklaren ist. 

^^b( Wurzel y]:i = D:i zusammenzlehn, daher rj^K Zusam* 

menziehung, Haufen, Masse, niir im pi. D^BjM. Heerhaufen, 
Schaaren, Truppen, Ez. 12, 14. 17, 21. 38,6,9. 39,4. Vulg. 

agmina. Vgl. die Wurzel in uL^^ Mensehenmasse; uL^ 9 SJu^ 
agmen^ caterva hominufn* Etcald Ubersetzt Reiterschaaren, 
Schwadronen, wolil nicbt richtig. Vgl. bes. Ez. 39, 4: „Auf Israels 
Bergen wirst du fallen mit all deinen Schaaren und mit den Volkem 
die bei dir sind.** Auch an andern Stellen steht es mit Volkern 
parallel. Reiterei war ausserdem nur in der Ebue anwendbar, vgl. Am. 
6, 12. Auch ist diese Bedeutung sonst nicht nachzuweisen, selbst nicbt 
in einer alten Version. Geseniua leitet die Bedeutung falsch von l]j 
Fill gel ab und halt dies Wort ebenfalls irrig fiir verwandt mit rpf 
ni3* Es bedeutet Zusammenziehung, daher a)Biegung, Wol- 
bung = Riicken, Sprw. 9, 3. Chald. Fliigel, vgl. rjij; fliegen. 
b) Zusammenziehung, Zuriickziehung = Alleinsein, Ledigkeit: 
iQ39 In seinem Allelnsein = 1i3^ Gen. 2, 18. Daher uuverhei- 
rathet Ex. 21, 3 f. Vgl. ttfJDH* uLft vJ^ ahstimiU, 



XX^ Perf. von der Wurzel p trennen, son der n, daher Nif. 

sich absondern, sich aufsparen, sich enthalten — der 
Ebe, Ruth 1, 13. Vgl. ]H trennen, abschneiden, sperren, 
daher schiitzen; \l Garten, eig. ein abgesperrter, umzaunter Ort. 
Vgl. ^^ decken. J«jt abwehren, abhalten. \^ trennen, 
abhalten, hiiten, decken, insbesondre auch ein Madchen 
buten, bewachen. ^j^^ils^zu Uaus sitzen. ^^^ sich nieder- 
lassen, setzen, briiten. ^^o» Sitz = Nest. Nacb Kimchi ist 
das talmud. T\yojf ein Weib, das unverheirathet zu Hause sitzt Wir 
sagen &hnllch: sitzen bleiben = unverheirathet bleiben. Der 
gleiehlautige arab. Stamm ^J^ |iat zwar eine ganz andre Bedeutung, 
gefat aber voa deraelben Vorstellung der Trennung := Wen- 
dung und Biegung 1109^004 b^eatet daher xusammenbie- 



Perfekti. 37 

^fn, zusammendrfickeo, kneten, vgl. ]n3 t^^i genu, Knie, 
kiiieken u. a. w. 

^JtTkrelscn, sprinc^en, von der Wurzel 7II» deren Grund- 
bedeutung unter 7jr naher nachgewiesen Ist. Vgl. welter t^ uud TH 



ana derselben Wurzel gebfldet. Ij^ laufeii. JjLIx schDeil eiii- 
bergeben. 77!! u- «• w. Jbf eilen. Daher73y Kalb, gewdhiilich 
ab daa SprlDgende, Kreisende aufgefaaat; aber wenlg passend. 
Der Stamm bedeotet: hcrvorbrecheii, durchbrecben, daber 
aucb Jb^ vorapringen. So steht 7!!^. urspriinglicb offenbar vom 
Darebbrucb be! der Geburt und bezelcbnet ein Geborenes, Ge- 
worfenea, Jiingea uberbaupt, im Hebr. danii speciell das Junge 
Kalb. Daa arab. Jb^ Kalb bezeiehnet im Plural Jl^LcI nodi ganx 
illgemein: die Jungen. (Vgl. Jlj^La etwaa Hinfalllgea.) Nocb 
aehr Im atb. X^AI daa Junge elnea Lowen, Esela, HIrachea 
11.B.W. , auch von Mensehen. Abgeleitet ist davon oflfenbar erat 
die Bedentung des Jungen im Mutterleibe, der nocb ungebore- 
len Leibesfrucht, des Fotus, welche Oesenius Im Thesaur. als erste 
Bedeutung annlmmt. Der 4te Stamm voii jLaf hervorbrecben, her- 
vorapringen mac hen, steht noch von nnzeltiger Geburt Wurzel- 
haft verwandt Ist IT = 1/n> worulifr spater. Vgl. noch Jif die 
joogen Kamele. TID gebaren. Das Subst. Tl^y^ bezeiehnet das 
Dnrcbbrocbene, Ausgebohrte, Rundgemachte , daher 
Ring, Ohrring. 

von der Wurzel 3:1 =^ DjI zusummenzlehn , herbei- 

ziehn, mit dem Willen und Wunsrii erfassen, daher verlaugen, 
begehren, lleben, besondcrs von unkeuschem Liebesverlangen. 
Vgl.^^u^ lieben = DHK id. 3M^ verlangen. Auch unser liebeo 
bedeutet elg. begehren = Inheres Verwandt iat ferner f»l^9 0^ 
eratreben, verlangen, an aich Ziehen = DD> Daher daa Subat 
TIQJQHab. 1, 9, Drang, Streben, Verlangen: „nach Stikrmung 
ist das Streben ibrea Gesichts, oder: nach Sturm verlangt ihr Ange- 
sicht", wo Gesenius u. A. Schaar iibersetzen, gegen den Parell. 
Richtig Schfdtena : impetus. Im Sanskrit entspricht ap = ad-ip-iscL 
V^. happen, ^yD herbeiziehn, herwijnschen , hoffen = cupere 



m 



38 I. Yuriiverdoppelle 

u. s. w. MU ayanatt ist es w^ihrscbeinlich nicht zusammenzasteUen. 
Die Grundbedeutung von ^y zeigt recht deiitlich auch das arab. %.>9( 
sich wunder«, verwiindern, eig. angezogen^ jgefeflselt, 
ergriffes sein von einem Gegenstande ; vgl. gaffen. 

ijy von der Wurzel ly^ vgl. T\^ spalten, trennen^ daher 

wegnebinen^ piuiiiJern. ^« sich trennen, z«riickziebeD 
vor Jemand — aiis Furcht. Dei* obige StaiQin findet sich Bwr im dem 
Namen eines Vogels TUJ^ Jer. 8, 7. Jes. 38, 14, worunter wahmcheis* 
lich mit Bochart der Kranich zu verstehen ls<t, der aber wohl nicht 
als Schreler, sonders als der sich Treiinende, Fortgehende^ 
Wandersde, mithin als Zugvogel bezeichnet sein mochte. VgL 
1a^ trennen = abwenden, biegeii, eivhiegen, daher a«ch 
eiatenken = ziiriickkehfen = "jir , si^ f* o. id. vgl. *i> 

iJn vmi der Wurzel 13 spalten, sperrjen, daher f«sl- 

"" "*" S^ 

machen, giirten, umgijrten. vgl. ^Seil. ^ hemmen, hin- 
dem. Derselbe Stamm hinten verdoppelt ^j^. eng, beklemmt sefo. 
II. eng machen, in die Enge treiben. T^ festmaclieii, 
web en = D1K von der Wurzel TK = in u. s. w. 

3^11 von der Wurzel^* Der Stamm kommt nur als Subst. vor 

uod bezeichnet wic ^aTH Heupferd, pS^ Hiipfer, Grashiipferi 

eine ausgewachsene, essbare Gattung von Henschrecken. Lev. 11^ 31 

t^ ^ ^ 
Im arab. bedeutet der Stamm y^.S^ nach der Wurzel ^^^^ zusammen* 

ziehn, eine Decke vorziehn, daher uberhaupt v e r h ii 1 1 e n. Da- 
nach ist diese Heuschreckenart im Hebr. wahrscheinlich von der 
Umhullung und nach dem Alter benannt, insofern die Fliigel vor der 
letzten Hautung noch nicht ganz frei und von einf r hornartigen Haut 
nberzogen sind. Ist diese gelost, so heisst die Heuschrecke TOTI die 
Abgestreifte, wenigstens 1st Joel 1, 4 das WoH so zii fassen. — 
Wurzelhaft verwandt mit 33n ist zwar 33 unil *'nl3^ ^l^ Heu- 
schrecke, aber wahrscheinlich nach cincr andern Vorstellung 1>e- 
nannt, namlich entweder als Laufer,Zieher, Kriecher, Insofern 
mehr die Jungen damit gemeint sind, Jes. 33, 4, oder nach \ 2^ her- 
ausgehen, die aus den Eiern hervorgekommene Brut, in 
welchem Zustande sie zugleich mehr massenwels snsammen leben. 



Pflrfbkla. 39 

taherein Wort8|ri€l If ah. %, 17: Hanfea von Hapfern, von Ueu- 
fferden, obwohl hier berelta voUkommett ausgewacluiene damit 
gemelat siad. 

Pn cbr. Xsy. Ez. 42, 12, welches nn»re Worterbucher ohne Er- 

klaning^ and genugende Ableitung^ lassen. Gesenius fasst ]tn nach 
i dem talmud. p:in als schickllch, passend, bequem, eiiie sehr 
ibgeleitete Bedentnng^ , die das Wort aiisserdem hfer gar nicht haben 
i kaon. Der Stamm ist warzelhaft verwandt mlt ITU biej^en, von der 
Wnrzel p = ^ ?p u. s. w., die von der Vorstellung der Trennung, 
Scheidnng = Abbengung ausgeht and dann iiberhaapt auf ein 
Neigen und Biegen ubertragen ist. ^jjl^jd gebeugt = niedrig, 
gering. Das Adj. pn bedeutet also wortllch: hinbiegend, oder 
bingewandt, sich erstreckend, vgl. (JJ^« regio nobis ob- 
versa nnd entspriclit ganz dem deutschen gege n , versus: „der Ein- 
gang an der Spitze des Wegs, namlich des auf die 
Miner binbeugenden Wegs, oder: des Wegs gegen die 
Hauer n. s. w. Ez. a. a. O. Vgl. ^^ 1) beugen, kriiinmen, 
z. B. Holz. 2) EtTvas zn sich herbiegen, an sick Ziehen; 
bitr. einer Sache anhaiigen. u^ sich vorwarts neigen. aJL:^ 

neigen, bin neigen. So erklart sich auch das Wort pan im Talmud, 
e^. g^ebogen, d. i. gezogen, daher passend, an standig, wohl- 
g^ezogen, das Gegentheil von Steiflieit, Stdrrigkeit und Ungeschick. 

ijn von der WurzeMa trennen, sich treunen, zuriick- 

- T 7.7 

Ziehen, daher fliehen,^^ id. Uaher das JSom. pr. 1^ Flucht. 

Vgl. -uy- 

wlj von der Wurzel in = Vl) i:Ij "O u. s. w. trennen, ab- 

•ehaeiden, vgL iq Berg, eig. das Abgeschnittene, Her- 
vorat^bende, (ivie jj^) und mlt o^oq nicht zu vergleichen. In- 
tranaitlv bedeutet der Stamm niederf alien, sich niederbeugen, 
efM hanfige und nahellegende Uebertragung 1 Kon. 18, 42. VgL 
%^ profundius in cavum demersus fait. 

nSn Job 19, 3, von der Wurzel ")D durchbohren, uad zwar 
■it bartefl Wortm, frech, schonungslos Jemanden zn- 



40 1- Vornverdoppelte 

setze II. (lanz irrig^ iiiiuiiit Gesenius *^ oder ^ als Wurzel an, wo- 
bei das n vollfg unerklftrt blelbt Im Arab, ist za verglefiehen y^x^ 
ungerecht verfahren; eig^ensiniiig streiten. So steht das 
Wort auch Jes. 3, 9, vom schamlosen, frechdiirchbohrenden Blick. 
Vgl. I£^ gemein, verachtlich sein. Im Hebr. ist wurzelhaft 
und der Bedeutung nach verwandt IS^ verletzen, betruben; fer- 
uer ")y;i anfahren, schelten, wie nach der alsbald zu gebenden 
Ableltung uicht zweifelfaaft bleiben wird. Gesenius, Wiener u. A. 
vergleichen das arab. ^.^^ eig. ergriffen, gefesselt werden, 
a) von Bewunderung, Staunen, b) von tiefem Schlaf. 
Dieser Stamm geht ZTvar von derselben Wurzelbedeutung aus: tren- 
nen, abhalten, fessein, vgl.^L^s, umschliessen, fesselii. 
^•^ Sell, Fessel. AUein fiir die angefuhrten Stellen passt diese 
Bedeutung nicht. Bei Job lielsst es namlicli 19, 3 : 

Schon zehnuial luacht ibr luich beschamt. 
Err5thet nicht, indem ibr micb durchbohrt. 

Dass dies die einzig richtige Uebersetzung des Verses sei, geht ganz 
entschieden aus dem vorhergehenden Verse hervor, mit dem der 
dritte im Parallelismus steht, so dass sich die Glieder 1 und 3, 2 und 4 
entsprechen. Dort heisst es namlich : 

Wie laiige woUt ibr kiiminern meine Seele. 
Wie lange uocb mit Worten micb zermalmen? 

yen und IDH erklaren sich also gegenseitig , was die Ausleger bisher 
nicht beachtet haben. 

Oyp statt 033 unmuthig sein, ziiinen, von der Wurzel 

DD spalteu, brechen, daher im Innern verletzt, uuwilllg 
sein, grollen, wie v^ von der verwandten Wurzel |rp* Es er- 
scheint hier umgekehrt, ahnllch wie schon bei *irD und tt^ der zweite 
Stammbuchstabe erweicht, womit meist immer ein sehr bestimmtes 
Anseinandergehen der Bedeutungen verbunden ist , wie schon aus den 
Beispielen 73n und 7rD dentlich sein wlrd^ ebenso oyo and D3y; 
dahin geh5ren ferner: 

n^p spalten, klaffen, daher tief sein, von der Wurzel 
Ip, verdoppelt and erweicht aus *tpp* Vgl. Xh. tief sein, jl^ 



Perfekla. 41 



» -- 



Hohle = rriljtj, yj^j Id. Tin Loch, Hdhle. ^j[y--ft versenkt 
werden u. 8. w. Wurzelhaft verwandt ist ferner 

Tjy schelten, von der Wurzel Ty, = tl, TH, TD u. s. w, 

spalten, dnrchbohren, daher mit Worten Jemand dnrch- 
bohren, scharf treffen, anfahren. Vgl. ."DH and das wurzel- 
baft yerwandte rm (statt T0[) PI. Strelt erregen, Hlfp. sich 
eotruaten. Vgl. TJJ = !)• 

lU^J wanken, vom Erdbeben. Vgl. g^ zerbreelien C^:i 

oder B^:i Erdscholle, elg. etwas Abgerlssenes. Verwandt Ist 
die Worzel tt^3 in W^D, eine Bildung, die spater zu erklaren ist 
(BfBb = lftf2 = 7^S) und die ebenfalk von der Vorstellung der Tren- 
Bongund Scheidung ausgeht, daher wanken, schwanken, strau- 
cheln, sturzen, also die grade Haltung, die Einhelt des 
Ganges verlieren. Vgl. T'Vf^ das Bell, elg. das Abhauende, 
Fallende. 

/^[Ji von der Wnrzel ^y = S:i trennen, aussondern, da- 

bcr verwerfen, verabschenen, verschmahen. Vgl. J^« 
siek trennen = zuruckziehn vor Jemand, daher furchten. 
JbL^ trennen, durchbrechen, daher 1) erdffnen, zeigen, 
tDzeigen; 2) vorschrelben, auflegen, ansetzen; daher 

3) setzen, stellen, einrichten iiberhaupt. Die andern Bedeu- 

taogen ergeben sich leicht. Vgl. Jla^^ trennen ==-niederstreeken. 

J^aP n. 8. w. Verwandt ist der Wurzel und Bedeutung nach , indem 

P zn M sich erweicht hat 

^2u spalten, trennen, daher 1) Idsen, eriosen, ein- 

losen, retten n. s. w. (vgl. rh^ statt :i^:i a) spalten = off en 
Bacben, b) ansleeren, fortfuhren. Ferner n^:i kahl, leer 
sela.) 2) Trennen, ansscheiden, daher Pi. verwerfen = fiir 
Dnrein erkl&ren, also verunreinigen Mai. 1, 7. Pu. verwor- 
fen, ansgeschlossen werden (vom Priesterthnm) Esra 2,62. 
NeL 7, 64. Ebenso im Syr. Aph. verwerfen. Man kSnnte auf die 
Bedentong des Befleckten auch voii der des offen, zuganglich 
Semachtev, also Preisgegebenen kommen, wie 77^9 &^&n^ov> 



42 1. VoroverUoppelte 

gemein machen, profaniren, beflecken, im Gegensatz des 
Geweihten and Unzuganglichen, wie tthp = Tip efig. abge- 
schieden, abgesondert, daher heilig, rein sein. Do€h 
scheint die erste Erklarung liaher zu liegen. Oesenius ninat fur die 
zwei Bedeutungen losen and Pi* verunreinigen, wie nocli ofters, 
zwei versciiiedene Stamme an, aber sehr mit Unrecht, wie die hier 
gegebene Ableitung beweisen wird. 

Bei vielen Stammen , wie schon oben angedeutet wurde, sind die 
Kehl - and Gaumenlaute p2!iny in der rednplicirten Silbe theils zu dem 
flussigen Halbvokale ** erweicht, theils in den leisesten Hauchlaut, Hy 
entsprechend dem griechischen Spiritua lenis iibergegangen. Dahin 
geboren folgende Beispiele : 

I^T' ^9 bestimmen, beaonders den Ort, oder die Zeit, vm 
der Wurzel *iy = *i:i, *13 spalten, abschneiden, einschnelden, 

OS ^ 

also fest bezeichnen. Ygl. J^ z&hlen, eig« Einschnitte 
oder Unterschiede machen; Tiy^ woher TV^yf Abschnitt, 
dann die bestimmte Zeit, insbesondre die monatliche Reinigungs- 
zeit des Weibes, daher der Blutfluss, die Menstruation selbst, 
wovon Jes. 64, 5, ein unschones Bild entlehnt ist. Die Urbedeutung 
zeigt sich ferner sehr deutlich in dem wurzelhaft verwandten Stamm 
TXiy (aus jny erweicht) spalten, trennen, brechen, daher ein- 
brechen, eindringen u. s. w., wor&ber spater. Sodann erklart sich 
aus der Grundbedeutung von njT auch dasSubstantiv my, Trennung, 
Absonderung, Yersammlung, besonders der Gemeinde. Zo 
vergleichen ist ferner das verwandte n^y scbeiden, entschei- 
den, festbestimmen, daber nny, und rvny. Befehl, Verord- 
nung. PL festmacben, fesseln, umstricken if;« 119, 61. PiL 
m^ wiederaufhelfen, h erste lien, eig. f est machen i/;, 146, 9. 
Hif. eig. causativ entscheiden lassen, Bescheid geben oder 
bestimmt aussagen lassen, daher zum Zeugen machen, 
oder anrufen, Jes. 8, 2. Dann bedeutet es nberhaupt Zeugniss 
ablegen, zeugen, betheuern. Weiter stefat es von eindringeii- 
der, heftig zusetzender Rede, daher ermabsen, riigen u. s. w. 



Perfi^kU. 43 

7}p im arab •!©•, von der Wurael ty = T3, t3, spalten, schei- 

den, daher eDtscheiden uber Jemand, Befehl geben u. s. w. 

?g;L Tty entsclieidend, machtig sein. Im Hebr. komipt der 

Stmnm nur einmal in Nif. vor, Jes. 33, 19, tyi^, wo er nacb dem 

Zosammenhange offenbar von gespaltener, gesperrter, also 

nuklarer nnd verwirrter Rede stehen muss, eine Uebertragnng, 

die Im Semitiscben sebr haufig 1st. Vgl. ^t03, TYI3 stammein, 

stottern, elg. gesperrt, •hne Zusammenhang reden. 

Verwandt mit tJT ist der Wnrzel und Bedeutung nacb *1M fest- 

Dtchen, fesseln, eig. absperren; ferner triK fassen, fest- 

balten; -^a^ gebrochen = schwach sein; jla^ spalten, sperren 

= abb alt en, bemnien,b!ndern u. s.w. Es bedeutet also \yS^ OH, 

das barbariscbe, unsemitische Yolk, das gebrochen 

spricbt, oder das stammelnde, womit die Hebr. iiberbaupt gem ein 

aoslandiscbes Yolk bezeiebuen. Dem Sinn, aber nicht der Wurzel nacb 

ist ly? barbarisch reden, jp. 114, 1, zn vergleichen, denn die 

Worzel, wie wir spater sehen werden, ist 3^, nj;^ = Tj;^; yyh = ^yf 

1.8. w. Die Slaven uennen in fthnlleber Welse jedes Yolk, das sich 

Iknen nIcht verstandHcb maohen ka^n, geradezu stumai, oder, wfe 

ler Araber sagt : »eltt Yolk, das sehier kein Nensehenwort 

verstelit^. JFV-oAfi, Ibn Fo^lan, S. 190 f. Ygl. ^ ^V mutns^^ barbams. 

SSy^ bekleiden, nur Jes. 61 10, = ntoy (a^s )J^]f erwelcbt, 

wIe rOif aaa pay, m)} aus jn)} w. a. w.) Perf. von der Wurzel toy = 
fjf^ iPf tif ns u* a. yr. spalten, abhaltea, hemmen, daber 
ingeben, aich bedecken, umbiillen, wie das wurzelhaft 
feiwaadte m> Fir dUe Wurzelbedeutung ist zu vergleichen tdiy 
eiiaclineideD, eingraben, daber By, Griffel. Ferner td^y auf 
Jeniand einstiirmen, zomlg anfahren. Yerwandt ist auch n^ 
Spalt, Scbelt, daber Feuerbrand. Die iibertragene Bedeutung 
«w tpy^ fiiidet sich aocb io den wiirzielbaft verwandteo St&mmen 
t5y, TTO, Tia, Tp}) n. s. w., deren Bildung (Tty = Tty, ItDy u. s. w.) 
ipater nachzuweisen ist 

VJ^ Pert vm der Wurzel f^y=^}n5 f^i spalten, sperren, 
Mar featai^elieB, stfitzen, (vgl. m^^ ^ y^ setzen, legen). 



44 I. Voriiverdoppelti* 

besonders durch den Rath und Fursorge. Dann audi sich selbst f est- 
machen^d. i. sich entscheiden^festbeschliessen^i/;. 62,5. 
besonders geg;en Andre einen Anschlag fassen, Jes. 7, 5. 19, 17. 
Vgl. \^\ stossen a. s. w., V. sich auf den Stab stutzen. -^. 
iiber Jemand entscheiden; Jkx* Jemand stutzen = ihm 
dienen; i^^ ermahnen, eig. die Gesinnung festmachen. Zu 
vergleiebeu ist ferner Tl^)f (erweicht aus V!{y) abschneiden, daher 
verschliessen, Sprw. 16, 30. YH. ^^' etwas Gespaltenes, 
daher V) ein Holzscheit, besonders im Plur. Holzstiicke (wie 
Scheit von scheiden), 2) etwas Gespaltenes, Einzelnes, 
daher ein Baumstamm, im Arab, i ^r Stab, etwas Abgeschnit- 
tenes, nicht von der Harte, wie Gesenius annimmt, benannt. Mit 
dem Skr. asthi = oarsov ist vy, nicht verwandt, noch weniger mit 
o^oQ , welches Gesenius ebenfalls vergleicht, aber schon unrichtig mit 
oarsov zusammenstellt Verwandt ist allein die mit caedoy incido 
u. s. w. zusammenhangende Wurzelfamilie. 

n]|^ bedeutet nach dem arab. y^^ eig. abgeschnitten, daher 

1) steil, uneben, holperig, schwer zuganglich sein; 
23 activ, abschneiden = verhindern. Auf dieselbe Bedeutung 
fiihrt die Wurzel ")y = *u, *13 u. s. w. So erklart sich das Subst 
")jr 1) etwas Abgeschnittenes, ein Stiick, vgl w^^ J^HH^ 
ein klein wenig; daher Cant. 5, 1, ein Stiick Honig, ein 
Uonigscheibchen. Nach 1 Sam. 14, 27, kann es nicht so viel ab 
S^^ sein, welches Traubenhonig, eingekochter Most ist, Geo. 
43,11. Noch weniger konnte es in der Bedentung des „Ueber- 
strdmenden<* mit Gesenius 2) fiir einen dichten Wald stehen. 
Diese Bedeutung ergiebt sich aber einfach aus der des Abge« 
schnittenen d. 1. Uuzuganglichen. 

/^ Perf. von der Wurzel ^y, oben, auf sein, Nif. eriibri* 

gen, aufbringen, gewinnen. Job 21, 15. Jes. 47,12. Das 

Subst 7jJ^ der Steinbock heisst eig. der Steigende oderSprin- 

^ ^ ^ ^ ^ ^ 
gende. 1 Sam. 24, 3. Vgl. Jl&«, Jjf* canscendit mantem =JJkA^. 

So steht Jlj. von der Ziege, eig. Bergsteiger. Jl^. Ziegen- 



Perfekta. 45 



^ ^^ 



bock, ath. Q>*OAr id- der Stamm Jl^^ bedeatet hervorsprin- 
geo, hervorragen, hervorglanzen, (vgl. iCi. klar, offen 

lein, ersGheioen.) daher ath. ^'^A^I was hervorsteigt, 
lichtbar wird, eracheint, das Tageslicht, daher der Tag; 

OA*^! id. eig. derAufgang, daher der Tag, der mit der Sonne 
aos der Nacbt beraufsteigt, aufgeht. Letztere heisst im Gegen- 
Mtz dazn Seukung, Niedergang oder Abwendung sc. der 
SoDne, \fh^ JuJ von ^^ neigen, blegen, wenden, krummen, 
•enken/Cverwandt mit ^^langsam sein,) verdoppelt urid ver- 
kirzt aus hh == SS = h'h* Vgl. J^ den Riicken wenden von 
^J neigen, wenden, wie Nacht, iui.r, von nahen, neigen 
ftammt und Senkung, Niedergang der Sonne bedeutet, vgl. 
tm surme gienc zu gnadeUj d. i. ging uieder, unter. Denn Gnade 
bedeatet Senkung, Neigung, Herablassung, von nahen, 
i\t 6e-nahtbeit d. I. Geneigtheit. Vgl. athiop. AAPC con- 
traiiirt aus AJBAPI abbengen = Jp, daher abtrennen. Vgl. 
(f^AJi/t'l Gelenk, eig. Blegung, daher auch SJLlJ Senkung = 
Ktcht Wurzelhaft verwandt mit dem Stamm ^JT iat T\b)) (aus )}^y 
erw^dit) Die Grundbedentung dieses weitverzwelgten Stammes Ist 
Uf jetit nicht genugend aufgezeigt word en and mag desshalb gleich 
Uer Ihre Erorterung finden. 

Es gehdren offenbar zu einer und derselben Familie die Urstamme 
/}Jfj 77n, 7/3, 7/3, jhp9 denen sammtlich die Bedeutung der 
Trennung, Scheidung, Durchbrechung zu Grunde liegt Im 
Skr. entspricbt Kal zerbrechen, daher unterwerfen. Kald 
Theil, Antheil. Die Wurzel steckt femer in xsXksiv treiben, 
bewegen, cder^ excellere hervorragen, percellere niederwerfen, 
ZQ Grunde riehten. collis eig. das Abgeschnittene, von der 
Ebene Getrennte, Hervorragende, wie T[ und Jul Berg; 
femer in cul-men n. s. w. Im Semitischen sehen wir die Urbedeutung 
an deutHchsten in 

TtTI dorchbohren, zerreissen, aufldsen, woraus sich 
alle iibrigea Bedeatang;en von selbst ergeben. Ebenso in dem Subst 



46 L 

T^ uni T^y ei|;. das Ausgesoiiderte, Ausgeschiedene == Ex- 
cremeot, Kotb, welche Wortei* von derselben VorfteHiiiig^ aiu- 
gehen, wie im Deutsciien — sit venia verbo! schelssen, Platd. 
schiten, eig. scheiden, ansschel den. Vgl. schiessen. Im 
Hebr. entspricht ferner Kin cacarej von der Wurael IPI, ID, vgl 
yjL:^ id. Ferner ist zu vergleichen Jl^ 1) durchdringen, dorcli* 
schneiden (eine Gegend), 2) abschneiden, einen Theil, daher 
betrugen. Dann iiberhaupt vom Recht abweichen. Ana der 
Grundbedeutung erklart sich auch, wie es torn heftigen Durste 
stehen liann, der als ein Stechen, Sehneiden oder Brennen foi 
Innem vorgestelft ist. Der Stamm ^7:1 , ttm darauf jetzt zvriieks** 
tcommen, bedeutet also keineswegs, wie Gesenius u. A« annehmea, 
ursprunglich walzen, wonach er danif vom rundlielieii Miatc 
der Kamele und Schaafe stehen soil, noch ist er rtn sogeDaniiter 
Naturlaut.' Die erste Bedeutung liegt vielmehr noeli ganz deatlieh ii 
dem Sulist. ^^ PI. 1) zerhroehetie Steinhaufen, Trummer} 
2) die sich brechenden Meereswogen, 5) insbesondre ein 
hervorbrechender Quell, Cant. 4) 12. Ferner in T^ ID Ab- 
sehnitt, Granze^ daher Umgebung, Kreis, wie "t^D, daher 
das Granzland der Heiden im aussersten Norden, Jes. 8, 23^ das spi* 
tere Gall la a. Urspriinglich konnten alle Granzlander Palastinas so 
heissen, wie das Wort auch im weitern Sinne vorkommt, Jos. 
22, 10 — 11. 13, 2. Joel 4, 4. Dann bedeutet es allerdings auch etwas 
Rundes, einen Ring, Cant, 5, 14. Im Verbum kommt aber die 
Bedeutung walzen erst von der des Trennens; daher fortbe- 
wegen, fortwalzen oder fortrollen. Am. 5, 24. ip. 119, 22. 

OS ^ 

Vgl. Jl;^ sich trennen, daher 1) auswandern, 2) sich trennen 

vom Gewobnlichen, also ausgezeichuet, hervorragend sein. 

6 -. ^ 
Daher auch JJLc> eine wichtige Sache, die schwerlich mit 

OesemuS als ^etwas, was gewalzt werden muss*^ von den 

Alten angeschaut ist. Dann bedeutet ^^j im Hebr. allgemeiner Sache, 

Angelegenheit, daher 7^3:3 in Sacheu von = wegen, cat^aa. 

Das Subst. D^7l7;i fiir Gotzen heisst eig. dieVerworfenen, daher 

Verruchten, Grauelhaften, wie D^^pipl^ von einer ahnlicheu 

Vorstellung ausgeht. — Die Grundbedeutung seben wir ferner in 

dem Stamme 



Perfekta. 47 

7?3 absGhneiden, beenden, vollenden, (ygh n^3 aiis 
^2 erweicht) daher aoch h^ das Ganze, die Gesamintbeit, 
dDfcht semitisches Substantiv, das scbwerllch, ivie Gesenius meint, 
dem deutschen all, oXoq u. a. w« eiitspricht, dercn altere Formen 
ansserdem im Skr. sarva, im Pers. ^ lauten. Ferner. 

^^ geapalten, getrennt, uDgehemmt, daher 1) leicht 
lein, 2) achuell sein, Hab. 1, 8. Job 7, 6. S) leicht = g^eriiig, 
lerachtet a. s. w. Die ubrigen Bedeutungen ergeben sich ganz 
eiifach. Am schwersten scheint die Ableitung der verschiedenen 
Bedeutungen von 

7^ So Tfel Ist gewiss, daas die Gruodbedeutung, wie Gese^ 

ms n. A. nach dem Arab, annehmen, ntcht sein kann: zum zweiteu- 

nale trinken, nnd dann iiberfaaupt wiederbolt trinken = 

Jift, eine Bedeutung, aus der unmdglich die iibrigen zu entwickein 

liBd, nnd die uberhanpt zu wenig einfach und anschaulich ist, als dass 

lie Je die Urbedentung einer Wnrzel hatte ansmachen konnen. Die 

Torstellung des wiederholten Thuns kommt vielmehr erst Ton der der 

Trennnng nnd Scheldung her. Spalten, scheiden bedeutet 

dafachanch: zwei'Halften machen, halbiren, also verdop- 

pels and daran schliesst sich ganz natiirlicb die Bedeutung: wieder- 

holea d. !. zweimal thun, gerade wie nil^ wiederholen mtt 

den Zahlwort zwe! znsammenhangt. So steht nl7^ von derzweiten 

Weinlese, der Nachlese und Po. eine Nachlese halten. 

Welter erklart sich aus der angegebenen Grundbedeutung n^^^. d i e 

That, eig. dasTolIendete, Fertige. Vgl. ^S:j und Vp^« Daher 

kedentet auch das Yerbum in Hitpael: eine Handlung voUfuhren, 

1^. 141, 4, Oder wie in Po. iiberhaupt thun, anthun, Klagl. 1, 12. 

Das Hilpael steht vom gewaltsamen Thun, seine Macht an 

Jemand -auslassen, eine nalieliegende Uebertragung, Ex. 10,2. 

Sodan* beieicbnet der Stamm, iudem er sich naher an die Bedeutung: 

wiederholen aDschliesst, ein vielgeschaftiges Thun, ein 

leiehtfertiges Wesen, daher auch muthwillig sein, ver- 

ipetten, wenn diese Bedeutung nicht vielmehr einfacher von schnel- 

ienden, scharfen Worten nrsprfinglich zu verstehen ist. Jer. 

M, 10. 1 San. SI, 4. Gewftbnilch erklart man auch ^^y verkiirst 



48 1- Vornverdoppelte 

aiiA dem Part. S^ytp Jes. 3, 24, das Kind, als das spielende, 
vielthuende, womit jedoch die Eig^entbiimlichkelt desselben sebr 
wenig bezeicbnet ist Ausserdem kommt das Wort in dieser speciellen 
Bedeutung nicht vor nnd bezeicbnet jetzt zwar Kinder von verscbiede- 
nen Altersstufen, scheint aber orspriing^Iicb entweder den Saugling, 
oder vielmebr den an der Mutter bangenden, sicb anscblies- 
s e n d e n zu bezeicbnen , wie das verwandte ViV , Jes. 49, 1 5. 65, 20. 
and zwar nacb derselben Uebertragung, wie n?i3 vom jnngen Ldwen 
stebt , der noch den Eltern sicb anscbliesst. Fiir diese Bedeutung ist 
zu vergleicben (^JU und ^jJU sicb anbangen; ferner ^y Joch: 
^^ Oelkrug, eig. Behalter; ^2 balten. worikber gleicb mebr. 
Der Ausdruck stebt so mit pjl** das an der Brust bangende Kind, 
zusamnien , ijj. 8, 3. und sonst; dann wird er aucb im weitem Sinne 
gebraucbt, wozu die Vorstellung der Anscbliessung von selbst scboo 
einlud. Jer. 6, 11. 9, 20. Fiir das Subst. 7^ Jocb, so wie fiir das . 
cbald. 77J2,nimnit Gesenius wieder eine andre Wurzel an, obwobl diese 
Bedeutungen sebr einfacb mit den iibrigen sicb vereinigen lassen. Es 
ist im Semitiscben nicbts gewobnlicber, als dass die Wurzein, welcbe 
ein Spa I ten und Trennen ausdriicken, zugleicb das scbeinbare 
Gegentbeil: zusammenbringen, festmacben bedeuten, eine 
UebertraguDg, die sebr nabe liegt und aus der Anscbauung der 
Trennung als einer Absperrung und Abbaltnng sicb von selbst 
ergiebt. Vgl, l^n, TB^, ^V^ T*^ "• »• w. Die Bedeutungen von ^ 
sind dessbalb so zn vereinigen: 1) spalten = sperren, fest- 
halten, daber 7)f das Jocb, wie jugum das Bindende, Fes- 
selnde. 771^ das der Mutter sicb anbangende, anscbliessende 
Rind, n^y cbald. und SJL^ eig. Abbaltung, dann aucb Yorwand, 
was roan vorscbutzt, Dan. 6, 5, 6. 2) Spalten, durcbschnei- 
den, daber eindringen== Jl&. Dies ist aucb die erste Bedeutung 
von dem verwandten n^ ein Land spalten, d. i. eindringen, 
besonders feindlicb anrucken u. s. w. Es beisst urspriinglich 
nicbt binaufsteigen, wie die Worterbiicber angeben, owohl diea 
jetzt die gewohnlicbste Bedeutung ist; denn es stebt aucb vom Hinab- 
steigen ins Tbal, Joel 4, l2. Obad. 21, an welcber letztem Stelle 
offenbar nacb den LXX. <£ o^ovs TTD statt T}]? zu lesen ist Beide 
Bedeutungen erklSren sich nnr aus einer allgemeinen Anscbamig 



Pcrfekta. 49 

Aeses Stammes fiberhaupt. Dass aber die angegebene Bedeutung; die 
irsprikngliche iat, bewefist nueh, dass derseihe Stamm in Hif. weg- 
raffen bedeutet, ip. 120,25. Nif. weggetrieb en, weggefiihrt 
werden, Jer. 37, 11, eine Bedeutung, die sich aus Jener unrichtig 
aBgenommenen nicbt wohl herleiten laast. Ebenso "i^y die Keule, 
Sprw. 27, 22, offenbar nicht vom Aufgehobenwerden, wie Gese- 
rius u. A. annehmen , sondern vom Spalten und Zermalmen be- 
lannt, wie im Dentschen Keule mit xrjTaj Bruch zusammenhangt. 
Tgl. Skr. kal zerbrechen. Endlieh n!^ Fem. vom Part, n^ Itonnte 
das Hinaufkommende, Aufsteigende, und so das Opfer be- 
zeicbnen, welches auf den Altar kam und verbrannt wurde, wie es 
die LXX. durcli oXoxavarov und Luther durch Brand opfer dem Sinn 
nach richtig fibersetzen. Allein der Ausdruck ist doch nicht bezeidi- 
■end genug. Dichterisch heisst es anch 7vD das Gauze, Voll- 
itommene, wovon Niemand etwas geniesst, sondern was ganz 
l^pfert wird, ij;« 51, 21. Dent 33, 10. Vgl. Ex. 29, 18; 1 Sam. 7, 9. 
Eine ahuliche Bed. scheint auch TQ)f urspriinglich gehabt zu haben. Das 
Asfgehende oder Draufgehende, wie wir ahnlich sagen , kann 
aach das sein, was ganz im Fcuer aufgeht, ganz verbrannt wird, 
aadass die LXX. das Wort auch der Etymologic nach ganz richtig iiber- 
KtEt haben. Vgl. n?}^, Job 36, 20, hinwegnehmcn, entriieken. 

jt^ Peif. von der Wurzel jy = p, p» Im Hebr. kommt davon 

■or der Name des Strausses vor JJJ^u. n^J|;^.n3, den Gesen. nach dem 
>yr. loj^^.von der Gefrassigkeit deutet, obwohl diese Eigenschaft 
des Strausses im A. T. nicht hervorgehoben wird, wohl aber die, dass 
er ein Bewohner diirrer SandwiJsten sei, Jes. 13, 21. 34, 13. 43, 20. 
Jer. 50, 39. Danacli ist er auch am wahrscheinlichsten benannt. Vgl. 
^tt terra duruy vel pars terrae albicans nil producef^s, also so 
viel als Wiiste. Ebenso ^Ar. und danach heisst er passend Toch- 
ter der Wiiste mjT ra, wie im arab. ^k\Js^\ of Vater der 
dorren, wiisten Gegenden, d, i. Wiistenbewohn er. |]r 
aeheiat nach dem Arabischen das harte, eig. sperrende, wider- 
strebende Erdreich, daher die unfruchtbare Wiiste zu bezeichnen. 
Die syr. Bedeutung kommt dann vun der: das Maul aufsperrea^ 
gierig sain n. s. w. 

■iiOT't k«br. WanelwOHerbacb. 4 



50 1. Vornverdoppelle 

Wp Perf. von der Wurzel r]j; = 'r]n, fp n. s. w. zusaminen- 

zielin, ziisammeiisinken, daher ermatten, lass, miide wer- 
den. Vgl. TflH* Verschiedeo ist ubrigens der Stamm n;j; iniide 
sein, den Geaemus u. A. vergleichen. Hievon ist die Wurzel ^)f = 
ly = iTiy = ^ zusammenzlehn, stocken; lY. miide machen, 
miide sein; ebenso TV]} (= my) = rjyj* Die Wurzel ist ebenfalls 
verwandt und bedeutet zusammengezogen sein, daher audi 
vom Boden ausgetrocknet = lechzend. Vgl. HtiH* Verwandt ist 
femer T\]f^ ein Perfekt durch Yokalverstarkung gebildet, eig. zu- 
sammenziehn, daher 1) iiberziehn, iiberdecken, besonders 
von'Vogeln gesagt, welche die Fliigel iiber ihre Jungen ausbreiteii. 
2) Zusammenziehn, umhiillen, daher verduukeln, nfi^£ 
Finsterniss. 3) Zusammenziehn = binsinken, ohnmachtig; 
werdeu. 4) Zusammenziehn = wegziehn, fortfliegen, flie- 
gen. n|j1y die Fliigel fortwahrend zusammenziehn, flie- 
gende Bewegung machen, daher audi schwingen. Auch die 
Augenwimpern D^gysy. sind zunadist nicht vom Fliegen und Flat- 
tern, sondern von der Zusammenziehung benaunt worden. 

%. a. 

F#rUietziiii(K» 

On^ gliihen, im physischen Sinn vor Hitze, dann vor Zorn, 

vor Begattungslust von Thieren u. s. w. Vorlaufig ist zu vergleichen 
der verwandte Stamm ^^ trachten, streben, wurzelhaft zu- 
sammenhangend mit nDH begehren, (aus nDTI gebildet, woriiber 
spater.) l\jb tned. ja verliebt sein, sich sehnen. Die eigent- 
liche Wurzel DTI kommt ebenfalls noch in der Bedeutung heiss^ 
warm sein, vor. Es fragt sich nun: welches ist die Grundbedeu- 
tnug dieser Wurzel? Denn die Bezeichnung der Warme ist schon zn 
geistig, oder vielmehr zu weuig anschaulich, als dass sie die Ur- 
bedeutung einer Wurzel hatte sein konnen. Diese liegt vielmehr in 
den verwandten Stammen als eine audre, einfachere vor. Vgl. 1^ 
zusammenziehn, daher 1) beklommen, bekiimmert, besorgt 
machen. 2) Zusammenziehn, zusanunenlassen d. i. machen, dass 



Perfekta. 51 

Etwas zusamiuengeht, zusaiumenfliesst, dahei* flussig mac lieu, 
ichmelzen. Daran kiiijpft sich 3) die Bedeutung der Warine, 
die uacli der Wirkung beHaiint ist. Soiist geht diese Bedeutuiig 
audi voo der Zusammeiiziehung als einer Austrocknung 
aos. 4) Zusatnmenziehii = festmachen, festbeschliesse ii. 
9) Zusammengezogen = dicht, diinkel, schwarz sein a. s. w. 
Vg[l. rfiy* Die Grnndbedeutung zeigt feriier non, U^ zasaiittnen- 
ziehn , a b h a 1 1 e n , yer wandt mlt h e n m e n , Skr. jam. Daher nt}1n 
Miner, eig. die Heinrinende, Abhaltende; n^ Schlauch, 
der die Fl&safgkeit i^urackhalt, iiicht dnrchlaast; ferner ntttpT] oder. 
npn Sabne, d. i. dle'ziiBanimeiihangende Fettigkeit, die nachkurzer 
Zeit auf der siissen Milch isirh bildet. So erklart 8ich auch eiiifach 
das arab. 1^^ zusammenziebii = herbeiziebn, erstrebeii. 
Vgi. ^ ^r sicii zusamnienziehii = sich iiiederwerfeit, 
i/i'^ herbeiziehn -= begehreii, wiinschen. Intrans. zusaniinen- 
gezogeii ~ ge roil lieu, daher sauer* sefn, von der Milch, r^n 
ZQsammenzieheud fiir den Geschmack, daher scharf, aauer 
sein. Der Zischlaut ist bier aus deni hiiiteuwiederliolten Hauclie 
entstaoden. So bezeichnet DH^ wie DDH urapronglich eiu heftiges 
Be^ehren and Verlaugeu, die Umfussyng eioes Gegen- 
stanies mit d#m Milieu. (Vgl. nOH, Wurzel on = Skr. kam=, 
omwey ^3^A td.J Hievou, iiicht von di^r abgeleiteten Bedeutuag der 
Winne, geht auch die der Begattung, der geschlecbtlicbeii 
Vereinigung aus. Gen. 30, 38 ff. (von Tbieren) woran sich dann 
ebeoso leicht die der Konception, der Empfangniss kniipft, 
<'*51, 7. Das Subst. ntpQ bedeutet Zusammenziehung = Auf- 
bringang, Aufreguug, Ereiferung, daher a) Zorn, b) Gift, 
eig. Anfreizung oder viras in Aufruhr oder zerstorendie Aufregung 
versetzt 

inrr barfusa jsein, Perf. vou der Wui'zel ^n zusammen- 

ziebo, blosB macheai, arab. Ul^ VIII. sich entblossen, 
barfass einhergehn. Vgl. das Adj. r|n bIoss== reiu, im sitt- 
Beben Sinn Job S3, 9, wie 13* Vgl. rjln Zusamnienziehung, SauiBy 
Uier Rand, Dfer, Gestade. :Sn Bucht, Busen, SchoosB 



52 I. Vora¥OTii«fpelte 

3^ pflug^en, aekern, Perf. ?on 33 = D3, eig^. zosaiuMei 

ziehn = abziehn, abwenden, nmwenden, wie [Ji£s, dahc 
Ton der Umkehnuig^ des Ackers durchs Pflfig^n. Oder bedeutet ec 
Furcben ziehn? 

\S^ vg^. Jv^« atoasen, zeratossen, Perf. von der Wnrzc 

p = p9 IP a. a. w. kleia machen, aiederaiachen, daher kel 
tern, preaaen, woher daa Sabst ra die Kelter, ana rU3% 1^ 
SMaammeno^zog^n , gebildet iat. Gesemus im Tbesaur. nimmt dieae 
Stamm fur g^eichbedentend aiit jO^, waa dnrcbans nnrichtig iat; dew 
p3 iat nnr ala hintenTerdoppeltes Perf. von der Wurzel 0^ zu erklaren 
daa 3 wnrde aicb nicbt ao obne weitera vom ang^eaetzt haben. Abe 
ala einfacbe Verdopplnngp atatt ^IXXl iat ea begreiflich, ebenao, wli 
p^, waa spater zu erklaren iat Die Wurzel ^ ist verwandt mil 
nahe, nach, 8kr. naA, verbinden = nahen, causativ, nahc 
bringea u. a. w. Daber XO nahe kommen, beruhren, beson- 
dera Saiteninatmmente. Aua deraelben Wurzel stammt yyi atatt :U3 
anfaasen, beruhren. 

Tn^ Perf. von der Wurzel in = "O aicb trennen, zuruck- 

b lei ben, daher zogern. Indem die reduplicirte Silbe zu ieinen 
bloaaen Hanch aicb erweicht hat, lautet der Stamm TIM* 

*5rT von der Wurzel Vl in Pi. nnd Hif. hoffen, barren 

-T 

warten; eig. festhalten an Jemand: vgl. 710 balten, J^i 
L IV. aicb verlassen, vertrauen auf Jemand mit v^. Fur die 
Gmndbedentnng iat ferner zu vergleichen Wl warten, mit ]Q tren^ 
nen, abatehen; feruer \m Kraft, Starke, eig. Entscbieden- 
belt. Von der Bedeutung trenneu in tF\ konunt anch die: aid 
wenden, kriimmen, winden vor Schmerz. Ea treffen hier wfe 
der wie ao oft zwei ganz verschiedene, und acheinbar aicb aua 
achlieaaende Bedentungen In einer Wurzel zuaammen, indem dai 
Trennen ala ein Abaperreo, Binden und Featmachen ange 
aehaut wird und dann aowohl von auaaern Verbaltniaaen , ala voi 
iBBem Znatanden der Seele die mannigfachaten Anwendnngen zulaaat 
Ebenao giebt TOr\ b of fen, warten von deraelben Voratellung, wii 
TVl Ma; femer non aicb anaehlieaaen an, vertrauen auf Je- 



Perfekta. 53 

aud, nCDS von der Wurzel D3, y2, dalier es auch rulii|i^, sicher, 
innerlich fest sein bedcutet. 

73^ intrans. Kal von 73, eig. gespalten, gelost, frei 

seio, daher ungehindert, im Stande oder vermogt^nd seiii, 
d. i. k 5 n n e n. Wurzelhaft verwandt ist 

/SHschefiden, trennen = absperren, festmachen = Jl^, 

J^) vg'* cMh^' cftt^sus et procerus fuit; eig. fest = feist, dick, 
gross sein. Die angegebene Grundbedeutung zeigt sehr klar J ^ il jY 
BDter einander streiten, eig. sich trennen. Daher 7^T! Pallast 
(die Form wie ^{^^ = JJl& munimentum^ ar,Vj asylum^ jJiiuo 
kcu8, qui detinetj arx. Ewald^s Ableitung von 73^ mit verstarkeu- 
dem M = n ist schwerlich richtig, sehon wegen der arab. Steigerungs- 
form S^l^ ii^<^ht. Vgl. Ewald's hebr. tir. §. 336. 

nl3^ fiirchten, eig. sich zuruckziebn vor Jeniand. Vgl. 

ID. Wurzelhaft verwandt ist das bintenverdoppelte Perf. HT fiirch- 

ten; T = "U, T) u. s, w. 

nj^ = "UH zusammenbringen, aufhaufen, daher das 
S<ibst*D^ cbald. Hagel, Steinhaufen, Gen. 31, 47. 

Jp^ von der Wurzel 3p zusammenziehn, niedrig ma- 

cbeu, (vgl. _ ^ I niederstrecken.) daher tief machen, aus- 
koblen, ^T = Kufe, cupa. *1p^ und np** sind schon erklart S. 29. 

3IT von der Wurzel an = 3n, ^j DIl u. s. w. zusamnien- 

ziehn, festmachen, feststellen, aufstellen, daher arab. 
s^. wie im Aethiop. u. s. w. Jemandem etwas zustellen, geben. 
Das Subst 27V t^* 55, 23 bedeutet Zusammenziehung =. Beklem- 
mnog, Enge, Noth, Kummer, oder Druck = Last wie TOH* 

l^p^ erwachen, Perf. von der Wurzel }^ trennen, schel- 

'eo, daher die Indifferenz, in wclche der Geist und seine eigne Ob- 
jektivitat wahrend des Schlafs znsammensinken , aufheben und die 
Selbstonterscheldung unmittelbar setzen, d. i. erwachen. Fiir das 
Perf. steht das Nif. von dem vcrwandten pp in demselben Sinne. 



54 I- Voruverdoppelte 

^\T spalteii =: sperreu, verstricketi, daher Sehlii 

gen legen, wie B^p von der Wurzeltt^. Vgl. fur die ubertragei 
Bedeutung das wiirKelhnft verwandte "Ipy, tS^y n. n, w. 

^ Perf. von der Wurzel p =- T =" j^j pj p, vgl, ny ontei 

driicken, beugen, von ]^ = p, yij; vgl. ^^, J^^ 1) achlafl 
weich sein, 23 weichen. IV. weich machen, schwacbeB 
Ferner ^JZeltpunkt, Zelt, efg. Absclinitt, oder Eroffnaii{ 
= Einschnitt, dnher auch Gelegenheit, und das Verb, ^tl ab 
geschnitten, entkraftet, lass sein. Naher noch stimmt da 
wurzelhaft verwandte p^ zerstossen, keltern zu p^; daher ]J 
das Zerstossene, Zertretene= Koth, Schlamm, tlf.69yl 
40, 3, wIe LD^to Koth, verwandt mft dem Skr. tud = tundere; To 
elg. Stoss, Schlag; Plattd. tnten = Ins Horn stossen, ferae 
tosen = ^Lb aestuare u. s. w. Aus jener Urbedeutung fst anch u 
richtigsten ]^^ zu erklaren, das Zerstampfte, Gekelterte, daki 
der natiirliche Weln. Diese Bezeichnung liegt weit naher and drod 
viel bestimmter seinen Charakter aus, als das spatere Gahren, wi 
nach ihn Geseniua benannt sein l&sst; denn dies hat der Wein anc 
mit andern Stoflfen gemeln. Ausserdem lasst sich diese Bedeutm 
sonst nicht nachweisen. Das griechische oivoq sowie rinum und Wei 
stninmen ofTenbar aus dem Oriente und bezeugen dns Alter und d( 
semltisehen Ursprung dieses Wortes, zumal es im Indogermanischi 
einer klaren Etymologle entbehrt. Das armen. gini, Wein, erkli 
sIch leicht durch den verwandten harteren Stamm p^ keltern, C^oh 
rui) der ausserdem uber die erste Bedeutung des Wortes den best 
Aufschluss gibt EIn Uebergang von g = (b =^ v ist anch sonst, b 
sonders im Indogermanlschen nicht selten. Vgl. nag = nag = wi 
was = TO; quis = wer; kerm = Wurm, pei-s. -^JT , xevog = van 
u. 8. w. Verwandt mIt "ff^ Ist endlich auch der Stamm ]^ oder ]^ 
der die Vorstellung der Trennnng und Scheidnng zur Grundlaj 
hat, daher IJ entscheidend, machtig, vermogend sei 
2) nichtig sein. Diese Bedeutung ergibt sich einfach; aus der d 
Trennung, die als Verneinung aufgefasst ist, wie bei 7^H und Tl 

Verwandt ist ferner pn, ^[i ge^palten, offen, dniier 1) leicl 



Perfekta. 55 

sein, bequem. Vou der Bedeutong des Getreniiten komint aach 
i) die des- Zuruckgelegten, Erikbrigten, daher Scliatze 
^; ala Adv. was driiber ist, hinreicht, also genug, reich- 
lich. Sprw. 30, 15. Ygl. ]^ ein Masn, eig. das Abgeschnit- 
tene, Festbestimmte, eine Bedeutuiig, von der fast alle Nameii 
fur Mafse u. s. w. ausgelien , atli. A.'^ I 

/IX^ Hif. Tim vou der Wurzel *?K = ^, 7n, treiineii, offeii 

machen, daher 1) eroffnen, anfaiigen, wie 7/n Hif. /nn, 
i) offen = willig sein, zugeben, Ex. 2, 21. 2) Im sclilimmeii 
Sinn willig, alien Eindriieken offen, daher thoriclit set n, 
wit ^nd. Micht verwandt ist 7lK. — Fiir diese letzte Bedeutung nimmt 
Gismius abermals eioen ueuen Stamm an. — Aus der Gruodbedeutung 
dieser Wurzel erklart sich auch 7IK, TK in seinen verschledenen An- 
wendougeu / z. B. V o r n sein, eig. abgeschnitten, wie DHp von 
der Wurzel "ip durch inehrere Mittelstufen abgeleltet. Ferner erklart 
dch so die Bedeutung des Ma cbtigen, Entscheidenden, Star- 
keo, ^ vgl. hyj Kraft Aucb die Negation hn bedeutet eig. 
Sciieidung, Trennung, also Verneinung, daher Niehtig- 
keit Job 24, 25. 

2ffc5^ Perf. von der Wurzel tf« = B^, tfD, trennen, schei- 

deo, daher Nif. sich treunen von Jemand, 1 Sam. 27, 1. 

2) sich vou der Hoffnung trennen, sich aufgeben, ver- 

xweifeln, .IjS Job 6,26. Wurzelliaft verwandt isttt^K das Feuer, 

eig. das Scheidende, V^rzehrende, ganz wie y^ytf Flamine, 

(Tgl. die erate sinnliche Bedeutung Hos. 8, 6, wo der PI. D^DSef 

Schnltte, Splittern bedeutet) und rn)Q Brand. Ferner HDM 

verletzen, und die hartere Wurzel riM Karst, Hacke, *in 

ich&rf, schneidend, |^n, Tfl u. s. w. Naeh der bier gegebenen 

AUeitung von C^ Feue r, ist das Skr. usch = urerej nasi wohl nicbt 

10 ohne Weiteres mit Gesenius zu vergleicben. Eber gehort hieher 

die Wurzel a4= edere essen (aq) verzehren; A'thd. Eit, Feuer; 

Eiter CCilfU ^ig* ^i^s Fresseude; eit el glanzend. ai^o, Aet-nay 

U9"in$'^ n. 8. w., welcbe Bildungen der Sanskrit- Wurzel indh bren- 

Aen i9fu9ef u. s. w. angehoreu. Vf ire usch eine Nebeuform von 



56 1- YoruvtTdop|)cite 

jener , so gehdrte es ailei'dings hieber mit seiiieii Ableituiigeu (z. B. 
A 8 die) und Uebertragungen auf das Licht, z. B. Asia d. I. Orient, 
Ost, im Gegeiisatz zum Abendlande, Eur op a vom hebr. J^ 
Abend n. 8. w. 



Die letzten Beispiele des vorigen Abschnitts machen schon den 
Uebergang zu deiijenigen Stammen, wo atatt eines Kehl- oder 
Gaumenlaiites, bios der leiseste Uaucb, ein spiHtus l^msy wieder- 
holt ist. Dazu gehoren ausser einlgen, scbun bellaufig angefubrtei, 
Beispielen, wie ^"TK, D:iK, *13K u. s. w. folgende: 

^Jis Perf. von der Wurzel i:i =^ ID, abschneiden, spcr- 

ren, daher festmachen, (vgl. TJi Sebne, eig. das Bindende.) 
daher m:iK O ^^^ Absperrende, die Fessel, Jes. 58, i 
2) fit was Zusammengebundenes, Handvoll, Haufen, Ex. 
12, 22. 3) Die Feste des Himmels, das Firoiainent, Am. 
0, 6, dichterisch sonst ]^p^ das Gehammerle, die eherne 
Kuppel, genannt. Fiir die iibertragene Bedeutung ist zu ve^ 
gleicheu -1D«, npy, Ti:!, 1B^, Tin, THK, JiX^ u. s. w. 

/^^ liommt nur in dem Subst 7:;ij(, Job. 38, 28 vor und bedeo- 

tet nacli dem Zusaminenhange nicht Beh alter, Teich, wie Gesea. 
es erklart, sondern Tropfeu, wie es sehon alte Uebersetzer richtig 
verstanden haben. Die Wurzel ^:i verwandt ^D, Vp u. s. w. bedeutet 
etwas Getrenntes, Einzelnes, (vgl. J^t abschneiden, be- 
granzen, trennen,) und ist dann ebenso wie "ID, ^tO und UW^T) 
auf Regeu- oder Thautropfen iibertragen. 

\mS vgl. ^^^T walken, waschen, verwandt oiiit]r preasen, 

keltern. Das Subst. ]^ bedeutet ein Gefass, Becken, aber 
wohl nicht, wie Gesen. will, vom Waschen benannt, sondern nach 
der Bedeutung der Wurzel p, p ist es eigentlich etwas Geboge- 
nes, Geformtes, wie Becken mitbiegen zusammenhangt. VgL 
auch Bauch und Buckel. Diese Bedeutung liegt ebenfalls in 
SjU^j, &JL»»I Backe, besonders der hervorragende Theil derselben 



PerfekUi. 57 



in der Nahe der Scblafen. Cvgl. Ixd. incurvo dorso fuit^ IliT gib- 
hosusO Dm lat gewi entspricht'auch etymolog;i8ch und ist von der 
Biegung und Wdlbung benannt, so dass es m\t genu y Knie u. s. w. 
verwandt ist, wie Backe mit Biegen, Buckel u. s. w. 

nJK zusammeutragen, von der Wurzel "U, vgl. "i:iy* 

/Hfe^ Job 25, 5, von der Wurzcl Vn, statt Vin = ^ hell 

sein. Dass .dfe Grundbedeutung dieses Stammes : spalten, tren- 
nen = Vth sei, ist bereits unter btV angegeben. Danach ist es 
jetzt aoch moglich, eine Ableitung von ^rjH Zelt, zu geben. Ver- 
wandt ist zunaclist JjftI sich trennen, zuriickziebn, daher sich 
fire h ten, schen sein, wie der hartere Stamm Ju^^ timuU. Fer- 
ler Jl:^! = J^*^ = ^DH trennen = hemmen, abhalteu, S. 53. 
Dioacli bedeutetTHH 1) trennen, abhalten, schiitzen, also tSIK das 
ibiialtende, Schirmende, Deckende, wie antj^ ^tt*" 

= da8 Hemmende Cvgl. noin) fur Wohnung, ath. 'iJRCf^^l 
Zelt Die arab. Bedeutung Hans = Familie, Leute u. s. w. ist 
Deaom. 2) Spalten = offen, hell machen, leuchteu. Eine 
Spur dieser Bedentung zeigt vielleicht auch die Grussformel: jLJdI 
HellesGIiick! vXj ^C4^; ^fes gehe dir lieht und leicht! 
(luBe Glanz und GltickO 

lyfiC Perf. von der Wurzel tn, O trennen, sperren, fest- 

m&ehen u. s. w., daher fassen, ergreifen, J^t vgl. den wurzel- 
hifi verwandten, bintenverdoppelten und verkarteten Stamm ptn statt 
nm fest binden, fest sein u. s. w. 

TnfcC von der Wurzel in = ID trennen, sich trennen, 

daher zuruekbleibeu, zogern, das Subst. "in^ das Getrennte 
= flintere, dann als Adv. n^K Abschneidung =: Ende, Aus- 
gang u. s. w. 

TQfc§ von der Wurzel in = ID scheiden, trennen, CvgL 

IJT 8. 42.) daher iX^^ getrennt, abgesondert, allein; irM ^^^ 

Abgesonderte, Alleinige, daher Einer oder Eins, 4X^1 

s ^ , 

*Nis, iX^L mrieua. Das Chald. und Syr. hat die reine Wurzel nn 



58 I. Yornverdoppelie 

dafur. Vgl. bMbIslx. jedin ein er, Skr. eka mit abgefallenem d von "iriK, 
kopt. ovcor uitti«, tmicti^,- ovat solus; ovBt alius. \g\. imSkr. den Komp. 
ekatara Einer von zweien, ixars^og jeAer von beiden, Sap. 
k^taarog einer unter alien moglichen d. i. jeder, ganz verschieden von 
exag (€x) getrennt, gesondert. Aus der Grundform chad ent- 
8tand durch Uebergang des Dentalen in das nasale n die Form hend, 
grieclu ^ = ein, unus^ ambar. hand^ AliJ^l berber. auam u. s. w. 

Il^tJ anfeinden, von derWnrzel y = n:i, 03, Dp zusammcD- 

ziehn, im Arab, sich zuriiekziebn (IL), aodann auch zuriick- 
keliren.CiO und allgeineiner sich wobin kehren, daher im feind- 
lieben Sinne: sicb gegenJemand kehren, aofeiuden, intrans. 
s^J erziirnt, aufgebracht sein. Wurzelbaft verwandt ist ^ 
wenden, aich wenden, ^^|. Aus der Grundbedeutung erklart 
sich auch das wurzelbaft verwandte 2lH 1) Scblauch Cvgl. 3¥l) 
Tiyi = K3n verbiillen, verbergen) eig. wie r\©n vom Hemmea 
und Zuriickhalten des Fliissigen benannt und nicht, wie Gesm. 
vermutbet, vom Sebopfen; denn dazu gebrauehte man Kriige aad 
derartige Gefisse. Vgl. oL> ein lederner Seblaucb, eig. etm 
fest !&isaiD«ieogenahte8. o%£^ etwas Zusammengezogenes z= 6^ 
bogenes, daber Baucb. Danach ergibt sich auch 2) die Ableitaag 
von DiK das Gespenst, welches wohl nicht das Zuriickkeh- 
rende, wie man haufig annimmt, sondern das Zusammengezo- 
gene, Hinab- und Hin weggezogene, das A bgeschiedene, 
daher der Schatten elnes Verstorbenen bedeutet Daber 
3iK nbyi ein Weib, das iiber die in die Unterwelt hinabgezogenen 
Geister Gewalt hat und sie beraufbeschworen kann, I'Sam. 28, 7f. 
Dass dies die erste, einfachste Bedeutuug von DiK in diesem iiber- 
tragenen Sinne sei, erheilt auch aus Jes. 29, 4: ^Deine Stimme 
wird sein wie die eines Abgescbiedenen (llKp) aus der 
Erde = aus dem Grabe. Daher bekommt dann das Wort die 
allgemeinere Bedeutung von Schatten, Gespenst iiberliaupt. Ab- 
geleitet und spater ist aber offenbar die Vorstellung, dass ein solcher 
Schatten aus der Unterwelt in den Korper des Todtenbeschwdrers 
Cahre und dieser dann vermittelst jenes Geistes wahrs^e. Lev. 20, 27. 
Weil Qesen. die Grundbedeutung olcbt richtig angegeben hat, so Hux^i 



Perfekta. 59 

er die beiden Ableitungen, die er mit Recht e i n e r Wurzel zuschrefbt, 

m zu rereinlgen, doss der Todtenbeschworer selbst, der meiateDs ein 

Banchredner, gleichsam der Schlauch geweaeo, in welchen 

der DanoD gefahren aei , eine Ableitang, bei der maa , wie bei vielen 

der Art, die Haaptsaehe hinzu. oder wie bier hineindenken maas. 

Debrifena konnte man ^ etwas Znsammeng^ezog^enes auch 

gr&deza als etwaa Hingeatrecktea, Schlaffea = T]Sl ein 

Schattenweaen im Scheol faasen. Dann ware 3K zu vergieiciien 

mitti in iTD, n^!) das Zuaammengezogene, Gebogene, daher a) Bancb, 

b)Leiehnani 3= np-13, Tgl. y)y znsanimenainken, das Leben 

anshauchen. Oder endlich konnte 2lK wie iUl^ Leib, Person, 

ffOi rabb. Person, anch Seele uberhaupt in jenem Sinn bedeuten. 

/^S^ von der Wurzel ^3 trennen, scheiden, daher ver- 

oichten, verzehren, steht in vielfacher Uebertragung von Fener, 
Pest, Krieg und namentlich von Speisen; daher uberhaupt: essen, 
anfzehren. HInten verdoppelt lautet der Stamm H/D alle sein, 
Terschwinden, Pi. ;^ollenden; VO^ scheiden = abhalten, 
elBsc^lieSaen. Vgl. J ^f fricuUy scabitj edit; Jl.^! re,Vy 
t|ra«iitM, eig. der Entscheidende = Jj&Le imperator. 

VO^ ala Subst V|3i< Biirde, Last, eig. waa znaammenzieht, 

oiederzieht, von der Wufzel Tp = OD zusammenztehn, daher rp, etwas 
Zosammengezogenes, Dichtes, Festes, daher Fels, Job 30, 6. 
Jer. 4, 29. Sodann allgemeiner zusammenbeugen, kriimmen; 
dracken, (vgl. xafivo u: s. w.) verwandt mit 33 In *i!13 zusammen — 
■iederzfeheud, daher schwer sein, (au8'*?{33 entstanden, 
vgl. _i ^ 1 1 "" I nfederstrecken, 6^33 niedertreten^ Job 33, 7: 
mein Schrecken wird dich nicht betauben, und meine 
Last dich niebt belasten. 

*T3K Perf. von der Wurzel 13 apalten. durchbohren, 

durchbrechen, daher das Subst. 1^^< der Landmann, Acker- 
bauer, eig. Graber oder Spalter. Man hat dies Subst. haufig, 
aber ganz unrichtig mit ager Acker u. s. w. verglichen. Einmal 
etymologiach unrichtig; denn die Wurzel von ager ist a^, ay-w^i 
saaanmaqbiegen, zerbrechen, (vgl. ^^^ fidU) verwainU; mit 



60 I. Yoraverdoppelte 

Ecke, 0x17, aMQ Spitze, acca z= Egge, etn spiteeckiges Ack 
gerath, acer scharf, odes u. s. w. Daber a^-^og daa Dure 
brochene, *13 d. i. das offne, freie Feld, das Land im Geg 
satz zur Stadt und znm Dorfe; vgl. ayfi.o£ wlldlebend, freiwachse 
das Land bewobnend; vom Felde aucb nnbebant; dann bedea 
ay^iog spedeller ein Ac kerf eld. Davon ein Denom. ackern, < 
Acker bauen, wie eggen von Egg e. Das r in Acker and ager 
also Bildungssilbe, wahrend es in *OM zur Wurzel gehort, die v 
wandt ist mit kri zerreissen, x^t-vsiv, krit id. krischj evellerei 
arare. Abet* aucb der Sacbe nacb ist jene Vergleichung falscb. Dc 
Ackerbau ist uaturlicb eine iin Ganzen spatere Lebensbeschaftigni 
von den Hebraern namentlick ist er erst getrieben, als sie in Palasti 
sessbaft geworden. Sodann habeu sie fur die Sacbe gewiss nicbt 1 
Griecbenland eine Bezeicbnung entlebnt, sondern aus ibreni eign 
Spracbscbatze ein Wort gebildet, aber unstreitig nicbt eber, als 
sie selbst den Boden bebauten. Aucb hieraus ergibtsicb, dass c 
Wort nicbt etwa in die nomadisebe Urzeit binaufreicben kann , wo < 
Elemente der semitiscben und indogermaniscben Sprachen nocb un| 
scbieden, oder docb nocb weniger eigentbiimlicb entwlckelt i 
samnien waren. 

Zum Scbluss mag bier nocb eine Uebersicbt der Wurzeln steb 
aus denen die bier aufgef iibrten , vomverdoppelten Perfekta, etwa 
und einige an der Zahl, gebildet sind. Daraus wird zugleich « 
grosse Gleicbformigkeit dieser Wurzeln untereinander erbellen « 
ibre nur sebr wenig abweicbende Grnndbedeutung minder auffalle 
erscbeinen. Zugleicb ist zu beachten, dass diese erste Art 1 
Perfektbildung sicb nur bei Guttural- und Gaumen lauten, ni< 
bei Zabu-, Zungen-'^) und Lippenlauten findet, iudem 



*) Dif eioxige Beispiel *|t^ roth lein, Jer. 22, 14, ftdsst diese Ben 
iiuiig Dicht am, lamal das Wort als Verbani oicht vorkommt. Dieser Stamm 
gewiss erst spftier so YeriiQrit wordeo and stebt fiir IShSfj ^i® <i** Siibst. "^ 
fQr I^^D- Die Warael ^gf ist Yerwaudt mit ^ in pUff w. m. Ygl. Niher o< 
eoUpricbt das cbald. Pi. ^Tl iABg'em lei ten, Uitp. sicb fortbewegen 
wallen, wandeln. Jes. 38, 16. 4^.42,5. In Pi. bes. war die Zusammenaiebi 
voa rm "= TTVny ^f^ («>(«> Miir leicbt aAglick Die Wmnel y^^ ^, 



Perfekta. Si 



wen eine solche Verdoppluog za schwerfallig und hart kliDgen 
rde, z. B. von yt ein Perf. y^S j wobei aach eine Laatvertauschunf^ 



ckl ein Ziehen, Fl^essen. Bewe^en aas. Nur das Aethiopischc zeigrt 
[roMer Aliertbiimlichkeit aiich die M6|^lic*hkeit vornverdoppeJterPerrekthtldnn^en 

Wnrsein, die mil Zahn- und LippenUuten anfiini^en, ohne dabci durrli Din- 
ilation den Gleichlaut auFzuheben , wie es ahnliche Bildungen auch lici vorn- 
aplicirten (lUtturalim zulisst, i. B. ^^jfl I Vcrjfl. die^ oben S. 6. schon 
rdihrten Bi*ispiele. Dahin gehOren forner JlUTI x I procuraeit. Ton der 
inel ^, vgl. nitt^.- ITU znsamnienbrin;;en, Tefitmachcn, feats leJIen, 
itallen n. a. w., daher &ib. etwas besorgen. Aj^A.! von der Wurzel' 

aif. trenoon= sperren, daber zu riickw eicben vor Jeniand, can- 
?: vertreiben, eniferneu. Vgl. ^^ spalten, sperren; 7^S"iQAb- 
irrnng = Damm. Hitp. sich sperren^ dimmcn, Ex. 9, 17 u. s. w. ^^t2^ 
anen =s wegnehmen, ausziehn. jL^^tbeilen, trennen, daher 

b abtrennen, abirren, entfernen. Amhar. fjXj.?! occultavii; vgl. 
Mptit, Es ist kcin Grand vorhHiiilen. die Ursprfingliehkeit dieser Formen 

Mmpfeid {Exerciiat aethiop. p. 20.) zu lilugnen und sie niehr zufftllig durch • 
naienziehung oder Verkiirzung der einfuch wiederholten Wurzel entsteben 
bawn, wie das Subst. -)^3 far *1^^ sleht, obwohl der verdoppelle Radikal 
xfiap die Kraft der ganzen Wurzel ausdriickt, wie CHCurri far eafmrrrj steht, 
V do ^^ ICnO' Allein so gewiss Q^n aus p j^ j der Wirklicbkeit nach 
■■engezogen ist, ebenso gewiss wird doch sebr bald die Wiederbolung eines 
ifM Radikals im Bereich des semitiscben wie des indogermaniscben Sprach- 
«aa zur Andeutung des Pcrrekt genugt baben, so dass wir obne Bedenken 

I Bildungen wie XXV I JiA. I u. s. w. fdr ursprfinglich halten dflrfen 
iwar fur ebenso urspriinglicb^ wie 77n} was wobl scbwerlich empiriseb ana 
f^ znsammengeschrunipfk ist. Die Wiederbolung der vollstindigen Wurzel wurde 
reitig sehr bald, verschieden vom reinen Perfekt, als Intensivform im Sinn 
r ansserordentlichen Steigerung. gebraurbt, z. B. ygyfa zerscbellen, "l^'lfi 

trim in em, TtoSLD fo rt sob lend ern u. s. w. Ebenso im Sanskrit dandam 
dam := damare, c'anc'al von c'al zittern, scbwanken. Diese voile 
ierbolung findet sich jedoch im Skr. nur bei Wurzein, die mit eioem leichten 
annnten enden. Schliesst sie dagegen mit einer Muta, so wird slatt der 
erboinng des letzten schweren Konsonanten nur der Wurzelvokal durch Guna 
igert, wie Idhip von lirp = rupfen =r rumpere; vgl. r up pig = lumpig, 
(errissen. Eine ihnliche Erginzung dea geschwhndenen Lautes zeigen die 
erdoppelten semitiscben Perfekta nur noch im Hebrilischen, Qgn ^^^ *^^*^ 



G2 I. Voroverdoppelte Perrekta. 

immer holperig bliebe, ivie y^2 oder pfiD^ wesshalb bier die andeni 
Bildangen vorherrscben , s. B. Q^ spalteti, statt ^IplBy {D& zer- 



Substantive wie 23^^ Ccab ^=- ctw, can ==■ c6) ii. a. Die Zweifel an der Ur- 
spriinglicbkeit jener Formen baben desshalb ebenso viel Grand, als Ungrund. Die 
alteste Form dei Perfekt, wie da« Hebr. noch dentlicher, als das Skr. lei^, gisg 
aus der Verkfirsung der gam wiederholten Wariel hervor und nach dieser anf- 
gepriigten Form von dreibacbstilbigen Stftmmen wurden dann die moisten PerfekU 
ausgebildet, oboe dass sicb jetit nocb angeben liesse, bei welchen Stammen eine 
reale oder bios ideale Verkurzung statt gefunden. Es geb5ren dessbalb jedenftllf 
aucb folgende Formen, mOgen sie entstanden sein, wie sie wollen, zu den von- 
verdoppelten Perfekten^ obwobl bier wegen der Weicbbeit des gutturaleo End- 
laates, der jetzt im Aethiopi nicht mebr gehdrt wird, scbon eber eine eigentlidM 

Verkfirzung anzanehmen ist. ^^f^fJl zittern, fiircbten, von der Wursel 
yiQ = ;iQ9 pQ sicb trennen, auflOsen, zerfliessen, z. B. y[Q aos 
Furcbt. In den starken Steigerungsstammen bat sicb bier sonst iiberall der Got- 

tural erbalten, z. B. AOAO I stammelnd: AXA A I = jJJJj ^Ijh- 

Ebenso im Hebr. z. B. ^Ot^D verstossen. Hieber geb5ren weiter (DQ)^* 

rufen, scbreien, vgl. a^* vox, clamor. i^% ciamores. Py^^ vox, mar- 

mwr. py^n bell en. Vgl; (^« treiben, d range n and niiher n^ von XI 
einen Ton ansstosaen, murmeln, brummen, reden u. s. w. Fomer 

Ujy^UI unersftttlicb sein, von der Wurzel y^ = p^f dicht, fast as 
einer Sacbe b&ngen, cIa^ med. ja folgen, woran biingen ^a«m = lU 
eifrig wonacb streben (= v>»am) daber ^m gierig, geizig sein, ithi 

unersiittlicb. Vergl. nocb l .. g m» veriaogen, begierig sein, ^l 
med. vav sicb sebnenu. s. w. — Folgende Stfimme dagegen sind sicbl 
durcb wirklicbe Zasammenziebang der ganz wiederbolten Wurzel gebik 

A»AG): neben AQ)^AG): imflamavU, adusni; Samaritan, ^b^b 
Wurzelbaft verwandt afh *iB^, koptiscb ldb~sch iofh-sch brennen, glllj 

ten, daber *iiq^ = XafmaQ» Ferner A>AP I abbeug^n, trennen^ daJipK 

AtAaTl = ^iLtJ Senkung, Niedergang = Nacbt, waa acboo oban 
klart worden. Das i ist aus ai entstanden. Vgl. ^yJ sicb abwenden, diki 
Riicken kebren von ^%J* Ebenso in JTbllP I ern&bren, eig. grosszieklb^ 

^?'- KA^> n^lft^ gross werden, waobsen. ^yPT geizig sein, ^ahl^' 
scbeinlicb roit der Warzel yn verwandt, pnp susammenziebn, f estmacbe|||. 
daber im Aethkip. zilb, zurfickbaltend, geizig sein. Dieser letste StaM| 
kommt dann ancb ganz verkttrzt als reine Perfektform in derselben Bedeatong vor; 



II. 'Uintenvordoppelte Perfektu. 63 

r 618 8 en statt Tp^, D^l verachliesseii, zubiuden slatt 2^2, cn 
8tatt 313 u. s. w. Die oblgeii Wnrzein sind nun etvi'a 50, die aber 
eig:entlich nur als Fortbilduno^en von 5 bis 6 Hauptwurzein zn be- 
trachten sind: 

1) -ip* ID. U' in» ij' Dy- 

«) rp' DD> u,irn» ry, "pjr, 037; fer„«r ^rp, d'd, 

3) ip, ID, -iMn^iyon- 

41) bp^ "PD. ^J' "^n, by, S"i» ^k- 

*)P'P,p, Iy'p'^• 
«) DD = r)3. rp» Fp» «^y' Dp' DJ' Dn, D', 

vei'wandt mil Qj> DH' DV (CD • 



II. Hlntenverdoppelte Perfekta. 

Dieae Biiduug dea Perfekt unfasat elgentlich zwei Uauptarten, 
welche entatehen 1) durch Wfederbolung; dea eraten Radi- 

kals am Bnde, wie D*1D^ (jmJLm; ijlb^ triibe, verdorbea 
seluy vom Wasaer. 2) Durch Verdopplung dea zweiten 

Radikala, wie /T^H* ^^ ^^ achon $. 3 bemerkt, daas dieae Ver* 
dopptuDgen ebenso wie die vornverdoppelten Perfekta der Kraft und 
Bedeutung nach (lir eine vollfge Wiederbolung der gaazen Wurzel 

V^P« gcisig sflin. Fiir die Anssprache sind dime Reduplikationon iibri- 
fess nicht hiirter, als im Indogermanisclien die Perfekta. cHCurri, tutudiy mo~ 
rnarHj \skoyaf tetigi u. •. w. und kdnnen desshalb nichi so sehr aiifTallen. Als 
eiae eigentiich verkurzte Form zeigt im Hebr. sich das Pi. Xtt^ = Htt^KtSf 

Ez. 39, 2, (verwandt mit XDKD verstossen, fortireiben) „iob werde dick 

•• • 

treibeB =: rortf^hren und dicb aniiicken lassett aus dem ftussenten Norden.** Aul 
cncr ahttlicbaa ZusRannaiMiebuag erklilrt sick rm* •• voriicr. 



T T 



64 II. Uintenverdoppelte Perfekta. 

Btehen; also tttett^ = DBtott^, wie ^^n = Sn^n, und das Princip der 
ersten Yerdopplung^saii nur wetter anwenden. 

1) Hintenverdoppelte Peifekta dorch Wiederholnog des ersteo 

Radikals und zwar 

A) •hue Aurhehmic der clelchlMtUffcii TcrdepplaBf. 

Nur in wenigen Verbalstammen ist der hinten wiederholte erste 
Konsonant einer Wurzel nocb unverandert geblieben. In der Regel 
aber ertrag^ die Spracbe einen solchen Gleichlaut im Anfang und am 
Ende des Wortes nicht und hebt ihn dureb Dissimulation auf , wie bei 
der erstcn Art vorn: 033 = DDR. Ob iibrigens Perfekta wie DID 
urspruDglich lOTD lauteten und erst allmahlig so verkiirzt wurdeo, 
das kann in einzelnen Fallen, besonders im Arabiscben, allerdingf 
moglich sein. Im Allgemeinen aber wird man nach Analogue der 
ubrigen Perfekt - Bildungen zugeben mussen, dass aucb bier die 
Spracbe mit der Verdopplung des Einen Radikals zur Bezeiehnnng 
der Yollendeten Handlung sehr bald sich begniigte. Vgl. die Anmerli. 
S. 60 AT. Die biehergehorenden Perfekta sind nun folgende : 

O^D von der Wurzel "ID zerreissen, schelden, daher 

verschneiden, D^T? der Verschnittene. Vgl. v^ ^^rtfit. l^Li 
fidit. yj^Y& laesit. TID sich trennen, sperren, widerspen- 
stisch sein. Mit dem Denom. tthl^ entwurzeln ist es nicht, wie 
Gesen. vermuthet, so ohne Weiteres zu vergleichen. Im Deutscben 
entspricht die Wurzel zebren, vermindern, goth. theirauj zer- 
reissen, zerbrecben. Vgl. telQa abreiben, zerreiben, auf* 
ireiben, tero, da^ca die Haut abziehn, scblnden u. s. w. Verwandt 
Bind Im Hebr. ferner die Wurzein TB^, "1!^, it u. s. w. in vielfacben 
Blldnngen uud Uebertragungen. 

^y^ Pert. Yon der Wurzel 13, eig. nahe kommen, beruhren, 

daher PI. die Saiten bernhren, splelen. Verwandt ist y}} 
(stattW) beriihren, treffen, daher yjj Schlag, Ausschlag. 
Barter nach Sinn und Aussprache r02 hart treifen, s toss en; 7^^ 
Btossen, schlagen, verletzen. Im Indogermanischen entspricht 
ganz die Wurzel nahe, nach, Skr. nah verbinden; vgl. nahen^ 



1) dardi WMerboliing des erstt-n Badikals. 65 

ineinanderfugen , nec-tere. Welter abgelcitet laiitet die Wurzel so- 
dinn nagen, eig. scharf beriihren, daher abscliaben. Gesen. 
Tergleicht unriehtig, wie schon friiher bemerkt wurde, das hebr. p^. 
Hit Verwandlung des Haucbs in den Zischlaut blldet die Wurzel deti 
Stamm fsoj nahe kommen, Jemandem zusetzen, drangen, trei- 
ben, nothigcn, so wie das deutsche Noth eig. das Zusammen- 
genahte, den Znstand des Zwangs bezeichnet. Naher der ersten Be- 
deutung. kommt ttfjl sich nahen, nilhern, herzukommen. Die 

vollstandig verdoppelte Wurzel ist noch im Arab. ^yXsd 1) he mm en, 

(eig. zusammennahen. binden) 2) nalie kommen, Jemandem zu- 
setzen , a n t r e i b e ii u. s. w. , wie das verwandtc XHl a) t r e i b e n , 
antreiben, fiihren. b) Pi. den Athem austreiben = aus- 
stossen, seufzen, wie 7V}1 seufzen, klagen. Verwandt ist 
femer r}U eig. sich nahen, neigen, daher sich niederlassen. 
nj^wohnen, eig. sich hinstrecken. Daher auch sich strecken, 
leliicken = masshalten, sich bescheiden, Hab. 2, 5. 

|ijj Nach Geseniu8^ Ewald u. A. wiirc die Wurzel ]ri = deh- 

nen, tendere, daher hinreichen, geben; atleln das vordere n 
Wtaof die Art nicht wohl zu erklaren. *) Vielmehr ist die eigentliche 
Wuiel offenbar n^, die auch sonst sich findet, wobei dann der erste 



*) Otsenius im Tliesaur. begeht in der Ableitung der Wurzelelemente unsers 
Slisaef nicht weniger als 3 pliilologische Irrth timer, indem er einmal in Ueber- 
OBftiymung mit andem Gelebrten tan = dehnen fQr die Wurzel bait; zwei- 
teas, indeni er diese Wnrzet mit dem Skr. dd=^dare zusammenstelU, und drit- 
teas, indem er meint, dasa diese Wurzel das n eingebiisst, und dass es sich 
ia iamum und donare in seiner Urspriinglichkeit noch erhaltcn babe, fiekannllich 
aber bildet ein Pronomen na oder anna (verwandt mit tile) wechselnd mit ta das 
Fart, perf., docb gewdbnlicb nur bei Intransitiven , wessbalb sie hfiuGg mehr die 
Krafl von Adj. haben, wie 8%iLVog furcbtbar, pU-nus erfiilll = voll, map^fms, 
▼aa wtak u. a. w. Sodann werden Substantive, besondera Neutra dadurcb ge- 
Wdet, endend a uf nam; kara-nam Ursache von kri, eig. das wodurcb etwaa 
inadit , bewirkt wird. svap^nam n. = som-nus , vnvog. Vgl. r€xvov das Er- 
Magte. Ebenso im Deutschen Sohn , gotb. sunns ein Part, aur it wie gesebn, 
vaai Slir. sm zeugen, daher im Skr. auch sw-ta der Oezengte, der Sohn, 
iar ein aaderea Part, neben ai^-ifif. Ebenso da^nam, daa Gegebenc. die 
Cibe, lat. ddmmmg davon ein Denom. donare wie rsxvoo) von rexvov. 
Ider's hcbr. WvrzelwOrterbiieh. 



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66 II. Hiitonverdoppelto P^rfekU 

Radikal ganz richtig bintenverdoppelt erscheint Fur die Bedentung 
ist zunachst zu vergleiclien die einfach verdoppelte Wnrzel U^^\ 
extendit^ protendit rem. ia3 id. Ferner nb^ ansstrecken (die 
Hand), mi reichlich g^eben. Naher der ersten sinnlichen Beden- 
tiing kommt in^ bewegen, intr. aich fortbewegen, fliehen, wie 
iaS, nU) C-l^* Besonders aher stehen die verwandten Stamme dieser 
grossen Familie von der Bewegong des Wassers. Es entspricht nam- 
lich das deutsehe nass, Nd. nat, Gr. vonog^ welelies der Wnrzel 
nach ein Fliessen bezeichnen muss. \g], Skr. nadi der Floss. 
^Jii &:elien, fliessen, eo, v^^uub humoreni emisU uter; suda- 
vit. y fliissig, beweglich , leicht. nw=nassen, netzen, 
anspritzen. *^^ 1) g^iessen, fliessen lassen, Metall oder 
ein Trankopfer, daher anch salben. 2)Ausbreiten, ausspannen, 
besonders ein Gewebe aufziehn. Vg;l. (^.amj disponere. Das Ye^ 
wandte 7[rO hedeutet einfach g^iessen. Indess die einfachste Vo^ 
stellunp;, ans welcher erst die der Bcwe^ing; und inshesondere die der 
Wasserbewegung herzuleiten ist, ist die der Scheidung und Tren- 
nung, wie sich noch sicher nachweisen lasst. ^ sich trennen = 
fortgelien.. iaX^ intr. getrennt, gespalten= weit, feT« 
sein. VgL B^ni, Dni, yvd (statt nTO) trennen, ausreissen, 
zerschlagen, zerstoren; C^tO^ a u s s t o s s e n , loslassen. Mit Ueber- 
gang von p in 1, wie so oft, ini abbrechen, losmachen, 
zerreissen; oder mit ^ in y: yro = ^03 losreisen, aus- 
reissen, daraus entwickelt sich der Stamm DDl herausreissen; 
HTQ in Stiicken zerschneiden, harter pii^ wegreissen, fort- 
riicken. n!;^ trennen, scheiden, daher 1) fliegen, 2) Nif. 
sich trennen, sich entzweien, streiten u. s. w. p^lherTor- 
brechen, daher 1) fliehen, 2) vom Durchbrechen der Knospen: 
bliihen, daran schliesst sich 3) die Bedeutung glanzen, schim- 
mern. Abgeleitet ist der Stamm njp trennen, ab halt en, daher 
hiiten, bewahren, "1 = /? 721} abreissen, entziehen. Ebenso 
^^ trennen, absondern; y^\ scheiden, entscheiden, daher 
festbestimmen, geloben. Jjb scheiden, ausscheiden, 
bes. Exkremente. Qy sich trennen, ablassen, absteigen, daher 
sich niederlassen; Jy3 fliissig, rheumatisch sein. Jju tm 



1) dordi WMerlioliiiH; 4ei etiUB Ihidikalf. 67 

■oml. Sinn niedrig, g;eniein seiil. ^^ treiftien ss fortgehen, 

fliessen. Welter iibertnigen ist die Bedeutang In n^) scheid^n, 

■ Dtersuchen, priifen, auf die Probe stellen. Femer in rn{: nads, 

fl&sslg sein, daher das iSubst. rop. Saft, bes. Traobensaft An 

die Bedentnng des FKiMigen schliesst sich a) die des Fortgeben<» 

den, Danernden, Nicbtnnterbrocbenen, daher die dea VoH^ 

endeten, Ewigen, wie njt- Vgl. gang nnd gabe. Im Bemer Dia* 

lekt bedentet gang gin]g immer. b) Sodann ist das Fliisslge 4iich 

das Durchsichtige, Reine, Glanzende. Vgl. (jdj tind tjti Ul^ 

iLJar, offenbar maelien. mjc^ rein, hell, weIss selti. Das 

Pi. r^ die Musik ieiten bedeutet eig.: flfessen oder gehen 

iassen, daher die rhythmische Bewegung der Musfk Hn- 

(;eben and lei ten. Gesenius nnd A. niiissen fur diese Bedevtungeif 

zwei verscliiedene St&mme annehmen. Fiir die letztere Bedeutung iflrt 

zn Ygl. das verwandte in Z f S ordnen, dispanere^ bes. IV. rhyth- 

mlsch reden. JlAJ IV, ein Gedicht recltlren. Verwandt 

lach Form und Bedeutung ^^re hiemtit ytS^ pflan^en, eig. efu" 

reihen, in Reih urtd Oiled stellen, daher fibertragen: attf-^ 

itellen, anfpflanzen, Dent. 16, 21, und welter: festmachen, 

tUstecken, efnpflanzen, Koh. 12, 11. Die Grundbedeutang sehetr 

Mrfemer noch iif ms, IJl^ uviduSy nass, fliissig sein, dahef 

Onittheilend, frefgebfg sefn, Andern Etwas zufliessen las- 

iMr, 2) Pi. maehen, dass Etwas flteSst, d. i. sieh fortbewegt, 

flfeht, daher fortstossen, wie da» h&rtere rnS- Gesen, ninlttit 

wleder zwef Stimme fur diese Bedeutungeti an. Nach der bier gege- 

benen Ableitnng erkfart sieh auch am efiffachsfen ^as Subst. n^l als 

dasNaisrse; dann im besondem Sinn 1) das Relnfgungswassel' 

in Tempel, Num. 19, 9. 2) Ausfluss, nantlich ien Weibesr bei 

der ftMinatllchen Reinignng, Lev. 15, 24, 25. Damit Terbfndet ^\th. 

▼onsetbst die Vorstellvng des Befleckenden, Unre<n«!fr, Aaft- 

geworfenen, was dann anch anf unreine, abscbeuUcbe Dlnge 

aadrer Art nbertragen 1st, anf Gotzeii «li< Blutschande. Aber nngennu 

■berselzt man das Wort an Stellen, wie Lev. 15, 24, durch Unrel- 

Bigkeft, aastatt Ansfluss oder bestimmter Monatsf Inss. EbeAsi^ 

Uf« 12, 2: ngleleh den Tagen des Monat^flnsses ibrer 

6» 



68 . . : II. Uintenverdoppelte Perlbkta 

Krankheit, d. i. wo sie kraiik ist, soil sie unrein sein," 
statt der gewohnlicben Uebersetziing;: wie zui* Zeit ihrer Unreinigkeit 
soil sie unrein sein. Ferner Lev. 15^ 19 f. »ein Weib, wann sie flussig 
wird, so dass Bhit an ihrem Fleische fliesst, soil sie ben Tage 
lang im Zustaode ibres Monatsflusses bleiben^^ d. i. wie 
iin Zustande der gewobnlichen Menstruation soil sie eine Woche lang 
onreiD und unberiibrbar sein. Dieser regelmassig wiederkehrende 
Znstand diente als Bestimmung des Ycrlialtens bei andern ansser- 
ordentlicben Fallen. Vgl. Lev. 1 2, 2. 

Zunachst an den Stamm mi schliesst sich ^*1^, indem der Hauch- 
laut als dritter Bucbstabe, der in alien diesen Stainmen aus dem ver- 
doppelten Zahn- oder Zungenlaute entstanden ist, in denLippenlant iiber- 
geht, und zwar entweder durcb Verinittlnng des 1, welches ofters mit 
n wechselt, (m^ = ^Ju = (fjkj =) 313) oder nnmittelbar, wie 
schon an einigen Beispielen gezeigt worden. Die Grnndbedeutung 
von yj^ ist ebenfalls fliissig, beweglich inacben, daber an- 
treiben, ^^jj Ex. 25, 2. Hitp. sich befleissigen (wie fleissig 
und fliisslg verwandt sind) daber willig fur Etwas sein. So 
erklart sicb aucb D^^, eig. der Fliissige, d. L der frei sicb Be- 
wegende, daber 1) der Freie, Willige, Geneigte, 2) der 
Freigebige, 3) der Freie im Gegensatz des Untergebenen, also 
der Vornebme, Edle. Jes. 32, 5,8. Dann im ausscbliesslichen 
Sinn 4) derFiirst, der Herrscber, woran sicb leicht die Be- 
deutung des Tyrannen kniipft. Jes. 13, 2. Barter lautet der Stamm 
rjia forttreiben, zerstreuen und verbalt sich zu 3*13 wie m 
za mi. Vgl. aucb nni in yr)^ der durchbrochen e, bet retenc, 
angebahnte Weg. Falsch halt Gesen, tab fiir die Wurzel. So 
erklart sich aucb nSfi, DC^i, rjtsf^ von der treibenden, blasenden 
Luft Vgl. L^ auslassen, vom Wasser und Wind, i^i der 
Wind bei der Morgen- und Abenddammerung, im Arab, durch den 
Dual ^jCjumI)! bezeichnet. Gesen. u. A. balten irrig Tp fiir die Wur- 
zel. Ferner geh5rt hieher Tp^ fliessen, tropfein, und nach ge- 
wohnlichem Wechsel der Laute Dti, welches im Hebr. nur In dem 
Sabst. DT^ Ring 9 Nasen- oder Ohrring, vorkommt. Etymo- 
logisch bezeichnet es aber wohl etwas langlich rundes, einem 



1) darch Wiederholung dts ersten -Radikalfl. 69 

herabkaugeuden Tropfeii Aehuiiches, wie n^^D?, &AJa>, 






uder uilgemein bios eiii Gehaii^^e, su dass v^yCiJ haesit^ inhaesU 

und Joj coit/tfitjfer^ zu vergleichen seiii wiii'deii, feriier >h ^ Ziehen, 

bes. durch die Nase eiuziehen, daher riechen, wie das einfache 

li3 und iu der ersten sinnl. Bedeutung ^ treunen == sperren, 

fesseiu, biudeu. Vgl. LmJ Band, Sehne, Nerv. Der Stamm 

nun, von dem diese Untersuchuug aiisgiiig, kommt auch noch im 

Arabischeu vor, jedocb in einer sebr verschiedenen Bedeutung, die 

aber aus der bier gegebenen Ableitung sicb von seibst ergibt und die 

uacligewiesene Grundbedeutuug von ]n| bestatigt. Das arabische J«i^ 

bedeutet uamlicb s tin lien, eine abgeieitete Vorstellung, welcbe erst 

YUQ der des Fliesse nden, d. i. Sickauflosenden, Zergehen- 

deu und Verwesenden iibertragen ist. Vgl. das wurzelbaft ver- 

wandte i^*.* foeiuiL Die tirundbedeutung zeigt ferner das von ]n2 

abgeieitete ^n^^ fliesse n; daher ]n^t^ stcts fliessend, unver- 

ftiegbar — voin Wasser gesagt. Am. 5, 24. Daran schliesst slch 

Mtnrlieb Cvgl. HUl) der Begriff der Bestandigkeit und Festlg- 

kcit Vgl. ^^ dauernd sein, bes. vom lebendigen Fluss des 

Winers. J.c>« befeuchten, benetzeu; J3. IV. fliessen lassen, 

reichlick geben. Ebenso leicht konnte iui Uebr. die Vorstellung 

(fes Fliesseus auf ein Zufliessen, Uinreiehen und Geben 

ubertragen werden, wie ausserdeui m^ und HD^ unzweifelbaft zeigen. 

Znbemerken ist nur noch, dass im Syr. das scbliessende ^ in das ver- 

waudte 7 verwandelt worden, und dass nicht etwa umgckehrt ]r\l 

aoji 7n3 entstanden ist. Beispiele desselben Uebergangs von n in I 

sod Kin d , engl. child. Die Wurzel lautet iiu Goth, keinan = yiveiv, 

j^flUM, urverwandt mit keinien. Daher auch Kinn, eig. Spross, 

<bDD ualier Bartspross und iibertragen endlich: die Hauptstelle des 

Bartes. SoauchKfnd eig. Keim, Spross, Sprossling. Ebenso 

ist das M wohl urspranglieh im Skr. vana = W a l-d ; dsivog furchtbar, 

StiXogy mehr passend furehtsam, wo das Pron. ita, welches Part Im 

Saoskrit wie im Dentschen nnd dann Adj. und Subst. bildet, offenbar 

'u altere ist Haufiger jedoch ist der umgekehrte Uebergang von I 

k Mj z. B. p7au8 jh entstanden; pb von der Wurzel ^^, hinten- 



70 H. Bipmivfrdopppllf r^tfrkln 

verdoppelt ^^^ wie spater zu zeigen ist. Verwandt mit dem Stamm 
]ra ist endllch audi 

THj welches sowohl die Grundbedeutung; der Wurzel "1^, fU, als 

aach die Uebertragung in ]ru und TTil in sicb vereinigt Es bedeutet 
namlieh 1) trennen, scbeiden, theilen, daher das Subst ]ia 
ehald. njl) die Scheide des Schwerts, nach derselben Ueber- 
tragung wie das deutsche Scheide vou scbeiden, indem eiiie 
solcbe Umhullung als etwas Gespaltenes, Klaffendes vorge- 
stellt werdep koniite. 2) Scbeiden, ausscheiden, austhei- 
len, daher geben, scheuken; das Subst. ]1^ besonders Buhl er- 
geschenk, wie ni;]. fife^eit. n. A. nehmen irrig zwei verschiedeiie 
Stamme Tur diese oedeutungeu an. 

V^t7 nur in Pi. in der Bedeutung trinken, schlurfeu, Job 

39, 30, eig. sich anbangen =^ {^X^j daher Ziehen, ein^ieheD, 
inabesondre Fliissigkeiten. Vgl. die Ableitung unter??^. Gesen.h9ii 
nach dem Vorgange Anderer sehr willkurlich^7 fiir die Wurzel. Der 
hartere, wurzelhaft verwandte Stamm ^^jJLf steht im Arab, eben^ 
falls vom Wassertrinkeu dea Viebes. Zu derselben Wurzel gebort 
ferner XTJl statt X)^ wie im Aram, in dem Adj. :i^]; der stamm elude, 
stotternde, dalier der Barbar, eig. der gehemmt, bedeckt, 
d. i. dunkel redende, Jes. 32, 4, so dass r|7y und 07y be- 
de<:ken, umhiillen zu vergleichen sind; vorn erweicht lautet der 
Stamm y2^^ stammeln, fasein, uniiberlegt aussprechen, 
diu key. Sprw. 20, 25; falsch vergleicht man riV^. Der Uebergang 
Tou }; in Mst wie F]7j; = F]7^ bedeckeq, feat anbangen. j;B'», 
y^9 }n^ u. s. w., wo ^ aus y erweicht ist Fiir die Bedeutung von 
X}]f ist zi; vergleichen die mit ^y verwandte Wurzel ^D in ^^n, Jj^. 
Vgl. S. 25. Willkiirlich halten wieder Geaen. u. A. diesen Stamm Tiir 
eine Yersetzung von :iJ27, eiue blosse Annahme der Noth, die an frit- 
here uqwissenschaftliche Zeiteii erinnert und sicher nur in hdchst 
seltenen Fallen sich vertheidigen lasst. Schon Schultens verglicb fiir 
den Stamm }p]f richtig das arab. Jg^ , wenn gleich unser y^y schwer- 
licb als ein aus 7^ ^y verkiirztes Pilp. zu fassen ist. 

wlQt^ chald. die u en, bedienen, bes. den Tempeldienst 



1) (lurch WiedlerlioluDg des eraten RadikaU. 71 

Men. Das Wort ist Ihs Koptisclie eiug^edrungen, schemsche 
Ml. Die Wurzel DtS^, verwaiidt mit D!t, DH n. s. w. bedeutet 
nuBenbrlngen, zusammeDhalten, (vgl. C^ptS^n rabb. 
chlaf.) daber uberhaupt halten, wahren, hiiteu, wie der 
1 in dieser allgemeinen Bedeutung mit Uebergang von ts^ in *i 
f sich findet. Das arab. y^ zusammenziehn hat noch die 
Bedeutung festgehalten. Vgl. ^\ zusammenbinden, D!t, 
isammeubringen, lierstellen, einen Streit schlicli- 
aussohneii u. s. w. Yerwandt ist ferner nach bckanntem 
sel der Lippenlaute tS^^tS^ chald. zusamine ubringcn, daher 
erfiechten. Wurzelhaft verwandt mit dem vorhergehenden 
1 i^t sodann das Subst. C^t^ Sunne, welches jedoch von einer 
1, mehr abgeleiteten Vorstellung ausgebt. Die Grundbedeutung 
/"urzel DIS^ zusammenziehu wird namlich welter sehr haufig 
n Abziehn, VVegziehn, Wegraffen iibertragen, ebenso 
ie verwandte Wurzel rj^f, r]!2. Vgl. y^ sich zusammen- 
I, zuruckziehn, zuriieliweichen; ^_' ^j ^ m eilen. Ferner 

regzieh n = wegraffen, wegtreiben; v..ii[iuLl abzieh n 

ff ^ ft ^ 
sondern, sichten, bes. Mehl durchsiebeii; i_^^trAw ab- 

rn = zerstreuen. Bestimmter sodann bedeutet es eiuen 
fabziehen d. i. abreiben, daher poliren, glatten und 
: glanzend, hell maehen. Vgl. IBC^ und *)dD, oL& f. o. 
, glanzend maehen. Nach dieser Vorstellung des Hellen 
euchtendeu ist auch offenbar die Sonne benannt worden. 
selben Wurzel gehort '*ptS^ Himmel, eig. der Glanzende, 
, nicht der Hohe, vgl. himjar, ^y&, Sonne. Die Vor- 
g des Ho hen in Lmm und Lmm kommt ebenfalls von der des 
mmengezogenen, Aufgehauften und desshalb Hervor- 
nden, passt aber nicht zur Bezeichnung des Himmels. Berge, 
! D. dergl misst man schon eher nach der Hohe ; aber die £igen- 
:hkeit des lichten, luftigen Aethers ware wenig damit ausge- 
Vgl. S.UdM die aussere, sichtbare Gestalt eines 
Daher eL^ der Himuiel, der sichtbare Aether. 2) Wol- 
3) Etwas Sichtbares, Hervorragendes, z. B. der RUcken 
ferdes, das Dach eines llauses u. s. w. FiJr diese iibertragene 



72 11. UinteDYerdopH^e Porfekta 

Bedeutuiig ist weiter zu vergleicheii DtSfGlaiist, Auszeichnuu| 

sichtbares Zeichen, daher iiberhaupt dann Bezeichnung, Nam 

*» <<• «^ 
Die Bed. Name kann niclit mit Gesen. die erste sein. m^^ hell: 

heiter sein, sclierzen. iV. leucliten. — IMit tt^(^ Sonn 
haben Geaen. u. A. das deutsclie Wort So m me r, Alid. aumar ve 
glichen; da aber d]&s Wort nebst Schimmer und Schimmel ai 
die Wurzel selieinen zuriickzufuhren ist, goth. ^Aaman, so ist di 
Verwandtscliaft eiue rein aussere und zuHillige; denn die Wurzi 
scheinen, die im Angels, scynan nocli breiineii bedeutet, dalie 
im Isl. truck u en, dorr en, skyna, ist auf die einfachere Wurzc 
xat£^v brennen zuri'ickzuleiten, die sich ohne 8 in Kien, liarzig;ei 
leichtentziindbares Holz, ferner in Kahm =i Schiminel auf Wd 
und andern spirituosen Fliissigkeiten, fiiidet. Demnach bedeutet Som 
mer die heisse, brennende Jahreszeit, v\ie pj^. Doppelt irrig vei 
gleicht Gesen, mit dem Sommer das lat. sol, das vielmehr vom Ski 
surja der glanzende stammt, nach der Wurzel star = svtk 
leuchten, hell sein, daher auch vom hellen Tone, sonus, de 
nichts mit unserm Ton zu thun hat. Deni Skr. «far Lich tat her. 
Him me 1 entspricht einmal ^ira = idVQioq = het^oSj auf der anden 
Seite audi ijXtog = sol, pers. Jul&«.^ Sonne. Noch weniger ist dt 
deutsche Sonne zu vergleichen. 

^\^ entwurzeln, ausrotten, ein Denom. von ttflt 

•• •• . jt 

Wurzel, eig. das Hervorbreehende, der Schossling, di 
her bestimmter der erste Trieb einer Pflanze in die Tiefe, der Grund 
wuchs, v\'oran sich dann von selbst die Vorstellung des Unterstei 
und der Grundlage eines Gegeustandes kniipfte. FiJr diese Bedeo 
tung des Stammes tth^ ist zu vergleichen y/vyw zerreissen 
durchbrechen, spalten. Ygl. DID. Weiter iibertragen ist di< 
Bedeutung von yyif sich ausdehnen, daher vom Kriechen de 
Gewiirms. Vergl. Jol^ Ziehen, ewl eilig, schnell seia 
yi^ ausstrecken = I"S = ^0^ durchbrechen, hervor 
schiessen, daher U^Tifff die Weinranken, Rebschosslinge 
vrle Rebe mit re;;^e kriechen zusammenhangt Vgl. ^1^ Reb 
schoss, frischer Zweig. *7f]i^ herumschweifen, streifei 



1) durck Wied«rholoBg dei entea Radikal. 73 

Jer. 2, 23. Daher das Subst. 'Tjtlil^ eiu Streif oder Riemen, wo- 
fliit man etwas anblndet. Im engeru Sinn sodann das Band, womit 
die Fusssolileu oder Sandalen festgeknupft wurden, naeh derselben 
Uebertragung wie Streif von streifen in der ersten Bedeutung. 
Barter sodann lautet dieser Stamm pll^ und bedeutet nicht, wie die 
Worterbiicher angeben, flechten, sondern dnrchbrechen, da- 
her O den Flachs brechen, braken oder reinigen, zuberei- 
ten. 2)Durchbrechen = hervorsehiessen, daher pn&^ Ueb- 
schossling, Rebstoek iiberhaupt, wie pl*)t?9 Jes. 16, 8, paltnes; 
dann hiess bestimmter so eine besonders edle Traubenart mit kleinen, 
fast kernlosen Beeren, pers. j'l i °i "" i genannt, die wir am besten 
darch £delrebe iibersetzen. Die LXX u. A. verstelien Sorek irrig 
als Norn, propr. £s liiess namliek eiu Tlial zwischen Askalon und 
Gaza so. Riclit. 16, 4; aber schwerlick wegen des Weines, der viel- 
leicht dort wuchs, wie Gesen. u. A. annehmen, da vielmehr der 
Wein selbst weit eher naeh der Lokalitat benannt werdeu konnte, 
Mwie wir z. B. von Affenthaler, Johannesberger u. s. w. 
ipfechen. Allein es wiirde doch auch bei uns Niemandem einfallen, 
A Thai, das er etwa mit Burgundertrauben bepflanzt hatte, dess- 
\ UkBurgund zu nenuen. Vielmehr bedeutet dies Mom. pr. ganz eiu- 
I iiuk: Durchbruch, Spa 1 tun g, (namlich der Berge) daher itber- 
'uiopt Thai, welches allgemeiue Wort dann fiir das bestimmte Tlial 
steheod w urde. Von dieser ersten Bedeutung des Durehbrochnen in 
J ptf kommt endlieh 3) die des Hell en und daher Glanzeuden, 
wie das wurzelhaft verwandte nit von der aufgehenden Sonne steht: 
bervorbrechen, aufglanzen. Jes. 58, 10. 60, 3. £benso ivC^ 
das sammiliche Bedeutungen erhalten hat. Die Vorstellung des 
Hellglaiizendeu wird sodann, wie ofters, auf die des Hell- 
roth en ubertragen. Daher p'W rothlich (feuerfarbig) Zach. 1, 8. 
Danach erklaren Hitzig u. A. jene Rebenart fiir eine solche, die 
rot hen Wein liefere. Allein in Palastina und Syrien gab es fast 
keinen andern als rothen Wein, der doch nur im Unterschiede vom 
weissen so hatte bezeichnet werden konnen. Die rothe Farbe aber 
tkeilten sowohl gute als schlechte Weine, wesshalb der Wein auch 
emdezvL Traubenblut heisst. Gen. 49, 11. Dent. 32, 14. Sir. 39,31. 
M, 17. Apok. 14, 20. Der ersten Bedeutung naeh ist mit dem letzten 



I 



74 U. HiBleiuiverdoppelte FerfekU 

Stamm aueh py^ pfeifen^ ziscben verwandt, und bezeicbnet einey 
hellen^ durchdringenden, gellenden Lant ausstosseu. 
Falsch vergleiclit Gesenius cvQiy^iiOL 

njn von der Wurzel :jn. Vgl. ^i diruit damutny ^^jls^ 

Spalt, Kluft, tiefes Thai, hebr. D^:)n Kliifte, Felsscbiuch- 

ten. Cant. 2, 14. Obad. 3. So erklart sich auch der einfache Stamm 

in y^:ff^y welches Wort weder Drang, Gluth, noch Gebet oder Sin- 

nen, sondern, wie sebou der Parall. zeigt, das Inn ere bedeutet. 

tp. 39, 4: 

„Iii meincm Busea •rglQhSe mein llerz, 

la Bieiocm Inoera entbrabnte Feuer^' u. s. w. 

Ebenso i/^. 5, 2: 

^Yerniinin, o Jahve, meine Wurtn, 
Merk' auf mein louersles.*' 

Dem entspricht im folgenden Verse: „denn zu dir bete ieh.^ 
Zu Ygl. ist ferner La^ trenuen, abhalten, daber hemmen, stil- 
len, z. B. den Hunger. Der Stamm n:in bedeutet also trennen, 
scheiden, daber 1) ausscheiden, sondern. Spriiebw. 25, 4. 
2) einen Laut auslassen, ausstosseu, besonders vom dumpfei 
Gebriill des L5wen, Jes. 31, 9, vom Rauscben der Harfe, des Donners, 
vom Girren der Taube und vom Seufzen und Reden der Menscben. 
ip. 115,7. Jes. 59, 3. Welter iibertragen stebt es sodann vom Ge- 
fluster der Zauberer. Ygl. Jes. 8, 19. Die Bedeutung des Re- 
deus ist sodann wie im Hebr. ofters auf ein inueres Sinn en und 
Den ken iibertragen, welches urspruuglich offenbar als ein laut- 
werdendes Selbstgespracb sich offenbarte. Daber die Redensart bei 
3icb, oder im Herzen reden, d. I. bei sich iiberlegen, be- 
den ken. Mit Verwandlung des wiederbolten Hauchlauts in den 

Ziscblaut heisst der Stamm im Arab. iiLa^ murmelnd bei sich 
reden, in den Sinn kommen. n**^^ dumpfe, unterdriickte 



-Oj,^ _^ » 



Stimme. Vgl. yaP geheime Rede, ^r; t^j ^ ^^- Gedanken, 
Betracbtungen, wie Hyn, 4^* 90, 9. Die Worterbiicber nebmen wieder 
zwei verscbiedene Stamme fiir die einfach zusammenhangenden Be- 
deutungen und Uebertragungen an. — Noch verwandt mit n^lH ist 
endlich auch riX* gespalten, gesondert sein, daber Hif. 1) ab- 

sondern, entfernen. 2 Sam. 20, 13. Vgl. ^^I ausschneiden, 



1) dunk WioderhokiBf dot enteft Badikals. 75 

itriren. S) Schneiden, daher verletzen, betreiben. 
ten. nimmt zwei Stamme dafiir an. Vgl. y:)^ spalten, scheiden, 
icr arbeiten, bes. muhevoU. njf^= Pi:i^, ^* wegraffen, 
I. 28, 17. Daher y^ Schaufel, Ex. 27, 3. HH) absondern, 
tfernen. Barter Hil^ schwiuden, erloscheD, nnj^ ab- 
hmen, stumpf werden. Jer. 31, 29. nXD mit schneidenden 
orten durchbohren, heftig anfahren. Hif. verletzeD, be- 
aben. Nif. getrenot, fortgestossen werden, Job 30, 8. Vgl. 
\ hervorbreehen. nin Spalt, Spitze, Dorn. niD £ut- 
:hiedenheit, Kraft. _l^ im Kampfe obsiegen; dieselbe 
^urzel ist in '-p^ pn spalten, trennen. 

7^1^ von der Wurzel nn, verwandt mit T. Vgl. Tin, tXS^ 

isbrechen, bes. in ein Geschrei. Uebertragen bedeutet der Stamm 
m alsdann ausbreiten, ausstreelien, die Hand, Jes. 11, 8; 
;<>• ausstreeken, weiteu. Das Sbst *i^ bedeutet danach l}die 
Bigebreitete, ausgcstreckte Hand. Daher iibertrageu 2^ das 
eikmal, das Aufgerichtete, Jes. 56, 5. 2 Sam. 18, 18. 3) das 
iigere ckte mannliche Glied, wie im Skr. upastha der Auf< 
iteker, arab. JaJL^ der Aufsteiger. Jes. 57, 8. Die weitern 
Jekertragungen siiid leicht verstandlich. Wurzelhaft verwandt ist 
tit diesem Stamme nin Pracht, eig. das Hervorragende, Glan- 
ende, daher Herrlichkeit, Erhabenheit. Weiter gebildet 
otet der Stamm Tin and hat dieselbe Bedeutung, weit, breit, boch, 
rachtig sein im yerschiednen Sinn. 

HiH traumen, verwandt mit ntn seheiden, trennen, da- 

rnnterscheiden, sehen, cemei'e; besonders steht dies Wort 
n der prophetischen Anschauung. Aehnlich TVT) im gewohnlichen 
OD ein Nacbtgesicht, Traume haben, woran sich im arab. 
jj» die Bedeutung : irre re den kniipft. Jes. 56, 70. 



nOn von der Wurzel on, OH u. s. w. trennen, absehnei- 

0, daher wie das verwandte ni^ die Rede abbrechen, schwei- 
n. Mit otydoy das Gesenius vergleiciit, hat es nichts gemein. 



76 II. HJBtenverdoppttlte Perfekta. 

Tins Perf. von der Wurzel *)!3, kommt im Hebraischeu nar in 

dem Substantiv *?p*i;)n Mantel vor, eig. Umhullung. Ini Arameni- 
sclieu findet sich aber noch das Verbum *?]*13 umg^eben, umbuUeB. 



n nn von der Wurzel in, verwandt mit in, 13 u. s. w., daher 

T T 

trennen, abschneiden = absperren, daher welter: fest- 
uiaehen, fangen, empfaugeu, scbwanger seiu. Vgl. jL& 
fesseln. Fiir die erste Bedeutmig ist zu vergleicheu in der Berg| 
eig. das Abgcscbnittene, Uervorrageu de, Schroffe, wie 
Ju«. Ferner indem das verdoppelte n in :i iibergeht :iin trenncD, 
durchbohren, morden, und indem der Hauchlaut init dein Zisch-, 
laut wechseit: Oin einreissen, zerstiiren. Faisch halt bier 
Gesenius 01 fiir die Wurzel. Harter lautet der Stamui nn, ^Tl, DT) 

Bhn u. s. w. 



nCn = DDn zusammenbiegrcU) zusaminendriiekev, 

von der Wurzel Dn. Vgl. DOn zusammenziehn, a) in Bewe- 
gung setzen, b) zusaninienziehn = wegraffen, verniehtei. 
Daher steht non voui zusammengezogenen, duwpfen Tone: 
sum men, brummen, stohnen, to sen, in mannigfacher Anwen- 
dung; iibertragen auch von innerer Unruhe und Beklommenheit. Die 
erste Bedeutung geht aber nicht, wie Gesen, u. A. meinen, vom 
summenden und brum men den Tone aus, sondern wie ^ noch 
sehr deutlich zeigt von der Vorstellung der Zusammenziehung. 
Es bedeutet namlieh |^ i) zusammenziehn, daher krieehen, 
von Wiirmern. 2) Ziehen = melken. 3) Innerlich etwas zu- 
sammenbringen, sich etwas vornehmen, sich eifrig womit be fas- 
sen. 4} Zusammenziehn, d. i. beklommen, enge, angstlieh 
mac hen. Vlll. sich bekiimmern, angstigen. In trans, zusammen- 
gezogen, vom Alter gebeugt, hinfiillig sein. II. einen 
summenden, d. i. zusammengezogenen, unartikulirten Ton hervor- 
bringen u. s. w. Vgl. Din zusammenbringen, zusammenwirren, 
daher vom Larm ungeordneter, emportcr Massen, z. B. Dinn die 
tobende Wassermasse des Meeres u. s. w. Hiermit hangt 
auch zusammen der Stamm: 



1) darch WiederholiiBf des eritoA RadikaU. 77 

nn der nach der Wurzel in, verwandt mit It^. in 9 DM, ^*1, 

T T 

(9 ^'^y ^ u* ''• ^*9 ^^" der Vorstellung der Zusammen- 
Dg ausgelit, vg^l. (^yo 1) herabfallen, eig. sich zusaninien- 
= iiiederzieliii, iiiederstiirzen. 2) Weg^geraift, beraubt, 
list werdeii, daher audi sterben. 3) lonerlich Etwas er- 
, ail sich ziebu, daher verlangeii, lieben. Doch schlfesst 
ellelcht diese Bed. an die des W eh ens, des Luftzugs, wie 
;, adspirare. Das hebr. Subst. ri|in oder n^ hat ebenfalls 
rundbcdeutiing der Wurzel noch deutlich erhalteu. Es bedeatct 
I 1) Uiitergang, Verderbeo, (eig. Zasammenzieliung, 
reissung) 2) Frevel, 3) Gier, Verlangen. Vgl. ^l^ 
lenziehn, daher 1) zusammensinken, stiirzen. 2) Weg- 
1, rauben, daher 3) intr. ausgeleert sein. Das ge- 
rhe Verb, n^n statt JtlTI wie im Aram, geht in der Bedeutung 
ntragen, geschehen, wohl nieht von der Vorstellung des 
fallens oder Fallens aus, sondern bedeutet sich zu- 
enziehn = fest werden, zu Stande kommen = ^|^, 
n die Erscheinnng treten, sichtbar werden, sich ereig- 
^eschehen, sein. Diese Bedeutung bestatig^ der verwandte 
; Stamm mn Pi. zusammenbringen, nahe bringen, da- 
twas an Jemand bringen, anzeigen, verkiinden. 
dge Bedeutung des erweichten Stammes rrn C= rnn) ist zwar 
, geht aber ebenfalls, wie das Subst. n^f] beweist, yon der 
long des Zusammengebrachten aus. Denn es bedeutet wie 
Uainm, Volksstamm, eig. eine ziisammengeborige, ver- 
e Menschenmasse. i|;« 68, 11. Dann iiberbaupt Ha u fen von 
len. 2 Sam. 23, 11, 13, wie das verwandte JLji Leute, eig. 
lenmasse, Dp = in. Ebenso der Plur. ntin Hiittendorfer, 
azogene oder umzaumte Zeltlager. Vgl. Hyi verbergen. 
iVustenzelt. Die Vorstellung der Zusammenziebung enthalt 
an sich schon die der Bewegung. iCa-Sd HI* schnell einher- 
, UbD id. v,ft.0 stiirmen, eilen. Hieran scliliesst sich dann 
mehrcn verwandten Stammen die Bedeutung: wehen, stiir- 
ron der heftigen Bewegung der Luft. An die Vorstellung des 
^lichen kdnnte sich endlich die des Lebendigen schliessen, 



78 . It. Hintenrerdoiipeke PerMU 

dessen Ei^nthumlicbkeit durcli die freie Bewe^iiilg; sehr gnt bes 
net ware. Allein das Arabische ist dagegen. Das Leben m 
danach von der Dauer der Existenz wie im Deutschen be 
zu seln. ^^ zusammenziehn = fest, dauernd machen, ' 
1) das Leben hinbrlngen, erbalten, kurz: leben. 2) 
j^ sich zuriickziehn, sich wegwenden. daher sich s 
men, Scheu haben, wie v«iU& f- a- vjLs> f. a. u. s. w. Z] 
sammengezogen, dicht, fest sein, daher voni Wege deutl 
anterschleden. (eig. wohl betreten , ausge treten seln) Vgl. 
Zusammenziehung, Fiille, daher a) Fett — von Thieren. b) Fru 
barkeit, Ertrag. c) Vulva von Thieren, eig. Zusammenzie 
=:Ueberzug, Hiille. Vgh ^^ 1) dauernd, lebendig. 2) 
ruekgezogen = schamhaft 3) Stamm. (Siehe oben.) DasS 
n^l] steht oflfenbar der ersteren Bedeutung naher und bezeichnet 
frei umherstreifende Wild des Feldes. Sehr unbesi 
wiirde es vom Athmen oder vom Leben ikberbaupt benannt sein 
ursprungliche Bedeutung des Stammes y]j Ml u. s. w. nimmt fi 
die des Hauchens, Wesens, Athmens an; allein sie U 
wenig anschaulich , als dass sie die erste seln kdnnte ; auch wa 
unmoglich, die ubrigen Bedeutungen des Stammes daraus herzuh 
Urverwandt mit dem Stamm fT*n, ^^ ist das lat. vt-ro, eine vei 
pelte Wurzel gi elg. gi-gfi) = kek, qulck^ vig^ere^ vic-tus^ 
g'iv, pers. ^jxIa, 4X3\ leben dig, goth« guiv^ dem Im Griech 
oder ^ov entspricht Dies reduplkirte Prasens vivo zefgt noch del 
auf den Ursprnng aus dem Perfekt hin und trifil sehr merkv?iirdij 
der semit Perfektform zusammen. Im Hebr. gehoren zu ders< 
Wurzel: 7t)H von IM zusammenziehn, festmaehen, daher 1) 
granzen, eine feste Granzlinie ziehn, Num. 34, 10. Dahin g< 
auch das Subst. ^M statt 'i^ das Zusammengezogene, Al 
schlossene oder Feste, daher die Kiiste, Insel. Ferner 
statt niM das Zusammengezogene, Hohe, Hervorstehende, 
her iiberhaupt Zeichen, Wunderzeichen. Ygl. 7))H = nM:i, 
r^ u. s. w. Ferner lju>t etwas Zusammengebogenes, daher 
Korper, Person, v?ie iLy^; dann etwas Hervorrageni 
ein Zelehen u. s. w. Unmoglich kann die Wurzel DM sein, 



1) dnreli Wi«derlioiaiif det •nten Eadikals. 79 

Knobel im Jes. vertnnthet Vgl. den Plural fGT- T) Steht der Stamm 

Torn zusammeng^ezogenen, langgedehnten, dumpfen 6e- 

henl. Daher D^K die Sckreier, Heuler, wahrscheinlich Wolfe. 

Jes. 13,22. 34, 14. Endlich 3) ist der Stamm wie der verwandte nnX, 

Ttn, yBr\ u. a. w. auf Begier, Verlangen, Selinsiicht iiber- 

tragen. Gesen. u. A. nebmen fur diese 3 Bedentungen iiicht weniger 

lis 3 verschiedene Stamme an. Verwandt ist ferner der Stamm j;£'» 

zosammengezogen = abgezogen, glatt, rein, hell sein, 

levchten; n£^ glanzend, schon sein. — Aus dieser letztern 

Bedeutnng erklart sich endlich auch wohl am einfachsten der Gottes- 

name nw als altes Imperfekt Kal, wie ykir\\ neben J^gnj gebildet, als 

las Erscheinende, Sichtbare, daher der leuchtende Him- 

mel, der Lichtatber, wie das nabverwandte arab. havd Aether. 

1^0 Luft. So fallt die urspriingliehe Anschauung Jahve's mit der 

des griech. Zevq^ Deus^ Jupiter zusammen, obwobi et}'mologisch 

nicbtdie mindeste'Verwandtschaftvorhanden ist. Als bei denHebraern 

dann das Bewusstsein der reinen Idealitat des Geistes und des Gott- 

licben erwachte, so war kein Bild so treffend, als das Licht, ein 

gdiliges, nnsinnliches Wesen vorzustellen. Wegen dieser urspriing- 

ftcheii natijrlichen Ansehauung bewegen sich auch noch die hebr. 

Djehter und Propheten so haufig in Liclitbildern und Licbtsymbolen, 

wean sie mit heiliger Yorsicht die Ersclieinung Jahves darzustellen 

venachen; aber Gott ist nicht mehr das natiirliche Licht, sondem 

es stellt ihn nur vor, riickt ihn, den Bildlosen, der Ansehauung nur 

■iber; denn seinem Wesen nach ist er gewusst als absolute Freiheit 

ud Einheit, die mit der Volkseinbeit, mit der sittlichen Gemeinde der 

kebr. Nation selbst in innigster Beziehung zu denken ist. Er schwebt 

als der ideale Einheitspunkt iiber dem Geiste des Yolkes , das in dieser 

Anscbaanng, zu der es vom Geiste, nicht von der Natur, vom End- 

Kchen aus gelangt ist, stark, frei und selig ist. Wer da weiss, dass 

das Wesen der Religion in der Ansehauung, und genauer, um mit 

SckUiermacher zu reden, In der Ansehauung des Universums besteht, 

also dem Reiche des Gemiithslebens angehdrt, der muss auch die Un- 

B5glfehkeit erkennen, dass die Hebraer ihien Gott als reines oder 

wahrhaftes Sein hestimmt haben soUten. Denn das Sein ist ein 



80 II. Hiotenyerdoppelie PerfekU 

philosopliischer Bcg^riiT, der etwas scharfer gedacht, dem Wesen der 
religiosen Weltanschauung, insbesondre der der Hebraer gradezu 
widerspricht; die Hebr. haben nicht einmal ein Wort, was den Begriff 
des Seins streng ausdruckte. Das Sein aber ist immer ein Reales, 
Objectives. Sollte Gott nun als reines oder absolutes Sein gefasst 
werden, als das Sein in allem Sein, so ware er bestimmt als Substanz, 
die ihrem Wesen nach in die Entwicklung der Welt eingeht und so 
die Welteinbeit darstellt. Damit batten wir Naturreligion und Mytho- 
logie, von der das hebr. Gottesbewusstsein jedoch sich losgerungen 
hat. Gott ist nicht angeschaut als immanentes Sein in der Matur, son- 
dern als thatiger Wille, als Macht iiber die Matur, als absolute Frei- 
heit und Einheit, zu der der Mensch im Geiste sich erhebt und durcb 
die allein er stark und frei ist. Schon daraus geht hervor, von alien 
iibrigen Schwierigkeiten , auch den sprachlichen , abgesehn, dass die 
Hebraer mit dem Namen Jahve nicht die Vorstellung oder gar dei 
Begriff des Se lend en verbunden haben konnen. Fiir die hier gege- 
bene urspriingliche Anschaunng des Gottlichen unter diesem Namei 
ist noch zu vergleichen die mn^ ^1^ ^^r Lichtglanz, Strahlei- 
glanz oder Himmelsglanz Jahves, der seine Erscheinung ua* 
gab, eine Vorstellung, die bis fns N. T. hereinragt. Danach hei«t 
Jahve auch *i1^ *^7p Konig des Strahlenglanzes, desLicht- 
himmels. I/;. 24. Ygl. ferner i/;. 104, 2: Er h fillt in Licht sicb 
wie in ein Gewand u. s. w. i/^. 19, 2: die Himmel verkiin- 
den den Strah lenglanz Go ttes, C^ie^iM) welches Wort man 
in diesem Sinne sehr schlecht und prosaisch durch Herrlichkeit 
iibersetzt. Vgl. Jub^ medium coeli, aura,) Wichtig ist endlich noch 
die alteste Spur dieses Plamens in dem Namen der Mutter Mose's 
n^l'i, Ex. 6, 20. Num. 26, 59, was zugleich die allgemeinere Ver- 
breitung desselben durch Mose, der ihn zum Gott der ganzen 
Nation erhob, zu bestatigen scheint. 1^ ist zusammengezogen ana 
Jav -= Jau = Jo nach Yerschluckung des n und bestatigt die richtige 
Aussprache Jahve, bei den Samaritanern lABE^ und verkurzt im 
Hebr. n\ TV oder -inV und im Deutschen aus Unwissenheit. die durch 
einen bekannten Aberglauben herbeigefuhrt wurde: Jehova, welche 
Zwitteraussprache ein Gelehrter wenigstens nicht fortpflanzen sollte. 



1) darch Wiederholang det ertten RadikaU. 6i 

w^f WzL Ve^scheiden, trennen; vgL Jj untergelien; 

Jl£JLS Zerstorung, Vernichtung, daher auch ^UiJ, ^UaJLj Nacht- 

ichatten, solanumy wovon die meisten Arten giftige, betaubende 

Eigenschaften haben. Dies scheint jenes Wort im Arab, auszudriicken. 

Moglicherweise konnte hiervon sodann das Zahlwort drei, lO^, 

v^JLj, seinen Namen haben, indem die Blatter des Nachtschatten auf* 

ftUend dreieckig siiid. Vom Zahlwort drei aus konnte aber diese 

Giftpflanze unmoglich passend bezeiehnet sein. Jedenfalls liegt dem 

Zahlworte die bestlmnite Ansehauung ciner vereinigten Dreiheit zu 

Gmnde, twie yy^ vier nur eine Umbildung von nyjti Heu- 

scbreeke ist, die als Yierfliigler jene Zahl veranschaulichte. 

Ueber die Bedeatung der andern Zahlen spater. 

Zu eben dieser Bildangsart gehoren aoch noch mehre Perfekf- 
ifiiDiiie, die jetzt zwar einsilbig geworden, ursprunglich aber ganz 
Mdiar aus zwei Silben bestanden und nur den mittlem Radikal durch 
EinfloM der Verdopplung yerloren haben. Dies sind folgende : 

^Uy2 ^^ 2^^ glanzender Marmor; das zweite Wort be- 

zddmet dann auch feine, weisse Leln wand, Byssus. Der Stamm 

laileleig. B^, davon ein Subst. Bf^= tt^^tjf; die Wurzel Ntt^ = Htt^ 

renraadt mit n^ Schaaf, eig das Weisse, mif^ (statt {mfef) = 

TS; j ^ '^' Neumond, eig. der glanzende, y^if v^L^ tned. ja 

^ran sein, zusammengezogen aus -^ n ^^- ^ was In derselben Bedeu- 

tnog noch vorkomuit. So erklart sich auch ]t^ die weisse Lilie. 

^ -» 

aos der eig. Form tfVIt^ oder puni!} = ]B^B^ = "[^fhtt^, v rl n und 
jiMMM lUium^ eig. die Glanzende, Weisse. Verwandt Ist hier- 
■its^ weisser Marmor und Byssus. Unstreitig bezeichnete das 
Wort aber auch, wie ]t^ oder Jt^^ die weisse Lilie, deren 
seeks grosse Blumenblatter charakteristisch genug waren, um 
die Sechszahl dadnrch yorzustellen , so gut als die Funfzahl nach der 
Hand benannt ist VgL $. 16. Diese Etymologien der Zahlen 1 — 7, 
die im Semitisclien sehr klar sind, wahrend sie iin Indogermauischen 
durchaus keine ertrigliche Ableitung zulassen, geben einen fnteressan* 
tea Wink fiber die friihe Kultiir der Semiten und liber ihre Gemein- 
lehaft mit dem Heerde der indogermanischen Sprachfamilien. 

4 

Xeter't hakr. Wanaiwarltrbacli. ^ 



82 II. Hilikmverdttppelie P«rfokUi 

K^t^ sich freuen, eig, hell = helter sein, msfMnmen- 

gezogen ans {Wlfef Peif. von ier Wurzel nftf; vgl. ni^ das Sehaal^ 
inw glanzen; v^L^ flamma ignis radios diffundens, mS can- 
duity nituit = 2T))l » ]1fe^ Freude, Frohlocken. Vgl. ^L-A 
abreiben, rein machen; nAMj& Ulu,rit dies. Aufspringev 
bedeutet der Stamm im Hebr. nfcht, wesshalb fch im Kommeiitar 
zum Joel S. 50 img die skr. Wurzel fai^ hiipfen Tergllehen babe. 

DO verkiii-ztes Perf. statt Dn^ Wurzel no = ip dicbt, feat 

machen, zusammenziehn, daher (u«L^ arctavit, i^L^ defr^ ^ 
cuit denies y eig. zusammendriicken ; davon das Subst. DO die Motte^ 
tinea y Jes. 51, 8, \j^*y*M Kleldermotte , (vgl. ^Lm# erosio dentis.) 
Das griech. (Tr]Q ist dasselbe Wort Vgl. o^t> vermis. Im Arabfschea 
bedeutet ^y^ auch arigo^ radio: ^ indoles j eine Uebertragung, SU 
sicb nur aus der angegebenen Grundbedeutung erkl&rt. Von der9l6> 
deutung zusammenziehn kommt sodann die des Beweg1ic%ea 
und Sehnellen, iL^L& agilis incessu; daher aueh daa&nlwtDK) 
a) das Pferd, eig. das rasche, schnelle, wie a^va, ^fi^f 9 - 
sodann auch b) die Sehwalbe, wegen ihres geschwinden Flogk 
Jes. 38, 14. Jer. 8, 7. Vgl. pit Fliigel. 

VS verwandt mit fef^, verkiirztes Perfekt von vnjf, Wurzel nJi 

n^ glanzen, daher 1) leuchten, glauzen, blinken, bes. Bit '| 
2) bliihen, eig. aufglanzen, hervorscbimmern; pi^ a) Bl|? 
the, vom Glanz benannt; b) das Blech an der Stirn des HoheiH 
priesters; c) der Fliigel, Jer. 48, 9, eig. das Hervorglair" 
zende, Hervorsehiessende, oder nach der GruudbedeutuD|( 
(vgl. DD) dasBewegliche. Ganz Irrig hat fif^^^n. |^a verglicheo;i 
verwandt aber ist yt movit se. 

TT Perf. statt tm von der Wurzel nr = DnD = ino dieht, fest- 

machen, daher r^ I) der Enter (parall. nfef) eig. der Dichte, 
Dicke, Voile, Jes. 66, 11. Gewdhnlich zu allg. Fiille, Ueber* 
fluss. 2) Das Dicke, Feste, Korperhafte, daher das grdssere 
Gethier, das Wild, rp. 50, 11. 80, 14. Wurzelverwandt M 
Korper (= tnO und Im Hebr. ynt^ ^^ die korpulenteo, 



o 



1) dareh WMeiM^iig dM nMteii jbdikaU. 83 

gr#aB««, witdtB Thiere. Bariiber imtev sehr. Irrifr hat EtimM 
^.6i, 11 in dynch Fraeht iibtersetzt Wurselhaft verwandt init n iat 
"IjAircb KoiHrtktiim und jDisaMdUnM^p 9v«8 *iQ|^ ^ntsjt^pdeii , eig. 4ick 
wefden, mifqiiilUH, aufwallepi^ <;v^wao4t nt Ons^ a^/- 
Mhwelleo) «|ejilen n. s. w- Hlemacli i^ f^ ioiit 4em djeut^plien 
8ie4e.n schwerJKcJh mehr 391 vecgleieheif, 

E3C9 f&r DMD9 W«rECfI MD forts toss-en, ferttretben, verdop- 

^elt MbHb auskehren, fortstossen. Daher auch b^D das Zer- 

itoasene, Zertretene, oder Ausgrekehrte, Auswurf, dalier 

Kotb, Schmutz, Lehm. Urverwandt und ebenfalls dorch Ver- 

lopplDDg der Wurzel gebildet, ist das skr. tud^ stosseii (statt tut) 

ni der Wurzel tu oder fa, wie dad von da u. s. w. Durch ahnliche 

Vhiiinflation ist fm Hebr. aus ED^ der Stamm fe^^ = stossen, lierab- 

itoBsen gebildet, Job 9, 26; und umgekehrt tt:^ fur ^\X0 stossen, 

Wnnel MK^, diiher E^Kt^ fortstossen = verachten; Edt^ 1) stossen 

^roJem, 2) mit ^ durch dn Land stossen, d. I. schnell bin- 

. ^ 'ireMahren. S) stossen = -hefi^g ber&hren, peitscfien. Ver- 

P,i ^tait iit tferaer fih zer«tossen,. drescben; vgl. e^S trtisit. 

t |^,Jkbi<^l^ 14, nioht iaiiflen, tfondem stossen, aufstossen, 

dalitrfitiiren: 

An seinem Halse w^ilc^ Bi^eht 
r Und Schrecken fMhrt vor ihm daher. 

fibeaso erklart sich *il{ nachstellen, jagen, aus in!^ zusammen- 
BaogiM, wie rra in derselben BedQMtung fiir THfVL stebt; ygl. 
df^ rfm mtnlUj vi oppressit. o\o forttreiben. Femer no — 
tli9 = r»tOTon der Wurzel HO treiben, PI. KpNp forttreiben; 
ihlidi n^ Hif. wozu antreiben, reizen, wit :;, Jemanden 
rif Ccgen cffnen Andern antreiben, aufreize n; Job 2, 3; dann auch an- 
treiben = yerieiten u. s. w. 

m verkiirzt aus HTl von der Wurzel n = V zusanimen- 

tiehn, daher 1) festmachen, verbinden, verfiech ten, davon 
^ & o r b , ^* 61 , 7, enstatt 'n-lll 6twas Festgemacbtes , Z u s a m me n - 
*i C^fl^^tes, wetsbfllb «s auch weitej- fiir Geiass, Topf, Ke8s«l 
'f Mt, Job 41, 11. «) An die Bedeutung der Y erbindung schtiesfit 
M die der Llake luid Frenndschaft, daher lin kontrahid; ^ail9 



84 n. Hinteaverdoppelta Perfekta 

n^ a) Der Verbnndeiie, der Freund, Geliebte, beMiitoi 
ein nahverwandter: der Oheim. h') Yerblndong = Liebttj 
Minne; vgl. 4Vji> Scherz. Der Eigenname TH^ TH heisat nlci 
der Geliebte, (das ware niH) sondern derLiebende oderallgt- 
mefner der Verblnder, Verelnlger. Vgl. Ewalda hcbr. Gr 
§. 323, e. Das schwierige ^T^ (vgl. JBtr. §. 343) bedeutet 1) Korfcj 
Jer. 24, 1, wie nYl. 2) Alraun, Apfel der Mandragora, dec 
nach dem Glauben der Orienialen Liebesreiz und Frachtbarkeft bewiifc^ 
Gen. 30, 13 if. Die Aepfel, welehe auch HoheU 7, 14, nach dep 
Parall. schon verstanden werden mussen, verbrelten einen 8tark6% 
angenehmen Genich. Der Name bedeutet wahrscheinlich die znsa^j 
menziehende, den Kopf einnehmende und betaubende FradriB 
aus der man insbesondere Liebestranke bereitete. SicheriiA 
hat der Name aber allg^meinere Bedeutung als Li ebes apfel. Dit 
obige Wort Ist auch ins Arab, und Pers. eingedrungen : ^<>li> eia 
berauschender Trank, nur eine weitere Uebertragung, wie 
fiavdQayo^ag. Der arab. Name ^Ui Alraun, den Saadia Gen. Sl« 
gebraucht, bezeichnet ebenfalls eine Giftfrucht, von ^jj gliilieay 
heftig breunen; ferner die Wurzel der Mandragora ^«Jo chali- 
jyny,' Vgl. Ij vehementiaj malum. Ganz verkehrt leiten Qesm- 
u. A. den Stamm 1*1 von IT her. 

T 

II fl lessen, Perf. von der Wurzel Vl, zusammengezogei 

ausij'i; vgl. rn*l, fliessen, iiberfliessen, unrerwandt mit deH 
Skr. ri gehen, einer Nebenform von sri gehen und aru fliessei^ 
^£C7, rinnen, rivua und pers. ru-d Fluss u. s. w. Daher ^in a^ 
statt Tp. Fli'issiges, Speichel, Schleim, 1 Sam. 21, 14, wH 
n fiir ^1 Nasses, Feuchtes, Job 37, 11. Im Arab, hat sich ai|| 
obigem Stamme durch Dissimilation , indem das verdoppelte r in r 
iibergeht, jias) J^K saliva velspuma equi, gebildet. Himjar. mini See> 

/^ verklirzt aus ^1^ von der Wurzel 17 = 3/, ^7, D?, »«• 

sammenziehn, biegen, neigen, wenden, winden, ^*J» 
verdoppelt XJ tet*gum vertit; daher das Snbst. 7)^ statt 7^7 PL 
ah>h Windnngen = Windeltreppe, 1 Kon. 6, 8. Ferner V^i 
jLlJ Nacht, elg. Wendung, Senkung, Untergang; vgl 



1) dnrdi Wiederfcolmif dt» enleD iladikaU. 85 

8u4S. ^ Schlinge, Schleife. Falsch halt Ge^en. 9>^ far ver- 
wmit, Mit Aafhebung des Gleichlauts ist aus 77 das abgeleitete 
Verbum ^ ub^eruachten, verweilen gebildet 

U Ton der Wnrzel 12, M, m eig. festmachen, daher L^ 

heaimen, hindern; M rob, ungekocht, eig. feat, hart; daher 
Hch der offenbar semit. Name der assyr. Hauptstadt nr)}^; die Feste, 
Starke oder Grosse. Die Bedeutung des Fes ten wird namlich 
vie ofters auch anf die des Fetten iibertragen; vgl. ^y fett wer- 
.. len, _^ Fett, daher sLJ f. o. u. i. hoch werden, hervor- 
[ rageo, verwandt mit n), CvJli) waehsen; daher pa statt pi) der 
\ Ansgedehnte, Gestreckte, (vgl. ni) Strecke, tr actus) daher 
^ laarab. ..«*^, syr. und chald. M^ ein grosser Fisch, wonach der 
^ kekstabe » benannt ist — Diese Bedeutung bestatigt auch das Verb. 
^ hNif. ?fF. 72, 17: 

Ewif^ sei sein Name, 

Trotz der Sonne breite sein Glanx sich aus! 

^ ist bier zu fassen wie Job. 8, 16. 4, 19. 

■• HlAienTerAaypeKe Perffekt« mit Aufhebuns Acs CSIelchlMuin 

Aiireh DUslmUadaii. 

i. %. 

In einzelneu Fallen hat bier allerdings der Wohllaut so gut wie 
11 asdem Spraehen eine Yerunahnlichung gleichtonender Lante hervor- 
genifen. So wird z. B. das oben erklarte t^ts^ Sonne im Arab. 
g-|A gesproehen. Das aram. yj^ stammeln, stottern, lautet 
Mr. :i7S(. Aus |rQ machten die Aramaeer 7r0; Cfl^ aram. nc^, arab. 
HSMM, sechs. Das schwierige O^D, Am. 5, 11, schandlich ban- 
4eiD steht far tt^S, Indem der Zischlaut offenbar der leichtern 
Ansprache wegen weehselt. Vgl. £tr. hebr. 6r. 3te Anfl. §. 67. Min- 
der richtig fassen es Andere fur DDl^ mit Fiissen treten, indem 
der umgekehrte Debergang von in S^ selten ist JEtc^. hebr. Sprach- 
lehre far Anfanger 1842. §.31. Vgl. dagegen ODD, das ofTenbar erst 
«■ ttb3 abgeleitet ist, wie (^^ aus tt^ n. a. bei 7iu*A, Komment 
Aer d. Genesis S. 212 f. Not Ueber Dissimilation in andeni Spraehen 
igL besooders Pott etymolog. Forsckungen. II. S. 65 ff. 



86 ff. 

Weir fr u g Mmfe hfer aber ak dMae eufhonhdatn LaatvitdltMlei 
M fc*ea aach oaCfi encm allgeneloeil BildtogBgewtze der lUloiiliiig 
Uebergang der haflen Lante Ha weichere gebort, sind Ae, wie on 
aie neuoen kounte, logischen Lautwechsel, wodurcb en de 
verdoppelten Wurzeln eine Menge abgeleiteter Verbalstamme eal 
steho , welche die Gnindbedeutung eioes StaHntnes aufs mannigfadui 
modificiren , naher bes^mmeu uod ubertrageu. D'adurc^ hat da 
Semitische einen ahulichen Reichthum an Terben erfcalten , wie er li 
liidogeriDanMheu durch ZusamAienset^oilg der Wdi^eln nift 'Pti^ 
sitfonen o. s. Vr. erzeugt wird. Es eiktsprfcht dfes wlrkRclr Mid gi 
iem SemitischeB efoigen Ersatz fur de» Mangel all^ KompoaHioi t 
den Verbalwnrzeln und Siammen. Man Tgl. z. B. nor die Wort^ 
ae he idea, und die abgeletteten Zusaittmensetzungen ent^ch^idei 
vniergeheiden, ansseheiden, ▼e^scfaeiden, beaclieideii 
ferner das uiit scheiden verwaiidte sehneiden in beachael 
deo, verschneiden, anschueiden, zuschnelden, ana 
sehneiden, aufschueiden, vorscbneiden, zerschneidea 
abschneiden, einschneidcfn, durchsch neiden u. s. f., B 
vflrd die Aehnlichkeit dcs Yergleichs eiuleuchten. Vgl. z. B. TTJ 
JifrO^ iro, 7rO, ]rO und das, was schon $. 2. iiber diese abgeleitete 
Stamme bcinerkt worden. Die gemeinsame Wurzel alier dieM 
Stamme ist ro. 

Sehr wiehtfg sind nun vor Allem aber die Gesetze, nach deni 
tin SeifiiCfschen ein Wechsel naher oder entfernter zusammengehdrig 
Laute statt fijiden kann. Vieles haben Grawmatiker und Leiik 
graphen dariber berelts riehtig bestimnit, Anderes nur angedeuM 
was sich viel wettef efi^eisen und genauer aifgeben iasst; Mancbc 
wie sich zeigen wird , ist irrig bestimmt und Einiges so gut als g 
noch nicht erkanat. Das bier entwickelte Bildungsprincip der semi 
schen Verbalatamoie wird auch der Grammatik eiuige, wie U 
hoffe, uiclit zu zerwerfende Reaultate zu weiterer Benutzung iibe 
geben kounen. 

Man unterschetdet zunachst am einfachsten den Weclisel dfl 
ven\'aadten Konsonanten nach den 3 Hauptorganen , wonach sie il 
Kehl-, Zahn- und Lippenlaute (k, I, p^) die eigentUehe Grad 
lage der Konsonanten in alien Spracheu bilden, Hud sodaaa dl 



I) durdi Wi€i|erWUiiig det entdo ladikaU. 



87 



Wecbsel uud Uebergang der Laute von vei*8chiedenen Organen. Ala 
zwei Nebeuarten, die zwischen dea Kehl- uad Zahnlauten in der 
Mitte steheu und aus dtesen zum Theil erat sicli tierausgebildet baben, 
siud die Gaumen- und Zungenlaute zu betracbten. 

Zur Uebei'sicbt stebe bier zuvor folgende Tabelle, welcbe die 
Verviandtacbaft der Laute von oben nacb unten gelesen und zum 
Tbeii anch neben einander darstellt. Denn wecbseln konnen die Kebl- 
laate , wie wir seben werden , mit 2 und B , sowie mit den T-Laiiteu ; 
ebenso die Haueblaute mit den Ziscblauten; n und M ferner steben ala 
Hancblaute dem *i sebr nabe, das selbst aber riclitiger zu den Zungen- 
Uuten gezablt wird ; denn es entwickelt sich nicbt uur baufig aus den 
Zischlaaten , sondern gebt ebenso oft in I oder n iiber. Diese Liqui- 
daten aber sind mit ^ verwandt, so wie mit dem Labialen m. 



R.elil-undl GMumen- 
laate. 


XmhU' und Zuna^n- 
liiute. 


lilppenlaute 


p 


n 


& 


w 

2 


D 




: 


-1 


2 


n 


D 




V 


2 

T 


f 


i( 


1 


D 


(•) 


1 

(0 


1 



1) Wechael der KeMlaute water einander und mit den 

Gaumenlauten. 

Dieser Wechsel ist keineswegs bloss aus der bistoriscben £nt- 
wicklong der Spracbe zu erklaren, wonach die bartern Laute allmab- 
ig in weichere iibergeben; vielmebr verbartet sicb fast ebenso oft 
der minder feste Laut in einen festern, um die Bedeutung eines 
StaiQBis oder einer Worzel zu modificireu. So stammen "^an, pT\ wie 



88 IL HiBtoBverdoppelte Perfekta 

7]Sn aus der Wnrzel ^^ die einfach verdoppelt rUH lautet, aber dnrch 
Dissimilation sicli in verschiedene Stamme gespalten hat. 

?Un Perf. von der Wurzel |n = p u. s. w. FBr die Bedentung 

dieses Stammes ist der verwaudte pn sieli zu Jemand hinnei- 
gen, beugen, daher geneigt, giinstig sein, oder aueh sieli 
erbarmen, zuiiachst zu vergleichen. Ferner n^n mit hintenwieder- 
holtem und erweiehtetn Guttural: sich neigen, beugen, nieder- 
lassen. Daher '^!a^ eig. der Gebogene, d. i. der Zugezo- 
gene, Aufgezogene, daher Geo. 14, 14^ Bezeichnung der im 
Haose von Sklaven gebornen Knechte , im Gegensatz zu den fremden, 
fiir Geld erkauften Leibeignen. Als die Bewahrtesten, wie man 
das Woit gewdhnlich nach dem Arab, erklart, konnten diese Sklaven- 
kinder schweriich bezeichnet werden; man konnte der Etymologie 
nach auch ubersetzen: der Gewohnte, d. i. der angewohnte, 
zur Wohnung Gehdrige oder Uausknecht. Von der Bedeutung des 

s ^ X 

Gebogenen, Gewolbten kommt auch die des Gaumens JsJLrvy 
im Hebr. verkiirzt 7|n; ferner n^n das Gebogene, daher der 
Uaken, Angel, wie x^^^^ ""^ hamua mit xaiivo verwandt sIncL 
Von der Bedeutung biegen, d. i. weich, gefiigig und fahig 
mac hen kommt endlich in dem Verb. ^I^n die auf Geistiges libe^ 
tragene Bedeutung: das Innere biegen und biiden , daher anieiten, 
gewohnen. Sprw. 22, 6: Biege, d. i. gewohne den Knaben 
an seine Lebensweise! Auch wann er alt wird, weicht 
er nicht davon. Gesen. leitet diese Bedeutung ganz irrig und sehr 
gezwungen als Denom. von *r)n Gaumen ab. Barter lautet der Stamm 

pS^ von der Wurzel ^n = p (vergl. J;:d) enge machen, 

driicken, erdrucken, erwiirgen. Mit piy, wie Gesen. will, 
hat die Wurzel nichts zu schaffen. Verwandt aber ist 

py^ enge machen, d. i. sich dicht an Etwas machen, 

anhangen; daher sich an die Brust hangen, saugen. Die Wurzel 
ist|^ = |n = p u. s. w. Vgl. -i^A ^ Luft oder Wasser einziehn. 
V. sich fest an Etwas hangen. 

pjK = n^t<( enge, beklommen sein, daher stdhnen, 
seufzen. Verwandt mit p:n von der Wurzel |K = ]n. E» ist keia 



m 



1) dunk WMeTkoliing del enlen Baiiikals. 89 

blosser Naturiaat, sondern bringt die innere EmpfinduDg der Enge 
ud Gepresstheit zur Anschanang^. Unrichtig vergleichen Gesen. a. A. 
den Stamm pM^, der zwar ahnliche Bedeutuiig; hat: ein Geschrei 
ansstossen, aber mft pm zu einer andern Wnrzel geliort. Vgl. 
TtiUseufzen, klagen. :n2 u. s. w. Yerwandt aber ist 

HjM hinneigen, hinreichen, von der Wnrzel ]M = p, 

daber 1) sich nahern^ begegnen, wfe ^^c, daher n|^(n Ge- 
legenheit. n^KHNeigung — znin Weibe, Geschlechtstrieb, 
Jer. 2, 24, von der Begattungslust oder B r u n s t des Esels. Ygl. 
SUSn Wollust. T\^}f,Ewald: Zeitlgkeit = Brunst! — 2) Wie 
n3M eig. gebeugt, beklommen sein, daher seufzen, trauern. 
Das Subst ^aM Schiff, Flotte, eig. das Tiefe, Hohle, Einge- 
bogene; daher im Arab. allg. tL3t Gefass. Vgl. yoi) tief, nied- 
t\g sein. Wurzelhaft verwandt ist aueh 

^ in dem Subst ^^ was sich neigt, senkt, nieder- 

geht, (vergLcOl schwerfaliig sein) daher das Senkblei. 
Amos 7, 7. 

njV aus yaj; erweicht, von der Wnrzel ]y, verwandt mit mn, 

ag.sich nelgen, beugen, daher 1) gebengt, gedriickt, 

ao^lucklich sein. Activ Pi. beugen, nnterdriieken, Gewalt 

aolban z. B. einem Weibe, Gen. 34, 2. ferner sich selbst = den 

Appetlt unterdriicken u. s. w. 2) sich neigen, nicken, daher 

liiodeuten, andeuten, bezwecken, bezeichnen, wie ^^i^j 

besonders mit Worten, also etwas sagen wollen, versetzen. 

So bezeichnet es die gegenseitige Rede und steht sowolil vom Anfang, 

als von der Erwiederung nnd Antwort im Gesprach. Daraus ent- 

wickelt sich 3) die Bedeutung: zeugen, d. i. vor Gericht Red 

und Antwort stehen iiber Jemand , daher mit ^ constr. fur oder wider 

Jemand zeogen. Endlich 4) bedentet der Stamm sin gen, eig. ein 

Lied anheben, wie auch im Deutsclien sagen und singen zu- 

sammengehoren. Nach dieser Ableitung wird sich die Yerwandt- 

schaft unsers Stammes mit dem lat. canerey das Gesen. vergleicht, um 

so weniger als richtig erweisen, da die Wnrzel von canere im Skr. 

9vam = sanare iautet und iiberhaupt von einer verschiedeneu Yor- 



90 U. liuit€nv«rdoppelt« PcvMls 

stelluiig aus$;eht. lu n^y ist ailsserdem die Bedeutttog des SiDg;en 
eine offeubar abgeleitete, nif*Jit die urspriiogliche, wie Gesen. wil 
wessbalb er fur die obigen Bedeutuogen wiedenim zwei verscUeden 
Stamme annehinen muss. Auch das arab. ^ld geht nicht von it 
Bedeutung des Slogans ans. Yielmehr ist die Hauptbedeutung: ne! 
gen, binneigeu, daher 1) sich niederlassen, verweilei 
an einem Orte, 2) treffeu, begeguen, 3) hinreichen, d.i 
geniigen, dahec 2tifrieden sein, wie im Deutschen ge-nug; 
Althochd. ki-nah von der Wurzel nab en abzuleiten ist und daoi 
das Hinreicbende, Uinlangliche und Befriedigende bezeichnet Id 
Arab, schliesst sich daran die Bedeutung des Reich lichen unc 
Reichen. 4) Im U. Stamm Jemauden reich machen, eig. ihs 
eti^as hiureicheu. Sodann weiter auch Jemandem ein Gedich 
vorsingen. V. singen, vgl. n^y; aber die Hauptbedeutung is 
dies keinesfalls. Ygl. ^3 und \jj. Yerwandt und vergleichbar ist in 
Indogerm. mlt }p, p u.s. w. nur Knie, knicken, (biegen) genu u.sA 

O statt y wiederboit) von der Wurzel |y *= ]n b legs an 

daher weichlich und iibertragen vom Weibe: ausgelassen 

\Vollii^t!g sein, eig. schmiegsam, sich dem Manne hingebend mi 

^ ^ *• ^ ^ 

imlauterer Gesinnung. Ygl. ^L^ wolliistig. tU^ Wollust mjM 

ttiit Weibern scherzen, schmeicheln u. s. w. Dahe 

^ ;r vom Weibe, das verliebte Geberden macht, nach Manner 

schielt, kdkettirt Daher :ijy uberhaupt Ausgelassenheil 

Ueppfgkeit, Scbwelgerel. Das Hitp. bedeutet: sich ube 

etwas auslassett, ausgelassen sein, sich ergdtzen. Sedan 

iiber eine Person sich auslassen im schlimmen Sinne, daher vei 

lachen, verspotten. Yei'wandt der Wurzel nach ist 

Hj^ aus 7[12 erweicht, Wurzel p, naber verwandt mit ru 
neigen, biegen; .jl^ Biegung, Wendung, daher die Seit 



j«i 



6 " ^ 

einer Sache, vgl. ij^ Seite, Fliigel und das wnrzelhaft vei 
wandte F]^ In derselben Bedeutung. Ygl. '>^^-> abbeugen. Dah< 
Im Arabischen iul^s die Kunje, der Neben- oder Seitennami 
agnomen^ (ad-namen) den die Araber noch ausser dem Personen- od< 
Elgeunamen , JU , d. I. nomen , zu fohren pflegen und der bei Mai 



t) durck UnMeifcoiMf < ^tot miMId Sadikah. 91 



>* 



■era: auA diem Wopte Ai>( V liter and cfiiieni' folgenden Oenitiv zi»^ 

sammeBgesetzt ist, 2k B. ^fru Aa^, der Zuaame des Chalife» Omar. 

Weil man nun mit diesem Bei-- oder Nebeuiianien nur in der Sprache 

des vertrauten Umgang» ekk zii beiiennen pfle^e, ahnlich wfe wlr den 

Yomameii gebrauchen, so bedeutet das Verb. U^d und das hebr.Pi^ 

np Jemanden bei dem Yernamen ueiiaeii, gradezu: ver- 

trauty schmeichelhaft mit Jemandem reden, schmeictieln, Job 

32,21,234 Aber Jes. 45, 5 noch: mit eiuem scbmeiohelnd en 

Zsnamen benennen. Die Bedeutung^ des Scbmeichelns wird 

ubrigens irrig als die erste angenommen. Ygl. iiber die Kunje der 

Araber Kaaegarten in der Zeitschrift f. d. Kuiide des Morgenlands 

heraiisgg. v. Ewald u. a. G. L S. 297 ff. u. Gram. arab. v. Ew. $. 506. 

VjD (erweicbt aus 7]^) von der Wurael p^ hat niebt die 9per 

cielle Bedeutung dasKnie beugen, sondern allgemein Kerbrocben, 

geknickt, uHterdrikckt) daber niedrig sein. Fiir die erste 

BedeutniTg vgt« p^ trennen =r abbalten, sehiitzen, wie |rf-. 

Daher bedeutet ny^D, Jer. 10, 17, wortlicb Niederlage, nieder* 

gelegte Habe. Ygl. 0^ bei Seite legen, sammeln. T2:i id. 

Ebe Ableitung voii dem Mamen ^^^.^13 Kananiter, der spater 

gndezu fur Kramer steht, Job 40, 30: sonst, i^ie Cbaldaer fur 

Astrolog, iJBt docb zu gesucbt und zu fern: ^Raff zusammen aus 

dem Lande deine Setiatze!" Die LXX. haben es zu wortlicb 

dnrch vnoaraaig Grundlage, Unterlage iibersetzt Das Nif. be- 

deatet danacb niedermachen, ilie derbcugen, besiegen. Der 

E^^nname 1^33 bedeutet einfach : ISiederung, Niederland, wirdl 

&ber Ton Gesen. falsch erklart. Die Endung an soil namlich die Ab- 

leituDgssilbe an sein, welcbe Adjektive und Norn, abstrakta bildet. 

Das Wort ly^?, welcbes aus ]yfJi^ verkiirzt erscheint, ist aber 

offenbar nichts anders, als die einfaeb verdoppelte und erweicbte 

Wurzel p und stebt fur pl3, Cwie ^23 fiir 7]:^) eine Bildung, die 

besonders fiir Landernamen bau6ger ist. Ygl. 7^t u. a. Die Kanar 

■iter erbielteu also erst von dem Lande ihren Namen und gaben sicb 

dadoreb als das alteste , gescbicbtlicbe Ruiturvolk in Palastina zu er« 

keaiieD. loi Arab, kommt noch die verdoppelte Wurzel unverandert 



92 n. Hiatcnvcnrdoppelta ^erfekta 



vor, yj,j^sjk^s 1) sich abbengen, abwenden von Jemand, daher 
fliehen, wie ^ ^ ^ c. yj^^* 3) stch hinbeugen, nieder- 
lassen, daher zu Haos sitzen, anch trage, lass sein. — Ver- 
wandt der Wurzel und Bedeutang nach mit !]^ ist py trennen, 
abhalten, daher 1) bedeeken, wovon ])^ dichtes Gewolk, 
Wolkendecke. 2) Von verdeckter, d. i. gehcimer, fliistern- 
derRede, bes. Wahrsagerei und Todtenbeschworung, da- 
her |3y, JjytJ Zauberer, Wahrsager. Vgl. Ai einen Ton von 
sich geben, IV. vom Sum men der Fliegen. Andre lelten das 
Wort als Denom. von ]^J2^ Auge her. In diesem Falle bedeutete es 
aber wohl nicht eInen , der mit den Augen , durch b5sen Blick zaubert 
und bezaubert, sondern einen Schauer, Seher, d. i. einen Hi m- 
melsschauer, der nach Zeichen spaht, Augur, wie es die Vulg. 
zuweilen iibersetzt. Allein die erste Ableitung lieg^ naher und hat 
mehre Analogien fuc sich. 

Die erste Vorsteliung der Wurzel kan hat sich noch etwas deut- 
licher in den hinten sehr abgeschwachten Stammen M2{^ und TCS^ (statt 
p2p) erhalten. Zunachst 

Kjp eifern, ziirnen. Gesen. u. A. nehmen nach dem Arab. 

die Bedentung von ui sehr gliihen, als die erste an, obwohl sie 
weder im Arab, noch im Uebr. die einfachste , nachste und anschau- 
lichste ist. Vielmehr bedeutet der Stamm nach den Wurzelelementen : 
spalten, durchbrechen; daher im Arab, auch tddten. Aufein 
Inneres ubertragen bedeutet Z wis pa It und Zerrissenheit sodann 
ganz natiirlich Zorn, Aufregung, Eifer, Gereiztheit (vgl. 
Fptp;). Daher Hif. reizen, Zorn err e gen; Pi. dagegen druckt 
mehr die innere, subjektive Thatigkeit aus, daher M3p Zorn, Eifer, 
Oder Eifersucht haben, zeigeu, iiber oder auch fur Jemand. 
Vgl. iSJL^ aufgebracht, erziirot sein. 

^^iSi^ Wurzel ]p*, geht ebenfalls von der angegebenen Bedeu- 
tung aus: 1^ spalten, durchbrechen. Daher n^p etwas 6e- 
spaltenes, Grades, daher Stab, Schaft, Rohr, urverwandt 
mit xawa, eanna. 2) Von der Bedeutung s pal ten kommt wie dfters 
die des Zubereltens, Schaffens nnd Bildens. Vergl. tTQ, 



1) darch Wiederbolnng dea entan Eadikalt. 93 

^^^JL^ n. a. Daher steht es von der schopferischen Bildungf der Welt 
and des Menachen. An die Bedeutung; zubereiten schllesst sich 
endlich 3) auch die jetzt gewohnlichste des Erwerbens, Kaufena 
and daiier auch die des Besitzes. So hangen diese Bedeutangen 
einfach zusammen. Zu vergleichen sind almliclie Uebertrag^ungen 
ImSkr., wo aber die abgeleiteten Bedeutungen zugleich in besondern 
Nebenstammen sich festgesetzt haben. Slir. kri trennen, zerstreuen, 
daher ansbreiten, aussehiitten, x^tvstv acheiden, sondern. 
Davon ein neaer Stamm kri mac hen, e\g. scheiden, spalten, bilden, 
daher verfertigen, s chaff en = creare^ pers. ker-den macben. 
Abermals abgeleitet ist dann Art anschaffen, erwerben, kaufen. 
VgL parare und camparare. Das hebr. Hip rereinigt fast alle diese 
Bedeatnngen in sich. Hiemit ist noch zu vergleichen das wurzelhaft 
verwandte pD, welches zunachst nicht aufstelien bedeutet, son* 
dern bereiten, zorecht machen, biiden; sodann erst zu- 
richten, aufrichten, aufstelien, feststellen. Im Arab. 
^[ds daher zu Stande kommen, geschehen, sein. Der har- 
tere Stamm ]yp bedeutet ebenfalls nicht bereiten, sondem wie p3 
trennen, abhalten, verbergen; daher ]p ein abgetrennter, ber- 
Seider Ort, besonders der Aufenthaltsort der Vogel, das Nest; 
JuB bildlich von hoch und sicher gelegenen Wohnsitzen der Men- 
schen. Obad. 4. Hab. 2, 9. Endlich bezeichnet der Plur. D^sp die 
abgesonderten Raume des SchiiFs, die Zellen (vergl. celare =: 
helen). — Die erste Vorstellung dieser, auch im Indogermanischen 
weitverzweigten Wurzel hat auch der Stamm ^^ijDdurchbrechen, be- 
wahrt; daher 7^ das durchbohrende Werkzeug, die Lanze, 2 Sam. 
21, 16. Vergl. J^ der Eisenschmidt, wie Bhn. Sodann be- 
deutet der Stamm im Innern durchbohrt, verletzt seIn, 
tranern, daher nj^ Wehklage, Trauer, dann Trauerlied. 
(vgl. piK seufzen.) Zu vergleichen sind noch als wurzelhaft ver- 
wandt im Skr. AAaw, fodere, pers. kenden, xcvrav durchstechen. 
xfpog durchbrochen, daher leer, verlassen, nichtig, vanus. 
Femcr im Deutschen knicken, einbrechen, knacken und die 
fruher erwahnten mit Knie u. s. w. verwandten Ausdriicke. 

Mit dieser Wurzel ]p, ]n u. s. w. ist, wie den Lauten, so auch 



84 Htelemrirdoppelte Perfokia 

^r urspriinglicbep Bodeutung ^lach die etw^ Jli^rtjere WurzeJ jp. y^, 
T'j ^3j 7y> ^ Up s. w., die wjr seboo bei fruhero Perfrttbilflungcp 
gesehn, nahe verwandt. Dies \sk auch bei dieser Btfdnng nutYer- 
dopplunc; des eraten Radikals .am Ende kurz naohzuweisen. 

y^p von der Wnrzel 7p, erweicbt aus p/p^ wie der ySlapmi 

im Arab, and Chald. noeh sich findet. Fiir die GrandbedentDng Ist ea 
verg;leichen mj3 = ^j3 trennen, herausreissen, v>|g per- 

eussU, evulsit. Ebeiiso y)p trennen, durchbrechen; daber 
1^ einschnefden, eing;raben, von Skulpturarbeit 1 Kon.6,29, 32. 
2) Trennen = eiitfernen, fortwerfen, daber y7p (a) Sob len- 
der. 3) An die Bedeutnng der Trennun^ schliesst sich die der 
Absebneidung^, Abbaltnng^ und Deckung; daber y^ (b) 
Decke, Vorbang in mannichfacber Anwendnng in den andern Dia- 
lekten. Ex. 27, 9 if. Fiir die Cebertragung dieser Bedeutung ist aber 
zu vergleicben das arab. xjJLs ein abgescbnittener, sebroffer 
Eels. Daber aucb ljj3 ein steiler, unzuganglicber Ort auf einem 
fierggipfel, daber Burg, Festung, wie in dem verwandten, vor»- 
verdoppelten Stamme Jla^ = /?'^?- Gesen» im Thesaur. nimmt fiir 
diese Bedentungen wieder 2 versebiedene Stamme an, weil er die 
Grundbedeutung irrig gefasst. Die vollstandig wiederbolte Wnrzel 
ist nocb im arab. JJUU 1) sicb trennen, fortgeben. 2) Einen 
Gegenstand trennen, aus der Lage bringen, daber bewegen, er- 
scbiittern. Daran scblicsst sicb 3) die Bedeutung tdnen, als 
Folge der Erscbiittening und Bewegung. Vgl. atb, ^A^AI tren- 
nen =wenden, neigen. Rjefl. sicb neigen, nabe sein. Ein- 
facb bintenverdoppelt lautet der Stamm iSJU getrennt, d. i. obne 
Einbeit, Fassung and Halt sein, daber schwanken, unrubig sein. 
Im Chald. findet sich ebenfalls dieser Stamm obne auFgehobenen 
Gleicblaut pTp im Sinne von y7p fortwerfen. Die erste Anschauung 
liegt ferner aucb dem Stamme 7/p ganz deotlicb zu Grunde: a^ sicb 
trennen, daber abnebmen, schwinden. Gen. 8, 11. b) Ge- 
trennt, durchbrocben, daber ungehemmt, leicbt sein, Hab. 
1, 8. 3) Die Bedeutung des Leicbten auf ein Inneres iibertragen 
gibt die des Geringen, Wertblosen, Yeracbtiichen. Die 
Bedeutung in Pi. fluchen, verfluchen 7^ erklart sich einfach aus 



f 



1) dnrdi WMerholwif de« «rtlMi Radikals. 95 

fcr Grnndvorstelldiig und bedeutet ei^ntllch: machen, dass Je« 
nand »fcti trennt, fortg^eht, Jemanden foFtspreehen, sowie 
das dentsche fluchei mit fliehen ZNsaminenhang^ und bedeutet: 
Jemanden fliehen maclien, mft bosen Worten in die Flueht 
jagen. Wnrzelkaft verwandt ist ferner der Stamn 

Ha? voo der Wurzel yp. Da3 arab, SLi und JU hat die ers^i 

Yorstellaiig der Trennun^ und Seheidung noch bewahrt; Im 

Hebr. aber kommt sfe mehr nur in der abg^eleiteten Bedeutung der 

Vernichtung^ und Aufreibung durch Feuer vor: verbreii- 

nen, Jer. 29, 22. Daran schliesst sich dann die allgemeinere Bed^i* 

tuDg: brennen, kochen, dorren, rosten, ath. ^t^ACDI rmtea, 

ambar. ^^AI co,ritj ein offenbar altsemitisehes, vomverdoppeltes 

Perfekt Die letz^en Uebertragungen lagen urn so niber, da sfe zn-^ 

gleich die Yorstellung der Auflosung, des Miirbe-, Weich- 

und Leichtmacbens in sich achliessen, und daher der Grund- 

bedeutang wieder mehr sich nahern. So war es aueh natiirlich diesen 

Stamm, wie T7p, auf moralische Auflosung und Leichtigkeit zu iiber- 

tngen und dem Hebraer fiel es nicht schwer das Part n^p;; einmal 

pVyAich als Getrenntes, Entziindetes, daher anflosendes, 

citeTDdes Geschwiir zu fassen, (wie Eiter von eit Feuer^ 

Oiduv brennen u. s. wO i/;« 38, 8, wo es zngleich im klaren Gegensatz 

zndemHeilen und Festen steht: 

Allttglich geh' ich trQb einher, 

Weil meine Lenden voll sind von Geflchwtiren 

Und nichtB mehr heil an meinem FIdia«be Mt. 

Sodaim aber bedeutet dasselbe Part, n^^ an mehren Snellen aueh der 
Leichte, Geringe, Verachtete, und es ist kelneswegs notliig, 
Rr diese Bedeutung mit Oesen, u. A. einen besondern Stamm anzu* 
nebmen. Entweder hielt der Hebraer dieselbe Yorstellung der Wur- 
zel^ dabei fest, die ihn diesen Stamm von der auflosenden Wirkung 
desFeuers gebraucben liess, oder er ging, was jedoch weniger wahr- 
lebeinlieh ist, von der abgeleiteten Yorstellsng des Breanens uud 
Dorrens dabei aus, so dass bier der Geringe soviet als der Aus- 
g^edorrte, Ausgebrannte, daher der Leere, Leiehte und 
Verachtetci hiesse. Jeae Bedeutung liegt nech einig^, bifber 



96 IL Hintenverdoppelte Perfekta. 

missrerstandnen Stellen za Grande. So wird Deut. 29, 3 das Nif. nSp) 
gewohDiich durch g^emisshandelt oder g^eschandet werdea 
ubersetzt, obwolil der Zusammenhang dag^egen ist; bei Streitigkeiten 
soil der Richter Schlage zaerkeniten. Dann heisst es bestimmter: 
„Yierzig mag er ihn schlagen lassen, nfcht mehr, damit nlcbt, wemi 
er fortHihre, noch uber dfese Zahl ihn schlagen zu lasaen, die Pro - 
gelei zu stark wurde, so dass dein Brnder zu Grunde 
ginge vor deinen Augen.*^ Das soil offenbar gesagt werden. 
Eine Schande sind die Prugel immer, ob er 40 oder 80 bekame; aUeia 
aus Riicksicht auf das Leben verbietet das Gesetz bier eine grSssere 
Anzahl Schlage als 40. Dies Gesetz selbst ist eine offenbar genauere 
Bestimmung des allgemeinen im Ex. 21, 20 f. Ygl. 21, 12. Das Nif. 
bedeutet einfach: aufgerieben, vernichtet, zu Grunde ge- 
richtet werden. Vulg. foede laceratus. Dieselbe Bedeutiing* hit 
es auch Jes. 16, 14. 

Innerhalb drei Jahren, ^leich einef TagelOhnen Jahren, 

Da wird vernichtet Moabs Herrscberf^Iana 

Mit all deni Volkflf^etfimmel, dem gjotsen, 

Und der ResI ist ein Wenigcs, Winziges, nicht viel. 

Aus dem letzten Gltede , welches offenbar von einer Aufreibung dec 
Staatsmacht in Moab spricht, geht hervor, dass auch im zwelten 
Gliede nicht bios von einem Sinken des Ansehns die Rede sein kana* 
Man konnte auch iibersetzen : da wird verbrannt, ausgebrannt 
sein der Glanz Moabs. Doch die Uebertragung ist nicht einmal 
nSthig ; der Sinn bleibt derselbe. Ferner bedeutet das Part. Hif. Dent 
27, 16, HtPQ wohl nicht, wer verachtet, geringschatzt oder 
schmaht, sondern, da in diesem Zusammenhange mehr von aussen^ 
thatlichen Yerletzungen die Rede ist: wer verletzt, verwundet 
oder schlagt seinen Yater oder seine Mutter, der aei 
verflucht. Vgl. V. 24 u. 25. Ex. 21, 14: wer Vater oder Mut- 
ter schlagt, der soil getodtet werden. Vgl. J[i pereussU 
(in capite aliquem.) «^JLj id. Jedoch konnte es auch wie Vj^n gering 
achten, 2 Sam. 19, 44, Schmach bringen, Jes. 8, 23, daher 
verhohnen, verspotten, wie D^ = n^p, bedeuten, Ez. 22,7, 
und dann ware Ex. 21, 17 zu vergleichen. Wurzelhaft verwandt ist 
iibrigens 7n:i und die unter diesem Worte angeruhrten Stamme. S. 29. 



1) dmnk WieierMuif dm antea UmMlmA: 97 

H/p Perf. von der Wurzel Vp- Dieser Stamm kommt nur in 
fan Snbst nnVj? vor nod bedentet Topf, Kochtopf, Kessel. 
008e». im Tbesaur. u. A. nehmen nach einem spatern Gebrauch von 
nTp im Talmud: aaswerfen = ausschutten, g^fessen, das 
&di8t in dem Sinn : Gefass, in das man etwas schiittet; eine 
psochte, nnklare Bezeicbnung, die ansserdem im Hebr. nnd Arab. 
Aeser Stamm nicht einmal hat Etoald statnirt einen Wechsel von d 
«d ly der dnrch die Verwandtschaft des d mit s und r allerdings 
•Sglich ist and Im Indogermanischen znweilen vorkommt, so dass es 
fir nrrij^ stiinde , wie z. B. Odysseus = Ulisses; dcait(^v = laerimOy 
ftr. madhm das Sosse = mel, nngar. mez; cadaver j Skr. kalivara; 
^as=zUcius; dip = Itp leuchten; Zunge, Nd. Tunge = 
Imqua; lig-num statt dig^num, von Skr. dah 8ai& brennen. Skr. 
mmtd = asiudaXig = simUa feines Waizenmehl. Ferner lautet 
Hedecin in manchen niederdeut. Dialekten Melecin n. s. w. Allein 
ia Semitischen kann ich diesen unmittelbaren Uebergang nicbt finden ; 
nr der Eig^enname 71B steht wahrscheinlich fiir tD^&. Die ubrigen 
Bdipiele bei Ewald §. 90. und bei Gesen. werde ich geleg^entlich 
lilera zu erklaren suchen. — Der Stamm TVTp bedeutet ebenfalls 
tteiien, abhalten, hemmen, festmachen, zusammen- 

^'^(^€■9 wie das wurzelliaft verwandte ^>aJLS zusammenziebn, 
Uaaen; daher das Subst. etwas Zusammengebogenes, ein 
Beeken, Scbiissel oder K ess el. Vgl. ^ ^^^ eig. Biegung, 
'ikerBacht, Busen des Meers, auch Flussufer; ferner bedeutet 
Begong = Senkung, daher Vertiefung, Abgrund. So kSnnte 
MB das Wort auch erklaren, als etwas Vertieftes. Indess halt 
■ao aril einfachsteu die allgemeine Bedeutung des Gebogenen, Ein- 
^ebogenen oder Zusammengebogenen und daher Hohlen 
^ Vgl. ^Jj hohles Rohr (vgl. xolXog = hohl) ^I^ das Ge- 
icht zusammenziehn = finster blieken. Verwandt ist hiermit 

n^D von der Wurzel ^3 trennen, abschneiden, absper- 

so, festmachen, zusammenziehn, zusammenschrumpfen, 
isammentrocknen, ^^sterilis annus, daher n^D Greisen- 
^^'9 ^E^* S* 20- y^J^^ senecttts. Diese Bedeutung hestatigt das 

■cicr'0 iMkr. WirMlw6rlerb«eh. 7 



99^ ■ ft; HlBteiiTerdoppeHft Ferfekia 

au8 dem Semitischeii eptlehnte, hjnten verkurzte kopt hello j khello 
CM.) Greis. Mehr erweicht Uutet der Stamm 

n73 3KU Ende, roll, fertig^ seio in vielfacher Anweiiduii|^. 
^^9 eig. etwas Verfertfgtes, Gerath, Zeug. Noch erweichter ist 

K^D yon der Wurzel 72 trennen, abhalten, hewneQi 
verschliessen. Ygl. xXetfii, claudo. 

p^y Wurzel ^y, vgl. S. 48. ^^Jx? v3^ anhangen, daher 

Ttph)l. ^^ ^^* ^P**- ^^9 ^'» ®^" Thier, was sich anhangt, eliH 
saugt, daher Blutsauger, &iJU, hirudoj Blutaauger = Vanprr. 

\y2^ (ft"s n^n verhartet von der Wurzel 7n) bedeutet zueraf 

nicbt, wie Gesetu u. A. annehmen: glatt, poliert sein, sondern 
wie l^^n trennen, scheiden, daher 1) theileu, verthefleniD 
Kal und Piel, pSn Theil, Anthell, dann auch Loos, wassich 
leicht erklart. Nif. sich trennen, sich absondern. 2) An die 
Bedeutung trennen, wegnehmen schliesst sich die: abschabeoy 
kahl, glfttt mactien, reinlich abnehmen, abschalen, ycni 
KiUistier in Hif. dapn iibertragen, glatten, schmeicheln aucli ii 
Kal, Hos. 10, 2. .!/;« 55, 52. Im Arab, bedeutet der Stamm bildeo, 
schaffen, wie das deutsche schaffen von schaben abzuleiten 
ist. Die Worter, vtrelche Gesen, aus unsern Sprachen zu dieseo 
Stamme wild vergleicht, sind in der Art zunachst falsch, als die drei 
Radikale, welche im Semit. das Perfekt bilden, dort ebenfalls als glc 
sich finden sollen, so dass z. B. das seltene noXa^ Schmarotzer, 
Schmeichler vollkommen dem p^n entsprache. Allein man kaoo 
nnr die Wurzel Vn, 7p vergleichen, und dann wird sich finden, dass 
auch in den iibrigen Sprachen die Bedeutung der Glatte eine abge- 
leitete ist. Ygl. xoXog verstiimmelt, abgestutzt. xoX-a^o ab- 
schneiden, wegnehmen, beschneiden u. s. w. Nicht einmal 
das dentscbe glatt, und noch wenigcr g lei ten sind mit Sieherheit 
zu vergleichen, da letzteres z. B. aus ge-ieiten zusammengezogeo 
ist, wie Ge-leise, Leise, eig. Spur, Einschnitt, daher lelten 
= auf die Spur fuhren. Vgl. gleich aus ge-leich entstanden, engl. 
Ukey und als Endnng in lelb-licb u. a. Noch weniger gehOreir 



1) dntMk Wto4effMi«f|f de# eMtmi RadikaU. 9d 

jakiSgi ykviiV£ Ur a. hiebei*r Dem bebr^ p^ entspfechen der tied, naeb 
giBZ die vornverdoppelten Bildangen, syr. TPn p£^«, parHo; 
^H^>* Jl2^ , &tlrlop. ^^A r ageTy campus. 

JT?n Wurze! ^H, aufgelosf, aufgerieben^ weicb, 

Bchlaff, dafier kraftlos, krank sejn. Pi. weicb macben, 
sfreicbetif, Mebkosen. (Vgl. j^aX-ao erscblaf fen.) Verw. ist 

K/H aufgerieben, erscblafft, daber 1) krank sein, 

(SChron. 16,12. 2) viie das verwandte TOp aufgerieben, miirbe 
gemaebt Tom Feaer, daher gerostet ^ein, yb^ brennen, 
S«S9. Das Sobst. Twhn bedeutet daher i;^obl etwos Gebrannfes, 
efiieif Brand- Oder Rd at fleck am Kessel, (Kle "fiQ^ Brand, Ro8t 
an Getraide,) was dann Ez. 24, 0, 11, 12, welter auf den ranben, 
rothllcheu Ansatz, der dureb Fetrchtfgkeit in etilett MetallgefSss sieb 
bildet, ubertragen sein konnte, wenn man diesen nicbt viellelcht ein- 
faeber Ton der Aufreibung und Aufzebrung des Metalls benannt 
wio laasen will. Hi^Sn ware dann gleichsam als die Erkrankung 
uJAuflosung eines metallnen Korpera, oder als Entzundung undf 
Ceschwur vorgestellt. Vgl. TQDZ i/;. 38, 8. Jedenfalls ist der Rost 
lUil, wie Gesen. will, vom Abreibeu benannt, als das, was weg- 

gtiMtn werden raiisB« Der wisirzelhaft yerwandte Stamm ^^^H ^^t 
bttdU friiber erklart S. 25. 

?|yi voa der Wurzei Vn^ ^H treanen, fortgebn, scbwin- 

4eo, wie Jj6 U. JlsL^ U. abiit. Vgl. Job 7, 9. 19, 10. i|;« 78, S9. 

Dann bat es vorberrscbend die allgemeinere Bedeutung geben, 

wandelu, retsen, die aber ursprunglicb von der Vorstellung der 

Trt aouBg nnd Bewegung aiisgebt. Die urspriingtiebe Bedeutung zeigt 

loch klar der Staiiim 7m gespaften, darcb bracben, offen, 

daher 1) bell sein, leucbteu, glanzen. Pi. bell, glanzead 

macben = loben, preisen. 2) An die Bedeutung des Gespal- 

tenen, Aufg'eldsten scbliesst sfcb sodann die des Verwirrten 

iwdswar des Geiatverwirrten und Wabnsiniiigen, daber Poef 

72i7TwUr, DArrl^cb macben, betboreik Jes. 44,25. Job 12, 17. 

Vgi lail verwhrrt, wabosianig sein. fjULsD id. Sebr deutiich 

xelgt aoeh dto araib. iXJba dfce Grundbdtg. von '^ ; es bed. uamlicb 



7* 



100 II. flialenverdoppelle PerMte 

a) scheiden, trennen = vernlchten, verderben^ b) trenneD = 
eindringen, daher begierig sein nach Etwaa mit ^t* VgL 
aI0 avidus. mJI cupidus fuit. g) bes. intr. iXld untergehn ;= 
verderben. Der abgeleiteten Bdtg. von "^Tn nahert sich mehr daa 
arab. ^^SSb schnell sein, (J-^^ eilen; ^.Jr= v^9 hinein- 

gehen (yxk ein Haas u. a. *wO jLJ*^ achnell, y^ K ^ cursum 
eofMnuavit. - 

p^ von der Wurzel 7» = 7n, Ist verwandt mit "spj = "i^ iiad 

steht von etwas atarkerer Bewegung und bedeutet daher Im arab. 
^^JJ« hiipfen, springen. Danach erklart man auch am ricbti;- 
aten die Henachrecke p^ als Hupfer, Springer. Minder ricb- 
tig, besondera nach der Daratellung bei Joel, leitet man daa Wort 
gewohnlich von pp7 lecken, ablecken her. 

n^il von d^r Wurzel 711 , hat noch die erste ainnliche Bedea- 

tnng des verwandten p^n treu erhalten und bedeutet: abkratzeo, 
abacheeren, besondera Kopf- und Barthaar. Verwandt ist dtf 
deutsche kahl, entbioast, pers. Jl& = calvua. Mehr abgeleitet 
iat die Bedeutung von 

n^i) Caos :i^:i erweicht) trennen = bloaa, leer macheij 

besonders das Land raumen. Vgl. SLL geapalten, getrennt, 
daher offen, leer sein V. sich trennen. So steht daa Wort 
von der Fortwanderung grosser Menschenmassen, Am. 1, 5, wahrenl 
rott^ gefangen fortfiihren in der altern Zeit mehr von einzelnen 
Haufen gebraucht wird. Sodann bedeutet es aligemeiner: blost 

machen, aufdecken, enthiillen u. s. w. Der Stamm y2^ 

iat achon erklart S. 29. Ebenso H /^ S. 48 f. Zu deraelben Win^ 

zel g^hort noch 

n^iC von 7M = ^n; die Bedeutung ist im Zusammenhange klar; 

daa Nif. n?^^ muaa im Allgemeinen verderbt, verworfen aeis 
bedeuten; allein unsre Worterbiicher holen diese Bedeutung welther. 
Im Arab, steht namlich der VIII. Stamm dieses Verbums auch vom 
Sauerwerden der Milch, und danach soil es im A. T. eig. ver- 



1) darefc WiederbolnDg der ertlea aadikalf. 101 

taern = verderben heissen, obwobi die«e Bedeutuug eine sehr 
hg;eleitete und fiir die Uebectragung auf das moraliscbe Gebiet keine 
ausdrucksvoUe und entschiedene ist, als der Zusammenhaiig sie 
nrarCen laast Das urab. Verb. ^Jb^l bedeutet eig. sick spalten, 

laber 1) sich verwirren oder verwirrt sein. 2) sich scbei- 
leo kaon bedeuteu sich ausleeren, daher excrevit. S) sich 
icheiden, d. i. sich aafloseu, zersetzen, und in diesem Sinn 
iteht es von dem Sauerwerden der Milch , wenu man diese Bedeutung 
licht etwa von^ dem scharfen , sauern Gescbmack ableiten will , im 
Gegensalz des Siissen ala des Weichen, Milden. Jedenfalls aber 
Begt ehie Uebertragung anf Geistiges naher in der Gmndbedeutung der 
Wnrzel, ala in dieser abgeleiteteu Anwendnng. rhn ist ganz soviel 
^vhn, rffDyThp und bedeutet in Nif. moralisch aufgerieben, 
keilloB, nichtig und verderbt sein. Vgi. Job 15, 16: 

Der Himmel ist nicht reia in seinen Augen, 
Geschweige denn dai Scheutal, der Verrucbte, 
Der Mano, der Suode illoft wie Wasier. 

Kbenao stark ist der Ausdruck i/;. 14, H: 

AUe siud abgewichea, susammt ruchlos (heillos) geworden. 

Zi fergieiclien ist noch das wurzeihaft verwandte JL3\ perfidus fuit. 
{jfJyperfidia^ crimen j corruptio naturae, mi^ lit gen. 

iT^iC Perf. von der Wurzel ^« = ^, eig. entscheidend, 

Uer 1) stark sein, wie ^H. 2) Im ausseren Sinii kann stark, 
^est auch fett bedeuten, wie im Deutsclien fett und feist mit 
'est verwandt sind: daher TlhtK der Fettschwanz einer beson- 
len Schafart im Orient. Ex. 29, 22. Lev. 7, 3. An die Bedeutuug 
clieiden schliesst sich .3) die: wenden, sich wohin richten; 
alier die Prap. bk, ^^ eig. Richtung, daher bin, zu, gen, rer- 
Mu. 8. w. Ganz verschieden ist die Wurzel 1^ = D^. CVgl. athiop. 
[)A0A!! sich neigen, wanken, schwanken. J« sich zu 
emand neigen, daher a) nnhe, vor, bei Jemand sein. ^J« 
ilfreich sein. b) Vorstehen. Vgl. Jl.^.) 4) Scheiden, 
isBcheiden, ausstossen und zwar Wehkiage, daher jam- 
cm, klagen. Das wurzeihaft verwandte Jjd bedeutet auch rufeu, 
breien, eig. = hallen, gellen, xaXctv. Vgl. TtK, 7T weh- 



iOi 11. lliiileiiv«rdopp«ite Ppffekta 



Cf' 



klageii, Jl ausrufen, seufzen, nnd die fnteij. "ff^ wehe. 
Unrichtfg fassen Gesen. u. A. diese Dedeutimg als Denom. von ^ 
Gott: Gott um Brbarmen anrufen; an sfch schon ware dl^e 
Uebertragung sdiwer. Endlich 5) schllesat sich an die erste Bedeo- 
tung: stark, kraftig; sein in Hif. die Bedeutung^t bekraftigeii, 
beachwdren, sich fest verbindlicli machen lassen, be- 
eidic^en. 1 Kon. 8, 31. Dann audi in Kal: bekraftigen, sehwo- 
ren. Hos. 4, 2, so wie das deutoche schwdr en mit sell wer, d. I. 
fest, liart, gewichtig und weiter mit wahren, wahren, iA, 
dauern, festiialten, zusammenliangt. Auch das \vit jurare bedentet 
wortlich sich verbindlich maciien; denn die Wiirzel fst im Skr. 
ju =^jungerej dsAievjA^s eig. Verbindliclik ei t, Ver pflichton^, 
etfvas g^egenseitig durch Vertrag Festgesetztes und Bindendes. VgL 
o^xog Eidscliwur und o^xavrj etwas Haltendes, Umzaumung;. 8t 
kommt audi TOH noch in der offenbar ersten Bedeutnng als Bund- 
niss, das man eidlich bekraftlg;t, vor, Gen. 26, 28: „es sei eii 
Biindniss zwischen uns, zwischen uns und dir, und wir wollen do 
Bundesopfer mit dir sdilacbten." Vgl. Deut. 29, 11, 13, wo es oik 
n^13 ganz synonym steht oder wenigstens als Verbindungseil) 
den ein Opfer sanktionirte, gefasst werden muss. Bei solchen Opfen 
zur Bestatigung eines Vertrags wurden danri gewohnlich furchtbart 
Verwiinschungen gegen den, der ihn brechen und den Schwur ?er- 
letzcu wiirde, ausgestossen ; daher kniipfte sich welter an Til^ die 
Bedentung des Bun desf Inches und der Verwiinschung iibe^ 
haupt. Num. 5, 21, besonders Jes. 24, 6, wo der Fluch nach V. 5 
als Folge des gebroebenen Bundes erscheint Vgl. Tuch Kpmmentar 
iiber die Gen. S. 334 f. Im Skr. vereinigt (^ap ebenfalls diese beiden 
Bedeutungen : schworen und verwiinschan; die Wurzel hangt 
aber schweilich mit der Zabl sieben zusammen. Fiir jene erste Be- 
deutung vgl. noch J| zusammennahen, Jl Biindniss und Eii* 
schwur; ferner die Konstr. n7i<I} t<i^ in ein Biindniss eingeheo, 
Neh. 10, 30, wie nng «ta. Bereits A. SchuUeihs zu Prov. 3, 25 vcr- 
glich riditig _J. adstringere^ ohstnngere. Gewohnlich aber leitet 
man diese Brtleutnng von nw als Denom. von w her; so Gesen. 
u* A. bei Gott bekraftigen; alldn ein Denom. von 7^ hiesse eher: 



1) dnrch WiederboliiDg des erstea Bidikals. 103 

itt aageD, oder Gott verehren and ware in diesein iibertragnen 
IB sehr unklar. Die Hauptoadie, wesshalb man den Namen ausge- 
rochen , ware nicht ausgedruckt. Ausserdem ist die Analogie andrer 
neichnungen fur scliworen, bescliworen, im Semitisclien so- 
ohl als In indogermanisclien Spraclien dagegen. Vgl. z. B. }fyt^^ 
%, sich besiebnen, d. i. sfch bei 7 heiligen Dingen ver- 
indlich machen, = schw6ren. Man schwar ferner nicht 
lo8 bei Gott, oder bei den Gottern , sondern auch bei andem heiligen 
od thenern Dingen , z. B. bei dem Haupte oder Leben des Angerede- 
»o. 1 Sam. 1, 26. 20, 3. 2 Kon. 2, 2. Die gewohnliche Ahleitung 
it licht minder gesucht und unpassend, als wenn man das arab. 
fit schworen von ^jjuo Hiifte, D^inD^ ableiten wollte, well es 
amlich beim Schworen eine haufige Ceremonie war, die Hand an die 
[ufte zu legen, unstreitig weil diese als Sitz der Potenz und der 
rachkommenschaft betrachtet wurde. Vgl. Gen. 24, 2. 47, 29. ' Der 
>tunm bedeutet aber intr. ^juo fest, stark sein, activ ^jjjo Test- 
tehen, festmachen, feststellen, und danach ist sowohl die 
Infte von der Kraft, als auch das Schworen benannt, ebenso wie 
HlJer Starke, Kraftvolle und das Verb. n^K bekraftigen, 
^titmachen. Auf dieselbe Weise erkl^ren sich auch andre Be- 
Kieliungen im Arab., z. B. ^ ^ ^^ eig. sIch nahen, neigen, an- 
idUiessen, daher sich verbindlich machen durch einen 
>cliwur. Ferner > ^ T ^ schworen.^ Vgl. »_« 1 ^ Biindniss. 
iAJL^ der Genoss, Verbiindete, verwandt mitn^t^ und v^t 
tpulavit, 8ociavU, als welter abgeleitete Stamme von 7r)H. 

Hit den eben erlauterten Wurzein kan und kal hflugt sowohl 
!B Lanten , als auch der urpriinglichen Vorstellung nach die hartere 
^nrzel ip, ID, in zusammen, sowie diese wiederom in naherer Be- 
ehung zu 15^, ttfrl mid M steht, wIe im Folgenden nachgewiesen 
Men soli. 

j/jp (aus p")p erweicht) trennen, auseinanderreissen, 
erreissen, aafreissen in verschiedener Anwendung. Vgl. das 



104 n. WslraTerdoppttlte PaiMta. 

vornverdo^pelte Perf. Ipy. Die Wurzd np ist verwandt mlt x^^H^air, 
scheidten^sondern, sichten = eemere iiDteracheiden, sehen iLt. 
Vgl. Tpn u. 8. w. 

nnp von del* Warael *ip, abschoeiden, besoodera dti 

Haar scheeren, daher eine Glatze, oder glatt, kahl macheii 
wie n?:!. Vgl. pyB calvus fuit. Im Arab, bedeutet "li atecheDi 
bohren oder graben, wie yp^ danu verwunden. Wurzelhaft 
verwandt sind nsi^siv =i8cbeeren, kehren, d. i. abwischen, weg;- 
tilgen nach derselben Uebertraguiig. DasSubst. rnp bedeutet Glatte, 
daher auch Eis und Krystall. Das kopt kerhe, calvus, iatsemi- 
tiach. Mehr abgeschliffeii lautet der Stamm 

HHD (Wnrzel ip) scheiden = durchdringeii, eindrin- 

geu, stosseu, daher Jemanden treffen, begegnen. Damr 
uberhaupt wie Hip eintreffen, zutreffeii, zustossen, vor- 
falien. Vgl. fur diese Uebertragung |j» fut o. ]]) durchbohreD. 
2) £ine Gegeud durchdrlngen. 3) uberhaupt wohin dringeii 
streben. Das Nif. Tnpl bedeutet wortlich: sich gegen JemaDJ 
kehren, wendeii m\t7}fy oder 7H zu Jemand bin; daher sich ent^ 
gegeu kommen, begegnen. nHnp7 eig. nach der Richtung 
bin, daher entgegen. Wurzelhaft verwandt und welter abgeleitet 
von mp ist ^np durchdrlngen, andringen, anstossen, daher 
nahe kommen; Hif. anstossen lassen, anriicken, anfugen u.8.w. 
ytD poet. dasTreffen, felndliches Zusammenstossen , wie*npLev. 
26,28. Von der ersten Bedeutung des Stamms mp: scheiden, 
durchbrecben sInd mehre Subst abzuleiteu; TTlip eig. Scheit, 
Spalt = Sparren, daher Balkan zum Bauen. 2 Kon. 6, 2, 5. 
Hohel. 1, 17. Querbalken, wie Oeaen. meint, bedeutet es wohl nicht 
Ebenso sind DH^p, von dem verwandten Stamui "VIp, Jes. 59, 5, nicht 
Kreuzfaden, sonderii Zusammenfiigungen, Gewebe der 

Spinne, wie das vei'wandte :nH = siH von der Wurzel IK, Tp ver- 

s 
binden, daher auch te;vuH bedeutet. Vgl. . ^ Seil, Fessel. \L^» 

schliessen, fesseln. (vgl. lp Zusammenziehung = Kalte, wie 

im Arab. u. sonst.) Die Uebertragung ist sehr liaufig : trennen = ab- 

halteu, festmacben. Vgl. ^.i eig. das Feste, Zusauimcngedrehte, 



1) dnreh WMerMwif de« enlm Radikals. 105 

Uer ein neues Sell. Dem Slnne iiach schliesst slch auch das ver- 
nuidte Tp an diese Bedeutung^an uud bezeichnet elg^. etwas Schei- 
leades, Absperrendes, daher Wand, Mauer; Bodann ein 
inmauerter, fester Ort,. wie das weichere Ty offeubar von der- 
idben Vorstellung^ausgeht; ebenso das mehr dichterische rnip Stadt, 
Festung^, die nicht vom Bauen benannt Ist, wfe Oesen. u. A. wollen. 
Dieselbe Wurzel steckt ferner etnfach verdoppelt auch in dem bis 
jelit unerklarten }iia{jTiLa^ov ^ Kerker, career^ als abgeschlossener, 
fiiiter Platz, daher Gefangniss. Vgl. \^\^ abhalten, zu- 
riekhalten und Ip^lp als Stadtname, offeubar Fe stung. Richt 
8,10. YgL pers. gbrih Fessel. 

KHD dttrchdringen, hervorbrechen, auslassen, da- 

ber von der lauten, durchdriugenden Stimme: sckrelen, rufen, 

iisrnfen, verkunden; sodann laut vorlesen, lesen, welche 

oedentung im arab. twi die herrschende ist Das kopt. kharay vox 

pliort zn Kip • Der Stamm ist keineswegs ein sogenannter blosser 

Hiturlaut, wie man gewohnllch behauptet, wenu auch die £mpfindung 

vi Anscliauuug, welche er ausserlich fiirs Ohr ausdruckt, an das 

fittdirel eines Raben oder einer Krahe erinnern kounte, obwohl diese 

gende im Hebr. anders benannt ist , 2iy . Sodann aber als Ausdruck 

■enchlichen Bewusstselns, menschlicher tiefiihle und Vorstellungen 

kjum es dem Ohre nicht von Aussen her entgegen getont sein, son- 

dera ist eine naturliche tieburt aus dem Innern des Menschen selbst 

lid our dadurch, well das Bewusstsein Ihm immanent 1st, fahig, ein 

Triger weiterentwickelter Anschauungen und Gedanken zu werden. 

Das Arab, zeigt noch die urspriingliche Vorstellung der Wurzel kar 

iidiesem iibertragenen Slnne: ^IJ einen Ton ausstossen, von 

Mk geben. Dies schelnbar sehr rauhe, krachzende Wort steht aber 

Mwohl vom Girren und Seufzen der Tauben , vom Wiehern des Ka- 

meis, vom Krahen des Hahnes, als auch von langeui, lauten Lachen. 

Ebenso bedeutet w» unter anderm auch: schiitten, ausschutten; 

daon auch einen Laut von sich geben. Weil mit dem Worte 

irepriinglich eine allgemeine Vorstellung ausgcdriickt war, so konnte 

ei so vielfach obertrageu werden; die speclelieu Bezeichnungen und 



•106 .liiBlM¥«fiopH^ FfllMlB, 

aHOserttchen NaehbUdimgeD, wie miauen, quaken^ kirihen, aial 
einer solchen Weiterbildung^ nicht fahig. 

m3 von der Wurzel "i^. Die Bedeatungen dieses Stammes 

schelnen soweit auseinander zu gelin, dass Gesen. zwei, Winer gar 
drei verschiedene Wurzein dafur annimmt Allein sie werden tkk 
ohne Zwang auf die Grundvorstellung zuriickfiihren und deducim 
lassen. Der Stamm bedeutet wie die verwandten 1) durchbrecheD| 
bobreu, graben; biidlich Jemandem eine Grube graben = Nacb- 
stellung, Verderben bereiten. Feruer durchbrechen = auf- 
machen, 5f f nen, z. B. das Ohr, d. i. Jemandem Etwas offen* 
bar en. xp. 40, 7. Vgl. Jes. 50, 5. 2 Sam. 27, 7. Sodann 2) uberhanpt 
bereiten, zurusten und zwar ein Mabl, TXl^^ 2 Kon. f^ 23: »di 
bereitete er ihnen eine grosse Zubereitung d. i. MahlzeiL^^ 3) Die 
Bedeutung bereiten kann ganz natlirlich wie Tiyp und parare aif 
ein Erwerben, Verschaffen, An-sich- bringen und daher 
K auf en iibertragen werden. Hos. 3, 2. Dent. 2, 6. Elnmal, Job 6,17, 
' wird es mit 7^ construirt, hand ein iiber Etwas: 

Selbit aber den Waiseo wiirdet ihr loosea 
Und handeln fiber euren Freund. 

Der Parallelismus mit loosen, so wie schon die Konstruktion ve^ 
langen bier diese Auffassung, die durcb 40, 30 bestatigt wird. Der 
Sinn ist: sie wiirden sogar uber den Freund handeln, wenn sie iiii 
etwa als Sklaven kaufen oder loskaufen konnten. Gesen. u. A. haltet 
bier sehr gezwungen die Bedeutung graben fest, eine Grube 
mac hen. Nach der Konstruktion an den beiden Stellen im Job konnte 
man die dritte Bedeutung des Stammes vielleicht einfacher auch lo 
ableiten: bereiten, d. i. fertfg machen = abschliesseii) 
daher wie 1^ festmachen und rn3 also einen Vertrag iiber 
Etwas = einen Handel abschliessen, kaufen, wessbalb 
es sowohl wie ahnliehe Verba mit 7^ als auch mit dem Accusativ kon- 
struirt werden kann. Der Zusammenhang der Bedeutungen wird jeden- 
falls einleuchten. Wurzelhaft verwandt und flir diese letzte iibe^ 
tragene Bedeutung gebr^uchlich ist das Skr. kri kaufen, nicht auch 
ver kaufen, wie Gesen. angibt; das wiirde vi-kri beissen miissen.— 
Die zweite Bedeutung: ein Mahl zubereiten, leitet Winer vom 



1) dnrok WMeiJioiy«g dM Miten ladikali. 107 



inb, lis f. I. .hosfniio excejnt. AJlein dieser Stamm kommt ofFenbar 
irch eine andre AoschauuDg; auf dieae BedeutuDg, als TTO- Er be- 
enteC namlicb wie "VU 1) eine Gegend durchscbneideu, durch- 
eisen. 2) Den Weg abachneideu, abbrechen^ ins Quart! r 
OBmeoy ((5r^ Q^^^iO daher ala Cast aufgenommen nad 
ekoatigt werdeo. In ahnlichem Sinn steht das Wort von der 
naammlang und Lagerung des Wassers an einem bestimmten Orte. 
ir jene allgemeine Bed^utung der Zubereitang ist noch zu ver- 
cichen Iv^ f- o. zasammenfiigen, xiisanimenballen, zu- 
immenziehn, daher III. IV. contraherey d. i. einen Kontrakt 
aehen = verpachten, CP^^^bt Ton pa^^ium, pangere fest- 
ichen), refl. VI. u. VIII. sich eine Sache zuzlehn, sle paehten, 
lath en. Diese Uebertragnngen lagen sammtlich sehr nahe, sind 
«r auA dem jedesmaligen lebendigen Gebrauch eines Stammes zu er- 
iren, wobel es nicht selten vorkommt, dass die Sprache selbstin 
oraelhaft verw. Wortern auf verschiedenem Wege zu ein und der- 
dben ubertragenen Bedeutung gelangt Ist. 

y^D (jxuB "^D erwelcht, wleyi3,) elg. brechen^zusammen- 

irechen, daher sich kriimmen. Hif. niederstrecken, nie- 
lerbeugen. Mehr abgeschwacht bedeutet der Stamm t<n!D chald. 
ekeugt, niedergeschlagen sein, Itp. sich kriimmen, he- 
rib en. Dan. 7, 15. Diese abgeleitete Bedeutung im aussern Sinn 
idet sich Auch in "Vi^ sich krummen, daher sich im Kreise 
ewegen, kreisen, tanzen. Das Subst. ns bedeutet 1) Kriim* 
aog, d. i. Niederung, daher eine grasreiche Flache, Wiesen- 
rnnd, Anger, wie letztes Wort im Deutschen ebenfalls eig. B ic- 
ing = Senkung bedeutet und mit Anker, Angel u. s. Wi 
irzelbaft yerwandt ist Jes. SO, 23. if;. 37, 20. 65, 14. 2) An die 
sdentuog Wiese, Weide schliesst sich die der Weidung = Mastung 
d daher die Aes Geweideten, und so steht "Q zunachst kollektiv 
r wohlgenahrte Heerde und zwar bestimmter fur eine Heerde 
stter) Lammer oder Schaafe. Jes. ]6, 1; dann welter auch 
D einzelnen Schaafen im Plural, aber fast immer mit dem Neben- 
^ffder wohlgeweideten und fetten. Am. 6, 4. Jer. 51, 40. 1 Sam. 
» 9. Dies bMtatigt die gegebene Ablcitung. Gesen. kommt umge- 



106 n. lliBt«iTerdopp«lte PerMte 

kehrt von deo Lammero liuf iBe Bedentnng der Welde, sehr ge- 
gesucht und gezwungen. Das Lamm soil dann Torn Krelaen and Spiiii- 
gen benannt sein. Allein ea ist wohi zu beachten, was auch Oesau 
anmerkt , daaa meist immer fette Lammer damnter £u verstehen dod^ 
so dass die Targ;um. es mehrmals durch D^g, pmguis^ uod ebeiat 
der Syrer immer durcli gemastet iibersetzeii. Die Uebertragiug 
lag aucii sehr nahe : Weide, Mast, Mastung fur Mastvieli fei 
eioer bestimmten Beziehuug: Weide- oder Mastsehaafe. BercRi 
Bochart (Hieroz. I. p. 466) dachte an diese Ableitung, hielt aber Wh 
ricktig "O for eine Zusammenziebuog aus n^^, obwolil es ahnliefae Be^ 
deutungbat: Kreis, Bezirk, besonders die Umgebiing des JcNrda% 
die Jordausau. Gen. 13, 12. 19, 17 tL Zusammenhangead ait 
Jener Bedeutung ist 3) die des Sattels, eig. Biegung, Senknagi 
Niederlassung, daher der Sltz auf dem Kamel, Kamel* l 
aattel, sowie das deutscbe Wort Sattel mitSitz and SeB8elvc^ ^ 
wandt ist Gen. 31. 34. 

7|Tn on* X«7. Spr. 12, 27, von der Wnrzel in trennen, aaf- 

losen, mikrbe machen, daher braten, chald. verbrennei} , 

•^ ^ ^ 
im Arab, aber entspricht i%^ miirbe machen, brennen. \&jm 

hat mehr die erste Bedeutung bewabrt: 1) trennen, durchbohre% 

verletzeu, 2) trennen = abhalten, veriveigern, 3) U. Troh 

nung, d. i. Bewegung machen, be we gen. Die angegebene Be*^ 

deutung von "^n ist auch durch den mehr abgeschwachten Stama 

nin brennen, eutbrennen, giiihen, sowie durch lin, was das- 

selbe bedeutet, gesichert; sie erweist sich aber an der citirten Stelle •. 

als die einzig passende einmal wegen des entsprechenden Bildes, daM 

der Fleissige ein kostbarer Schatz ist, der mit Erfolg arbeitet and \ 

etwas zu Stande bringt, wahrend dem Faulen sogar sein bereits er* 

langtes Gut verdirbt, indem er, wie es heisst, den Braten sich nichC 

einmal zubereitet Sodanu bestatigt diesen Shin das feine Gedanken* 

spiel zwischen ran eig. Schlaffheit, von nD1 = nfi*l, und "JpH 

weich machen, braten, was wir nur durch ein Wortspiel wieder* 

gebeu konnen: der Rastige rdstet sein Wildpret niclit, oder: 

Der Lass'ge Ifisst sein Wildpret uogebrateo, 

Der Fleis«*ge aber ill eia sellner SchaU fur Einea. 



1 



1) dnrdi WMetholoag det eniM Badikab. 109 

Dor Faule scheut die letzte Muhe der Zuberettang seines Fangs und 
N l^ommt er ilim nicht zu Gute. Wir konnen desslialb das Bild etwas 
frder anch so wiedergeben: 

Der Faole lasst leia Wildpret faalen. 

Ehffli. im Thesaur. nimmt nach dem Vorgange von Michaelis u. A. 
las Wort fn der Bedeutang fang^n, efg. sich im Netze verstricken, 
■K Bemfang auf CT^nQ Hohl. 2, 9, was Netze, d. i. ein netzartiges 
Btter liezelcbnen soil, wahrend es vielmehr einfach wie |1?n als Spalt, 
Uss, daber Luftlocb, Fenster zu fassen iat, oder wie das wurzel- 
■ft Terwandte lln Loch, Hohle, daher ebenfalls auch die Fens ter- 
iffnung. Der Gedanke an sich ist matt und passt schon zum Gegen* 
■tie nIcht. Wenn Jemand ein Stuck Wild im Netze nicht fangt, so 
fM Niemand zunachst dabei an Faulheit denken. Sodann widerstreben 
lach die Worte dieser Auffassung; denn *i^ ist das Erjagte, daher 
laaerlegte Wildpret Gen. 25, 28. Danach lautete der Text: ^der 
hale fangt sein Eijagtes, sein Wildpret nicht,** also das, was er 
■hen hat, was sich gradezu widersprechen wiirde. Wollte man das 
Sdt so fassen: er fangt seine Beute nicht, d. i. seine noch zu er- 
hgeade Beute, der er nachstrebt, so dass das Suif. nur die Kraft des 
AillLels vertrate, so bliebe dieselbe Schwierigkeit; denn wenn er das 
IVU, anf das er es abgesehn, dem er nachjagt, nicht fangt, so wird 
dieb iieht grade Faulheit der Grund davon sein konnen. Kurz, alles 
ipifclft gegen diese Deutung und bestatigt die gegebene , die schon 
bai ihem jndischen Erklarem sich findet. 

Onn (&US mn gebildet von der Wurzel "m, nicht :i*i wie Geaen. 

■riaiimt) an. Xsy* if;. 18, 46. Der Begriff der Durchbrechung, den die 
RTmd m vorstellt, ist bier naher bestimmt als ein Hervorbrechen, 
lerausgehn, wie im arab. ^1^, eritf, besonders auch feindlich 

i;egeD Jemand hervorbrechen, ausziehn in den Krieg c. JL^ p. 
m Hebr. aber ist zugleich die Vorstellung des zittemden und furcht- 
naien Hervorkommens damit verbunden: sie zittern hervor aus 
hren SchlSssern, kommen bang und bebend heraus. Wnrzelbaft 
renrandt ist ^y^ angst sein und naher n^V} eig. sich trennen, 

carnckweichen, daher zitternd sich wohin bewegen oder 
venden. Gen. 42, 28. herbeizittern, herbelflattern aus einem 



110 ' U. ffiflteAverdoppelte Perfeklt 

Orte c. ]p Ho8. 11, 11. Daber dann wetter iiberbaapt bewegt seii 
= zittern, erschrecken fiber Etwas c. 7 des 6eg;eirotande8, ?gl 

* 

cl;^ zitteriid uiid eileiid woliiii gehen. — Zu einem blossen 
Hauch abgeschwacht ist dcr wiederholte Guttural in dem Stamme 

((*in oder Hy) trennen =. aussandero, aHsaekeidei; : 

daher ein starker Ansdruck fiir die Aualeemng' des Dannkanab, wfef 
im Deutacheu iiach derselben Vorstelluug: aeheissen, daa iC 
scheiden, schieasen, ax^gfiv a. s. w. verwandt fst D^MT; PI. Jei 
36, 12, sind Ausaonderangen, Answnrfe, ghnz v>\e eaccremait 
benannt Das kopt. hoeire stercnSj Ist dassetbe. Amhar. Aid I nterdaj J 
vgi. ^ fimum exci'evit Die Masoreteii lasetr dafiir das anstandlgert I 
rnjte Unrath, Kotli. Vgl. S.46. — Verhartet bat sfch dcr rerdof- - 
pelte Laut In 

pnn mlt deii Zahiien knirrseben, von der Wurzel nn. Nick 

Gesen. u. A. soU es eiue ouoniatopoetisGlie Wurzel aeiii ; alleiu ale aM 
Bicbt sowobl deu Klang dea Knirrscbens uach , soiiderii drfickl lili' 
nehr eine bestimmte Voratellung; dabei aus. Die Grandbedentuagikr 
Wurzel in, *D u. s. w. zelgt sicb audi bier. Das Br e eh en, Z•^ 
relsseu OnpX Stosseu (rrip) Ist in diesem Stamme ala ein Qati- 
achen, Reissen d. L ala ein beftlgea an einander Reibe% 
ein Malmen (Mahlen) und Zermalmen anfgpefasst. Vgl. \d^ relbe# 
und ^^ nagen, t ^-^ f. o. zuaanmenbalten. Daher steht W 

Stamm im arab. ^'v^ aucb vom Reiben durch Fetlen; von der Aof- 
reibung und Auflosung durcb Feuer, brennen, verbrennei;, 
ferner von dem Abreiben, Abstossen und Ausgehn der Haare; aodun 
aucb, wie im Hebr., von dem Zusammendriicken und Reiben 
der Zahne, wodurch allerdings ein gepresster Ton hervorgebracht 
wird, deu wir im Deutschen durch knarren, knurren, knirrscbea 
bezeicbnen. Aber der Tou ist aucb in diesen deutschen Wortem etwas 
Abgeleitetes. Deun z. B. von knirrschen hat zerknirrschen 
noch ganz die erste Bedeutung, wie zerschellen d. i. zerspalten, 
zerscbmettern , neben schellen und sc hall en erhalten. Ebenso 
gehen aucb die iibrigen Verba nicbt vom Sclialle, von der Nachahmaoi^ 
einea t5nenden Korpers, sondem von einer bestimmten Vorstelhng 



1) duMk WMerlMtamg dei eMm lidikalf . lit 

ij ADsehaaiug aus, und shid nur dadurch , so gat als das hebi^. pvi^ 
iweitern Uebertragungen fabig geworden. Vgl. kopt. khrig frender. 

jnn von der Wurzel in = VI, 13, durcbbohren, feiiidlich 
idtodtlich auf Jemand eindringeo, daher zuweilen mit 7 

• 

wtruict 2 Sam. 3, 30. Job 5, 2. Das kopt. gareg^ insidiari, ist 
ins derselbe Stamm uud Ins Aeg. aufgeiiommeii. Gewohulich stebt 
'imHebr. mit dem Accus. Jemanden durcbbohren, morden, 
irgeo, wie das wurzelhaft verwandte <^y^ durcbbohreo, ver- 
itien, \s;yD mit dem Speer durchbohren, 4>^ id. BUt dem 
ntscbeo w 11 r gen, was fif^^en. vergleicht , Iiat es keino Yerwandt- 
ksft, sumal das g darin mit zur Wurzel gebort Wurgen, um dies 
dlaofig zu bemerken, sebeist namlich nor eine Nebenform von 
rechen, goth. brikim^ fr^y-i^ frae-ttHm^ Daher auch Wrak die 
riunmer eines gescbeiterten ScbiSs. Vgl. gotb. vrikan, stosaen, 
riben^ tracbteu. Auch urgere drangen, driicken, gehort viel« 
icht liieher. Mbd. toark = der Brecher, £lnbrecher, daher Rauber. 
M r in brechen, Wrak u. s. w. ist in wiirgen, wfe 5fters 
IT versetzt. 

pny von der Wurzel ly = "Ip trennen, durchbrechen, 

hherlm Avak ^1^ durchgeben, weggehen, fliehen; In 
Mr. aher hat es fast ganz die Bedeutung des verwandten py] n&m^ 
eh brechen = beissen, nagen. Job 30, 3: sie nagen die 
Tustey d. i. wie wir sagen: sie nagen am Hungertucbe. 
ton ubertragen nennt Job 30, 17 die Schmerzen seine unaufhorlichen 
ager, Beisser. Fiir die Grundbedeutung vgl. athiop. ^/^^l 
*ennen = bloss, nackt sein, wie my. C7C4^r sich trennen 
:zuriickziehn, imStich lassen u. s. w. 

?n\? von der Wui-zel iy = 13 und nicht "Sp, wie Gesen. will: 

ennen, scheiden, sondern, daher disponere^ auseinander- 
ellen, ordnen, reihen, richten, aufrichten, aufstellen 
8. w. Weil die Wurzel ghur ist, so kann sie natiirlieh nicht, wie 
am. will, mit dem deutschen Reihe, richten, regere u. s. w. 
rwandt sein. Dieselbe Uebertragung findet sich aber in dem ver- 
ladtea scheeren (=xfit9£tv), scheiden, theileu. S-char, 



112 a lIiirteiiTer4opp6lte PerMilt 

Abtheilnng;. Ahd. aeerjan ordnen, schirren, surecht mftchen il8.w< 
Verwandt nach Wnrzel und Bedeutung ist im Hebraischen 

jny von iy = i:i, 13 u. 8. w. richten, aufrichten, wie 

"^y, daher nach etwas sich strecken, dann allgemeiner: 
trachten, streben, verlang;en mit 7^ oder 7M konstrairt. Dai 
arab. 1,1^ bedeutet 1) aufstreben, steigen auf eine Treppe, 

daher 2) hinken, d. i. auf ebner Erde steigen, oder so gehen, ab 
ob man eine Treppe hinanf oder herabsteigt and zwar In der Art, da« 
man nicht von einer Stufe auf die andre tritt, ohne auf einer jeden 
beide Fiisse nach einander niederznsetzen , wodurch der Kdrper, fii- 
dem man zngleich den nachfolgenden Pass raacher anzieht and nieder- 
aetzt, als den voraasschreitenden , eine dem Hinken ahnliche Bewe- 
gang; macht and sich immer mehr anf die eine als auf die andre Seite 
neigt Die Uebertragung ist also sehr treffend. Vgl. seandere stei- 
gen and (nca^ctv hinken. 

' mIV von der Wurzel *)y , indem von dem verdoppelten gh blosi 

der Hauch geblieben, bedeutet wie Tiy trennen, wegnehmei, 
daher 1) Pi. und Hif. aufdecken, entblossen. 2) ein Gefitf 
bloss d. i. leer machen = ausgiessen, ausschiitten. Hitp. 
sich ergiessen, sich ausbrelten, bildlich i/;. 37, S5. Wnraet 
haft verwandt m hiermit der Stamm 

yn^ Caus :i'Tl gebildet) abschneiden, wegnehmen, z.& 

den Bart scheeren = xstpsiv. dann iiberhaupt' wegnehmen, 
verringern, schmalern, von einer Sache etwas abziehn. BDt 
S< zu sich einziehn, Job 15, 8. 

rrnj von der Wurzel Tl, bedeutet urspriinglich nicht rauh 

sein, wie Gesen. annimmt, sondem wie die verwandten Stamme: 
trennen, spalten, durchbrechen, daher Pi. losmachen, 
anfregen, bes. Streit. Sprw. 15, 18. Hitp. sich aufregen, er- 
eifern, daher anch had em, streiten mit Jemand. Das Subst 
]t^ Kehle, ist ebenfalis nicht, wie Gesen. vermuthet, vom rauh en 
Tone benannt, sondem bedeutet einfach Spalt, Hdhlung, daher 
Kehle, Luftrohre. Vgl. %p. 5, 10: ein offnes Grab ist ihre 
Kehle. Vgl. im Deutschen Kehle = jfti/ii, pers. y)S gulu and ghh 



1) dnreh Wiederholung def ersten RadikRln. 113 

III Schland, mit dem Nd. Kuhle, Loch, Gnibe, wie rumen und 
rima. Die von Gesen. citirte Stelle, i|;* 69, 4, sap;t nichts weniger, 
lb dass die Kehle vom Rauhsein benannt sein sollte : denn *in2 Ist 
Part Nif. von Tin vergluhen, verdorren, wfe i/-. 102, 4. >,Er- 
■ittet bio ich durch mein Rufen, ausgetrocknet ist meine Kehle/' 
Vielmefar, wo es sonst heisst, mit oder ans der Kehle riifen, 
kat ea immer den Sinn, mit lanter, vollcr Stimme reden. 
TgL Jes. 58, 1 i|;. 115, 7. 149, 6. — Aehnliche Uebertragungen finden 
ikh in dem Stamme Ti:i spalten, scheiden, trennen, daher 
1) wegnehmen, wegraffen, Hab. 1, 15. Sprw. 27, 7, wie das 
anb. ^. 2) Trennen, scheiden, daher sagen, wie das deut- 
iche sagen mit secare verwandt ist; amhar. H\^H\j^l id. Poal 
zersagt werden. 1 Kon. 7, 9. Endlich 3) bedeutet spalten, 
trennen auch: mit den Zahnen zermalmen, daher n*^:i a) das 
Kleingemachte, Zermalmte, Gekaute, daher das Ge- 
fressene, der Frass. So erklart sich die Redensart: ma n Sw 
das Gekaute heraufkommen lassen, heraufbringen, d. i. 
wiederkauen. Lev. 11, 3 — 6. Dent. 14, 6, 7. EinmnI lieisst es 
nek Ta rru Lev. 11, 7, das Gekaute kauen, also noch einmal 
bien= wiederkauen. b) Das Kleingemachte, Getre'nnte 
belcitet dann auch das Stiick, das Einzelne, daher das Korn 
abUeiner Kdrper; dann auch ein kleines Gewicht, der 20ste Theil 
does Sekels, wie Gran von granum = Korn. Ebenso erklart sich 
im das Kleine, Einzelne, Stiickchen, daher Beere, Jes. 17,6. 
Femer Prti?T3 faAces^ elg. die Spalten, Locher, d. i. Luft- und 
8peiser5hre, daher allgemein: Schlund, Hals, und zwar immer die 
inssenseite des Halses, wahrend ]tia gewohnlfch die Kehle, aber 

ies. 3, 16 auch den aussern Hals und zwar den Yorderlials be- 

s ^ 
zekhnet Vgl. ^Loch, Ho hie. Belde Bedentungen spielen leicht 



•> 



ioeinander liber, sowie selhst *1K;j!{ Hals von Tilt ursprunglich eben- 
fillsSpalt, Kluft, Oeffnung bedeutet; Yg\. fau-ees mit ^av-vog 
^espalten, klaffend, deutsch gahnen, daher Schlund, Kehle. 
9ifra= Kehle und Hals. — Ge.^m. lasst die ganze Reihe der Wor- 
ter von TO aus einem Naturlaute, der dem deutschen gurgein, 
s-c barren u. 8. w. entsprcrhen soil, nicht ohne grosse Verworrenhelt 
md Willkdr sich entwickeln. Dietiurgel ist ftber auch im Deutschen 

Xeier's iMbr. Wiirielw6rterbuch. ^ 



114 il. HinieiiTerdoppeiU Parfekia 

nicht vom Gurgeln benannt, so wenig als der Kopf von Kopfei 
die Nase vom Naseln und Niesen, oder die Klappe v« 
Klappern; vielmehr zeig;t noeh das lat. j^r^^^ Tiefe, Abg^rm 
(vgl. Skr. gri hinabschlucken) die nrsprangliche Bedeutnng A 
verdoppelten Wurzel Id gurgulio^ Luflrdhre, Gurgel, iaiind. imm 
kuerkwr. Abgeleitet ist sodann die Bedeutang: Kehltdne hervo 
briogen, girren, im Skr. allgemein gri ejnen To» von sic 
geben, 717^1^9 tonen, singen, reden; garrire plauderi 
sehwatzen; sodann specieller die malerischen Verdopplungen ^ J 
gargarizare^ ya^a^i^co gurgeln. Das Gurgeln ist aosserdem doc 
nicht das Hauptgeschaft der Kehle, so dass man kaum begreift, wl 
man sie danach mdglicherweise nur hat benannt sein lassen. 

^in^ von der Wurzel IK = in, ID trennen, spalten 

daher auseinander briugen, weitmachen, ausdehnen. Verg 
^f IV. ausdehnen, diinn, mager machen. TIM trennea 
aussonderB) verwerfen, verwunschen, verfluchen. Di 
Bedentnng der Wiirzel iat hierin siehtbar. *7pM ausgedehnts 
lang, von Raum und Zeit^ n^1*1M Ausdebnung, Ausbreitnt 
ttber eine Sache, daher Ueberdeekung, Verb and oder Hail 
pf laster auf eine Wunde. Jer. 8, 22. 30, 17. 3S, 6. Dann nbc 
tragen: Heilung, Heil. Jes. 58, 8. Wvrzelhaft verwandt I 
der Stamm 

jHi^ ziisammenbieffen, daher flechten und webe 

Mit dem deutschen re gen und regere, vfie Gesen. will, kann er nic 
die mindeste Verwandtscbaft haben , da *1M und nicht T) die War) 
ist. Zu vgl. ist a^eiv zusammenbiegen, festverbinden. Abgeleit 
von diesem Stamme mit Uebergang von :i in list aber 2*^^ ve 
binden, ankniipfeH, vgl. v^^| binden, nodwn adatrmgere^ d 
her iibertragen: mit Jemand anbinden, sich an Jemand macbc 
mit 7 oder 7y construirt: es auf ihn absehn, auf ihn lauer 
daher n^ die Lauer, Versteck, Hinterhalt, Job 37,8, u 
das Lauern aelbat. Job 38, 40, wie 2*nM Nachstellung, Lis 
Kuiff, Jer. 0, 7. Im Arab, bedentet der venvandte altere Stan 
^y\ Zwietraebt ausbreiteii, U. Zwist erregen. Das Subi 



1) darek WiederMMif det erftten Andikalt. lift 

nt bedevtet uicht^ wie Oeaen. a. A. linnehMeii) Gitldr, ifttwas 
etzformigesy ein opus reticulatum^ sondern urprunglich etwas 
igeschlossenes, Verachluss, daher Schlease (von schlies- 
si) und zwar der Verscliluss der Oeffnungen am Himmelsg^ewdlbe, 
n denen nach einer kindlichen Anschauung der Regen tierabgelasaen 
wde. Gen. 7, 11. 8, 2. 2 Kon. 7, 2, 19. Jes. 24, 18. fiedeutete das 
ITorC speeiell ein netzrormiges Flechtwerk, ein Gitter, so hatte es 
ohl nicht, wIe es ip. 78, 23 heisst, auf die Thore des Rimmels, 
ie den Regen zuruekhalten , iibertrageB werden konnen. Weil es 
ker allgemeiner: Versehluss, Schteuse, Versehlag beden- 
it, so wurde es weiter geliraneht fiir Taubensehlag, Jes. 66, 8, 
ijfiir Fensterversehlag, Fenster. Da diese aber nicht durch 
las, sondern durch Gitterwerk verschlossen waren, so ist das 
fort in diesem Sinn allerdings aach soviel, als Gi tterfenster, 
itter, wodurch zngleich der Ranch, weil man noch keine Schorn- 
doe hatte, seinen Abzug nehmen konnte. Hos. 13, 3. 

n^^( von der Wurzel IM trenneny scheiden, daher sich 

•hin w^ndea, richtea (vgl. ^H ausdebnen)^ wandera^ 
rtilelti. (TM Wendung) Ri<^htiing, daher poetiscb Weg^ 
*fii nrriK Ist von demselben Stamaie ab2iilelton4 wonach ei 
Ivdinga das Abgemcssene, eine Portion fisseit, bezelehnen 
Me. Ailein besser fasst man es gans wftrtKch entweder als etwai 
igericfatctes) ein Gerieht, wie Sprw. 13) 17: ftbeaser ein G6< 
kt Kraut, inden Liebe dabei Ist 5 ab ein Mastocbse atiter Haas^^ 
erriehtfger wMilaladasZuraicliende, Aasrelekende, 4aher 
itorhalt, Spelsebodarf) wIe Jer* 40^ 5. 52, 64. 2 Kdn. iS, 8O4 
Me B«de«tuog konnte dana lelcbt apecleller als Portion, Oe-* 
^hl gcCust werden. ^ rtrniit dts Fea*. als Neutr. vMi Part, be-' 
Mat woM alcbt cvifftcbst das Wanderade^ sondern daa slob 
isdahaende) d« I. das slob aneinander Relbende, dahar 
r Relsezug, pers. KaraTaae, ^U\9 (arab. ^f^«JLJ) vef 
■dt mit dem pers. 8.^^= Kreis, corona, Kranz, daherca^erra 
nimm. Ygl. das ar.T IXili eig. Versammlnng, Za.«mn.en. 
haaruag, daher Kararaire. JJJ coUegie. IT. congt^atit 

8» 



116 II. Uintenverdoppelte PerfekU 



n iN von der Wurzel ij< 1) weg^nehmen, abpfliickeD, 

Uernpf en. Hohel. 5, 1. i/'. 80, 13. Daher nN und nni? Lowe, eig. 

Ranbthier, wie noch im Aethiop. AC^! Raubthier, schad- 
liclies Thier uberhaupt bedeutet. Vgl. Aar Raubvogel und at^ar. 
2) zusammenraff en, zusam m enb ring^en, verbinden, wie 

das verwandte :ilt>(. Vgl. ^%| anbinden. II. festmachen, bes. 
das Vieh im Stalle anbinden. Daber pit>( etwas Festgemachtes, 
Zusammengefuo;tes = Hasten, Lade, wie area von arcftt 
einschliessen , daher aueh abhalten, vgl. arx, Ebenso bedeutet 
nviNt urspriiiiglich wohl Z u s a m m e n f ii g u n g, V e r z a u m u n g, Flecht- 
werk , H ii r d e 5 daher K r i p p e , prac-sepe , sodann aueh wie prae- 
sepe Stall, 2 Chron. 32, 28; Gesen, liisst dieKrippe sehr unbestimmt 
vora Abfressen benannt sein. — Nicht von dieser Wurzel abzu- 
leiten ist das Subst. hi^lH oder h^Tt. Ez. 43, 15, welches dci 
Heerd am Brandopferaltare bezeichnet: es ist vielmehr als Ver- 
dopplung der Wurzel n«, statt n«1«, was sich in !?^?■^l< durch Dii- 
similation erweieht hat, am wahrscheiniiehsten zu fassen und bedeutet 
nach den Wurzellauten TIN, ^r\ trennen, durchbrechen, daher 
als Subst. Dutch bruch, Vertiefung und zwar die Vertiefun; 
des Altars, welche den eigentlichen Heerd, den Rost oder dai 
Feuerbecken bildete. Ebenso bedeutet im Arab. \^^ focu8^ cip. 
Vertiefung, Hohlung. Der Uebergang voq r in Mn demselben Worte 
ist aber gerade so, wie in Marmel, statt Marmor, Gnrgel, statt 
Gurgur, murmeln, engl. murmur ^ lat. murmur are u. s. w. Die 
gewohnliche Erklarung Feuer oder BergGottes kann schon desa- 
halb nicht die richtige sein, well nnr ein bestimmteir Theil des Altan 
damit bezeichnet sein soil. Ausserdem ware die Uebeitragung doci 
sehr sonderbar. Die Sehreibart WlN im Ketib macht es wahrscheln 
lich , dass ^ in t iibergegangen und man aueh h^VC^ gesprochen babe 
wie D^^D = ^p_ Fluchtling. Fiir die Bedeutung des Stammes is 
noch zu vergleichen gj^ fovea effossa. 

^Vj nicht von der Wurzel "TjDl weich sein, wie Gesen. u. A 

annehmen, sondern vonT = *tD. Vgl. vi)^I suhstitit locoj eig. sie 
trennen = wenden , hinbiegen oder hiniehnen. Das Subst "^i;] 



1) durch WiederholuBg des ertten Radikals. 117 

Meutet dalicr das Getrennte = Ab^^ewandte, Gebogene, 
ivgl. "^pa iimgeben) Gewolbte, daher die Lende, wie diesc 
Im Deutschen mit der Wui*zel lehnen, goth. hlinan =^ xXtv6tv 
vemandt ist uiid Biegiino;, Wolbiinp;, Erlioliun^ bedeutet, wieHiifte 
das Erhabeiie. (Viellcicht p^ehort aiicli r/i/nt^ Hin terbacken zu 
flinare; doch im Skr. entspricht qi'dni^ femur. ^ O'^irp ist eig. die 
Hufte Oder Obf^rhiifte am Ende des Kiickgrats; '^\ die darauf 
folgrnde sich \^dlbeiide Fleischmasse, bei Thiereii die Keule ge- 
nannt, vgl. Ilohel. 7, 2: deiner Leiideu Wolbungeii sind wie 
Halsgeschm eide u. s. w. Vgl. Ex. 28, 42. Uebertrageii bezeich- 
net das Wort sodaiin die Seite iind zvvar nach der allgemeiiien Be- 
deutung: Biegung, Wenduiig, Ex.40, 22,24, in welchem Sinn 
aber weit haufiger n^T vorkomnit, Gen. 49, 13, das niemals von der 
Hufte, sondern nur von den Seiten eines Dings, eines Haqses n. s. w- 
attlit and zwar meist im Dnal D^n3T, ubertragen dann von seitab- 
Kegenden, fernen Gegenden. Jes. 14, 13. Zn vergleiclien ist die 
Wurzel T iu f.|j. das Getrennte, Andere, daher Uintere, 
wieTlin iriK, und uaher fiir die Bedeutuug von 7p^^ Jie e>g« Wurzel 
tt .. 09 co,vae, 

TT)^ von der Wurzel T = "in nnd nicht 'pp')^ >^ie Gesen. au- 

WBiDt, bedeutet 1) ausscheiden, ausstossen, answer fen, 

'aher vom Answnrf des Speichels, speien, spue ken. 2J Steht 

<» ** ^ 
es vum Ausstossen nnd Ansbrechen des Laubes, ijsk sprossen, 

Srunen, Laub treiben; wurzel verwandt mit il^« fronduit ar- 
kr. Daher pT das erste frische Griin, der erste Spross der 
Baame und Felder. An die Bedeutung des Hellgriinen scliliesst 
sich sodann die des Gelben, daher bedeutet es im Aethiop. Gold, 
(DC4>.' wie p'^'py,y I/;- 68, 14, vom grii ngelbliche n Goldes- 
schimmer stelit. Vgl. im Skr. Iilranja das Gri'inliche, daher das 
Gold, yit^vatoQ. harita griin, pers. 4>.v id. y. das Gold. Das 
Deutsche griin bedeutet ebenfalLs ursprLinglieh irisch gewachsen 
Bod ist verwandt mit Gras, ertscere^ gross, Nd. yrdt^ cig. ge- 
wachsen u. 8. w. Nach Wurzel und Bedeutung ist mit pT verw. 
«>^. 1. XL roth sein, II. bliihen. j%« Bliithe, Hose u. s. w. 



Ge$e$i^ lu Xn uellu|yl^l fijir die, ohea eotwick^ltea 9wei BiMJ^tmm 
ijvi«4er a^wei veirschiede ne Stamme an, 

y!T S^^^ ebenfatis nicht von jn <^us, wie Geaen. will, sonden 

von T und bedeutet 1) sich trennen, zuruckwenden, diher 
aich entsetzen, zittern. Jes. 15^ 4, wo zugleich ein Wortspid: ' 
^darob kreischen die Helden Moabs^ tndem seine Seele ibm kret 
set; oder: sie kuirrschen — indem zerknirrscht fst a. 8.W. 
Uebertragen bedeutet es 2) sich entsetzen = unwillig^ sein Sber 
etwas, es sehlecht finden, missbilligen. Gen. 21, II. Im Anki 
bedeutet diesei* Stamm cj. sich trennen = sich zurackhalteiy 
sich enthalten, enthaltsam sein. Daher c%. EntbaltsaiolLeit 
und religiose Scheu, Gottesfurcht. Dieselbe Bedeutuug hat in 
Hebr. der abgeschwachtei'e Stain m 

i^n^ von der Witrzel T *=^ in »• s- w. sieh IrenneD, »•• 

riickbeben vor Jemand, dalter fiirchten, stch fnrchten. Vgl 
c^ furchtsam sein; dann.auch im reKgios^ii Sinn^ d*. i tm 
der Anerkennung des £tnen, Absoluten, wodurch der Mensch riAt 
knechtisch, furchtsam und feig, sondern mit unendlicher Macht tich 
gehoben fiililt, indem er die gottliche Kraft und Freiheit als diesci- 
nlge weiss. Diese Bedeutung hat im Gegensatze zu alier Natur- 
religion die Gottesfurcht auf alttestaaientlichem Standpunkte* Bkt 
apticht der Mensch: Gott ist meine Starke! u. a. w. Im Arak 
bedeutet der aktive Stamm |j« trenneii =^ hemmen, abhftlten.-^ 
IWr Stamm HT kommt im Uebr. v^ahrscheinlicli nicht vor. Jes. 44. i 
wii:d richtiger nrn = yi1, yjn bebea als Stamm augeMOUMsea. Mtf^ 
Uch wajre sonat dieseJJbe Bedeutung iu :^%« mmltum sffknufii p«iNa 

Mr trennen, loslassen, daher werfen, streuen, wie dtf 

verwandte mt), sodanu ausbreiten, ein Fundament legen.. Bif» 
bedeutet unter auderu auch die Hand ausbreiten, aa8Strecke% 
d. i. auf £twas welsen, zeigen, daher anzeigen und unter* 
weisen. 

rrr find&t sich nur In dem Subst. m^ Mo n d. Aeth. iDOi "• 
Ifonat, Zeit. Nach Maurer, dem Gesen. belstimmt, fst der StaoNP 







1) dank WMerMug det InriteB Badikalt. 119 

hstfliit pn^ verwrnndt in der Bedeutung^ S^iin, gelbgriin sein. 
iDein auf die welsse, bleiche Parbe des Mondes passt die Ueber- 
ipiDg; keiueswega. Von etwaa Goldfarbigem , von der Sonne konnte 
8 eher acbon geaagt werden. Im Arab, wird das Wort auch gradezu 
OS der dunkeln Farbe gebraucht: ^'j %l fuscusj daher auch die 
rue, ausgebrannte Aache; das Fem. ^l3\tt die Graue, daher 
ie Wdlfln; (oder etwa vom Skr. vrikay Zend, veroka^ Wolf, pars. 

3 Der entsprechende arab. Stamm ^^^ hat noch die erste 
iedeutung der Wurzel T f= HI erbalten: durchbrochen, auf- 
erieben, diinn sein; so steht es vom feingemahlnen Mehle. 
'. eig. sich anflosen, zergekn, und zwar durch Wasser, daher 
M der Erde: nass sein, triefen. Danach bedentet nn^ durch- 
rochen, offen, daher hell, glanzend sein, und das Part. 
T der Glanzende, Weisse, wie das dichterische n^7 fur 
Imid. Vgl. das wnrzelhaft verw. niM Llcht «lj \L sprfifaend und 
Ifthend, ^%« ignem emiait ignitabulum ; accensus fuit ignis \ und 

© ^ ^ 

if die Uebertragung l^J weiss, weisslich sein, dalier ^ 
er Hond, J^iLsD der Helle = der Neumond. Lu-na uud 
khMn a. a. 

%. to. 

An die Wurzel ^p, 1^, T! u. s. w. , die Im Allgemeinen ein 
'reiinen, Durchbrechen, Dnrchbohren bezeichnet, sclilies- 
ei aich e^, ^, E3p u. s. w., die zwar von einer ahnliehen Vorstel- 
Mg auagehen , im Allgemeiaen aber mehr ein scharfes, schnei* 
esdea Trennen, ein Ab- oder Einschneiden ausdriicken. 

nSSjp Cao» pB^ erweicht) von der Wurzel B^ scheiden, tren- 
n, festmachen, vgL mS fest drehen, dann allgemelner feat, 
lit nachen = hart sein, daher Hif. Jemanden hart behandeln, 
»b89, 16; dann auch hart machen = verharten, wie L*J» IV. 
M. is, 17. Verwandt 1st der hinten mehr erweichte Stamm Httfp. 

HE^p O acbelden, trennen = absperr en, festmachen = 
1st aefVy daher schwierig, schwcr, hart sein. 2) Fest- 



120 II. Uintenverdoppelie Porfekta 

maclieii == zusummendrehu, ^Ji tarsit ftmem, daher nsfpQ 
etwas Gedrehtes, Gekrauseltes von Haaren, LockenwerL 
Jes. 3, 24. Welter iibertrageii bedeutet sodaiiii nt^Q etwas 6e- 
drelites, gewuiidene Arbeit = Gedreehseltea. Gesenm 
iiinimt zwei Stamme fin* diese Bedeutungen an und kommt ebenso irrig 
von der Bedeutung^ des Abg^esclialten auf die des Gedrehteii 
Die Uebertragun*!^ tst vielmehr dieselbe wie im Deutsehen dreliei 
= drecliseln. 

fc^K^p = HB^ von der Wurzel B^ iu der aboelelteteu Bedea- 
tuiig; hart sein, wie der entsprechende Stamm Lnm? = ^o iutw 
fait, Daher MtS^ PI- D^lf(C^p. Gurkeu, von der Harte benaont 
Num. 11, 5. Arab. 5iUci> cucumis^ iithiop. <l>^flJP^; chald. ^tOp, TC^ 
wandt mit JJ3 vulgaris cueiimis flavo colore. Ferner im jemaneML 

Dialekt ^JLU (statt jUJi = ^jJikh oder .^iii. Der Nm 
crinnert an das skr. karc'ura Gurke, und konute, da die Heimith 
der Gurken Indien sein soil, eine Umbiidung desselben mit AnnaheroBf 
an eine semit. Etymologic sein. (Ttxu-g, kopt. tighe ist ^^ versetit 

n^p von der Wurzel yp^ kommt nur in dem Substantiv r^ 

vor, Jes. 28, 25 f., das nach den LXX., Vulgata und Rabbinea 
S c h >v a r z k ii m ni e I , niyella , ^eXdvx^iov bedeutot , dessen Samei 
als hilufiges Gewijrz an Speisen gebraucht wurde. Genauer ist es aber 
wohl Dill, entsprecliend dem arab. ^y^ = H!^. Kopt. ghoscheu. 
Das Gewaclis ist nicht vom Einstreuen (^y^O, wie Gesen. meiat, 

benannt, sondeni bed. entweder das Gespaltene, d. i. das Yer* 
zweigte, Vielastige und Struppige, oder bestimmter das Aos- 
gebreitete, Aufstarrende, Aufschiessende, welche Bedea- 
tung durcli das Arab, bestatigt wird und fiir das Gewachs vortrefflidi 
passt. Vgl. ^y^ anethum silv., Dill, {^y^ IV. hervorrageO) 
hoch sein. Der Dill heisst auch bei uns in manehen Gegendea 
Hoch kraut. Vgl. -Ji sicli ausbreiten, hoch sein. V. In ramfii 
multos se diffudit planta. Der Kiimmel ist viel kleiner, als der DilL 

y]^p C^tatt p2tp) schneiden, abschueiden, dahcr untei 
auderm auch nj^l^ltp, cassia^ das Abgeschalte, Abgescbabte. 



1) durch Wie4erholuDg des eriten Radikait. 121 

Uer (lie bekannte, zimmtahnliche, aromatische Rinde 
tlues Baiims. t(;« 45, 9. Sie heisst auch mit einem verwandten 
Ntmen TTp^. Ex. 30, 24. Verwandt ist ferner 

nSD abschneideii, dalier 1) beendigen, n^, Hi^iJ, 1!q5 

Abscbnitt, Ende. 2) Schelden, entscheiden, daher p!{j^ eig. 
Eotscheidang;, Herrschaft, daher Herrscher, Richter. 
S)Ein Ende machen, verrichten. Hab. 2, 10. mp anzun- 
Jen, entziinden ist schon erklart S. 29. 

rWD an. Xsy. Deut. 32, 15, von der Wurzel ftf3, (verwandt mit 

niElp und nsty) hart= stark, daher audi fett, feist sein: do 
wirdest fett, dick, wurdest stark n. s. w. Unpassend leltet 
6i$en. die Bedeutung der Fettig^keit von der Bedeckung mit Fett 
ker und verg;leicht nC3 b e d e e k e n. Verwandt aber ist ansser andern 
J^ crassus, compactua fmt. U^ compacta, mult a fuit caro, 
mi ebenso e^^ densua ac spissus fuit ; >?'^ II. densa et perplexa 
fA planta -^ voll sein (von Speise). An die Bedeutung des 
Dicken, Festen schliesst sich dann die des Fetten in Uk^ hart 
•eh (vom Fleisehe); weiter abgeleitet ^^^^ fett sein. Mehr in 
'erersten Bedeutung steht noch 

nDi3 (statt "^D) abschneiden, abhauen, aushauen. Jes. 

tt, 11 If;. 80, 17. Weiter abgeleitet ist 

nOD von der Wurzel DD absehneiden = abhalten , daher PI. 

T T 

'eeken, bedeekeu, verdecken, verbergen. Nochmehrab- 
psciiliffen ist der Stamm 

fe(D3 (von der Wurzel DD) , der nur in zwei Substantiven vor- 

T T 

kommt: KM der Thron, eig. das Abgesehnittene, Abge- 
sonderte, Hervorsteheiide, daher der erhabene Sitz, der 
Ffirstenthron, Richterstuhl. Schwerlich bedeutet das Wort 
inpriinglich etwas Bedecktes, wie Gesen, will, einen Thron- 
kimmel, 1 Kon. 10, 18 if. Die Hauptsaehe ist die Erhabenheit 
it% Sitzes. Vgl. tLlfe eminentia^ nohUitas. Zu demselben Stamm 
fehort ferner KD^ Vollmpnd, eig. Abschnitt, Vollendung, 



122 n. HiotenTOTdoppeHe Perfekta 

Cvgl. n^ nnd y^ dafaer die Zeit , wo der Mond seine volktindi|; e^ 
leuchCete Seite der Erde zukehrt, das Gegentheil von tthh Ne«- 
mond, elg. Eroffnung, Anfang des Monats, der mit dem Sichl- 
barwerden des Neumonds begann. Vgl. v^Jl^ , xjIJl^ iniHnm. Toi 
der Bedeckung des Lichtes, wie Gesen, u. A. vermutheo, kann far 
Vollmond unmoglich beiiannt sein. Dies konnte nur FInsterniii 
bedeuten. Vgl. L!L^ Abschnitt, Tlieil der Nacht iZ^ Jti 
Yorder- oder Hintertheil eiiies Gegenstandes. PI. • ! 1 ^ f £». 
schnltte, daher Spur en. Die Bedeutuiig von ehn erklart sich av 
der Wurzel in, 12 trennen, spalten, daher yerdoppelt mn"^ . 
ehn spalten, sich eroffneu, aufthun, (wie 7/11) daher iHi 
•ein. Im Arab, schliesat sich daran die Bcdeutung v^JL^: erziii* 
len, elg. Jemaudem Etwas eroffnen^ etwaa Nenes T•^ 
bringen u. s, w. 

*?]]nn von der Wurzel XYl) scheiden, entsehelden, wie 

das wurzelhaft verwandte TV([), daher fest bestimmen. Dan. 9,14 
Erweichter lautet der Stamm. 

n^n statt nnn trennen, wegnehmen, wegraffen, be» 

sonders Feuerkohlen mit einer Scherbo oderSchaufel aus dem Heerlt 
raffen, zusammeuraffen, holeu. Jes. 30, 14; Sprw. 6, STs 
Holt Jemand Feuer denn in seinem Busen? u. s. w. i5,SL 
pragnant: gliihende Kohlen raffst du auf seinem Hanpft 
Zttsammen. Dalier das Subst. nnriQ ein Instrument^ unn Feno* 
kohlen aufzuraffen und fortzutragen , eig. Schaufel oderSchipp^ 
zu diesem besondern Zweck, wie das deutsche Schaufel mit schabeft 
undschieben, d. i. fortbewegen, zusammenhangt. Allgemeiner stdft 
das Verbum einmul t/;« 52, 7 in der Bedeutung raffenas greifeDy 
fassen, wie der hievon abgeleitete Stamm Fpn Cnnn == IHTO weg* 
reissen, packen. Job 9, 12. i_r^'^-^ zusammenbrlngen =^ 
rt^^ id. und naher an die Form nnn sich anschliesaend ^?^ col' 
legit; totum sumsU. Verwandt ist ferner 

7n (von der Wurzel tm) trennen = a bh alien, hen* 





men, hindern, Eiuhalt thun, daher aucb sparen, schonei* 
Wurzelhaft verwandt ist der Stamm 



1) dnieb WM«Muf 4m mUm KadiUlt. 123 

?|B^n ffnster sein, efg^. getreimt^ gesperrt, venehlossen, 

\m Lfehte abg^ehalten sein^ Hlf. dunkel nachen, verdun- 
iIb. Ygl. nOD bedeck en. Das arab. jCm^ bedeotet eig^. ^e- 
lalten. In Zwtespalt^ daber aufg^ebracht, erz&rnt seta 
•r Jemand, e. JLa p. Noeh mehr verh&rtet Ist der rednplldrte 
Nvenaut la 

ptjfn von der Wnrzel s^ trennen^ absperreni daber 

saeln, festmachen, ((Vy^^ constrhkrU fune) daher ubertra- 
i: festbalten aoJemand, ihm anhang^en, mit !) Gen. S4^ 8, 
le im arab. ^^jJUi • Paher auch Hang^ Neig^ung^, Lust habeu^ 
aas zn than, l K5n. 9, 19 and pt^ Lust. Verwandt der Wurzel 
i Bildung nach ist 

pyl von der Wurzel tn, TD, vi^^ fesseln, eng, fest »ir- 

immenziehn C= y^)} daher engmach'en, drucken, dran- 
en. Ex. 12, 33. Ez. 3, 14. Dann iibertragen: Festigkeit zeigen, 
iher soviet als unser intransftives : fest, stark sein ia vielfacber 
awendang. Hif. festmaehen, bes. die Hand an Etwas festniaclie% 
bl anfassen, wfe das wurzelhaft verwandte, vornverdoppelte 
It to erklart aicb aoch daa ehald. n^ eig. hindend, zfvlBgend, 
Rhrndtbig sein« Mit dein griech^ la^o Gx^)% ^(^}yQ u. s. w., 
• fiwen. verglelcht, kann pm durchaus keine Verwandtscbaft liabeuk 
le Grundbedeutung sieht nan deutlicber noch in dem verwandten 

pnn daher jTf} das Gespaltene, Spitze^ Staeklige, 

iber derDornstraueb. Mich. 7, 4. Vgl. Tin gespalten, spitz seiti. 
l^t^ 9ec0my acutua und ^*i>L^ aeutim uwnte. ^4X^ trennen. 
kfperreui daber uoigeben. Yerw. mitpnn ist i^MStecb^ora 
i W, tDM ^= in, sowie das arab. ^ ^l^ v. d. W- ^jtA = lOK u.a.w. 

^K^^ dieaer Stavni fiadet sich nur fai dem S«bst. Tf^ Hode, 
If.. %ij 20^ 0te Wurzel iat jedenfalts CfN == tt^ , wonach die Ab* 



ting TO* Simon, and Oeaen. vm setbst schon £allt. Zu ygt. ist z«- 
Hiat ns^ festBiaebe», gruaden, ^1 =& ^| feat, liarfr, 
anpftkt set*; ^3^^ eongmmty intMbA, #afic«}rf# C^^ms Schlicsaen 



124 II. tiinteuverdoppelte Perfekta 



" I "4 Si-* 



des Uterus)^ ^^I ^^ r^3 ^^^^^^^ l^inde; ferner. ""jftn hem- 
men, abhalten, pe^ fesseln, festmachen, anbangen = 
jCMfc^9 fS v'^ 3 danach konnte ^^^, bedeuten das Feste, Kom- 
pakte, Zusammengerollte Ogl. ijtC^ ^^"^ dieke Zwiebel), 
daher Hode. Diese Bed. bestatigt das verlangerte, verw. J "" i " n 
der junge Fotus, das Junge, daber xi^^...>^ a) das Junge 
von alien Thieren, b) iin Dual die zwei Klumpen = die beidei 
Hoden, verw. mit &juaS. Dual die Testikeln. Zu vgl. ist sodaon 
unit *?]^^( das Fern. *g^..J , das beim Weibe etwas Aehnliches be- 
zelchnen muss: das Zusammenge rollte, Geballte, daber der 
Rand der vulva^ dann auch das weibliche Beeken; Dual die 
beiden Lippen oder Seiten des Uterus. Danach scheint']^! 
urspriinglich soviet als H ii 1 1 e , Tasche, Sack, daher Hod ensacl 
bezeichnet zu baben, dem beim Weibe etwa der Uterus entsprickt 
Moglicberweise konnte auch die Uode wie Gemacbte als Zeuge- 
glied bezeichnet sein : das Festmachende, d. i. Empfang* 

uiss Bewirkende (vgl. li^m), also Zeugende, womit daiui 

g 2^ ^ 

^\ = ^fj radix ^ origo zu vgl. sein wiirde; doch liegt die andre 

Ableitung naher, zumal Xll'^^I auch noch scrotum bedeutet. 
"nOi^ Wurzel DN = DPI; vgl. noa bedecken; ^vf z«- 

sammenziehn, L,\\ contraxit se in unum, contractus fuit. Dahcf 
TpOl^ das Zusammengerollte, runde Gefass, Krug. 2 Rod. 
4, 2. An sich bed. es keineswegs Salbgefass, wie Gesen. will, 
und noch weniger staromt es von Tpo. Vgl. (jaxj>c\ Beckeu^ Nacht- 
topf, Krug. Verw. ist "nc^t^ . 

nC^n von der W. B^ trenneh. abbrechen, bes. die Rede, 

T T 

daher s c h w e i g e n , r u h e n. Ein Naturlaut ist der Stamm so weuig, 

als non. Vgl. Bhn. 

nOn von der W. on 1) sich trennen, zuriickziehn, wo- 

T T 

bin wenden, fliichten, mit 3 in Jemandes Scbutz. 2) Sich ai 
Jemaud wenden, d. i. sich ihm anschliessen, bes. an Gott 
innerlich sich anschliessen , mit 2j oder auf ihn vertrauen. Im Arab, 
hat das wurzelhaft verw. t4X^ dieselben Bedeutungen: trennen, 



1) durch Wiederholang dei ersten Radikal. 125 

wendcn, bewegen. ^cX^. zu Jemand fluchten. Noch naher 
entspricht ^^'. confistis et fretus fuit aliquo. Verwandt ist 

nSn von der W. J^n theileii, schciden. Erweichter lautet 

die Wiirzel. 

\ liM spaltcii, schciden, unterscheiden, daher sehen, 

merken, wie cer-nere. (Vgl. ^'J^ U. scharf sehen.) Dann 
steht es uamentlich von dei* prophetischen Anschauung;; |itn 
Schauung, prophet. Gesicht, d. i. ein Gedanke in der Form der 
Yorstelluiig, in sinnlicher, bildlicher Weise. Sodann ist es oft gradezii 
Orakel, Weissagung. Chald. vn Vision. Ganz falsch pnnktirt 
Gesm.^xn, — njn Scher = Weissager, Prophet, fiir das altere 
riM"), 1 Sam. 9, 9. Das Subst. ntn geht von der Grundbedeutung aus 
uod heisst eig. Spalt, Scheide, daher Mitte, dann das Mitteltheil 
zwischen den Vorderfussen, die T hie rb rust. Vgl. ^!in Mitt e. 

friEOn von der W. lon, sich trennen, abweichen, daher 

T T 

iibertragen: sich vergehn, vom Rechten abbeugen, fehlen, 
abirren, wie das arab. U^ 

mn von der Wurzel in getrennt, d. i. ungehemmt, 

**j offen, frei, daher miinter, froh, heiter sein; vgl. nnn ge- 
spalten, daher 1) spitz sein; 2) schnell, beweglich, un- 
■ts. ^ebunden. Hab. 1, S. Vgl. das wurzelhaft verw. J^^a laetus hila- 
11 risque fnit. Die Indogerm. Bezeichnungen , yrjd^ecoy gaudium u. s. w., 
iti iltGesen. vergleicht, diirften schwerlich als irgend verw. sich erwei- 
sen lassen. Vgl. Pott^ etymol. Forschungen H. S. 209 f. 

y J^ C^tatt yi^) trennen. abscinieide n , abhauen, nie- 

derhauen, zerschmettern. \gl. }f^Ji. 

n ijl wie das verw. nt!! einschnciden, durchschnelden, 

TT 

dnrchbrechen, daher rti:; Einschnitt, Durchschnitt des 
Erdreichs, worin das Wasser fliesst, Ufer. Nach Gesen. soil es 
Tom Abspiilen und Abreisscn benannt sein. Vgl. iS^ Eroffnung, da- 
der 1) Nenheit, 2) Flussufer n. s. w. Von demselhen Stamm'ist 
loch ^ das Bdckchen, Ziegenbockchen benannt und zwar nach 



tM II. HlttlenYerdoppelte Perfekte 

60$m, Tom AbreiMen und A bf res sen im FutteM, wonilt jedock 
wenig; Charakteristisehes ausg^edruckt ware, zumal die Jungtn mekr 
von der Milch der Mutter, als von Krautern leben. Da vieie Namei 
von der Wurzel n:i auf die Jungen verschiedener Thiergattungen iiber- 
tragen sind, so ist es selir wahrscheinlich, dass aucb ^J nicht grade 
etwas den jungen Ziegenbocken Elgenthiimliehes, sondem allgemefi 
Bar ein Junges bezeichnet, das dann in dieser beatlBiinten Beid#* 
hung z«r Ziege allmaMlg stehend wurde. Vgl. ^oJi hmedus. Jbl<K» 
das Junge einer Gazelle. £Jl^ das Junge von Menschea nnd This- 
reti , juvenciis. £^Jl^ ein einjahriger Bock, cj^f efn drefjahrigel j 
Pferd, Ochse, Ese! u. s. w. Diese Uebertragnngen erkl&ren sich ntim 
aus einer allgemeinern Bedeutung des Stammes, der einfach Torllegtsl 
scheiden, ansscheiden, auswerfen, daher wie das dentsdi: 
w erf en auch vom Gebaren der Thiere. "HS ist also das AnsgS* 
stossene, Ausgeworfene, dalier eine thierlsche LelbesfrncUig.-. 
foetus. Zu vergl. ist der verw. Stamm %iX^ ausschlageu^ am- 
brechen, vom Weinstock. nJl^ prodUt frt$ctu8 arboris. sd^- 
^9^3 ^^S' ^^^ Ausspringen oder Entspringen; daher aiil|^ 
siXJ^ foetus vaccae silvestris. Ebenso steht n^^ durchbreebei| 
hervorbrechen, vom Durchbruch der Geburt, von animalischsr 
und menschlicher Fmchtbarkeit, eig. werfen, gebaren. Gen. l^tfT 
und ns bedeutet anch foetus, Gen. 30, 2. Deut. 7, IS. Tbren. 2, It. 

pCJL ^®" ^^^ ^' ^V) ^ ^) ®'cl* trcnnen, fortgehsi 

fortriicken. Job 14, 18. 18, 4. Vgl. my fortschreiten. 
2) im Alter fortriicken, vorriicken^ altern. iff. 6. 8. 
erklaren sich p^nj; a) entriickt, entfernt, von der Brust eatwShai 
Jes. 28, 9. b) vorgeriickt in den Jahren, alt Femer pnj^ vorg^ 
riickt im Range, daher hochstehend, ansgezeichnet, prieb- 
tig. 8prw.8, 18 = p^n)^ prachtig, glanzend. Jes. 23, 18. Beide 
Bedentnngen vereinigt f^^Xt pl^ getrennt, d. i. los, ausge^ | 
lassen, daher freeh. i/;« 31, 19 u. sonst Vgl. ^^i^ manuiuii»m^ \ 
liber fuit. 

p^'^ voB der W. e^y = tt^ scheiden, schneldefl, dabsr 
t) betrvgen, fibervortheilen, vrie whr aacfa sagen; Jemaui 



1) doreli Wiea«rlKiUi»f d«i wt§Um aidlkali. 127 

schneiden, oder bescbEeiden, Ae daas er m karz kommt. 
1) uberh. gewaltsam and ung;erecht Jemanden behandeld, driicketi, 
iBterdriickeii. Vgl. pTD. 

piJfy scheiden, trennen, Hitp. sich entzweien, daher 
ttfeiten, hadern. Geo. 26, 20. Yerwaadt \at 

pTy schclden, trennen, den Boden durchbrechen, Pf. 
ivgraben, umackern. ijy^ J^s. 5, 2. 



nliyy Caws yfe^y erweicht) spalten, scheiden, daber bfl- 

. ien, macheu, verfertigen. Ygt. das wurselhaft verw. 32^^, ::sin 
Lripalten^ anshauen, bilden nnd viele aholiche Uebertragungen. 
Die erete Bedeutung des Stamroes zeigt sich nocb in dem Nom. pr. 
l^gespalten, d. i. sperrig, atruppig, raub, daber wie ^^| 
IkfuiuSy pilo9U8. Der Stamm ist nrspriingb'cb offenbar mit T]^ 
iemrauben, strnppigen Waldgebirge, identisch^ and danii 
tif deo Stammvater der Edomiter, als den Raubbaarigen fiber- 

I 

tngcB. Abgeleitet von nfs^y ist endlicb l^igj;^ in dem Sinn: bervor- 
Mi|en, trelben, erzeugen, von Naturprodukten , wie nfefy 
6ei.l, 11, 12. 41, 47. Job 14, 9. Daber n^V. Trieb, Spross, 

fir 9*9 

Wucksj Gewacbs, im arab. -^ ^^' ^ Graa, im Hebr. mehr die 

pteem Saamengewaebse and Felderzeugnisse. Mit herbm^ 

'ii Oeaen. vergleicbt , bat das Wort nicbt die entfernteate Verwandt- 

[Mtft, so wenfg als mit ^n^glanzen, das im Tbesaor. damit za- 

^Bfflengestellt ist Yerwandt aber ist im Arab, weiter >^jji^y KoIL 

ierbae, plantae. 

iTsjr ▼^n ^^' W. yy^ Yp^ scheiden, trennen, daher ab- 

(perren, verscbliessen. Sprw. 16, 30. Danach bed. y]f^ tig. 
Scheit, Spalt, daber Ast, Stamm, Stab u. s. w. Fernern^]( 
Itfickgrat, eig. Spalt, Spitze des Ruckens, die in den Schwanz 
laslaaft, wie das deotscbe Grat ebenfalh Spitze bedeotet. Ygl. 
Orate, Fiscbgrate u. s. w. Lev. 3, 9. Man konnte es aaeb so 
bsfeo: SpaU>.Seheide» d. i. die Mitte, als oberste Seite des 
Kickens; aber die erste Yorstellung liegt naber. Ketnenfalls aber 



128 II. Hintenverdoppelie PerfekU. 

ware das Ruckgrat nach der Harte, wie Geaen. annininit, dendich 
genug bezeichnet. 

nCOy von der W. Dy = Dn u. s. w. trennen, daher 1) weg- 

raffen, fassen, packen, wie das verw. nnn, r|ton. So stehtei 
Jes. 22, 17: er wird dich fassen mit Festigkeit. 2) Oil 
gewohnliche Bedeutung von HEOy einhiilleii, bedecken komat 
erst von der derTrennung, Abhaltung und Absperrung, dahcr 
deeken, umgeben, umhiillen, wie das wurzelhaft verwaBte 
r|Dj;, IDy u. s. w. 

my von der W. ny = 13, 13 scheiden, spalten, elii* 

dringen, vordringen; daher 1) im feindlichen Sinn eindringei. 
Job 28, 8, einrucken, Ij^ einfallen; daher ly Einhracbi 

Angriff, Kainpf , ^j^ Feind. Zef. 3, 8. 2) Die Folge des Bth 
bruehs: fremdes Gut angreifen, an sich reissen, raiibei|^ 
daher ly Ran b, Beute^ Pluuderung. Gen. 49, 27. Je8.33,SL 
Yon der Bedeutung angreifen, ergreifen kommt 3) die allgt^ 
nieinere: etwas annehmen, zu sich nehmen, besonders einei 
Schmuck aniegen, anziehn, sich schmiicken. Job 40, II 
Hos. 2, 15. Jer. 4, 30. Ez. 23, 40. Hif. mit doppeltem Aceus. Ez. 16, 11 
eig. Jemanden einen Schmuck aniegen lassen, daher schmiiekei 
Dagegen Sprw. 25, 20: liegen maohen, d. i. hinlegen, daht 
ablegen. Endlich 4) An die Bdtg.: eindringen, vordrlngei 
schUesst sich die der fortschreitendcn Zeit; daher ly. Fort 
gang, d. i. als Prap. bis zu, als Subst. die fortgehende, nicht Hi 
terbrochene Zeit, die Ewigkeit. Vgl. im Berner Dialekt: gang 
gang, bestandig, iromer. (Die Form wie gang und gabe.) Df 
Chald. bestatigt die angegebene Grundbedeutung: denn rny. bed. di 
selbst: trennen = weichen, gehen, weggehen, untel 
gehen u. s. w. Vgl. atb. UJ?J?I causat. removit. 

^ JM ctTT. Xsy, Job 40, 12, niederstiirzen, von der W. Tfl 

vgl. "nn zerbrechen, verw. mit ^in =Onn stiirzen, umstossci 
Oesen. halt "^p fiir die W. und vergleicht desshalb n^l nach grnnd 
loser VenDnthnng. 



II. dnrah WMderholmig def erstea ftadUuilf. 129 

pf^ YOD der W. HM, verwaodt mit nnM hindurchgehen, 

Ingelangen, kommen = my; daher p*>nH Gang, Dnrch- 
ing, Saulengang, wie Gallerie eig. vom deutschen wallen 
:qoellen stammt niid Gang bedeutet. £z. 41, 15, 16. 42,3,5. 
ie LXX. libers, richtig an der letzten Stella nsQiarvXoVj Yulg. par- 
nu. Vgl. ]1n^ Eingang, Ez. 40, 15. Oesen. leitet den Namen von 
f Schonheit oder Fesfigkeft der Saulen ab, indem er pny oder ^^^ 
It sein Vergleicht. Eber kdnnte man p*>nt$ einfach als Saule, 
feiler fassen, eig. das Gespaltene, einzein Stehende, 
IS dann ebenso leicht wie oroa, bes. inn Plnr. auf eine bedeckte 
inlenreihe ubertragen ware. Sonst heisst sie audi ]1ttQD Richt. 3, 23. 

nOX von der W.OH = OTI, D2 scheiden, trennen, dalier 

Krletzen, davon |10){ Yerletzung. Ex. 21, 22 f. Dann uberh. 
ifall, Schade. Gen. 42, 4. Im Arab, entspricht ganz der Staram 
Im laesU camem; U. fractura in carne^ qua oa non taediiur; 
Ki fractura non perfecla. Vgl. lift damna intuliL — JLfb fregit. 
|to id. Das kopt. oae damnum ist semitiseh. 

nt^K von der W. tt^ scheiden, trennen, absperren, daher 

Ftitaachen, grunden, HHI^ Grundfeste, Grundlage. Jer. 
% 15, wie ^t fundamentum; aber aueh nach der Grundbdtg. noch 
Ifir, die zuruckbleibt; eig. Einsehnitt. Wurzelhaft verw. ist 
nf zusammenziehn, ^^. verbinden, LiMt znsammenbringen 
*Frieden machen; ^f fest, hart sein. II. festnoachen, 
trbi n d e n. Yerwandt ist ferner 

n^ fest sein; vgl. ^j dicht, fest sein, jjj firmuSy 

USm fuUj firmo ammo et cum fiducia egit in r«, daher nni^n 
) Festigkeit, Fassung des Bewusstseins, innere Haltnng 
ri Besonnenheit, .das Gegentheil von Ucbereilung und Rath- 
^e\t. Job 5, 12: 

Er bricht die Anschlige der Schlauen, 

Oass ihre Hflnde niclitu Ueberlegtes thun, 
Fln0 Weife in ihror Schlauheit, 

Daff der Listigen Rath ttbereilt wird. 
■tiw*t htftr. WvMlw«rt«rbnch. ^ 



130 II. HiBteBT«r4oppeft« P^vfekli 

Der deutltche Parall. der Glieder 1 u. S , S i». 4 Terbuigt dto gfgebeie 
Uebersetzang. Aebnlich Job 6, 13: 

1st nicht ge«chwunden mein innerer Bcistand 
Uod die Fassung hinweggeschi^ucht vod mir? 

,>Fe8te8 HeiP* kann daa Wort nach dem Yorhergehenden und Nidh 1 

folgenden hier nicht bedeuten. Ebenso wenig Sprw. 9, 7: »er (Gotf) 

bewahrt deu Redlichen die Fassung, (Ueberlegang and Be> 

Bonnenbeit, das Gegentbeil Job 5, 12,) ist (dadarch) eiq SchiU 

far die, welche anstraflicb wandeln. Im Zosammenbaap 

bed. der Vers, dass Gott die rechte Einsicbt dem Frommen erhitt, 

wie er sie ihm verleiht und ihn dadurcb sicher durehs Leben leitet. 

Yergl. Sprw. 3, 21: „bewabre Besonnenheit und Ueber- 

legung!" Ferner Sprw. 18, 1 : 

Nach Willkiir wihlt, wer sioh aaf fich beschrilnkt, 
Jedweder Ueberleguog abgeDeigt. 

Diese Auffassung bestatigt bes. der parailele folgende Vers: 

Ein Thor hat keioe Lust an wahrer Eiasicht, 
Vielmehr an seiaea Herzens Offenbarnng. 

nng} steht wie <>y VII. im Arab. Vgl. z. B. Loqmftn. Fab. 9, sieb 
absondern = einseitig bandein: Jjb JUy^iS ^y^ ^r^\J^ 
SJImuo. Jener schleehten Sabjektivitat entspriebt 18, 2, wer D0f 
Gefallen an den Offenbarungen des eignen Herzens hat 2) An A^ 
Bdtg. der Ueberlegnng und Besonnenheit ((xcof^oorwi^]) schliefi^^ 
sich von selbst die der Geisteskraft uberhaupt und bestimmterw 
der Einsicbt und Weisbeit. Jes. 28, 29: er zeigt wunder- 
baren Rath (n^y.), grosse Weisbeit. Von Gott gesagt, kali 
n^n hier nicht mit £traM als Besonnenheit genommen werdok 
Ebenso stehen dieselben Ausdriicke zusammen Sprw. 8, 14: meiij 
ist Rath und Weisbeit. Job 11, 6: das Doppelte an Weif- 
heit. Mich. 6, 9: »doch Weisbeit ists, zu fiirchten deioei ^ 
Nam en," wie nmgekehrt die Gottesfurcht sonst als Anfang aDer ^ 
Weisbeit betrachtet wird. Job 12, 16: „er hat Macht (ty) ■■' ^ 
Weisbeit; sein ist der Irrganger und Irrefiihrer.'' Beide Aasdrocke 
stebn hier zusammen, wie Sprw. 8, 14 H)^:; und m-1^ Einsicht ■■' 
Kraft Aehnlleh iat die Beidehung Job 26, 3 : 



1) dnreh Wielerlwlo«|( det tnttn Badikalf. 131 

Wm htft da geholfen dem Kraftlofen 
Und unterstfltxt den Arm def Ohnmichtigen ? 
Wm hast da gerathen dem Unweifen 
Uod EinsJchi reichlich kundgethan? 

»b SO, 22 ist UDfltreitfg mit Stuhlm., Hirzel^ Ewald tt. A. das 
etib aUein richtie; and rns^ = HHItt^n ^n punktiren : dasTosen und 
rachen des Stormwindes. — Somit wtrd einleuchten , dasa die an 
ehren Stellen angenommene Bdtg. Heil, featea.Hetl, wie schon 
6 LXX., Sprw. % 7, aajftri^ta, Vulg. solus j libersetzen, ungehorig 
•d brig isL Zugleieh tat noch zu bemerken , dass Oesen. die Bdtg. 
teken ebenso unpaasend als gezwungen fur die Grundbdtg. hUt and 
lit i. D. Michael, die Bdtg. des Festen verwirft, obwohl sie dorch eine 
eihe verw. Stammc hinlanglich bezeugt wird. Am nachsten ist das 
Jion angefuhrte ^^Z zu vergleicben; ferner TttlfH festmachen, 
runden; 1^1 miscuitj convolvit; {S\%=^iJ^^n zusammenhrin- 
en, verblnden; barter ^jj^^ congessit; involviij cancepU. End- 
eb ieitet sicb von ntS^ durcb Wechsel Ton 71 mit 2 212^ her, fest- 
itzen, wohnen. An die Bdtg. des Festen ^^ Konkreten4ichliesst 
U dann auch in 7V^ die des Daseienden, Existirenden, da- 
Kilf^ es iiit da, es ist, verw. mit dem Skr. as = esse. Diese Bdtg., 
diie abstrakteste, kami naturllch nur eine aehr abgeleitete sein. 

nn^ von der W. n'» == nPI spalten, sebeiden, trennen, 

iher rvi\r\ eig. etwas Gepaltenes, etn Stiick Holz, ein 
tack Oder Stamm (wie y^l"), daber Knittel, Priigelstock, 
eoJe. Job 41, 21. Ygl. das entsprecbende &iauu^ Asi (der Palace) 
id Prugelatecken. 

n^ von der W. tt^ = B^ spalten, klaffen, gabnen, vgl. 

i Arab, a^.! weit sein, daber im Hebn vom Gabnen und A uf- 
lerreii dea Mauls, daber gierig sein, woven das Subtl« 
f^Gier, Heisshunger, Micb. 6, 14. Vgl. inA*f begehrend. 
erfg. Im Arab, entspriobt das vanwerdoppelfe and ebenso er- 
siehte Perf. g&^I getrennt, leer sein, von derW. e^'^SH. 
^».nt VeMrandl ist femer 

9* 



132 * II. Uintenverdoppelte PerfekU 

yt^^ getrennt, offen, frei sein, daher Hlf. los, frci 

machen, helfen, retten. Vgl. c\« trennen = abhalten. 
Daiiach gehort J^uf, das Gesen. vergleicht, einer andern Worzelan. 

J75^ von der W. |^ = ^5 y]f scheiden, trennen, daher | 

ausbreiten, hinbreitcn, hinlegen, Hlf. lagern lassen. Im 
Arab, daher A^« legen, stellen. Yerwandt ist 

p]^ ausbreiten, ausschiitten, ausgiesaen. Gen. S8,18. 

Dann ubertragen: giessen, aus anfgeldstenn Metall etwaa bildei; 
daher pl^^ gegossen, dann auch hart, feat. 

y^ Hif. hinbreiten, legen, hinstellen. Mit Ueberg«V 

von :i in D lautet der Stamm 3Jp^ stellen, hinstellen. HItp. sicii 
hinstellen, daher daste hen, stehen. Wenlger leicht leitet im 
diesen Stamm von D!U her, obwohl der Uebergang von ^ in ^ nictt 
ungewohnlich ist, aber doch nicht so haufig, als der von g In b. 

is}P sich trennen, dab. fortgehn, herausgehn; p = )11* 

yT trennen, aassondern, daher ansschwitzen, y^ 

Sch weiss. Vgl. ej^ = o<>« manavit^ fluxit aqua. Yerw. kt Mr>> 

yn^ von der W. T = in, TPl schelden, trennen, daher 

unterseheiden, sehen, erkennen, virissen. Ygl. das wnrzel- 
haft verw. ntn cemere und yi:i schelden, schneiden. eJj 
schelden, trennen, daher entfernen = zurucklegen, daoa 
iiberhaupt legen, stellen j hinstellen. \g\. \o^ reliquU ^ mks90 
fecit, I6« schelden, trennen, absperren, daher a) hem men, b) ve^ 
werfen, veracbten u. s. vir. Die Bdtg. ervirahlen, vor&lehii) 
hat yr weder Gen. 18, 19, noch Jes. 7, 16, noch sonst wo, wie ot" 
zuweilen annlmmt. Gesen. u. A. haben diesen Stamm ganz unznlasslg 
mit dem Skr. vid = videre = wissen, Nd. we ten vergllchen. Wo^ 
ter, die zwar von einer ahnlichen Yorstellnng ausgehen, aber doch m 
einer ganz verschledenen Wurzel gehoren, namlich vidj eine weidiere 
Nebenform yon fidinfindoj /lift spalten, zerthellen, daher abe^ 
ragen: spare n, sachen, sehen, rui^^; femer mit eingescfaobe* 



1) dnreb Wiederholnng des ersten Radikals. 133 

■emit desPras.: findeu, Skr. vind (vinddmi) = finden, erlaiigen. 
Die letzte Uebertragung nach Sinn und Form ware dann die des Wis- 
sens, veda = OLda, als einer geistigen Emingenschaft, eines innern 
flDdeiis nnd Erfassens. Im Indogemianisehen kann mit der Wui*zel 
T, nn? ^^ a. s. w. nur das Skr. hhad trennen, zertlie-ilen, cu- 
dare schlagen, stossen nnd entfernter die mit scheiden ver- 
wtodten Wurzeln vergiielien werden, die jedoch in 4iesen Spracben 
lb besondre Stamme aus einer gemeinsamen Wurzel bereits sicb 
aii82;epragt haben. 

Hr von der W. T 1) trenrien -=. fortwerfen. Vgl. ej. 

Terlassen. 2) Hif. Jemandeu trenneu, aussonderu, d. i. auszeich- 
ien, bervorheben, daher loben, preisen. ip, 7, 18. 30, 13. 
I) Eine Saebe bervorbeben, bemerklich macbeu, daher an- 
xeigen, verkiinden, besonders etwas von sich seibst bekannt 
lachen = bekennen, gestehn. ip. 32, 5. Aus dieser Grund- 
kedeutung ist aucb IT allein zu erklaren: trennen, aussondern, 
Uier 1) trennen, losmacben, loslassen, daher werfen, 
X.B. das Loos.* 2) Trennen = aussondern, auszeichnen, 

Uier vorziehn, lie ben. Gesen. muss zwei Stamme fiir diese 

kieotungen annehmen. 

$. II. 

Im Gegensatz zu der Grundbdtg. der Scheidung und Tren- 
■nog von der dife WW. der vorhergehenden Stamme ausgingen 
itehen folgende, die auf einen Lippeniaut (m, p, b) enden, Op, '^p, Ip 
■•s. w., denen ais erste Vorsteliung die der Zusammenziehung, 
Znsammenschliessung und Vereinigung zu Grunde liegt, 
worao sicli dann aber ebenso haufig die des gewaitsamen Zu- 
simmenpressens und dalier des ZerdrQckens u. s. w. schliesst. 

nt^p Perf. bintenverdoppelt uud erweicht aus pop, von der W. 

op, zusammenbiegen = zusammendrueken, daher zcr- 
eiben, aufidsen. Ygl. die verw. Stamme uuter 02n. Daher nop 
as Geqaatschte, Zerriebene, Zermalmte, daher das Me hi, 
relcbes ii» Deatschen ebenso vom Mai men oder Zernialmen be- 



134 U. UinteBverdoppelte PerfekU 



stoflsen =r MfiS und 



oaunt ist Ygl. i5 7 l^i i aufreibeo. y^ ^ ^ zusainneiidrackea, 

^i und ^^^ daher W^ S t a a b ; S^ KuaammeaiidM, 
zoruckzlehii, daher dea Kopf heryorheben, aufbeben. Daa Sokt 
A*t» bedeutet Waizen, urspriinglich aber wohl nfcht Mehl nal 

dann bestimmter Waizeiimehl, sondern das sich Erhebende, 
Aufstehende, daher der Halm, wie njj^'oder HD]^, und dann be- 
stimmter Wai&en. Fiir diese Ableitung spricht nocb das Aetbfcf. 
4^P^/h.r welches allgemein fur Hulsenfriichte, aas denen mu 
Mehl bereitet, gebraucht wird. Nach der Grnndbdtg. des Stamm 
waren beide, ganz verschledene Auffassungen im Hebr. und Arab, 
mdglich. Gesen. halt diesen Stamm fur eine Kompositlon aus L«jr f ett, 
und nnH markig sein; allein soiche Zusammensetzungen in semi- 
tischen Verbalstammen anzunehmeii, ist ein reines Hirngespinnst, das 
sich von fruhern mittelalterlichen Gelehrten bis in die Grammatikei 
und Wdrterbucher der neusten Zeit fortgesponnen hat Vg^. AnhaogL 

pDV von d^r W. Dy = Dp zusammengezogen, gebo- 
gen sein, vgl. X ^^ schief gehen; xa^-vo, daher {^t^ gebo* 

gen = ein gebogen, tief, daher auch weit = langsefn. Die 
Bedeiitung tief sein ist im Hebr. die herrschende; nbertragen: 
tIef = unergriirndlich, i/;. 92, 6. Daher poy. Ein bucht, Kluft 
= Thai, poy^ eingebogen, tief; ubertragen: eingebogen^ 
zusammengebogen, tiefverdeckt. i/;. 64, 7. Die erste Bdtg* 
des Stammes sieht man vielleiclit noch etwas naher in dem Adj. pgy^ 
das bestandig von der unverstandlichen Sprache der Barbaren stekt, 
aber in dieser Verbindung schwerlich tief •= dunkel bed. nfif^ ^j^ 
Jes. 33, 19. Ez. 3, 5, 6, wo es zugleich der stammelnden, schwe*.. 
ren Zuiige im Parall. entspricht. Es muss ein ahniicbes, anschaa- 
liches Bild ausdriicken und bed. offenbar nach der Grundanschauung: 
zusammengezogen, gehemmt, gesperrt, d. i. in Beziehung 
auf die Sprache soviel als stammeind, stockend und undeut- 
lich, oder nach dem Bilde: die yon gesperrter, gehemmter 
Lippe = die von stammelnder, stotternder Zunge. For 
diese Bdtg. ist das mit Dy verw. O:) in ^ und A'f^tr- gehemmt, 
unverstandlich reden, zu . verglelchen. — Nach G^aen. u. A. 



m 



m 



1) dmrek Wi«dMolnBg 4et eralea RftdikaJs. 135 

I dieser Stamin im Arab, auch ^^jm lauten nach der beliebten 
ij^theae einer Venetzung der Stammlaute, so dass die voo oy 
Mlieh Tenchiedene W. pD zu vergleichen ware. 

pOn von der W. DTI = Bp zusammenziehn = zariiek* 

ebn, zuriickweichen, Hohel. 5, 6. Hitp.: sich abwenden, 
iruckziehuy iilcht Mnmherscliweifen**, wie Oeaen. angibt: wie 
age willst da dicli ab wend en, du abtriinnigeTochter! 
itSubst. p^n ^^^' ^AB Znsammeng^ezogene, daher Gebogene, 
ewdlbte, die Wolbang, Hohel. 7, 2, die Wolbangen der Hiifte. 
eMM. nimmt Irrig circumire als Grundbdtg. an. Es bed. dies nirgends 
id ware jedenfalls eine bereita abgeleitete Vorstellung. 

3p (aua ^'^^ erweiciit) zusammenziehn, abhalten, ber- 

!B, scblrraen. Ebenso sind abzuleiten, ^33 und V^^* Vgl. 
eiter unter 2py S. 31 if. 

'^SD von der W. Fp znsammenbringen, festmachen, 

ibcr 1) sich zusammenziehn, 2) erstarren, gerinnen. 

n93 zusammenbringen, beilegen, Idschen, wie nU, 

VMiders den Zorn stillen, besanftigen, wie LL^^ ^r- t ^* - 
Ipv.Sl, 14: tiebeime Gabe stillt den Zorn, oder beugt 
hi. LXX: avoTQBnitiv. Vgl. v,A^ajL^ hemmen, abhalten. La^d 
bwenden, abziehn. Gewohnlicb fasst man es: kriimmen, 
eigen, daher bezwingen, was denselben Sinn gibt. 

nD3 eig. wohl wie Mfip sich zusammenziehn = abma- 

era und zwar vor Hunger, wie das wurzelhaft verw. ]§:), daher 
'bmachten, hinschmachten. if;« 63, 2. Das arab. ki^bed. eben- 
lb znsammengezogen, daher vom Lichte: dunkel, finster 
la. Das Skr. ham = amare kann in dieser iibertragnen Bdtg. nicht 
ihr verglichen werden; wohl aber naiiOjxa^va, Pers. ^^^ ^^- 
ioM, mancua u. s. w. 

nW von der W, ip = f]p. Die ursprungliche Bdtg. dieses 

aiBiea ist nicht, wie Gesen, meiut: drehen, sondern wie Mp 
sa»diesbrlogen, zosammeH^ziehu^ daher rnptp i^on der An- 



136 Uiiiteiiverduppelie Peifakta 

(lamiiiluiig des Wasisers, Samiuelpatz, Geu. 1, 10 und das Nit 
sich zusainmeiiziehn, sicli sammeln. Gen. 1,9. Sodaan bed. 
es im Arab. ^laTaucli Faden zusammenziehn, d. i. festmacheo 
oder zusam mendrehn, daher 1j^ et was Festes, eineSchnur, 
bes. Messsclinur, daher Richtschnur, Reg;el. Jes. 28, 10, IS. 
ip-lj5, Jes. 18,2, allgeineiner: Festigkeit, Vollkraft. Sli 
Sebne, Faser, Starke; kopt. kap, filum, chorda. So bed. auch 
Pi. r^ festhalten, iiiiierllcb Etwas erfassen, bes.: Gott erfas- 
sen und im Bewusstsein festhalten. i/;. 25, 5. 39, 8. Jes. 
40,31. Daher bed. es weiter auch warten, harren, vertrauen. 
Urverwandt mit dieser Wurzel ist Im Skr. At/, machtig sein, daher 
havi in den V^das und im Zend noch Konig, pers. ^^ Vgl. auch 

das neupers. ^.^ kav handfest, tapfer, kriegerisch. Die 
seltene Bdtg., welclie 1]^ i/'. 19, 5 hat: Ton, Klang, LXX. <p^6Yyogj 
Sym. TJxoQ erkiart sich einfach aus dem Anhalten und Aushalten des 
blossen Lautes und Schalles, ebenso wie das deutsche t5nen mit 
deb n en =• rave?, zusammenhangt. Im Griech. ist tovoq ebenfalla 
etwas Straffzusammengezogenes, eInSeil, Tau und Ton, der bes. 
beim Gesang nicht besser bezeichnet werden konnte, als dnrch die 
Vorsteilung der Ausdehnung und des Gezogenen. Vgl. Stimme mit 
stemmen, d. i. stehen machen, halten, einhalten von Stamm ==■ 
Stab. Das Sprechen dagegen wird ofters als einSchnelden und 
Brecben, namllch als ein Abbrechen der Kontinultat des Tons, d. i« 
als Artikullren bezeichnet. Die angegebene Bdtg. von ip hat aucb 
Aaa Skr. ku sonum edere J daher sin gen, be sing en, feiern, vro^ 
her kavi Sanger = Dichter. 

n33 von der W. 33 = D^, Qn = hemmen, hindern, Ein* 

halt thun, loschen, erloschen, bes. vom Feuer. YgL [Sj^ 
vom gehemmten , unter der Asche glimmenden Feuer. (S%^ = h e m- 
men, einhalten, sich legen — von der Flamme, ohne jedoch 
zu erloschen. Dies bezeichnet das verw. 4X4J& . 



nlD arab. ^cy^ von der W. in, 33 zusammenziehn, fest- 

macheu, fixireu, daher im Arab. Jemand scharf anaehn; 
sodann auch allg. stechen. ill. Jemandem mit Worteu scharf zu- 



1) dareb Wiederholuiif det erttea Radikali. 137 

sefzeo; eig. sticheln, dalier schelten, schimpfen. Die ge- 
wohnlichste Bdtg. des Stammes ist aber die der Fixirung eines Zei- 
chens durcb Steclien, Einritzen and zwar mit einem gliilienden 
hstnunente. Dalier eiiibrenneo, ein Zeichen einbrennen, 
[il^ip ein festes Brandmal, Ex. 21, 25, *>) == <^ Jes. 3, 24, eIn 

Jorch Stechen gemachtes Zeieben oder Mai, ganz wie atigmay ein- 
(ebranntes Zeichen. Die Bdtg. dea Brennena ist nicht die erste. 
Das griech. xaio) = xava ansteclien, in Brand setzen scbeint 
verwaodt. Ygi. kept, chah fiamma. 

^Dn = Mfin zasammenziehn = Ciberziebn, daher be- 



T T 



declien, verhuilen, von der W. Tp = DPI. 

ntDn = hemmen, abhalten, und MZDH ist sehon oben S. 51 



T T 

erUart 



^rOS^ zusammenziehn, zuriielKzieb'n, daher sich ver- 

kergen, versteclien, ebenso ^^H ^®° ^^^ ^' ^* Verhartet 
(httgen hat sich der wiederbolte Radilial in 

p3n V. d. W. DTI = ^p zusammenbringen, einschlies- 

Hi, z. B. Jemand in die Arme schliessen = umarmen; ferner PL 
AeHande zusammenbiegen oder schliessen, d. i. falten. Wurzel- 
i^enr. and auf dieselbe Weise iibertragen sind B^jn, "DH, SsH, |3D etc. 

nSJ V' d. W. ^ zasammengezogen = aufgehaaft, da- 

kerlioch aein, daher rt^ von derHohe der Stirn, der Dn- 
keliaartbeit des Vorderkopfs. Die allgemeinere Bdtg. der 
Holie haben ferner die Stamme HSJI Q"^ H^J* Mehr die erste 
Bclt|. hat der Stamm 

KZU zusammenbringen, ansammeln, dalier M^j Sumpf, 

Sammelplatz des Wassers, Grube, Cisterne, wie :j:i. Ygl. 
IfL sammeln, zusammenbringen. 

nUI V. d. W. U = in zasammenziehn; engr machen, da- 

herl)>ja. H^a Thai, eig. Enge, Schlucht, Hohlung. 2) Ziehen, 
Megen, daher Ij das Gebogene, der Riicken. TV^^ and 1j eig. 
Baach,daber Leib uberhaapt, Kdrper. 3) zusammenbringen, 






138 II. Hialcnverdoppelte Perfekta 

zusaminenbiegeDy wie mp und H^, daher ^ daa ZaaamBei- 
hangeade, die verbundene Masse, daa Volk, wie daaail 
1:1 verw. D3^ == D:i. Oesen. Dimmt 2 Stamme fur diese BedeataDB;eB wl 

((tDJ V. d. W. 0:1 zusammeiizielin, daher einzielm, eli« j 

aaugen, sclilurfen. Hif. zielin lassen, d. i. trinken lassei/l 
zu trinken geben. Gen. 24, 17. Pi. einziehn, hinraffen, fort- 
raffen. Job 39, 24, bei der Schilderung des gallopirenden Pferdes: 

„Mit Ratfseln und Rauschen rafft es die Erde fort,^ 

Zu matt iibersetzt man hier gewohnlich: ea schliirft den Boden. 
Das Subst. Mtjii Papyrusschilf lasat man allgemein vom Einziehi 
und EinsGhliirfen des Wassers benannt sein, eine Eigeuschaft, At j 
doch wohl alien Pflanzen zukommt und wenn auch den Sumpfgewadh 
sen in hoherem Grade, so ist sie doch zu wenig anschaulicii und u 
unbestimmt, ais dass eine besondre Scliiifart je danach hatte bezeich- 
net werden konnen. -im Skr. Iieisst zwar dicliterisch der Baum woU: 
Fusstrinker, pdda-pa = pede bibena; aber das ist doch etwM 
Anderes und nocb dazu Aligemeineres. Die einzig richtige Deutnag 
liegt sebr nahe. Mt^ii bed. das Zusammenziehende, sicb Sie- 
ge nde und Bindende. Vgl. Hia, nD:i, xa^vo u.' s. w., wie jtmcsi 
YOU jungere zusammenbinden und wie das deutsche Binse mit Band 
und Binde verwandt 1st. Im Talmud bezeichnet ^:i noch uberhanft 
Bin sen. Vornverdoppelt finden wir den Stamm Mt3a in D^ Zi- 
sammenzieliung, z. B. des Wassers, daher Sumpf, dam ^ 
auch Dickicht, davon ein neues Adj. ]lD)t{ etwas Bindendes^ 
bes. Bin sen, daher auch Seil. Job 40, 26. Wurzelverw. ist ^yif^ 
Rohr, eig. das Zusammengezogne , daher auch ein v oiler Brua* 
uen, eine sich ergiessende Regenwoike. Vgl. ^ vom Alter 

gebeugt sein u. s. w. Aehnlich sind die meisteuMamen fur Schilf ; 

o-.^ 'J 

und Binsenarten iibertragen. Vgl. JumI Binsen, worausDeckes 1 

geflochten werden. Die Grundbdtg. zeigt JlJ I firmus , radicalia fwUy 

radices egit; lULS't radix y origo^ 8tirp8 = ^y^\. Daher SJIm,! ex* 

tremitaa linguae ^ res juncea. So erkiart sich auch JumI ala Binse 

und Spitze, Dorn« J^. 11. festmachen. JJ^ Strick. VgL 

$. 143. n^lj. Fur die Papyrosstaude passte jener hebraisehe Nanet 

urn so eher, da nicht ^blos aw dea baot&bnlichen Uauten denelbea 



1) dnreh Wi6d«fM«iif dm enlMi Btdikali. 139 

ipier, sooden aach Seile, Seg^el, Siebe, Mat.ten u. dgl. 
fferdgt warden. ¥gl. m^ confungere = HO^ • Ira Arab. vgl. noeh 
le abaliche Ueberfra^ng In dem Stamme o^ O ziehn, Wasser 
■lie fan, schdpfen, 2)zu8ainmeDzleht], wegraffen, z. B. 
itter abreiasen a. a. w. Danacb bed. Uuyh etwas Zasammeoge- 
^eaea, ein dichter, verflochtener Wald, und Binaen, Schilf. 
iBZ identiach mit MIji iat daa kopt kam juneus , anmdo. Der jetzige 
ime fur die agyptiache Papymaataade iat im arab. ^(>Ij ebenfalla 
1 allgemeinea Wort nach deraelben Voratelluiig gebildet: 5o feat 
lia, eig. zusammengezogen , daher aach lialt u. a. w. Vgi. atb. 
iCOl calamus J arundo gracilis, verw. mit *!p2 biegen. 

I^V V. d. W. f]y = rp, fpj zuaammenziehn = dicht, 

Ick, voll machen = achwelleD, auftrelben, daher Trieb, 
chSaaling, Zweig dea Baamea. ip^ 104, 12, wie im ayr. ^^JJ; 
It, Zweig, Wipfel. Sodann ateht ea anch vom iippigen Wucha 
erHaare u. a. w., gewachaen, daher lang, atark aein. Wur- 
duift verw. iat !7§J{ achwellen, aufachwellen und n^y. 

nlV, V. d. W. iy zuaammenbiegen, zuaammendriiGken, 

Mvl) zerdriicken, zeratdren, wie La^, daher *>y Zertrumm- 
ntfiTriimmer. S^abbiegen, abweiehen^aichabwenden, 
•ilL Torn graden Wege, daher verkehrt bandeln; .ff)y^ daa Un- 
;rtile, Verkehrte, Unrecht, daher auch Schuld. IJilf. um wen- 
ea, omkehren, verkehren, z. B. daa Reclit. Job 33,27. Aa die 
*!%• zuaammenbiegen achlieaat aich im arab. ^li, einfach die: 
ladeo, drehen und ateht ebenfalla vom verkehrtep Thun. Vgl. 
)^ abweiehen, irren u. a. w. 

nZ}^ V. d. W. 3j;. Vgl. Hfip und mp zuaammenziehn, da* 

r dlcht, feat, dick machen == dick, fett werden. Deut 
,15. v}j2. Dichtigkeit, Dicke. 

n y* d. W. rpi = 1^, ^ zuaammenziehn = abziehn, ab- 

inden, daher 1) weqden, umwenden, z. B. die Hand, den 
ehfp tt. a. w. Hoa. 7, 8. Intr. aieh wenden, zuriiekziehn, 
ahs. ^ 78^ S. 2> eine Sache wenden == wandeln, verwandeln 



^1 



140 IL HiBtenverdoppelte Perfekta. 

in Etwas. tp. 66, 6. 105, 29; ubertragen: etwas amkekreo, f er* 
d re fall. 3) Umkehren, das Oberst zu Unterst kehren, daher gais* 
lich zerstoren. In dieaem Sinn ist *?|dn daa eigenthumlicbe'Wflit 
von der Zerstorung Sodoms und Gomorrhas durch eine ErdrevoIotiMk. 
Im Arab, schliesst sich cXLil diesem Stamme an und bedeutet: bie- 
gen, wenden, abwenden, den Plan andern; dann aach lugea 
u. 8. w. Vgl. i.M ^kx l^ im Qoran, die zeratdrten, bea^dieat] 
Sodoin und Gomorrha untergegangenen Stadte der Jordanaau. 

« 

p^ Perf. V. d. W. r|t< = rp, die umgekehrte Bildung wie imi 

verw. MSp = pdM, zusammenzielin, zuriiekziehn, daber hen 
men, zuruckhalten; Hitp. sich zuriickhalten, an sich haltj 
ten, d. i. sich bezwingen, sich Gewalt anthun oder 8i( 
fas 8 en. In dieser Bdtg. kommt das Verb, im Hebr. allein vor. 
43, 31. Jes. 42, 14. 43, 15. Im Arab. bed. ^| 1) zusammenbrii' 
gen =voll, fertig machen, daher siegen, die Entscheidm 
den Ausschlag geben. 2) Zusammenbiegen, umbiegeu = umgebei 
3) Umhiillen = verdecken, daher tauschen, liigen. 4) Ufl^ 
biegen, sich abwenden, weggehn. Intr. bedeutet ^^f zosafl* 
mengezogen = dick, voll, daher hervorragend, yorzugli( 
seiu. So erklaren sich alle abgeleiteten Bildungen dieses Si 
z. B. ^1 oder ^^f Zug, tractus^ daher Seite, Himmelsstriel 



^J^l zusammengezogen , nicht schlaff = riistig, daher a) schnel 

V ^ ^ ^m 

sein, b) von ausgezeichneter Gesinnung. kaif Umgebnng = Yor^ 



_ _ _ I 

haut u. s. w. Ebenso einfach erklaren sich die im Hebr. vorkommah' 
den Substantive. Zunachst p**St{ das Zusammengezogene, Eog^ 
gemachte, dalier i) Rohre, als etwas Dichtes, Festes. Job 40,1k 
23 Thai, eig. Engpass als eine Zusammenziehung zweier Berpi 
wie das wurzeihaft verw. pt^y. Daher auch 3) Flussbett, Jes. 8,T 
Ex. 32, 6. Dann steht es auch allgemeiner von den Betten, d. i. dca 
Kliiften und Yertiefungen des Meers, 2 Sara. 22, 16. Femerwie 
tTM und ^4>L von deu Fliissen selbst, namentlich von reissendei 
Thai- und Waldbachen. Job 6, 15. i/;* 42, 2. Aus der Grand-' 
vorstellung des Stammes erklart sich aber endlich auch 4) p^Olt vsv- 
Menschen gesagt: eig. der Zusammengezogene = Ged ran gene, 




1) dareh Wiederholang dm entan EAdikali. 141 

Faste, Starke, xg\. nip, daher uberhanpt der H e 1 d , der M&cb- 
Hpe. Job 12, 21. 41, 7. p^H odet* Hj^gM ais Stadtename bed. der 

■igebene, abgeschlossene , d. i. befestigte Ort, die Festunf^. 

Vnrzeihaft yerwaodt ist der Stamm 

priiC V. d. W. Dt< = !3b, Dp zasammenziehn = abziehn, ab- 

reiben, absehaben, daher p3M die abgeriebene, feingeriebene, 
termalmte Erde, Staub. Jes. 5, 24. Yg^. HQp Mehl, eig. Zer- 
■almtes. Ira Arab. bed. < &j| sich znriickziehn, entweichen, 
•atfliehn. V. sich zuruckhaiten, sich enthalten, wie das 
JUtf. von pOM. Gesen. halt irrig pn fiir die Wurzelsilbe. Vgl. tUi 
i^ Zerstdrung;^ Aufreibung, Untergang;. b) Staub, eig. Ab- 

ebenes, Zerriebenes. Dieselbe Wurzel stack t in ID^j was aber 
den zusammenhangenderen, groberen Staab bezeichnet. Wurzel* 

verwandt ist femer 

^O^ on* Xs/. Jes. 9, 17. Man leitet es ebenfalls gewohnlich 

(d- W. *^ her und kombinirt es desshaib ebenso irrigmit*?^^ ver- 
^rren, verwickeln, walzen, oder noch verkehrter rait *^ 
(t.d. W. ^) aufwallen, aufquillen. Richtiger vergieicht Hitzig 
3KI, fasst die Bdtg. aber gleichfalls nicht passend: walzen, auf- 
Wallen. Aehnlicli die meisten Ausleger. Nach dem Parallelismus 
fiiM das Hi^. *!pMnn nur bedeuten: sich zusammenziehn , sich zu- 
iauioiendrucken, zerdriiclien, sich aufreiben, sich auf- 
'iicn, mit der W. DH vgl. pny und {Jjy 

Denn es brenot wie Feuer die Bosheit, 
Oornen and Distein verzehrend, 
Und fie sfindet in des Waldes dichten Mafsen. 
Diff sie fich aafl6sen zu Siltilen von Raach. 

Iker Begriff der Vemichtung muss im vierten wie in dem entsprechen- 
leu zweiten Gliede hervorgehoben sein. Der Sinn ist : wie das Feuer 
lUes ergreift, niedres und hohes G«strauch, so entgeht auch dem 
feuer der Sunde (= dem im Innern des Yollis sich entwickelnden 
ITerderben) nichts, weder Tiefes noch Hohes, Geringes noch Vor- 
idimes. £szundet, es entbrennt im Dickicht des Waldes, d. L 
u der dichten Volksmasse, und so dicht sie auch ist: sie muss si^h 
mfloaen oder zerstieben wie Rauchsaulen. p:^ ist naher zu 



142 II. HinlenTerdoppelto Peifekta 

vergleichen ;^ ohne dass man mlt Hartmann (Ltkig^nist. Elnkp^. In d. A.T 
S. 76) 68 gradezo fasste: in Staub ubergehn. Ketnenfalls kl 
die Haaptsache, dasa der Dickiclit in die Ho lie gtht, sondern daisii 
aafgelost, verzehrt wird. So folg^te von selbst das Bild der Ranch' 
saule, eig. Erhdhung von Ranch. Der Dieklcht dea Waldea wiri 
in dichten, dieken Ranch sich aufldsen , iat kurz der Sinn. 

n^iC V. d. W. DM = 33 u. 8. w. Der Stamm findet sicb mi 

etnmal in dem Subst m^t^., Ez. 21, 20 nnd ym rul^M, was gewili- 
lich ikbersetzt wird: Drohung des Schwertes = das drohenlc 
Sehwert (Gesen., De Wette) oder Windung des SchwertM 
=. das gewnndene, znckende Sehwert So Ewaldj bdm 
er *^Sn vergleicbt. Aehnlicli Benary in den Berlin. Jahrbb. 1841: 
Schwenkung des Schwertes. Allein sammtliche AnfTassnigci 
sind zu matt fur jene Stelle. Es heisst dort: »daniit das Herz uf» 
fliesse und damit Viele fallen, bring ich an all ihre There das — dra* 
he nde Schwert.<< Damit ist offenbar zu wenig gesagt. Vom bloaM 
Drohen wird Niemand fallen , ebenso wenig vom Schwenken. Aid 
eine Beschreibung der Form, »das gewundene, wie der Blitz wm 
sehende Sehwert, Gen. 3, 24," passt nicht recht. Es heisst Y. 19 dai 
Todtenschwert und wird auch sonst als wiirgendes und vemicUoh 
des geschildert Etwas Aehnliches miiss das obige Wort besagfl 
Nach den Wurzelelementen bed. der Stamm einfach wie ^pstk znsil 
menziehn = abziehn, daher hinwegraffen, vernichten, veV;' 
tilgen. >,An all ihre Thore bring ich die Fortraffoif 
des Schwertes = das hinraffende, vertilgende Sehwert^ 
das nur gemacht ist zum Blitz en, gewetzt zum Sc black* 
ten.*^ Zu vgl. ist noch im Arab. ^^. untergehn, verderbei; 
femer ^n zerstoren. Auch n3l<, wie sp&ter sich zeigen wird, ht 
der Wurzel und Bedeutung nach verwandt. 

nj^C V. d. W. 3H zusammenziehn, zusammenbiegei 

«s daher Im Arab. ^ I sich zusammenziehn = zarackzielH] 
sich abwenden = verwerfen, verweigern, verabsckeusi] 
ekeln, ebenso im Aetbiop. AflPI Im Hebr. hat der Stamm del 
grade entgegengesetzten Sinn : Etwas wollen, begehres, mh* 



1) dordi Wiaderfctolang dm mlm Mdikali. 143 

ftMy daon Avch willtg sein, e\g. zosammenziehn , festmachen, 
ianerlich erfassen, begehren, wolTen, vtle daa verw. ^*7t< , D^ 
8. 37. Die Grandbdtg. macht oft so yerscbiedene Auffassungen mdg;- 
Beh viid swar nicht bios in verschiedenen Dlaleliten. Vgl. n^^. Die 
Dentnng^ bei Qe$e». 1st aehr ungeniigeiid. Aas der angegebenen Bdtg. 
erklart 9ioh jetzt anch sehr einfacb "fi^yt^ eig. der Zusammengezogene, 
Gebengte, Elende, if;. 9, 19. 40,18, dahev Diirftige. Hfilfs* 
lose, Arme, Ex. SS, 11 u. s. w. Wenn n^H, Job 9, 26, ein hebr. 
Wort ist, wie es alien Anschein hat, so lasst ea-wenlgstens eine klare 
Ableitong zu und bed.: das Sichzasammenziehende, Bieg- 
sane and Bindende, wie Hq3 Schilf, woraus man Schlffe flocht; 
n^ nl^jH. Rohrkahne = MQi "h^, Jes. 18, 2. Daher stammt auch 
njll!) statt n^^ Kasten, Papyruskasten, ^daher auch eIn leich- 
IcsNllboot Ton Rohr. Vgl. Aiihang U. 

nSfeC backen, v. d. W. ^l< = ^p eig.znsammenziehn, 

tttiaminenbrlngen CMfip) mp), daher festmachen etc. Ebenso 
i|Mzo8aninienziehD==unigeben =^*1SM umhiillen, nmziehn 
^IBp zqsammenziehn. Daher im Aethiop. A4^I Mund = n^ 
HAirztaus TT^odern^tj. eig. Zusammenziehung, Ye rs chiles- 
•iii|, daher 1) Mund, welches selbst eine ahnliche Grundbdtg. hat 
•id alcber nicht von man denken stammt. Skr. mukha = Mund. 
TgLmif, fivav verschliessen ; mu-nire abhalten, abwehren, wie 
Mnnd im Ahd. noch Schutz bedeutet Vgl. Mundel, Schutzllng. 
I) Uebertragen : der Mund oder der Verschlusiort eines Dings, z. B. 
einea Sackes oder Bmnnens, Gen. 42, 27, worain sich von selbst die 
Bdtg. des Eingangs und der Oeffnung schliesst. Allein die erste 
Bdtg. verlangen auch sonst noch mehre Stettdu; z. B. Ex. 39, 23: 
JXe Ziisamraenziehung oder Zusammenschnunlkng des Oberklelds In 
seiner Mitte sei wie die eines Panzers, mit einer Borte an dem Zu- 
aammenztehungspunkte umgeben, auf dass es bicht reisse. Ebenso 
Ex. 28, 32. Job 30, 18. Daher bed. es 3) die Einfassung, der 
Rand und ausserste Saum einer Sache, 4) eih Mass, das ein be- 
attonntes QaantiiBi umfasst; wie Fass, Gef&ss, von fassen. Vgl. 
n^ C^ tt^^ «la beattmmtes Getreldemass. Ebenso das verkiirzte 
W Maaftsa^etwaa Zugemessenes, Antbeil, nieht MundvoH*^ 



144 It HiiiteiiY«rdopp«U« Perfekta 

Portion! — Deut. 21, 17. Uebertragen ^9:3 nach Massgabe, ge- 
mass, nach der Art und Weise u. s. w. Die andern Bdtgg. des 
Stammes ergeben sich nun so: von der allgemeinen Bdtg.: zusam- 
menbringen kommt die: Etwas fertig macben, bereiten 
und daher in dem Stamme ndK die specielle von der Zubereitnng des 
Brodes, baelien. Verw. ist in ahnlicher Bdtg. die W. isn in roTI zn- 
saminenbiegen (vgl. tt^DTI), daher roqQ etwas Gebogenes, eb 
Becken und zwar ein flachgebogenes, daher Pfanne. Sodaw 
steht das Wort vom Zusammeudriicken und Zubereiten des Teigei, 
daher D^rQTI Backereien, Geback, in einer bestinnnten • niclit 
ganz deutlichen Art. Dass es Pfannenbackwerk gewesen, ist nicht 
wahrscheinlich. Im Arab, steht das verw. yl^ von der Bereltun|; 
des Brodes. — Die angegebene, allgemeinere Bdtg. von HfiM l>e- 
statigt auch das arab. ^I zusammenbringen, fertig machev, 
daher 1) eineSchuld abfertigen, abbezahlen. 2) fertig macben 
= vollstandig maehen, vollenden, daher auch eine Sache 
aufwagen. I. IV. ^. vollendet, vollkommen, integer; da- 
her auch voll, in Fiille. Wurzelhaft verw. Ist ^^ genug, hio* 
reichend sein. Vgl. femer gli^ Vollendung = Ende, Tod. 
So erklart sich auch am einfachsten ^«i V. er ward vollendet 
= er starb. Activ ^•j ^^^ Leben enden, vollenden. YgL 
Kor. Sur. 4, 19: „kerkert sie (die treulosen Weiber) in die Han- 
ser ein, bis der Tod sie vollendet Ohnen ein Ende macht: ; 
Z.^L ^ If ^ 4l t'i x^ ^ '^ !) oder Gott ihnen einen Auswef ' 
zeigt Sur. 5, 117: ich wachte iiber sie.* solange ich unter ihnei \ 
weilte: nachdem dn mich aber vollendet, oder znr YoD*- 
endung gebracht, C^^aSjlIIJ^ bist du ihr Wachter u. s. w. Hia- 
wegnehmen bed. der Stamm nur mit o koustr., voll, fertig 
maehen mit einer Sache = sie wegnehmen. Vgl. Kdmii* 
In dieser Konstr. kommt es aber nie vor, wo es von der Vollendiug 
des Lebens steht Hinwegnehmen bed. das Wort auch nicht bei 
Kosegarten Chrest. arab. p. 5, Z. 10: da ward er vollendet zur 
Barmherzigkeit Gottes, &JJT &^j^ J^ vs^i^ u.s.w. VgL 
Sur. 3, 54, wo Gott zu Christus spricht: „o Jesus, ich werde dick 
vollenden und dich erheben zu mir^ 6, 59: er Ists, der 



1) darcli Wiederholimf def ersten Radikalf. 145 

cich vollendet inder Nacht, undweiss, was ihr gewirkt 
kelTage. V. 60: ^^^ sendet eine Wache iiber eucli, bis 
Jass derTodEinem voneuch ankommt, da vollendeiilhii 
iiisre Sendboten, indem sie iiicht saumen, dann kehreii 
lie zn Gott zariick.^ Fiir die Bdtg;. von ndM ist noch zu beinerlfeii, 
Jass tuch im Deutschen backen urspranglich zurechtmacheii, 
kereiten bed. Vgl. das wurzelhaft verw. pers. »jXio^ oder ^lAj 
fertig machen, daher auch das Esseo zurecht macheii, co- 
fsere, backen. — Oesen. vergleicht nach Joa. Simanis mit dem 
kbr. nSH das griech. ontaio braten, rdsten and li/'co kochen, sie- 
leii; allein falsch, weil nicht etwa on die W. ist, sondern jene Verba 
Nr als Nebenformen von maaco, nsrrco erweieiicn zu fassen sind, 
Aenach bekannten Uebergangen in coquere = koclien, Skr. pac' = 
eoquere^ maturare und in nencD sich wiederfinden. 

mDX W. dm = ^K zusammenziehn, vcrbinden, dalier 

n^die Yerbundne, Angehdrige, Sklavin, Magd. Vgl. kopt. 

^MFrao; baskisch etnea Weib. Nach W. und Bdtg. ist damit verw. 

Bl Matter, die urspriinglich bios den Begriff des Weibes enthielt 

^(wlen^lpdie Verbundne, dieOenossin desMannes be- 

>MKt zu haben scheint. (VgL Magd = Magdiein, Madchen.) 

Am der Stamm DDK nicht von einem Naturlaute , sondern von einer 

^antellnng aasging, zeigen die Bdtgg. desselben bes. im Arab. J[ 

fftendU aliquidj praposuit, wie fja, II. fj^ id. vi^Jol intendit, eig. za- 

luimenziebn, erfasseji^ erstreben. Daher auch ^1 f. a. zusammen- 

lesogen, verbanden, nahe sein, III. nahe, deutlich, hell 

^t\n. n^ das Zusammengezogne , Verbundne == die Volks- 

Kenossenschaft = ILel Volk. So erklart sich auch das dunkle ^| 

tbBeiwort Mahammeds, eig. einer aus der Volksmasse, ohne 

Kanst and Schale, der nicht lesen und schreiben k'ann, daher der 

^opalarprophet. n^K Zusammenziehung, a) Biegung, Ellen- 

kogen, dann anch Elle. Vgl. v^a^I curvus fmt\ b) Zusaminenziehung 

^Ende, Granze, wie JljoI Jes. 6, 4; c) Zusammenziehung = 

Festhaltang, Herrschaft. 2 Sam. 8, 1. Vgl. JJA Zusam'men- 

baiter, Vor8teher,Fiihrer, Anfiihrer. &^Uel das Vorsteher- 

lat, die Verwaltang u. s. w. 

JUter'f htkr. WwulwOrtorbadi. 10 



146 II. HintenTerdoppelte Perfekm 

n&^ W. r]^ = Tp ziisammenzielin (= nS«), dalier von c 

Zusammenziehung^ uiid Ausdehnung; der Lung^e beim Athmen, heft 
haochen, schnauben,d. i. den Atliem stark einziehn und ai 
stro^en. Hitp. bei sich heftig; athmen, seufzen, schlac 
zen. Jer. 4, 31. Adj. ng^ schnaiibend, schnappend, nac 
jagend. t/;, 27, 12. Sprw. 6, 19. Ganz unrichtig vgl. Gesen. n. 
Jj\b und daa abermals verschiedene r\Bl v. d. W. rp, die sich auch 
tt^g| findet. Verw. aber ist -^ «5 contigit^ was sich aus der Grundbd 
lelcht erklart. Vgl. ?^G die Naht der Hirnschale, eig. 
Zusammenzieliung;, Zusammenfugung;. Verw. ist ferner 



n&^ W. Tf^j ^n, ^3 u. s. w. zasammenziehn, daher a 

ziehn, glatt, glanzend machen = glanzen, scheinen, dal 
anchschdn sein. Hohel. 7, 7. Pi. schdn machen, schmiicki 
Jer. 10,4. ^^^ nnd ^^^ Glanz, Schonheit: n^^ scheinend 

• • ft * 

schdn; dalier auch das Subst. ngiO etwas Ercheinendes, Gli 
zendes, eine Erscheinung, daher Zeichen, Anzeichc 
Wahrzeichen, das auf etwas Hdheres hindeutet, eln Anzeich 
der gottl. Macht, Wunderzeichen. Ursprunglich scheint 
bes. Phanomene am Himmel bezeichnet zu haben. Vgl. Joel 3. Vei 
ist lA v erscheinen, glanzen; ferner mitUebergang desHauchf 
den Zisclilaut Jojl = (j^^ splenduit fulgur. Noch naher entspri 

y§^ W. T]^ nach derselben Uebertragung wie nd^ glanz < 

scheinen, Hif. erscheinen, erglanzen lassen; bes. steht 
vom Lichtganz der gottl. Erscheinung, aufglanzen, h( 
vorstrahlen, t/;. 50, 2: von Zion, der Schdnheit Kroi 
strahlt Gott herauf. if,. 80, 2. 94, 1. Deut. 33, 2. nj^^^ Glai 
Schdnheit. Verw. ist TVfH in dem Gottesnamen nin^. das Ersch 
nende, Sichtbare, der Lichtather, Himmel. Entfernter t« 
ist auch D^l^ Stern, eig. der Glanzende, Scheinende, von 
zttsammengezogen aus 2DD2. Vgl. Ll^ splet^duit fulmen, appai 

8 

res; ^a^ apparens^ conspicua res. Ferner entspricht den Stamn 
]fff> und nfi^ die W. D^ In Dl^ (eig. jam = jdm^ arab. jaunO PL C 
eig. der Glanzende, Scheinende, Helle, daher der Ti 



1) durch Wiederholang det ersten Badikali. 147 

wie dies von Skr. dju^ div leucliten. Unpassend lasst ihn Gesen. 

von (ler Gluth benannt sein, was ansserdein nur fur den Sommertag 

und auch da nur fur einen Theil desselben passte. Vgl. {jcjoI splen- 

duit micuitve fuhnen. id^'i albor pur us ^ candor. Aus derselben 

Wurzel D^ oder DD^ ist durcii Wechsel von m und n ]t3^ g^ebildet; da- 

herj^D^ die lichte, lielleGegend, die Tagseite, der Slide u 

~ l^"*?! Cvgl. !1^ die lielle Gegend = Siiden). Im Gegensatz hiezu 

heisst der Norden diedunkle, verhiillte Gegend, l^Hl. Indem 

nuu der Orientate sich iminer nach dem Oaten zu orientiren pflegte, so 

diente die helle = siidliche Seite zugleich zur Bezeiclinung der 

rechten ptj^^, die entj^egeugesetzte, dunkle = nordliche, zur 

Andeutung der linken. 7fc<Di? dunkle, N achtseite = Norden, 

daher linke Seite, JU^, von Jl^^ bedeck en, verhiillen. Vgl. 

I»Lm Syrien, eig. das Land ndrdlich von Jemen, d. i. das siid- 

liche Arabien, nicht das gluckliche, wie man es haufig noch 

tasst. Aus jener urspriingliclien Vorstellung von rechts und links 

alsder Tag- und Nachtseite erklart sich nun auch nach einer sehr 

naturlichen Symbolik die Anschauung der hellen = rechten Selte 

als der gliickliche n, die der dunkeln = linken als der un- 

glucklichen, triiben. Vgl. IL^ sinister ac infaustus fuity ein 

Denom. Vgl. ^jj;, niger^ infaustus; *«^ infelicitas. — Fiir ]0^ ver- 

gleicht Gesen. ]Dt>t und lasst die Rechte von der Festigkeit und 

Treue, die man mit ihr gelobt, benannt sein. Allein diese Bdtg. ist 

sehr abgeleitet. Und wie sollte man von hieraus auf eine anschau- 

iiche Bezeichnung des Siidens kommen? il>. 89, 13. Job 23, 9. 

1 Sam. 23, 19, 24. 

Aus derselben W. stammt auch D^, ^ Pi. O^^l das Meer, 
worio die urspriingliche Bdtg. nocli am einfachsten erhalten ist. Das 
Wort bed. Zusammenziekung, Ansammlung und zwar des 
wassers, Wasser masse, daher See, Meer, dann auch grosser 
fluss, z. B. vom Nil, was sich aus der Grundbdtg. leieht ergab. Zu 
Vgl. ist das wurzelverw. DJ« (W. D:j = D^) Sumpf, Teich; lis^ 
das Meer, von IaIS congregavit. Die Richtigkeit der angegebeneu 
Grundbdtg. bestatigt weiter die Bdtg. von f^ im II. und V. St. namlich 
zusammenziehn = erfassen, einen Plan fassen, etwav 



148 II. Hinlenveriioppelte Perfekta 

beabsichtigen, sich etwas vornehmen. LoUj Vorhaben, 
Absicht. Unpassend Gesen. u. A. nach DDH, HDn von den rau- 
schenden Welle n. Die Bedt. des Verb, im Arab. lasst sich daraus 
nicht erklaren. Ganz identisch mit D^ ist das agypt. /om Meer. Ob 
aber das Skr. ap, pers. db^ Nd. are = Aue, am-nis u. s. w. zu ver- 
gleichen ist, wird dadnrch sehr unsicher, dass p nicht arsprunglich 
Ist, sondern aus qu sich erweicht zu haben scheint; vgl. aqua^ gotli. 
ahva, (verw. mit equus, Skr. a(!va eig. das Schnelle oxu^, o^^j? 
8o dass das Wasser ap als das Bewegliche, Flussige be- 
zeichnet worden ist. 

t* IS* 

2) Wechsel der Zahn- imd Zungenlaute unter einander. 

1) Zunachst wechseln die T-Laute mit den S-Lauten, ein Ueber- 
gang, der selbst in Wurzelsilben nicht selten ist, z. B. IDH = 199 
aufstarren, daher iDn die Palme, eig. die Ragende, Auf- 
starrende. "^pn = *^0 zusammenhalten, daher stiitzen. 

DDn = DDtt^; V)r\ == hbo u. s. w. JO^n ath. tl(fa r S ii d en. Doch 
ist gewohnlich der Zischlaut hier der urspriinglichere , wie sich z. B. 
nDD leichter von ODD herleitet, als ncn von HDH; vielmehr hat sicb 
"VDO offenbar zu *tcn verhartet Ueberhaupt ist im Hebr. die Verhar- 
tang der S-Laute in die stumpferen T-Laute gar nicht so selten , and 
es ist irrig, diesen Uebergang hauptsachlich nur dem Aramaischen 
zuzuschreiben , obwohl er hier, ahnlich wie im Niederdeutschen, sehr 
regelmassig und herrschend ist, auch da, wo das 8 offenbar ursprung^- 
licher ist; z. B. "ntS^ (aus &fne^ entstanden), aram. n^n u. s. w. Die 
hlehergehorigen Beispiele in der Stammblldung sind folgende: 

^n^ aus rnr\ entstanden. Im Hebr. kommt dieser Stamm ak 

Verb, zwar nicht mehr vor, findet sich aber in dem bis jetzt nicht rich- 
tig erklarten Mamen e^^Shn, der die sammtlichen Besitzungen der 
Phdniken in Spanien begriff, urspruriglich aber offenbar eine f este 
Stadt, die den Grund und Mittelpunkt der weitern Erobemng wurde, 
bezeichnete. Strabo spricht noch von einer alten Hafenstadt dieses 
Namens am Batis. Gesen. n. A. leiten sehr ungenagend und nnwabr- 



1) dorck Wi«deiiioloBf det erflea fiadikiiU. 149 

icheintich den NameD von \lfdl zerbrechen her und deaten ihn ah 

Jnterjochiing, erobertes Land. Der Stamm ist vielmehr Shl^ 

mid bed. nach dem Arab, hart, festsein, daher ^1} etwas Festes, 

Schutzendes = Schirni9 Schild. Yerw. nach W. und Bdtg;. ist 

CIS hart aein, Jolj fest sein; hebr. nn fest, stark sein. 

Qf^tlhn iflt demnach ehi Nomen durch Wiederholung; des 3. Rad. ge- 

bildet, wie ld^tD?)2 Verschuldung, *i*n:;0 Regenschauer u. 8. w. 

uod bed.: Festung, der starkbefestigte Ort. Nach diesem 

Stadtgebiete wurde dann sehr natiirlich auch das weitere Landgebiet 

beDannt Ganz ahnlich haben die Phoniken einer Stadt in Cilicien den 

Namen Tarsus gegeben, der auf pbonikischen Miinzen nn ge- 

schrieben wird und ebenfalls Fe stung bed. Ebenso Gades, das 

hentige Cadix, bei den Grieclien Gader, fester, ummauerter 

Ort, verw. mit TIJ Mauer u. s. w. Vgl. ^4>L^ duruSy firmua, 

tilidus. Die Griechen haben sodann bei jenem Namen den S- in einen 

T-Laut verwandelt, Ta^rjaaogy obwohl er, da das t jedenfalls ur^ 

spruoglich ist, auch den Phoniken angehoren konnte, so dass sie 

tfrnn statt n^n")n gesprochen. Indess findet sich bei Polyhiua auch 

<lie bebr. Anssprache Ta^^cri^iOv. Wurzelhaft verw. vvie gesagt ist 

nn hart, fest sein, daher nnn eine Baumart mit hartem 

Hoize, wahrscheiiilich Steineiche, Jes. 44, 14. Die Bdtg. des 
Harten und Fest en in der W. in kommt iibrigens erst von der des 
I^urchbrechenden, Treuuenden, Scharfen und Schnei- 
<lenden. Vgl. Ijc fidity secuity acuit. ^ sich trennen, weg- 
Sehn. Vgl. *)t2f, 12 u. s. w. Jene iibertragene Bdtg. des Fes ten 
Met sich ebenfalls im Indogerman.* in dem verw. treu, eig. fest- 
I^Altend. Skr. dhri halten, durofBy duru8y dri^og u. s. w. Die 
<^rBteBdtg. ist erhalten iuTrum, d. I. Rest, PI. T rummer, tsg-tia u. a. 

2^nT aus nn (= n"n) gebildet v. d. W. n t r e n n e n , d u r c h- 

brechen, durclischneiden, daher eindringen in Jemand, 
forschen, suchen, fragen u. s. w. Im arab. i^jS 1st noch die 
liooliche Bdtg. der Zertretung und Zerreibung erhalten. 

"T^ v. d. W. 113=1^ durchbrechen, durchdringen, 
iaher nachdringen, d. i. glelch auf einander folgend, fortlau fend. 



150 Hiftleoverdopp^te PerMta 

Ygh Oj^ verfolgen. Oy^ Reihe. iHb ^^ eine fortlaufen 
Dacbtraufe ist eines Weibes Zank. Sprw. 19,13. 27,15. V 
tS copiase effiuxit. Daa lat. trudo, hat oicht dieselbeo 3 Rad., v 
Gesen. meint und ist nicht so ohne Weiteres zu vergleichen. 

V]^ V. d. W. ptt^ (veidoppelt B^tt^ = ypvf} verw. mlt TO^, "S] 

"^ und dem deutsdien dick, dicht, d. i. eng beisammen; dal 
kommt im Hebi*. in mehren verw. Stiimnien die Bdtg. : sieb duckc 
zusammeuziehn, niederwerfen. Vgl. iDJ^t^, 1:10, TlTUt^ u. s. 
Daran schliesst sicb die Bdtg. von yp^ 1) niederwerfen, ve 
werfen, verabscbeuen, 2) sicb selbst niederwerfen, d. i. e 
niedrigen, entwiirdige n, verunreinige n. Daher vpi5{ Ve 
werfung = Abscbeu, Grauel, ppC^ das Verworfene, dali 
Absebeulicbe, besonders von (iotzen. Im Arab, ist zu vergleich 



das wurzelliaft verw. io^M^ niederfallen, herabfallen, IV. vc 
werfen, duber l?qC^ alles Seblecbte, was man fortwirl 
Abfall, Unratb; dann audi Unebre, Sebmaeb, Seband 
Wurzelbaft verw. ist ferner im Hebr. 

DD^ indem das verdoppelte ^ durch Vermittlnng von 2S in 

ijbergegangen ist, sicb niederlasseu, sicb lagern, legen, dab 
rnben. Hif. ruben lassen und Rube halten. Als ein von l^ 
abgeleiteter Stamm ist j;pt^ zu betracbten, der ausserlicli zwar auch a 
ppt^ cntstandcn sein konnte, der Bdtg. nach aber riclitiger von l^ 
u. tdpe^ abgeleitet wird; )L = y, sicb nied eriussen, sicb lege 
sen ken. Hie von ist sodann in weiterer Uebertriigun<;^ TVp^ gebild 
(y = n) welches etymolotriscb scbwerlich zu nntt^ geliort, wie Gesi 
und jCtriiM annebmen. Es bed. tfich niederlasseu, lagern, H 
lagern lassen, daber zunacbst vom Vieb: tranken. Gen. 24,^ 
20, 2 u. sonst. So erklart sicb am einfacbsten die Bedentung d 
Trinkens uud Trankens, obwobi sie aucb von einem menscblicbi 
Gelage oder Trinkgelage ausgeben konnte, wabrcnd "^pD G 
eig. von Tliieren steht fiir tranken. Wurzelhaft verw. ist ferner 

^20 (aus D3D entstanden) von der Rube der Rede, st 

- T 

sein, scbweigeu. Hif. Rube halten = Scbweigen beo 
achten. Deut. 27, 9. Vgl 



1) darch Wiadtriiolang de» ertten Badikals. 151 

Tpt% ^' ^* W. pl2^ , iodem \tf oft gradeza mit n wechselt ohne 

Vermittlung von n. Die erste Bdtg. des Stammes kann nicht mit 

Oesen. u. A. sein: sclilaflos sein; vielmehr bed. der Stamm naeli 

den Wurzellauten wie das verw. Upe^ = tDptS^ sich zusammenziehn, 

= niederla88en, daher 1) aufpassen, auflauern, Jer. 5, 6, 

niit7y konstr. Sodann iiberhaupt 2) feat, unverriickt auf etwas 

achten, Jer. 1, 12. Sprw. 8, 34. Daber 33 wacben, t/;. 127, 1, 

wie das wurzelhaft verw. {y gr und 1^- Daran scbliesst sieb end- 

lich die Bdtg^. scblaflos sein, i/;. 102, 8, die ancb im arab. Jla.^ 

und Jla^ voi'kommt. Uas Subst. ipl^ Man del bed. urapninglich 

wahracheinlich die Mandelnuss, als die Hauptsaehe am Baum, wie 

Gen. 43, 11. Num. 17, 23; eig;. also das Zusammengezogene, 

Feste, Harte, die Nuss. Das Wortspiel Jer. 1, 11 f. kann natiir- 

lich niebt die Etj^mologie bestatigen, als ob der Mandelbaum etwa 

we^en des friihen Aufbliiliens vom Wachen benannt sei. Wir kon- 

nen das Wortspiel etwa wiedergeben: „ieh sehe einen Man del- 

fitecken! denn meinen Mann, den steh' ich fur mein Wort, 

es auszufijliren". 

T|22^ ctTi. Xf/. Thren. 1, 14 scbliesst sich einfach der Grundbdtg. 

von nptt^ an und bestatigt die gegebene Erklarung dieses Stammes. 
Ja, es ist wahrscheinlich ganz derselbe Stamm, der bier in seiner 
ersten Bdtg., die jedoch schon den LXX., der Vulg. und Pescbito 
nirht melir deutlicli war, vorkommt; denn sie liaben, wie nocbjetzt 
meiire Handscbriften , iptt^ gelesen, aber falacb durch die jet^ ge- 
if^olinlicbe Bdtg. wachen wiedergegeben. Es bed. einfacb fest 
sein, Oder fest halten: invj ^)^§ Sy nj^fi?! festgehalten ist 
dasJochmeinerSiindenlast in seiner Hand. Khnchi: ver- 
knupft, angebunden. Ewald nach dem Aram, geflocbten, 
minder passend in den Znsammenbang und aucb der Bdtg. nach un- 
sicherer. Irrig vergleicht Gesen, endlich ipj; n. I3t^, vornverdoppelte 
Perfekta v. d. W. ID und 13, die mit pcf nichts gemein haben. 

nn27 V. d. W. ntt^ niedrig sein, vgl. nntt^sich beugen, 

b&eken^ niederwerfen , TTIIS^ gebeugt, niedergeschlagen sein 
u. 8. w. Daher Pi. rr0, eig. niedermachen, niederschlagen. 



152 II. HiiiteBverdoppelte PerfekU 

zu Gronde richten, verderben, zerstoreo. Verw. ist die 
Prap. nnQ ii]nter, wofur das Aethiop. noch den Verbalstamm erhalten 

bat, 't*/fl't*I geduckt, niedrig sein; kausativ: ducken, unter- 
driicketi, erniedrigen. 

Dn^ Bchlachten, niedermacben, zusammenziebn, 

daber aucb wie Jo^ morden, todten. iy\TlXf ^ 1 K5n. 10, 16, 17 
bed. oach der Grundbdtg. zusaromengezogenes, d. i. mit anderem 
Metall gemiscbtes, versetztes Gold. Das entsprechende arab. 
Ja^ steht ahnlicb von der Mischung z. B. des Weins mit Wasser; 
hyiki dureb Wasser verdiinnt als Zusatz zu andem Stoffen. 
Vgl. Js--& Wein mit Wasser miscben. Wurzelverw., aber welter 
iibertragen ist 

nn^ sieb dueken, unterwerfen, daber buldigen 

(= n:iO) und zwar durcb ein Gescbenk. nn&^ Huldigungsge- 
sebenk, sowohl zur Siihnung einerScbuld, als besonders, am sich 
Jemand geneigt zu macben, daber Bestecbungsgesebenk, Be- 
stechung. Verw. ist ferner 

^ntS^ dix. Xsy. Gen. 40, II v. d. W. 11^ dicbt maeben, zu- 

sammendriicken, daber Trauben pressen, aus press en. Vgl. pi^^. 

IM^ =. (5 (? i?r dicbt = nab e, zug eg en sein, daber Zeuge 

sein, dann weiter bezeugen. in^ Zeuge, Job 16^ 19. Vgl. 
Gen. 31, 47. Aram. *inp. 

nj^O V. d. W. yo = :iO, >1D umzaumen, eig. dicbt, fest 
machen, daber 1J;d stiitzen, befestigen. 

^3^12 V. d. W. J«, iLojLo movit. Vgl. nys: neigen, biegen, 

strecken, daher njn^ sicb wt)bin neigen, wenden, ricbten, 
daber iiberbaupt steigen, schreiten, wandeln. Daher TTl)^ 

1) Wendung, Wandlung, das Einherscbreiten Gottes. 2 Sam. 5, 24. 

2) Die erste Wendung oder Biegung am Arm, daher Oberarm. 
Dann 3) wie rn}^ ein Schmuck am Arm getragen , nacb den LXX. 
Armspange, Jes. 3, 20. Ein Fussschmuck passt scbon io den Zu- 
sammenbang nicbt. 



1) darch WiederholiiBf dot entea Radikalf. 153 

^X^ verw. EDTlbf dicbt festmachen, daher stossen, 
stampfen vom Hufachlag der Pferde n^jni^ Jer. 47, 3. 

n^P V- d. W. :iD, "^pu. S.W. (statt d:iD) sicb niederwerfen, 
niederbeugen vor Jemand, daber buldigen. Vgl. nniS^. tX^n ^/? 

Vn2^ V. d. W. nxf verw. mit naftf = dick, gross werden 

(=ge-deib-en, ge-diegen), daber welter 3:iftf bocb, steil seln 
Q.8.f. Im Arab. (jadaL^ anscbwellen, erbeben, bocb maeben 
= hocb seln. goiOL^ gross, dick seln, von Korper. (jojJa^ 
gross, korpulent. {jdisJi, das Feste. Dicke, dalier K5r- 
per, wie D^y , dann aucb Person. In diesem Sinn kommt aucb im 
Hebr. offenbar der Ausdruck yjy^ \)^ Job 28, 8. 41, 26: S5bne des 
(dicken) Leibes, d. i. woblbeleibte, starke Geschdpfe, eine 
nebr dicbterische Bezeicbnung fiir grosse, wilde Thiere. Vom 
bohen , stolzen Gange (Vulg.) sind sie scbwerlicb benannt. Verw. 1st 

On^ aufscbwellen, godOL^ intumuit vulnus; daber von 

inzen aufsprossen, davon D^nt^ Jes. 37,30 (oder C^^HD) Spross, 
Wuchs; dann bestimmter, was von selbst aufsprosst, Wild- 
gewaebsenes, niebt gesates Getralde. 

2^nn V. d. W. nn bintenverdoppelt mit Uebergang von n in ttf 

l^ommt nur in dem dunkeln Namen tt^ vor, tt^n "lly Num. 4, 6, d. i. 
Tachascb-Haut, woraus die oberste Teppigdecke der Stiftshiitte 
kestand, Ex. 25, 5. 26, 14. 35, 23. In diesem Sinn stebt der Plur., 
weQ naturlicb mebre Haute dazu zusammengenabt waren. Aucb die 
Bandeslade und andre beilige Geratbe wurdeo beim Aufbrucb des La- 
gers mit einer Tacbascb-Haut bedeckt Mum. 4,6,8ff. Spater erwahnt 
Ez* 16, 10 Scbube von solcbem Leder als Luxusartikel. Es fragt sicb, 
^as bed. das Wort? Sebr unwabrscbeinllcb ist die Annabme, dass ein 
bestlmmtes Tbier, Seebund, Delpbin, oder Dacbs, den man 
aogar etymologiscb bier finden wollte, darunter zu versteben set. 
Mao siebt gar uicbt ein, wessbalb grade Seebundsfelle, wenu die Hebr. 
iberhaopt deren batten , zu diesem beiligen Gebraucb so besonders 
kitten geeignet sein soUen. Sebr wicbtfg und entscbeidend ist bier das 



154 II. Hiilenverdoppelto Perfekte. 

Zengoiss der alien Uebersetzer, die das Wort sammtlich von d< 
Far be des Leders verstehn ; die LXX.: SeQiiara vantvd-iva wohl nici 
blaue, sondern iiberhaupt dunkle oder dunkelrothe Haut 
Aq. Sym. violette, Syr. und Chald. rothlich, Arab, schwarz 
J«jl4> (>Jlfi^- Niebuhr (yg\. S. 177 s. Reise) horte in Arabien vc 
einem gelehrten Juden, C^nn sei die rottigefarbte Haut des Scha 
bocks. Die allgemeinste Bedeutung des Wortes ist auch etynioIogis< 
die des Dunkeln, was in dieser Verbindung also gegarbte ui 
gefarbte Felle bezeichnct. Vgl. das entsprechende y^daL^ dm 
kel sein, eig. dicht, zusammengezogen, daher in Bezug ai 
das Lie lit: dunkel, eine Bedeutung, die im Semitischen sel 
haufig, wie fuscus fur dunkelbraun und dann audi fur roth stel 
Vgl. JLstS ex nigra rubuit tet*ra. ^SM rufus. Die einfachere V 
ist in Lj^^y L^3 dicht, dunkel sein. ^^^Jcijo^ tenebrae. D 
beiden Namen fiir Delphin ^^m^ und i^m^4> bedeuten wahrscheinlic 
das dieke, fette Wassertliier. Vgl. iu^5 vir carne compact 
p$^aedUu8. ^^^mjl^3 dick, fett. ^JiA^ camosus fuit. 



nnC/ V. d. W. It^ mit Uebergang von tt^ in n. Fiir die Grun( 

bedtg. vgl. mt^ trennen, scheiden, durchbrechen, daher aus 
einanderstellen, disponercy ordnen, reihen; 5^ gehori 
ordnen; Jol^ einschueiden, IV. bereiten, niachen, ordne 
Danaeh bed. auch rnt^ ursprunglich wohl ordnen, anordnen, ve 
wait en, daher Pi. von den ehrenden Diensten, die man Konigen ui 
Voniehmen leistet, als Minister bedienen, Gen. 39, 4. 1 K$ 
], 15. Jos. 1, 1. Insbesondere steht das Wort dann von der Ve 
waltUng der Pdestergeschafte und vom Tempeldienste : bediene 
Dienste thun. Num. 18, 2. 1 Sam. 2, 11. Jes. 56, 6. 66, 21. Me^ 
in der ersten Bdtg. steht das verwandte 

Dn^ V. d. W. ifff trennen, einschneiden, Einschnitte 

die Haut machen. Bei grosser Trauer Lev. 21, 5. Nif. sich ve 
wunden, verletzen. 

•J^ 51^ V. d. W.nfef trennen, schneiden, daher 1) eii 
«chne!den, einritzen, n^Jes. 44, 13, Stift Vgl. Cl^ «ecar 



I) dureh Wiederholaiif d«t •rtten Badikiilf. 155 

23 Sich trennen = fortgehn, entfliehn, <>^9 *1^^ der 
(Setrennte, Uebrigg^ebliebene, oder EDtroiioene. Gesen. 
Bimmt zwei verschiedne Stamme hiefiir an. Im Arab, nur haben sich 
diese Bdtg;g. auch ausserlicli etwas getrennt. 3) Trennen, ord- 
nen, disponere^ daher auch zusammenreihen, znsammen- 
nahen im arab. 4>^. Sodann weiter: .bestandig, ununter- 
brochen etwas gebrauchcn. Vgl. De Sacy Chrest. ar. T. I. 

8 o 

p. 282. adnot. ed. 2. 4>j^ etwas Zusammenhangendes, Be- 
standiges, daher auch Reihe u. s. w. In demselben Sinn mussen 
die TY^ ^.^3 stelien, alsKleiderdes bestandigen Gebrauchs, 
also Geschafts- oder Dienstkleider, wie sie auch niehrmals 
deutlich bezeichnet werden: tthn^^ TV(^ um zu dienen im Heiliir- 
tbum. Ex. 35, 19. 39, 1, 41. Vgl. 31, 10. Zugleich steheu sie an 
all diesen Stellen in einem gewissen Gegensatz zu den tthpn n:i3 den 
heiligen Kleidern fur den Priester Aaron, wodurch die obige Erkla- 
ning, die sclion die LXX. haben: aro'kai Xarov(>7ixa( , bestatigt wird. 
Ebenso die Peschit. Onk. und Abulwalid. Gewohnlich versteht man 
aber panzerformige Kleider darunter, nach dem arab. 4>^ 
etwas Zusammengereihtes, Geringeltes, daher auch ein Panzer, 
ftber sehr gesucht und unpassend. 

U^HD V. d. W. W verw. mitltt^, spalten, scheiden, daher 

fcW (c6b^ = yh^ = to W) entscheiden liber Jemand, Macht 
iiber ihn haben, beherrschen, mit n oder ^y konstr. Neh.5,15. 
Esth. 9, 1. to^^ttf der Entscheidende, Machtige, Herrscher, 
Geu. 42, 6 , als Name Josephs. Bei Manctho heisst der Konig der 
Hybsos, 2aA,ar(g, was offenbar dasselbe Wort ist. Aus dem uam- 
•ichen Stamm ist Sultan gebildet, ^Ltail l^A^^I eig. Ent- 
>cheiduug, Gewalt, daher die Uerrschaft = Uerrscher. 

Die Gruudbedeutung zeigt uoch deutlich das arab. \rikm schnei- 
deiid, hart, heftig seiu; daher auch to|p^ etwas Hartes, 
Festes, eine Schutzwaife, Schild. Es werden goidene erwahnt. 
2 Sam. 8,. 7. Unrichtig haben Gesen. u. A. mit dem obigen Stamme 
das deutsche. schalten verglichen. Verw. ist daiin etwa nur die 
\V. schal, die sich deutlicher noch in schellen, zerschelleii 
zeigt, d. i. spalten, trennen, zerbrecheu; Schale, eine abgeschuit* 



156 n. HialraTerdoppehe Parfekte 

tene Scheibe; schal^ zerbrocheo, aufgelost, daber kraft- and 
aaftlos. Scholle, etwaa Ctespaltenes, ein loag^erisaeDes Stack a. a. w. 
Schalten lat dann allerdings nach denelbea Voratellang, wie bW 
gebildet, aber das t hat andeni Uraprang und aadre Bedeatang, indea 
es uraprunglich zar Bildung des Pras. gehort, wie in schlachten, 
f lechten, rwita u. a. w. Vgl. S. 21, b. 

T^O an. Xsy. Job 6, 10; t. d. W. ^D, die iiberall von der Vor- 

fltellung der Trennang ansgebt, dann aber oftanf die der beftigen 

Bewegang and Ausgelaaaenheit ubertragen wird. Vgl. tj\ alcb 

^ ^ ^ ^ 

bewegen; ^v scbnell amhergeben and naher fur anaer Wort 

iXl^ anfsprlngen, hiipfen, frohlocken, daber anch ran* 
flcben. An unsrer Stelle: sich ausgelasaen freuen, anfaprin- 
gen. Vgl. im Kopt ^Ar^k exsultare^ laetarij was jedoch naher zu 
^ gehdrt 

DJtS^ an. Xey. 1 Ron. 18, 46, v. d. W. p (tS^^Of) trennen, 

apalten, daber auch spitzen, scharfen ]^, ]^. Sodanu ist 
die W. in vielen abgeleiteten Stammen auf ein Absperren, Ab- 
halteu, Festmachen fibertragen, z. B. 7^^ 1) Spalt, Spitze, 
Dorn, verw. mit p= Zabn, dens. 2) Etwas Trennendes, 
Absperrendea, also Deckendes und Schirmendes, daher 
ein grosser Schild. 3) Etwas Absperrendes , Festmachendes, 
Znsammenziehendes, daher Kiihlendes, Abkuhlnng. Sprw. 
25, 13. Die Kalte ist gewohnlich nach der Wirkung, der Zusammen- 
ziehung benannt. Oesen. nimmt fur die drei Bdtgg. nicht weniger als 
drei Stamme an. Vgl. noch -^ ^ a zusammenziehend , daher kalt 
8 ein. Aus derselben W. sind gebildet f^ zusammenziehn = 
amwindem vJl^ festmachen, anbinden. iSv eng, beengt 
aefn. (j^JL£ einer Sache anhangen; va^ULio IV. befestigen. 
f^^UL anbinden, fessein, den Zfigel anziehn u. s. w. ^S 

befestigen. p^ verschliessen. In eben dieser abgeleiteten 
Bdtg. steht auch Dltf festmachen, giir ten. Eli gurtet seine Lenden, 
wie es heisst, um ungebinderter entlaufen zu konnen. Im Kopt ent- 
apricbt der Stamm scMnt^ plectere, canaererej als Subst reHculumj 



1) dnrch Wi«derhoInDf det ertltn Radikalt. 157 

C9j^ V. d. W. |sf gespalten, spitz sein, ]rg = Zahn, ^^ 

oriii^, n3!f Dorn, eig. Spitz e. Demnach bed. JojUm oder ^ j ^ wo- 
raos im Hebr. n^t^ geworden statt n^)t^ die dornig^e Akazie, die 
mltvielen Spitzen und Stacheln bewachsen ist, g^riech. axavd-og. Das 
Wort ist semit und ins Aeg. (jschonte Dorn) aufgenommen. 



TtD^ V. d. W. Dn = DSf. Der Stamm hat sich nor erhalten in 

Jem Sabst. TD-in einer besondern Form der mannlichen Naturgottheit, 
lem Adonis der Phoniken entsprechend , hanptsaehllch in Bjblos 
and in Syrlen von klagenden Weibem verehrt. Ez. 8, 14. Der Name 
bed. wahrseheinlich , wie die meisten semitiscben Gotternamen, El, 
Allah, Camosch, Baalu. s. w. Gewalthaber, Machtiger, 
Herrscher. Vgl. die W. in dem Stamme DDH zusammenbrin- 
gen, vollenden, vollbringen. Das Wort ist gebildet wie r]i)^ 
Freund, eig. der Verbundene ; l*)tDy. das Festgestellte = di e S an I e. 
Wurzelhaft verw. ist im Iiidogerm. domare, Skr. dam = Sa^qv zah- 
men, goth. tarn =:=zahm, dominus Herr. Vgl. DD!^ zusammen- 
'rucken, kopt. 8amy domare u. s. w. Ebenso Thammnz = do- 
ninu^, eig. Bandiger, Herr, arab. 5vl^ id. 

2^&n V. d. W. ^ = on, OVf znsammenbringen, zusam- 
iDenfassen, daher anch anfassen, fassen. 

^SiO intr. zusammen sein, daber voll, gedrungen, 

fest, fett, \p. 119, 70: Feist ist ibr Herz wie Fett, d. i. fuhl- 
lo8, verstojckt. 

fcDw V. d. W. ^ = DtS^ zusammenziehn, abziebn = 

%tS^, daher 1) absondern; 2) hinstellen, zusammenbringen, 

fest machen (wie das verw. s^^* II. fest machen), daher hin- 

legen. Ez. 24, 3. 2 Kon. 4, 38. 3) Zusammenbringen, fertlg' 

machen = bereiten. Jes. 26. 12, daher auch: zu etwas 

machen, i/;« 22, 16: zu Todesstaube machst du mich", ent- 

sprecbend dem ersten Gliede: ^ie Scherben durr ist meine 

Lebenskraft. Ans der angegebenen Grundbdtg. erklaren sich nun 

aebr einfach folgende Substantive: D^Cfitt^ und D^QQH^ Burden, eig. 



f 



158 II. HialeDTerdoppelte PerUta 

etwas Zn.sammen<;ezogene8, d. i. eiii Flechtwerk, vg\. ntfij odi 
Einzaumungen furs Vieh, die ursprunglich aus zwei Abtheilungc 
oder Reihen bestanden, zwischen deneii mitten innen der Hii*t 2 
ruheii pflegte. Dalier der Dual. i/;« 68, 14. Gen. 49, 14. {iS)t^ At 
sonderung, Answurf, daher K oth, Mist. 1/;. 11.3, 7. 1 Sam. 2, 
Vgl. das Mistthor in Jems. Neh. 2, 13. 3, 14. 12, 31. Ebenso be 
der PI. nlngl?^ (von nSB^t?) Auascheldunffen, daher atercon 

• • • 

Koth. Thren. 4, 5, wie D^Nnn. Oesen. hUi \rT\% ^^stellen*" fur d 
Grundbdtg. des Stammes und leitet sehr gezwungen die Substdavc 
her. J3as letzte namentlich soil das Gestellte = das Aufgehauft 
daher Misthaufen bedeuten; allein in diesem Sinn kommt es gi 
nicht vor. Ausserdem ist jene Bdtg. aus der falschen Annahme g 
folgert, unser Stamm sei identisch mit nilS^ = setzen, stellen, ii 
dem d sich in 1 aufgelost haben soil. Verwandt aber ist 

DSw V. d. W. fp zusammenbringen, fertig machen, be 

einen Strelt beilegen, daher entseheiden, richten. Vgl- ^'_ ^V^ 
complevity ahaohit. 

V. d. W. Dt2^, verw. mit y^'Sf zusammenbringen, fes 

machen. ^ - a sich bei Etwas aufhalten, mit JL& konst 
II. abhalten, zuriickhalten von einer Sache, ^j^. Die Grundbdt 
zusammenziehn = festmachen ist also gewiss. Daher tD3 
etwas Festes, Dichtes, daher Stecken, Stab, Stamm u. s. ^ 
Verw. ist vielleieht, aber sehr entfernt die W. schieben, schabei 
schaffen in Schaft, aber nicht das t. Vgl. (TxaTirav graben. Ii 
dess scheint der Zischlaut ein spaterer Zusatz zu sein, so dass di 
altere W. kaf, kap, hab, haf u. s. w. ware und schaben alfl 
nicht unmittelbar verglichen werden diirfte. iNoch unslcherer ii 
GtTfvtqov damit zusammenzustellen. Das kopt. sch'bot^ virga h 
semltisch und einerlcl mit tODl^ . 

inDtS^ V. d. W. att? = Dtt^ zusammenziehn = zuriickziehi 

daher ablassen, abstehen von Etwas, mit ^D konstr. Hos. 7, 
Job 32, 1. Dann iiberhaupt aufhdren, ausruhen, feiern. M 
DttH, wie Gesen. will, hat die .W. nichts gemein; denn dies ist eii 
Weiterbildang von TtOh fest sein. Im Arab, aber entspricht ^^ 



^^^' 



IW 



1) darch Wiederholung def artten Rtdikalf. 159. 

fest sein, verharren, II. fest, bestandig mach en. v^, 
^^a'^ consedit firmius aliatio loco. 

VD2^ V. d. W. ntt^ = DB^ zusammenbringen, fest macheii, 

nmfassen. Ex. 28, 20. Daher audi flechteii, netzformig wir- 
ken. Ex. 28, 39. Vgl. ^ytf cliald. zusammeiibringeii , verfl echten. 

D3^ zusammenzielin = abziehn, abschaben, poliren, 

So"' 

daher glanz end, hell mac hen. O^y^ -=^ ^jujju& kleine Sonne, 
Sonnchen, Jes. 3, 18, verw. mit \^'^ Sonne, nach bekanntem 
Wechsel der Lippenlaute. 

"^OS^ ▼• <!• W. DtS^ zusammenbrhigen, voll, fertig; machen, zu 

Eude bringen, daher Hif. ein En de machen, zerstdren, ver- 
nichten, wie DDS^. Das arab. JL^ bed. sich zusammen-, zuruck- 
riplm = y ^ y daher staunend stehn bleiben. 

V. d. W. U^ zusaramenziehn, wegraffen, her* 

Dnterreissen, scindere. daher TWSt^ das Herunterreissen 
lurch Worte, Hohn, Gespott, Verlasterung. Ex. 32, 25. VgK 
V. 12. yr^ Tom Ton der Stimme: der zusammengezogene, 
gedampfte, dumpfc Laut, daher das leise Geton, Gesausel, 
FiDstern, Job 4, 12. Vgl. (jo^Jw drangen, treiben, antreiben, 
stossen, daher intr. von eilig sich drangender, fliichtiger Rede. 
Naher jedoch entspricht das athlop. H(Ji I sonus continuus , susur- 
'^5 Xf^Bl sofittff, sonavitj atrepuit. Vgl. welter iDt. 

DOC^ V. d. W. DS^ zusammen£iehn = abziehn, we&:- 

ziehn, daher absondern, abwerfen, hinauswerfen. 2 Ron. 

9)33. Mif. geworfen, gesttirzt warden, ij;. 141, 6. Dieselbe 

Bdtg. hat das Wort 2 Sam. 6, 6 in Kal: stiirzen, eig. zusammen- 

Itrechen, zusammensinken. AIs namlich die Bundeslade durch 

David nach Jerusalem transportirt wurde« ging ausser vielem Yolke 

! znnachst vor der Bundeslade Ahio her, zur Seite des Wakens aber 

I V98ahy und beide, wie es heisst, leiteten den Wagen. Darauf heisst 

I es V. 6: „8o kamen sie zuY Tenne NachonsO^; da reckte 

Bisah seine Hand nach der Gotteslade aus und fasste 

lie an: ij^^ %DQl^ *»^ denn es waren gestiirzt, oder, es 



160 n« HlBtenverdoppelte Perfekta 

• 

stiirzten die Rind6r." Dabei konnte naturlich auch der Wag^en 
samint der Lade leicht umf alien und so erklart sich einfach, wesahalb 
TJasah die Lade erfasste. Gesen. im Lex. man. iibersetzt unpaasend 
und unerweislich: die Kinder schlugen aua, wie die \u\g. De 
Wette: aie hatten sich losgerissen, eine ebenso ung^enuj^ende 
BAtg.j wenn sie der Stamm auch etwa zuliesse. 0. TheniuSj die 
BB. Sam. 1842, erklart nach den LXX.: on nsguanaaBv avr^y ebenso 
der Chald.: die Kinder stiirzten sie C^ie Lade) herab, und 
emendirt danach ^n^tSDB^, allein das SufT. haben die Cebersetzer 
oilenbar supplirt. Nach dem Texte hat Vssah sichtbar die Lade an- 
gefasst, eh sie fiel; auch ist nicht klar, wie den Rindern iiberhaupt 
ein Herabwerfen der Lade, die sie nur zogen, in der Art zuge- 
schrieben werden konnte; wir miissten sonst das Wort allgemein vom 
Wagen verstehn: denn sie war fen hinaus (aus dem Gleise) 
den Wagen, oder sie warfen um; allein die obcn gegebene 
Erklarung^ ist bei weitem natiirlicher und naher. tDQt^ kann wie stiir- 
zen auch intr. stehn fur: heftig hinfallen, zusammensinken 
(eig. sich zusammenziehn.) Die zweite Hauptbdtg. dieses Stammes 
ergibt sich aus der Grundvorstellung desselben : zusammenziehn = 
zuriickziehn , daher abstehn, loslassen von einer Sache , mit JQ 
Jer. 17, 4, wie das verw. n^l^; dann auch wie dies iiberhaupt: las- 
sen, liegen lassen, eriassen u. s. w. Ex. 23, 11. Deut 15, 2. 
Unrichtig vgl. Oesen. mit diesem Stamme das deutsche schmeissen, 
Niedrd. sm it en, eine Nebenform zu mittere mit vorgesetztem Zisch- 
laut, wie lecken = schlecken, fallen und atpaXKeirV fallen. 
liiKgoQ neben Gfi^x^oQj in welchen Wortern sammtlich der Zischlauf 
nicht zur W. gehdrt Nur die eigentliche W. D8^ == no^ ist mit dem 
Indogermanischeu zu vergleichen. 

^S2t V. d. W. r]St = 3!lt, UH zusammenbringen, zusam- 

menbinden, davon n^^ eig. Bund, daher Saulenknopf odei 
Rnauf, die verzierende Umwindung am Haupt der Saule. 2 Chron. 
3, 15. An die Bdtg. zusammenbringen schliesst sich im Syr. die 
ordnen, schmiicken. Verwandt ist 

iSIft y. d. W. flfl zusammenheften, ankleben = haften 

kleben. Thren. 4, 8. JlLo Terbinden. Ebenso 



I 



I 

I 



1) dnrch Wiederbolung def ertten Radikals. 161 

n32t V. d. W. n!^ = D2{ zusammenbinden, daher ra^ Bund^ 
Bundel, Getraidebiin del, Garbe. Ruth 2, 16. 

D31t statt Y^ y. d. W. 3!^. Nach dem arab. Jou^ zasammeu- 

fassen, sowie nach den iibrigen verwandten Stammen, nimmt man 
das Wort Ruth 2, 14, am lichtigsten in der Bdtg. zusammen- 
raffen oder fassen: man raffte zusammen fur sie, d. i* 
man nahm fur sie Gerdstetes; dem Sinn nach ist das aller- 
ding;s so viel als : man reichte ihr u. 8. w. Das arab. cXlo bin- 
den, fesseln, IV. schenken ist anders zu fassen, indem es eig. 
wohl heisst: Jemanden yerbindlich machen und zwar durch 
ein Geschenk. 

*lDlt y. d. W. DS^ = 3!lt zusammenbinden, anjochen* 

Verwandt ist 

ntDS y. d. W. atl)zu8ammenheften,binden, fesseln. 

Diese Bdtg. hat der Stamm Thren. 3, 35, wo Oesen. u. De Wette 
^gen den Zusammenhang iibersetzen : sie yertilgten. V. 52 und 
&4 erUaren es naher: 

Kf umjagten mick gleicb dem Vogel 
Grundlof meine Wideraacher, 
Fefsellen an die Grabe mein Leben, 
Und wfilzten einen Stein anf micb : 
Wafser iiberatrOmte mein Haupt^ 
Ich dacht', ich bin verloren! u. a. w. 

Er ist also in der Grube noch nicht wirklich vemichtet , sondern als 

Gefangener darin nur der Todesgefahr prelsgeg^eben. 2) Z u s a m m e n- 

2iehn — den Mund, daher yerstummen (,\;u»<^dC schweigen), Nif. 

stnmm werden, Job 23, 17; iibertragen poet, yernichtet wer- 

deo, zum Schweigen gebracht werden, Job 6, 17. Ebenso 

flif. znm Yerstummen bringen — vernichten, \p. 54,7. 101, 5. 

Pi. ^. 119, 139: es brachte mich um = yerzehrte mich mein 

Eifer u. s. w. Aethiop. A^i^^^I vertilgen. Das Subst ny^Jt 

Lev. 25, 23, SO, kann nicht Vertilgung bedeuten und danach, w\e 

Oesen. n. A. annehmen , auf etwas Bestandiges, Immerwahren- 

iles ubertragen sein. Es steht so yom Yerkauf: das Land 

M€ier*s h«kr. WanelwArlerbnch. ^^ 



162 II. fiintenverdoppeUe Perfekta 

soil niclit verkauft uerdcn. — nn^D!^^ fiir bestandis:, fui 
iminer. Diese Bdtg. erklart sich vielmelir einfach aus der auel 
Tliren. 3, 53 nachgewiesenen Bdtg;. von nO!2 zusaminenheften 
binden; daher das Subst. das Zusammenhangende, (Jnuntcr- 
bvochene; sodann von der Zeit das 1 mmerw ahrende, Bestan- 
dig^e. Diese Bdtg. bestatigt endlich auch das wurzelbaft verw. *l**Qr 
bestandig, von dem Stamme 

*lQn der zwar als Verbum nicht mehr vorkommt, aber dem 

oben crklarten TDH zusammenbringen u. s. w. genau entspricht; 
ebenso hangt er zusammen mit 1^)1 >= nD!2, nB!2 u. s. w. Daher l^pr 
eig. das Zusammengebraehte, der Zusammenhang, Be- 
st and, besonders in Beziehung auf die Zeit, Ez. 39, 14: Mannei 
des Bestandes wird man auswahlen, oder Manner der Be- 
standigkeit, d. I. die bestandig bei dem Gesehafte bleiben, alsosoviel 
als angestellte Manner. Ebenso: Opfer des Bestandes. 
d. h. v^as immer Be stand hat, tagtaglich gebracht wird, Num 
28, 6 if. Endlich wird das Subst. mehr Adv. und bed. bestandig^ 
Das Wort ist gebildet wie r]*ipt{ Herbst, e\g. die Zeit der Obstlese 
Ygl. Ewald §. 323; Gesen. u. A. ieiten es dagegen von "i^lD be wege i 
her, was eine doppeite Schwierigkeit hat, einmal in Betreff des Ge 
schlechtes, das bei diesem Worte nicht so leicht, wie bei TD^X 
Schuler, D^n Beisasse, 7^in Qualer, zu erklaren ist, da e 
unpersonlicli steht und seiner Bdtg. nach ganz richtig ein Femin. seii 
konnte. Doch konnte roan hier immer noch Anhaltspunkte fur dies< 
Ausnahme finden. Schwieriger aber ist zweitens die Ableitung dei 
Bdtg. selbst. Von der Bewegung und Erschutterung kann man 
nicht so ohne Weiteres auf die Yorstellung der Bestandigkef^ 
kommen; denn fortgehen bed. der Stamm nicht Gesen. fiihrt zwar 
das chald. Knnrn F^m* &n; allein da ist die Uebertragung sehr natiir- 
lich: die Umkreisung ist etwas ununterbrochen Fortlaufendes, in 
in sich Zuriickkehrendes, daher Fortdauer, Bestandigkeit. 

n&D V. d. W. r|D (stattOSD) = ^IT, Ul zusammendrangen. 

dr lie ken, besonders heftig und gewaltsam etwas treifen, dahei 
stossen, schlagen, wie die wurzelhaft verwandCen Stamme p§C 



1) darch Wiederbolnng das eriten Radikalf. 163 

UDCJ pg*i Bchlag^eii. \ks^ percusHt. iX«jio id- Daher bed. *1BD spe- 
ciell: die Brust sehlag^en, als Zeichen heftfger Trauer, beson- 
ders on Todte, wie plangere^ yLoitxta&ai. Vgl. Jes. 32, 12. Nah. % 8. 
Lac. 18, 13. Jos. antiq. XVI. 7, 5. *lgipQ Trauerklage, Tod ten- 
kltge verbunden mit jener Beweg^iig. Im Arab, steht in demselben 
Sinn U yerw. mit lyni. Die W. rp ist in dieser Bdtg. zunachst 
Yerw. mit nB*l, li(> stosgen, verletzen, mit ttm^rm tippen, tupfen, 
Skr. twp tddten , beleidigen. n^t acb I aehten. 

n!3T V. d. W. nr (statt r^) an. Xsy. Gen. 30, 20, schenlien, 

1^1 GeschenlL. Eig. bed. der Stamm wie nt3]{, JuLo zusammen- 
binden, anbinden, daher ein GeacheniL ertbeilen, ein Ange- 
binde. Diesen Sinn verlangt auch das Wortspiel Gen. 30, 20, das 
wir 80 wiedergeben l(5nnen: „Leah sprach: angebunden hat mir 
6ott ein achdnei Angebinde, nun wird mein Mann mit mir ver- 

biiiden bleib^n" u. s. w. Attders ist die Gmndbdtg. iibertragen in 

" " ^ 

(Xj'j U. Kttsammenziehn — abziehn, abpfliicken. lY. schau- 

nen, Schanm naeheit. Mit ^3^ bewohnen, Gen. 80, 20, ist die 

W. illerdlnga verW., ab^r nicht durch geraden Wechsel von d und /, 

vielmehr bildet "On (= nnt) auch der Bdtg. nach den Uebergang zu 

Aetem Stamme. 

iZr^n dieser Stamm kommt als Verbum nicht mehr vor; muss 

^ einmal existirt baben, weil er die Yoraussetzung fiir nTI iat, wo- 
bei # in r libergegangen. Dauach erklaren sich auch folgende Subst. 
1^ Honlg, eig. das Zusammenhangende , Klebrige, Schleimlge, 
laher \m arab. yMj«> Me dsc hen masse (eig. etwas Zusammenhan- 
gmdes, Versammlung) , daher ferner das Fern, nt^^ J(»* 30, 6, der 
R5ek€r, tig. die Fleischmasse, der Klumpen auf dem 
Ricken des Kamels, verw. mit dem athiop. JHiCl B^rg^ a<nha- 
*cfc MA.CI Hikgel, denn von ttbl ist zunachst abgeleitet der 
Staam nsi zusaiiimenbringen, zusammenreihen, daher auch 
redtn. Sodann ^3n zusammendriicken, kneten, baeken. 
n^ snsammengedriickte Masse, Fcigenkuchen. Der sym- 
boliscbe Name Hos. 1, 3, OJ^yjTD fwr ein buhlerisches Weib, be- 
seicfanelelD doppeltes ZuaanmendrlickeD = Umariaen, da- 



164 IL llintenverdoppelie Perfekta 

her Vereinig^ung, Bcischlaf mit Zweieii. ro driickt dif 
iiaherc Beziehung; aus, nicht die Abkuiift: Tocliter von doppel- 
ter Vereinigung =z Begattiing, d. i. die Doppelgattige. 
als weitere Erklarung von ip]) die Weichende = Abweichende. 
Abtriinnige; vgl. ein Tiior in Hesbon D^!!lVrQ Tochter von Vie- 
ten, d. i. wo Viele ein- und ansgehn. 712? znsammenziehn, zu- 
sammen wohnen, bildlieh: zum Yertrauten oder Genossen 
haben , wie pe^ i/;. 5, 5. Vgl. Etoald §. 477. Yon diesem Stamm end- 
lich ist ahgeleite.t das chald. pT zusammenziehn, zusammen- 
brin^en, daher eriangen, gewinneu. Dan. 2, 8. Syr. kaufen. 



9, IS. 

■ 

Die iibrigen Weehsel der Zahn - und Znngenlaute unter einander 
stelle ich zunaehst iibersichtliJb zusammen , um dann bei der Anwen- 
dung nicht jedesmal genothigt zu sein, die einzelnen Uebergange 
durch Regeln und Bei^piele zu belegen. Ausser dem so eben nach- 
gewiesenen YlTechsel von 8 und tj und t und 8 findet sich im Semi- 
tischen 

23 ein aehr gewohnlicher Uebergang des im Allge 
meinen dumpferen 8 in das hellere r, ein Uebergang, dea 
man bisher theils nur ausnahmsweise zugab, theils ganz laugnetes 
der aber dennoch, wie ich bestimmt nachzuweisen hoffe, im SemitS 
schen ebenso haufig, als im Indogermanischen sich findet. Im SansP 
krit namentlich, wie im Lateinischen , Gothischen und Deutschen \m 
dieser Weehsel sehr regelmassig. Im Latein. z. B.wird s zwischei 
zwei Yokalen, und zwar nicht bloss in Flexionssilben , haufigr, wi* 
fU8, juris, BtAtt jusis; honos, honoris u. s. w. Der Zischlant i0 
hier urspriingliGh und schwerlich diirfte auch sonst irgendwo ein uii' 
mittelbarer Riickgang von rms sich darthun iassen. Wo er sich fin- 
den soUte , konnte er nur vermittelt sein durcli die spiritnelle Nator. 
des r, das gem gehaucht gesprochen wnrde. Nur scheinbar hat r 
zuweilen Ansprilche auf Urspriinglichkeit , z. B. in uro, ussi; denn 
im Skr. lautet die Wurzel noch tisch, brennen, verw. mit Ost, die 
Licht- und Feuergegend. Ygl. im Niederd, Osel, gebranntes, ver- 



1) durch Wiederholung det eriten Radikals. 165 

kohUes Leinen, das man als Zundschwamm gebraucht. Ebenso ist 

gebildet juro von jus^ oro von os u. dgl. Dialektisch wechselt ferner 

im Gotliischen und Deiitschen 8 mit r; goth. auso = ovq, auris^ Ohr. 

Daneben besteht aber noch Oese = Oehr, eig. Ohr, eine ohrahn- 

licbe Oeffnung;. Unser u r in vielen Zusamnieusetzungeu lautet goth. 

««, Skr. ut^ Niederd. ut-= aus. Daher Urtheii, eig. Austheil, 

Entscheidung, £rtheilung, Ursprung = Aussprung, vgl. ent- 

springen. Urschwinge, d. i. was vom Flachse fallt, schweiz. Aus- 

scbwinge, eig. das Herausgeschwungene. Ebenso stamuit das r 

in frieren von friesen (Friesel, Frost), wie noch ira Niederd. 

freisen, verw. uiit gjptaaw , frigeo. Ferner kiesen (pers. guzidefi) 

= kuren, verw. mit kosten =^ gwttarcy eig. scheiden, aus- 

scheiden. Vgl. Kies, das Einzelne, Getheiite, der kornige Sand; 

Kiesel, der schneidende, harte Stein; ferner auch keusch, eig. 

getrennt — voui Umgang des Mannes. Diese W. entspricht der hebr. 

^, Dp u. s. w. Die Beispiele sind sehr gewohnlicb, INd. verleisen, 

verw. mit 1 OS, losen, lassen, Veriust, Nhd. verlieren. Ich 

H'a8=ich war. Gischen, gaschen = gahren, daher Geist 

und Gier. Lat gaesum=^ Ger, der Speer. Lehren von leiten 

^leisen, d. i. auf die Spur geieiten; vgl. Ge-leise u. dgl. mehr. 

Im Semitischen nun wurde ein solcher Uebergang von s in r 
■^esonders noch durch die bekannte Hauchnatur des r begiinstigt, so 
^^s der Wechsel bier nlcht ^uffallender ist, als der ebenfalls sehr 
Sewohnliche von s und h. Ganz deiitlich geht von zwei zusammeu- 
^tehenden Zischlauten im Arab, in einigen Wortern der erste in r 
^ber : KM = ,-**.l^ ; HDM = ILLI^d Ebenso ist in DDID a b - 
^ressen das r durch die Verdoppiung des s aus DD3 abschneiden 
cntstanden. Vgl. auch das talmud. inp^§ (plaster gesprocheu) aus 
fdsitas entstanden. Ferner DTTp aus b'nj? Axt, ^yJ3 id. Oades 
= Gader; Tangis = T anger ^ Massilia = Marseille, Die Bei- 
spiele, welche Gesen.^ der friiher diesen Wechsel nicht zugab, im 
Lex. man. S. 911 und im Thesaur. noch anfiihrt, sind meist unrichtig; 
z- A. pn und pi^ sollen nur Ein Stamm sein; allein D und 13 sind 
verschiedene , oder wenigstens besoudere Wurzehi und beide durch 
Verdoppiung; des zweiten Radikals entstanden yy^ = m3, pT)3; tt2 == 
= nn, pn. Ebenso >6hid on und in in DOn und Din zwei verscliic- 



166 11. HlBtenvercloppalle PeifekU 

dene Wurzelo. Der Wechsel betriflFt in der Kegel uur die Bild«ng» 
silben am Schluss, nicht die Wurzeln, obwolil alierdlngs wegen dei 
Lautahnliclikeit zwischen D nnd n:3 dieselbe Verwandtschaft der Bdtg 
atatt findet, wie zwischen *in und 7n, ohne dass wir desshalb jedoel 
bereclitig^ sind, die angefiihrten Stamme so gradezu auselnaader her 
zuleiten. Fiir den Weclisei inn Seraitischen sind zunacbst zn vgl 

Bfpa = ipn; B^fin = "isn; afan = -on; irtii, oro, yr^ = nra; nra 

(V. rn^) st yxvi\ w<^ *{ch zusammen oder zuriickziehn Tor Je 
mand, mit ^x konstr. daher verabscheuen; ^^ zuaammen 
ziehn = *iott^ zusammenhaiten, hiiten, wahren. Die W 
ist D8^ = D2{ u. s. w. Ebenso entsprechen sicii anch der Bdtg. naci 
'- ^ and yji. sich riihnien, prahlen. ^J*.^ punktirt, mi 
scliwarzen und weissen Flecken bezeichnet sein = ^ flecki; 
sein. (jl^ajo, \^=^ betriigen. pjp.tlf = A<t>44r causat ver 
abschcuen, verwerfen. tt^Dj; = 0/1^1 verdorren. Hiebei is 
im Arab, die Aehniichkeit der Schriftziige , zwischen v und %, die nu 
wie im Syr. d und r durch einen diakritischen Punkt unterschiedei 
werden, schwerlich, wie Gesen. meinte, in Anschlag zu bringen, in 
dem die altern semitischen Schriftarten sie deutlich genug auseinan 
der hielten. Das r heisst nach seinen altern Zeichen auch der Kopi 
buclistabe, Resch. Ygl. das umgekehrte griech. P im Phonik. Seh 
ahnlich sind aber die Ziige von D und 1 z. B. auf dem Steine zu Car 
pentras. Mehr beweist vielleicht die Stellung des n im Alphabe 
dicht vor Uy wonach man wohi noch fiber die Verwandtschaft beide 
Laute ein Bewusstsein gehabt 2;u haben scheint. Im Aethiop. ist den 
r sogar eine Steliung zwischen zwei Zlschlauten UJ und fi (= i 
und D) gegeben worden. 

3) Kin mehr anerkauuter Wechsel ist der derLiqui 
daten untereinander wie in den indogermanischen Sprachen 
indem sie sich nicht bios erweichen , sondern auch verharten konnei 

a) Das hartere r geht haufig in das fliessende I iiber, wie it 
Indogerm. X€t(>ov = lilium; (p^aysXkvov z=z fiagellum^ F lege I. Cai 
car Sporn, eig. etwas Gekriimmtes statt carcar. Burdur turl 
ein offentliches Hurenhaus, franz. bordel. Das Wort ist gottlo 
nicht deutschen Ursprungs, wie Schmitthenner meint Feme 



1) duroh Wiederbolung det enton Radikalf. 167 

Marmor = Marmel, Barbier = Balbier; Zuiider und Zun- 
del; Kircfae, iiti Aileinan. Chilche, sciiweiz. Kilche. Die Sine- 
sen, die bekanntlffch kein r haben, siibstituiren z. B. in Eigennamen 
ilafar / uud sag^en Lusse statt Rnsse. Ferner wird in den phoneti- 
schen Hieroglyphen der Aegypter r und / durch dieselbenZeichen aua- 
gedriickt) oder I In detnot Schrift nur durch einen Beistrich unterschie- 
den. Vg;l. Champollion Gram, egypt. p. 41. Im Semit. vgl. folg. Bei- 

b) Umgekehrt verhartet sich / zuweilen zu r, wie auch in an- 
deru Sprachen ; das Pehlewi z. B. , welches urspriinglich kein Zei- 
cheu fiir I hatte, setzt r dafiir und untcrscheidet spater das I durch 
ein kleines Hackchen am r. Vgi. fenier tlU^e aus titulu^; apotre^ 
anooToXog, Ebenso Gibraltar aus Gebel al Tarik; das span, arfil 
der Laufer im Schach, statt al-fil, Elephant, wie a. W. Schlegel 
zuerst bemerkt hat. Tigris aus bp'^D und zwar nach der Verkiirzung 

arani. n^^"^ arah. &JL:^4> • Ferner innerhalb des Semitischeu selbst 
rUDTK arab. «lLo*|; mnW samarit. nimx divinitas. Vergl. Gesen. 
Thesaur. Auf diesalbe Art ist das Pron. rel. lt^t< aus Wk entstanden. 

V -• V -I 

c) Haufiger aber geht I in das noch weichere n iiber, wie im 

griech. ijX^oy, dor. i^vd^ov. jSeXrtarog, ^tvxiaxog. Ebenso D^ljJ = Ijuo ) 

^ = r^.; ILJL = ftJLyju.; n^c?^ = nac^i; ipaXn^^^tov , rnnjpg im 

B. Dan. 737 statt 7^7. Im arab. JuJl^ und .ly^^JL^ der Ensrel 
uabriei; ebenso Jl)|^I und ^jjut^l Israel. Namentlich sprechen 
die Araber in mehren Ortsnamen C^alastinas statt U C^t^) weicher Im; 
Beitin statt Betel; Zer'in statt Jizreel u. s. w. Vgl. ito^iMlm 
UQd Smith Palastina und die siidl. angr. Lander 1841. U. S. 339 ff. 

d) Ebenso geht das n auch zuweilen in { zuriick. So wird aus ]n^ 

um den Gleichlaut aufzuheben im Aram. 7n^; ebenso stelit fiir ^^n, im 

Aeth. 5lAA>I zwei. Vgl. Konrad, portug. Coir at, Derselbe Ueber- 

g^ang kommt vor in liBtXoq in Furcht gesetzt = furchtsam, f eig 

aas dtvvoq fnrchtbar, eig. gefiirchtet wie jnii. Ferner ]t^ 

hartes, felsiges Erdreich, AvAiev Plin. hasaltes ^ Basalt, neben 

^aacaflrtjg, ein schwarzblauer Marmorstein. Das Wort ist echt semi- 

tisch und kam auch zu den Aeg. bschn gruner Basalt. Vgl. noch 

PitQcVj att. XLtQOv,' vvfiq>r) = lympkd^ e^evog auch e0eXo£, Ein auf- 



168 II. HmtenTerdoppelle PerfekU 

fallendes Beispiel dieses Uebergangs findet sich bei den Bewohnern 
eines Kreises im sudL Sina In lihkien (gluckliche Niederlassang) , die 
einen besondern Dialekt redeu uod unter andern statt n ein I setzen, 
z. B. Lanking statt Hanking. Ebenso sprechen bekanntllcb die Porta- 
fisen, die von den Bewohnern des friihern Minreicbs den Namen 
hdrten, ihn.aus. Ferner Limpo oder Liampo statt Ningpo u. s. w. 

e) Sehr seiten geht I dnrch Vermittlnng des n in m zuruek. T\2y)'i 
arab. g^^,^ ; das Zahlwort 3 lautet kopt. achamt fstatt aeholt) and 
weiter schoment. 

f) Leichter geht m in n iiber, wie DHt = J;h (•Ljjf = ]il3; 
^ = 1^^ ^ heiss sein = lO^* Letzteres kann nicht von J3^ 

abgeleitet werden , da dies eine ganz andre Bdtg. hat. t^^ ^= »^i 
Fehler; tMD = D-l^ wan ken a. s. w. 

g) Zerstreut findet sich auch ein Uebergang von n in r, wi 
danum and da^ov^ Skr. kankotn = cwcumUj crocus ^ 0^79 H. 
4, 14. Oospodin = Haspodar^ Or dan = ordre. p|g in p^n£) vgl 
J^ aram. 13 Sprw. 31, 2. Anders |n^ scheiden, priifen and 
von der Wurzel PQ. ' 

h) Einen nnmittelbaren Uebergang der T-Iaute in das liquide -^ 
wie ihn Oesen. and Ewald §. 90 in mehren Wortern annehmen , kan^ 
leh im Semitisclien viellelcht nur in dem Eigennamen T^S, der ai^M 
tff\B entstanden sein konnte, zugeben. rp]f gehort zu chjf h^s 
decken von der Wurzel 7];; rpy dagegen ist eine Weiterbildun^ -. 
von n^j; verhiillen. *1TM and TtH sind nur dnrch die W. ?K 
Ctm = nm, im, btt^, ]m). Ebenso nnr and Snr. Verschleden ab 
sind die Stamme mp and HTp gebildet. Vgl. dariiber schon S. 97. 

A us dem Uebergange von s \u r erklaren sich zunachst eine 
ganze Reihe von Stammen, von denen dann wiederum durch neue 
Ableitungen mehre Familien ihren Ursprung haben, welche die ganze 
Reihe von « in r, r in Ij I \n n u. s. w. herabsteigen, in der ein- 
fachen W. aber ihre gemeiiisame Grundbdtg. und ihre Einheit haben. 
Dahin gehoren: 



II. darch Wiederbolnof dei ertlen Radikals. 169 

Tp2?* V. d. W. ptt^ = pftf, •!p= diek, dicht scin, daher 

Iptt^ (statt tt^S^) Vig. dIcht machen, bedecken, verbergen, 
daher tauschen, lugen. Mit p^iftf hat der Stamm nichts gemein, 
wie Gesen, annimmt Vei'w. abcr ist 

np2^ an. Xey. Jes. 3, 16. Part. Pi. ntlj?^ von den Augen der 

Weiber gesagt. Die Rabb. iibers. geschminkte Augen oder 

Gesichter, nach dem chald. *lpD schminken, fucare^ eig. be- 

decken, dicht = dunkel machen (vgl. *intS^), indem man den 

Rand der Augen schwarz zu farben pflegte. Allein in dem angefiihr- 

ten Verse ist noch nicht vom Putz, sondern von den uppigen, ver- 

bablten Gebarden der gefailsiichtigen Weiber die Rede. Ausser- 

dem war das Schwarzfarben der Augenrander mit stibium CTfiB), wie 

Doch jetzt im Oriente (vgl. 711:3) eine ailgemeine Sitte, die mit zum 

Anstande gehorte und passt auch desshalb nicht in den Zusammen- 

bang. Dasselbe Verbum bed. im Chaid. aber auch sehen, eig. 

dicht, festmachen, d. i. einen Gegenstand mit den Augen fixi- 

fen, worin das Sehen iiberhaupt seinem Wesen nach besteht. (Vgl. 

bn Hebr. das verw. 72U und n^^ sehen.) Sodann bed. es weiter 

^mhersehen, den Blick frech umherwerfen. So fassen es 

VUringaj Koppe, Oesen., Hitzig u. A. Aehnlich schon die LXX. 

Und Vulg. Ewald iibers. es etwas matt durch schielen, indem er 

^t^ Liige vergleicht. £s bezeichnet vieimehr das kokettireude 

Augenspiel eroberungssiichtiger Weiber; denh dass an eiue Lieb« 

haberjagd zu denken ist, geht auch aus dem Folgenden hervor, wess- 

«alb wir es am riclitigsten iibersetzen: mit kokettireuden, oder 

frechbuhlenden Augen. Diese Bdtg. bestatigt das wurzelhaft 

verw. ^ ^ A 1) dicht, daher dunkel sein, iibertragen: zweifel- 

baft 2) Kokettiren, vom verbuhiten , verliebten Betragen der 

Weiber. « " ' *' 




^ c 



& Koketterie, sonst auch ^jld, Jy^? J(> geuannt. 
^S^ Jl^(> unanstandig und verliebt norit Jemand umgebn. 

"DE^* (statt B^3tt^) v. d. W. '!]B^= dick, daher voll sein. 

Vgl. das arab. j^*»>. dick machen == anfiilien. y <~ »- auge- 

fullt, daher auch trunkeu sein. Ebenso atliiop. flTt^Cl voll, 



170 Hiitenverdoppelle PeifokU 

erfiillt fod Etwas (,m gnten Skkn)^ dann auch vol! von Wein = 
trunken. Im Hebr. steht es mehr von elnem anstandigen Ransche 
trinken bis zur Beiterkeit Hohel. 5, 1. Gen. 43, 34. Hagg. 1,1 
wo 68 sogar ala Folge der Siinde hervorgehoben wird , dass der Wdi 
seine herzerfreuende Wirkung versagt: 

lylhr trink^l and werdet nicht trunkf elig I** 

Dann steht es allerdings anch von efgentlicher Trunkenbeit Gen. 9, 21 
Im Niederd. sagt man sogar etymologisch uberef nstlmmend : did 
sein fur trunken sein. Das kopt. thakhi ebrius esse^ enthal 



dieselbe W. *^, Das Subst. I^t^ ist allg. ein berauschendei 
Getrank, besonders frischer, siisser Wein, . ^"' Wein, na 
mentlieh Palm wein. Das Wort ist mit einer ecnt semitischen Stel 
gerung ins Kopt. eingedrungen: axog-xsQ der Wein nach der erste 
Auspressung, also Most, Siisswein. 

^2tt/ = dicht, festmachen, daber miethen, dinge 

fur einen Preis. i^{^ das Feste, der ausgedungene Lobn. Voi 
derselben W. ist das deutsche dinge n, bedingen, d. 1. einen Pakt 
einen Vertrag machen, gebildet; denn das n ist nicht wurzelbaft 
sondern bildet baufig, wte im Skr., Im Lat. und Griech. das Prasens, 
vgl. ich denke und ich dachte, (verw. mit deucbten, dicbten) 
eig. dicht machen, znsammenbringen , daber von der bilden- 
den Phantasie, ^ft£fer^, Cvgl. diinken;) daber sich vorstellen, 
ein konkretes Bild, eine Anschauung machen; sodann den ken. 
Ebenso auch in dingen von dig = dick, gedeihen , ge-diegen. 

Wurzelbaft verwandt ist 

. 

n^D V. d..W. "p = dicht, festmachen, zudecken, da- 

lier vers top fen. In der Schreibart steht es Esra 4, 5 fiir nj^ ver 
dingen , vermiethen. Weicber iautet der Stamm 

n^D ^* d. W. ^ = :iD decken, festmachen, daber ver 

scbliessen. y^yi^ 3nT bed. wdrtllcb dichtes = gediegene 
Gold, daher reines, lauteres. T*i:iD stammt von keiner anderi 
W., sondern bed. der dicht oder dicktraufelnde Regen 
Regenschauer = ^Lm^jsl^ starker Regen. Ferner "riap = 
Decke, Beatel, Verschluss. Hos. 13, 8. Anders i)'. 35, S, w 



1) dnrci WiederholuQg det entmi ftadiktis. 171 

cs Ehiige fiir das skythfsche aaya^i^ Streitaxt balteu, Her. 7, M. 

Jedenfalls muss es eine Waffe beKeichneu. Nach dem Hebr. konnte 

iBB Dichte, Dicke, Feate fiir Keule flieben; alleiii richtig;er 

Aenkt man an eine scbarfe Waflfe, weii ea beiast:. entbloaae 

Speer und noo! Das Dichte, Feste kaon iiberbaupt audi fur 

Erz, Eiaen, oder fiir etwas Scharfes, Durcbbohrendea ate- 

ben, so daaa das verw. ij^l durchbobren naher zn vgi. ware. 

.Eitblosae wider meiae Verfolg^er Speer und Axt!* 

Vgl. Tfg daa Feste, Harte, daher Scharfe = Dorn; n|ftf Pfeil, 

p^Messer. Ygl. secure. ^Xjc percmsit. 

n3l V. d. W. "^jt dicht, festmachen, daber behalten, be- 

wahren, im Gedachtniss balten, Ex. 13, 3, gedenken, er- 
innern. ^DT = Ge-dach-t-niss, das Festhaiten im Bewusstsein. die 
KontiQuitat der Vorstellungen und Gedanken. Ygl. ^^\ fassen^ 
begreifen, wissen. Nur aus der angegebenen Grundbdtg. erklart 
sichi^T = y^l das Dicke, Feste = Starke, daher das Mann- 
liche von Menschen und Tbieren, wahrend das Weibiicbe wohl als 
das We ic he oder Sebwache bezeichnet ist. Vgl. 112} der Mann, eig. 
<ler Starke, dann auch das Mannliebe, masculus^ Deut. 22, 5. 
Jer. 30, 6. 31, 22. Job 3, 3. Gesen. u. A. lassen sehr unpassend das 
mannliebe Gescblecht von der Fortpflanzung des Andenkens be- 
naont sein; dies konnte doch nur von Menschen gesagt sein und 
Ware auch bier keine kiare, specifische Bezeichnung, wie sie die 
alteste Yorstellungsweise oflfenbar erfordert — Wurzelhaft verw. mil 
"Dt ist das deutsche denken und dan ken, vgl. S. 170. Nament- 
licb entspricht das letzte Wort sehr genau und bestatigt die gegebene 
Erklarung von denken; denn der Dank, danisch noch einfach faA, 
island, thock, ist das Festhaiten einer erwiesenen Freundlichkeit im 
Bewusstsein, also das lebendige Andenken und die Erinne- 
rung daran, die sich praktisch als Erkenntlichkeit aussert. 

IW (statt Vfn^ = an^ = nrroO v. d. W. dicht, feat zu- 
men sein, daher 1) dunkel sein, IsUm- Daher das Subst. 



sam 



9 ^ ^ 



Tl^ wie j^u# die Zeit vor Sonnenaufgang, wo das Dunkel noch vor- 



lierrseht, die Dammerung des grauenden Morgens, das erste Mor- 



172 IL Hinlenverdoppelte Peifekta 



£;endunkel, Gen. 19,15. Jes. 14, 12. Joel 2, 2. Vgl. "IDC^, schwarz 
u. fur die Uebertrag. Wa^jw tnia:tus^ daher die Morgenrothe. Uebei 
wiegt dagegen das Licht schon, so heisst die Morgenzeit 1D2 von *ip 
spaiten, durehbreclien, wo Helics und Finsteres bereits gi 
schieden ist Aehnlich heisst im Skr. samdhjd^ das Zusammen 
faalten (von sam = cvVy cum und dhd) diese Zeit des Zwielichti 
sowohl am Abend, wie am Morgen. Vgl. (ntio(pcDQ^ (pc}(r(pc3Q u. s. ^ 
Yerw. ist yj^3aX dunkel sein und C^n. Auch das deutsche dun 
kel fiibrt auf die W. duk = diek, dicht, angels, doc = dunkel 
schwarz, schwed. tokn Nebel u. s. w. I *\ U dunkel, finste 
sein; ^^x^ nubes tenuis, Aus der Grundbdtg. fest zusammei 
sein erklart sich 2) die Uebertragung: fe«t an einer Perso 
oder Sac he sein, d. i. ihr anhangen, daher Pi. sIch an Je 
mand hangen, sich ihm anschliessen, sich zu Jeman 
wen den, hinstreben, besonders zu Gott, daher mit 7K konstj 
Job 8, 5. Dann auch mit dem Accus. Hos. 5, 15. \\), 78, 34. Sodan 
driickt Pi. wie ofters eine reine Anstrengung, ein Streben und Wollei 
aus, daher intl^ an Jeman d wollen, streben an ihn zu koin 
men, daher geradezu sue hen, aufsuchen, hinstreben, abei 
mehr dichterisch. Job 7, 21. 24, 5. Vgl. sequu Skr. dnu-achak Adv. 
aiieinanderhangend , daher nothwendig, und im Arab, die einfache 



e ^ 



W. -p - summum studium adhibuit in re. Gesen, nimmt wie A. zwei 

Stamme fiir diese zweiBdtgg. an und leitet die letzte ausserdcMu falsch 
vom Hervorbrechen ab, wonach auch die Morgenrothe C= Mor- 
gendunkel) benannt sein soil. Im Arab, kommt hiezu noch eine dritte 
Bdtg., die der Stamm auch Jes. 47, 9, 11 haben mujs, namlich: zau- 
bern, bezaubern, eig. festmachen, anziehen, verlocken 
daher behexen und dann weiter tauschen. Im Hebr. aber: eii 
Zaubermittel gegen £twas anwenden, wegzaubern, be 
sprechen, wie 61^ med. rat^. II. Vgl. im Aethiop. A7AI magi 
sche Kunst, besonders Astrologie. 

nJ2^ v. d. W. :it5^ dicht machen, d. i. nieder oder nied 

rig machen = hw b e u g e n , vgl. rTlc^ , nn:^ n i e d e r I a s s e n, inti 

niedergeschlagen sein. Dieselbe Bdtg. zeigt das arab. y^f^j^ 
ausschiitten, ausleeren, II. herablassen, weiter gebllde 



1) durch Wiederholung deg erf ten Radikalf. 173 

J^iul effudit^ prajecit^ wie n:iB? iin Chald. Daher nj^ eig. Wiirf, 
daher das Geworfeoe, die thierische Leibesfrucht; Ex. 
7,13. Vgl. (b§j und) das wurzelhaft verw. xJL^Uw ein Junges, be- 
sonders von Schaafeii und Ziegen. 

nnO V. d. W. no fest an einer Sache sein, ihr ankangen, 

nachgehn, daher iiberhaupt umhergehn, wandein und han- 
dela, verkehren. nno Kaufmann (daher schachern), arab. 
^Ls. Die Steigernngsform "innnosich schnell bewegen (voin 
pochenden Herzen) 1st vollstandig ins Aeg. aufgenommen ; kopt. ax£(>- 
xwp volutare , volvere. 

nnU Caus yr\)l entstanden) v. d. W. TO = "^p , "^p u. a. \v. 

dicht zusammen, daher eingeschrumpft, eingetrocknet, 
durr sein, im Gegensatz des Nassen als des Aufgelosten. Diese 
Bdtg;. des Stammes zeigt noch nn!^ = 7^^^ dicht s= trocken, diirr 
>eiD; nn)l ausgetrocknet, ausgesogen vor Durst. Jes. 5, 13. 
Vgl. seicht, ver-siegen. n^n!j ausgedorrt, ausgebrannt. 
ntTH!^ diirres, wasserloses Land, Wuste. An die Bdtg. des 
lieddrrten, Gebrannten, Ausgetroekneten schliesst sich 
die des Weissen, Schimmernden; daher HiL glanzend, blen- 
Jend, iibertragen: hell, heiter. Vgl. Tl^t = HDt weiss, rein 
sein. In dieser iibertragenen Bdtg. steht auch iHil schlmmern^ 

weiss sein, glanzen = nn!i = nnt, ^Htp, ^-J^' ^'Hft^, vgl. . (^ a 
Neumond. In der ersten Bdtg. steht aber noch 

nnO = *iI3DO:iD fest maehen, verschllessen, daher 

Vp Schloss, verschlossenes Gefangniss, Gen. 39, 20 IF. 
^*e I3pt3 Jcs. 24, 22. Das Siibst. ino Hohel. 7, 3, bed. ebenfalls 
Cmschliessung, Umgebung: ,,deinNaheI ist ein Becken 
der Umschliessung, d. i. ein wohlumschlossenes, umwun- 
denes oder eingefasstes Becken, nicht fehle der Mlsch- 
wein dazu!'^ So entsprlcht das Parallele: Dein Schoos ist eine 
Waizengarbe, umwoben mit Lilien. 

^J2P ^- ^' ^- VD ~ ^°> P^ ^' *• ^- ®*was fest, heftig, bc- 
riibren, (vgl. lyo festmachen = stiitzenO daher 1) 8tossen„ 



174 II. Hiitenverdoppelle Perfokta. 

auf etwas eindringen oder lossturmen, dahersturmeii 

^ ^ ^ ^ ^ ^ 

Hab. 3, 14. Vgl. yfib^o einbrechen, hineingenn := ^«>9 dai 

auch stossen bedeutet Davon ist abgeleitet Jl^3 =^ jL^«> ein 
dringen, hineingehn. Vgl. .^n_m wohin streben, gehen 
r-^'' IL eindringen. ytj^.t. Hab. 2, 7 vom ungestiim draDgendei 

Glanbiger. Von der Bdtg. des Stossen a kommt 2) die der befti 
gen, erachutternden Bewegung; stossen = tosen, stiir 
men, besonders vom Toben des Meeres, Jon. I, 11. Daber weltei 
aufgeregt, erschuttert= besturmt sein. Jes. 54, ll:Di 
Gebeugte, Besturmte u. s. w. Pi. in stiirmische Bewegung ver 
setzen = fortstiirmen. Zach. 7, 14. Vgl. 1a^ verdrangen, ver 
treiben. 1^ zerstreut sein. s^ajl&, id. Zju&, a) bait, beftfj 
gegen Jemand verfahren. b) Aufruhr, Zwietracht erregen = CiOLi 
u. s. w, DiBui Subst. *iJJQ bed. Stoss, daber beftiger, stossender 
Wind, Sturm. Ebenso stebt das wnrzelhaft verw. n]^ an. Xif- 
Tp. 55, 9 rom Winde: stossen, fortstossen, binraffen = HTd 
=£ rp^ u. s. w. Wurzelhafk Terw. fst der Stamm 



130, daber ^IjL& Decke, Bedecfcung, Mantel, infr. % _^ mit 
Haaren bedeckt, bewachsen. Daber i]^ Decke, natur- 



' 1) dicht machen, decken, bedecken, vergi* 
e, ^ 



S o "^ 



licbe Haardeeke, wesshalb das Wort wie oL& kollectiv das 
Haar, oder die Haare iiberhaupt bezeichnet. Aethiop. I^'hC* 
pUus; .A^C- hirsutus, pilosus. Das kopt. schaar, schar pellis^ 
vestis pellicea ist dasselbe. Sodann bezeichnet Ij|i7 anch eine kunst- 
llcbe Haardeeke, einen.harenen Mantel. 2 Kdn. 1,8. Mit dem 
deutschen Haar, )(tiq hat also die W. y&r nichts gemein, sondern isl 
mitpf^, kopt. «o& = Sak, Decke u. s. w. zu vergleichen. 2) An 
die Bdtg. des Dichten schliesst sich die des Borstigen, dahei 
TXyjffBi die Gerste wegen der aufstarrendeu Aehren. S) dicht 
feat beruhren, C^gl. ticken tango') stossen, daher erschut 
tern, fortstossen rp. 58, 10. Dann iibertragen: erschiittern =r 
erschrecken, and zwar wie unser erschrecken intr. erbeben 
sich entzetzen iiber Etwas. Ez. 32, 10. n]^ a) Ersehiitte 
rang-s= Sebreck. b) Storm. Pi. wie lyo fortslnrmeii. Jol 



1) dnrch Wiederliolung det enten Radikals. 175 

27, 21. — Fur. die Richtigkeit der aiigegebeilen Grundbdt^. Apricbt 

*' ^ ^ 
auch das arab. yu^ festmachen , erf ass en nnd zwar init dem Geiste 

fassen, vernehmen, begreifen, wissen. Vgl. *i3t. Mit dem 

deutschen sehauern nnd schaudern, das Gesen. vergleicht, 

Q ^ '^ 

kann die W. nicht venv. sein. Vgl. noch ^Uu^ Dickieht von Ban- 
men. guL& Waldnngen. . "f^v^r das Dicbte, Feste = Stani* 
mig;e, daher Bezefchnung; Hir Gewachse iiberhaupt, die Stamme 
haben, also besonders Ban me. So erklart sich anch *V]^ das 
Diehte, Dichtbewaehsene, Bewaldete, daher das Wald- 
gebirge fm Lande der Edomiter, Sf^JbJf^ nicht das haarige, wfe 
Gesen, u. A. meinen, obschon die Genesis den Namen damit zusammen* 
stelit nnd zwar keineswegs unrichtig; denn die Grandbdtg. f&r Wald 
nDd Haar ist dieselbe. Von Menscben und Thieren gesagpt kann be- 
wachsen nur behaart bedeuten, Tom Beden aber: mit Ge- 
Wachsen bedeckt, bebuscht, bebaumt, bewaldet Wenn 
iichterisch auch das Laub etwa das Haar der Baume genannt 
werden kann, so ist die Uebertragnng desselben auf ein struppiges 
Waldgeblrge doch gar zu winzig. Vgl. itljL& a) bewaehsen, 
liedeekt mit Gras, Pflanzen, Baumen, daher b) struppig, 
ranh, z. B. von der WoIIe eines Scbaafes. e> dicht, fest, hart, 

vonDingen. Vgl. !iLi barter Fels. CTTJ?*? **"* dichte, dicke 
Regentropfen, wie das parall. U^yy) Deut 32, 2, daher ein Re- 
. genschauer, wie das wurzelhaft verw. Tn:iO. 

nj22^ V. d. W^. jns^, verw. mit lyfef, lyo und bed. wie diese: 

ikhty festitaachen, daher 1) einen Preis oder ein Mass fest- 
naehen, festsetzen^ vgl. n^ftf, daher .niv die Preistaxe. 
IBb ein bestimmtes, festes Mass. Vgl. Gen. 26, 12. 2) Fest- 
[ Bachen, verschliessen, daher n]^ eig. S^chloss oder was 
man verschliesst, daher auch Scb loss = Burg, ar.r, Esther 
4)t,6, und weiter Festung, Stadt Deut. 12,- 12. 14, 27. SpecielL 
iber bezeichnet 1J2^ den Eingangspunkt einer Stadt u. s. w. das Sadt* 
thor, welches meist eine kleine Festung fur sich war und daber auch 
des Hauptsamnelplatz der Einwohner, das eigentliehe Forum bil- 
lete. Vgl. das verw. irj6 Schloss, verschlossener Ort, Gefang- 
ifsa. Gen. 30, 20 it Der Hanptkampf bei Belagerungen drangte 



176 II. Hintenyerdoppelte Perfekia 

sich fmnier urn die Thore. \g\. Richt. 5, 8, 11. rp. 127, 5. Gew5hi 
lich fafiist man das Thor nach einei* weiter abgeleiteten Bdtg. a 
Spalt, Oeffnung, womit aber die Eigenthiimliehkeit desaellM 
als Schloss und Schliissel der Stadt ebeii gar nicht bezeichn 
ivare. Es ware gerade so, als wenn man beliaupten wollte, d( 
Schliissel babe seinen Namen vom Aufsehllessen erhalte 
Das Adj. 1]^ Jer. 29, 17, geht ebenfalls von der Vorstellung d( 
Festen aus und bed. daher bart, rauh, berbe — von ungenies 
baren Feigen. Ygl. ^jui^f mager, eig. zusammengesehrumpft. Ebeni 
ynyifl hart, berbe, schwer (zu ertragen,) daher anstossi) 
unleidli^cb, entsetzlich, abscheulich. Jer. 5, 30. 23, 1 

18, 13. Vgl. %\Jm schlecht sein, missfallen, ^mZ, scbmeri 
lich, empfindlich, eig. schwer treffend, hart beriibrend. M 
dem deutschen schanrig und schauern hat das hebr. etymc 
logisch nichts gemein. Die einfache W. liegt noch vor iuScheo 
sIch scheu-en, d. i. sich hiiten (vgl. Scheu-n-e, eig. Deck< 
Verdeck = crxij-vi;; Scheuer = Schau-er; Schuh, d. i. Be 
deckung, Schu-tz u. s. w. Aus der Grundbdtg. ergibt sich end 
Ijch 3) die: im Gedanken etwas festmachen, beschliessei 
^inen Plan, eine Ansicht fassen, daher meinen, denken, Sprfi 
23, 7 ; es beisst dort von V. 6 an : 

Vom Brot des Schelsachtigeo geniesse nicht 
Und verlange nicht nach seinen LeclLerbissen ! 
Denn wie er denkt in seinem Innern, go ist cr: 
„\b8 doch und trinlc!^ wird er dir sagen, 
Obwohl sein Uerz nicht mit dir ist. 

Ewalds Uebersetzung : „als ware er gespalten in seine 
Seele, hatte zwel Seelen statt einer,'' wIrd nach der bier gegebene 
Ableitung schon etymologiscb nicht zu rechtfertigen sein. Ausserdei 
ware auch der Gedanke bier ungehdrig; denn der Dichter will nici 
eine Doppelsinnigkeit der schelsiichtlgen Grossen iiberhaupt hervo 
heben, sondern dies, dass sle anders rede n als sie denken. W< 
durch ibre elnladenden Worte sich tauschen lasst, wird schon einmi 
zu seinem Aerger erkennen, dass sie ganz anders gesinnt sind, als s 
sprachen und wird daraus Ihr Wesen bestimmen konnen. Wie c 
denkt, so ist er wirkllch und so wird er im Leben sich zelgei 



1) durch Wiederholuog des eraten Radikals. 177 

nicht aber, wie er hoflich oiid hofmannisch vielleiclit gesproclieti. 
Iss und trink doch! wird er dir sag^en, obsclioii sein Herz dir keines- 
we^ zugethan ist. Verw. mit dem obi^eii Staniine ist 

iKt^ indem der Guttural zii dein leisesteii Hauchlaiite abg;e- 

schwacht ist, zunachst intrans. IKl^ dick werden. aufgehn, 
aofschwellen, wie oni^, n^ftf, daher gahren, von Aufgehn, 
Anrschwellen des Teiges. So steht namentlich der welchere 
Stamin -ttjfij aafgehn, gahren, daher iKi? der Gahrteio^, der 
das Aufschwellen bewirkt, wie fermentumj bei uns iiach der 
Wirkung auf den Geschmack als Sauerteig bezeichnet. Ganz Irrig 
vergleicht Gesen. iNftf mit sauer, woselbst das r zur Wiirzel gth6rt, 
<lic von elner andern Vorstellung; ausffelit. niNCto ist das Gefass, 
Korin man den Tefg gahren lasst, derGahr- oder Backtrog. — 
80 erklart sieh auch wohJ das bis jetzt unerklarte ItX^ 1) poet fur 
Fleisch, Leib als das Dicke, Massenhafte, gleiclisam An- 
i;e8chwoIlene oder Angewachsene. Vgl. (jto^Lub Korper. 
UOAiaUtf dick, gross, korpulcnt yMk^tS cnmosm fuit. Noeh 
naher entspricht j <^ ^< dick, breit = Jl-^lJ dickbauchlg 
•cin. Danach bed. iKt^ 2) das Angewachsene = der Ange- 
korige, Blutsverwandte, daher ilirn INt^ der Angehorige 
seines FIeisches = sein leiblicher Verwandter, Lev. 25, 49. 
^ebrigens konnte diese Bdtg. auch wie sonst in n&fl von der des Flei- 
sches ausgehen: Fleisch von seinem Fleisch. Doch vgl. 
pKJi 8ociu8. Jjtj etwas Angeborenes, Angewachsenes , Warze 
(= Wurzel, d. i. Gewachs.) 3) Kost, Speise, Uhterhalt, 
eig. wohl das Zugehorige = Nothwendige. Ex. 21, 10. Vgl. 
^yU neeeasiiasy res necessaria. 

Die zweite Hauptbdtg. des Stammes iMtS^ lib rig sein, die kei- 
aer andern W. angehort, ergibt sich so: aufgehn, in die Hohe 
gehn, nach oben kommen, daher oben := iiber, driiber 
sein, Nif. ubrig bleiben. Hif. iibrig lassen u. s. w. IH^ 

'as Uebrlge, der Rest = nnXB^. Im Arab. bed. l^LL alles 

• • y ^ 

Cebrige, daher auch gradezu all, alles, welche Bdtg. Firuzabadi 
twar nichl billlgt, deren Gebrauch und Vorkoramen Freitag aber mit 

Xein'f ktkr. IfaRelwOHerbvcb. 12 



178 II. Hintcnverdoppelte Perfekin 

Uiir'echt Iau<^iiet. Vgl. Kasegart. arab. Chrest. p. 2, Z. 7: ,»a» seiii^ 
Fingcrn wareii Riiig^e aus alien Goldgruben ^a I • j" I f . j t ^ ^ V 
Das kopt. r7;o omnis. ist dasselbe. 

"li^in auch hier ist der Hauchlaut wurzelhaft und das ") gehc 

der Blldung des Perfekt an. Der Stamm hat sicb zunachst verhart 
aus IMtt^ (statt ts^MtS^ vgl. ^^Ll^ fest, hart sein) nnd schliesst si 
weiter an die Bdtg. von ^y^ festmachen, festbestimmen a 
daher IMn I) die Grenze festsetzen, eine Grenzlinle zi< 
hen, zeichnen, Pi. Jes. 44, 13. Pu. gezogen sein = sich hii 
Ziehen, sich erstrecken. Diese Bdtg. nehmen mehre ancb 
Kal an. 2)Festniachea, bilden,g^estalten, daher 1^^^ G 
bilde, Gestalt, die Leibesgestalt, namentlich die schor 
Gestalt. Yg). formosus von forma, 1 Sam. 16, 18. jT^ a V. gi 
staltet, schon gestaltet sein. — Die an^egebene Grundbdtj 
bestatigt das entsprechende Wort im arab. %LJ festmachen. 1^ 
Jemand mit den Augen fixiren, fest, scharf ansehen 
den Blick auf ihn heften, dalier auch mit den Augen verfolgei 
Sodann auch: mit einer Waffe Jemand scharf zusetzen, stossei 
Entfernter zu vergleichen ist anch %Li* verfolgen, nachstelle 
und zwar derBlutrache wegen, daher Rache zu nehmen suche 
an Jemand. Der Stamm hat sich so erweicht aus dem wurzeiha 
verw. intS^ sue hen, aufsuchen. Die iibertragene Bdtg. von IM 
sehen wir endlich in dem verw. aJou =dicht, festmachen uii 
zwar die Granze, daher abgranzen. Vgl. *^^n und 7Dn. 

npT ▼. d. W. pn Ctpn = npn) verw. mit Tp, m; die im al 

gemeinen von der Vorstellung der lieftigen Beriihrung, d< 
Stosses u. s. w. ausgelit und mit tango, tetigi, goth. tSka, tikh 
u. s. w. zusammenhangt. Daher ipH in der speciellen Bedeutui 
durchstossen, durchbohren. Vgl. \i f' confodit hasta. 

nnD V. d- W. HD = Tltj '=P = dicht, dick, daher g 

^ ^ ^ ^ ^ 

schwollen sein = (jaiaLyw intumuit vulnus] jMb^4> geschwo 

len sein, vgl. ^Jk^S dick, fleischig sein; daher PI. D^ 

Geschwulste, Beulen und naher Pestbeulen, 1 Sam. 5, 6, 

Deut. S89 ST. Dann bildliche Darstellungen , Abbildungen dfeser G 






1) durch Wiederfcolunf des eratei RadikaU. 179 

fwbware, als Weihgesclienke far die GoUbcit 1 Sam. 6, 11, 17. Vgl. 
J^So ausdehnen, ^^<So ausgedehnt nod hocb. Der Ads- 

druck D^IDL? ist von deii Masoreten iu der aiigefiihrten Stelle im 
Keii gebraucht, fur das Im Text stehende D^Sj; ErhShungeii, 
Hug^el =. Beulen, worin man, wie die alCen Uebersetzer zelgen, 
eine Bezeicbnung des Hintern fand. Danacb bat man das Wort 
Ton verscbfedenen Afterkrankbeiten gedeutet und bald an Hamor- 
rhoidalknoten, bald iiberbaupt an Aftergescb wulste, an 
Feigwarzen, mariscaey u. dgl. gedacbt, obwoM letztere als sfphy- 
litischen Ursprungs dero hebr. Altertbume, wfe der alten Welt iiber- 
haapt, fremd gewesen sein miissen. Hamorrbofdenknoten aber kSnnen 
um so weniger geraefnt sein, da die Krankheit offenbar ansteckend 
war und verbeerend die ganze Bevolkerung, Alt und Jung, ergriff. 
Auffallend begniigt sicb nocb Gesen. mit df eser Anffassung , obwobi 

* 

der Hintern, der allein zu dieser Dentung gefiibrt baben kann, in den 

Stellen ganz uustattbaft ist, scbon dessbalb, weil man, wfe O. The- 

ms zu dieser Stelle richtig bemerktt, nicht wobi sagen kann "p Ti^T] 

schlagen an Etwas, an einen Theil des Korpers. sondern be- 

stimmter 7J7 stehen miisste. Scbon Aquila bat das Wort licbtig Ton 

Hirem nm sich fressenden Gescbwiire verstanden: to ttjQ 

d^ytdaivfjg JXxog und diese Bdtg., die wir hestimmter als pestartige 

Schwaren, Pestkarbunkein nebmen diirfen, wfrd niebt bios 

dnrcb den Zusammenbang, sondeiii aucb durcb Deut. 28, 27 bestatlgt, 

wo der Ausdruck mit dem agyptiscben Aussatz Oonpf V^ 

^gyptische&r Gescbwiir von ]nt2^ aufsebwellen, aafscbwft- 

ren, wurzelbaft verw. und abgeleitet von JTItt^ = T1V, /TTtt^, ^TOf) 

nnd ahnlicben bosartigen Hautkrankbeiten zusammensteht. Man kann 

dies nocb ganz unzweifelbaft erwefsen. Es befsst 1 Sam. 5, 12: „die 

Manner, welcbe niebt starben, wurden mit Beulen (Dvfiy> 

H^escblagen*'. Nun ist von der Pest bekannt, dass sie nnrbeilbar 

ist, wenn der Kraiikbeitsstoff in Beulen ausbricbt, die bei gutartlgem 

Terlaufe der Krankbeit scbon am dritten Tage sicb zeigen und aucb 

Jes. 38, 21 , als ein Zeicben der Genesung des Konigs Hiskfa ange- 

fuhrt werden. Ygl. 2 Kon. 20,7. Sie sind langlicbrund , erst rotb, 

dann blau iind scbmerzcn selir. Notbwendig indess baben diese Pest- 

12* 



180 II. Hinlenverdoppelle Perfefcta 

beulen oder vielmehi* Karbunkein, (denn die eig. Pestbeulen brecbei 
nur an einzelDen weichen Theileii aus) die Genesung des Kranliei 
nicht zur Folge; er schwebt immer noch mehre Wochen laug^ ii 
Lebensgefabr, wesshalb die Kranlibeit iiberhaupt sehr wohl danaci 
bezeichnet werden koiinte. Ygl. I Sam. 5, 9: er sehlug^ die Leu ti 
der Stadt, Gross und Klein, und es brachen Beulen ai 
ihnen aus. Vgl. Ex. 9, 9 f. riysy^tj Beulen, Blattern. AehnlicI 
sind die Pocken benannt, denn der Stamm ist verw. mit Bucket 
Puckel (= pers. Jjb Achsel), oder Blatter = Blase. Aufein< 
Pest deutet ferner die Angst vor Ansteckung, als die Lade nacl 
EkroD gebracht war, sowie der wirkliche Ausbruch der Krankheit da 
selbst, was sehr leicht durch stoffliche Beriihrung geschehen konnte 
Dasselbe bestatigt auch I Sam. 6, 6, wo der Verf. an die Verstockun^ 
Pharaos und an die agyptischen Plagen erinnert, was um so passende 
selieiut, da die Pest recht eigentlich in Aeg. heimisch ist. Ygl 
Am. 4, 10. Jes. 37. Ex. 9. Ebenso passend sind die Mause CD^"):}^] 
Feldmause) als gottverhangte Landplage, als »die Pest der Fel 
der*^ wie Oken sie treffend bezeichnet, neben der Pest erwahnt 
wozu noch bemerkt werden kann , dass die aeg. Hieroglyphen dure, 
das Bild der Maus gradezu die Pest symbolisch bezeichnen 
Hieraus erklart sich bekanntlich die Sage bei Herod. 2, 241 , dass eii 
Schwarm Feldmause iiber die Assyrer gekommen und in einer Nacb( 
ihreKocher, Bogen und Schildriemen zerfressen babe, so dass sie, 
von WafTen entblosst, die Flucht batten ergreifen miissen. Vgl. Jes. 
36 — 39. Daher, fiigt Herodot hhizu, steht im Tempel des Hephastos 
dieser Konig (Sanherib) von Stein mit einer Maus auf der Hand, 
welche in Schriften sagt: „schau auf mich und sei fro mm!*' 
Als Bild der Pest ist sie zugleich ein memento mori und erklart 
jenen Sprnch. 

njn V. d. W. :n==decken, bedecken, sich iiber Etwaj 

- T 

ausbreiten, daher briiten. Jer. 17, 11. 

n^ = "Dt, dicht, festzusammen , daher geduckt, klein. 

gering sein= iy2(, Jkac a) sich ducken, neigen -= \_kffi-_ 
zum Uutergang neigeu — von der Sonne, b) geduckt, nied- 
rig seiD, libertragen: verachtet sein = ^j. Etwas weitei 



1) dnrch WiederboIuDg det ertten Radikals. 181 

abgeleitet ist Jl^ klein, gering, wenig seiu. Vgl. nocli ^A^id 
gedriickt, beeiigt, geaugstigt sein. 

Diese bereits abgeleiteten Perfektbfldungeu werden nun der 
Unterbau zu einer Reilie neuer Stamme, indem der verdoppelte Laut 
s = r zunacbst in / nnd dann welter noch in n ubergelit: l^tt^, b^^y 
i3tS^ u. s. w. Zunacbst 

7\d0 ^c«'w- "**^ ^^ V- ^- W,pB?, pftf dicht, festmachen, 

sodann ein Gewicht bestimmen, daher wagen, abwagen, 
mit 7 Jemandem etwas znwagen n. a. w. 7pt^ das feste, abge- 
wog^ene Gewicht, ein kleines Pfund Silber, dessen Gehalt sich 
aber nicht genan mehr angeben lasst, da er in verscliiedenen Zeiteu 
versfthiedenen Werth -gehabt zu haben scheint. Im Syr. enthalt ein 
Seliel 4 griech. Drachmen. Es hat ursprnnglich allg. Bdtg. wie pandoj 
Pfund = pondua. Vgl. Jl^' pondus. Das Wort kam (durch die 
Ph5niken) auch zu den Griechen, (TtxXog, aiyXog, sichis. Die Halfte 
dies Gewiclits hiess j;p:^, der 20ste Theil, die kleinste Silbermiinze, 
rri) = G ran = Korn. Wurzelhaft verw. ist 



•PDO 



^ f^ 



yO V. d. W. po dick, dalier schwer sein, Jj[^, davon 

€in jetzt zwar nicht inehr vorkommendes hpQ Stein, das aber das 
uffenbare Denom. Pi. ^jpo mit Steinen umgehen, steinigen 
tiodentsteinen, aussteinen, noth wendig vorauszusetzen scheint 

/D\Q V. d. W. rjtsf 1) dicht, fest, verflocbten sein, daher 

/3&fM Geflecht, Biischel, Traubenbuschel. Vgl. Jl^^ bin- 
den 11. flechten. 2) Fest, verschlossen sein, daher ab- 
^eschlossen, abgeschnitten von einer Sache, (vergl. T)^ 
^ergessen) daher weiter einsam, verwaist, kinderlos sein. 
jL^aj Hif. Hos. 9, 14: verwaist, kinderlos roachen = fehl- 
gebaren, wie sonst auch Pi. kinderlos machen a) durch Ermor- 
dong, b) durch eine Fehlgeburt, daher abortiren. Dann steht es 
abertragen vom Misswachs, z. B. des Weinstocks, Mai. 3, 11, 
febltragen, d. i. nach dem Bilde: vernothreifen und vor der 
Zeit abfallen. Yerwandt Ist 



162 II. UiiHenverdoppcltc Perfekla 

^3{2f V. d. W. 7|ttf dicht, fest macheii, dalier speeiellei 

Hif. 1) das Auge auf Etwas heft en, einen Gegenstand fix ire n 

niisclianen, betracliten, wie das wurzelhaft verw. HD&f. -2) fes 
machen =- besoniien handein, sich zusaiumennehiBeii 

daher besonnen, klug sein, 1 Sam. 18, 30. Hif. Besonnen 

heit, Klughelt zeigen = klug, weise sein, (vgl. nvmve^. 

auch klug machen = lehren u. s. w. 3) King, einsichti 

verfahren, dalier geschickt, gliicklich handein =^ Gliick hs 

ben. Uebrigens konnte man auch die zweite Bdtg. so von der erstc 

ableiten, dass das Sehen auf inn ere Einsicht iibertragen war 

Furfdie erste Bdtg. vgl. aber JC& a) diclit, fest an einer Sache seii 

dran hangen, zu ihr hinneigen, mit J( konstr. b) In einc 

Sache fest sein, drin hangen oder stecken, d. i. Anstand nel 

men, zweifeln, mit ^ konstr. Zu vgl. ist fenier ^^^ einer SacI 

anhangen = danach verlangen. HI. Jemandem nahe kon 

men = gleichen, ahnlich sein. ^L^ dicht = nahsichti 

wer Alles wie in der Nalie sieht, also scharf, genan. Verw. i 

mit der W. ^uA verlangen = wollen. Vgl. XiC^ Pi. strebe 

such en und damit nachtraglich den Stamm pj^t^ 1) dicht hint 

einer einer Sache her sein, gierig danach suchen, lechze 

Jes. 29, 8. Sprw. 28, 15, wie pitt^ sectari, daher iiberhaupt 2) la 

fen, rennen, bes. um Etwas zu erjagen. Joel 2, 9. Jes. 33, 

Daher das Hif. von pitsf 1 auf en lassen = iiberlaufen. pitsf ei 

der Lauf fur Schenkel Cl^nterschenkel) , vgl. Richt. 15, 8: < 

CSimson) sching sie — "^p^^ ^J^ p^ttf d. h. den Schenkel noc 

fiber oder ansser derLende, d. f. den Schenkel mitsamn 

der Lende; 7)1 bed. hitr inauper, noch obendrein, wie An 

3, 15. Gen. 32, 12. Ex. 12, 9. Der Sinn dieser vielbesproehenen, ab( 

nie rich tig erklarten Redensart ist augenscheinllch der: er schla 

sic erst auf die Hufte, und als sie dann noch nicht umfiele 

audi noch unten an den Schenkel, schlug sie also dermasse 

wie wir sagen wurden, dass sie weder gehen noch stehen konnte 

Vgl. im Arab, die Redensart: Am^ Jl^ Vt^' ouoU vom Ausbru< 

eines schweren Kriegs. — Von der ersten Bdtg. in pltt^ kommt ^1 

cig. Anhanglichkeit, Verlangen, bes. Liebesvcrlange 



1) durcJi Wiederholung d^g erften Jljladikali. 183 

HCT t ^n Selinsucht. Ich wage iiiclit zu entsclieiden , ob das Skr. 
«d&a=Sacht, Selinsucht, daher Trauer, verw. sein mag. 
Doch vgl. aequi anhangen = folgen; ixrog, Skr. sakta u. s. w. 

^2^ V. d. W. ra^ Cverw. mit in^^j elg. dicht machen, 

drangen, stossen, daber aii«stosseo, hervorbringeD, bes. 
T5ne, daher brullen, von Lowen. VgL ^AJml rugiit. l^C 
einen Ton ausatoasen, Jb^v die Stimme erheben. j | v rugiit. Warzel- 
haft verw. ist femer der Stamm ^Mttf, der ebenfalb vom Gebrtill 
des Low en und ubertragen voqh jDonner steht. Femer TVj}l 
schreien, [jo f. i. id. Ferner Le4> a) stossen, drang^n, be- 
wegen, b) ausstossen — einen Lavt, rnfen n. s. w. Ygi. liv 
schreien, rufen. c) Auf etwas hinstoasen , hindeuten = ticken, 
z«ig[en = dctxw/it, daher 8^Lx5 = digitus indejr. Femer pjnt, 
schreien. n^ a) hervorbringen, sprosaen, von Pflanzen, 
b) Worte hervorbrf ngen , red en. Vgl. ^j^Uw Tdne hervorbringen, 
sprechen. Mit dem deutschen schall'en, welches Gesen. ver- 
gleicht, hat TTItS^ nicht die entfernteste Yerwandtschaft. Das Subst. 
nW Rauchermuschel, Ex. 30, 34, offenbar fdeutisch mit TV^ 

• " • • • • 

der Muschel, die das Purpurblau lieferte, bed. entweder das 
Dichte, Harte, Hornartige, oder bezeichnet iiach einer mehr 
ftbgeleiteten Bdtg. die Farbe, das Dichte = DunkIe, daher be- 
«timniter das Blaue. Vgl. B^n. Die W. ist iibrigens grundverschie- 
den vom deutschen schalen und Schale, womit es Gesen. zn- 
sammenstellt. Auch ist die W. keine andere, als die obige, wie 
Oesen. gleichfalls nnnimmt. 

/Xf V. d. W. atS^, vgl. natS^ verw. mit nns^gebeugt seln, 

daher act. niedrig machen, beugen, bes. ein Weib bengen, 
baodigen = nothziichtigen, achan.den. Jes. 13, 16. Dann ist 
eseui obaconer Ausdruck fiir: beiwohnen, beschlafen, wie die 
verwandten Stamme Jjij^ inivit muUerem; ebenso y^j j^ ^ * - 
l^j = i_> ^^\ J " yl.v, ^\ u. 8. w. Daher b^^ Fem. die Beilie- 
gerin. Beischlaferin, besoiiders die Hanptgemahlin eines Konigs. 
4^.45, 10. Wurzelhaft verw. ist D^U^ sich niederlegen, licgeii, 
was ebenfalls vom Beischlafe stoht. 



184 II. Hinlenverdoppelte Perfekli 

/30 V. d. W. Tp und zugleich ein abgeleiteter Stamm vov 

*OD, dessen Grundbdtg. 720 theilt, namlich dicbt, fest, ver- 
schlossen machen, daher verschlossen handeln, d. i. 
ohue Einsicht uud Uuterscbeidungsgabe, daber verstockt, 
stockdumm, thoricht sein. 730 der Verstockte, Hart- 
kopfige, Stumpfe oder Thor im Geseusatz zn ]1nj der zu unter- 
scheiden weiss, der Gescheidte, Weise. \g\. die einfache 
W. in gJLu sinnlos, thdricht sein. <X£^i 1) durum ae geasti, 
2) stultus fuitj wie ^JJloj und Ju. Vgl. ^^^ ^^ a durus, maJus in- 
dole fuU. my^ e\g. dicht, bedeckt, verscblossen maehen 
furs Bewusstsein, daher vergessen, eine baufige Uebertragang. Das 
lat atul'tus gebt von derselben Vorstellung aus, wie hx und bed. 
wortlich verstockt; (vgl. stolidus unthatig, daher auch geistig; 
unthatig, dunoini,) denn stuly verw. mit ^em deutscben still uod 
stellen, ist nur eine Nebenform zu sta-'rej Skr. sthdz=, stehen, 
und wie dies zusammenhangend^ mit stecken, stocken und weiter 
auch mit steif, Stamm, stumm, stupidus u. s. w. Aus der obi- 
gen Ableitung wird erhellen, dass der Stamm ^jt^ klug, weise 
sein, in seinem Ursprunge nicbt so bimmelweit von seinem Gegeo- 
theile hx thdricht sein, verschieden ist, wie Gesen, behauptet 
Diese jetzt allerdings sich entgegengesetzten Bdtgg. sind aus ein und 
derselben W. eutsprungen, wie verstehen und verstocken (vgi« 
vorher die Ableitung); denn verstehen bed. a) sich zu Etwas 
verstehen, d. i. sich zu Etwas fest, anheischig maehen, es auf sich 
nehmen. b) Geistig etwas erfassen, wahrnehmen, auf- 
nehmen oder ver nehmen (Vernunft), bes. ein reales Objekl 
erkennen, gleichsam mit dem Gelstesange einem Gegenstande vor 
stehen, ihn beherrschen, seiner machtig sein, daher be 
oreifen und dann welter auch: c) im Stande sein, sicl 
wornuf verstehen, wie kennen == konnen. Vgl. emaraiiai urn 
nach etwas andrer Anschauung das engl. understand in derselbei 
Bdtg. — Grund verschieden von 700 ist iibrigens der Stamm TOO, dei 
Gesen. u. A. nur als eine Versetzung der Laute ansehn. Verw. aber is 

7^0 abzuleiten von dem Stamm n:iD = 130, v. d. W. :iO fest 
maehen, d. i, als fest en Be sit/: rrwerbrii (v{;l. irfr dcr,f{.»s! 



'm 



1) dttrch Wiederbolung def enten Radikiff. 185 

^machte, ausbednngene Preis fiir eine Sache.) Daher TivX^ Eio;en- 
tbum, fester Besitz. Vgl. chald. ^yo erwerben. Vom Ver- 
schliessen oder EinscbliesseD der Schatze, wie Gesen. meint, ist die 
allg;emeine Bdtg. wohl niebt ausgegangen. 

/jn von nrr sich fiber Etwas ausbreiten, ea bedeckeu, 

diher bruten; davon Sti etwas Ausgebreitetes, ein ansge- 
spanntes Tuch als Fahne, als Kriegspanier. Davon Denom. 
eine Fahne anfstecken. Falsch hat man Vi:! fur verw. gehalten. 

^ verw. mit ^y^ diebt machen = dncken, niederdriicken, 

r I 

beogen and weiter mit Ditif n. s. w. Daher ^y^ die zusammen- 

Sebogene, hoble Hand, wie T)[^^ Jes. 40, 12; sodann, was man 

in znsammengebogener Hand halten kann, eine Handvoll, £z. 

13,19. byj^ der eingebogene, sieb senkende Weg, der 

Hohlweg. Die Gmndbdtg. ist nicht ho hi sein, wie Hitzig zu 

Jes. S. 52, Gesen. u. A. anuehmen. Vgl. im Arab. Jjlim hasten, 

elg. drangen, stossen, von der heftigen, tonenden Ausstossang 

der Lungenluft, wie tussia mit tosen, tundere and stossen zu- 

ttmmeuliangt Vgl. Sntt^ Tdne aasstossen. UL^ bidcken = 
'^^ ^ ^ ^f 

ru :iMt^; die Grundbdtg. zeigt feruer in andrer Uebctrtragung JJL& 

dicht, fest halten an einer Sache, sich womit beschaftigen, 
abg;eben. Dieser Stamm aber ist abznleiten von ^jJu&t dicht 
aachen = dacken, beugen, daher 1) abbeagen, verdran- 
gen, vertreiben. 2) Abbeugen = sich entfernen, fort- 
gelin. 3) Abbeagen = aus der Reihe and Ordnung weichen, daher 
Dugeordnet, zerstreut sein, wie 4^. 4) Abweiclien, ver- 
lassen, leer lassen, leer sein. Aus der Grundbdtg. erklart 
aich 5) die Bdtg. das Bein abbeugen, zur Seite biegen, da- 
her aufheben, a) vom Hunde — um das Wasser zu lasseu. 
b) vom Weibe — coeundi causa. Vgl. ferner JjJ IV. dick, ge- 
presst voll sein. Ij^f dicht, fest machen, daher 1) ver- 
•topfen, verrammein u. s. w. 2) Zusammendrucken = zer- 
drucken, zerbrechen. Jki etwas Zusammengebogenes, 
Bucht, Engpass, Zwischenraum. Daiin die Ziisammenbiegung 
der Lippen, daher der Mund u. s. w., also niclit als Spa It bezeich- 



166 11. HiateaYerdoppelle Porfeku 

net. Ebeiiso i^jkJ Biegnng, Senkung^, daber a) Landatriel 
b) Ein ebuer, flacher Weg;. c) Bieguiig, Bucbt = Engpass 
daber aiicb Kluft, Spalt. Die letzte Bdtg^. ist eine aehr abgelei 
tete. — Das Subst. ^jntt^ = JliS, >.>ii3 («"« /*i»^ entstanden'; 
aram. N7yn Schakal oder Gold wolf, canis aureus^ nach Ander 
Fucbs, bed. scbwerllcb das Hoblentbier, wie Hitzig will, ode 
Graber, Hohleng;raber nach Gesen., wenn er auch dichteriscl 
im Arab. ^ji^iA^f y^\ Vater der Burg, d. i. Burgbewobnei 
heisst. Fiir Mause uiid Maulwi'irfe wiirde eine so allgemeine Bezeich 
nung eher passen , zumal unter dem Worte urspriinglich nicbt speciell 
der Fucbs, sondern eine ganze Thiergattiuig; aos dem Hnndsg^e- 
gesclUechte , die anch den Fucbs, Klagel. 5, IS, iind den Sclialial, 
1/;. 63, 11. Ricbt. 15, 4, umfaAste, zu verstebea Ist Man koniitc 
vermuthen, diese Tbiergattung sei von der heilen Farbe benannl 
worden, so dass jJL^ anziinden, ^ul& Feuerflamme, odei 
entfernter J ^ i "*-{ braun, rotblicb verglicheu werd^n kdnnteund 
der Stamm also wie Fucbs den Rotben, elg. den Feuerfarbi- 
gen, gelbrotblicben bezeicbne. Allein welt wabrscbelnlicbei 
fiibren die Scbakale von ibrem wimmernden , nacbtlicben Gebeiil 
das weitbin gebort wird, den Namen D^^]^ Heuler, wie D^^ 
Scbreier, worunter ebenfalls die beulenden Scbakale zu verstebei 
sind. Jes. IS, 22. 34, 14. Ebenso beisst der Scbakal im Aral: 
(5^1 ^1 Sobn des Gebeuls. Vgl. L|^ das Gebeul des Scha 
kals; im Skr. Aro^cA^ri = Kreiscber, Scbreier, d. i. Scbakale: 
pers. Juu£>. £s ist also in diesem Sinn h\i^ naber mit ^nt^ Ton 
ausstossen, bes. briillen, zu vergletcben. Wurzelbaft verv 
mit dem Stamme ^jns^ ist 

T'i^C^ wie aucb Hitzig ^ Gesen. u. A. anuebmen; nur dass d 

Grundbdtg. bisber nicbt ganz ricbtig angegeben ist. Dieser Stam 
kann nicbt wohl von der bereits abgelelteten Vorstellung des Hoble 
ansgeben, indem die Verbalbdtg. dabei unerklart bleibt, sondern i 
wie die der verwandten Stamme Ij;^, iKtt^ die des Dicbtmacbei 
nnd Drangens, daber VnH^, JlI, in etwas dringen (vgl. \\ 
erstreben, Jl^<> eindringen, bineingehn), daber mit Wo 
ten in Jemand dringen, fragen, bitten, suchen u. s. \ 



1) (lurch Wiederhoiong des enten RadikaU. 187 

V|i. nni^ und % U vei'folg^en, naclistellen. L^v diirehdrin- 
ftUj durchgrelfen. So bed. 7)Mt^ als ein allgemeiiierer uiid niclit 
bloss hebr. Name wahrscheinlich der Durckdringeiide, Ent- 
schiedene, Tapfere, dalier der Machtvolle, der Held. 
Au9 der Grundbdtg. erklart sich uun audi TSi^^ die Unterwelt 
als das Tiefeingehende, sicli Seiikende, Eiobiegende, da- 
heruberhaupt das Tiefe, die Klnft, der Abgrund (vgl. vorher 
iaj Einbiegung , Engpass, Schlucht a. s. w.) So entspiielit das 
Wort am passendsten der soiistigen Vorstellung der Hebraer uber das 
Schatteiireich, das sie sich niclit sowolil als etwas Hollies, (denn 
Aes batte auch in der Hohe oder aiif der Erde sich befinden konnen,) 
Kondern als etwas UnterirJisches, Tiefes, an den Wurzein der 
Berge, tief unter der Ei'de Befiiidllches sich dachten, tp. 68, 13. Dess- 
lialb beisst dichterisch die Unterwelt auch ]i*n^. Untergang, Ab- 
grund, nn;^ Abgrund, Jon. 2. \p. 69, v. d. W. ntt^, verw. nait «Bf 
in^btC^. Daher auch die Redensart: hinabfahren in die Unter- 
welt, Jes. 5, 14. Der Ursprnng der Vorstellung vom Scheol der 
fiebraer, wohin die Phantasie das Bild vorlegte, welches Im Geiste 
der Lebenden von ihren gestoi benen und begrabenen Mitmenschen 
dsein bleicher, blutloser Schattenriss zuriickblieb, lasst sich aus der 
Lokalitat Palastlnas sehr gut erklaren. Zunachst war es bei heftigen 
Erdbeben keine seltene Erscheinung, dass die Erde gewaltige Risse 
l>ekam und wohl ganze Ortschaften verscliiittete. Ausserdem sind die 
Serge Palastlnas ausserordentlich reich an Grotten, Erdhohlen und 
Kluften, die an sich schon einen gewlssen Naturschauer erregen und 
desshalb leicht als There und Eingange zu den Tiefen der Unterwelt 
vorgestellt werden konntcn. Vgl. Job 38, 17. Sprw. 9, 16. Weil fer- 
ner in solchen Felsklijften oft Quellen entsprangen , so ist dichterisch 
«nch von den Stromen der Unterwelt die Rede. i/;. 18, 5. Job 26, 5— 9« 
Die Phantasie hat diese Naturbilder nur welter ausgeinalt. 

Nocli welter abgeleitet erscheint der Stamm ^JJB^ = ptt^ sich 
oiederlassen, daher ]H^ ruhen, durch Wechsel von / und n, 
wodarch die Richtigkeit der gegebenen Deutung von 7VC^ und hwif 
kestatigt wird. Dariiber sogleich mehr. 

/Hil abgeleitet von HV^ in der Bdtg. s cli 1 mm e r n , h e i I s c i n. 



188 U. HiDteDverdoppelte Perfekta. 

i'lbertragen vom hellen Tone, jauclizen (wie Skr. avar :=z svan) 
Hif. hell, heiter machen, erbeitern. In ahnlicber Bdtg. stebt 
das wurzelbaft verw. pnn = mx elg. bell = belter sein, daher 
lacben, scberzen, spielen, wie im Skr. div glanzen, bell 
sein, dann aucb im geistlgen Sinn belter, froblicb sein, spie- 
ten, djuta Spiel. Iriig bait Gesen. pnit, pn&f fur einen Natnrlaat 
yon der W. pn, der dem deutscbeu ki cbern , Skr. kakh entsprecben 
soil. Allein die W. 1st m. Das syr. (Nasor) *?]n:i ist aus prDT, Jjf 
durcb Vermittlnng des y = ^ entstanden, wovon mebre Belspielean- 
gefiibrt sind bei Tuch, Komment. iiber die Gen. S. 164. 

Endlicb reiben sicb an jene Stamine aucb folgende, in denen das 
I noeb welter in n sicb aufgelost bat 

|5K^ sicb niederlassen (= Jj^3) wohnen. Vgl. nnc^ = 

^tS^sich ducken, senken, sicb setzen u. s. w. ^tS^ sicb 
lege n. Verw. aber abgeschwacbt ist der Stamin 

jy!^ (vgl. 1^5 stutzen) Nif. sicb niederlassen, stiitzeD. 

Nocb erweichter lautet der Stamm 

jK2^ ruben, Pil. pxCf. Ueber den Wecbsel vgl. n^t? = HJJ!? 

seben, schauen, eig. eInen Gegenstand mit den Augen fest- 
balten, fixiren. Daber bed. aucb T\})^ = y)S^ dicbt machen, 
bedecken, iiberzieben. Pilp. ];^)^ mit der Hand fiber Etwas 
fabren, daber bestreicbein, Jes. 11, 8, wo man es gewobnlicb 
zu matt durcb spielen iibersetzt. An die Bdtg. bestrelcheBy 
streicbein scbliesst sicb die: besanftigen, berubigen: ij;.94,lf' 

|30 V. d. W. "^p dicbt macben, nab zusammenbringeo, 

daber sicb beugen, dncken vor Jemand. Daraus erklarcii 
sicb folgende Bdtgg.: 1) d\enen, wober ]3D Diener, ganz wie 
minister der vertrante Diener eines Konigs, der Hausmeister 
Jes. 22, 15. Vgl. \^- Freund. 2) Dienen = einen Diens 
erweisen, daber Nutzen scliaffen. Job 15,3. 22,2. Von de 
ersten Bdtg. sicb beugen kommt 33 die: niedrig = arm sell 
Vgl. ^^- arm, elend sein (vgl. ^j^), daher ]3QD, ^jjJ^ 



eig. Adj. wie die Ausspracbe ^t,^"^ zeigt. Daber stammt bekann 



1) darch Wiederholanf^ def erf ten Radikals. 189 

Kch das franz. mesquin und das ital. tneschino. Wenn ]jD , chald. Jjp 
ein semitisches Wort ist, wie es scheint, so bed. es wie ]!^ ein 
lierrschaftlicher Diener im ausgezeichneten Sinn, Statthal- 
ter, Verwalter, Vorsteher. 

jniS stinken, nur als Sul)st. Joel 2, 20, n^r^ Gestank, 

Faalgerueh, v. d. W. HIT = Htt^, a&f dicht, dick werden, auf- 
quillen, aufgahren, daher von einem Stoff, der sieh auflost, 
faal und desshaib stink end wird. Vgi. JlS!^ corrupto odore fuitj 
oh coenum foetuit. (jmj^S* carrupta , turpida fuit aqua. Diese Ab- 
leituDg ist die naturiichste und nachste. Von einer ganz verschiede- 
nen W. geht ubrigens nt aus, welches Oeaen. durch Annahme einer 
Lautversetzung vergleichen konnte. Wurzelhaft verw. ist aber 

jnt^ V. d. W. ntt^ aufschwellen, aufqniiien, aufschwa- 

ren, daher ]*»ntl^ Geschwiir, Entziindung. Vgl. ynt^. Ferner 

' " " 

yj^iauw aufwallen = kochen, heiss sein. II. wie das verw. 

f£^ 1) in Wallung bringen, heiss machen, a) im phys. 

Sinn, z. B. Wasser. b) Im geistigen Sinn: in Aufregung brin- 

I sen, Zorn erregen. 2]) Machen, dass Etwas aufquillt, sich 

' ftoflost, zersetzt, daher faui = iibelriechend mac hen. Vgl. 

jTOt. 3) An die erste sinnliche Bdtg. schliesst sich endlich die: dicht 

s ^ ^ 
^dunkel, schwarz machen. x'^-^nr Schwarze. Vgl. die Bei- 

^iele unter vfDD- Weniger leicht ware diese Bdtg. vom Koch en 

^d Heissmachen herzuieiten. Die Vorstelluns: des Erhitzten und 

Durchgluhten kann nicht die urspriingliche Bdtg. dieses Stammes 

>ein, vielmehr ist die Warme, wie so haufig, von ihrer Wirkung 

benannt. ^jJxjc heisst eig. aufwallend, daher warm vom Was- 

ler. Vgl. Ia^io Milch anfkochen, und fiir die erste Bdtg. noch 

^*^si^ dicht, fest machen, zusammenbrihgen, einen 

Streit schlicbten, was jetzt freilich von jener Uebertragung 

Bebr weit absteht. 

|U^ v. d. W. m aufquillen, daher im Arab. ^jX^S qual- 
■en. danpfen, rauchen. (^4> Ranch.) YV.granis induruit 8ege8; 
Daher »j^^ das Dichte= das Kornchen, speciell das Hirse- 



190 II. lliDten?erdoppche Perfekta 

kdrnclien, hebr. ]rh Hirse, Ez. 4, 9. Im Arab. bed. der Stamn 
audi raiichig, gerauchert = dunkel sein, woosch Gesen, 
unbequem die Getiaideart benannt seiii lasst. Es ist vielmehr verw. 
iiiit ?J I Getrai de. 

ITT 

jHEO von mo dicht inaclicvn, zusaminend rackeo, dalier 

^ ^ ^ 
zerinalmen, uialen. Vgl. ^aJ^ frixit in sart^gine. "^21 zer- 

stossen = pp*l. Verwaiidt ist 

^ytO dicht, festmachen, daher 1) da.s VIeh bepacken. 

"j ^^A aufladen = ^j^)- 2) Heftig beruhren, durehbohreii. 
Vgl. "n^*! == "HJn aufi'eiben, ausloschen. ^jJDuo percussU. 

]^!^ aufbrechen, wandeiii, vom Zelte. Jes. 33, 20. Verw. 

mit JTO aufquilleii, aufgelin = faul werden. Ueber die W. J?S 
vgl. ^y-^v be we gen 5 cL^ Fut. id. ^ ^\ bewegen und aus- 

reissen und naher UQch Jxv bewegiich sein C= l^p IV. i> 
Bewegung setzen, ausreissen. Wurzelhaft verw. ist ferier 
"\^ (statt pyi:) schrelten. ^Jb/* sich wohin neigen, fijr odef 
wider Jemand. Noch welter abgeschwacht lautet der Stamm 

|b(2{ und bed. wahrscheinlieh zosaminen, zu Haufen briB* 

gen, daher yt^^l ein KollektlvuDU eig. Schaar, Haufen, Heerde, 
sodann allgemein Vieh und zwar Kleinvieh (Schafe und Ziegen). 
Vgl. g|/gvt^ eine Scliaar Ziegen. ]ntO zusammendriicken- 
Jc^ zusammen, versaininelt sein. ^Lb ein ausgedehnter, 

grosser Haufen. i.<ri,t^ eine Schaar Vieh, eine Masse 
Kamele = xjL^vJb* Eine* ahnliche Ableitung hat das deutscue 
Vieh = Skr. paqu-^ipecus "sk^w der W. pa(? hinden, pa^a Band, 
Sell. Das Wort bed. also zunaehst Verbindung, daher iui Grtecb. 
7i&/ti, iin Plur. meist Schafheerden. Dann im Lat. und Deutsche^ 
allgemein das Vieh. Die Form njS2 if;. 8, 8, oder ^<^ Num. 32, 24, 
stammt von der W. l^ und bed. nach dem Arab, das Fruchtbare, 
sich zahlreich vermehrende Vieh, Zuchtvieh, daber Haus- 
vieh und dann speciell Kleinvieh, Schafe. Vgl. XjJt fruchi- 
bar sein, viele Kinder, vie! Vieh haben. U^ grosae Nachkomniiea* 






1) durch Wiederhofung def ersten Radikals. 191 

Go ^ 

sehaft. yu^ proles^ foetus. Der Stamm bed. eig^. niederkommen, 
Terw. mit p^ nlediig; sein. r\l}l sich herablassen, herab- 
steig^en, daher audi \juc abiit et dilituit in terra mit ^. Von dem 
Part. n3!i konnte ]fe<!i allerding^s verkurzt sein, statt ]i!i = ^t^'Ji; allein 
leicliter und wahrscheinlicher sind zwei verschiedene Stamme fiir 
beide, jetzt ziemlich gleiche Worter anzunehmen. Fi'ir den Wechsei 
der Gutturale vgl. die mit ^HVi entfernt verwandten Stamme pS^ = 



p. 



TJl V. d. W. pt dicht sein, sleh dueken = |30. ^jJJ<> 

gebogen sein, sich biegen (vom Rand eines Gefasses). Vgl. 
pptdicht machen, dahei* 1) bind^n, kniipfen, Metall dicht 
= gediegen machen, d. !. lantern. Vgl. *i:iD. Dann steht es 
welter auch von der Lauterung des Weins. Diese Uebertragung geht 
Dicht vom Sacke, piff aus, craxog, goth. aakkuSj pol. aac^ ungar. 
uai, lappl. tsdkea n. s. w., vielmehr der Sack selbst bezefchnet das 
Dichte, Festgemachte, zusammengewebte Zeug, daher 
aoch das grobe harene Trauergewand. Im Lat. und Griech. ist aller- 
dino;s in saccwre^ aaxxi^^s^v jene Bdtg. als Denom. vorhanden, allein 

. nniichtig von Oesen. mit seihen, seigen Cversiegen, yg}. siccuSy) 
usammengestellt Aus der angegebenen Grundbdtg. erklart sich ]J)\^ 
sich dueken, beugen, daher altern, ein Greis warden, 
jaber das Subst )p^ der Alte, der Greis. ^^ der Gekriimmte, 
Hinfallige, Alte. Im Hebr. ist die Bdtg. allgemeiner. ]pt das 
Alter. Unrichtig leitet Oesen. die Bdtg. des Alten von ]p( her: 
'as bartlge Kinn des Mannes, eig. das Herabhangende, 
was urspriinglich wahrscheinlich nicht sowohl den Bart, als vielmehr 
dasKinn uberhaupt bezeichnete, vgl. ^o\ wer ein zu langes Kinn 
kit. Das Fern, steht von einem Weibe, dereu Geschlechtstheile herab- 
Uuigen. JUJ|6 der untere Theil des Kinns. Dann auch der 

Dnterlelb iim den Nabel herum. So konnte auch das Kinn sehr 

gat als der untere, herabhangende Theil des Gesichts bezelchnet 

werden. 

jpn verw. mit hpt^^ chald. ^j5n v. d. W. pn dicht, fest 
machen, daher fm Chald. griinden, feststellen, herstellen. 



192 fiinUBverdoppelte Perfekta 



Dau. 4, 33; im Hebi*. sich aufrichten, grad werden, Koh. 1, 15. 
Daher Pi. einrichten, recht machen. Koh. 7, 13. 12, 9. Verw. ist 

dicht, fest machen, fest bestimmen, bes. ein 

Maass, daher abwagen, iibertragen: priifen. Nif. abgewoo^en, 
abgemesseii, daher gleich, grad sein. Wurzelhaft verw. ist 

^3n = W. 



m 



^P0 V. d. W. nfef, vgl. vsA-i scheiden, trennen, lii 

diasecuit. yuw trennen = abhalten, decken = ino verber- 
gen, im Chaid. uoch nach der Grundbdtg. zerstoren. Eara 5,11 
Daher in&f trennen, auseinandergehn, Nif. von Pestgescbwu- 
ren eig. sich absondern = ausschiagen, ausbrechen, 
1 Sam. 5, 9* 

nC02^ V. d. W. Dtt? trennen, scheiden, wurzelhaft verw. 

mit ntOtt? trennen = oflfen, weit machen, ausbreiten. nCDfe^ tren- 
nen = abbeugen. Aus der angegebenen Grundbdtg. erklart sich das 
arab. Jkim scheiden, schneiden, daher schreiben, und das 
aram. iDQf oder iDi? Scheide, Wendung == Seite. Nach dev 
Arab, hat man seit den LXX. auch das Part, itji^ Verwalter, Vor- 
steher alsSchreiber gedeutet, wie v^'lJ^Schreiber und Rich- 

ter; allein in diesem Sinn passte das Wort schweriich fiir das Ge- 
richtsverfahren der Hebraer in altester Zeit, fiir den Aafenthalt i* 
Aegypten und in der Wiiste, wo man natiirlich von unserm Schreiber- 
regiment keine Ahnung haben konnte. Die 70 Aeltesten (Num. 11, 10* 
Jos. 1, 10), welche besonders diesen Namen fiihren, waren sichtbar 
keine Schreiber. Der Name hat vielmehr eine ganz allgemeine Bdtg.; 
denn trennen, sondern bed. wie so oft auch ordnen, di&fMmerey 
wie das arab. jLm Reihe, Ordnung und das verw. mtSf ^ 
mo reihen, ordnen, deutlich genug zeigen. Das Part 1^ 
ist also der Ordner, Regierer, Hauptmann, Vorsteher. 

/P0 ein abgeleitetes Perf., das zunachst von miff = yiA 

ausgeht, aber in derselben Uebertragung wie IDC^ und 710 reihen, 
ordnen steht und zwar vom einreihen und einsetzen der Pflan- 



1) dttrch Wiflderholung des erilen Rtdikali. 193 

D, daher dicliteriscli iiberhaupt pflaiizen. Im Arab, eiitspricht 
4Mftrennen, disponere^ reihen, daher folgen, zusammen- 
in'gen. Die Bdtg. g^elit also nicht unmittelbar von rtW^ setzeii 
IS, obwohl sle auf einem Umwege fast dahin wieder zoruckkehrt. 
g[l. pDD, was Ton einer ahnlichen Vorstellung ausgeht. Noch welter 
ig^eleltet fst 

]init^ das sich an die nachgewiesene Bdtg. von hv^ ansehliesst 

unlicb reihen, daher zusammenhangend fortgehen = fliessen* 
Juv prodiit, dum unus alterum sequehaiur e loco. JJUm zusam- 
lenhangend, fliessend, rinnend. Daher Hif. pntt^ fli esse n 
ier laufen lassen in dem besondern Sinn fur harnen. pissen, 
Nasser lassen, in der Redenaart: n^l^j'^ni^ der an dIeMauer 
Isst Fiir die angegebene Bdtg. ist zu vergleichen %,t^ zusammen- 
!ihen = weben. JjLdb zusammenhangend = di eh t, dick sein = 
|JL£ dick, hart sein. ^i\Ji dick, stark, gross werden. 
imams y dem Oesen. beistimmt, leltet ]T\Vf von y^ aram. mingere 
i, woher ^ Urin. Allein die W. ist auf die angegebene Weise 
Swiss nicht verw. Fiir die Uebertragung vgl. mingere, mejere, o^iysiv, 
iederd. migen , verw. mit Skr. niiA, effimdere. . Wnrzelhaft verw. ist 

no zusammenrelhen, zusammenfiigen, weben, da- 

'' r?Q etwas Aneinandergereihtes, daher bestimmter fel- 
es Leinen oder Zeug; sodann ein feines, weisses Unter- 
leid aus solchem Stoife, ein feines Hemdchen, das man aber 
eht fur gewohnllch trug, also Pracht hemdchen. Sprw. 31, 24. 
icht 14, 12, IS. Die LXX. iibersetzen es bestandig, ausser Jes. 
SI dnrch aivdoveQy was ganz dasselbe Wort ist und nicht indisehe 
ein wand bezeichnet, wie die griech. Worterbiicher meist angeben.. 
IS Wort ist ins Kopt. aufgenommen : schentd smdon Mtth. 27, 59, 
fHs talaris , pallium. Das n hat sich von dem verdoppelten d ab- 
lost, wie nn amhar. chand eins; tt^ Byssus, kopt. schena u. s. w. 
r hebr* Namen entspricht noch sehr dem altern Stamme TIO 
ihen, an einander fiigen. Den Uebergang zu pD macht das 
Hebr. nicht mehr vorkommende JiX^^) wolier Jl^Juw Leinwand^ 

Meier*! Iiebr. WmelwOrterbiieh. 1 3 



194 II. Uintenverdoppdte Perfekta. 

Tnch, Schleier = ^4X0^, ij4X^ Bedeckung, Schleier. Vgl. 
^wuM web en. Wahrscheinllcher jedoch sind die Stamine von Tit 
an als vornverdoppelte Perfekta zu fassen, woruber spater. 



nD^ statt to&f V. d. W. n&f = D&^ zusammenziehn, zu- 

- T 

*«• jj .^ 

sammenbringen; vgl. &a^ zusammenbringen , zusammenhalten 
= verg^leicli en. i^a*a-.v zusanimenbringen = fertig machen, 
voile nden. s^jJu^ cansedU fif^mius aliquoloco; oJi stdbUiSj can-- 
atans fuit in re; pet^severavU ; -^r \^r arete adhaesU, Hierans er- 
gibt aicb leieht die Bdtg. des von diesen letzten Stammen abgeleiteten 
'XiO^ 1) festhalten, mit dem Auge fixiren, die Augen woraof 
heften, daher mit 9, betrachten, besehen, Neb. 2, IS, IS. 
Im Arab, schliesst sich hieran in dem verw. ^aam die Bdtg. uoter- 
sucben(z.B. eine Wunde) und im Chald. und Syr. n^p betrachten = 
denken, meinen, urtbeilen u. s. w. 2) Festhaiten, ana- 
halt en, daher Pi. virarten, Ruth 1, 13. 3) Innerlich festhalten, 
daher harren, hoffen, 1/;. 104, 27, wie im Aram, n^fj? Hoffnung;, 
if;. 119, 116. 146, 5. Irrig halt Oeaen. im Lex. man. *n fur die W» 
und uimmt danach auch eine falsche Grundbdtg. an. Verw. ist 

• 

n^t^ zunachst von ^2^ abgeleitet, zusammenbringen = fest 

machen, verflechten = y^vf u. s. w. Daher iDtt^ 1) znsammeo- 
ziehn, feat machen, fest bestimmen, z. B. die Granze Job 
38,10. Vgl. yj3 hemmen, zuriickhalten, efg. fest machen ==^ 
lOUt^ u. 8. w. fl(D/!,l zuriickhalten, verbergen, bedecken? 
dec ken. Zu dieser Bdtg. gehdrt auch das Subst. n|t^ Richt 7, 15' 
feste Bestimmung, Erklarung, Deutung eines Tranms. 2) Zw 
sammenbringen = hervorbringen, tragen, daher 131^ Get raid ^7 
wie dies im Deutschen dasGetragene oder Ertragene bed. DavoH 
ein Verb, denom. Hif. Getraideverkanfen. 3) Zusammenbrln- 
gen, zusammenbiegen , daher knicken, zusammenbrechen^ 
zerbrechen, verletzen, zerreissen, zu Grunde richten* 
(vgl. ^ und ^5 athiop. flTiAl fregitO u. s. w. Pi. zerschmet- 
tern. An diese dritte Uebertragung schliesst sich auch Hif. dnrch- 
breehen las sen, von der Oeffnung des Muttermunds bel elner 



1) durch Wi«derkoitt^g ^et «rfUD Radikals. 195 

ft 

Gekurt, Jes. 66, 9. Daher iveiter das Subst. -);}tl^ M utter mund, 
Hos. 13, 13, eig. der Ort des Darchbruchs, Oeffhnng der Gebarmot- 
ter; vgl. Jes. 37, 3. "^y^ was sich brielit, daher im PI. die 
Rich brechenden Meereswogen. if;. 42, 8. Jon. 2, 4. Uebri- 
{i;ens kdnnten sie vielleicht besser als das Zusammengebraehte 
(Tgl. Nro. 2), Aufgehaufte und daher Wallende und Wogende 
bezelchnet sehi. Ygl. 1^ ein Haufen Cietraide. Gaoz falsch 
nimmtman gewShnlicb als Grundbdtg. von IDC^ die des B re eh ens an. 

7!3Q2^ iflrt zun&elist von ^y^ abgeleitet und bestatigt dfe ange- 

gebene Grundbdtg. 1) zusammenbringen, zusammenziehn, 
JAvoD 7^ Zusammenziehung , daher Saum^ Rand, Zipfel oder das 
nnterste Ende des Kleides, Jes. 47^ 2. Vgl. jllll die En- 
'en, Rander. Juuu«« junctio^ necessitudo. Sonst fasst man es 
minder passend als Schlepp.e. 2) Zusammenbringen = aufbrin* 
gen, hervorbringen, wachsen (vgl. T^B^ Nro. 2.). Daher n75l^ 

I_ itiB Hervorgewachsene = der Ast, Zweig, Zach. 4, 12. n^^Vfy 
sJ^xm, die Aehre, nach derselben Vorstellung. VgL chald. 73Q 
tafheben, aufrichten. 3) Hervorwachsen = hervorquillen, 
hervorstrdmen, flUssen, daher n^3tl^ Fluss, Strom, Jes. 
27, 12. ilf. 69, 3. Vgl. Jui2 Regen. 4) An die Bdtg. fliessen 
schllesst sich einfacfa die: Ziehen, gehen, daher b^y^ Gang^ 
gangbarer Weg, Juuyl via aperta; dann auch Weg = Art und 
Welse. Hiertier gehort auch das schwierlge an. ley. V;^ oder 
7hy$ ^ K, 9, was man gewoholicb von hb^ herleitei. Weder die 
Bd^. Schnecke mit den Rabb. uoch die des Wachses aach den 
UX^u. A. geben einen passenden Sinn. Die Schnecke ist wohl 
ieUeiniig and klebrig (vgl. X^i-ziaS? verw. mit Leim , Lehm u. s. w.) 
serfliesst aber doch ebenso vrenig als das Wacba von selbut und so 
tngenscbeiiillch* Ausserdem verlangt der kidenschaftliche Ausdmck 
der gaozen Steile ein starkeres und entsprecheoderea BUd« Die 
Steijgemngaform W?yii bed. offenbar etwas stark fliessen des=^ 
eiterodes, daher ein entziindllches, auseiterndes Geschwiir. 
(VgL ^^ fliessen d, eiternd, von einem Geschwiire). Hiezu passt 
aach sebr gut der parallele vorfaergehende Vers : 



198 U. HiBUnverdo^i^elte Perfekta 

• 

geAarrtes Viehfutfter, das aiia Graa (BiMttii> uiid andemKr&tt- 
tttm beatdkent aiocbtt. VgL SlAus ^jjkjjumeu^ odoratu^ I>ao» koante 
ca leicht auf Strok imd dikres Streuwerk iibertragea werdcn 
uoA eudlicli aelbat fur diirre Sprea stehen. Die Abteitiuig v«d 
Oe^en^ wonaeh pn Baumaterial (von nxi) aelu aoU, iai verfiehk 
ua4 wird scbon durch das Arab, widerlegt VgL noch fur die Grdbdtg, 
\^y. EusammengezogeD , daher weich, diinn, zart aein und 
etwaa naher das athiop. flfiTil ein Tuch zum Abtrockaen = 
aa0avQv ^ i^ekhaa Wort im ludogerm* ohne passende EtyiooUgla und 
sicher entlehnt ist. Im Aethiop. steht es auch noch fiir fascia. 

n&in ▼^n fc^n zusammennehineK, faase*. anfassen, 

- T 

daher *i^ zasammeiiziehn = zusammennaheu. 



btxa 



T 

consult. 



SCO von nsn in derselben Bdtg. Vgl. athiop. flZ.Pl smtj 



/SiH voo iBn zusammenziehn, daher 1) uoiziehn, ube^ 

ziehn, iibertunchen, 7§n Tunche. 2) Sieh znsammenzIehD, 
zuriiGkkriechen (vgl. w-:^0; daher Wlderwillen, Abscheu 
baben. daher TSn etwas dem Geschmaek Widerstehendes, 
Ekelhaftes, Gesehmackloses, Fades, Job. 6, 6. Auf 6ei- 
stiges ubertragen: Ti7BT\ Widerwille, Aergerniss, Anstoss. 
Job I, 22: „bei all dem fehlte Job nicht und gab Gott kein 
Aergern!s8.«< Vgl 24, 12. Jer. 23, 13. Vgl. ^^TJ Abscheu, 
Grauel. Unrichtig leltet Beam, diese Bedeutung von JjJ speieO) 
ausspeien ab; dies Verbum ist ein Denom. von J^i^' etwas Za« 
sammenhRngendes, Schlefmiges, daher Speich el, Schaam; 
daher J[ij elg. Sehaum machen, schaumen, speien. Von 
dieser oder einer verw. W. stammt auch wohl der Name A(y(f(ikto^i 
der durch die Phoniken zu den Griechen kam und das zusammea- 
hangende, zahe Erdharz bezeichnet. Vgl. ^§n, f^StD, mit vor- 

mit vorgesetztem a: iH^piTI^ = Asphalt, Judenpech, zuerst 

• • • 

erwahnt Herod. 6, 119. Die einfache W. dieses Stammes zeigt sich 
noch in v|^n, das eben£alls nicht speien bed. und noch wenigerein 
ac(uiUttachabmeiides Wort ist, so wenig als das arab. vju5 ver- 



t 



1) durcli Wie4erholimg 4m osttiin RadikaU. . 199 

1%' erf en, verabscheuen, wie CFe^efi. will* Dalier nf^n Abacheu, 

Job 17, 6: ein Abscheu bin ich ihnen, oder vor ihnen. So- 

dann ist mit dem Namen jeder Platz des Tbales Hinnom bezelehnet, 

wo die Menschenopfer dem Moloch gebracht warden, als Grauel, 

Abacheo. Jer. 7, SI: die Hochalt&re des Grauels — d. f. 

des grauelToIlen Menschenopfers. So ward endlieh der Name Top bet 

gradeza fiir Brandstatte gesetzt. Yg^l. nn|}n Jes. 30, 33, was we- 

der Bit Oesen* fiir assyrisch-persfschen Urspnings zu halten , noch mit 

Ewald zn Jer. 7, 30 voo ^n = DtS^ t_- g v> brennen herzuleiten ist. 

Vgl. Hitzig zu Jes. 30, 33. 

^\2f (statt e^SS^) V. d. W. Tp =^a^ zusammenziefan, ab- 

ziehn, wegnebmen, daher uum abkratzen, abreiben, ent- 
ferneu, zerstreuen; im Hebr. 1) abreiben, poliren, daher 
flatten, glanzend maehen, igt^ Glanz, Schonheit, Gen. 
49, 21. = rnfit^ Gianz, Heiterkeit, Job 21, 13. An die Bdtg^. 
e^f poliren, flatten schliesst sich 2) die streicheln, daher Hber- 
J tragen: schmeicheln, zusagen, mit 7^ konstr. xp. 16, 6, das 
Besitzthum schmeichelt = gefallt mir. Ebenso Im Aram, 
pan. 4, 24. Vgl. n^H weich maehen, streicheln, liebkosen. 
Yon der Bdtg;, gianzend maehen kommt man in ISS^ weniger 
leicht anf diese Uebertragung; auch ist die Konstr. schon nicht gun- 
stig dafiir. 3) Glanzend, hell maehen, daher hell tonen, 
fichallen, woven iSitt^ die Posaune. Das dunkle l£e^t< 2 Sam. 
9} 19, will sich zu keiner Deutung von iSe^ auf irgend eine Weise 
figen. Passend wiirde neben dem Brod nnd Rosinenkuchen allerdings 
Wein ertheilt worden sein ; ailein die Deutung von Oesen. nach dem 
Aethlop. ein Mass — sc. Wein, ist zu unbestimmt, indem man 
Serade die Hauptsache suppliren muss. Die leichteste Emendation 
vrire statt fi ein 3 zu lesen ; beide Buchstaben sind auch sonst ver- 
sdirieben. Wie ein Subst. n^t^ Geschenk, Gabe, xp. 72, 10; 
Ez. 27, 15, efg. der festgesetzte Preis fiir Etwas, vorkommt, was 
Tidleicht richtiger mit fef zu schreiben ware, so k5inien wir audi ohne 
Schwierlg^elt ein seiches Subst. von dem wurzelhaft verwandten ^y^ 
trivken, sfeh beranschen, l^t^. Suss wein annehmen. David 



ft 



cf 

I 

I 



200 n. HinteiiTerdoppelte Perfbkta 

ei'dieilte M^'^dcm einen Brodkuchen, eiueu Susatrank und 
cinen Rosinenkuchen/* 

/Dt^ zunachst abgeleitet von l&l^ iiach der W. fp, daher hs^ 

zuBammengezogen = niedergezogen, dnber niedergemacht, 

gefallt oder gestiirzt werden. Jes. 10, S3, von einem Walde: 

niederg^eschlagen werden, von einer Stadt 32, 19, von einem 

Berge 40,4. Dann iibertragen: niedergedriickt, unterdriickt, 

gedampft werden. Jes. 29, 4. Das Adj. ^|)t^ gedriickt, ge- 

beugt, niedrig gemacht, verachtet u. s. w. Fur die Grnnd- 

^ ^ t^ 
bedeutung vgl. Jlaj subsedit. III. consedit cum aliquo, wie das bie- 

von abgeleitete ^ju' III. 

{9ki/ V. d. W. T^e^ zusammenziebn, daber v^^v abnagen, 

abreiben, daher ^j^Jum abgerieben, fein, king, schiau. 
Danach erkiart man gewohnlich |S^ als Bergmans = die schlaue, 
oder, indem man ]£D vergleicht, ais die in Hohien sich verber- 
genile; allein wenig passend. Nach Sprw. 30, 26. if;. 104, 18, bant 
dies Thier auf Felsen und in Steinkliifte seine Wobnung, lebt in Hao- 
fen beisammen und wird als klug bezeichnet Ferner wird es Ley. 
11, 5 als wiederkauend neben dem Hasen erwahnt. Die Ueberliefe- 
rung der Rabbinen findet hier das Kaninchen. Allein unser Ka- 
ninchen, das in Spanien und niclit in Palastina und Arabien heimisch 
ist, kapn schon desshalb nicbt gemeint sein, weil es in weicherem 
Boden und nicbt in Felshoblen wohnt. Auch ist eine besondere Schlau- 
heit der Kaninchen sonst nicbt bekannt. Dasselbe ist gegen die 
Bergmaus, arab. Jerboa oder Springhase, wie Oesen. u. A. 
das Wort fassen, einzuwenden. Nach Shato Reise 175, uuA Brtice 
R. V. 1*28 if. baut die Jerboa sich nnr in Lehm und Sandboden an. 
Jedenfalls aber ist nach alten Uebersetzungen und nach dem ent- 
sprechenden Worte im jetzigen Himjarit. ^j^ ein Thier, das mit dem 
Hasen- und Kaninchen -Gesclilechte verwandt ist, darunter zu ver- 
stehen. Aq. iibersetzt Lev. 11, 5, XayooQ Hase, LXX. daavnovq 
Rauhfuss = Hase. Dagegen Deut. 14, 7, xpiQoyQvXkiOQ LXX. 
Stachelschweiu, ebenso Sprw. 30, 26. tif. 104, 18. Der letzte 
Name hat unstreitig allgemeinere Bdtg. Es ist kaum zu bezweifein, 



1) dnrch Wiederholaog ilet afilen Radikalf. 201 

dasa der hebr. |dt^ identisch fst mit dem sog. Klippendachs, der 

sich in Abysslnien , in Arabien , am Libanon n. 8. w. findet. Er iat 

kleiner als der Hase, etwas grdsser als das Kaninchen, ganz ohne 

Schwanz, rothlichbrauner Farbung wie ein wfldes Kaninchen, nnten 

weisslich. Er sncht sich Wohnungen in Felsenliohlen anf , lebt sehr 

geseilig und ist wiederkauend (?). In Abyaainfen heisst er wegen dea 

rauhen Pelzes und beaondera wegen der langen Stachelhaare auf 

dem Riiclien aschkokoy waa der griech. Ueberaetznng x^^Q^fQ^^^^ 

um so melir entapricht, da aach die Stimme dieaea Thierea ein eig. 

Grunzen ist. Daaaeibe bed. wahracheinlieh audi ]6nf zuaammenge- 

zogen = rauh. Vgl. ^jjlim pellis aspera* Undeutlich ist die Benen- 
nang dieses Thieres in Arabien und Syrien: Schaf der Kinder 
Israels. Nach Farskal (jiescript, anim. 1775. V.) und Ehrenberg 
ist das arab. ol ganz dasselbe Thier und folglich anch das neuliim- 
jarit. ^jji thofun. Vgl. fiir die Bdtg. ol piloses fuit, multos pilos 
habuit, Bereita Saadia hat unaer Wort durch Jjl libersetzt und 
Pallas J Bruce J Labarde u. A. riclitig die bezelchnete Dachaart in 
dem hebr. Worte gefunden. Ebenso Oken, allg. Naturgeachichte 
Bd. VU. Abth. 2. S. 891 ff. 

n§D Cstatt DSD) wie ISU^, v.jL^, HSD 1) zusammenziehn, 

abziehn, abscbabeu, daher 2) glatt, rein glanzend ma- 
ciien, davou T9D der Glanzende, Leuchtende, ein Edel- 
stein, Saphir. 3) Rein macben, d. i. ins Reine bringen, 
eioe Zahienreihe ordnen, vgl. putare; daher zahlen, Gen. 15,5. 
Davon rnSQ und ispo Zahl, Anzahl. 4) Hieran schliesst sich, wie 
an das deutsche zahlen im Pi. die Bdtg. erzahlen (engl. telC) eig. 
hell, klar, deutlieh machen, erkiaren durch geordnete Aui^- 
zahlung, daher auch verkiinden, preiaen, rp, 19,2. So hangen 
die Bdtgg. eiufach zuaammen. Daa Subst. ISD bezeichnet urspriing- 
licb offeubar einen geglatteten, weiehen Stoff zum Schreiben, 
dalier dann weiter eine Schrift, ein Buch, wofur dies Wort im 
Hebr. der alteste Name ist Aehnlieh bed. liber eig. Bast, Baum- 
riode und ateht fiir gliber (wie nomen atatt gnomen) von glub abscha- 

• 

kn, yXtMpsiv eingraben yka(p8i.v = y^atptiv = graben. Bei den 
Hebriero waren entweder Schilfrohr, oder, wie bei den Griechen 



200 n. ■Mvpwicppehe P«fr' 

ei-tlieilte NJedem einen Brodkar' ,$6 geglattete Thier- 

oiiien Rosfnenkachen.* y' >^'' Num. 5, 23 konnte eiii 

btfkkM- . . . ■ ^'Vl. iaaa es serging. Das Part. 

•• T ■ V y' jiBordnen, ins Relne briii- 

zuaammengezogen = , ;''>'^'5^«n, der Bnchstaben elngrJibt, 

gefallt Oder g^est ';^'^j^rden Schrlftsteller, Schrift- 

niedergeschla yj^*^'^ Aen Staatssekretar. Sodann 
Berge 40, 4. P ^ :fe >;j^ A-r Trnppen anordnet , ausschreibt, 
ged&mpft F y'^^r'^'^Gwaz allgemein, ohne den BegriflF des 
beugt, nl' ,j;;.'V>*^Jr Wcht- *, !«» als Anordner, Anfuh- 
bedeutunp y,'^^. ^S». Ewald emendirt ©§», was unnothig 
von abr '!^;,i''''s»»'^^ "'""""t 

^.>^ ^^aziehn, abziehn, abreiben, abschalen, 

* "^ ' j^thfr ^BD eiiie Schale, Richt 5, 25, offenbar ein 

' tf^' .|iiii(xtes Gefaas nach deraelben Ableitung wie das 

^ ^''^ ' li*'* ^^" schalen. Unriclitig; leiten es 6esei$. u. A. 

jt^^^ ^ch der abgeleiteten Bdtg. n led rig sein. Es schliesst 

t#« ^ ^f iiAoh Form und Bdtg. an den altern Stamm *i£0 an. Das 

-^^"^ ^ lijit ehic etwas andre Ableitung. Es bed. 1) wie \Jl&, Ab- 

^^ 1^ Rand, eig, Zusammenziehung , Zusammenschliessung, 

* ^liluAS cSaum), Rand (= ^A-i, athiop. H4Cl fimbria^ ex- 

" ^Yii* vesthnentij syrma.) Daher der ausserste Rand oder 

i«2iiiU am Boden beim Eingange in ein Haus, die Schwelle. 

Je*- ** ■*' *^'^''*- ^^5 *'^'^- Daher im Aram, auch der Vorplatz hinter 

j,.r S^'l>^^'^"^' Denom. ij;. 84, 1 1 an der Schwelle stehu. Weni- 

^1* paasend leitet Gesen. diese Bdtg. von der Ausdehnung her. 

«|-) Becken, Gefass, eig. etwas Zusammengefugtes oder Zusam- 

|iii«iigebogenes. 

(DO ist zuniichst von ^SD abzuleiten und bed. 1) zusammen- 

^lehn, dalier zuriicklegen, aufheben. Deut. 33, 21. 2) Hoh 
nliziehn, d. i. scheiden, schneiden, daher Balken, Bretter 
oiler Tafein machen, cpsD das Gebalk, Getafel;) sodann 
welter ubertragen: Tafein machen = tafein, balken, tabulare. 



\ 



1; durcli Wisderboittiig det erstcn Aadikals. 203 

lat. tal^ula ist wurzelhaft mit rp verw.; tab = te^t-va schnei- 
Weniger leicht iiioiint Gesen. bedecken = ]S2{ ab Ordbdtg. an. 



IDS Cstatt pM) verw. mit nSlT, IBIT, nOlT «. «. w., ▼• d. W. 

^ = Dl^ zusammenbring^en, zusaminenziebn, daber 1) iiber- 
iiehn, bedecken, daber yiJb a) eine kleine Decke, Ueber- 
zug uber den Augen. b) der barte Ueberzug an den Enden der Fin- 
ger, der Nagel = |1Q!^, die deckeude Einfaasung der Finger, 
daber aucb die barte Spitze eines Griffels. Jer. 17, 1. Davon 
emDeuom. y^ mit dem Nagel verletzen, was nicbt die erste Bdtg* 
Mt, Vile Oesen. meint Die Grundbdtg. zeigt deutHch noeb JLb 
etwas zu sich einziebn = sicb einer Sache bemacbtigen. 
Jud zusammenbringen = flecbten. Vgl. 7BO und iDn* Ganz nn- 
ulassig vergleicbt Oesen. mit dem Nagel das dentsche Sporn, wel- 
ches mit Spur, d. i. etwas Aufgetrennles , Sparren = Spalt; 
Speer etwas Spitzes, anai^^etv = sicb sperren u. s. w* zusamnen- 
kiogt und auf die eiufacbere W. par, l& ziiriickzufiibren ist. Ebenso 
wenig kaiin nsgovrj verglicben werden, da fl^ die W. ist. 2^ Sicb 
zusam menziebn = zuriiekziebn, daber zuriickweicben, 
Qoiwenden. Ricbt. 7, 3. Dieselbe Bdtg. bat das wurzeibaft verw. 
%n und r, ^-r sich abwenden. 3) Sicb wenden, sicb im Kreise 

'rebn, daber kreisen, tanzen, springen, davon Ti$3( der 
Bock. Danacb bed. aucb HTdlJ etwas Zusammengezogenes, Zu- 
ttmmengereibtes, daber a) Kranz, etwas Kreisformiges, Jes. 25, 5. 
k) die Reibe, das Aufeinanderfolgende. Ez. 7, 7. Vgl. diese Bdtg. 
io der einfacben W. v.a^ aeries y or do. 4) An die Bdtg. zusam- 



Qenreiben scbliesst sicb endlicb die allgemeine: ausdebnen, wie 

^ ausbreiten — iiber Etwas, daber iiberstromen, mit 7y. 

uL«0 die Fliigel ausbreiten wabrend des Flugs. Danach 

tonnte das allgemeine Wort "ilsif als Vogel, Gefliigel Gen. 7, 14. 

15, 10 gefasst werden, womit dann specieller verscbiedene Arten 

Ueiner Ydgel bezeicbnet werden mocbten, z. B. Sperlinge u. s. w. 

Fgl. das aram. IB!^ welcbes allgemein Vogel bed. und also wie das 

dentsche Vogel, gotb. fogls, schwed. fogel^ verw. mit facben, 



202 II. Uimenverdoppelte Perfbkta 

vor ErfindoDg^ des Pergaments, gegarbte and geglattete Thi 
haute das Hauptmaterial znm Schreiben. Mack Num. 5, 23 konitte 
n^Q im Wasaer abgeapiilt werden, ohne dass es zerglng. Das Pi 
IJjO schliesst sich an die drftte Bdtg. anordnen, ins Reine br 
gen an und besefehnet nicht sowohl den, der Bnchstaben eingri 
Qr\S) den Schreiber, als vielmehr den Schriftsteller, Schri 
verfasser, daher als Beamten den Staatssekret&r. Sodi 
avcb den, der die Anshebung der Trnppen anordnet, ausschrei 
wie wir sagen. Jes. S3, 10. Ganz allgemein, ohne den Begriff 
Scbreibens, steht das Wort Ricbt 5, 14, als Anordner, Anfi 
rer. He rr sober, wie 1LD&. Ewald emendirt Dgft^, was unnot 
soheint. Von diesem Stamme kommt 

/DD znsammenziehn, abziehn, abreiben, abschah 

abschneiden, daher 7&p eiueSchale, Richt. 5, 25, oiFenbar 
aus Holz geschnitztes Gefass nach derselben Ableltnng wie 
deutsclie Scbale von schalen. Unrichtig leiten es Oesen. u. 
von 7^^ her nach der abgeleiteten Bdtg. niedrigsein. Es schlic 
sich vielmehr nach Form und Bdtg. an den aitern Stamm *)SD an^ 1 
Subst rp hat eine etwas andre Ableitung. Es bed. 1} wie (JL^ I 
schuitt, Rand, eig. Zusammenziehung, Zusammenschliessu 
Abschluss (Saum), Rand (=jA«&, athiop. H^C* fifnbriaj 
tremitas veatimenti, syrma.) Daher der ausserste Rand o 
Aufsatz am Boden helm Eingange in ein Haus, die Schwel 
Jes. 6, 4. Richt. 19, 27. Daher im Aram, auch der Vorplatz bin 
der Schwelle. Denom. ip. 84, 1 1 an der Schwelle stehn. W( 
ger passend leitet Gesen. diese Bdtg. von der Ausdehnung 1 
2) Becken, Gefass, eig. etwas Zusammengefiigtes oder Zusi 
mengebogenes. 

TDD ist zunachst von 7&D abzuleiten und bed. 1) zusammc 

ziehn, daher zurucklegen, aufheben. Deut 33, 21. 2) H< 
abziehn, d. i. scheiden, schneiden, daher Balken, Breti 
oder Tafeln machen, (|1S0 das Gebalk, Getafel;) sodj 
weiter iibertragen : Tafeln machen = tafeln, balken, tabuh 



1) (lurch Wiederfaolmig dot enten lladikalf. 203 

Das laL tab-ula Lst wui*zelhaft mtt rp verw.; tab = tsft-vto achnei- 
jeu. Weniger leicht nlmmt Gesen. bedeckeD = ]&!t alsGrdbdtg. an. 



"m 



(statt I^Btt) verw. mit nStt, iBtt, "IDtt «. s. w., v. d. W. 



^ = D!t zuaammenbringeD, zuaammenzIehD, daber J) iiber- 
ziehn, bedecken, daber yklb a) e!ne kleine Decke, Ueber* 
zug; fiber den Augen. b) der harte Ueberzug an den Enden der Ffar* 
ger, der Nagel =pD2, die deckeude EInfaaaung der Finger, 
daber auch die harte Spltze eines Griffels. Jer. 17, 1. Davon 
eioDenom. yAib mit dem Nagel verletsEen, was nicht die erate Bdtg* 
ifit, wie OesetL meint. Die Grundbdtg. zeigt deutHcb noch yAh 
etwaa zu aicli einziehn = sich einer Sache bemachtigen. 
jLd zuaammenbriogen = fiechten. Vgl. 7&tD and nfin* Ganz nn- 
zoliasig vei^leicht Qesen. mit dem Nagel daa dentache Sporn, Wel- 
ches mit Spur, d. L etwaa Aufgetrenntea , Sparren = Spalt; 
Speer etwaa Spitzes, cna^Qeiv = sich sperrenn. a.w. znaamaiien- 
baagt und auf die eiufachere W. par, n£) zuriickzufuhren iat. Ebenso 
wenlg kann nsQovti verglichen werden, da fpi die W. ist. 1) Sich 
zusammenziehn = zuriickziehn, daber zuriickweichen, 
umwenden. Richt. 7, 3. Dieselbe Bdtg. hat das wurzelhaft verw. 
7Sn und ^^J^ aich abwenden. 3) Sichwenden, sich imKreise 

<trehn, tlaher kreisen, tanzen, springen, davon y^Sfl^ der 
Bock. Daiiach bed. auch HTBS^ etwas Zusammengezogenes, Zu- 
sammengereihtes, daber a) Kranz, etwas Kreisfdrmiges, Jes. 25, 5. 
b) die Reihe, das Aufeinanderfolgende. Ez. 7, 7. Ygl. diese Bdtg. 
in der ehifachen W. (um series, ordo. 4) An die Bdtg. zusam- 
menreihen scbliesst sich endlich die allgemeine: ausdehnen, wie 
^ ausbreiten — iiber Etwas, daber iiberstromen, mit 7^* 
uLdio die Fliigel ausbreiten wahrend des Flugs. Danach 
kdoDte das allgemeine WortnlO!^ alsYogel, Gefliigel Gen. 7, 14. 
15, 10 gefasst werden, womit dann specieller versciiiedene Arten 
Ueiner Vogel bezeiclinet werden mochten, z. B. Sperlinge u. s. w. 
VgL das aram. *)SS welches allgemein Vogel bed. und also wie das 
dentsche Vogel, goth. foglsj schwed. fogel^ verw. mit fachen, 



204 II. HimeBverdoppelle Perfekta 

fackelti, ficken, hin and her bewegen, reiben, reizen u. 8. w. 
deii «ich Bewegenden, Fliegenden bezeichnete. Allein das 
arab. JLio lasst noch eine andre Ableitung zu. ysuc bed. namlich zu- 
sammengezogen sein, dalier a} diinn, leer an Hausge- 
rath, mit ^^ konstr. gleichsam ausgesogen sein. b) II. duun 
machen =. ausdehnen, daher vom diinnen, spitzen Tone, 
pfeifen, zirpen. In derselben Bdtg. steht das wurzelbaft verw. 
^S, F]!{$!t zirpen, lispeln, wispein, was keineswegs, wie roan 
gewdhnlich annimmt, ein Naturlaut ist, so wenig als das verw. 

n&!^!{ die Weide, Ez. 17, 5, ^vjLlL) aalia:. die sich deh- 
nende, biegsame. Unpassend lasst sie Oesen, vom Bewassern 
benannt sein. Vgl. ^Jari^^ Ebene, eig. Dehnung, Ausdehnung, eine 
sich ausbreltende Flache. Endlich c) an die Bdtg. des Diinnen, 
Ebnen sehliesst sich die des K ah I en, daher auf die Farbe uber- 
tragen die des Fahlen, Falben, Gelblichen, wie das lat. calvu9 
= kahl zusammenhangt mit galbus = gelb = falb, flavus, pallere^ 
noXiog weiaslich, grau u. s. w. Ebenso Juo^ IX. gelblich, da- 
her auch dunkel, schwarzlich sein. ^_ « ^f gelblich, gran^ 

schwarz. Danach scheinen mehre Yogelarten benannt zu sela. 

o«s ^ > 

Ej^Lo^ ein Vogel vom Geschlecht der Sperlinge, wahrschelulich der 

Gelbe. Ebenso &j^Lo. Aber liLo bed. a) der Dieb, eig. der 
Zusammenziehende , Einziehende, Wegnehmende. b) Vom zusam- 
mengezogenen, diinnen Tone, pfeifen, daher ein allgemei- 
nes Wort fiir Singvogel im Gegensatz zu Raubvogeln. Es sind 
die kleinen, tonenden Ydgel. Daher die Redensart: feiger als elfl 
V Ogle in ^iLo Jyo ^jL^t M5glicher Weise konnte nun *ilSSt 
auch die gelbgraue, gesprenkelte Farbe der mit den Sper- 
liugen verwandten Vogelarten bezeichnen, wie Sprehe d. i. der 
Staar, und der Sperling selbst wahrscheinlich vom Gefleckt-nnd 
Gesprenkeltsein benannt sind; doch habe ich einstweilen auch 
nichts dagegen, wenn man das Wort wie ^Lo als Pfeifer fassen 
will, nach welcher Bdtg. es dann ebenfalls einen sehr weiten Gebrauch 
zuliess. Wurzelbaft verwandt ist 



'1) darch Wicderholung des erilen Radikalf. 203 

^22 durch Vermittluug; von J^ib zusammenziehn, daher tenebras 

oAduxitiwx^ von HSIH. Daher ]fi2 zusammenzlehn =:ziiruckziehn, 
zuruckhalten, verberg^en, berg^en, aufbewahren u. s. w. 

]2^ ziisammenbringen, sammeln, wie HD!^, daher an f- 
haufen. Verwandt ist damit 

iDl3 zusammenziehn, daher >')^ED etwas Zusammeng^ezo- 

genes, Gewundenes, Nabelartiges , daher eine hervorr agenda 
Erdspitze, Richt. 9, 37. Ez. 38, 12. Auch der ninn in Palastina, 
ab ein alleinstehender hoher Berg heisst eig. der Nab el. Hievon 
ist abzuleiten 

/3l3 1) zusammenzlehn, umwinden, daher D^^^^ Bin- 

Jen, Kopfbinden, Ez. 27, 15. 2) zusammenzieh n, einziehn, 
niedrig machen, daher einsenken, eintauchen. Gen. 37, 31, 
uck intr. sich eintauchen. Wurzelhaft verw. ist ^nCd zusam- 
nendriicken, fest auf- oder eindriicken. Ygl. iaJb, verw. 
nut (jjJb zusammengezogen, verschlossen sein, daher 
jl& bedecken. Im Arab, schliesst sieh noch an Sz^ der St. ^jiJb. 

HDT V. d. W. m vgl. tt^Dl, woven ea abgeleitet ist, 1) zu- 

lammendrangen, zusammentrelben, daher n^n das Hin- 

'»ffende, Fortraffende, die Pest Vgl. liS perdidit. AjoS 

•te-ifiw, ?G3 id. ^PTIflCl ruina. An l^n Pest schliesst sich 

hArabischen J^S peatis. 7Jn^2^ die Biene, eig. die Drangende, 

S<^barfznsetzende = Stechende, Verletz'ende. yy] das Zu- 

<tmmengedrangte, Zusammengeschlossene, daher das 

Rioterste im Tempel. rfifX^ die Treibenden, d. i. Flosse, 

1 Kon. 5, 23. Das Hif. mit nHQ bed. treiben unter Etwas = 

ttffterdrucken, unterwerfen. ip. 18, 48. 47, 4. Sodann bed. 

der Stamm 2) allg. zusammentrelben, bes. Vieh treiben und 

lelten, daher n^np T rift Endlich 3) im Pi. Worte zusammen- 

kringen oder reihen, d. i. reden, 12^. Vgl. £^£(v, pernio u.s.w. 

Die hfervon abgeleiteten Stamme ^3^' /37 ""' 07 ^^^^ unter 
tfai S. 1«S f. bereits erklart. 



206 n. HinlenTerdoppelte Perfekta 

/30 ctg. Ziehen, (chald. zusammenzlehn , aufiziehn = au 

heben) daher Etwas ffihren, tragen, wie das dentsche t rage 
mlt trablBre (Ni. trecken) zusammenh&ngt, bes. eine Laaft achle 
pen. Pu. trachtig sein. 7^Q and 7^0 Last. — Verw. aacb Bdt 
und Laut sind die Wurzeln UH, DT, DD, pC^ in folgenden Stammen: 

HDIS Cst. 1^3!^) = Ids zusammenziehn, dahern^^ Woll 

eig. das Zusammengezogene, Zusammenhangende, w 
vdlua = Wolle und deudieher noch l^og, d^og^ aE^tov. OeaetL Ian 
sie vom Abschnelden benanntaein, ivie Tvdas Geschorene, abi 
nor durch die nnzulassfge Vergleicbung des araK '|iy^ abscbae 
den. DieW. istD!^. Vgl. DD!^ zusammenziehn, daher bindei 
umhiilleii. U1^ Schlinge. rni^'i Laubwerk, bed. eig. Un 
hQllung, Ueberzug der Baume, nicht von der Wolle, sondei 
von der Grundbdtg. des Stammes aus benannt. Vgl. das wurzellifl 
verw. HD!^ zusammenziehn, iiberziehn = iiberwachsen; i 
stebt es urspriingiich vom Sprossen der Pflanzen, die den Boden b 
decken, von den Haaren, die das Kinn oder den Kopf uberziel 
u. 8. w. und bed. alig.jetzt sprossen, wachsen. Fur die Gmn 
bedeutung vgl. _tt^ zusammengezogen = dicht, fest, star 




pO^ zusammenziehii=»aufltrockDen, zuBammenschrumpfe 
Mp!| zusammengezogen = zusammengeschrumpft^ trocke 
diirr sein, daher dursten, lecbzen, wie das deutsche diirstc 
ebenfalls vom durr und trocken seiu benannt ist Der Guttur 
am Ende dieser Stamme ist aus dem wiederholten tf entstanden. D 
obige Deutung von laH bestatigt endlich auch das arab. 1^ zi 
sammenziehn, zuriickhalten, verweigern u. geizig sei 

ntDD zusammenziebn. zusammenschrumpfen, dalu 

1) von der Haut, die deb beim Scfareckea, wie bei der Kalte n 
sammeazieht, also schauert xIj. 119, 120. Pi. Job 4, 15 vom Bu 
das sicfa zusammen-, auf- oder zurftekzieht, also str&uli 
aufatarrt; daber das Adj. ago zusammengezogev, starren 
strappig, boratig, Jer. 91, 27, als Beiwort despS^ d. i. der He 
schrecke nach zuruckgelegter dritter Hautung, wo die Flugel berei 
hervorkommen , aber noch in ranhe, horaartige Haute eiag^ 



1) durch WiederholiiBg des enten Radikali. 207 

built 81 nd. Aus der aufgezeigten Gnindbdtg. znsamnienzfehn 
erklart sicli 2) die: festin<iciiea, zusammenheften, daher 

iDDtJy ^Lmmm« <1a89 ^as etwas zusammenfugt, daher der Na- 
gel, gelildet me ty^^ Schlnsael, elgentlleh das, was etwas 
offnet. Jes. 41, 7. Vergl. .^^JLo zusammengenagelt, festverbiin- 
den. Sodann steht es von elnem Korper, der znsammengezogen, 
wenig Flelsch, aber feste Sehnen und Knochenbftnder hat. Falsch 
\mi6e8en.ien Nagel vom Anfstarren benannt sein. Die rich- 
%e Bdtg. wird bestatigt durch das hieYon abgeleitete 

/OD zusammenzlehn, iiberziehn, daher 700 ein uber- 

zogenes Gotzenbild. Deut. 4, 16. Ez. 8, S, bes. 2 Chron. M, 7* 
MitTCto das Gesen. vergleicht, v. d. W. ttfD hat unser Stanm darch- 
m keine Verwandtsehaft. Yon ItdD leitet sieh endUch ab 

jDD Busammenziehii, daher fest, dicht, hart machen. 

jDpj zusammengezogenes, hartes, schweres Land, wie 
es'der Gerste zutraglich ist, Jes. 28, 25. Vgl. p\^ Hif. verharten. 
An die Yorhergehenden Stamme schliesst sich 

zusammenhalteD, festhalten, wahren. imit^ 

'ti Dichte, Feste, Harte, daher a) Dorn. b) Edelstein, 

voo der Hirte benannt. Daher auch Norn. pr. mehrer Stadte "= 

Festung. 1)^1^ Hefen, urspriinglich Zusamnlenziehnng, Ab- 

iug[, d. I. der bei der Gahrung eines Stoffs ausgeschiedene Boden- 

iitz. Ygl. engl. sediment Satz; leeSy frz. lie Hefen, eig. was sich 

legt, sich ablagert, verw. mit dem deutschen legen. Weil nun der 

Wein besser wird, wenn nach mehrmaligem Umgiessen die Hefen 

vollig ausgeschieden sind, so bezeichnet Hefenwein ausgehef* 

I ten = trefflichen Wein, Jes. 25, 6, wo er zuglelch wegen eines 

Wortspiels mit fetten, markigen Fleischspeisen erwahnt 

tit. Wir konnen es uuMchreibend so wiedergeben: ein Mahl von 

Mastfleische, ein Mahl von Mostflaschen, von markigem 

Mastfleische, von gelauterten Mostflaschen; oder: ein Mahl 

mo Peifltyleh und von Festwein. Fur die angegebene Gmudbdtg. 

qMeht anch die Redensart: dick warden auf seinen Hefen. 

Zef. 1, IS, bei dem, was roan eriibrigt und znriickgelegt, also erstar- 



iD^ 



208 IT. HiDteiiTerdoiipehe Perfekta 

ren oder verstocken bei selnem Hab und Gut. Vg;!. Am. 5) 11. Da 
Bild spielt zugleich darauf an, dass der Wein, der zu lange auf seine 
Hefen stelit, lelcht verdirbt und sich verdichtet. Vergl. Jer. 48, 11 
Steif lieg;t (Moab) auf seinen Hefen, ward nicht au 
einem Gefaas in ein andres geg^oasen u. s. w. Ganz irri, 
lasst man die Hefen gewohnlicb vom Erhalten benannt aeln. Da 
Wort*iDl^i8t ins Kept aufgenommen: schemir fermeHtumy insofer 
maache Hefe, z. B. von Bier, wieder andre Sachen in Gahrunj 
bringt, daher oberd. Hefel (Hefe) flir Sauerteig. 

/tDtS^ zusammenziehn, daher iiberziehn, umhiillen 

= Jl^, daher n^Qft^ Hiille, Decke, Kleid. Dies bestatigt die Ei 
klarung yod 7t^^ . Vgl. noch JL^ compasuit rem. Von diesem Stamn 
kommt ferner T^dff (niir andre Sehrelbart fur ^tDfl?, eIn Subst w1 
nlrmf Schwarze, iti) Erstgeburt u. s. w.) Arab. jL^ etg. Zi 
sammenziehung, daher Dunkel, Finsterniss, daher Bezeicl 
nung des dunklen Nordens, im Gegensatz zum hellen Siiidei 
Vgl. JUam Schatten. Beide Bezeichnungen dienten dann welter b< 
der Orientirung fiir links und rechts, d. i. die dunkle und di 
helle Himmelsgegend. Dann ein Denom. b^ftfT} 2 Sam. 14, 1 
Oder ^^t^ links machen, d. i. links gehen, sich links wei 
den, Gen. 13,0, oder die llnke Hand gebrauchen. 1 Chron. li,! 

eig. zusammengezogen, daher fest = 

feist, fett sein. So steht |Q^ noch Richt. 3, 29 in der erste 
Bdtg. fest, stark. O'^^'QVfD starke, kraftige Krieger, t/;. 78,3: 
wie D^^Dtt^ Jes. 59, 10, die Starken, Festen, Gesunden, m 
dem verstarkenden K, welches im Arab, einen Elativ und beziehung 

8 

weise den Komparativ bildet. Vgl. das verw. ^\ zusammengc 
zogen, fest, hart. ^\ fest, stark. pT fest bestimme 
Aus der Grundbdtg. erkiart sich auch J%^ fett mac hen und i 
Siidarabien kalt machen = das Essen kalt werden lassei 
eig. zusammenhangend machen, uach einer sehr haufigen Uebertr 
gung. Ferner ^j^ die zusammenhangende Fettigkeit a 
der Oberflache der Milch; dann auch Butter, das Zusammenha 
gende, Klebrlge. Vgl. das verw. ^x«i cre$nor lacHa. Im Hebr. ]t; 



ie^ = 



1) diHTch Wiederholunfi: ties eriten Radikaln. 209 

allg. Fettigkeit, Fett, dalier aucb Oel. Dieseibe Bdtg. hat die 
einfach verdoppelte W. in dem edit semit. Namen des SesamuIIl- 
Oels fj-^'t'-j sy^- verkiirzt KDtthtt^ asaa^rj = seaamum^ nach der 

Grndbdtg. des Zusammenzfehenden = Kriecheoden aucb eine Sob la u- 

o > • > 
genart. — Vgl. x- ^r%r - agilis^ expeditus^ daber aucb Ameise. 

Nach der nachsten Bdtg. endlicb heisst aucb das Hif. von ;d12^ nicbt 

sowohl fett macben, sondern fest, dick maeben, daber ver- 

liarten, verstocken — das Herz, eine Uebertragung , die weit 

naherliegt, als die vom Feftmaeben oder mit Fett iiberzieben. 

10r\ verw. mit IDO und IDtt^ zusummenziebn Cjjiiii sam- 

meln), daber aufbaufen, erboben, aufricbten, daber HOT) 
die Palme, eig. die Aufgeriebtete, Ragende. TPQn das aufge- 
richtete Zeicben, Wegweiser. Jer. 31, 21. Vgl. ^LiJ| XI. 
licb fest macben = fest sein, daber aucb von der Erektion 
ies mannlicben Glledes. Vgl. das wurzelbaft verw. JC^J' diebt, fest, 
'ick, daher aucb hocb sein. So erklart sicb ferner itjn die Saule, 
^. das Stehende, Aufstebende = rnj^^n. Fiir die Grundbdtg. 
^^' j^ zusammenbringen, festmacben, dalier sammeln, 
^rocbt tragen u. s. w. ^^j viel. 

"lOT (aus TDT entstanden) v. d. W. Dt, verw. mit tn, D!t u. s. w. 

fir die Grundbdtg. vgl. DDT zusammenbringen, daber ^C bln- 
'cB, fesseln; Im Hebr. aber im Geiste etwas zusammen- 
bringen, zusammenstellen, daber sicH e'twas vorstel- 
'^B, erdenken, aussinnen; dann im scbllmmen Sinn: Plane 
iciimieden,* anzetteln.. ij;. 37, 12. m^r ein boser Anscblag, 
freveL Verw. biemit ist ]Q{ zusammenbringen, fest macben, 
diher fest bestimmen. ]0\ die festgesetztc Zeit, dann 
iberhaupt. Zelt. Zn vgl. bit ferner m^n zusammenbringen, zu- 
lammenscbliessen, daher 1) den Mund scbliessen, scbwei- 
^eo, daon iiberhanpt aufboren, ein Ende macben. 2) Zu- 
sammenschllessen, Intr. zusammenpassen, dalier gleicb, 
ibttlicb sein, verw. mit dem Skr. aama^ simUin. Pi. zusam- 
■enstellen = vergleicben, von vergleicbendcr Gegeniiberstel- 
luBg, wie na^afiohi. Daber bed. es weiter sicb Etwas vorstel- 

■eicr*f k«br. Wmelwftrtcrbacli. 14 



210 11. Hinlenverdoppelie PerfekU 

len, ein Bild, ^ine Anschauung machen, daher auch de 
keu. Diese Bdtgg;. sind nicht mit Gesen. u. A. In zwei verschiedei 
Stamme zu zerlegen. Das Subst. Ul bed. das Zusamraenkaj 
gende, d. i. Fortgehende, Fliessende = 3*1 = tabuity 
fliessen = yD*l u. s. w. Hiernach wird es nicht schwer sein, d 
ricbtlge Grundbdtg. von "1DT> die schon vielfach verslicht worden , a 
zugeben. Es bed. nach der W. Dt zusammenbringen, zusan 
menfassen, oder zusammenreihen wie das verw. *D1. Dahi 
1) ordnea, ins Reine bringen, nani^ntlich den Weinberg on 
nen oder bestelien durch Pflanzen, Beschueiden, Anbinden der Rebc 
u. 8. w. Yielleicht bed. es einfach wie das verw. IDVf liiiten, wai 
ten. In dieser allg. Bdtg. steht das Kal Lev. 25, 3: ,)Sechs Jahr 
sollst du dein Feld besaen uud deinen Weinberg be 
stellen (herrichteu) und seinen Ertrag einsammeln.*' Offei 
bar hat *1DT hier eine allg. Bdtg. und bezeichnet die ganze ZurijstaD{ 
Pflege und Wartung des Weinbergs, nicht bloss, vrie man es allgc 
mein fasst, die Beschneidung der Rebstocke, was zudem nicht dl 
hauptsachlichste und muhvollste Arbeit beim Weinbau ist. Schon d« 
parallele Glied, das vom Besaen des Feides spricht, verlang 
eine ahnliche unbestimmte Bezeichnung in Betreff des Weinbergi 
Auch wiirde man nicht wohl sagen: den Weinberg (D^^ besehnei 
den, statt den Weinstock, |jpj. Diese Erklarung wird dure 
V. 5 und 11 nicht umgestossen, woselbst die Frucht des sich selbi 
aberlassenen Weinbergs yt^ genannt wird, was man gewohniich vol 
unbeschnittnen Rebstocke deutet, indem die Nasiraer allei 
dings, jedoch mehr als ein ausseres und zufalliges Ahsonderungfl 
zeichen, das Haar wachsen liessen. Allein im BegrifF des Nameo 
und Standes ist dies keineswegs enthalten; vielmehr bezeichne 
TTJ bios den abgesonderten, d. i. geweihten, gottgeweib 
ten. Vgl. li\ Hos. 9, 40. np. Weihe, Lev. 21, 12, und vom Masirae 
Lev. 6, 8: die ganze Zeit seiner Weihe ist er dem Jahv 
geheiligt*^ Verw. ist Tt^ geloben. Ebenso ist Tt) hier de 
gottgeweihte, feiernde, durch kelne Arbeit beriihrte Wdi 
berg. Dies zeigt derZusammenhang ganz deutlich. Vgl. Lev. 25,4 — i 
„im siebten Jahre soil eine Rnhfeier haben das Land, eine Feh 
dem Jahve; dein Feld sollst du nicht besaen uod deinen Welnbei 



1) daroh Wiederholung dei ersken Radikals. 211 

iiicht bestelien ; C^) das Wildgewachsene von deiner Ernte sollst du 
nicht einemten und die Traubeii deines ^ottgeweihten Qsc. Weinbergs) 
sollst da nfcht lesen; ein Jalii* der Ruhe soil das Land haben/^ 
Vgl. V. 2. Auch das Nif. steht Jes. 5, 6 in einem all^emeinern Sinne: 
»niclit soil er (der Weinberg) bestellt und behackt werden, 
80 dass er aufschiesst in Dorn und Distel/* — Hier ist 
offenbar die ganze Kultur des Weinbergs gemeint. wie sclion das 
parall. 1*iy, was sicli auf die Behaekung und Reinigung des Bodens 
bezieht, darthun muss. Aus der Grundbdtg. erklart sich nun einfach 
n^tD ein Instrument, was zusammengezogen = gebogen 
ist, daher das Winzermesser, wie fair Sichel zusammen- 
hangt mit nXexsiv flectere zusammenbiegen. Ferner von Pi. 
niQtP) das aber, wie das vorhergehende nur im Plur. vorkommt und 
von den meisten als Lichtscheere gefasst wird. Allein in den 
4Steilen, in denen dies Wort sicli findet, verlangt der Zusammen- 
Ittop; sichtbar eine andre Bdtg. Ausserdem tieisst die Lichtputze sonst 
D)n^ d. i. ein Instrument, das doppelt oder mIt zwei Seiten fasst, 
ikherZange. Jes.6,6, u. dann weiter Lichtscheere. lKdn.7,49, 
wo „die Lampen und Lichtscheeren" zusammenstehn wie 
SChron. 4, 21 und also von den nl'll^ip, die ebenfalis dort genannt 
werden, unterschieden sind. Letztere stelien ausserdem noch in den an* 
gefahrten Stelien u. 2Kon. 12, 14. Jer. 52, 18, mitten unter Becken, 
Schalen und Gefassen, so dass auch desshalb die Deutung von 
I'ichtputzen jedenfalls storend und nur gerathen erscheint Das 
K^ort muss vielmehr ein Becken oder einen Kessel bezeichnen, 
^e es bereits altere Uebersetzer nach dem Zusammenhange verstan- 
'en faaben. Es bed. wdrtlich: etwas Zusammengebogenes, 
^ Becken, Kessel. So werden aufgezahlt 1 Kon. 7, 50: die 
Sebalen und Kessel C^tDYD) und Opferschalen und Fleischhaken und 
Kofalentopfe. Ebenso 2 Kon. 12, 14: silberne Schalen, Kessel, Opfer- 
schalen n. s. w. 2 Chron. 4, 22: die Kessel und Opferschalen und* 
Fleiscbhaken u. s. w. Etwas anders Jer. 52, 18: die Topfe undSchau- 
feh und Kessel und Opferschalen und Fleischhaken u. s. w. Die 
Scbaufel, um die Asche fortzunebmen, steht auch sonst richtig neben 
den Topfen. Z. B. Ex. 27, 3. 38, 3. Zu bemerken ist noch , dass be- 
reits der Syrer und danach der Araber, 2 Kon. 12, 14, ^Lojo Seih- 



« « » 



212 11. Hintenverdoppelte Perfekta. 

gefasse und der Syrer bei Jer. Beckcn mid tiefasse al 
setzt liaben. 

Das Siibst. mtot Re is, Ruthe, Ez. 8, 17. 15, 2, dann a 
Rebzwei^, Jes. 17, 10, ist ebenfalls nicht vom Beschneid 
oder Abschneiden, wie die Worterbiicher angeben, benannt, c 
dern bed. entweder das sich Zusammenziehende, Biegsai 
daher Reis, Raiike, oder wahrscheinlicher , wie mi;ri das Tr 
bende, Drangende = Scharfzusetzende, daher Bici 
ebenso mlDt ^as Drang^endc, Naehtreibende, Slcliausdi 
nende (vgl. rfn^jn Fiosse), daher von Gewachseii: Spross, Tri 
Reis. Somit ist [die Bdtg. abschneiden, beschneiden 
IDT im Hebr. vollig entfernt und hat auch im Arab, nur scheinbar m 
einen Anhaltspunkt. Denn das wurzelverw. S%j\ Abschnitt 
H^C- t^* 200) Theii, partio^ ist nicht vom Abschneiden benai 
sondern helsst eig. etwas Zusammenhangendes, Zusamini 
gezogenes, fiir sich Abgeschlossenes oder Festbestim 
tes (vgl. pT), daher Abtheilung, dann auch Ambos, eig. eti 
Dfchtes, Festes. Ygl. ^ C dicht, fest, hart, daher koll. Stei 
elg. Bar tes. Ware das Wort auf die Beschnc^idung des W< 
stocks iibertragen, so konnte es nur bedeuten: den Weinsto 
zarecht machen, ordnen, zurlchten, wie das lat. put 
keineswegs urspriinglich beschneiden bed., sondem nach der IS 
W. pA reinigen, daher pu^u8 rein, pu-tus id., pu-nire n 
machen, poe-na Reinigung, Siihne, Bnsse, daher auch 
tare rein machen, deutsch pu-tzen, was im Lat. dann vielf 
iibertragen erscheint, z. B. eine Rechnung ins Reine bringen, 
schliessen ; dann etwas Gedachtes mit sich ins Reine bnngen , da 
m einen, glauben u. s. w. Jetzt fragt sich wie wir die zw< 
Hauptbedtg. von *1QT mit der gefundenen Grnndbdtg. vereinigen. 
bed. namlich 2) im Pi. *1C}T singen, besingen, preisen, da 

nntJt Sang, Gesang =rntjr !i\ cantus. Ji<f^/,l cecinitj c 
tavit, Nichts scheint einfacher als die Uebertragung der Grundb< 
zusammenziehen, zusammenreihen auf das Singen, ii 
fern dies in einem fortgesetzten An- und Aushalten der Laute best 
die nicht, wie beim Sprechen durch Artikulation unterbrochen 
eingeschnitten werden, sondera zusammenhangend und In einan^ 






1) (lurch Wiederholung des ersken RadikaU. 213 

iiberfliesseud sich ausdehneu oder ton en. Vgl. die einfache W. 
im atliiop. U^l tonus, sonus continuikf, e. g. susun^ua apum. 
Nahverw. ist damit J?f^9; iytn = tDT =- IDT) smuU, smavit 
(mare, tonitru) resonavit^ strepuU. yi2\^ leises Geton, Ge- 
fluster. Job 4, 12. Vgl. S. 159. Weil der Gesang nun aber in der 
Regel mit dem Spiel von Saiteninsti'unienten begleitct w urde , so be- 
kommt lot zuweilen die Bdtg.: singen iinter Begleituug eines 
Instruments, wobei letztes mit 2 hinzugefiigt wird. Dies belsst 
aber niemals: spielen auf der Harfe oder Cither, sonderu 
stehtpragnant, wie ofters im Hebr. fiir: singen — auf der Harfe 
begleitend, oder wie vvir mit ahnlicher Kiirze sagen, zur Harfe, 
zur Citber singen. Vgl. ip. 33, 2. 71,22. 98,5. 149,3. Weil 
*ll0tQ nun meist ein Lied ist unter Begleitung eiues liistiumeuts ge- 
sungeu und sich dadnrch von TtT unterscheidet, welches ganz allge- 
mein ein Lied bezeichnet, so haben cs (h'e LXX. riclitig durch ipixX^Oi; 
nacti spaterm Sprachgebranch : ein Lied znni Saitenspiel ge- 
^ungen, iibersetzt, von ipaXXeiv betasten, beriihren, dalier ein 
^aiteninstrument spielen. Danach haben sich viele Ausleger bemiiht,* 
diese Bdtg. in *1QT nachzuweisen: die Saiten rupfen, zuletzt noch 
Sesen. im Thesaur. und De Wette nacli Hupfeld, der jedoch selbst 
mit Recht diese Ableitung aufgegeben hat. Nur sehr gezwungen und 
oothdiirftig hat man diese Grundbdtg. weiter iibertragen. Die* bier 
gegebene Erklarung wird ihre Grundlosigkeit zur Geniige dartbun. 
Sie kommt ausserdeni nirgends vor. Mit mehr Wahrscheinllchkdt 
hat Uupfeld in der Zeitschrift fiir die Kunde des Morgenlands HI. 
S.394. Vgl. IV. S. 139 flf. als erste Bdtg. die des Summens ange- 
oommen , die dann sowohl vom Klang der Saite , als vom Gesang der 
Nenschenstimme steben konnte. Allein man muss auch hierbei noch 
l^her hinaufgehn und nachweisen, wovon denn das Summen selbst 
l^nannt ist. Es ist zunachst kein blosser Naturlaut, wie Gesen, u. A. 
iBeineu, sondern druckt einen BegrifT aus, namlich den] des in ein- 
^nderfliessenden und dadurch unbestinnnten und uu- 
'cutlichen Tonens. Die W. ist verw. mit sum, zusammen 
>fi(t =: sammt, sammeln, Abd. samanou und bezeichnet so, wie 
iltt allerdiDgs verw. DT den zusamnienhangenden Laut, im Skr. 
<^ Gesaog, Lied. Vgl. <»CeC fliessend, daher auch reichlich 



214 II. Hintenverdoppelte Perfekta 



«•«• o «« 



uberf liesseiid. i»'wo^ von zasammenhangenden Tonen, sun 
men. Vg;l. ^v zusammenzielin, dalier a) blnden, fesBeli 

b) den Kopf zusammen-, d. i. zuriickziehn, daher be ben, erhebe 

c) red en, wie lyi und sermo von zusammenhang^enden Worte 
Auch das dentschc sin gen, verw. mit sag^en, bed. eig. zusammei 
bringen, zus'ammenstellen, daher im Goth, siggvan lese 
wie auch noch im Alid. (vgl. lesen und legere,') Daher steht es we 
ter auch von zusammenhangenden oder an einandergereihten Tonei 
singen, Gesang. Vgl. Sange, ein Biindel Aehren, was di 
Grundbdtg. noch erhalten hat. — Bestatigen lasst sich nun die Ricl 
tigkeit der angegebenen Bdtg. von IJDT vor Allem dnrch den SpracI 
schatz des Arabischen. Es hat den niimlichen Stamm IJeC , der noc 
deutlicber als das Hebr. die Grundbdtg., so wie die Uebertragung ai 
den Gesang (Je\) zeigt, erhalten. Er bed. namlich zusammec 
ziehn; daher 'iyfi\ etwas Zusammengczogenes, Versan 
meltes, Verbundeues, daher Schaar, Haufen. Ebenso da 
wurzelhaft verw. wjv das Zusammenhangende, daher da 
Ganze, universitas. \g\.lLoyjo\ Schaar, Haufen. ^o Bienei 
scbwarm. 1^\ zusammengezogen, daher klein, kleinmuthig set 
feig ^v zusammengezogen = dicht, hart. 1^^ fest, banc 

fest, tapfer. Das Verb. lio\ bed. a) zusammenziehn, zi 
riickziehn, zuriick weichen, fliehn. b) Tonen, eig. zieh 
dehnen, von der Stimme des Stransses. c) Ein Instrument bL 
sen, I. II. eig. tonen lassen. d) Etwas Erzahltes ausbreiten, ei| 
es tdnen oder horen lassen. e) Jemand aufreizen, eij 
ihn zusammenbringen, zusammenhetzen mit Jemand u. s. w. Ebens 
leicht erklaren sich die Bdtgg. des verw. und fast identischen ^C zi 
sammenziehn, daher a) zuri'ickziehn, abhalten, abzieh 
von Etwas mit ^x konstr. b) Zusammenbringen, oder reihe 
— namlich Worte, daher reden = 121. c) Ein Buch zusammei 
bringen, verfasseu. d} Geduldig ertragen, eig. sich zi 
sammennehmen. IV. dicht, dick machen = gross, star 
tapfer sein. o\ fest, stark. J^v das Geschriebene, di 
Schrift, daher auch der Psalter Davids wegen des haufigi 
Gebraucbs beim Gottesdienste in der altern christlichen Kirche vc 



1) durch Wiederholung dcs criten RadikaU. 215 

zugsweise die Schrift oder Bib el genannt. Der Name ist lieines- 
wegs eine andre Ausspraclie fur llt^ = jv^C^* Pur ^^^ Grundbdtg. 
ist scliiiesslicli nocli zu vgl. lix ziiaammenbringen, daher a) ili(C 
Zug, Sciiaar. b} zusam menziehn, scbwer tragen (vgl- 
troAer^ = trageu). c) Athem ziehn = seufzen. d) Wasser 
ziehn oder achopf en. — Das hebr. Wort 10[ Deut. 14, 5, welches 
wahrscheitilich eine Hirscli- oder Gazellenart bezeichnet, bat 
eine undeutliche .Etymulogie , ist aber wohl nicht mit Gesen, von der 
seltenen Bdtg. des Springens, sondern eher von der der Starke u. 
Diclie, die im Arab, sehr haufig ist, benannt worden. Oberflachliche 
Sprachverglelcher lionnten IDT mit Ziemer in Verbindung bringeu. 



vv 



n^2J (statt pii) V. d. W. ]}l, koninit nur in dein Subst. nl33: vor, 

welches man nach den LXX. und der Vulg. i/*. 42, 8, gewohnlieb als 
VVasserfall, Katarrhakt fasst. Diese Bdtg. wiirde dann aber 
niclit mit Geseii, u. A. von der unerwiesenen Vorstellung des Rau- 
schens, (deun mit dem deutschen schnarren, schnurren, knar- 
ren bat die W. p^ nichts gemein) herznleiten sein, sondern konnte 
nach den verwandten Stammen yyi Cstatt pi^, i: = ^)sieh beugen, 

senken = n^l2 sich herabneigen, herabiassen Cvgl* cXXJi 
8ich stutzen,) nur so viel ais Herabfail, Erguss oder Wasser- 
gU8s bedeuten. Allein weit wahrscheinlicher gebt der Stamm nicht 
Von der abgeieiteten Bdtg. des Sich-senkens und Herablassena 
au8, was ohnehin ein zu schwacbes Bild ware, sondern von der 
Grnndbdtg. der W. p{ spalten, sperren, absperren, fest- 
maclien (vgl. pi:, o^ festmachen, gilrten, vi^juo IV. fest- 



iBachen, befestigen; p^i: absperren, verschliessen, |j\ 
SDg sein, _^j ein enger Schiauch, g^Luo die Handhabe 
amSchilde, eig. der Halt, Verschluss.) Daher ni33: etwas Ver- 
icblosscncs, der verschlossene Kanal, der Verschluss des 
Wassers, dieSchleuse wie n|n« Gen. 7, 11. 8, 2, bes. Jes. 24, 17. 
Fiuth folgt (eig. ruft) der Flutli beini Donner deiner 
Schleusen, d. i. bei dem donnernden Gerausch, womit (die natiir- 
iicli geSffneten) Schleusen hervorbrechen , ruft eine Fluth die andre 



216 Uintenvcrdoppelte Perfckia 

herbei = folg:t Fluth auf Fluth in unaufhorlicher StromuDg, ^. 42, 8. 
(Das arab. ^^ILo Rohre (Wasserleitung) ist von yuo abzuleitea 
und desshalb nicht verw.) Ebenso verstehen mehre "rt^ 2 Sam. 5, 8, 
als Wasserrolire oder Wasserleituiig in verschiedenem Sinn. 
Vuig. Dacbrohren, Dachrinuen. Die Stelle ist offenbar cor- 
ruoipirt. Wahrscheinlich ist n1^ zu lesen in der Bdtg. Schutz- 
w.ehren = Schilde, was Sym. von den Schutzwehren der Mauer, 
den Mauerzinnen versteht (£7iaX&g), eine Deutung, die um so 
naher lag, da nlH!^ auch Spitz en, Dornen iiberhaupt bed. Un- 
wahrscheinlich emendirt 0. Thenius nlHd . Jene Lesart scheinen auch 
die LXX. nocb geliabt zu haben, indem sie Dolcb, na^a^KpiQ^ iiber- 
setzen und zwar den Sing, wegen der Auffassung der ganzen Stelle. 
Die Bdtg. des Spitzen in rfi^ liess dicsen Sinn ebenfalls zu. Jedoch 
ist hier nicht der Ort, jencn Vers, der auch nach Thenius' Auslegung 
noch immer hapiM-t, welter zu eriautern und dem Zusammenhange 
anzupassen. 

Es sei nur noch bemerkt, dass die angegebene Bdtg. von li^ 
Verschluss = Schieuse durch das wurzelhaft und stammverw. 
mil Rohre, Giessrohre am Leuchter, durch welche das Oel 
in die Lampe herabfliesst, Zach. 4, 12, bestatigt wird. Ueber die 
Bildung vgl. Anhang 1. Verw. ist der Stamm 

fjin = 132 festniachen, verschliesscn, daher T^an (wie 

^btiy mtDJi gebildetj das Versehlossene, Fe stgemachte, da- 
lier ein festes (irdenes oder eisernes) Gefass, ein grosser 
Topf und specieller ein Backtopf, den man gewdhlich inwendig 
heizte und dann, nachdem die obere Oeffnung zugedeckt, das Brod in 
die Scitenwilndc klebte, welches bei der glelchmassig eingeschlosse- 
nen Gluth, wie im xh^avog der Griechen, besser als im elg. Back- 
of en gedieh. Diese Bdtg. des Wortes ist sowohl durch das'arab. ^yi 
clibanus , das aus dem Hebr. stammt, als auch durch die nahellegende 
Uebertragiing gesichert. Sehr natiirlich war es sodann, das spa- 
ter ein eig. Back o fen ebenfalls noch so genannt wurde, wie tUpa- 
vog audi fur invog gebraucht wird. Die LXX. und Vulg. iibersetzen 
richtig xX^Pavog. Gen. 15, 17. Lev. 11, 35. 26, 26. Thren. 5, 10 und 
sonst. Die gewohnliche Notherklarung von ;n C?) Ofen und fD 
Feuer verdient keine Widerlegnng. 



1) darch WiederboloBf dei enten Radikalf. 217 

3) Wechsel der Lippenlaiite ODter einander: 

f . 15. 

Dieser Wechsel beschrankt sich be! den hintenverdoppelten Per- 
fekten auf den aueh sonst haufigen Uebergang von fi and 3 in D, in- 
dem jene Bildung nur bei Wurzeln mit anfangenden p und b vor- 
kommt Hieher gehoren: 

uHd statt vp^ V. d. W. nd eig. stossen, einstossen, fest- 

stossen, festmachen Cn§ Fessel = Netz), verw. mit yjit 
statt MS, pS, p3; vgl. niyyvv^t, pepigiy poehen u. s. w. Das Arab. 
bestatigt die angegebene Grundbdtg.; denn IaI bed. 1) fest- 
machen = stocken, stagniren — vom Brannen, der das Was- 
ser zuriickhalt, daher verstopft seiu. 2) den Athem hemmen, 
stocken machen dutch heftiges Weinen, daher schluchzen. 3) Vom 
Geschrei des Widders^ das sehr gut als ein Stocken, d. i. Stot- 
tern, oder ein abgestossenes Tdnen = Mack em bezeichnet wer- 
denkonnte. 4) Stoeken = stecken bleiben in der Rede, nicht 
antworten kdnnen. IV. zum Sehweigen bringen. i^^uue 
Sehemmt, gehindert — im Geschaft^ in der Rede u. s. w. So 
crklartsich aueh das iiitrans. lAi verstopft, versehlossen, da- 
ker dunkel, schwarz sein — vom gehemmten, gedampftcn 
Licbte. Daher *^li a) stockend — vom Wasser. b) von der 
Farbe — schwarz = j^A^Li. ^jsxi die schwarze, ausgebrannte 
= §;edampfte Kohle, carbo. Aus der einfachen W. ist *^B gebildet, 
^as wortlich Schwarze, daher schwarze Augenschminke 
bed. Gesen. leitet es falsch von (pv^og Seegras ab. Fiir die urspriing- 
licbe Bdtg. ist noch zu vgl. das verw. ijsj eig. gestopft, daher 
^oll, dick, korpulent sein. liS voll machen; intr. vol! 
aein. Isi angefiillt, voll, daher aueh gross, schwer sein. 
Das hebr. Dn^ kann demnach etymologisch nur die schwarze, Sprw. 
26,21, nicht die brennende Kohle bezeichnen. Exegetisch passt 
^ese Bdtg. aueh allein. Die Hauptstetle dafi'ir Jes. 54, 16 heisst nam- 
A'ch: ich habe geschaffen den Schmidt, der da anblast 
ein Feaer von Kohl en, d. i. von gedampften, schwarzen Kohlen, 



218 IL liiDtenverdoppeiN Porfeku 

die beissere Glutb geben als eia gewohnliches Feaer. UaricI 
Ewald: der ins Kohlenfeuer blasst. Die brennende Koble be 
n^ni und ist unserm Yerf. woU bekannt, Jes. 44, 19. Die an 
Stelle fur jene bebauptete Bdtg. Jes. 44, 12 ist ebenfalls missverst 
deo: der Eisenscbmidt — der arbeitet mit Koblen, o 
Ewald: er maebt ibn (den Gdtzen) mit Kohlen Dn^D 7£^* 
lein man wird schwerlicb sagen kdnnen mit Koble n, wie mit ein 
Werkzeuge, arbeiten. Es miisste wenigstens beissen: er mat 
ibn imKoblenfeuer, was DHd an sieb aber niebt bezeichnen ka 

' TV 

Sodann ist auch der Parall. dagegen , indem man ein Werkzeug 
wartet, das dem Hammer entspricbt. Wabrscbeinlicb stebt bier C 
im Sinne des wurzelhaft verw. 0)1^ Stoss, Scblag; dann das We 
zeug worauf gescbmiedet wird. Am bos, (von an und bosen, d 
scblagen wie incus). Der Schmidt — bearbeitet ibn auf dc 
Ambos und gestaltet ibn mit Hammern u. s. w. 

Andre baben das schwierige D^HQ ip. ll,6alsfeurige Koh 
fassen und gegen die masor. Accentuation mit dem folgenden e^bt v( 
binden woUen, wie tt^ ^^m ^. 18, 13. Allein an der Ricbtigkeit di 

* 

ser Auffassung ist sehr zu zweifeln, indem es wenigstens wc 
D^ns C^ oder DTIB tt^ wie Jes. 54, 16 beissen miisste. Man wi 
desshalb D^HD an jener Stelle von der Grundbdtg. der W. aus am ei 
facbsten erklaren als etwas Festes, Hartes, oder Stossende 
Schlagendes, daber Hageiscblag, Hagel. „Jabve — las 
regnen iiber die Frevler Hagel, Feuer und Scbwefe 
gliibender Haucb ist ibres Becbers Theil. Ygl. ip. 18,13,1 
Hagel und Feuerkohlen. Fur die Bdtg. vgl. das wurzelbi 
verw. &4^ etwas Zusammengeschlossenes, Festes, daber a) Fel 
Stein, b) bandfest, tapfer. Aucb ]^. Stein stebt vom Hag< 
Jes. 30, 30, und passt in jener Stelle sebr gut. Die Bd^. Sclilii 
gen fiir: sicb scblangelnde Blitze gelit desshalb nicht a 
weil das Bild vom Regnen, was nur vom Herabfallen kleiner Gege 
stande gebraucht werden kann, dazu nicht passt. 

Qyv ^' ^' ^' V^ "^ ^^9 HB u. s. w. pocheu, stossen, sc.bl 
gen, iibertragen: drangeu, treiben, beunruhigen u. s. ^ 
Vgl. tLi stossen. DJ^g Stoss, Scblag, daber 1) Fussstos 



1) durch Wiederliolttiig des entan RadikaU. 219 

Tritt, Schritt, ubertragen im Plar. anf kunstlicbe Tritte = 
Fusse, z. B. eines Tisches, Ex. 25, 12. 2) Ambos, eig. Auf- 
scblag, incus. Jes. 41, 7. 3) Stoss=:Punkt, daher ein An- 
kaltspunkt in der Zeit, ein Mai wie &Ai(>. Noch abgescfiwach- 
ter lautet der Stamm 

Q<S= lii dick, voll sein, daher niD^^ Fiille, Feistig- 

keit, Job 15, 27. Vgl. IdbJ voll, dick, beleibt sein, Ijj 
fett sein. lLJ=ljti anfiillen. Ganz inig Ziehen Gesen. und 
A. das chald. Did, Dd, Mund, Miindung, arab. ^ hieher. Dies 
ist entweder eine verlangerte Aussprache der verkiirzten Form n§ 

li und steht fur v^ wie .v-LJt dichterisch fiir ^t* nach Ewald Gram. 
irab. §. 442. odcr sonst konnte man diese Form auch als Wiederholung 
des zu kurz gewordenen Radikals o fassen, so dass ^Ji Fur ^^m 
stande, wie ^o, ^'=^buho^ Uhu, auch einfach so genannt, kopt. 
hi Vgl. ni^D'>$. Ebenso ist der Buchstabe Mem aus ^IT^O zusammen- 
gezog^en, nur dass hier der Gleichlaut nicht aufgehoben ist. Im 
Aethiop. heisst er noch einfach Mai Wasser, nach dem wellen- 
^rmigen Bilde, welches das alte Zeichen dieses Buchstabens dar- 
stellt. Ausserdem wird der Stat, const. ^, weil er zu kurz klingt, 
znweileu verdoppelt ^\^yo gesprochen. Aehnliches ist auch In andem 
Spracben nicht selten. Das angePuhrte ^\ ist also wohl aus einer 
Verdopplung und Verdnmpfung des zweiten Radikals hervorgegangen 
Qnd steht fiir ..wLt- Wurzelhaft verwandt mit Dt<& ist der Stamm 



Uj statt 33 durch Umwandlung des verdoppelten Radikals gebildet 

^•d. W. «D, na voll sein, aufschwellen = jyi3; XS hoch sein 
^HM^. K3 aufsteigen, heraufsteigen, daher iiberhaupt stei- 
SeD = gehen, kommen u. s. w. Vgl. v^L Eingang = Thiir, 
*c einfach verdoppelte W. 3«3. Kopt. ^ri& antrum^ spelunca^ eig. 
Eingang — in die Erde. Im Skr. entspricht gd = ge-hen, Pi^^n-^u 
^•8. w., nicht aber vd = we hen, das Gesm, noch anfiihrt. So 
«rklart sich das Subst. no:} Plur. nlDD das Aufsteigende, Hohe, 
'&her die Hcihe, Anhohe, bes. geheiligte Hohen mit Altaren 
^s.w. Die H5he ist dann auch Bild der sichern Zufluclit, z. B. 
t'* 16,34: er stellte mich anf meine Hohen, d. i. Hess mich 



220 II- HiftteBverdoppelte Perfekta 

> 

sichre Aohdhen in Besitz Debmen. Unrichtig iiberoetzt Gesen. A 
Wort hier und sonst durch Burg, z. B. Am. 4, 13: er schreit 
uber die Holien der Erde, d. i. uber die Berge — im Gewitti 
Job 9, 8: iiber die Hdhen desMeers, d. i. iiber die hochgehc 
den Fluthen. Ebenso Jes. 14, 14: iiber die Hdhen der Woiki 
=: iiber die hohen Wolken, wo die Uebersetzung : Burg ki 
nen Sinn hat. Vgl. Mich. 1, 3. Hab. 3, 19. Dcut. 32, 13. 33, 29. Ji 
58, 14. Ganz unzulassig vergleicht 6e«^. U\2 mit unserm Banm, S 
Bdm, wobei das m weder wurzelhaft ist, noch zur BQdung dea P( 
fektstammes gehort. Die goth. Form lautet noch unverkiirzt bag-n^ 
altnordisch bad-mr und hangt zusammen mit fdg-ua , 91^70^ eig. d 
esabare Frucht eines Baumes, dann der Baum ^selbst, als d 
Fruchtbare bezeiclinet DemNamen, wenn auch nicht der Sad 
nach, ist unsre Buche dasselbe Wort. Vgl. (payziv Skr. bhaka 
essen. Das Goth, bag-ms ist also eig. q>ayr]^a was man isst, d 
Speise. Nach Verschluckuug des g wurde daraus bdm^=b<m' 
Banm im allgemeinern Sinn. Vgl. fruor statt frugor. Das giiec 
ficDfioQ Erhohung, Stufe, Altar scheint von den Phoniken entleh 
zu sein , wie vieles Andre der Art, obwohi es im Griech. aus der ve 
wandten W. ffaiva eine ebenso klare Ableituug zulasst. Ygl. ^i^-M 
Doch hat das Wort im Hebr. noch allgemeinere Bedeutung. 

DnS statt nna v. d. W. na = nn, a^, "^2 zusammendrlicke 

festmach.en, verschliessen. 1^ IV. a) festmachen = hei 
vorbringen — von Pflanzen. b) festmachen = verschliesse 
abschliessen. V. verschlossen, bedeckt, dunkei sei 
f^x^ dunkei, schwarz = xa^^ iU^ etwas Festes, Stei 
Fels u. s. w. Wurzelhaft verwandt ist l^pS sich zusammei 
ziehn, dann auch schweigeu, eig. den Mund verschliessen. I^ 
verschlossen = stumm sein, wie ^uu\ der Stumme=u< 
Barbar. Ganz irrig halt Gesen. ham fiir die W. Vgl. Laj 1^^ 
halten = fassen, begreifen. j^ eig. fahig, leicht fassen 
und begrcifend, duher einsichtig. — Das Subst. TtOTC^ Vie 
besonders die grosseren Hausthiere, bezeiclinet diese, wie it 
arab. IUa^j im Gegensatz zum Meuschen als Stumme, Unve 






11. durch Wiederholang des erften Radikals. 221 

standliche, Sprachiose, bruium. An die Bdtg. von' j^a^j = 
l^A^j dunkel, schwarz, schllesst sich das wurzelverw. Snbst. 
mxo (statt Dl«tj) = D^D Flecken, Makel, Job 31, 7. Lev. 24, 19. 

* 

H» L. 4, 7, von der W. «D = TO, H^ zusammenziehn, hem- 
men; TOHD, &*4^ impeditnt ah itinere^ c. ^jx. Minder leicht ist 
Extalds Ableitung von Din schwarz sein, D^rtQ = D^t^. Mit 
Ueberg^ang von m in n lantet der Stamm DTTS 

jnD V. d. W. r\2 zusammenschliessen, daher ^^ = iLjjt 

der Daum an der Hand nnd die grosse Zehe, wahrscheinlicli 
als der feste, dicke bezeichnet; oder nach ^g; IV. abwenden 
ak der abgewandte, abgeschlossene, mehr allein ate- 
hende Finger, oder endlich als der Zusammengedriickte = Stumpfe, 
Stummel oder Stopsel, welche Bdtg. anch unser Daum sonst 
hatte. Doch scheint die erste Ableitung, mit der sich die letztere leicht 
vereinigen lasst, naher zu liegen. Als Schliesser der Hand ist der 
Daumen wohl nicht bezeichnet; wenigstens ware die Uebertragung 
anf die grosse Zehe dann nicht passend. 

U^D statt ^^ V. d. W. y^ hintenverdoppelt: spalten, schei- 

den, zerreissen. L^j lial id. \p. 60, 4. 

D^3 V. d. W. to , verdoppelt 3to = D^IS bedentet ursprung- 

lich weder wohlriechen, noch angenehm sein, wie Oesen. 
Q. A. nach der abgeleiteten Bdlg. im Chald. wollen, sondem hervor- 
brechen (vgl. ^j^wo auswerfen, h^ ausbreiten), daher her- 
austraufeln, aussch witzen, wie das wurzelhaft verw. {joj 
^tmdavitj daher D^^, D^D das wohlriechende Harz, das aus 
<ler Balsamstaude in Tropfen herabfliesst, der Balsam. Dann be- 
zeichnet das Wort allgemeiner auch wie Balsam Wohlgernch, 
balsamischer Duft Dto das Balsamgrewachs. Der Balsam 
War ein Hauptprodukt Palastinas, woher auch das Wort Balsam 
^Ibst als der allgemeinste Name dieses Harzes stammt. Allein das { 
ist nicht so ohne Weiteres in Dto eingefugt, wie Gesen. meint, son- 
dem kann sich nur dufch Verdopplung des s aus Bass am durch Yer- 
mittinng von barsam = balsam gebildet haben. Fiir die Richtigkeit 
der angegebenen Grundbdtg. sprechen auch die andern Benennungen 



222 II. Hinlenverdoppelte Perfekia 

dieses kostbaren Erzeugnisses, namlich ID = itv^ga vom Tropfelii 
benannt Es schmilzt aus einer dornigen Staude und ist kostbarer, 
als das allgeineine Balsamharz, vgl. H.L. 5, 5. Ex. 30, 28. Anf die- 
seibe Bezeicbuung; fiilirt ein dritter Name n!( oder ^"ly^ Ausfluss, 
vgl. ^'Li fliesseii, daher eiiie der edelsten Balsamarten , das Kar- 
pohalsamum^ das von selbst hervomniit, oder Opobalsamum, 
Balsamsaft genannt. Dies wurde besonders in Gilead gevvronnen 
(Gen. 37, 25. 43, 11. Jer. 46, 11. Ez. 27, 17.) und ist vielleicht idea- 
tisch mit dem Balsamstrauch , der in der Jordansebene, besonders um 
Jericho hernm wnehs. Vgl. Joseph, bell. jud. IV* 8, 3. Jetzt iindet 
er sich wahrscheinlich nur noch in einigen' Gegenden des siidlichfi 
Arabiens, als Balsam von Mekka bekannt und von dem sogeo. 
gileadischen Strauche nur in der Blattform verschieden. 

DnSD V. d. W, nd aus der Verdopplung und Verunahnlichung von 

rjn^ entstanden. Vgl. l|"i§ zertriimmern, TiB zerbrechen, *iJ 
scbeiden, spalten, zerbrechen, verw. mit p'lS, tnB, Chd 
u. s. w. Daher DHd spalten, scbeiden, trennen, dann speciell 
zerreissen (die Klelder) Lev. 10, 6 u. sonst. Die W. j^^at* steckt 
im lat. pars, cpagaog das Abgetrennte, der Theil von q>aQ6tv spal- 
ten, scbeiden, zertheilen. Vgl. 9a(»(!Q) den Boden spalten, auf- 
reissen, daher pfliigen. 9a(».vy£ Spalt = Schlund. ^Gewohn- 
lich aber hat der Lippenlaut vom ein s zu sich genommen; denn die- 
selbe W. par steckt z. B. in Spur, d. i. etwas Gespaltenes, Aufge- 
rissenes; Sporn, Mhd. spor etwas Spitzes zum Stechen, verw. mit 
Speer, (vgl. Splitter von spleissen, spalten.) Ferner gehort hic- 
her sperren, abtrennen; Sparren, gespaltenes Holz, ein Balken; 
Spreu die abgesprungenen , abgetrennten Getraidehiiisen. Sodaaa 
weiter iibertragen, wie im Semitischen, findet sich die verlangerte W. 
in springen, eig. zerbrechen, dann auch hervorbrechen = 
spriessen; spriihen, auseinanderstreuen = ^par^ere u. s. w. Vgl. 
im Skr. sphur dissilirey sphurdsch disrumpiy explipdere^ verw. 
mit pAa;=i spalten, findL 

U j3 verw. mit D'ld v. d. W. 13, kommt als Verb, im A. T. 

nicht vor. Ganz irrig halt Gesen. den Stamm fiir ein schallnachahraen- 
des Wort, das dem deutschen brum men, p^eiito u. s. w. entsprecben 



1) darch Wiederholang des erslM RadikaU. 223 

oil. Die Ableitung der Bdtg;g. musste danacb vdllig^ missrathen. Die 
Irnndbdtg. ist vielmehr, wie das Arab, noch zeigt, die dea Spal- 
ens, Abtrennens, daher ^o = sperren, d. i. festmachen, 
68. einen S trick zusammeiidrehn. Gaoz spraehwidrig vergleicbt 
resen. das lat. fir-mus^ das fiir hir-mus steht u. nach Abfall der Mota 
OS der skr. W. dhri festlialten, dhira fest, verw. mit trea, traueD 
. 8. w. sich gebildet hat Im Lat. geliort auch fri-num bieher. VgL 
irner lo sieb sperren gegen Etwas, Widerwillen, Eckel 
aben, verabscbeuen, ganz wie sper-nere. Hierans erkiart sich 
nchim Aram, die Partikel D?), dagegen, bingegen, binwider, 
iher aber, docb, Dan. % 28. 4, 12. 5, 17. Esra 5, 13. Spater 
den Targum. und im Syr. erhalt sie affirmative Bdtg., wie das 
iutsche docb in der gewohnlicben Umgangsspracbe aucb fiir ja, 
ewiss, sicberlicb gebraucbt wird. Geaen. nimmt diese Bdtg. 
s die urspriingliche, an, woraiis sicb die entgegengesetzte aber 
hwer erklaren lasst Aucb passt die Bdtg. des Gedrebten fiir 
ese Uebertrugung nicht einmal gut. Vgl. dagegen ^o Wider- 

iiien, Abneigung. Vgl. *i*ld Nif. sicb trennen. ti fiieben, 
•CUl sicb zuriickziebn =:^ fiir cb ten.) 

Schwierig ist die B^tg. des dm Xcy. D'^DtT? Ez. 27, 24, D^1l3 n?2l 

• • • 

iter den Waaren genannt, mit denen Tyrus Handel trieb. Nacb 
MicAi verstebt man es gewobniicb von Kleidern, die aus vielen 
ulen gewirkt worden, etwa Da mast, indem man das arab. ^^o 
was Znsammengedrehtes , ein Strick, bes. ein zweifarbiges 
'd fyiji ein Kleid aus solcben gedrebten Faden, vergleicbt. Allein 
ithrscbeinlicber beziebt sicb das Wort bloss auf die Farbe und ent- 
richt so den purpurnen und gestickten Mantein besser; 
u beisst aucb allg. zweifarbig. Indess batten die LXX. und 
ilg. offenbar eine andre Lesart. Erstere iibersetzen S^rjaav^ot axXaxrot 
d die Vulg. etwas freier gazae pretiosae, wonacb sie D*n-1"Q gele- 
1 za baben scbeinen, Gibt diese Lesart aucb keineswegs einen 
;en Sinn, so wiirde sie docb leicbt die Emendation DHin^ gespren- 
ItBy bnntfarbige — Zeuge zulassen. Vgl. (>o und iOyj vestis 
frris eolorilbua striata. Slj\ bunt, gesprenkelt, scbeckig. 



224 11. Hinienverdoppelte Perfoktii 

Au8 demselben Stamme 1st na^d^og der Parder, eig. der G< 
fleckte herzuleiten, wie das Wort auch im Arab, vom Parder stet 
Die D^ri in der obigen Stelle konnen nicht wohl Hasten, Kiste 
zum Einpaeken der Zeuge sein, sondern den Mantein entsprechei 
etwa Decken, (vgl. 11^ decken, bedecken 7$HI einhiillen 
daher dann auch der Ort, wo man etwas verdeckt, verbirgt od< 
niederlegt, dTjaavgoq. Also Decken von bunten, buntfarb 
gen — Zeugen oder Hauten. Zu vgl. ist im Aethiop. IICP/ 
grau, aschfarbig, fuscua, Rieht. 5, 30, eig. wahrscheinlich g( 
sprenkelt, oder gemischt, misehfarbig. 

0^2 **at* ^^ V- ^- W. ^3 verw. mit b& und welter mit "Q, T 

u. s. f. und theilt mit diesen die Grundbdtg.« des Schefdens, Spal 
tens, Trennens, Skr. phal findere, s-pal-ten; vgl. Ahd. pi 
pUle = Bell vom Spalten genannt; B il-d, efg. Etwas durch Scheide 
oder Hauen Gestaltetes, Gebildetes, dann iiberhaupt etwas Geforir 
tes. Bill das durch Entscheidung und Urtheil Festgestellte , dalie 
Gesetz, Recht, vgl. Unbill, Unbilde; arab. Jb res cammutti 
juris. 77^ Pi. entscheiden, richten. ^^DRichter. Die ersti 
Bdtg. zeigen ferner n?^, 3/B, n^H u. s. w. Das an. Xcy. D/^ ip. 32, J 
fasst man nach dem Syr. allgemein als: balidigen, zusammen 
schniiren, einengen, wie die LXX. und Vulg. Allein man er 
wartet nach dem Zusammenhange einen starkeren Ausdruck: mID> 
Zaum und Ziigel sind dessen Backen zu zerreibcn , (aufzureiben, auf 
zuritzen) der sich dir nicht naht.** Darauf heisst es sogleich welter 
viele Schmerzen hat der Frevler. Auch konnten niclit so 
wohl die Backen O^J^ nach LXX., Vulg., Kimchi u. A. vgl. d^. 
als vielmehr der Mun d zugeschnurt werden. Dieser aber, oder di( 
Kinnbacken werden bel einem widerspenstigen Thiere durch starkei 
Anziehen der Ziigel nicht sowohl eingeschniirt, sondern Yielmehi 
auseinander gerissen und dabei kommen leicht Verletzungen vor. S< 
gefasst scheint das Bild am passendsten. D?D ist dann naher zu vgl 
mit 1*173 aufreiben; 2JLjheftig zusetzen, hart behandeln 
intr. aufgerieben sein. D73 aufritzen, einkneipen, xvi^u 
u. s. w. Falsch vergleicht Gesen. D/K . Das arab. Ijb geht von dei 
selben Vorstellung aus: spalten, klaffen. gahnen, daher gic 



1) darch Wiederholung dei erilen Radikals. 225 

rig, brunstig sein: libidine fervens admissarium appetivU (ca- 

mela) lY. id. und intumescentem vulvam habuit camela. Ans der 

Grnndbdtg. erklart sich auch die: verletzen = schanden f=«ctft- 

dere), veruirstalten II. IV. Ferner im IV. Stamm auch: schwei- 

gen, eig. einen Spalt oder Riss in die Rede machen, das Gesprach 

abbrechen. Im Chald. bed. D^^3 der Stammelnde, Stamme, 

^ ^ • ^ 
Jes. 32, 4. 35, 6, Targ. Vergil. JJJb confusus, commixtm fuit 

sermo. bb^ canfudit, elg. spalten, trennen, d. i. die Einheit auf- 
heben, daher verwirren. Ebeoso leicht erklart sich im Syr. die 
Bdtg. znsehniiren, indem das Spalten als ein Sperren and Ab- 
sperren, ein Hemmen uHd Abhalten vorgestellt ist. Das wur- 
zelhaft verw. ^^JJCI vereinigt unter andem die zwei entgegengesetzten 
Bedeatungen in sich: aufmachen und znschliessen, die aber 
AHs der ersten Vorstellung des Stammes leicht abzuleiten sind. 

U^ statt vf)^, W. ^B spalten, trennen, abschneiden, 

(vergL arab. <JUit amputavU nasutn) daher |JUi a) getrennt, ge- 
spalten = weit, b) als Subst. Kamm; c) gespalten, gesperrt, zu- 
Sestopft, daher dick*, voU, gross, ^jL^JLlJ vir crassusy 
fingm. Vgl. das syr. D^3 zuschniireu; chald. D^^3 der Stumme, 

|Jb IV. aUuU. So erklart sich ^^O^S als der Getrennte =][Abge- 

J schlossene, oder Verschwiegene = Unbekannte, Dan. 8, 14 
pQz wie ^4^f?li. Vgl. das Weitere hieruber Anhang I. 



I 



9 

I 

■ r 



1^1 



4) Wechsel der Laote von verschiedenen Organen. 

f • te. 

Die wichtigsten Uebergange dieser Art bei den hintenverdop- 
^^ Hten Perfekten skid folgende: 

1) Die Hauchlaute, namentlich die weicheren, ver- 
Urten sich zn S- and T-lauten. Im Indogermanischen wech- 
ielt das harte k oft geradezu mit t, d, viie Kinder, die den Kehl- 
Im noch nicht bervorbringen konnen, dafiir t substituiren und z. B. 
Uam sagen statt: komm! Vgl. quatuor =^ rstta^SQ^ xov^avoQ = 
w(aP90Q; xoMD = ftx»(D anziinden, brennen und dadurch zef- 

Uaim^B iMkr. WnntlwOrterbvch. 15 



226 n. Hintonverdoppelta PerfakU 

stbveu y iahev da'iog nnd irj'ioQ feindselig, vernichtend; 8aig Facki 
qumque = nBvve; que = re; hebr ) = que^ kopt. ke^ At, elg. Ve 
bin dung, Hinzufiigung. Vgl. 1} Haken und kopt ouahe (=• vai 
hinzufiigen. ^L geloben, versprechen, eig. znsainnienbri 
gen (= ^I) verbinden, daher VI. sich yersammeltt = Yi 
sammelt sein. Yerw, ist im Skr. c'i colligere^ coacervate, Dah 
anch die Copula c'a = que^ und n&her an die W. sich anschliesse 
in den Yedas c'jf , das korrelativ mit c'a steht: sowohl, als auc 
et — et. Ferner xonrcD und rvnto. Unricbtig halt jedocb im Hel 
Oeaen, Tfpl^ und nns^ trinken, die beide von verschiedenen Wurzc 
und von veraehiedenen Vorstellungeu aipgehen, fiir identisch. E 
sichres Beispiel dieses Weeliseis liefert aber die Personalbezeichnui 
der ersten Person des Perf. ^rs" welche nur aus ^2^ als Verkurzac 
von ^^"It^ gefasst werden kann , v<rie es im Aethiop. sogar noch vo 

kommt: ^^'t^AiYl"! katalcUy tLvab. kataUu^ hebr. &a^a{ft. 

Bekannf^Jst sodann jener Uebergang im Semitisehen zunach 
in der Femininendung dh^ die sIch in der Flexion zu at (8) verdichU 
und verdumpft. Ferner lautet das bewegende und treibende a, wel 
ches im Aram., Arab, und Aethiop. iibereinstimmend mit dem Indog;er 
manisehen den Kausativstamm bildet und im Hebr. gehaucht , ha ge 
sprochen wird, im Syr. scha, «a, ta. Hifil, schafel^ hafelj tafA 
Vgl. h^rin gehen lassen (eig. Beine macben), leiteu, syr. 7^ 
= ^jnn Hos. 11, 3. Vgl. on Schwiegervater, kopt. schom. rdrt 

kopt. sch'ten^ X^^^^- G^"* ^"^^ ^9 ^^' H^ ^^^P^* ^^^P polmus. ^ 
kopt. ethosch mit vorgesetztem «, v^eiches bier wahrsoheinlich eii 
Particip andeuten soli, ein Dunkler oder Gebraunter, ai&io\l/ 
vgl. Anhang III. ^''^D kopt. sch*lil neben ghiil holocaustum. n5' 
phasch laquet$s. Derselbe Uebergang findet sich nun sehr ausg^ 
dehnt in den reduplicirten Verbalstammen, wo eine solche Verhartui| 
nm so leichter eintreten konnte , well dieser Hauch nicht der W., son 
dem rein] der Flexion angehort. So geht non in DDH iiber, harte 

oon, Fttton, non, ooa, ttoD, hdd v. d. W. on = on, oa. Feme 

rhn = tt6n, n^n; mS hervorbrechen (== mfi) = ftnB brechei 
ausbrelten, pB, HTB; daher rn? der hervorbrechende 
relM«liiK^«illirBeBde (Strom), der Eufrat EbeMo bal 9k 






1) durcli WMerboiuAC d#« mltn ftadikalg. 227 

der Zischlant aus einem ursprupgliclien Hauclilaute yevhigrtet !n Chn, 

pn, OVl, on, mn, ms, Perfekta, life desshalb nicht so gerade^Ku 

m]t x^^^^^9 X^^^^ ^°^ kratzeq zu vergleichen 9ind. Nur die 

W. VI, n5 ist verwandt Aehnlicb ist im 8kr. der acbarfe Saf|8^1ai|t 

^meist aus elnem arapruDglichen Hapchlaut^, /ai|$ 6|per Kelilmuta 

hervorgegangen and entspriebt deashalb in der Reg^l einam griech. A, 

lat c and elneni deutachen A, z. B. (^i^an =: canere, daher xt;67i; Iliind^ 

▼erw. mit Habn, elg. der Tonende* fura^ nv^og^ heras; foqa 

Base, eig. Springer; ^am ^krumm aein, sich krummeii, d(i- 

ber ermatten u. s.'w. Zu beachten iat nur noch, dass die so ge* 

bildeten Stamme wiederum^der Unterbau zu neuen Ableitungen nach 

den friiher schon gezeigten Ueberg&ngen werden konnen, indem a 

zunacbst mit r und dies mit { und n wechselt, wodurch abermals 

ganze Reihen von abgeleiteten Perfektstammen entstehen, z. B. 

nOn = he mm en, eig. znsammenziehn, ODH gewaltsam hem* 
ipen, unterdriieken, verletzen; ^r^ zusammenziehend f&r den 
Geschmack, daher sauer, scharf sein. ^T\ zusammengezogen 
-gebogen sein, S^rt der Bauch, Wanst, der Unterleib. 

Ct^n funf, bed. ursprtinglich wahrscheinjieb die Hand, eig. die 

Zasaiameiiziebefitte, f asaeqd^e, Faiist, wie ]^, ^nd Aann na,eh 
den Fiagero 5. Ebeo/so im Sfftlai. rm^ und lima i^t 0and und &• 
^\^* y^ eine Handvoll, verw. mit a^ pugnuSy vhn und rp. 
Weiter abgeleitet ist HOH zusammenziehn, zusammenbringen, 

AQfhaufen, daher i(}n Haufen, Ex. 8, 10, iibertragen aufs Was^ 

sec, das sich auflilluft, auftb&rmt, aufwallt. Hab. S, 16, wie das 

Verb. \p. 46, 4. Vgl. 75, 9 , wo das Aufwallen des Mischweins soviel 

lb Schaumen, Perlen, aber nicht Gabren bed. Ferner stebt 

dasSubst mebr nach der Grundbdtg. von zusammenhangender, zaher 

Erde, Thon, nicht von der Farbe benaant; vgl. npn Erdfaarz, 

Asphalt (B.S. 198), eine zfthe, bindende Erdmasse, die nach Gen. 

n, S auch jals Mdrtel verwandt wurde. Sehr unbezeichnend lasst 

^n dies Pecb gewdhnlich von der rotfalichen Farbe benannt sein, 

(?gL Ex. 2. 5) eine Bdtg., die dieser Stamm im Hebn nicht hat. Im 

Arab, erkl&rt sich diese Bdtg. so: zusammengezogen, daher 

dunkel seln (DTt), was haufig auf dnnkelrothe Farbe iibertra* 



228 II. Uinlenverdoppelie Peifekta 

gen ist. Jenes Harz sieht ausserdem ganz schwarz oder schwar2 
braun aus. Die Bdtg. des Schamens, die der verw. Stamm in 
Arab, hat, geht ebenfalls niclit voin Errdtheu, soiidern vom Zu 
sammen- und Znriickziehen aus. Ferner ist der Esel itoj 
(= szamdr nngar. Esel) nicht von der rothlichen Farbe , sondera or 
spriingiich vom Aufladen nnd Tragen der Lasten benannt: dei 
Bepackte, der Lasttrager im Gegensatz zu KHg d. i. dei 
freie Waldesel. Gen. 49, 14. Daher bed. nlDTI auch noch Packen. 
Haufen in dem Wortspiele Richt. 15, 16: 

Mit der Kinnlade des Packtriigers — 

Ein Pack, zwei Pack: 
Mil der Kionlade des Packtriigers 

Hab' ich tausend Mann erlegi. 

Die Steigerungsform "YDIDn im Pass. Thren. 1, 20. 2, 11, steht von 
innerer Wallung und Unruhe der Eingeweide, (niclit gahren oder 
siedenQ iibertragen aufgewallt = aufgequolien, sehrge- 
schwollen sein — von den Augen, Job 16, 16: aufgeschwol- 
len ist mein Aug (Gesicht) vom Weinen, und die Wim- 
pern nachtumhiillt. — Yon *it3n sodann stammt 7Dn sich zu- 
sammenziehn, sich beugen iiber Jemand, sich zu ihm nei- 
gen, daher sich iiber ihn erbarmen (wie ]an) mit 7^ konstr. 
Ex. 2, 6. 1 Sam. 23, 21. Daran schliesst sich leiclit die Bdtg. des 
thatigen Mitleids, der Milde und Schonung. Das Wei- 
tere spater. 

2) Umgekehrt konnen die T-laute durch Vermitt- 

lung des S zu einem blossen Hauch- oder Gutturallaute 

* 

erweicht werdcn. Dahin gehort z. B. das Pron. der dritten Per- 
son, das im Skr. ta und «a, im Griech. ro, hebr. nt lautet, vgl. 01^9 
chald. O'V) da, lat. tamj turn u. s. w. Daraus wird abgestumpft^^ 
[iy Isib, Wn^ o, Nd. heiy engl. Ae, er, noch weicher athiop. ve (ue)f 
verstarkt vS-tu, er da, der da. Ebenso wird aus t^ = sex, ^^ 
Griech. ^i; sapta wird knra; siis = vq; silva = vXrj; serpo = igiuJi 
sri = ^eo, rin nen; svapna = vm/og = somnus (statt sopnus"). Vgl 
kopt. khamn€y hmene octoginta neben schmoune = n^t^ 8. Ferner 
zeigt im Semit. diesen Uebergang sehr deutiich das Pionom. der zwei- 
ten Person, das sich iiberall ans einem Pronom. der dritten Persofl 



1) durch Wiederbolung des erften Radikals. 229 

eutwickelt hat uiid meist, w\e im Indogermanlschen von dem Deute- 
worte ta, da, ausg^eht. Daher im Skr. und Lat. tUy Goth, thu; hebr. 

ua Verb, fa, als Pt'on. pers. atta^ kontrahirt aus aitfa, vsajI eig. du 
Ja.*) Als Suffix lautet dies Pron. ka, \m Aethiop. auch in der Verbal- 
flexioo: kataUca = katal-ta du hast getodtet. Im Griech. hat 
ov (rv) im Plur. v, verstarkt durch das Suff. sma^ wie im Skr., daher 
v-fi£ig statt V'Cfistg u. s. w. Aehnllch hat im Skr. und in den ver- 
wandten Sprachen das Pron. der zweiten Person im Plnr.ju als eine 
Abschwachung von tu, Fiir diesen Uebergang ist weiter zu vgl. das 
Pron. rel. im Skr. ja (jam) aus ta entstanden, wie im deutschen der 
auch relativ fiir wer, welch er gebraucht w^erden kann. Barter 
hervorgestossen steht dies Pron. fragend und lautet ka (ki, ku = ym, 
wie, wa-s) entsprechcnd dem hebr. H , ha. Im Aethiop. zeigt diesen 

Wechsel sehr deutlich auch das Zahlwort 2: ""Itt^, ^an "= ^QAAl wo- 
bei n zugleich mit I wechselt. Es bed. eig. das Gespaltene, 
Doppeltgemachte, das Paar, daher zwei, arab. ^iL^s par^ ambo, 
ganz verschieden von J^ omnc. Vgl. *QAX \ der Getrennte = der 
Andere, daher auch der Kollege, Genosse, Freund. 

Bekaunt ist femer im Aram, die haufige Erweichung eines Zisch- 
\ lautes; namentlich geht das harte ^ gern in y iiber, wie p)!2 = piy 
Am. 2, 13; ^« arab. ,^t f aram. JTIK chald. pn« , wodurch dies letzte 
Beispiel gerade der urspriinglichen Form sich wieder nahert, wie wir 
»pater sehen werden. Ebenso yon chald. yDH; ferner 1D^ Wolle, 

*; Dies Pron. an ist verw. mit at, tile, ciUus, aXXog» ai-ter = andcr, 
Skr. atija. Im Uogar. steht el fur d u neben ie. Im Semit. verstSrkt dies an das 
I^emonstrativ wie im Skr. z. B. sa ivam der da, duda; soham dieser ich, 
'<^li da, ganz wie im Hebr. an~oki ich da, kopt. anok. Dies an ist hier kein 
'■(teres, als in ania, obwohl das Pron. ^^ ungar. en ich aus demselben Stanime 

l^bUdet ist, aber in anta a. anoki noch ganz allgemein hinweiseode Bdtg. hat, wie Tjrj 

^01/ OAct ist im Skr. ah, Goth, ik, Nd. ek = ego, ich, Uiigar. ok, Slav, ta, 
Is. Als eine Verkiirzung von oki ist wahrscheinlich auch das Suff. I, me in zu 
kuea. Aus oki wurde, wie aus ani im Acous. ni, zun&chst ki oder chi = ji 
(itkiop. noch ja) und daraus endlich t Auch im Arab, hat sich nach langen 
Vokalen daa J Cji) erhalten. Aus ani, wie Ewaid annimmt, dOrfte dies I 



230 . If. RlMwiTerdopiMlt* PerMu 



cliAld. nny.; y^, ftkA wird y^y . •— Sehi* gewobnlich tiud abi^r aiM 
ahnliche Uebergange in den Bildungssilben der h!nten?erdoppelt« 
Perfekta des ganzen seinit Sprachstammes; z. B. |^n} (aus nru ea 
standen) = j;n3, nm, pPi^; ferner yo^ eig. zusamnienziehn, vg 
S. 159. Daber "ytsA etwas einziehn, einnebmen, aufnehmeo odi 
wabrnebmen, Ternebmen, nierken, daberboren, znbdrei 
geborcben u. s. w. Vgl. ^DCt^balten, buten. Ebenso erklarc 

sich 3nt^, yM, yair, Mir, j;:2to, nae, yiir, 'h^d, •spo, •spn, ptM 
pnk, 'jj^tt^j ?^^^ "•*• w. 

3) Die Kebl- und Gaiimenlaute konnen in Lippei 
laute iibergeben, also A, g^ h u. s. w. in p^ by Vy wie iin Iiid< 
germaniscben , wo namentiicb ein Uebergang von A in p durcb di 
Mittelstufe von quy kv ieicbt zu erklaren ist. Vgl. coquere - 
(kochen, Skr. pac' =) nencovy quinquCy panc'a = nsvr6 Cfteoiisi 
nsiineO aqva = equtis Cvgl. wxvg, acer) = innoq. loqui= lap. aqu 
=> apy pers. dby Nd. are = Au. Altd. ahUy scbwab. ach, got 
ahva. XvxoQ = luptis; ri;x© = tabuit. Skr. ffd = Kuh = 6a«; j 
engl. JO = Piffacoy ffaiva;. XayoQ = lepus von /^A, tep springe! 
i a u f e n. xfXXo = pello treiben ; garrire = barrire vom BriiUen d 
Elepbanten. Skr* garbha (feetua) = &q&po^ eig. das Empfangen 
von gtnbh == grah = ^greifen, Cdaber aucb en^^vovy) dann das ne 
geborene Tbier, ohy-oQy Skr. alpa; naMq vgl. Skr. pdpa u. s. ^ 
Im Semitiscbeu vgl. vorlaufig folgende Beispiele: mt = ^*1t und^di* 
gebt dann weiter in Dlt iiber; m3 (statt r\^) = r]-i:i; nT3 = nt:i = DT 

my = r]iy:; ntoy = P]Dy; n^n = Pj^n; mp = 2ip; nnCD = ^id 
D-iD ; mii = 3-iii, ^-ttt , vgl. rpo y T\^ ; np: = r]p2; nnii = nnii, np 

= ^S^9 Dptt^. Selten gehen die bartern Hauchlaute obue Weiter< 
ia p oder b iiber, wie nu statt *?)0 (docb vgL das Aetbiop.) *^oe^ ' 

G* Go G^^S^^ 6-' 

— Mtt^; JuL^io^ = JuLjto^ Skorpion. i a. ^,f > JLm<i.c = v-A***- 
Dunkeiheit. cl«J zuriicklassen ='t*0£* zuriickbieiben 

ijbrig sein. a9 Jum = mS^aim berauscbendes Getrank, "D' 

u. A. Im Deutschen sind zu vergleiclien Nicbte und Nifte 
Scblucbt und Scbluft, Kloft; gellen = bellen. Vgl. fernt 
nocb hoedus =- foedus ; Skr. dhu-tna = fu-mwt statt Kumus niM 
Abfall des dy wie firmus aus dAira festbaltend entstandeo i 



1) dareb Wiederholnng def enten Btdikalf. 231 

Ebenso i^ = Thie r aeol. 917^ ferus. d^s^^og = for-mus = warm , 
dcr gewarmte. S-bqew fervercy fervor. 

4) Die Liquidaten r, I, n kdnnen in Hauchlaute nnd 
Hajbvokale iibergeheii. Der fliissige, mehr vokalische Cha- 
rakter der Liquidaten, der beaonders { und n oftera mit dem Halb- 
Yokal j wechsein lasst, (vgl. ]ru = |n^ S. 69) erklart auch ihre, Ver- 
wandtscbaft^ mit den Hauehiauten , weicbe nicht bloss , wie allgemein 
anerkannt, bei r, sondern auch, wie sich zeigen wird, bei dem mit 
r yerwandten I stattfiudet. Zunaehst gebt das hartere r haufig in 
Gutturallaute , besonders in y und n iiber, die dann weiter in andere 
Hauchlaute sich verharten oder erweiehen konnen. Vgl. y\>^\> statt 
IplpSchlund, Abgrund; JHTl Nom, pr. statt TITI. Ebenso im 

Aethiop. YICOlOC Mandel, Mandelkern; >*iju« statt JUu* 

(berauisehendes) Get rank, wie das Wort im kopt. axoQxsg^ der Wein 

naeh der ersten Auspressung (vgl. 1S0 sich vollstandig erhaiten hat 

Besonders findet sich dieser Uebergang in der Blldung abgeleiteter 

Perfektstamme , z. B. jnS von llfi, mD, statt 113 u. s. w. Die Ver- 

wandtschaft dieser Laute zeigt sich auch darin , dass Relsende in Orts- 

namen oft 6 (gh) statt r gehort haben, wie auch in manchen deutschen 

Dialekten das schnarrende r von einem gutturalen ch kaum zu unter- 

Bcbetden ist. Man hat in Schwaben hiefiir den Ausdruck: das R 

reissen, d. i. an ch anklingen lassen, indem es nicht vorn mit der 

ZQDge, sondern hinten aus der Kehle hervorgegurgeit wird. Im Ar- 

nemschen ist es anerkannt, dass gh oft geradezu an die Stelle von r 

Qnd I tritt, z. B. pigh = Jui Elephant. Stern aarrjQj arm. aatgli. 

V^l. Petermann Gram. ling, armen. p. 27 f. Die spirltuelle Natur 

besonders des r zeigt auch im Griech. die haufige Asspiration des- 

selben, die desshalb in andern Sprachen mit dem Zischlaut wechseit, 

z. B. pao = rinnen, Skr. sri, ^i» neben ri. Ygl. Hoe fer^ BeitrUge 

zor Etymologic u. s. w. I. S. 417 ff. Aus dem liquiden Charakter des 

r nnd { erklart sich endiich auch, wie sie in indogerm. Sprachen durch 

Vermittlung eines Halbvokals geradezu mit einem Vokal und zwar am 

leichtesten mit den ihnen zunaclist stehenden U- und I-laut wechseln 

konnen. So ist aus eras im Skr. gvas, griech. avgiov geworden, 

creseo laatet fvL Das Zahlwort zwei, Skr. dva^ (dvi) = duo^ dvof, 

foth. fro, bat sich erweicht ans der im Semitischen ursprijnglicher 



232 IL Uintenverdoppelte PerfekU 

erlialtencn Form ^in == "^1^ tne, aram. tre iynr\ was nicht venchie- 
den ist, wie Gesen. meint, malai. torn.') Vgl. in der Berbersprache 
thenaty koptisch fern, sente; in der Mitte zwischen tne und fr6 steht 
das athiop. kde und das amharlsche cueist , chuelet zwei, wie im 
Althd. zui = ifuiy z. B. qui- fait = zwifaltig, duplex; zuiro = qubro 
zweimal u. s. w. Vgl. ungar. ketj ketto zwei. Fikr die Ursprung- 
lichkeit der semit. Form ^J^ > ^Jf^ spricht auck die deutliche Ablei- 
tung, die es liat; denn es bed. einfacb das Gespaltene, also die 
getrenute Einheit, das Doppelte oder die Zweiheit. Vgl. 
ab'.^Uw frustum dissectum. iaJLj fissura^ rima. Zu Grunde liegt 
ein hintenverdoppelter Perfektstamm ^y^ = nil^ = ^3C^. 

Zu vgl. ist ferner, wie das mit ar verw. al sich zu au = o, er- 
weicht z. B. sattare = sauter; altus = haut; dulcis = doux; castd- 
lum = cAat^au; Albert = Aubert u. s. w. Ebenso sind noch zu ver- 
gleichen die kretische Form aviia fiir dX^ia Sprung; avaog fiir ahrog 
heiliger Hain. Vgl. ital. bianco = blank, ^anco = Flanke; fiore 
aus Fior, flos entstanden. Im Serbischen ferner wird { zwischen 
zwei Konsouanten y (= u) gesprochen , z. B. pyn statt pin = ple-nus 
voll. Sodann I am Ende einer Silbe lautet 'o, z. B. Salz, bohm. sul, 
Serb. CO statt coo. Ein ahnliches Beispiel gibt lingua Zunge von Skr. 
Uh = lecken, litthauisch lezuwisy armen. lezuj slav. yeziky statt 
leziky kopt. la>s. — Umgekehrt konnen die Keliibuehstaben und Halb- 
vokale in Liquidaten ijbergehen, z. B. smaragdus^ ital. smeraldoy 
engl. emet^ald. Im Hebr. findet sich Aehnliches , besonders bei Qua- 
drilitern. Selir mit Unrecht haben noch neuere Gelehrte den Ueber- 
gang eines Konsouanten in einen Vokal gelaugnet und lassen nur 
diesen aus einem Konsouanten sich verdichten. — Um zur Bestatigung 
der entgegengesetzten Ansicht noch ein Beispiel aus einem andeni 
Sprachgebiete unzufiihren, so wird im Barmanischen das r ohne sichre 
Regel bald wie r, bald wie j' gesprochen. Man schreibt z. B. re 
Wasser, spricht sibev je; ferner kra gesprochen kja^ d. i. ge- 
treunt sein; dann auch Machricht geben und empfangen. 
krd'kran (= scha-gjan) such en, nach etwas sehen; rang (= ji) 
sich erinnern, nachdenken. Vgl. H^. /fiimAo/c/^ iiber die Kawi- 
Sprache. S. CCCLII. Bei den Arabern kommt es als Fehler vor, wenn 
man mit stammelnder Zunge fiir r entweder l^ gh oder i spricht, was 



1) darck Wiederliolting dei ertlen lUdikalt. 233 

^sJ^i! heisst. Aehnlicb nennt man in Schwaben Lurpsen, wenn 

Jemand bei r mit der Zuiige lispelnd anstosst, und es nicht heraus- 

wirbeln kann, so dass es zwischen / und einem Halbvokal in der Mitte 

schwebt Vor Allem aber ist das { mouilU der romauiscben Sprachen 

noch zu vergleichen : fallir^ bataillej doncella u. s. w. Feruer follia = 

Balg, goth. balgs das Scbwellende, Aufblahende; o-ipekks^v 

tufscbwelien ; (pskkog Korlieicbe, (paXkoQ das schwellende Mau- 

nesglied, gruudverschieden von pdlua =^ PSahl. Aber Balg eugl. 

bdlowy belly = follia Blasbalg, siud verwandt. Zu vgL sind weiter 

im Deutschen Yerbalformen , wie walgen, welgen und barter 

walken, d. i. zusammenrollen uud dann kneten, stossen oder schla- 

geo^ w el ken, zusammenrollen, zusammenfallen , verw. mit wal- 

zea, Formen, die von dem einfacbern Stamme wall en C^ngl. walk)y 

wellen, quellen abzuleiten sind. Zu derselben Familie gebort 

aach schwelgen mit vorgesetztem Ziscblaut: eig. binabroUen 

Ussen, scblucken, hinunterschliugen, vgl. engl. swUl scblucken, 

trioken, swallow verschlingen. £benso erklaren sicb im Semiti- 

«ckcn die Verbalstamme :h2 von ^2 und weiter: j;^2, n^3, p/I^. 

VgL aUog, gotb. alja = alius. Ferner ^^ = (palj =J n^S, J/S, 

i^ u. s. w. S^D = n^. 7]^, p^D. };d r=-' ^t^^i) = nio, v^o, 

ruo. jis spalten, trennen, daber HID wenden, wegwenden, 
schwinden ^Li u. s. w. ^^^ zerreiben, aufreiben C^ig. spal- 

^0), ^^ debilia. flaccus. Danacb konnte man m Ez. 27, 17 

fassen als etwas Abgeriebenes, Abgescbabtes = xaata, nj^ltp 

^e die LXX. iibersetzen, oder allg. etwas Weicbes = Siisses, was 

*ichaufldsst; denn verw. ist p3B weieb sein, Pi. welch macben, 

^eich bait en, Sprw. 29, 21, wo zugleicb ein feines Wortspiel 

zwischen pJS und dem verw. 7^0: »wenn Jemand seiuen Sklaven von 

jnug an verweicblicht, so wird er am Ende verwegen.*' Vgl. 

J^A. Keine Eriauterung fiir jene Uebergange geben Beispiele wie 

|l7p^ wo das iange t nur die Stelle des verscbluckten Konsonanten 

vertritt Vgl. im Engl. walk= todky talk gesprocben tdk u. s. w. 

WoUte man Perfekta wie n^S = rOB aus eiuer Verdopplung^und Ab- 

fchwachung des £) erklaren (JpSi = I^B = H^S u. s. w.) , so sind dock 

Formen wie fhOy 7|^, die sicb nicht aus DTD entwickelt haben kon- 



234 II. HintenverdoppeHe P«rfek«« 

nen , *g€gen dne solche Ableitnng. Ueberbaupt gfbt es wenige Wi 
zeln mit anfangendeD Lippenlauten, die den ersten Radikal binte 
wiederholen; (im Hebr. nur etwa zehn.)* Yielmebr herrscht U 
darcbweg die leichtere Yerdopplung des zweiten KoDSonanteD re 
Vgl. jyp:i = jrp = tt^:i = ipn. Femer in den Wurzeln nS, tt^S, fl 
IB, 7&, ]B nnd In den hiermit parailelen HD, tsto, m^ *1D, 7D, p et 
SchliessUcb mass ich noch einige irrig angenommene Uebe 
gauge von Konsonatiten in Vokale, die Oesen. Thesaur. p. 393 ai 
fabrt, korz erwahnen. p^r) sinus ^ v. d. W. pn wird mit pon znsaii 
mcngestellt, wo yielmebr die W. Dil ist und der erste Radikal bintc 
wiederbolt und verbartet erscbeint Ebenso bat nStt^ statt V^Q^ y.d.V 
Tp nicbts mit rvittf = setzen gemein; '^pil v. d. W. TTT nicbts m 
dem chald. "Tfin; f^K von ^ = Vpi, niclrts mit pN, wo ]t zur Wura 
gebort Falsch wird femer p-*iy (= pilt) von p^y abgeieitet, da doi 
die Worzeln py und ^ sind ; p^B von ]B soil eins sein mit piS vaei 
lare^ was fur die Bdtg. nicht einmal passt. Fj^y von ^j; soil rj^iy en 
sprecben. Aus tthl (statt nT! = IT!) v. d. W. n soil VJT\ geworde 
sein, wie pfi aus pB, wo doeh nS die W. ist. Nocb verkehrte 
wird fYlD mit Mord, mors verglicben, worin das t reine Bildungs 
sHbe ist, indem die W. im Skr. mri ^mari lautet Ebenso unhaltba 
sind fast alle iibrigen Beispiele, die niebt welter wtderlegt zu wer 
den brauchen. 

$. 19. 

I) Uebergang der Gutturalen in S- and T-laute 
Vgi. 5. 16, !•• 

l^p aus riDp entstandeii, v. d. W. Dp zusammenzieho 

daber pop zusammenfassen, mit der Hand Etwas fassen 
nehmen. ygp eiue Handvoll. Ebenso steht das hiervon abgeleitet 

£3DD zusammenfassen, fest erfassen, ergreifen 

packen, Job 16, 8. 22, 16. 

K/Wp zusammenziebu, zusammenscbrumpfen, dab( 

tarr, rauh, struppig wcrden. Davon eflDp ein raubes 
tacblicbes Unkraut, Gestrupp, wabrscbeinlicb Distel. Vg 



s 

s 



1) durcli WMerholmig des ertten BadikaU. 235 

das wtirzelliaft verw. ifip der Zttsammengezogeiie = Starrende, 
Struppig^e, Stachliche, daher Igel, Jes. 14, 2S. 34, 11. 
Zef. 2, 14, Yoo 

HDp zusammeiiziehn, daher welter: zusarameubrin^ 

gen, fertlg machen, oSs opus fecit. In diesem Sinn muss das 
Pi. Jes. 38, 12 stehen: fertig machen, vollenden: nlch voll- 
ende mein Leben wie ein Weber, vom Trumm mich abtrennend.*' 
Dies lelzte Glied als Znstandasatz (daher das Imperfekt) bezeichuet 
eret, worin das Bild vom Weber besteht, und schon hieraus folg;t, dass 
IBp nicht die, auch sonst im Hebr. und Arab, nicht nachweisbare 
Bdtg;. durchschneiden, abschneiden = *l3{p haben kann. Es 
koiftte nur heissen zusammenziehn = verkurzen,, wie im Aram. 
Vor allem ist der Parall. dagegen ; denn es entspreehen sich die die- 
Uf i and 3, 2 und 4, so dass niDp ,und D^ sich gegenseitig erklarea, 
wie das Abbrecheu der Wohnuug, d. i. des Leibes und das Abschnel- 
deu des Trumms naher zusammengehoreu. Die schwere Stelie wird 
immer gesucht und gezwuugen erklart weideu miisseu, wenn man 
Bieht zu der leiohten Emendation n^BP sich entschlfesst, wodurch ein 
gttter Sinn und ein gutes Ebenmass hergesteilt wird : 

Vein Haos wird abgebrochea and wand^rt fort vOn mir wie des Hirten Zelt; 

(Deon) du vollendest wie der Weber nein Lebeo, 
Vom Trumm mich abtrennend ; 

firingst mich zu Ende in Tag und Nacht. 

I^as Biid erinaert daran , wie die Parce den Lebensfaden abschneidet. 

Der Uebergang in die dritte Person ^^V!p^. fallt um so weniger auf, 

<ls es. Was man bisher ubersehn, als Zustandssatz gefasst werdeu 

boss; ja die driUe Person steht hier absichtlich und einzig passend, 

^eil an die Steiie des eig. Subjektes (Gott) hier der Weber tiitt und 

dtoo wegen des Bildes im zweiten tiliede fortwirkt. Weil nVl an 

>ich oicbt den Lebensfaden bezeichnet, so konnte es nicht heissen: 

)ida voUeodest wie der Weber mein Leben, indem du vomTrnmm 

Bich abscbn eldest.^ Fiir die Bdtg. von n&p ist noch zu benier- 

ten, dass die verwandten Stamme yis und ^j^ii geradezu: das 

Lebeo enden, sterben bedeuten. — Das Subst. rnfip Ez. 7, 25, 

bed. nlcbt Untergang, Vernlchtung, sondern steht na(ih der 



236 II. Uintenverdoppelte Perfekta 

Grundbdtg. wfe im Syr. vom Zusammenziehn der Havt nn« 
Haare (vor Scbrecken:) Erstarren, HaaratraubeD, Scbaa 
dern wie horror. Vgl. *iDD. Dies bestatigt die angegebene Bdtg 
von iBjpIgel als der mit auf star ren den Borate n oder Stacheb 
Ueber die Yerbindung des Fem. mit folgendem Verb, im Maac vgl 
Etoald bebr. Gram. §. 370. 

T^9p V. d. W. r|p zusammenziebn, daher 1) zaaammen 

scblieaaen, zuhalten, z. B. Mund, Hand, ubertrageo: da 
Mitleid verschliessen, if;. 77, 10. 2) Nif. aich zuaammen 
ziebn = zusammensinken, binsinken, Job 24, 24. 3) P: 
dieFuase zusammenziehn, anziebn, um aicb fortzuachnel 
len, bes. von Thieren , daher springen, biipfen, wie -^^, ^/Jui 
\jQ^ H. L. 2, 8. Dieaelbe Uebertragung kommt bei pit vor. P 
aufspringen, Deut. 33, 22. Vgl. gaii alacerj agilis fuit. Ebenc 
ateht daa verwandte 

iSp sich zusammenziebn, um einen Sprung zu mache 

daher bervorachiessen, sich bervorschnellen, davon riS 
die Pfeilschlange, Springschlange, S%Uif, die sich zusam: 
menrollt, eh sie zum Angriff hervorspringt , anguis jaculua. Jc 
34, 15. Weil dies Thier als Eier legend und briitend beschrieb^ 
wird , so kann nicht mit alten Versionen der Igel verstanden werdei 
Vgl. noch (joaj hervorschiesaen — (vom Vogel — ) wobei er df 
Fliigel zusammenzieht 

T^3p V. d. W. 2p CV^p = K^p) zusammenziebn, zusam 

menfassen, zusammenbringen, versammeln, aammeln 
Die Bdtg. einziehn = hinwegnehmen wie fpH hat der Stamn 
nicht, wie HUzig u. A. annehmen. Die Stelle bei tloel 2, 6 heisst 
jedes Gesicbt sammelt Coder nimmt an, auf, goxj) glCi 
hende Rdthe, d. i. wird gliihendroth vor Schreck. Nab. 2, 11 
Sollte es bedeuten: Jedes Gesicht zieht die Rothe ein, s 
miisste die Rdthe wenigstens durch ein Suff. naher bestimmt seiv 
jedea Gesicht zieht seine Rdthe (die es sonst hat) zusammen, ode 
zieht ale ebi. Vgl. Jea. 14, 8. Ana |^3p haben sich weiter nach In 



1) dureh Wiederholung det ertten Badikalt. 237 

kannten Uebergangen (vgl. S. 164 if.) *l3p und daraus wieder h^p 
entwickelt 

f3p theilt ursprunglich oifenbar die Bdtg. von |Op und heisst 

zusammenbringen, einsammelii, daher wobi "Qp (wie *i3n) 
Vereinigung,. Sammlung, sodann Sammelplatz und zwar 
der Gestorbenen, daher die Grabstatte, Gruft. Davon ein 
Denom. Jemanden bestatten, beisetzen. Vgl. die alte Redens- 
art: zu den Vatern versammeit werden, Was urspriinglich 
nicht bedeutet: in die Unterwelt, sondern in das gemeinschafdiche 
Familienbegrabniss kommen. Richt. 2, 10. Aebniich Gen. 15, 15: 
zu den Vatern eingehn, parallel mit: begraben werden. 
Vgl. 2 Kon. 22, 20: „ich wilt dich sammeln zu deinen Vatern und du 
sollst versammeit werden zu deinen Grabern u. s. w. 
Gbenso bed. zu seinem Voike versammeit werden nur etwas 
allgemeiner : uuter seinen Landsleuten ein Begrabniss bekommen. — 
Gesen. fasst 13^ unpassend und unbezelchnend als Hiigel, Grab- 
hugel, da die Graber der Hebr. doch mehr aus Hohlen und unter- 
irdischen Kammern bestanden. Moglicherwelse konnte man IDp auch 
^ie JDp nehmen : zusammenziehn, abhalten, bergen = n3n, 
i^Dn; daher *DP ein bergendes Gemach, eine abgeschlossene 
Statte Oder Kammer C^gl* 7]2J^') was leicht auf die Gruft uber- 
^ragen werden konnte. Vgl. |3tfto Wohnung = Grabstatte, Jes. 

«^} 16. n;3 Jes. 14, 18, oder das ewige Haus = Grab, Koh. 

* 

12,5. Jedenfalls wird das jetzige Verb. I^p und n^p begraben, 
in die Gruft bringen als Denom. zu fassen sein, so gut wie unser 
l^estatten, begraben, einsargen u. s. w. Die Grundbdtg. von 
"Cp bestatigt > 

[ /^D V. d. W. Ip zusammenziehn, daher jjj 1) n eh men, 

zu sich einziehn, aufnehmen, annehmen. Pii Job 2, 10. 
2Chron. 29, 16, 22 und sonst, aber nur in spatern Schriften, wozu 
auch Sprw. 19, 20 gehort Von der Bdtg. zusammenziehn kommt 
2) die: zusammenbringen = zusammenstellen, daher Etwas 
sich gegeniiberstellen, wie Joli, welches desshalb auch ver- 
f^leichen bed. Hif. eig. gegeniiberstehen lassen = gegen- 
a be rate II en. Ex. 26, 5. 36, 12. Vgl. b^^. So erklart rich sehr ein- 



238 II. Hintenverdoppehe Perfekta 

facli auch das arab. JuJ das Vordere, die Vorderselte, elg 
das Gegeniiberstehende; Jlo vorn = 73p e regione. Dan. 5,5 
Ganz nnzulassig; nehmen Gesen. und A. diese sehr abgeleitete Bdtg 
de? Entgegenstebenden^ Vorderen als die erste an. r- Piu 
sdiwierige Subst. ^^p Ez. 26, 9, ist nicht aus der Bdtg. gegea 
wider zu erklareo, sondern bed. wahrscheiolicb das UmhiilleDd< 
== Schirmende, Deckende, (vgl. y^lp Schild,) daher dsi 
Schutzdach, nnter dem die Belagerer mit dem Mauerbrecber gegeo 
die Stadt sturmten. Zu vgl. ist hiefur das wurzelbaft yerw. ^a» Dach, 
Schatzdach, worunter man kampft Man konnte auf diese Bdtg[. 
auch von derdes Zusannmengezogenen =^ Gewolbten konmeo, 
wie in testudo; allein die andre Ableitung scheint naher zu liegeo. 
Es entspricht iibrigens Ez. 26, Sn^Schiid = Schilddach. „DeD 
Stoss seines Sturmdachs C^. i. den Stoss, den er uuter dem 
Sturmdaebe ausfiihrt,) wird er an deine Mauern bringen nni 
deine Tburme zertrummern mit seinen Eisen.** 

Im Arab, findet sich noch der weiter abgeleitete Stamm j^ 
durch Wechsel voq I und n gebildet ; aber zugleich in mehr abgelei- 
teter Bdtg., die sich jedoch ebenfalls aus der urspriupglichen Vor* 
stellung der Zusammenziehung einfach erklart Ebenso wi« i\^ 
Reihe von |^np, I3p, S^p, Q^"^) entwickein sich die folgendep, wo- 
bei jedoch im Hebr. ofters ein Mittelglied fehit, was dann wegen def 
Uebergangs aus den verwandten Zweigen, in^besondere aqs def 
Arab, zu ergaozen ist So setzt z. B. hl^p , eine Form , die voo }13f 
Oder stop stammt, einen iiberleitenden Stamm *UOp voraus, der in 
Hebr. jedoch fehit, im arab. ^ aber, wenn glelch in sehr abgelege 
ner Bdto^. noch vorhanden ist. Indess hat dieser St^mm, was hiei 
allein zu bemerken ist, auch im Arab, noch die Grundbdtg. collegU 
Ebenso bedeutet 

/wH sich zusammenziehn == zusammeuschrumpfeq 

daher von Pflanzen: verwelken. Jes. 19, 6. 33, 9. Vgl. HQ^ hin 
schmachtep. Noch naher entspricht TDM zusammensiakei 
hinwelken v. d« W. n( = Dp* Matt und ungenau libersetzt mi 
das Wort gewobnlich durch erkranken, eine Bdtg., die es to 
Menschen gebraucht im Syr. sehr naturlich erbalt, die aber In dc 



1) darc|i WiedcrhoJaog dei enteD Rj^iikals. 239 

Stellen bei Jesaja Dm so weoiger passt, als die dewachse bei dem 
aDgedeuteten Wassermangel nicht bloss erkranken, sondern ver* 
dorren und verwelken miissen, so dass AUes wiist und ode wird, 

Tgl. Jbl$ aridusj siccus fuU = 7Dp. Sonst liat im Arab, unser 

Stamin eine ganz verschiedene Bdtg., die jedocb mit der ersten Vpiv 

itellang von TCp voUlg iibereinstimint und sie bestatigt Es heiast 

namlich J^^^ ^usammengezogen, daber yoU, dick, fett sein 

V. s, w. Ebenso ergeben sich folgende Bildungen : 

2rDD = nS3 V. d. W. tp zusammenbiegen (tan-vcf) JLi^ 

zosammengezogen = krumm sein. Daher Hif. Jemand 
krummeu, krumm sitzen lassep, Thren. 3, 16: er beugte in 
Asche mich, liess mich gekriimmt auf Asche sitzen. Uebrigens 
koQDte tt^S2 auch bedeuten wie das chald. nSI? zusammenziehn== 
fesseln, vgl. ^utsd und jtOAS; er fesselte an die Asche mich, 
was zu dem parall. Gliede: ^er gab meinen Zahnen Kies zu zermal- 
meo,^ ebenfi^lls stimmt. Die gewohnliche Auffassung: er iiber- 
ieckte mich mit Asche, ist ivicht unrichtig, indem zunachst 
TOD cf&2 der Stamm *l&2 sich ableitet. Allein wahrscbeiqlich ist die 
erate Erklamng vorzuziehn^ Verwandt ist 

0D2 zusammenziehn , zusammenhalten, daher das an, Xs/. 

D^D das Holz, was die Mauern eines Gebaudes znsammenhalt, de^ 
Balken, der Sparren. Hab. 2, 11. Es kdnnte auch heissen : das 
Znsammengebogene, Krumme c=3 Schrftge, daher der Quer- 
Wlken. Doch passt die andre Erklarung mehr fiir den Parall. 

„Der Stein aus der Maaer wird schreien 

Und der Sparren vom Hoize wird ihm antworten.** 

n§2 V. d. W. Fp zusammenziehn =^ iiberziehn, daher 

iiberdeeken, zudecken, bes. eine Schuld zudeeken, ver- 
g;eben, siihnen u. s. w. Daher die Substantive nl93 Decke, 
Deokei. "^pdas Zusammenhangende, daher 1) eine zii«am«- 
■f ihangende Qaaserreihe , ein Dprf, wie n|;;. 2) eiii zusan^ment- 
Uagead^r, z&her S^niff, Pe^ch, Harz. Davon ein Deuom. piit 
Peed iibefsiehn, verpichen, Gen. 6, 14. Unrichtig lasst Qesen^ 
das Peeh vom Ueberziehen und Verkleben benanqt sein , ebenso als 



240 II. HiBtenverdoppelte PerfeMa. 

ob das Wort Pech vom verplchen seinen Namen habe. S) Efii< 
Blume, nach dem traubenartigen, zusaninienhangendeD Blutheo 
biischel benannt, die Cyperblume bei den Griech. xim^og, daa 
selbe Wort mit *i§2, welches wle ahnliche Pflanzennamen (Myrrhc 
Narde a. s. w.) durch die Pbonlken ihnen zugefnhrt wurde. Bef dei 
Arabern heisst sie Al-henna (ilX:^f), nach Sannini CBcise naci 
Aeg. Bd. 1, Cap. 16) jedoch auch Cofer. H.L. 1, 14. 4, 13. Eodlid 
4) nach der abgeleiteten Bdtg. zusammenziehn, nberdeckei 
bed. 11^2 das Deckende, d. i. das, was eine Schuld zudeckl 
suhnt, daher Suhne, Losegeld. Ex. 21, 30. 30, 12. Jes. 43. 3. 
TiDD der junge Ldwe, eig. der' Bedeckte, d. f. der mi 
starkern Haaren (Mahnen) uberdeckte, wie das wurzelyerw. y^] 
das sich bedeckende, in dichteres Haar sich hiillende Jung 

6 ^ 6 o 

bed., noch ganz allgemein. H. L. 2, 9, 17. 4, 5. 7, 4. arab.^^, Jt^ 
liB) das Zusammengezogene, Zusammengebogenc 
daher 1) ein Becken, eine Schale. 1 Chron. 28, 17. Esra 1, 1 
u. s. w. 2) Etwas Zusammengezogenes, Dichtgewordc 
nes, Erstarrtes, daher der Re iff, eine verdichtete weisse Feuct 
tigkeit. Vgl. Ex. 16, 14, wo die feinen Mannakornchen mit dem Rei 
vergHchen werden. Job 38, 29. ip. 147, 16. Sehr unpassend und ai 
bezeichnend hat man das Becken wie den Re iff von der abgeleit^ 
ten Bdtg. des Bedeckens benannt sein lassen. — Von *^2 stamin 
nach bekanntem Wechsel der Liquidaten 

/SD V. d. W. ?p zusammenbringen, zusammenlegen, 

zusammenfiigen, Ex. 26, 6. Sodann weiter iibertragen : zusam- 
menstellen = gegeniiberstellen, (vgl. 7lp) daher verdop- 
peln, Nif. sich verdoppein, Ez. 21, 19. ^£:j Verdoppluog, 
Job. 41, 5. Dual D^^Q:; das Doppelte, Gedoppelte, Jes. 40,2 
NIcht anders Job 11, 6: die Geheimnisse der gottlichen Welsheit sine 
^das Doppelte an Einsicht% d. i. doppelt so gross oder tief 
als Job es zu fassen vermag. — Vgl. JUL^ das GegeniibergesteUte 
daher a) das Gleiche, Aehnliche. b) Das Doppelte. Wui 
zelverwandt ist oU^b par, compar; syr. r^)f duplicavU: athiop 

^Un; statt Yl^Cin; in vielen Ableltungen, W. Yin = »p.- 
Dle letzte Ableltang des Stammes ^d:) lautet 



1) durch Wiederholung det eraten Radikals. 241 

TSD V* A' W. Tp zusammenziehn, daher O krummen, 

beug^en, wohin wenden, Ez. 17, 7, „siehe dieser Weinstock 

wandte seine VVurzelii Cs^gen ibn) zu lhin% (zu dein Adier,). Yulg^. 

quasi mittens^ also n^), vgl. Ez. 8^3. 11,1 u. sonst; allein die Lesart 

ist schlecht. Zu wortlich die 70: ntQinBukBy^ihri nQoq avrov, Ygl. 

j^<^-* zusammenwickeln, einhiillen, cjaher auch verbergen. 

Richtig der Chaldaer, der es durch das verw. nfi2 wiedergibt. Die 

Grunde, welche Gesen, gegcn diese Auffassung vorbringt, werden 

losbesondre dadurch widerlegt, dass Ez. das Verb; |B2 wegen eines 

Wortspiels mit dem wurzeihaft yerwandten ^B^ gewahit hat, als lage 

68 im Namen des Weinstocks schon, dass er sich zur Seite 

wende und krumme. „Sieh dieser Traubenstock trieb seioe 

Wurzeln zu ihoh" Aus der Grundbdtg. erklart sich 2) die Bdtg. h u n- 

gerO) eig. zusammengehn, zusammenschrumpfen, abneh- 

men, daher Mangel leiden, hungern, aram. jg]}, im Syr. mit 

/nach Etwas Hunger = Verlangen haben, daher lech- 

zen. Vgl. M0!{. ]iD^ Mangel, bes. an Nahrung, daher Hunger, 

poet. Job 5, 22. 30, 3.* Ygl. HQ^ und ^op = Jjii zusammengezogen, 

cingeschrumpft, diirr, trocken sein, diS zusammengezogen = 

Mein, gering, daher auch mager sein. jj^t^ zusammenziehn 

= diinn machen (den Bauch}, daher aushungern, intr. hung- 

Hgseln. Verw. sind hiermit folgende Stamme: 

S7tD2 V. d. W. D3, y"i^^ das Geslcht zusammenziehn = 

finster blicken; ferner bebr. zusammenziehn = festmachen 

Cvgl. y^- 1 ^-^ J TD3), daher Gewalt iiben Cverw. mit DDH) wonach 

der Gott der Moabiter isflD:? Num. 21, 29, offenbar benannt ist als 

der 6'ewaltige, Machtige, Herr oder Herrscher wie Baal, 

dem er Im AUgemeinen entsprochen zu habcn scheint. Er ist ofTenbar 

eine andre Form des guten, segnenden Gottes, dessen 

allgemeinster Name Baal war. Dies geht aus Richt. 11, 24, wo er 

mit Jahve parallel gesetzt wird, deutlich hervor. Ebenso auch aus 

2 Kon. 23, 13, wo Astarte und Kamos zusammen und sichtbar im 

Gegeosatze zu dem Moloch, den man ofters darin finden wollte, 

geoannt werden. Ygl. auch 1 Kdn. 11, 5 und 7. Jer. 48, 7. Endlich 

Meier's lielrr. WineWOrterbuch. 1^ 



242 II. HiBtenverdoppelte ferMla. 

ist das Wort ins Aegypt. aufgenommen; denn iiach Plutar. de Isid, et 
Osir. 56 pfleg^te man den Horns C= Adonis, Tammnz) auch 
Kamis zu nennen, was offenbar das obige Wort sein soil. Ygl. 
Anhang III. Die Richtigkeit der angegebenen Grundbdtg. zeigt iibri- 
gens noch das Subst. Sto^D spater DD?D geschrieben , eig. was sich 
zusammenzleht, die Enge, daher ein Engpass, Jes. 10, 29; 
1 Sam. 13, 23 ein rauhes, steiles Thai, jetzt Mukhmas genannt, mit 
einer gleiehnamigen Stadt. 1 Sam. 13,2, 5. Jes. 10, 28. Vgl. Dr. Ro- 
binson und Smith CPalast und die angranz. Lander). Bd. II. S. 328. 

TIQIj zusammenziehn, festmaciien, schliessen, bin* 

den, daher rD-*)0 etwas Schliessendes, Bindendes, ein Schmuck, 
Ex. 35, 22. Num. 31, 50, nach dem Syr. Halsband, Halskette; 
vielleicht ist das Wort ganz allgemein als Schloss ^ Schnalle, 
Spange, die am Halse oder auf der Brust getragen wurde, zu fassen. 

D03 V. d. W. D2, an. Xey. Deut. 32, 34, zusammenziehn^ 

zusammenlegen, daher niederlegen, aufbewahren. Jut 
dies nicht aufbewahrt bei mir? Versiegeit nicht in meinen Kammern?*' 
Der Stamm D^p ist nicht verw. und geht yon einer andern Vorstellung; 
aus. Aliein der angegebene Sinn scheint doch zu allgeniein. Wegen 
Dnn versiegein ist wohl an das Bild gedacht, wie ein geschriebe- 
nes Gesetz zusammengefaltet und dann versiegeit wird, so dass man 
DD2 als zusammenrollen fassen konnte. ,>Liegt es nicht einge- 
wickelt bet mir, ist*s nicht versiegeit*^ u. s. w., wozu namentlieh Jes. 
8, 16 zu vergleichen ist. lyi zusammendrangen, zusammen- 
driicken, daher zusammenwickein steht dort ebenso, wle 
DDb, wozu das arab. \t^ zusammendriicken sehr gut passt 
Bel Jes. heisst es: „wickle ein die Wamung! versiegle die Belehrung 
durcb meine Schiller!" Vgl. Hos. 13, 12. Job 18, 17. 1 Sam. 25,29.1 
Diese Bdtg. bestatigt auch der hiervon abgeieitete Stamm I 

"1^3 zusammenlegen, zusammenbiegen, daher 1] 

flechten, davon IDM zusaramengeflochtenes Garn, Netz. Jd. 
41, 20. niO^D id. Hab. 1, 15 f. Jes. 19, 8. Daran schliesst sick 
2) die Bdtg. zusammenziehn = dicht, dunkel machen, wit 
In dem verw. ^j..|^ fluster sein; ^J»*J^ znsanimengezogen == 



1) dur6li Wi^^erholUlig «l«tf etiitn tladikaU. 243 

mkel. finster. DaherTTQd U&sterheit, Finstertiiss, Job 
5« eifl SubRt» v\ie 1^iM£) 61 i'lhrothe. Vom Brennen und Sen* 
BH geht die Bdt^. des Scliwarzen durchaus iiicht aus, wie man all- 
smeftt annlmmt; ja diese Bdtj^. tst rein erschlichen. VgL 2iitia^hiGft 
)ch fiir die Uebertragung; das \vurzelhaft verw. iu.^9 tuBammen- 
ezogen = dicht, duiikel, blind aein. Die einzige Stelle, 
elclie fur jeiie Bdtg. zu sprecben scheint, Thren. 5, 10, ist audere 
a fassen. Das Nif. n^;;) bed. namlich zusammengezogen sein, 
aher a) zusammengeschrumpft, zusammengedorrt aein. 
)o wahrscheinlich Thren. 5, 10: „uusre Haut ist gleich dem 
)fen ausgedorrt vor dem Gluthauche des Hungers.^ 
^om Hunger wird die Haut weder schwarz, noch durchgliiht, 
rie man das Wort hier gewohnlich fasst; wohl aber sclirumpft sie 
asaoimen, trocknet aus, und dicse Bdtg. scheint selbst die bildliche 
lezeichnung des Hungers, dass er wie mit gliiheudem, verdorrendem 
lauche auf die Haut i^lrke, 2u erfordern. b) zusainmengezogen 
= aufgehauft, aufgebraebt, dalier aufgercgt, innerlich 
tcwegt sein; vgl. TOn aufwallen. ftos. 11, 8: ,>Umgewandt 
lat sich mein Herz mich iiberwaltigend, aufgercgt sind allznuial 
neine Mitleidsgefiilile, Coder die Faden meines Mitieids.)'^ Ebenso 
len. 43, 30: „Und Josef eilte, denn sein Herz wogte auf 
>ig. war aufgewogt, aufgeregt) fur seine Briider." 1 Kon. 3, 26: 
.eswaljte auf ilir Herz, (ilir Mitgefiihl) fiir ihren Sohn." Das Subst 
f^3 welches im Syr. allgemein Priester, im Hebr. aber tidtzen* 
)riester bed., lasst sicli aus keiner der angegebenen Bdtgg. bequem 
tUeiten. Weil dcr Stamm 1D2 Im Syr. ebenfalls scbwarz, fluster, 
laber auch triihe^ t ran rig sein bed., so hat man es als der 
ichwarzgekleidete, Trauernde und daher als Asket =^ 
'rieste r gefasst. Atlein wenig passend. Es ist oifenbar eine andre 
Mtg. hie fiir aufzusuclien. Nauilich 3) zusammenzlehn, tUlftin- 
lenbringen kann auch sehr naturlich bedeuten: fertig mach^n, 
^gl. "id:!) verrichten, daher ein Amt versehen, bedienen, 
fenen. Demnach ware 12^:3 wortlich der Dienende, derDie* 
er — Sm religlosen Sinne, eine Bdtg., die der allgemeine Cjebraucb 
ieses Wortes im Syr. oifenbar erfordert. Diese Bdtg. bestatigt das 



244 II. Uintenverdoppelte PerfekU 

wnrzclbaft verw. ^^ coluit , coluit Deum. %L|^ multum preces fun- 
dens II. s. w. Bei den Hebr. wurde dann naturlicli der Priester jedes 
freniden tiottes als G5tzenpr tester aiifgefasst. Hos. 10, 5. Zef. 
1, 4. 2 Kon. 23, 5. Fiir diese 3 Hauptbdtgg. des Namens nt33 neh- 
men Gesen. u. A. wiederiim zwei verschiedene Stamme an. 

Im Hebr. schliesst sicli an *1D2 ziinachst p2, wozu aber das 
Mittelglied im arab. Ju^s noch erhalten ist. Dies bed. zusamnien, 
daher ganz, vollstandig, vollkommen sein. Davon ist wai- 
ter gebildet 



^ 



]02 V. d. W. D2; vgl. vt^^ sich zusammenziehn = ver- 

hcrgen, dalicr auch Jemanden auflaucrn, nachstellen u. s. w. 
uie im Syr. Im Hebr. erklart sich so das Siibst. D**|DpD Dan. 11, 4S, 
was man znsammengebracht, zuriickgclegt, daber Ver- 
mogen, Schatze. Weniger klaristjD^, ^j^-*.^ = xvjittvov Kum- 
mel, ein semitisches Wort, das weit verbreitet ist. Schwerlich wird 
er voni Bestrenen= Wiirzen seinen Namen haben. Man konntc 
vermntlien, das Korn des Kiimmels sei nacb seiner Form als das 
Zusammengebogene, Krumme bezeichnet. Allein weit uahr- 
scheinlicher hat er von dem zusammenziehenden, etwas bit- 
tern Geschmack nnd starken Duft der Samenkorner seinen Namei 
erlialten: Bitter korn. Es ist namlich nicht nnser gewobnliche 
Kiimmel (carum)^ sondern ehie besondre, in Syrien und Aegypte^' 
einheimische Art, die jene Eigenthiimliclikeit hat, das cuminum sati 
milt bei Linne. Jes. 28, 25, 27. 

^33 V. d. W. n^ = D2 zusammenziehn, niederzichrB 

- T ^ 

unterwerfen, beherrschen, bezwingen u. s. w. Verg;^' 
y^j,,£=Lx£s prosternere. An die Bdtg. unterwerfen schliesst sic I 
die: niederwerfen, niedertreten. Zach. 9, 15; Mich. 7, l9 
was keineswegs, wie die Worterbiicher angeben, die erste Bdtg. ist 
An die Bdtg. Etwas zusammendriicken, so dass es keinen 
Widerstand leistet, schliesst sich einfach die: weich machen; 
auflosen, schmelzen, daher ]t^:^ der Schmelzofen. Gen. 
19, 28. Verwandt ist 



1) durch Wiederholung des ersten RadikaU. 245 

03D zusainmcnd ruckeii, zusaminenkneten, daher 

— T 

Kleider walk en, was c hen. Dann ubertni^en : w as c lien, rein 
mac hen. Mai. 3, 2. </'. 51, 4, 9. 

^33 kommt im Hebr. nur in dem Subst ii^2^ Lamm vur. 

— T 

_. *• *• ^ 

Das arabische (jm^a^s subegit piiellam 1st schweilich in dieser ab«2;e- 
leiteten Bdtg. zu ver{i;leichen. £s scheint vlelmehr nach den Wufzel- 
laaten einfach das Zusam mengezogene = Kieine, Jnnf>:e 
uberhaupt uud speciell das junge Schaf zu bezeichnen. Oder 
T?enn man ttf^O naher vergleicht: das Niederge worfeue = Ge- 
worfene, Geborene, Junge. 

l3w V. d. W. 2^ zusammenziehend, niederzichend, 

daher schwer, gewichtig sein, Job 6, 3. Fenier schwer = 
heftig, driickend, lastig n. s. w. in vielfacher, leicht verstand- 
licher Uebertragung. Das Adj. 153 bed. zusammengezogen, 
daher a) zahlreich. b) gehemrat im Reden, Ex. 4, 10. Vgl. 

6 e 

^jt*j^ gravis lingua^ balbus. (10I. e) schwer, druckend, eig. 
zusammenziehend, daher als Subst. auch die Leber, die, weil sie 
die Galle absondert, wohl nach dem zusammenziehenden, bit- 
tern Geschmack benannt worden ist. .\\^ - Joc& id. Schlecht 



• ^ 



Gitsm, von der Sehwere = Wichtigkeit. Vgl. das eutsprechende 
" ^ ® :> 

djL^ sich zusammeuziehn = dick werden, vom Bauche. Ju3 

das Zusammengebogene = der Bauch^ sodann^auch die Bie- 

gung= Wolbung des Himmels, daher derMittelpunkt des- 

^ fi -* ^ 
selben. Juj^ij' sich zusamm enziehn, dicht, dick werden, 

vou der Milch. SJu.^ heftige Kaite, von der zusammen- 
ziehenden, erstarrenden Wirkung benannt. — Das Subst. "Ti^ 
bed. im Allgemeinen Glanz, Pracht, Schmuck, Hoheit. Da 
diese Auszeiehnungen an Menschen vor Allem durch Rcichthum er- 
langt werden, so steht *i1^ zuweilen damit im Parall. ohne jedoch 
selbst irgendwo Reichthumzu bedeuten^ z. B. Nah. 2, 10: unend- 
lich sind die Schatze, die Pracht von alien Gerathen der 
Lust, wo es mit T\70T^ elg. das Geordnete, daher Schmuck, 
tooyiog^ Schatze im Parall. steht. Ebenso i/;. 49, 17: „fiiirchte dich 
Dicht, wenn Jemand relch wird, weno sich mehret seines Hauses 



'M6 II |il4ienYerduppd(0 F«ffiMiit 

Praclit", wo Gesen.^ De Wette u. A. uiigcnau Reiqlithum uber 
setzen. Gen. 31, 1 bed. es gleichfalls Pracht, Hcrrlichkeit. 
Jes. 10, 3: Holielt. ' Ebenso Jes. 61, 6: die Schatze der Heideii 
werdet ihr verzehreii und eintreten in ihre Herrlichkeit Codei 
in thr Anseha). Die folg'enden Worte: fiir cure Schmaeb Dop- 
peltes! verlangen offanbar diese Auffassung. Jea« 66, 11: damil 
ihr trinkt u^d euch vergniigt an ihrem herrlicbeu, (glanzen- 

4eo) Enter* 

Eineii nock speciellern Sinn hat aber das Subst. *ll2D, wenn es 
von der Erscheinung des gotti icben Weaens gehraucht wird, 
von der Lichthiille, dem Glanzather, wouiU die Voratellung es 
umkleidete. Es bed. dann Strahlenglanz, Lichtglan?. Von dei 
Bdtg. der S eh were kann diese Voistellung nicht ausgehn. Auf dei 
Ursprung dieser Uebertragung weist vielmehr das Arab, noch seh 

deutlich hin. Dort bed. Ju.^ die Wolbung desHimmels, dahe 

der hochste Punkt, dieMitte des Himmels. A^^-^ mediuw 

coelu ilju.^ id. frUoAJt vii^tjuuc^ culmina coeli. 0<jl^ mediu-a 
• •• . . 

coeli ^ aura. Danach liegt eine Uebertragung von der Himmels 
wolbnngy die eben der Aether selbstist, auf die etwas allgemc? 
nere Bdtg. des Lichthimmels, des Strahienglanzes uvi 
Glanzes iiberhau'pt wohl nahe genug. Der sichtbare Himmel war 
sodann angeschaut als die Wohnung, die Umgebung und Umkleidunj 
Jahve's, vgl. t/;. 19, 2: die Himmel verkiinden den Strahlen- 
glanz Gottes. 104, 2. Daher heisst er anch in dem alten Liede 
if;. 24, 7, 8, 9: Konig des Strahienglanzes oder Herrscher 
des Lichthimmels. Vgl. tp. 29, 3. Jes. 3, 8: die Augen des 
gottlichen Liqhtglanzes, d. L die himmelrelnen Augen. Wo 
er auf Erden desshalb sich offenbart, erscheint er in seiner himm* 
lischen Hiille, in seinem Lichtklelde, d. t. die do^a kvqi^ov oder tov 
d'iov Luk. 2, 9. Ag. 7, 55. Apok. 15, 8. Vgl. Lev. 9, 23: »da erschien 
der Strahlengianz oder Himmelsglana Jahve's dem ganzen Voike, d. 1. 
er selbst erschien in seinem himmlischen Glanze. Vgl. Mum, 16, 35. 
if;. 18, 13. So zieht Gott auch in der Wolken- nnd Feuersiiule voi 
Israel in der Wiiste her. Ex. 13, 21 f., besouders 40, 34 ff., wo die 
Bdtg. der lioD sehr klar ist. Dasselbe ist der feurige Lichtglaux 
iter von Gott ausstrdroend vorgestellt wird. Ez. 1, 27, 28, wo es zu 



1) durek WMerltolnng d«t •raleo Badikals. 247 

letet helsst, daas ebeii die gottllche "llD3 so aussehe. Vgl. 8, 2. Dan. 
7,10. Von der abstrakten Bezeichnung; der Schwere oder selbst 
ier Ehre konnte man nicht herabsteigen zu der anschaulicben des 
Lichtea und Glanzes. Die Spracbe schiag^ vieimehr uberall den 
umgekehrien Weg ein. 

Weil n1l3 also uraprunglich den Gianz der gottlichen 
Majeatat bezeicbnet, der am Hirainel sein sichtbarea Abbiid hatte, 
80 koonte das Wort weiter auch sehr leicht auf die glanzende Erscbei- 
fiang, den Majestats- und Herrscbergianz irdischer Kd- 
nige u. 8. w. ubertragen werdeu. Ferner steht es dann von der 
glanzenden, schmiickenden Erscbeinung aucb der Dinge 
uberhaupt, z. B. vom Schmuck oder von der Pracbt des Libanon. 
Jes. 35, 2. 60, 13. VgL Jes. 4, 2, wo es heisst, was Jabve in der 
uessian. Zeit wacbsen lasse, werde den Israeliten zu Sebmuck 
Qnd Glanz gereichen. 11, 10: seine (des Messias) Rube- 
statt wird ein Strahlenglanz, ein majestatiseber Glanz wird 
Yon ihr ausgebn. Vgl. do^a 1 Kor. 15, 40, 41, wo es heisst: Sonne 
Mond und Sterne babe jeder eine andre do^a. 2 Kor. 3, 7 if. Alle 
Bdtgg. geben also von der Pracbt und Scbonbeit der aussereu Er- 
scbeinung aus und lassen sicb alleiu daraus erklaren. Das Verb. 
I^esooders Pi. ist Denom. uud bed. Glanz verleiben, scbmuekeu 
Und daher aucb ebren. 

Die Bdtg. Geist, Seele, welcbe man in eiuigen Stelleu fiir 
1^ annimmt, diirfte schwerlicb von der Bdtg. des Glanzes aus« 
geho. Zunaebst sind aber ein paar Stellen offenbar missverstanden. 
^'Ti 6 passt sebr gut die Bdtg. Glanz, Herrscberglanz oder 
Majestat: ^^ev strecke meine Majestat in den Staub." 
Ebeofio verstebt Gesen. das Wort V;. 30, 13 falsch, wo Glanz soviel 
^ Preis, Verberrlicbung ist. Vgl. Ewald und HUzig. An 
^ioigen Stellen kommt aber wirklich das Woit im genaueiii Parall. 
niitUerz und Seele vor, so dass irgend ein cdleres Lebensorgan 
damoter verstanden werden kdnnte. Die Ableituug: Hob e it fiir 
Seele als das Hocbste, Edelste ist aber viel zu abstrakt. Viel- 
■ehr miisste dlese Bdtg., wie man aucb sonst scbon bemerkt hat, 
wihrschelnlich von der Bezeichnung der Leber ausgebn, von nD3 
ah eio sebr wicbtiger Theil, Sprw. 7, 23, der bei geistlgen Regno- 



248 II. Hiatenverdoppeilf Parfekta 

•^en afficirt Yifrd iind aucb sonst als Sitz der Leidenschaften gait Vgl 
Thren. 2, 11 : zur Erde ist g^egosseii meine Leber — ob de 
Wunde der Toehter meines Volkes. Hier bed. ^33 sicht 
bar so viel als mein Herz, mein Inneres. Im Arab, stefa 
geradezu die Leber c^^^-> auch fur Herz. Vgl. Kosegar. Chrest 
arab. Ferner Xst jecur = rpiaQ yttYi. mit i^rop Herz. So kdnnt 
man Gen. 49, 6 noch einfach ^3? lesen: meine Leber = meii 

• 

Herz oder Inneres. 70: ra rjnara fiov. Das Wort ist hier at 
Fem. konstr. wie e^Bll. Als Masc. dagegen steht es wie das parall. 2 
xp. 16, 9. Allein in jener Steile ist "f3D weft wahrsrheinlieher al 
Hobeit, aussere Wurde zu fassen: In ihrem Rath komm( 
nicht meine Seele, mit ihrer Gemeinde vereine sici 
nicbt meine Wiirde! d. i. weder innere, noch aussere Ge- 
meinsehaft ivill ich mit ihnen haben. Die Steile i/;. 16, 9 lautet: 
„es frcut sich mein Herz und frohlockt meine Leber = mein Inneres.* 
Die 70 und Vulg. ubersetzen: meine Zunge, nach einer unstreitig 
entstellten Lesart "^y^sh- Will man nicht nD3 etwa emendiren, nn 
den angegebenen Sinn zu erhalten, so gibt die masor. Lesart offenbai 
einen vie! besseren Sinn. Der Dichter weiss sich stark und glucklid 
In Gott. Dann heisst es V. 9: darum freut sich mein Hen 
und frohlockt mein Preis = mein Loblied. Also die Her 
zensfreude spricht er in einem jubelnden Lobliede auf Gottaus, wi< 
er es ja in dem vorliegenden ij;. audi wirkUch gethan. Mit Unrech 
\iird ferner jene unerwiesene Bdtg. von i^ an noch zwei anderi 
Steilen angenommen. Denn t^. 57, 9 bed. ni^ >vle rp. 30, 13 Preia 
Lob oder Loblied. Schon die Zusammenstellung mit der Harf 
und Cither muss die Erwafanung der Leber oder des Herzens sehr vei 
dachtig machen. Ausserdem steht lllp hier in deutlicher Riicl 
bezfehung auf V. 6: 

Erhebe iiber den Uimmel, o Gott, 

Hoch iiber das Erdall deinen GlaDz! (;ni23) 

Mit denselben Worten schiiesst er V. 12. Nun mocbte der Dicbt< 
selbst die gottllche Pracht und ihren Preis iaut singend verbreitc 
helfen. So gebraucht er in einer feinen Wendung 1113 als Glans 
der auf Gott zuriickstrahlt, also Preis, Lobgesang, w! 
es auch sonst von Gott steht, z. B. (|^. 29, I, 2: gebet Jahv 



1) durcli Wiedefholnng des enten ttadikals. 249 

Prels nnd Ruhm! gebet Jahve seines Namens Preis! 

Ebenso if;. 96, 7. 8. 149, 5. Non heisst es bereits i/;. 57, 8, der Dicb- 

ter woile „s!ng;en und spielen/' Dann foigt V. 9 die Selbst- 

aoffordening: 

Wohlauf mein Preis > wohlauf du Uarr und Cither! 
Erwecken will ich die Morgenrdthe ! 

Dieser Vers ist neben andern bekanntlieb ^. 108, 2 f. wiederiiolt; 
allein etwas verstiimmeit und schlecht abgetheilt Statt nlnipTitj ist 
niutreltig nach dem Original i/;. 57, 9 nil:; miy zu einendiren und 
dies dann mlt dem folgenden Verse zu verbinden, wie die Vulg. den 
Vers vollstandig gibt: wohlauf mein Preis, auf Harfe! u. s. w. 
obwohi sie auch im ersten Verse wie die LXX. bereits die masoret. 
Lesart gekannt bat. Vielleicbt hat der Zusammenstoppler dieses 
liedes schon die Korrektur gemacht Wenn man sie desshalb auch 
beibehalten will, so ist nicht, wie gewohnlich, zu iibersetzen : sin- 
gen will ich und spielen, auch mein G.eist; sondern: sin- 
geo und spielen will ich auch meineu Preis, oder Preis- 
gesang, d. i. auch ich will ein Loblied anstiiiunen. Vgi. 30, 13. Es 
wird einleuchten, dass keine Stelle jene Bdtg. auch nur irgcnd mit 
Nothwendigkelt erfordert, dass die meisten vieimelir weit besser nach 
deo bekannten Bdtgg. von ni3:3 aufzufassen sind. £s hat auch keine 
tite Uebersetzung das Wort so gefasst. 



I "133 ein abgeleiteter Stamm von tsrni oder 133 und bed. eben- 

I falls zusammenziehn, daher 1) zusammenbiegen, zusam- 
j menfugen, flechten; vgl. 103. Davonms? etwas Gefloclitenes, 
eio Sieb, Am. 9, 9. "Opt? eine geflochteiie, dichte Decke, 
2 Kon. 8, 15. TM Geflecht, Decke, 1 Sam. 19, 13, 16. i:3?t3 
etwas Gefloclitenes von Erz, (Draht) daher ein Gitterwerk. 
2) Zusammenziehn, ansammeln, aufhaufen, Uif. viel 
machen, aufhaufen z. B. Worte, Job 35, 16. T5?t? Masse, 
der grosse Haufen, Job 36, 31. T^D zusammengczogen, 
aufgehauft, daher gross, z. B. von Wassermasseu. Jes. 17, 12. 
28, 2; von der Zeit: gross oder hoch an Jahren, d. i. alt. Job 
15,10, hochbetagt. Vgl. .^^=^ gealtert sein. wjfe maximu8 
«aU. glL^, h^ gtandaevUas. yxx^J\ ^^t der alter e 



^33 



250 II. lli«lei|v«rdoppem r«rfdU« 

B ru d e r. So bed. auch oifenbar das Adv. ni!} im Kob. uod im Syr. 
eig. alt, daher yon Alters her, langst, yoriang'st, bereits, 
8 ebon. Die Bdtg. vielleicht im Syr. erklart sicb etwa so. a) zu- 
sammengezogen, gesetzt — von der Zeit — alt, langst. 
Vgl. gesetztes Alter, b) Von Handlungen und Zustanden, ge- 
setzt = ich setze den Fall, daher zufailig, vielleicht. Luk. 
20, 13. 1 Kor. 16, 6. PhiL 15. Der Fluss Kebdr (Chabaras) in Meso- 
potamlen, der bei Circesium in den Eufrat miindet, kann schwerlich 
neben den 2 Hauptflussen als der gross e oder lange bezeidiDet 
worden sein, sondern heisst wabrscbeinlich , wie die Schreibart 11371 
noeh deutlicher zeigt, der Verbundene ?= der Nebenfluss. j 
Das Langenmass m^D heisst wohl nicht eig. Lange, sondern nach 
der Grundbdtg.: Zusammenziehung, Fortziehnng, daber 
Zug, Erstreckung und dann eine bestimmte Strecke Landes 
oder Wegs, etwa eine Stunde weit. Gen. 35, 16. — Weiter abge- 
leitet von n^ ist der Stamm 

jZD zusammenziehn r= festmachen, fesseln, bit- 

den, wie jLL^ dalier ^33 Fessel, Fussfessel. ^. 105, 18. 149,8. 
Vgl. 7!in. Der Name des bcrgigen, unfruchtbaren Distriktes in Nord- 
palastina, den Salomo an Konig Hiram von Tyrus sammt 20 St&dtea 
abtrat, 1 Kon. 9, 13, bed. wahrscheinlich: das Zusammeng^e- 
zogene = rauhe, diirre, daher das harte, unfruchtbare 
Bergland, auf welche Bdtg. der Verf. der Konigsbucher wabr* 
scheinlich anspielt, so dass die Angabe des Josephus, 7113 bedeute 
im Phonikiscben ovx a^saxov vom Richtigen nicht allzuweit abge- 
rathen erscheint. Vgl. J^Ai? diirr, trocken sein. — Noch weiter 
ist der Stamm ]13 abgeleitet, der im A. T. aber nur in Eigennamea 
Torkommt. 

k^3j V. d. W. ^ zusammenziehn, festmachen, daber 

^ ^ 

C^nj das Erstarrte, (vgl. Jl*^ Eis) iibertragen Krystall. Job 
28, 18. Abgeleitet ist hievon durch Steigerung B^^:!^. Erstarrtes, 

• • • 

Gefrornes und besttmmter gefrorne Wassertropfen , daher Hagel. 
(s. Aiihaiig lO Ez. 38, 22 nach den LXX. Ebenso muss es stehen 

v« 3 b Go 

Ez. 13, 11, 13, Vgl. yx&. duruSy craasus. jjma:^ id. Von diesem 
Stamme ist abzuleiten 



1) dnrcli Wi«4«rbohiiif det mlM Radikals. 251 

nSJ zusammenzfebn = festmachen, 1a^ zusammen- 

toden, fest, dicht machen. Aethiop. 7*0^ I machen, thun, 
igere. Daher "n^j der Feste, Starke = der Mann; gesteigert 
f3? ^c sehr Starke = der Held. Dann Hitp. als Denom. 
ifch als Held zeigen. Jes. 42, 13^ woran sich, wie im Arab, 
klcht die Bdtg. des Verwegenen und Widerspenstigen 
ichliesst, daher sicli emporen, iibermuthig sein. Job 15, 25. 
36,9. An dicsen Stamm schliesst sfch 

/^M zusammenziebii, festmacben, daber ^^^ bildeii, 

So * 

nachen. Ju^ zusammengezogen =b aufgeh&uft, viel, eine 

If ? ^' 

nasse. Ju:>. gross, dick. In sich zusammengezogen. Da- 

Der Ju:^ das Gebirge, eig. das Zusammengezogene, der Ge- 
Mrg;8zug, dann ein mit mehren Bergm zusamaienbangendes Ge- 
birge. Vgl. 7^ ein Gebirgsland unterbalb des todten Meers, 
^l'. 83, 8. — Im Hebr. ist die Grundbdtg. sonst auders augewandt. 
Znnachst ist das Znsammenziehn, wie in mlshren verwandten 
Stammen, 1) auf ein Zusammendre hn und Flechten iiber- 
tragen, daher n)^53 Flee htwerk, Schniirwerk. Ex. 28, 22: Ket- 
tea von Flechtwerk, d. i. flechtenabnlicbe (breitgedrehte) 
Ketten, die dann noch bestimmter als von geflochtener Arbeit 
bezeicbnet werden. 2) Zusammenziehn, festmachen, daher 
uUdie Granze, eig. das Zusammengezogene = der Saum, 
'fther Rand, die festgezogene Grauze, wie HtI^. 

QJ) zunaclist von 73:1 abgeleitet, bed. wie dies zusammen-^ 

^Uhn, arab. 1 - >^ sicb zusammenziehn, sich duckeQi 
kleio machen oder sich zuriickziebn, daher feig, furchl-^ 
9tQi sein. V. mehr aktiv: sich zusammenziehn,' sich ver-* 
'ichtep, zusammenrinnen — vou der Milch, daher ^^yj^ und 
^jj^ Kase. Danach bed. das hebr. T^y^l etwas Znsammenge- 
rooDeoes, eine Fliissigkelt, die sich verdichtet, und spe- 
(iell: zuaammengelaufene Milch, womit Job 10, 10 die unent- 
Hrickelte Masse des Embryo verglichen, und vorgestellt wird, als ob 
ie aus dem zusammengeronnenen Samen sich gebildet habe. Sehr 
upasiend ikbersetzt man es gewohnllcb durch Kase, d. L geronnene 



252 II. UinUsiivordoppelte Perf«kta 

Milch , die bereits gefurmt und hart gewordeii. Ganz unrichtig abi 
Ewald durch: Mo 1 ken, womit gerade nicht das Geronnene, soi 
dern die wassrigen Theile der geronDenen Milch bezeichnet wei 
den. Will man das Wort niciit prosaisch und fiir unser Ohr anstossi 
durch Kasemiich iibersetzen, so kann man einfach Sauermilcl 
d. i. saure, geronnene Milch, sagen. (Das Wort wie Sauer 
wasser gebildet) 

Hast du mich nicht ausgestrOmt wie Milcb, 

Und mich wie Sauermilch zusammenrinnen lassen? 

Das Adj. ];ij heisst zusammengezogeu = gebogen, dahei 
bucklig, hockrig. Lev. 21, 20. 1^:^ das Gebogene, dei 
Buckel, Hocker, Hiigel. i/;. 68, 16: ein Berg von Hockero. 
d. i. Kuppen; ein kuppen- oder gipfelreicher Berg. 

VlDj V. d. W. D:i = I}:i zusammenziehn, zusammenbie- 

- T . ^ 

gen, einbiegen, daher tief machen. Der Stamm findet sicli 
nur in dem Subst. ps-*):i das Tiefgemachte, Tiefe .= die 
Grube. Koh, 10, 8. Wuraelhaft verw. ist poy. Vgl. (jd^x zu 
sammengezogen, daher a) eingebogen, niedrig sein. b) Dun- 
kel, schwer verstandlich. n»*^ zusammenziehn = niederzienn 
versenken. Mehr iibertragen ist ijo^ Jemand niedrig, gering 
machen oder halten, daher verachten. 



yQj V. d. W. D:i, S^ und Jl^ zu saninie ngezogen 

fest, hart sein, daher Jl#^. Kalte, wie gewohnlich von dei 
zusammenziehenden Wirkung benannt. Jl«^ Eis, Schnee; atliiop 
ih<^J^l nix. Das Subst. npa Richt. 3, 16, was nach dem Zusam 
menhange ein bestimmtes Langenmass bezeichnen muss, fasst mai 
gewohnlich jetzt als Stab= Elie und zwar vom Abschneidei 
benannt. Im Arab. bed. namlich Jli^ auch zusammenziehn = 
wegraffen, wegschaffen, daher wegschneiden, putare^am 
putare. Ebenso 1<f^J^\ beschneiden — den Weinstock, Baumc 
1f^J^\ Theil, Stiick, segmentum. Allein Stab bed. kein Woi 
dieses Stamnies. Auch wiirde ein Stab wie die verwandten Worte 
Stamm und Stock weit eher von der Harte und Festigkeit benani 
worden sein; fur ein Mass aber, etwa Elle, ware die Uebertragun 



1) dnrch Wiederholaog des enlen Radikals. 253 

za nnbestimmt. Die erste Bdtg. dieses Stammes kann librigens nicht 

wMGesen, die des Schneidens seiii. (>L^. v.aaam ein scharfes 

' • •• _ 

o ^ 

Schwert, ist e\g. ein hartes, wie es auch im Kam. durch a^Lo 
erklart wird. Vgl. (^^4^ Hartc, Unbiegsamkeit des Charakters. 
Man konnte vermutheii, 11^^ bedeute iiberhaupt Lange und dann ein 
Langenmass, durch Uebereinkunft bestimmt. Vgl. Jl«5 lang, ge- 
streckt sein — vom Halse. Jlijlo lang. Oder das Zusammen- 



gezogene = Aufgehaufte, daher das voile Mass. Vgl. Juol^ 
mpletus. 1^ voll machen, das voile, vollkommne Mass 
haben oder ansfitllen. »Ein voiles Mass war seine Lange% 
es war vollkommen lang. Allein wenig passend. Es Ist unstreitig 
nicht ein eHenlanges oder gar ein noch langeres Schwert gemeint, 
sondern ein Dolch, der leichter unter dem Mantel versteekt bleiben 
konnte und zu einem Meuchelmorde auch weit geeigneter war, als 
ein Degen. Die LXX. iibersetzen bekanntlich ysn bestandig durch 
/(a;(a((>a Schlachtmesser, dann besonders ein Mordmesser, 
Dolcb, der an unsrer Stelle auch bestimmter durch seine Zwel- 
schneldigkeit angedeutet zu sein scheint. Vgl. Sprw. 5, 4. Ausser- 
dem stosst Ehud diese MordwafFe dem moabitischen Konlge mitsammt 
dem Hand griff e in den fetten Bauch, Richt. 3, 22, so dass man auch 
danach eine Art Dolch sich wird vorstellen miissen. Ganz unzulasslg 
ist die Erklarung von V. 23, dass die WafFe zum Riicken hinausge- 
gangen sei. Die Worte heissen vielmehr: „da ging er (Ehud) hln- 
&Q8 in den Vorplatz, glng hinaus in die Saulenhalle 
0. s. w. Vgl. IC^S . Dazu kommt endllch die Autoritat der alten 
Uebersetzungen , die bei solchen Wortern gerade am meisten zu be- 
rucksichtigen sind. Sie fassen ntin fast sammtlich als ein kleineres 

• 

Mass von der Hand entlehnt. So die LXX. amd-a^rj, Spanne, Vulg. 
palma mantis, Aquil, Sym. yQovd-og naXaianavog, Ein andrer griech. 
Uebersetzer dQa^. Abulwalid yZw Spanne. Diese Bdtg. liegt in 
dem Worte sehr einfach vor. Das Zusammenziehend e, Zu- 
sammen fassen de, *i)^:i konnte wie das verw. yi^p und «^ ^ '^ 
zunachst wohl als Faust, dann als Mass, so viel man mit der Hand 
vmfassen (iwi» HandvolO und dann speciell, so viel man 
spanne n kann, genommen werden. Ein Dolch iibrigens von der 



254 n. BiBtoByerdop|»elt« P«fffekl« 

L&nge efner Spanne, oder nach der Vulg. so lan^ \v\e eine flache, 
d^ !. ausgestreckte Hand (was etwa dasselbe Mass ^Tbt) ist keine 
zu kleine WafFe, zumal offenbar nur die Lange der Schirfe damit aif« 
gegeben sein soil. 

Schwierig ist endlich noch ein zweites dn* Xej* dieses StammM 
*V^jj das Ez. 27, 11 im Plur. vorkommt. Gewohnlicb fasst man ei 
als tapfer, tapfere Soldaten, Hieron. bellatores. Damit ware 
dand passend das arab. (>Uj^ hart^ fest, daher (vom Schwerte) 
scharf, sehneideiid zu vergleichen, und wetter HDJ^ in der Bdtg;. 
fest stehen, Stand haiten in der Schlacht. Syr. t>(nD-i:i Kuhn- 
he it. AUein die Hervorhebuug^ der Tapferkeit g^ehort nicht in diese 
Beschreibung;, die bios schildert, wie die auslandischen Truppep den 
Glanz von Tyrus vollendeten. Ihr Dienst im tyrisehen Heere kann 
desshalb nur dadurch bezeichnet sein. ij^j das Zusammengezo- 
gene ist desshalb am sichersten als das Festgestellte, Aufge- 
stellte (vgl. nitDJt) und daher als Pos ten, Besatzung zu fassen, 
wie T)li und :^pQ. 

,Die Sdhne Arvad^s waren bei deiDem Heere ringi auf deinen Mattern 
Und als Posien (als Besatiung) in deinen ThOrmen." 

O^l^j gehort eig. zu beiden Versgliedern uud ist nor wegea des 
Parall. getrennt: auf den Mauern und in den Festungsthiirmen dientefe 
8ie als Besatzung. Die LXX. haben also sehr gut ifv'kaueg Wachter, 
Besatzung iibersetzt. AquiL und die Vulg« haben es sonderbar 
genug durch Zwerge, Pygmaen wiedergegeben, indem sie offen- 
bar an *i2J:i dachten; also Spannen lange Menschen =iZwerg«. 

Vgl. Daumling. Mehr iibertragen ist die Bdtg. in folgeoden, 

welter abgeleiteted Stammen: 

nO^ V. d. W. D!l zusammenziehM, zusammenbringeit, 

- T 

daher vollenden, vbllfiihren, zu Ende bringen. i|;. 57, 3. 
intrans. zu Ende gehn, aufhoren. xp. 7, 10. 12,2. 87,9. Der 
schehibar gesehichtliche Name 'iii^ Hos. 1, 3, fiir ein buhlerisehes 
Weib, mit dem der Prophet nach einer allegorischen , paraboltscbeti 
Erz&hlung eine Ehe eingeht, um den Gotzendienst Israels und dife 
Fofgen desselben dadurch zu veranschaulichen , muss naturllch Xvh 
die fibrigen Namen elne symbolische Bdtg. haben. Es Itegt nahe, itn 



'^o; 



1) dMrdi WM«rlMlwif d%$ mumk Rudikalf. 255 

Namen als die AafhSrendje = Weichende, daher Abwei- 
ehende, Abtriinnige zu fassen. Vgl. S. S89* 

Oj abgeleitet zunachst von *id:i, bedeutet daher zusammeti- 

briDgen, Jl^^ sammeln = ^4^, daher im Hebr. 1) zusammen- 
briDgen, fertig machen, vollenden, z. B. ein Kind zu 
Ende saugen, d. i. es entivohnen (vgl. Jg<^-> II, perfecity ab- 
9olvit)i feroer von der Frucht: voil, fertig niaehen = zur Fiiile 
and Volleodung bringen, daher schwellen, reifen. Jes. 18, 5. 
2)yo[n mensehliehen Thun iind Vollbringen. Es bezeich- 
net in diesem Sinne immer die freie, bev^usste, also zurechnungs- 
fibige That des Menschen, daher es sowohl gut, als schleht 
handeln (Jemandem etwas ant bun, gegen ihn verfahren,) bedeu- 
teo kann. Sodann driiekt es auch die Folge jeder That, die 
Vergeltung aus. Diese Bdtg. ist aber die letzte, nicht die erste, 
wie die Worterbiicher wollen. 7ID3 a) That, b) Vergeltung. 
Der anstreitig semitische Name des K am els, ^^, cU:^, Sthiop. 

7^AI bed. wie der Sache, so auch der Etymologie nach das vollei 
vollendete, d. i. vollkommen ausgewaehsene = starlie 
Tbier, im Gegensatz zum jungen Kamel l^'i CVgl. JU^^d) und ist 
so der «iligemeinste und verbreitetste Name geworden; xa^r^Xog^ 
kopt gamoul. Fiir das Alter desselben spricbt auch der Name des 
Bochstaben :) im semit. Alphabet Oifenbar zu verwerfen Ist die An-^ 
>icht ScUegeh, der Gesen. im Tbesaur. beistimmt, dass das^Wort 
Uischen Ursprungs und von kram, eig. sich kriimmen, drehn^ 
'ther sichbewegen, gehen abzuleiten set. Der Sanskritname 
iramSlaka (selten krameld) scheint vielmehr umgekehrt eine etymo- 
logiscbe Umbildung des semit. Fremdwortes zu sein, um eine in der 
^en Spracbe llegende Vorstellung damit zu verbinden. Das Sch iff 
ler Wuste, wie es die Araber nennen, ist nicht in Indien beimisch 
«od nnr tn einzelnen Gegenden haufiger anzutreffen. Was aber den 
Iftmen betriffl, so ware das Gehen doch eikie gar ztf wenigsagende 
itezeichnnng fur die Eigenthiimliehkelt des Kamels und die Um&nde- 
(VDg des Namens um so unniitzer, da diese Vorstellung, wenn roan 
[ riehaben wollte, ja bereits in gamal deutlich vorlag; denn gam heisst 
Sehcfn. Vielmehr kann das sanskritisirte Wort nur bedeuten sollen 



256 II- HiBlenyerdoppelle Perfekta 

entweder: das kminme = buckllg^e, hockrige (ygh kram 
krimi= der sich kruinmende= kriechende, daher Wurm, 
oder wabrscheinlicher dasstarke, ausdauernde, (vgl. kram 
Starke, Kraft. Wilson, vi-kram tapfer, stark sein) so das 
es also eine ganz ahnliche Bdtg. wie das semit gamal erhalten ha 
und als eIne sehr alte Uebersetzung jenes Namens die obige AbIeitiiD{ 
bestatigt. Wenn man die gewaltigen Lasten (bis za 1500 Pf.)) di< 
das Kamel tragen kann und seine grosse Ausdauer bei alien Stra* 
pazen sich vorstellt, so lag wohl keine Bezeichnung naher. Mtt einen 
echten Sanskritnamen heisst das Kamel uschtra^ pers. uschtur Cy^t 
d. i. wahrscheinlich das tragende, das Lastthier; denn tischtn 
bed. im Skr. auch noch einen Karren, Lastivagen. 

Im Arab, ist der Stamm J|>^ vielfaeh iibertragen; z. B. J49 
zusammen, voll, daher vollkommen, schon, gut sein u. s. w 
Verwandt sind auch folgende Stamme: 

nD^ von einem im Hebr. nicht mehr vorkommenden Stamni 

^ »» -» 

fSfS3; doch vgl. ^JjJ:^ zusammenziehn = ausdriicken, aa0 
ziehn, melken. Davon abgeleitet wto. sich znsammenziehr 
zuriiekziehn, I. sich verbergen IV. u. s. vr. Im Hebr. stama 
daher das ccti. Xsy. *i^a das Zusammenziehende, Zusammei 
klebende, daher Harz, Baumharz, verwandt mit l^^ Peel 
w. m. vgl. Abgel. ist von der allg. Bdtg. des Harzes als eines brem 
baren StofFes nn$j Sehwefel, ■r-sf^=^ id. Gen. 19, 24. xl>. II, 8. 



y - 



j9j zusammenziehn, zusammenbiegen, daher kriiii 

men, (krieehen) daher 7S2 der Rebstoek, Weinrebe, w 
palmes. Vgl. }M und |na. Das Mittelglied zwischen -iS:j m 



]B^ ist noch im arab. JJs^ erhalten: sich zusammenziehn, dab 
1) zuriickziehn, entfliehn. 2) Abziehn, wegziehn, aui 
kehren; 3) ausschiitten, ausscheiden, ausstossen u. 8. v 
Verw. ist JlI^ sich zusammenziehn = sich zuriickziehn vo 
Etwas, vernachlassigen, mit ^^. II. zusammenziehn = vei 
hill I en. Abgeleitet ist sodann auch im Arab. %^^ das Zustn 
menziehende, daher Ueberziehende, der Ueberzug a) d 



1] durch IViederholang des ersten Kadikiils. 257 

liwerts, daher Scheide; b) der Augen, daher Augenlled. Dann 
!h, wie im Hebr. der sich zusammenzfehende Rebschoss. 

ki^Sn V. d. W. ^n = on zusammenziehn, daber 1) iiie- 

rziehn, niederstrecken, hinbreiten; s^n Hinbreituiig, 
^gci*? 1/^*88,6: „Unter den Todten i.st mein Lager.*^ Dann 
I. 27, 20: Decken der Hinbreltung, d. i. die man hinbreitet, 
isbreitet (iiber das Pt'erd,) wie es erklart ivird: „zuin Reiten/^ 
^eiter iibertragen ist die Bdtg. in rVIC^^r} eig. die Hinstreekung, 
ie Lagerung, daher das Krankenlager, wie xXivrj^ mit n^JJ 
as Krankenlagerhaus, 2 Kon. 15, 5. Vgl. y£ji^ zusammen- 
»u>gen =. schwach, schwaehlich sein. 2) Zusamoien- 
iehn = zuriiekziehn, abziehn, ablosen, daher los, frei 
acken. Lev. 19, 20. Vgl. ^JjJa^ decorticavit, {jak^ projecit rem 
manu. (jdi^. id. Daher ^^n der Freigelassene, von dem 
if Herr seine Hand zuriickgezogen« Ex. 21, 20 f. Deut 15, 12. 
»b3, 19. Sodann steht es auch von Freiheit im weitern Sinn, vom 
riass der Abgaben, 1 Sam. 17, 25. Gesen, liat die Bdtgg. nicht 
ehtig abgeieitet. 

T 9n zusammenziehn, kriimmen, biegen, wie (^d^, 

)b 40, 17. intr. y^r\ sich biegen, sich wohin neigen, daber 
nneigung, Gefailen an Etwas haben, etwas mogen. 

TSn 1) sich zusammenziehn = sich zuruckziebn, 

ieben. 2 Kon. 7, 15. 2) Sich zusammenziehn = sich eng 
achen, augstigen, angst sein. i^. 31,23. 116,11. Deut. 20,3. 
ittern oder aufsprin gen, wie Gesen. meint, bed. der Stamm im 
ebr eig. nicht. Job 40, 23 passt die Bdtg. sich ftngstigen. 

Ob auch der Strom ihn packt, er wird nicht ban^, 
Bleibt ruhig, dringt ihm auch die Fliith ans Maul. 

Sam. 4, 4: bei ihrer Angst zu entfliehen =i= bei ihrer 
ngstlichen Flucht. 

2^n v. d. W. Fp zusammenziehn, daher Hitp. sich zu- 

Mmenziehn and zwar a) sich einhiilien, sich vermummen, 
^rkleiden. 2 Sam. 28, 8: da vermummte sich Saul und 

Vci«r*i hebr. WnrzelwOrterbuch. ^' 



258 UL Miiieiiycrdoppelta JPertekta 

zog fremde Kleider an. 1 Kon. 20, 38: er vermviBDite (rei 
kleldete) sich mit dem Kopfbunde iiber seinen Augei 
Ebenso 1 Koo. 22, 30. Auch Pual bed. ahnli'ch Sprw. 28, IS, elngt 
zogen werden = sich verstecken. b)Sich zusammenziebn = 
einschrumpfen, Job 30, 18: durch die Obmacbt schrumpfi 
die Haut mir ein, achnurt micb wie mein Unterkleid 
znaammen. ^y) muss hier nothwendig dichterisch fur die Haat 
atehen, vgl. 41, 5, was ausser and^n schon das zweite Glied erfor- 
dert, wo das enganliegende Unterkleid als Yergleich gebraucht wird. 
Wie der Allmachtige gerade anf das weite Oberkleid Jobs einwirken 
und es eng maehen sollte, ist nicht wohi einzusehn. Noch wenlger 
passt die Bdtg. der Entsteilung des Gewandes. Vielmehr die nata^ 
liche Bedeckung des Korpers schrumpft und dorrt durch die gottliciie 
Aligewalt so zusammen , dass sie ihn wie ein enges Unterhemd Ho- 
schniirt. Vgl. V. 30. Riehtig Gesen. Anders Etoald and JUirzel. 

Die welter abgeieltete Bdtg. suchen, erforsefaen, bes. ii 
Kal und Pi. ergibt sich so: zusammenziebn bed. ofters hinwef;- 

«* J' -» M 

ziehn, mmA^ abeiehn, (abschalen) herauszfehn, dann ancii 
Eifer und Miihe aufetwas verwenden; so komraen wir leicht a«f 
die Bdtg. in ftfgn durchsuchen, durehforschen, unter- 
suchen, aufsuchen, was sehr natorlich als eine Hinwegraumang 
desseu , was den Gegenstand verdeckt , bezeichnet werden kann. 

I&n zunachst abgeleitet von ftfSn nach bekanntem WechscI 

von s und r; zusammenziebn, daher 1) anziehn, an sicb 
ziehn C^ie belden Vorderfusse), daher anspringen — Tom Pferde, 
wie die verw. Stamme T£)p, (jLjsJ^ (J^^9 ^^^ ^^y ^1 ' 

Springt es an im Thai , so frohlockt es der Kraft, 
Zielit liiDaus der Rustung des Feindes ^ntgegen. 

Vgl. *1t)n anfwallen, aufwogen;^^ compeditus assUivit (equus)* 
I. IV. id. cito inces8it = y^. Schon der Parall. mit ((IT beweist, 
dass "iBn hier weder scharren bedeuten kaun, (was erst V. i^ 
erwahnt wird und hier auch sonst schlecht durch poy. Tur yiH ausge* 
druckt ware,]) noch spahen, wodurch ein sehr mattes Bild entsteht 
und der Parall. noch mehr verletzt ersciieint. 2) Zusammeazieiitt) 
wegzlehn, wegscharren, daher aufscharrei, anskratceH; 



1) dnrv^ WMeiMnng dM or«ken padikals. 259 

avagfraben, z. B. eiqen Brunpen, eiue Gnibe. Gen. 21, 30. 26, 15. 
1^ 35, 7. Man kSnnte aiich hiervon auf die erste Bdtg. Job 39, 21 
Xommen: au'skrat^ifsn r= acbneli laufen, oder ausholen, 
it. einen Anlauf nehmea; allein die angegebene Uebertragung 
liegt lY&ben 3) An 4ie Pdtg. alffacharren, ausgraben schiiesst 
rich einfacb die : aufauchep, durchforscbeq, ausknndschaf- 

Un. Ofgh lis secutus fuit vestigia.^ Jog. 2, 2, 3. Dent I, 32; daber 
lUg. aucb spaben, erspahen* Jpb U? IB. Job 3, 21: ^ie, die 
iiiii (den Tod) eifriger ^rspah^D aia Scbat^e; pfir^UI* fnit 
nsn auf etwas barren, danacb ausspabn. Schiecht Stfckel: 
die nach dem Tode mehr als nach Schatzen scharren (!), wodurch 
avsserdem das schiefe Biid ensteht, als ob sfe etwa efn Grab in die 
Erde kratzten. Vgl. Job 39, 29, wo es vom Adier nteht, der aus der 
Hohe nacb Speise spftht. Das Bfid vom Aufscharren des 
Bodens ist natiirlicb in dieser iibertrngenen Bdtg. nicht mehr festge- 
Mten, wie SHckel meint. 

HDn iDtfaoa. der^elbd Sfaipm wie der yorhprgehepde, bp^- 

sicli zusammenziebn, daber sieb znriickziqbn, zuriiok- 
weiehen und zwar aus Beschamung, bes. wegen vereitelter 
Boffnungen, beseh&mt sein, sich schamen, daher wit ]tp 
konstr. efg. sIch aus Scham vor einem Gegenstande zuriickziehn 
Oder das Gesf ebt abwenden. Jes. 1, 29: thr werdet scham- 
voll zur&ckwelcben vor den G&rten u. s. w. if;. 34, 6: die zu 
ihm aufscbaun, iverden strablen , .indem Ihv Antlitz sich 
nicht schamen (wegwenden) darf. Dann Ist immermehr die 
% Bdtg. sfch scham.en festgehalten, was andre Sprachen bil4- 
Kch dnrch err5theu, muhescere^ insofern das Schamgefuhl dadurch 
verteiblieht werden kann, bezeichnen. Ailein im Semit. ist d^/s 
Rothwerden keineswegs die Grundbdtg., ja die Bdtg. der Farb^ 
febit gaazlkh dabei*). Vgl. IjLL ^uiamm^n^iehn = fe/jt- 



•) E« fragt sicli flberliaupt. ob in einem semit. Worte das ErrOtliea to 
bieht Tom Sicli-iAhimeii gebrancht werden konnte, da die ^antfarbe der 
StfMjten mehr dnnkcl und gebriunt, ala eigenUich weisp gewesen zu 
. Har bei Valliera von sehr heller Haa^farbe liegt die Uebertragung nahe. 



17 



260 11. Hintenverdoppelte Perfekla 

machen, daher schiitzen, helfen, halten u. s. w. intrans. 
yk^ sich zuriickzielni = sich schamen. Vgl. pudere, verw. 

mit repudiare zuruckstosse ii, verschmahen, repudiosus an- 
stossig;. pudei*e heisst eig. sich an Etwas stossen, Anstoss 
nehmen = sich schamen. — Das Hif. von *ldn bed. eig. machen, 
dass Jemand sich abwendet, sich schamt, daher a) ent- 
setziich, schandlich handeln. Sprw. 13,5. 19,26. b) Schande 
oder Schmach hervorbringen = zeigen, daher beschamt 
dastehen, Jes. 33, 9, vom Libanon. Beschamt werden = 
sich schamen, Jes. 54, 4. 

Schwer ist das an. X^Y- im Plur, m*lS"lSn Jes. 2, 20, ein Subst. 
durch Wiederholung der letzten Silbe gehildet. Vgl. Ewald hebr. Gr. 
§. 333. Seit Hieroti. hat man ofters den Maulwurf, talpa darunter 
verstanden, der sonst "i^H heisst, indem man 1S*on als vielgra- 
bend fasst. Allein nach dem Zusammenhange wird ein unreiner, 
verabscheuter Vogel verlangt, aber schwerlich der Sperling, 
wie Hitzig nach einer unrichtigen Vergleichung vermuthet, sondern 
ein Nachtvogel, der in Hohlen und Kliiften haust und auf den hin- 
geworfenen Gotterbildern sitzen und sie verunreinigen kann, ent- 
sprechend dem parall. ^y^32* ^'^^^ Wort bezeichnet wohl nicht die 
Fledermaus, sondern nach der Etymol. (vgl. Anhang I.) dunkel) 
nachtlich, daher die LXX. vvyiXBQiQ^ was auch uoch ganz allgemelo 
Nachtvogel heisst; hier also speciell wohl noclua^ die Macht- 
eule, Lev. 11, 19. Der Etymologic nach konnte man nll^'l^n ^^^^ 

• • • 

allg. als verabsch eute, abscheuliche Thiere, Scheusalej 
oder Nachtscheusale fassen. Vgl. SojA& schai^dlich, bass* 
lich. Allein es ist nnstreitlg eine bestimmte Art damit gemeint. & 

> > 

ist sehr wahrscheinlich, dass nach dem wurzelhaft verw. arab. 0(Xa> 

9 o y 

oder (>«Jl4^ vespertilio eben die Fledermaus darunter zu ve^ 
stehen ist. Der Stamm Jla^ bed. schnell gehen, Jul^ eilen, 



schnell, beweglich sein. Danach heisst der Name: die Be- 
wegliche, die Flatternde; vgl. Fledermaus, d. i. Flatter* 
maus, Fliigelmaus. Zu vgl. ist femer j^La^, was ebenfalb 
Fledermaus bed., aber vielleicht nach einer andern Vorstellung 
von y^jw, die sich znsammcnzieht Cihre FItigel) oder die 



1; durch WiederholuDg des craieo ftadikals. 261 

clieue, schwaclie, wle ^IJb^ die Fledermaus, von hy^y 
urclitsam seiu, wegeii des uusieherii Flugs. Dieselbe Bezeick- 
iung liegt auch in idnsn uui iiaclisteu vor. £s liegt aber bestimmter 
larin wohl die Vori^telluiig der uiiruhigen, sch waiikeiideii, also 
ilatterhafteu und scheueii Bewegung des Flugs, so dass die 
rcrw. Form TD"lDn seUr aufgeregt, in walleiider Bewegung 
seiii, passeiid verglicheri werden kaon. Es biesse also ^Bl^n be- 
stlDdig (die Fliigel) zusainmenziehn, d. i. fiattern, wie das 

Q 9 V f 

entsprechende (>Jl^ die Flatternde = die Fiedermaus. Vgi. 

die einfache W. in ■J^.'^d^ nomen avia, quae coll idere sole t alas ; 
^^fliegen. Veiwaudt ist 

|Dn Ton *idn gebildet und zwar durch Vermittlung von jj 

zusaramenbringen, zusammenziebn, daher auch zusammen- 
niessen u. s. w. Davon ^^n zusammenziehn, zusammen- 
klegen = ^^a, daher ballen, festmachen, fassen, ]^n das 
Packende, die Faust, nur im Dual. D^j^n die beiden Fauste, 
Baude, wurzelhaft verw. mit rjj, fr^Bp? }^dp9 ^Dp u. s. w. Gauz 
irrig halt Gesen. nvy-firj und pug-ntLS fiir verw. und aus |&n umgesetzt, 
)bwobl die Bdtg. fast dieselbe ist; denn die W. pug^ puk heisst zu- 
Ummenballen, dicht, festmachen, daher 7iv£ mit geball- 
^er Hand, nvy-^rj was man zusammenballt, die Faust = 
^^-nus das Gcbaiite; vgl. Tivxvog, dicht zusamm en, dick, 
Eedrangt Ebendahin gehort auch unser Faust, Nd. Fust = 
in{ mit verschlucktem A; slav. pest. Vgi. fech-ten = /^u^-nare. 

Sy^On V. d. W. on zusammenziehn, daher n zusammen- 

- T 

l^iegen, davon e^p etwas sich Zusammeubiegendes, die 
Blegang, der Bauch, 2 Sam. 2, 23. 3, 27 u. s. w. Faisch lasst ihn 
^esen, vom Fette benanut sein nach dem arab. JLk^ das Zusam- 
Bengezogene, Angehaufte, daher Fiille = Fett. Im Aethiop. 
«d. das entsprechende iiiP^ll ; Zusammenziehung, daher die 
rebarmutter, welche die Leibesfrucht einsciiliesst. Mit ^^^n- 
itinnser Stamm nichts zu schafFen. 2) Zusammcnziehn, fest- 
acben, anspanuen, j^l^^ von innerer Spannung und Heftigkeit 
n Mutbea, daher stark, heftig, tapfer, ausdauernd sein; 



26!^ II. HHileiivtBrdoppeUe Peifskta. 

jLk4& tapfer, krieg^erlsch. 80 erklirt sich tthDH eig. g^espmi 
daher geriistet, schlagfertig, wie das entsprechend^ ' 
J08. 4y 12, IS. — Tapfer, wie Gesen. aniiimiiit, kann tn irieht' 
bedeuten. Vgl. Jos. 1, 14. Et. 13, 16. Num. 32, 30, 32. bas 1 
steht n&nilich imiiier nur von dem Z u g; e des Heefs , nicht von el 
Verhalten in der Schlacht, so dass dfe angegebene Bdtg. aliein pi 
ihv sollt schlagfertig vor eiiren Brildern herEiehn. 
ihr Kriegslielden , iind iliiien beistehn! Jos. 1^ 40. Dfe LXX. ri( 
svl^ovoi virohlgeriistet — Knut Kampf^ AquiL uthd Sytn* geras 
ausgeriistet. Vulg. arinati. (Jeber Qton Vgl. Sw 227. 

l^On zusainmenziehend, daher ia) herbe, *ch 

sauer sein; yiin das sauergeword^ne Getrank, lEsi 
Weinessig. Num. 6, 3. p^or} scharf, daher salzig. Jes. 30 
Die Bdtg. des S char fen konnte b) auf die scharfe, hen 
stechende Farbe, auf das Roth ikbertragen warden. ] 
stechend oder breuneud roth, hochroth, daher purj 
far big. Jes. 63, 1, wenn diese Bdtg. nicht wie die meisten Bezi 
nungen fiir roth von der des Zusammengezogenen = Dunk 
Dunkelrothen ausgeiit. Vgl. die W. DQ dunkel. c) von H 
hingen: scharf, heftig, gewaltsam sein, wie der verw. St 
OQH vgl. S. 227. Aethiop. U^9 * injuatus , iniquus fuit ; tn; 
affeeit. 

tOwD sich zusammeuziehn, biegen, kriimmen,d 

Dll^n das sich biegeude = schlangelnde Thferichen, 
£idecfase, nach den LXX. und der Vulg. Vgi. Jol^ V. contra 
fuit, VII. id. und gracilis factus fuit; vgl. ^J't^ diinn, schl 
sein. Danach konnte sie ebenfalls als das schlanke, schmi 
same Thierchen bezelchnet sein. Lev. 11, 30. 

itDn V. d. W. on zusami&enziehn, daher her beizic 

- T ' 

erstreben, dahef 1) begehreh, wilkAsclitni. lilx. 20, !I4. tp. 66 
Mich. 2, 2. Vgl. yo^ desidet^avit , appetivit rem. An die I 
begehreu schliesst sich 2) die: etwas gem haben, Gefa] 
woran finden, lieben. Jes. 1, 20. Spr\v. 1, 22. ^DH W 
gefallen, Lust^ Reiz, Jes. 32, 12: reizende FInren. £z. 2 



1) durob Wiederhelangf def arsleii Rtdikalf. 263 

An die Bdtg. des Bej^ehrteH, Reizencleit schliesst dch dami in 
mehren Ableitung^en die des Kostbaren, Kostiicben. Das arab. 
(X^^ loben, danken heisst eig. wohlgefallig finden, dahet 
seia Gefallen aussern ab Lob oder Dank. Die erste Bdtg. 
liehl nan noch ana cJli^. erziirnt sein, efg^. EU8aninieng;e- 
zogen = aofgebraebt; oU^ Ende, Granze, eig. das Zn- 
sammengezogene , Abschluss u. s. w. Hieran schUesst sick der Stamm 

itjM der scbon S. 227 f. erkiart worden , und ebenso der hie- 

- T ' 

von abgeleitete Stamm Jl»j^. 

S/3n V* d. W. 3n = on, zusammenziehn, festmachen, 

bioden, umwindeii. Ueber das verw. rOT) vgl. 8. 144. Das kopt 
heha operire ist dasselbe uud von deu Semiten entiebnt. 

ED3n eig. zusammendrucken (ygl DO^), daher iiberbaupt 
heftig beriihreu, stossen, schlagen, daher 1) Obst (Oliven) 

« 

abschlagen, abklopfen, Jes. 27, 12. 2) Getraide seblagen, 
klopfen = aasklopfen. Rutb 2, 17. Jes. 28, 27. Vgl. ^ ^ ^ 
stossen, schlagen, abschlagen. 

n^n vou tt^3n abzuieiteu, zusammenziehu = zusammen- 

- T 

gehn, zusammenhalteu, daber 1) zusammengefiigt, bes. von 
Yolkern verbundet sein, £x. 26, 3. 28, 7. prago. mit 7N ver- 
buudet wobin ziehn. Gen. 14, 3. 2) festmachen, fesselu 
— durcb Zauberei, daher beschworeu. 1/;. 58, 6. Dent 18, 11. 
^. Die weitern Abieitungen sind leicbt. Hieran schliesst sich 

7)3n V. d. W. 3n zusammenziehu, daher 1) zusammen- 

biegen, kriimmen, davon CT/^ die Kriimmungen und Win- 

dungen einer Gebahrenden, daher Geburtsweben, dann Wehen 

uberhaupt. Pi. Denom. kreisen, gebaren. H. L. 8, 5. tp. 7, 15. 

2) Zusammenbiegen, binden, flechteii, daher ^^in Band, 

8triek, Schnur. 3) Uebertragen: binden, verbindlich ma- 

efaen dnrch Abnahme eines Pfaiides, daher pfanden, ein 

Pfand neb men. Job 22, 6. Sprw. 20, 16 u. s. w. Vgl. pig-fma und 

Pfand. Vl3n verpfandet. Am. ^, 8. 4) Zusammenbiegen = 

zusammendrfickeu, niederdriicken, daher Pi. verderben, 



264 II. Hiolenverdoppelte PerfekUi 

zu Grunde richten. Jes. 32, 7. 13, 5. 54, 16. Mich. 8, 10. Pa. 
Job 17, 1: zusammengebrochen = zu Grande g^erichtet 
ist mein Geist, parall. mein Licht (Tag) erloschen. Uh- 
richtfg; Oesen. Aehnlich Jes. 10, 27: ja zu Gruude gerichtet = 
zersprengt wird das Joch vor Ueberfiille. — Uebertragen 
bed. endlicb Kal verbrechen, verkehrt, verderbt handelD. 
Job 34, 31. Gesen. u. A. nelinien irrig fur die letztere Bdtg. eineu 
verschiedenen Stamin an. 

DwM von HDn S. 76, zusammenziehn, zusamme nbie* 

gen, vergl. JLJ^ zusam.inendrucken, auspressen; sodann 
steht es auch vom zusammengezogenen , dumpfeu Tone. Uii 
preasit^ compressit. Daher bed. das an. Xey. D^DDH Jes. 64, 1, zu- 
saoiniengezogene, d. i. zusammengeschrumpfte, ge- 
dorrte Reiser, Reisig, diirres Reisholz, oder allg. Geddrr* 
tes, das ieicht anzuziinden. Vgl. das wurzelhaft verw. {^^ herbae 
aridae. Entfernter ist auch tth)) verdorren zu vergleichen. 

nt^n nach dem arab. lip zusammenziehn = zusammen* 



- T 



r* 



driicken, ausdriicken (z. B. die Milch beim Melken), daher 
weiter ausstromen, ausschiitten. VII. sich ergiessen, 
fliessen. Danach bed. das an. Xsy. nllonD Stromungen, Flu- 
then, reissende Wasserfluthen, denen nicht zu widerstehen 
Ist. if;. 140,11. Minder Ieicht und passend fasst es Etoald sAs Efi- 
falle. Vgl. 'iyiit imher ^ iibertragen impetus irae. Irrig halt firemen* 
y^ fiir verw.; die W. ist DH und 1 niclit radikal; noch weniger ist 
oii'P^oQ und imber zu vergleicheu, eig. Wasserb ringer; om und 
im verw. mit am-nis; Vgl. Skr. op Wasser, 



bon 



o «> 



Sn V. d. W. on zusammenziehn, (vgl. JL4P la^ruSy flac* 

cidus,) zusammenbringen, daher vom Laut, der mit geschlosse- 

_ ^ ^ it ^ 

nen Lippen hervorgebraclit wird, ^^\^ murmeln, brummen 

dann iiberhaupt von einem dumpfen, verworrenen Gerausch 

n^LJ Gerausch. Ez. 1, 24. Ein Stamm pn kommt im Hebr. nick 

vor. Zu Ez. 5, 7 vgl. JSwaW, die PP. dcs A. B. 11. S. 235. 



I) durck Wiederholung de« enteii fiadiktif. 265 

l2n = "On zusammenziehn, festmacheu, festbe- 

- T ' 

stimmen, daher die Granze bestimmen, an* Xey. die Ab- 
granzer des Himmels = die Astrologen. Vgl. 7^. ^^ zu- 
sammmeug^ezogen, voll, fett, fleischig sein. Aktiv IX0 
zasammenziehn = wegziehn, wegschneiden, abschnei* 
den. Danach faast man die Stelie gewohDlich minder passend aUi 
Himmelstbeiler, obwohl der Sinn derselbe. Abgeleitet hievon ist 

/j!n V. d. W. nn zusammenziehn, daher stelit der Stamm 

Torn Ein* und Ausziehn des Athems, daher T^n Athemzug, 
Haach, sodann ais Bild des Fliichtigen, Leichtvergang- 
lichen fur £itles, Nichti^es; davon ein Denom. eitel han- 
delo == eitel sein. Hif. eitel machen = bethoren, tau,- 
schen. Jer. 23, 16. Die angegebene Grundbedeutung bestatigt das 
abgeleitete 

on zusammenziehn, festmachen, dalier D^l^H das 

dichte, feste Holz. £z. 27, 15, neben Elfenbein erwahnt, 

piech. iffevoQ, ebetius = Ebenholz. Das Wort ist semitisch und 

durcli die Phonilien, bes. Tyrus, das nach Ez. a. a. 0. damit Handel 

Web, verbreitet Wurzelhaft verw. ist ^JtJ der Stein, eig. der 

l^arte, zusammengezogene; aber das Holz ist nicht vom Stein 

^U8, sondern nach der Bdtg. des Stammes "["^S^ benannt worden. Vgl. 

^jJx zusammengezogen = dicli, hart sein. Diese Ableitung ist 

2^ar leidiich , da das Holz allerdings^sehr fest ist, aber doch nicht so 

l^^zeichnend fiir die Eigenthiimlichkeit desselben, und so deutlich, wie 

^isen. meint. Nach der Harte sind auch andre Holzarten benannt, 

2* B. die Zeder, die Steineiche. Das Ebenholz kam zu den 

I^hdniken aus Aethiopien und Indien und ist im Skr. mehrfach nach 

seiner pechschwarzen Farbe benannt worden. \^. kdlaskandha 

(Schwarzstamm, daher Ebenholz), ^tiadraka iAtr schwarz- 

aaftige), kdkapiluka (der Rabenstammige = Schwarzstam- 

fliige u. a.). Ohne Schwierigkeit konnen wir danach und auch offen- 

bar treffender das Zusammengezogene, Dichte von der Farbe 

als das Dnnkle, Schwarze fassen, nach der allgeraeinsten Ueber- 



286 IL HuitenverdopiMitt FerMla 



tragung^ VgL ^jj^^ dunkel = pnj JL zusaiHBieiigexageD = 
duDkel^ schwarz sein^ rt*^i^ sebr schwarz. 

DOV V. d. W. Dy zusammeDziehn, zusammenbriDgeD 

rfaber I3 aufbringen, fn die Hohe bringen, asfhebeB. Ztcb 
IS, 3. 8) Aufbeben, d. L eine Last auf Jemand beben, (!^) tb 
her anflegen, anfladeii. Gen. 44, la* Jes« 46, 1. Wt\ der Per 
Ma bed« es aufladen f&r Jemand, d. L auf sicb ■ehmeD fii 
ihn; V;. 68, 20: es ubernimmt fiir uds (die Last) der Gott 
der una errettet,** oder: er bllft nun tragen. DDrichdj 
Oesen. Eine aodre Sehreibart dieses Stammes, tray kommt Neb 
4, 11 Tor. Fnr die Grnndbdtg. Tgl. JL^ zusamiuinengezogea 
daberdunkel, finster seirn; dann aucb sehwer. V. verwickell 
nngewiss sein. {jiii zusammengezogen , schwerverstaod 
lich, dunkel sein. 

ntjV V. d. W. Dp zusanimenziehn, festniachen, dahc 

1) die Fiisse zasammenzlehn = stehn bleiben, still steher 
1 Sam. 20, 38. Uebertragen Jos. 10, 13. Sodann stehn bleiben = 
bestebn, in einer Stellung verharren. Ferner stehn vor Jemao 
Cvor einem Konige, Gott) daher dienen. Mit 7){.v<>i'stehen. Ein 
mal von der Begattung: hinstehen vor. Lev. 18, 23 — mit^Og 
3»ein Weib soil nicht hinstehen vor ein Vieb, urn sicb zu begatteo< 
Spater kommt es auch im Sinn von 0\> vor: aufkommen, aui 
stehen, bes. vom Aufkommen neuer Herrscher. Vgl. das Wetter 
bei Gesen. l1tD){.^^^ Festgestellte, daher die Saule. IDJ?! 
statiop P OS ten u. s. w. Die Praep. *lDy gebort sicherlich diesei 

Stamme an und ist eine aktive Steigerungsform wie i^ a) d€ 
stehen, bestehen lasst, Beisteher, Stiitzer, Helfe 
i|;. 23, 4: du bist mein Stiitzer C^tDj;) = mein Beistand 
dein Stecken and dein Stab — sie trosten mfcb. Gen. 3, IS 
das Weib, weicbes da gegeben als meinen Beistand. 29, 19: bleilf 
(als) mein Beistand. 29, 27 : diene als mein Beistand = mir bel 
stebend. Aehnlicb 21, 23. Sodann stebt es b) fiir Stand, Stel 
lung = Rich tang, bes. Im feindiichen Sinn: Job 6, 4: die PfeiL 
dea Ailmiehtigen sind meiue Ricbtang = gegeii mich j;erichte1 



1) dnrch Wiederkolniig &t§ MvtM RAdikab. 267 

Jok 10^ 17. tien. 20^ 9. i^. 55^ 19. Aiadem ist das Wort Job 9, IS 
tsfasseu: tatcht aUo Ut tneiii^ eiguo Riehtttng; (eine Geiiteih 

richtung;) == so bin ich nicht gesinilt Mit p^ tst "^y titdit 

Minhittelbiilr , •e^dern nat wurseUmft verw» and M ansserjetai anders 
ibertrageB. Qj; ist ^benfalls ein St c vod Dy. Verbindung, Ver- 
einiguHg, wie |p toii |Q. Geo. 13, 1: Lot (war) seine Verbin- 
diiBg = war mit ihn. Dana driclit qy iiberhaupt die Nail e, 6e- 
genseitigkeit nnd Begleitung von Etwas aus. Aus der Grdbdtg. 
voi -loy erklart sich 2) die Stelle £z. 29, 7, zus^nmenziehn = 
steif machen, lalinien; „du lahmst Ihnen die ganzen Huften**. Es 
ist dies weder ein verschiedener Stamm, wie Gesen. will, uoch 
branclit man, wie Gesen, vermuthet und Ewald angenomnen, unser 
Wort fiir eine irrige Versetzung von nyDH i/;. 69, 24^ zu halten, zumal 
dies Wort ^wanlien lassen*' an unsrer Stelle nicht einmal recht 
passt. £s sagt zu wenig. 

nOy schiiesst sich zunachst an DDp an und bestatfgt d)e ange- 

gebene Grundbdtg. zusammenziehu, daher "iDp 1) zusammen- 
biuden, festmachen, TD3^ das GebundeUe, das GlfetYaide- 
bnndel, ii^ Gmrbe^ Am. t, 13. Mich. 4, 12. Zachw 12)6; audi 
^ gtettannt, Job 24, 19. Nach der Orundbdtg. beielchiiet das letite 
Wt>rt zBfleich ein festes Mass fitr trockn^ Dinge. Deoom. ist 
P«t PL -iDyip ein Oarbenbiader. if^ 129, 7. V) Zasmmmeii** 
ziehn=fes%, hart machen, iibertragtn von harter Gesin* 
KHHg und Behandlangi Hitp. sleh verhHrten^ sich hart odor 
harth^rzig z^igen gegen Jemaod. Dent 21, 14; »du darfst 
'itb «i(cht hart (gegen das ungieiiebte Welb) fceig«a, daf&r^ 
dUt da Ihr betgewohnt hast<S d.i. da tlarfct vicfat das Gegen- 
^ der ebeaaiigeii Liebe ihr aothttn und sle verkaufen^ Diese Bdtg» 
^M noch klarer Dent 24, 7 : wean Jemand einen Israelitea stiehlt 
Btd sich v«rhartet gegeli ihn (das n^iiiiichc GefuM nftter^- 
Mokt) and ^hn verka^ft, Ho soil or stctrben u. s. w. VgL ^^ 
voll Bass sein; 1^ hart, roh sein. l^ Hass. yli, id. 
Hft unetfahren und roh. Das Verb. U. 111. Jeftiatsdein h«rt 
znsetzea, heftig eindrlngen* (Jnpassend fasst Oesm. im 



268 II. UintenverdoppelU Perfekta 

Thesaur. das Hitp. als Hand aiilegen, von koiperlicher Zuchtigong^ 
Noch ungehorfger Snadia^ Kimchi und die meisten Ausleger all 
Sklav behandeln, sich leibeigen machen. Abgel. ist hierroi 

^OV V. d. W. oy sick zusammenziekn, Jli^ daher sicl 

zasammennehmen, sich anstrengen, arbeiteo, bes. schwei 
und miihsain, daher auch sich abmuhen, \p. 127, 1. Kob. 1, 3 
2, 20. ^DJ7 1) Anstrengung, Miihe, Muhsal, schwere Ar- 
beit. 2) das muhsam Erarbeitete, i/;. 105, 44. bp^l schwer 
arbeitend, daher a) der Schmied, Richt. 5, 26. b) der Lei- 
den de, Job 3, 20. Fiir die Grundbdtg. vgl. jL»^ sich zusammen- 
ziehn, daher a) sich austrengen, anspannen = gespannt 
rustig, flink sein, das Gegentheil von Sbhlafiheit. b) Sich an 
strengen = arbeiten. c) Streng gegen 'Jemand sein, Ge 
wait iiben. d) Im grammat Sinne sich beziehn= regierer 
u. s. w. Im Arab, bildet sich liieraus noch der Stauim S)^ ^^^' 
zusammenziehn = sich hinstellen; verweilen. Vgl. l&p 
Verwandt sind folgende Stamme: 

iDV V. d. W. F]j; = oy; der Stamm setzt Bildungen voraus, di 

im Arab, noch vorhanden sind. Vgl. y^jLc collegit. ^^mac zusammea 
ziehn = zurtickhalten. {jnAs^ zusammenbiegen. Daher ig^ 
1) zusammenziehn, iiberziehn, bedecken, wie yii, = '^^ 
daher l&y das junge Thier, das sich starker mit Haareu decki 
Vgl. S. 240. 2) Zusammenziehn, zusammenhalten, zusam. 
menhangen, daher l^y a) die zusammenhangende £rde 
Erdreich, z. B. Lehm oder Thon zum Mauern, Lev. 14, 41, 42, 45 
Vgl. yAc dick, hart, fest, eig. zusammeugezogen. Daher bed 
auch der Plur. nilSy. zusammenhangen de Erdmassen, Erd 
s eh oil en. Sprw. 8, 26. Job 28, 6. Sodann auch nach einer lelchtei 
Uebertragung: Erdwall, ein aufgeworfener W a 1 1 zum Angrif 
der Stadt, Hab. 1, 10. Vgl. das verw. 7^y Hiigel. Allgemeiner bed 
es dann b) Erde uberhaupt = pt$ Job 39, 14. 41, 25. 22, 4. Jes 
47,1. In die Erde steigen = ins Grab. ip. 22, 30. 30, 10. Nui 
selten spielt die Bdtg. bestimmter in die der zei-tretenen , feinen Erdi 
= Staub iiber, z. B. i/;. 18, 43. Aber ungenau ubersetzt man dai 



1) dorch WiederholuDg det ertian Radikalt. 269 

Wort fast iiberall so, z. B. Gen. 2y 7: Gott bildete den Men- 
schen als = (aus) Staub der Erde. Allein zerriebener Staub 
lasst sich nicht formen und zusammendrucken QW vom Bilden des 
Topfers das eig. Wort, \p. 94, 9, 20. 2, 9 und sonsQ. Es miisste also 
genauer wohl heissen: aus Tbon von der Erde, wie Job 33, 6: 
IDHQ von Thou. Die Vorstellung der Sterblichkeit und Auflosung 
des irdischen Daseins 1st auch so darin ausg^edriiekt. Man konnte das 
Wort aber vielleicht noch besser und zugieich allgemeiner so fassen: 
(lott bildete den Menschen aus einem Erdklumpen von 
der Erde. Vgl. den Plur. Sprw. 8, 26, die Erdscholien. — Das 
Subst. mfiy Blei konnte mdglicher Weise von der bleichen Farbe, 
nacb Gesen. benannt sein, vgl. g^.^^ color pulveris; allein passender 
entweder von der Schwere, (das Zusammen- = Nieder- 
ziehende, vgl. Ex. 15, 10. Zach. 5, 8) oder noch besser von der 
Weichheit, das Biegsame. — Von diesem Stamme 1st abgeleitet 



"m 



( 



SV sich zusammenzlebn, anhaufen, aufschwellen, 

Hif. hoch machen == hbchDniithig, aufgeblasen handeln. 
^um. 14, 44. Pu. aufgeschwollen, aufgeblasen seIn, Hab.2,4. 
^^y a) der Hugel, eig. der Schwellende, Sich-erhebende. 
'Jcs. 32, 14, Mich. 4, 8. b) im PI. ah&)) Erhohungen, Beulen, 
Und zwar bestimmter Pestbeulen. Deut 28, 27. 1 Sam. 5, 6 ff. Vgl. 
^* 178 ff. Im Arab, schliesst sich an ^sy noch der Stamm ^jac hin- 
^ufsteigen. 

E^Dy V. d. W. ny = Oy sich zusammenziehn, ein- 

^Ghrumpfen, verdorren — von Saatkornem wegen Mangel an 
Regen. an. X^y. Joel 1, 17. Mit Uebergang von s in r lautet dieser 
Stamm im Aethiop. Dfl^I eintrocknen, trocken, unfrucht- 
kar werden. Fiir die Grundbdtg. vgl. (jllft zusammenziehn — 
das Gesicht, daher fluster blicken, ^jIa^ zusammengezogen, 
zusammengeschrumpft, festgetrocknet sein. (j*^ finster 
sein. Vom geschwachter lautet derselbe Stamm \^yi zusammenge- 
zogen, diirr, ausgedorrt sein. Daraus hat sich welter geblldet 

rOV v. d. W.ny, zusammenziehn, flechten, verflech- 



2T0 U. HiMnvofdotpAlMi ffirlfMfi- 

tea. Pii verdreheii. Mioh. 7> 3* JrOJi, verfloohton, yerwicke 
4icht, beUubt VgL my E^. 6, 13. 3D, 28- Verwandt ist 

tOiSV ^^^^ zusammenzfehn, daher I) sich krummc 

Pi. beug;fi], abbeugen, Joel 2, 7 : sie (die Heuschrecken) k r fl 
men ihren W^g nicht = b^ugen von ihrem Pfade nicbt ab. O 
richtig. %) Sich ^uaammenflpchten, s{eh verblnden^ si 
yerbindllcb machen durch ein Pfi^nd, daher etwas e 
I eh n en, Dent. 1$, 6: du wirst dich nicht verbiiidlieh machen 
wirst nii:ht3 ^ntlehqen, nichts schuldig vverdeq. I 
Jemand an sich kniipfen^ verbindlich machen geg 
eIn Pfand^ d. 1. etwas ausleih^n, zum Schuldner machc 
Dent. 15, 6 ff. tDl^y. etwas Verbtndendes, Pfand, zur Sich 
heit gegeben. Deut. 24, 10. Vgl. pignus. D^^tD^y Verbindlichkc 
= Verschuldnng, Schuldenlast. Hab. 2, 6. Ebenso bed. 7 
leiben, elg. sich an Jemand blnden, an den Gl&ubiger si 
hangen, {hm YerpfMcht^t sefn, wi^ nea^um ^^f* O&fen. \ 
die vorhergehenden Bedentungep nicht richtig abgeleitet. 

niy ▼• A. W.Hjf^ sy, vgi. my ffioh zusamm^nziehv. 1 

liegen, kr&mmen, beugen, Koh. 7, IS. Uebertragen: di 
Weg, das Recht beugen, krfimmen. Job 8, 3. 19, 6. J 
mand nnterdriicken, beaten. i(;. 119, 78. 146,9. Krfimmi 
= Terdr«hn, verfftlschea, z. B. die Waage. Am. 8, 5. Verw. 

nny T. d. W. ^y zusammenbringen (vgl. ray) fert 

machen, daher 1) arbetten, Geschafte verrichtea. Ex.20, 
Femer mit dem Akkns. Etwas bearbelten, den Acker bebauc 
Gen. 2, 5. 3, 23. Jes. 19, 9. 2) Fur Jemand arbeiten^ J 
mand bedieaeii, mit ^ der Pers. 1 Sam. 4| 9, mit Dy (bei) Q 
29, 2ft; Iff}} % Sam. 16, )9. Dann Mberbanpt dienen, dienstb 
9eljB. Gen. Hy 4. In dieaer abgeleiteten Bdtg. dienen wird < 
Verb, nicht bios yo;i Sklavendiensten gebraucht, sondem auch i 
mkiigtrare von ^renden Diensten , die man einem Hoheren erwe 
Gen. 30, 29. So stebt es namentllch im religlosen Sinne von < 
Gottesverehrung und zwar bisweilen, wie im Arab, ohne weit< 
Znsatz fur: den Knltus felern, eInem hohern Wesen hi 



1) dnroii WiederMqng det wwtm lAdikals. 271 

Ifgen. Jes. !•, tl, S3. Jub 36, 11. Der Aasdnick bezeichnet also 

die AnerkenDung des Gottildien oder efnes Gottes an4 die innere Hi»* 

gabe an denselben, die aich nothwendig darch Opfer, oder darcli den 

Kultas iiberhaupt Hassern masste. Demnaeh ist auch mfV l^^l nieht 

sowohl der Knecht oder Diener Jahvea, als vfeimehr w5rt* 

Kch: euUor^ Yerehrer Jahves, wie ea sunachst von eitizelnea 

ansgezefelmeteR Fromnien stelit, z. B. von AlH'abani ip. 195, 4; warn 

Josva Richt 2, 6; <voii David ^. 18, 1; too Job, Job 1, 8. 8, S. 42, 9 

Wii ganz allg. tp. 34, 23. #9, 37 und aanst. Dahin geh^rt audi der 

Ansdruek: Israel, der Diener oder Verehrer Jahvee. Jea. 

41, 8, •. 42, 19. 44, 1, 21. 45,4. 4g, 20, wamit zunacbst koUektir 

^M ganze Yelk bezeichnet M, insofero es den Jalive ala idealen Ekw 

lieHspunkt, ale Natianalgott anerkannte, identiscb mit Tt^^OH ^^Ik 

Jaiivea, in Oegensatz zu alien andern V&lkern, die in andern tidt- 

tern ihre Ehiheit iind Frelheit ansckauteii und faiiden. Jes. 4 A, It. 

Deot. 32, 36. 

Die iibrio;en Bdtgg;. ergeben sich leicht, z. B. Hif. arbeiten 
lassen = znr Arbeit anhalten, zwingen, £x. 1, 13. 6, 5; da- 
her auch abqualen, ermiiden. Jes. 43, 23. Aehnlich steht dann 
schon das Kal ^ i^ arbeiten mit oder durch Jemand, d. i. zur 
irbeit zwingen. Ex. 1, 14. — Fiir die Richtigkeit der angegebe- 
neo Gmndbdtg. ist zu vgl. das arab. Sj^ sich zusammenziejin, 
<lAher a> sich zariickzlehn = miaabilligen^ tadelji, veriiei- 
Mn, vgL IjkfT P^dar^ dedignatio. b) sich zusaaimenzieba = 
anfgebracht werden, zurnen iiber Etwas. ^Jj^^ c) Sehrranb 
S€ia, elg. zusanmengeschnunpft U. zusammenziehD^ antial'- 
^eq, zjogajrn u. a* w* Die Bd^. zum Sklaven wacheQ. II. lY. 
VIU. iat anat von Nonen Juf Dinner, &Qie«cbt abg^leitet. — 
Ferwaadt ist der Stamn 

n39. V. 4. W. :^ alcih i;«6ann«nz]ehn (vgL tt^^y), lalier 

1)TFie^j^ aofgelin, aufquillen, hervorqufllen, yS}f HD die 
• elbst iiervorqnillende Myrrlie. H.L. 5, 5, 13. (vgl. SsV a«f- 
lehwellen) Daher stetit ^s <ini Arab, vom Herrorqaiilen der 
Tkrim^m^ w«eifle«. Ili^a die achwelleade, bervorquillende 
Thrmmft. Daran scbUesst sjcb S)'die Bdtg. iiber«iallUji ^ vber- 



I 

t 



272 IL HinleiiTerdoppelte PecMUi. 

stromen, uberfluthen — (iiber die Ufer schwellen). Jes. 8. 
54, 9. 1/;. 42, 8. Jon. 2, 4. Jp. 124, 4, mit ^y. Daher bed. der Sta 
audi hereinbrechen iiber Jemand, Job 13, 13: ea kom 
iiber mich, was da will! Nah. 3, 19: iiber wen erging ni 
deine Bosheit stets? An die Bitg. Ciberstrdmen, lib 
Ziehen, schliesat sicli 3) die: hiuiiberziehn, hiniibergeh 
bea. uberteinen Flusa, tibera Meer u. a. w. in vielfacher Anwendu 
Diese Bdtg. kann aber keinesweg^a die erste sein, wie die Wor 
biicher angeben. An die Bdtg. hiniibergehn schliesat sich ( 
voriibergehn, Gen. 37, 28; hindurchgehn (Gen. 15,17); fo 
gehn; Gen. 18, 5. H. L. 5, 6. Daher auch Tersehwinden, h 
schwinden, Job 30, 15. 34, 20. Zu bemerken ist noch die Uel 
tragung y^j^ 7)1 "D}{ er geht bin weg iiber die S iinde = iib 
aieht, verzeiht sie. Mich. 7, 18. Sprw. 19, 11. Dann abgekili 
Jemand iibergehn = iiberaehn, daher verzeihn. Am. 7, 8. 8 

Das Hitp. geht von der Grundbdtg. aus: sich zusammc 
ziehn = aufbringen, aufwallen, vergl. rrpjj Aufwallun 
Aufregung (vor Zorn> Job 40, 11: schiitte aus die Wallu 
gen deinea Zorns! Sodann steht es fiir Zorn, Wuth. t/;. 7, 
Zef. 1, 15. Femer Aufwallung = Aufgeblasenheit, Uebc 
muth. Jes. 16, 6. Daher bed. Hitp. a) sich aufbringen = si 
aufreji^en, ereifern, sich entriisten iiber Etwas, Sprw. 26, 
14, 16. \lJ. 78, 21. 89, 39. — yojf^ das Aufgebrachte , Hervc 
gebrachte, daher Erzeugniss (des Landes), Jos. 5, 11, 
yon, Zusaninienziehung = Beziehung, mit ^ in Beziehni 
in Hinsicht, daher a) wegeu, in Riicksicht darauf, v 
Jem. will en. Ex. 13, 8. Auch Am. 2, 6. 8. 6 bed. "I^DJ^.l^ nur \v 
gen: ^si® verkaufen den Armen wegen ein Paar Schuh", d 
um der geringfiigigsten Scbulden wilien. Mich. 2, 10. b) Als d 
in Hinsicht darauf, dasa — Gen. 27, 10, » damit; Gen. 27 
Ex. 9, 14. Endlich bed. das Subst 1^^ eig. die Seite, wie y 
dann das zur Seite Liegende, daa Gegeniiberliegeni 
Jenseitige, als Prae. jenaeits Cgegen) aeitwarts u. s. w. 

Fiir die urspriingliche Bdtg. vgl. yl^ Zusammenziehni 
Zusammenschluas, daher a) Rand, Ufer, Seite. Zusamm 



1) darch Wiederholung def .erttea RadikaU. 273 



floss von Menschen, Menschenmas^'e. £benso ZZ^* Nach der 

Gnindbdtg. heisst J^ auch stark (eig;. zusammeDgezogen , dickO 

vgl. *)3:3. Swx Zusammenziehung, daher Haufen, Scliaar; 

^iel. . AA t^ zahlrelch (vom Volke) = T53. So erklart sich auch 

am einfachsten und treffendsten der Eigeiiname des hebr. Volkes, wo- 

(ur die alte Relation in der Gen. 10, 21, 24, 25, nicht unricbtig den 

idealen Stammvater IDy nennt, LXX. "H^c^), Vulg. fl^fter. Offenbar 

anrichtig und oberflachlich hat man danach n^y und D^D^ ^'^ ^^® 

Jenseitlgen, (nach ihrem Stammlande jenseit des Eufrats) 

verstanden, efne AufTassung^, die so sehr auf flacher Hand zu liegen 

scheint, dass schon Josephus (antqq. 14, 10, 22), Orig.^ (der ns^a- 

rmi ubersetzt) Hieran. zu Jon. 1, 9, Mahnanides u* A. bis auf Geaen. 

herab sie darin fanden und festhielten. Ja, schon die LXX., welche 

6eo. 14, 13, wo Abraham der Hebraer g;enannt wird, o ne^atrjQ 

nberaetzen, miissen jene Vermuthung^ getheilt haben. Dennoch spricht 

Alles gegen eine solche Bezeichnung, namentlich dies, dass der 

I^ame offenbar von den Hebr. selbst, nicht von einer fremden Nation 

moss ausgegangen sein und dass sie ihn nicht etwa von den Kananitern 

^Dgenommen haben kdnnen, so wenig als sonst ein Sieger von seinem 

Beaiegten einen Namen viird annehmen mogen. 'Vieimehr bed. ^y}f 

^nstreitig Zusammenziehung, Verbindung (== *i;in, vergL 

r-^^j j^-C. f^^i^^^^ abundans consessua; H^^ agmen^ turbOy) 

<laber iiberhaupt eine zusammenhangende und zusammenge- 

liorige Menschenmasse, kurzeinVoIk, eine Nation. Wurzel- 

•mA verw. ist DJi = 3j; = 13 , ^:i; IDj; = lOy u. s. w. Es ist unstrei- 

^% charakteristisch , dass die Nation, unter welcher zuerst eine 

'ittliche Gemeinde, eine Religion des Volkes entstelien 

^ODnte, und welche sIch dann als das absolut berechtigte, einzige Volk 

^len andern Nationen der Welt gegeniiberstellte, es ist sehr bezeich- 

"^Dd, dass gerade dies Volk bereits in friihster Zeit sich als das Volk 

'chlechthin erfasste und schon in seiner Rindheit, als es sich 

^tfte, die Keime seiner eigenthiimlichen Entwicklung blickeu liess, 

^n Wink, wie tief diese Aniage im Volksgeiste vorhanden war. Das 

^•^J^ ist alsdann: einer von der Nation, von dem (grossen) 

^olke, ein Landsmaun, un de la grande nathn^ wie der Fran- 

I<i«^i iMfer. WarxehrOrti^rliuch. IS 



274 II. HinlenTerdoppelta PeiMla 

zose sich ausdriickt. Zo vergl. tst ferner das Geschlecht iyp{ H 
26, 45. Gen. 46 17 iind daher da8 patron, ^^^n, was mit Hebr 
verw. ist Verw. ist auch D"l2t< der Volksmann schlechtp 
der zum Volk Gehorige = ^iJjyrj der Hebraer, wie Abral 
Gen. 14, 13 heisst und als Aufiihrer und Reprasentaut eines gros 
Wanderzugs passend so benannf ist. Vgl. welter unten. Eine ti 
Iicke Analogic fiir die richtige Deutuiig des Nameus tiebraer bi 
unser deutsch, ein Deutscber. Nachdem man namlicb i 
2, 14 Bdvix(og im Goth, durch diutiaks ubersetzt gefunden, ist 
friiher scbwankende Annahme uber alien Zweifel erhoben won 
dass das akd. diota, diot, mhd. diet^ Volk mIt dem goth. thin 
(gens) zusammengehore und also ahd. dliie^-i^c, uiederd. diitsk, t 
deutsch, eig. zum Vulk gehorig, popularis heisse, wessti 
es dann ganz natiirlicb auch voiksverstandlich, voikstbiimli 
im Sinn vou einheimisch bezeichnet. Daher stanmit dann we 
das Verb, verdentschen, eig. volksverstandlich, allgemi 
verstandlich machen; ferner deuten, In die Volksspra 
iibersetzen, erklaren, auslegeu, eine Uebertragung, die auch sc 
uicht selten ist; vgl. z. B. im Ungar. magyardz denten, d. 1. i 
gyarisch sagen. Ais Voiksname bed. also deutsch ursprungi 
nicht: der deutsch Redende, der sich verstandigen ka 
und noch weniger hat sich der Name etwa im Gegensatz zu wals 
C= gatlisch) Walschland (urspriinglich Galiien, dann bes 
ders Italien) gebildet, sondern die Bdtg. der Gegensatze von d cuts 
und walsch gehoren eiuer spatern Zeit an, wo germanische i 
romanlsche Volker sich naher beriihrten. 

Hiernach fallt auch wohl Ewalds Vermuthung, (Geschichte < 
Volkes Israel, I. 8. VII.) dass Hebraer vielleicht so viel als de 

lich redende bedeute, nach ^x^ bezeichnen, erklaren, ai 

if • 

legen. Wollte man diese abgeleltete Bdtg. mit jenem Volksnan 
in Verbindung bringen, so ware es ein Denom. wie deuten i 
hiesse hebraisch reden = dem semitischen Volke v* 
stand lich, was sich schwerlich bewelssn lasst. Sclion die ikbrij 
'^^^Sn* ^^^ f^ schelnen diese Uebertragung nicht zuzulassen 
weisen anf einen nahern Ursprung bin. Aus der oben nachgewiese 
Gmndbdtg. des Zusammenfassens entwickeit sich a) die: et 



1) dttKb WiedoriMklaof dei •riten AadikaU. 275 

jerfassen, zusammenhalteo, abwagen, erwag^en (eine 

Schrift), daher auch still fiir sich lesen. b) Im eig. Sinn etwas 

abwagen, untersuchen (z. B. das Gewicht und die Bescliaffen- 

hclt von Waaren und Miinzen), daher VIU. eig. sich abwagen = 

bei sich erwagen, ein Beispiel nehnieii, sich waruen 

lass en. c) An die Bdtg. abwagen schliesst sich endlich die: 

Bchatzen = den Gehalt, die Bedeutung angeben, an- 

merken, dann uberhaupt ausdeuten, auslegen (z. B. Traume), 

erklaren. 

MitvnsQ^ ubev, Ufer u. s. w., was inan^ft mit ")3y zusammen- 
gestelit, kann schwerlich irgend eine Verwandtschaft statt finden ; am 
wenigsten aber darf ein gauzes Wort, viie iiber vergiieheo werden. 
Die W. ist Dp, verw. mit n:), n^ = 03. Weicher lautet der Stamm 

my V. d. W. ly (vgl. ni^ = roy) zusammenzlehn, dlcht, 

fest machen = fest verschlossen sein, daher von den Augen: 
Mind sein, PI. blind machen, blenden, Jer. 39, 7. Ueber- 
tragen: den Richter blind machen = verblenden, bestechen. 
Et. 23, 8. Adj. l^J^ blind, eig. verschlossen. Ex. 4, 11. Daher 
ibertragen: verstockt, (stockbli«d3 Jes. 29, 18. 42, 18 f. 43, 8. 
Vgl. i^u^jlL zusammeugezogeu = finster sein. Das Gegentheil von 
19]{ ist WB offne, d. i. gute Augen habend. Wurzelverwandt 
^ ^]f ist 0))^ t^ zusammengezogen = dunkel, blind seln. 
IL IV. bleudeu. Ebejiso y^^^ zusammeaziehn, einhiillen, 
Von Gesicbt: gebleudet sein, ^ ^ iy; »t^ dunkel^ blind 
seio. 6anz unzulassig halt Geaen. im Thesanr. ly fiir die W. im 
Sioa voQ auaboleii, ausbohren. Pi. die Augeo auastechen. 
Auch von der sprachlich i'alschen Herleitung abgesehn, steht das Wort 
ivnier von natiirlicber Blindheit, vom Verschlossenseia des Lichtes, 
80 das3 eine Herstellung der Sehkraft moglich ist Vgl. 42, 18: ihr 
filinden schlagt die Augen auf und seht! 42, 1\ Israel soil 
etfl Licht fiir die Heidenwelt werden, wie es heisst: zu offnen 
blind e Cverschlossene) Augen u. s. w. Auch diese bildiiche Rede 
ware immdglich, wenn das Wort, worauf nicht das Entferateflte hin- 
deutet, von der Vorstellung der Aushdiung ausglnge. Abgeleitet 



27b U. Hintenverdoppelte Perfekta 



^aj 



'IV V. d. W. ly (vgl. my) zusammenztehn, zusammc 

biegen oder drehen, daher verdrehen, Pi. iibertragen: vi 
kehrt handeln, freveln. i/;. 71, 4. ^der Frevler, Sund 
Job 18, 21. Zef. 3, 5. h^f, Frevel, Unrecht, Scblechtigke 
ip. 53, 2. 82, 2. nVlJi id. Hos. 10, 3. Job 6, 20. xp. 89, 23. 107, ^ 
Vgl. Jbx contorsit funem = 7Dn. Das arab. JLt f. o. das rech 
Mass iiberschreiteii, daher auch abweichen, ist zu vi 
gleichen, indem dieser einsilbige Stamm aus Sy ziisammenj 
schmolzen ist. 

DSfc( V. d. W. ^b( == rjD zusammenziehn, (vgl. T^^H umgebc 

umringen), daher 1) zusammenschliessen, abschliesse 

daher D§(jt. Abschiuss, (vgl. Jot Granze = Juot) Ende, z. 
der Erde. ip.2, 8. 22,28. AIs Adv. Ende =: Mangel = nicht 
2) Abschliessen = aufhoren, zu Ende sein. i/;. 77, 9. Gc 
47, 15, 16. Jes. 16, 4. Unrichtig halt Gesen. DB fiir die W. Vgl. yi 
extremum, terminus, vjl^s Zusammenschliessung = Saui 
Rand, Ende u. s. w. Vgl. den Stamm n£t< S. 143 ff. Wurzelverw. 

n5fc5 V. d. W. ^i< = ^p =* (iBp) zusammenziehn, un 

ziehn, daher iiberzlehn; ilfib^ a) Ueberzug, Brust- od 
Schulterkleid der Priester. Ex. 28, 31. 29,5. b) Ueberzog< 
nes Bild. Richt. 8, 27. Hos. 3, 4. Tn^^ die Anziehung, Zi 
sammenziehung des Efod, d. f. die Umgiirtung = das Gu 
telband, Ex. 28, 8. Ebenso Jes. 30, 22 : du wirst verunreinfge 
— den gotdnen Giirtel deines Gussbildes. Der Giirtel ^^ 
bekanntlich melst ein Prachtstuck. Der arab. Stamm jL^f bed. sic 
zusammenziehn, daher a) sich anstrengen = eilen. b) zogen 
Die Grundbdtg. lasst so versehiedene Uebertragungen zu. Niih( 
entspricht auch der Bdtg. uach das mit n£K verw. ^^b( umgeber 
umringen. 

n§fc( zunachst von OfiK abzuleiten, v. d. W. 7|K zusammei 

ziehn, daher a) umwinden (vgl. 1db(), umbinden, davon *\i 
Kopfbinde. 1 Kon. 20, 38,41. b) Zusammen ziehn = zusai 
menschrnmpfen, daher ausdorren, anshrennen, (vgl. , 



i; durch Wiederliolung det eriten Btdikali. 277 

YOU heftiger Hitze) davou IBH das Ausgedorrte, Ausge- 
brannte, der Staub eines verbrannteu Stoffes, die Ascbe. Job 
13,12 als Bild des Matteii uiid Hoblen, was die Sache nicht trifft^ 
nicht ziiiidet. Vgl. Job 30, 19. 42, 6. Jes. 61, 3, wo ein Wortspiel: 
Sclimuck C^S) statt Ascbe = Trauer; etwa: einen Kraiiz 
statt Kreuz. Geaenius liat diese Bedeutungen schlecht abgeleitet. 
Hievon stammt 

« 

TvK V. d. W. rjK zusaiumeiiziebii, daher 1) dicbt, duii- 

kel macben. 7§i{ zusammeugezogen, dunkel, stock- 
finster, diister. Am. 5, 20. n^§i$ dicbtes Dunkel, Diister- 
Diss. Joel 2, 2. Zef. 1, 15. Jes. 8, 22. V^ id. Job 3, 6. i/^. 11, 2. 
2) Zusammeiiziebn = zurQckhalteo, zogern, daber r^'^ 
zogernd, vom Getraide: spatreifend, spatzeitig. Ex. 9, 32. 
Oiese Bdtg. verlangt ganz nothwendig der vorbergebende Vers. Von 
der Weicbe uod Scbwacbe, wie Geaen. will, kann die. Bdtg. 
nicht ausgeben. Vgl. das wurzelverw. iXif zogern, zuriiGkblei- 
ben. Die angegebene Grundbdtg. bestatigt das arab. J^it f. a. 1) sich 
zusammenziebii, nIederzieUn, verbergen, daber unter- 
gehn (you der Sonne, den Sternen), daun iiberbaupt fortgebn. 
2) Sieb zusammenziebn, einziebn C^introcknen) vom Ver- 
schwiudenderMuttermilcb. Vgl. Juu». 3) Sich zusammenziebn =k lei n, 
gering, scbw^acb werden. Der zweite Stamm bed. zusammen- 
briugen, aufbaufen, vermebren, (r^ ji%) V. sich gross, 
stark macben = gross, tapfer werden, daber auch iiber- 
nuthig sein, eig. sich grossmachen = grossthun. — Welter 
ieitet sich hievon ab der Stamm 

|9^( zusamenziehn, zusammenbiegen = ]|)n, ]&^, ]&0, 

]13, po u. s. w. Dab^r das Subst ]§1K (in der Pause ]Blt< Ez. 1, 16) 
etwas sich Biegendes, Kriimmendes, daher Kreis, Win- 
dung, ein kreisformiger , runder Korper, der sich um seine Axe 
dreht = das Rad. Jes. 28, 27. Nab. 3, 2. Sprw. 20, 26. Moglicber- 
weise konnte auch das Rad als das sich Windende = Rollende, 
fortgehende bezeichnet sein ; allein die angegebene Uebertragung 
scbeint naher zu liegen, zumal der Wagen selbst n^jy. der Krei- 



278 II. ttiatenverdoppehe P«ffekta 

sende, Fortrollende heisst — Verw. nach Fonn nnd erster Bdtg^. 
ist das Sabst ]6H Wfndang, Wendung, daher Beziehvftg^ 
Bedeutnng, Sprw. 25, 11. In der schweren Stelle ist namentlieh 
zu beachten, dasa der Dual aimgedriickt iat: ein Wort geapro* 
chen T^$M*7J^ nach aetnen zwei Wendungen, d. L nach seiner 
Doppelwendung, nach seiner doppelten Bezlehnng, die es 
zulasst, wobei man am nachsten an die doppelte Auffassung der bild- 
lichen nnd der eig^entlichen (unbildlichen) Rede denken kann, wohin 
bes. die im Orient so beliebten Wortspiele gehfiren. Also: em Wort 
mit feinem Doppelsinn gesprochen, das eine innere und eine anssere 
Seite hat, C^cben dem eigentlichen Sinn noch einen bildlichen, treffen- 
den Mebensinn) ein solches Wort ist »wie goldene Knopfe (eig. 
Aepfel), die mit Silberbildern ani^geschmuekt sind*^. Der 
Schmnck ist also ein doppelter. Der goldne Knauf oder Knopf ent— 
sprlcht dem reinen Gedanken oder Worte , die silbernen Bilder daram 
sind der feine, poetisclie oder anschanliche Nebensinn, der sich dami€ 
verbindet, sodass auf die Art ein schones Ganze entsteht, ein witzige^, 
doppeldeutlges Spriichwort: ^Ooldne Kii5pfe mit silbernev 
Fignren, — so ist ein Wort im Doppelsinn gesproebea'*. 
— Dass der Ausdruck Wen dung von einem Worte gesagt, seinc 
bestimnte Attwendnng undBedeutung bezeichnen kann, erleide^ 
wohl keinen Zweifel. Im Talmud bezelchnet ]SiM Art und Weise 
(eig. Wendung), dann auch sehr hau% geradezu d i e Wendung== 
Bedeutung eines Wortes, tifonoQ. Vgl. das verw. ^^^ modu^-. 
ratio. Die meisten Erklarer batten die abgeleitete Bdtg. des Rade ^ 
in dem Worte feat, von dem es sjch doch schon in der Form untef^' 
scheidet und von dem man nur mit grosser Schwerfalligkeit einen e^' 
traglichen Sinn herausbringt. Ewald in den Sprw. erklart die Stelle* 
„ein Wort auf seinen Radern = efn schneTl treffendes Wort*. In defJ 
Zvsatzen za den Psaimen. 2te Ausgabe S. 428 vrird es als Wage^ 
IMances gefasst: ein Wort auf seiner Wage =r ein wohl er^ 
wogenes Wort*^ Allein Bild und Gedanke stimmen nieht gut zn- 
sammen. In der Geschichte Israels S. 481 wird die er^e Erklarung 
wieder aufgenommen und so modificirt: ein Wort gesprochen auf 
seinen Radern = im Fluge, flink, gewandt und. ohne Zaudern**. 
Ebenso schon Gesen,^ aber schwerlich richtig. 



1) dureii WiederfaoloBg d9« erttfn Aadikals. 279 

&2^0(( V. d. W. DM = on, in u. s. w. zusaramenziehn, zu- 

sammenschliessen, abschiiessen, daher tt^M AbscMuss 
= D^IJ, dann speciell die abgeschlossene, also verg^angene 
Nacht, die letzte^ Torig^e Nacht. Gen. 19, 34. 31, 29,42. 
Nacb der allg. Grundbdfg^. bezeichnet das Wort Im arab. ^jMuot den 
verflossenen = ^estrig^en Tag, das Gestern and ebenso 
2 K5n. 9, 26; Cwie Vion) Job 30, 3, wo Gesen. dem Worte falsch 
dieBdtg. der Nacht = Finsternfss zuschreibt; vielmehr gestern 
= nenlich, schon, langst. Vgl. Jes. 30, 33 nnd ^jMuot im Arab. 

l^DK V. d. W. DM = ppn, sich zusammenzielin, sich 

anstrengen, anspannen, daher gespannt sein (nicht er- 
schlaifen) \p. 18, 18. 142, 7. Pi. zusammenziehn = fest, stark 
machen, Kraft verleihen. Sodann auch festmachen = er- 
fassen, erwahlen. Jes. 44, 14. pt^M angespannt, stark. ydH 
Starke. WH von der Farbe gesagt bed. zusammengezogen = 
dttokel, sodann weiter dunkelroth oder roth iiberhaupt. Zach. 
^i 3. Vgl. pnn. — Welter abgeleitet 1st zunachst von nh2H derStamm 

ntDK V. d. W. DM = Dn, D3 u. s. w. zusammenziehn, da- 

ber 1) zusammenbringen, zusammenschliessen, absch lies- 
sen, TDM Abschluss, Ende eines Baumes, daher Gipfel, 
Wipfel. Jes. 17, 6, 9. Vgl. tt^M. 2) Zusammenbringen =: her- 
vorbringen, iiisbesondre Worte, daher aussprechen, heraas- 
sag;en, sprechen, sagen, verschieden von *)jn reden, Worte 
>n einander reihen. Es bezeichnet wie das deutsche sprechen 
(▼erw. mit brechen, schwed. «prtria = sprlessen, sprossen, 
liervorspringen, Nd. Sprick, d. I. Spross) eig. hervor- 
l^rechcn, das Aussprechen der Worte, daher npM Ausspruch, 
Wort; 1DM7 sprechend, so dass er sagte, oder indem er 
sprach: — bei Anfuhrung einer direkten Rede, die dann sogleieh 
/b%en muss. Die reflexive Steigerungsfonn Ig^nn bed. sich wort- 
relch, geschwatzig machen = sich geschwatzig, prah- 
ierlsch zelgen. i/;. 94, 4: es prahlen laut alle Uebelth&ter. 
Van der Bdtg. der Erhebung geht dlese Uebertragung nicht aus. -^ 
Ifli Arab, ist die Gnindbdtg. nnseis Stammes anders angewandt Von 



280 II* Hiotenverdoppelte Perfekta 

der Bdtg. der Zusammenziehung kommt bier die der Ansamin 
lung und Aufhaufung. yot viel sein u. s. w. Die Hauptbdt| 
ist jedocii befehlen, eig. zusammenziehn ==. festmachen 
verbindlich machen, daher Jemand fiir eiue Sache vei 
bindllch machen = beauftragen mit Etwas, befehlen. Dabc 
^1 Auftrag, Befehl u. s. w. ^Aft eig. der Beauftragte 
einer Sache Vorgesetzte, daher Vorsteher, Anfiihrei 
Herrscher. Uurichtig vergleicht Gesenius biermit T2pM Gipfei 
was auf ganz anderem Wege zu dieser Bdtg. gelnngt ist. Wurzel 

baft verw. aber ist *IJol Vorsteber u. s. w. An 13M acliliess 

r p 

sich zunaclist 

/Pfc( V. d. W. Dt< = Dp (vgl. ^p) sicb zusammenziehn 

zusammenscbrumpfen, daber zusammenfallen, scblaf 
werden, welken, urspriinglicb von Pflanzen. Jes. 24, 7. Dam 
iibertragen: binwelken, biufallig werden, vergebn, besoo 
ders in dem passiven Steigeruugsstamm 7/Q^ • Das arab. jjo t bed 
zusammenziehn = festmachen, festhalten, daber boffen 
Juol Hoffnung. Hiervon ist weiter abgeleitet 

TOa V. d. W. DM = Dn u. s. w. zusammenziehn, dahe 

1) Zusammenbringen, fertig macben, verfertlgen, davo 
]0H Verfertiger, Kiinstler. H. L. 7, 2. Das syr. und chal< 
]01M scheint fur die Lesart ]tDt^ omman , die auch Kimchi und Jud 
b. K. in ibren Handschriften noch vorfanden, zu sprecben, obwol 
eine passive Bdtg. niclit so gut passt. ]iQt< Kiinstler, Wert 
melster. Sprw. 8,30. Die Form, wie ]1na Priifer, piB^j; Unte 
driicker, ]'Jn Herrscher = jrh. Vgl. Ew. §. 327. 2) Zusam 
menziehn, zusammenbalten, balten, buten, daber |t^ dc 
Hiiter = £rzieher. Num. 11, 12. Jes. 49, 23. 2 Kon. 10, 1, i 
3) Uebertragen : innerlich festhalten, Uif. glauben an Etwa 
mit :} Oder absolut: tilauben, innere Festigkeit haben. Je 
28, 16: wer da festhalt(an Gott), der entfliebet nicbt. 7, f 
wenu ibr nicbt festbaltet, so werdet ibr nicbt festgehaltei 
ein Wort- und Qedankenspiel: „wenu ibr euch nicbt bewabrt, c 
werdet ibr nicbt bewabrt*'. ^QK fest, treu, sicher. nytC 



1) durcii Wiederholung dei enten Radikali. 281 

Festigkeit, Ex. 17, 12. Treae, Glauben, Hab. 2, 4. i);. 37, 3. 
Gesen. uimmt falsch stiitzen als tirundbedeutnng an. 

D!3fc( V. d. W. ll< = :3n, ^j,ij>\ subjugavlty incarceravitj yi*jf = 

Ju^ 8 a mm el n, eig. zusammenbriogeu, (vgl. C^SD, rOTI; ruy, 
D2y) zusammenziehu, zusammenbiuden, zusammenflech- 
ten, daber Qi;3H das Zusammengeflochtene, die Hiirde = 
Krippe, der Futtertrog, wie schon die LXX. und Vulg. es rich- 
tigcgefasst. Jes. 1, 3. Falsch Gesen. u. A. Stall. Job 39, 9 heisst: 
wird er (der wilde BiiifeO ubernachten, an oder bei OV) dei- 
ner Krippe. Sprw. 14, 4: wo kelne Stiere sind, da ist die 
Krippe leer. Das Part. Q12l>^ ist von einem Verb, denom. berzu- 
Idten und bed. am Futtertroge gehalten = an der Krippe 
genabrt, gefiittert, daber gemastet. Sprw. 15, 17. lKon.5,3. 
Das Subst. O-I^NJD bed. etwas Zusammengeflochteues, eiue 
Kinzaumung zur voriaufigen Aufnahme des eiugeernteten Getrai- 
des, ehe es gedroschen, Speicher, Scheuer, Jer. 50, 26. Die 
liXX. (CTiovhjxi^. Irrig halt Geseti, 02 fiir die Wurzel. Verw. ist 

\2K^ V. d. W. DM = nn, U u. 8. w. sich zusammeuziebn, 

- T 

zuriickziehu oder niederziehn Cvgl. *13D, l^lID), daber nieder- 
geho, uutergehn, sich verlieren, verschwinden u. s. w. 
l)ie Grundbdtg. zeigt sehr deutiich das arab. Jut 1) sich zusammen- 
ziehu, sich zuruckziehn, fliehn. 2} Sich verwickeln, ver- 
^irren = unklar reden; 3} zusammenziehn , festmachen an 
einem Orte, daber sich niederlassen, bleiben, J^\ Dauer, 
l^'ortdauer, daher Ewigkeit, das Gegentheil von n^N uuter- 
gehn, was sich aus der Gruudbdtg. leicht erklart. VVurzelhaft verw. 
ist der Stamm 

n3fe( = "IZD, V. d. W. ^ zusammenziehn, daher 1) bin 

— T 

nod her bewegen, (eig. ausbreiten und wieder zusammen- oder 
eioziehn d. i.) schwingen, fliegen; davon nSM Schwinge, 
CFliigel) £z. 17, 3. Jes. 40, 31. i/;. 55, 7. VTOtt id. i/;. 68, 14. 91, 4. 
Das Verb, in Uif. ist Denom. Schwingen machen, die Schwin- 
gen bewegen. Job 39, 26, entsprechend dem parall. D^fiOD &nS die 
Flu gel ausbreiten. Falsch nimmt tieaen. als tirundbdtg. an: 



282 II. . HiBtttiverdoppeUe PtrfekUi 

flicb emporschwingen. 2) ZusammenziehD = fest, stark 
mac hen. Daher T!)N der Starke, der Held, nur vop Gott ge- 
sagt: der Allmacbtige. Gen. 49, 24. Jes. 1, 24. 10, 13 naeh dem 
Ketib T^:p wie der Allmachtige, w!e ein Gott stiirze icb 
die Tbronenden. Dagegen steht T^M der Starke, der Held 
nur von Menschen. Richt. 5, 22. i/;.76,6. Poet. = Stier. rp. 22, 13. Es 
entspricht ganz das nahverw. TIID. Vgl. *^23i der Starke = der 
Mann, der Herr. Hiernacb konnte man aucb das Nom. pr. D"19K 
als der Starke, Macbtvolle, der Held, Heros fassen. Alieio 
die oben S. 274 angegebene Ableitung liegt offenbar naher. Das Wort 
Ist offenbar ein Adj. auf dm von einem Subst abgeleitet, wIe Dltpy. 
der Vater Mose's; D3^D oder oJtQ = Moloch, d. i. "n^ u.A. 
Sehr schlecht hat man Ab-rdmals Vater der Hob e gefusst. Fur 
die oben ausgesprochene Deutung des Namens spricht endlich aach 
noch die aiteste Erkiarung desselben in der Gen. 17, 5 durch DTTpK 
als Vater der Menge, Vater eines zahlreicben Volkes. 
Diese Hervorhebung lag urn so naher, wenn Abram wie "H^y einer 
von der grossen Masse, ein zum Volk Geborlger, oder 
Volksmann bedeutet, wobei der Wechsel von y und M gar nicht 
auffallen darf. — Jedenfalls bat Abraham so gut wie seine Fraa 
rn(^ Fiirstin, Richt 5, 29, C^on IS? Fiirst, Herrscher) oder nif 
(verw. mit 7^11!;^) eine deutliche £tymologie im Semit. und nichts 
Ist oberflachlicher und falscher, als Brahma und Sarasvati mit 
ihnen zu identificiren. Diese Nameii haben im Skr. eine ebenso klare, 
als vom Semit. grundverschiedene Bdtg. Brahma gehort, wie scboo 
indische Grammatiker richtig angegeben, zu der W. brih oder vrik 
Cabgesch wacht aus vridh = werden, wachsen, augeri , verw. mit 
Wurz-el, ^t^a aol. noch vollstandlger /3(>iSa , radix) wachsen, sn- 
nehmen; daher das Neutr. ftraAman das Gross e, dasschleeht- 
hin grosse Wesen = das Udohste, Absolute. Oavon ein 
Adj. brdhmana wer sich mit Gott bescbaftigt, Tbeoiog, 
wonach sich dann die gebildetste Kaste in Indien benannt bat Brah- 
ma^s Vl^eib sodann, sarasvati, ist ihrer Bdtg. und der sprachllchen 
Form nach am leichtesten abzuleiten von saras See, v. d. W. sri = 
^iso} rinnen, fliessen; vat ist Suff., Fem. vati^ so dass der Name 
Wiortlicli heisst: Fluss Cder Rede) habend, die Redebegabte; 



1) dnrch Wiedvrholang def MUtt Radikali. 283 

4eM 8ie ist besoiidere Gottia und Vorsteherin der Beredsamkeit and 

wird desshalb oft im Anfang der Werke angernfen. Sonst heiast sie 

auch geradezu ri2c' = voXy die Yernunft, der Log^oa, der b^ 

der Weltschopfungf bereits zug^egen war. — Die obige Uebertra- 

gung ist so natiirlich, wie bei der verwandten W. ^sm fliessen, 

tn reicher Fitlle sich aasstrdmeti, vna dami ebenfalla vom 

vDgthemmten Floss der Rede steht. Daher ^tjtcoq and das deutsche 

Rede. Wo bleibt nan nocb ein Anknupfangspnnkt an Sara und 

Abraham? 

, /J^ zunacbst von "DM abzuleiten, v. d. W. DN zusammen- 

zielin, zusammenschrumpfen, daher 1) hinwelken, verwel- 
ken, yerdorren, urspriinglich von Pflanzen. Jes. 24, 4, 7. 33, 9. 
Aai.1,2. Vgl. VtDM = ^Dp; J^t = jii. 2) Uebertragen: hinwelken, 
zusammensiuken, ala Wirkung derTrauer, daher geradezu fiir: 
traaern. Am. 8, 8. Hos. 10, 5. ^M trauernd. Durchaus irrig 
kilt Gesen. 71 fur die W. und vergieiclit n^n fallen, und abermalf 
uriehtig ^^, wo die W. vielmehi* ^ ist. Vgl. weiter unteu. 3) Za- 
sammenziehn, festmachen, daher das Adv. 711^ f est, gewiss, 
bestlmmt, ja wahrlich. Gen. 42, 21. 2 Sam. 14, 5. Geht ein 
Zweifel vorher, so liegt die Verneinung desselben darin and bed. ja 
loch, deunoch gewisa, Gen. 17, 19: da sprach Gott, (nach'- 
leiD Abraham aich unglaubig gezeigt) dennoch gewias wird 
Sara dir einen Sohn gebaren u. s. w. Hier bed. es eig. achon 
geradeza: dennoch =:im Gegentheil, woraus atch derapatere 
fiebrauch des Wortes: im Gegentheil, nicht doch! 1 Kon. 1, 43, 

ftber, doch, jedoch, veroj leicht erklait. Dan. 10, 7, 21. 2 Chron. 

It ^ 
1} 4. 19^ 3. Falsch vergleicht Oeaen. J^ aJU Im Aethiop. aber 

Met >ich daaselbe Wort gesteigert in Tv^flAI (statt ebhalay^ vgl. 

HX^AAI 1) sed poHuSy quin potius. 2^ Aniequam, ptimquam. 
t) Ohne Zusammensetzung : ita ut nan (nihil) eig. aber nicht, wie 
7^; daher: ohne zu = so dass nicht Endlich 4) steht es ao» 
gdr beim Nomen In der Bdtg. ohne und ausser. 

yiis V. d. W. lt< zusammenziehn, festmachen, oder 
fesCdreben, verdreben = ^, Ju&, ^; daher V^.^ der Thor^ 



284 Hintenverdoppelte Perfektt 

entweder der Feste = Verstockte, Dumme. Sprw. 10, 14; 
IS, 16; oder: der Verdrehte, Verkehrte, was jedoch miDder 
wahrschelnlich ist. 

Ofc( V. d. W. 3M = :3n, 1:1 u. s. w. zusammenziehn, fest- 

- T 

machen; vgl. |i:i; ^j^ zusammengezogen = dicht, dick, 
hart Daher ]^ das Zasammengezogeue = Dichte, Feste^ 

Harte^ der Stein, wesshalb es leicht auch von andem dichtea 

s 
kleinen Massen, z. B. vom Hag el stelit. Vgl. ,_^ Korn nach aho- 

licher Uebertragung. ^| duruSy spissm. iijut etwas fest Zu- 

sammengezogen es, eiu Knoten. Ungehorig lasst fife^^. deii 

Stein vom Ban en benannt sein nach der, ausserdem unrichtigen, Ad- 

nahme, dass p die W. sei. — Das schwierige, vielversnchte ]JK 

erklart sich aus der nachgewiesenen Grundbdtg. ganz einfach. Das 

Zusammengezogene, Gewundene steht a) fiir etwas Schei- 

benformiges, fiir Kreis, Windung, runde Scheibe; Dual 

D^^M die beiden Scheiben, die beiden runden Flatten, uber 

■ 

denen der Topfer im Orient die Gefasse formte. Jer. 18, 3. Es iat 
rota figulu Ganz ahnlich ist die Uebertragung des verw. ]£)1^t Rad. 
b) An die Bdtg. Kreis, Windung kniipft sich leicht die iibertra- 
gene: Wendung == Art und Weise, wie bei ]B^H im Talmud. 
Daher bezelchnet der Dual weiter die beiden Arten (genera) nach 
denen die lebenden Wesen sich untei'scheiden, die beiden Ge- 
schlehter oder kurzweg das Geschlecht, was an sleh schon die 
Vorstellung einer Zweiiieit ausdriickt. Ex. 1, 16: „wenn ihr die 
Hebraerinnen entbindet, so seht nach den beiden 6e- 
schlechtswendungeu (= Geschlechtsuuterschieden, Geschlechts- 
arten) oder einfach: so seht nach dem Geschlechte (D^^Kn*^yJ 
Wenn es ein Sohn ist, so todtet ihn! ist es aber jsinc 
Tochter, so mag sie leben!^' Die gewolinlichste Auffassung 
Gebarstuhl oder Badewanne gibt weder einen ertraglicbei 
Sinn, noch stimmt sie zu dem Worte. Ebenso missratheu ist iietb 
lobs Erklarung: zwei Steine= Testikeln (!!). Dies konntc 
wenn es sonst richtig ware, natiiriich nur auf die Knaben sicli be 
Ziehen, wahrend doch sogleich beide Geschlecliter, Sohn und Tocfa 
ter, genaoDt wcrden. Daraus fulgt, dass der Dual etwas Allgemeines 



1) durch. WiederlioiaDg dei enten Radikals. 285 

^as 8ich auf beide bezieht, ausdrucken muss, also den Begrlff des 
Geschlechts iihcrhaupt. Ausserdem passen die zwei Steine auch 
Jer. 18, 3 nicht; denn die Scheibe oder Scheiben des Tdpfers sind und 
wareo von Holz, wie bereits Abulxoalid bemerkt. 

2^3^ V. d. W. n^ = an (vgL It^an) slch zusammenziehn, 

•T 

daher: zusammenschrumpfen, zusammendorren, (vgl. tS^^j;) 

verddrren, anstroeknen. Ebenso Hff. C^alH a) austrocknen, 

(verslegen lassen — das Wasser) Jos. 2, 10. 4, 23. b) wie 

anstroeknen steht es dann anch fur unser intr.: versiegen, irer- 

schwinden, aber eig. diirr, trocken machen. Joel 1, 10: ans- 

getrocknet (verschwunden) ist derMost, verdorrt dasOel, 

wo es mit 77(2^ Im Parall. steht, und schwerlich, wie ich es friiber 

I mit EtcaJd genommen, von der Yorstellung der Seham und Err5- 

tkung ausgehen kann. Vgl. Joel 1, 12: der Weinstock ist ans- 

i getrocknet, der Feigenbaum verdorrt, wortlich: der 

I Weinstock hat trocken gemacht. Nach der richtigen An- 

[ schauung des Alterthums ist Alles thatig in der Natur. Der Baum 

macht seine Fmcht, ist kein blosser Trager, und ebenso macht er 

trocken = zieht sich zusammen, was denn allerdings soviel 

ist, als: er ist trocken oder ausgetrocknet. c) Die Bdtg. 

sich zusammenziehn = sich zuriickziehn, wird sebr gewohn- 

lich anf ein verschamtes Zuriickweichen iibertragen und helsst dann 

geradezu: sich schamen. Daher Hif. Scham machen, be- 

ichamt, schamvoll machen, vMTi 2 Sam. 19,6. Uebertragen*: 

schandvoll, schandlich machen = handein, oder Schande 

treiben. Hos. 2^7. An die erste Bdtg. schliesst sich aber die ge- 

wdhnliehste Uebertragung: Scham machen = Scham zeigen, 

i i. beschamt sein, beschamt dastehen, zu Schanden 

werden, was sich oft biidlich durch errothen wiedergeben lasst, 

obwohl die W. an sich diese Yorstellung keineswegs enthalt und 

■Dch weniger, wie man meint, von 12^3 sie heriibergenommen hat. 

Joel 1, 11« Z^ach. 9, 5. Jer. 2, 26 u. s. w. Gesen, nimmt f&r die hier 

entwickelten , genau zusammenhangenden Bdtgg. zwei versehiedene 

Stamme an. Wurzelhaft verwandt ist 



386 II. HuUCDTerdoppelte P«riikt« 

On^ das nor in dent Nom. pr. 0^^ wie fraher bei den Kaaaniten 

-T : 

Jerusalem hiess, vorkommt Der Name bed. offenbar: der Aus 
getrocknete, Diirre, und war ursprunglich wohl BezelchDUOg 
eines Bergs, der alsdann auf die Ansiedlung iibertragen wurde. Ebenso 
helsst ]i^!{ der Trockne, Diirre, von njj{, vgl. fc^ diirres Land.- 

E7D^ V. d. W. cr = on, M, (vgl. Cton, }^n) zusammen- 

ziehn^etoM, daher fassen, (vgl. |^p) Hif. (mit der Band) 
fassen lassen; Richt. 16, 26: ^lass mich erfassen die Sanle*. 
Ganz irrig hat man diesen Stamm fiir ideutisch mit S^sfD gehalteo. 
Vgl. jiwJor zusammendriicken, daher reiben. yo. die Nate 
bewegen, eig. zusammenziehn. Lo^ zusammeuziebn = bie- 
gen, neigen, mit ^( Jemand zudicken. Abgeleitet ist weiter 
durcb Wechsel von s und r der Stamm 

niQ^ V. d. W. D^ = on, zusammenziehn, sich bewegcn, 

(vgl. 1Dfr( und weiter Zx'l) daher Hif. sich bewegen lassen-- 
von einer Person auf die andre gehen lassen; daher tauschen, 
wechsein, vertauschen^ Jer. 2, 11. Hitp. sich selbst ver- 
tauscben, versetzen, Jes. 61, 6: „lhr werdet euch in ibre 
Pracht versetzen, d. i. in sie eintreten. Falsch hat mantD 
jfur die W. gehalten und IfO verglichen. 

/^^ V. d. W. y und aus dem Stamm ^y durch Vermittlaog 

eines im Hebr. nicbt mehr vorkommenden IS^^I^H gebildet: ^a' 
si^mmenzfehn, aufbringen, aufwallen, aufquillen (vgl- 
das verw. ^fiV). Daher 1) aufschwaren =: eitern, ^^^^eiterods 
flieasend (vom Geschwiir) Lev. 22, 22» 2) AafquiHen ssher- 
vorquillen, daher wle Jlj. feichlieh stromen, fliesses 
hyi Strom, (eig. der Flieasende.) hyo^ )y\H id. ^«Q gross^ 
Fluth. 1/;. 29, 10. Gen. 6, 17 v. a. w. Der Eigenname Jabal,a«i 
4en nacb Gen. 4, 20 der Unsprung des Nomadenlebens zuruckgefuhrl 
wird, bed. wohl: der wallende, wandernde, nomadtsch urn 
heraiehende; sowie der altasle Reprasentant dea Hirtenlebeoi 
Abel, hy^ hiemit zusammenbang^ und der Ziehende, Wan 
dernde bedeutet. Hif. w alien lassen, gehen lasses, leitei 
fiihren a. s. w. tf;. 50, 11. 108, 11. Dann auch herbeifiilireii 



1) durck WieAeiiiolanf det entoi Rtdiktli. 287 

^arbringen C^eschenke) t^ 68, 30. An die Bdtg. herirorqoillen 
ichlieBst sich 3) die: hervorspriessen, aufwaebsen oderher- 
forbringen, daher Vd^. das Hervorgebrachte, Gewacb- 
ttne, der Ertrag. jfj. 67, 7. 85, 13. Hab. 3, 17. S^n (statt ^Q*i{i) 
die Erde, als die hervorbriiigende, fracbtbare bezeicbiiet« 
Vgl. 7^^ da« Hervorgebrachte = der Sprossling, Soba; 
iaher Tvbal-kain, Sohn der LaoEe, des Kriegs. 4) Wie 
DM bedevtet Worte hervorbringen, so 73^ aucb allg. Tone, 
Klaoge bervorbringen, tonen; daher 7^^ das Tdnendesx 

• 

der Klang, bes. der belle, heitere Klang eines mtisikali- 
sdien Instrnmentes. 791^ ]^ das Scballborn, Larmbora, 
Jobelboro. Irrig nimmt Gesen, fur diese Bdtg. swei verscbiedene 
Stamme an; vergleicht falsch das deutsche walle n, als ob 72 die W. 
ware, und bait die vierte Bdtg. fiir onomatopoetisch, wie das lat. 
jubilumj jubilare^ welche Worter unstreitig vom bebr. jobel stammen 
und im Lat keine Abieitung haben. Verw. ist mit 7^ und ebenso 
ubertragen 2^ bervorbringen, ausstossen, Pi. Tone aus- 
stossen, laut rufen, Richt. 5, 28. (vgl. das deutscbe jammern 
(=ja6) Klagetone ausstossen), fithiop. PflAI Jubeln, froh-^ 
lock en. hn Syr. stebt S't auch Tom Klang der Posaane a. t. w^ 
f Aus derselbefi Wurzel staoinit bekanntlich der Name ambubafae fiir 
die syr. Weibspersonen, die mft Musik Rom darcbzogen und nebmi*^ 
bei ancb darcb andre , minder masiscbe Kiiaste sleh Geld verdientem 
— Verw. !st femrer mit^T der Stamm 2^ hervortrelben, aij 
der junge Spross, Trieb, daher das Friscbe, Grane. J^ 
^12. 3^:dm die Aebre, elg. das Hervergetrlebene, Hervor*^ 
stehende. Vgl. 3lj Frucbt Dan. 4, 9 if. Zur aelben W. gebort 
tmstrei tig auch 3M Vat er, eig. der Hervorbringer :s= Befrueb*- 
ter, Zeuger. Der Name muss urspriinglicb das Verhaltniss dea 
Waters zum Kinde bezeiebnet haben und kann schon desshalb nicht 
A88 den ersten lallenden Lfppenlauten des Kindes, wie man aehr kind- 
Mi oft anniaimt, liervorgegangen sein. Dass die Kinder jetzt diesen 
KimeB wie den der Mutter zuerst anssprecben ler»ea, liat aeinen 
^tea Grand in dem Voroagen der Brwacbseoen , von deiiea dieae Be- 
aennang ausgegangen seia muss. Sie driickt daher eine aehr be< 
stimmte Vorstellung, einea Begriif ans^ wie das ur\'erwandta^ veraetete 



288 II. Uiatenverdoppelte PerfekU. 

nnd weitergebildete pa-f^, Ya-ter, CPc^pO und geht ebenso wenig^. 
Vile die mit 3t< verw. W. 3** in 2T und hy von einem sog. Natarlantc 
aus, sondern von einem Gedanken in Form der Vorstellong. Zai 
Bestatigung der Bdtg. von 7T dient nocli der alte Name Jubal O^ 
Gen. 4, 21, der Ahnherr der Cither- und Flotenspieler, 
der sich fm Namen schon als einen Mann der Tone a. der Musil 
kund g^bt, nnd nicht vom Jauchzen und Jodein benannt sein kami 
Dass er mit Apollo identisch sei, ist eine baltlose Yermuthung uni 
Yermythung, die nicbt widerlegt zu werden braucht. Indem du 
Sage Jabal zu seinem Bruder macht, deutet sie zugleich an, das 
vom Hirtenstande die Erfindung der Musik ausgegangen sel. Die vei 
wandten Namen mussten schon zu dieser Kombination Anlass gebei 



S* IS* 

V*Tp aus pnp = jnp entatanden, W. ip schetden, trennen; 

daher |n{J YernlGhtung, Jer. 46, 20. Chald. y^ Stiick, eig. etwaa 
Abgeschnittenes. Welter iibertragen stebt das Yerb. Pu. Job 
33, 6: abgeschnltten = geformt, gebildet von Thon bin 
auch icb. Der Ausdruck: schneiden mit dem Auge mass 
soviel bedeuten als ein Gesicht schneiden and zwar speciell 
eine stichelnde, boshafte, hamische Miene macheu, pi^ 
D!I*]23Sprw. 6, 13; dann kurz pj; y^ ein Aug = Gesicht schnei- 

den, hamlsch bllcken. Sprw. 10, 10. tp. 35, 19. Ygl. JqIs P'^ 
jnt index ^ prosddit verbis. Aehnlich stebt D^H^ft^ y^ von boshaf- 
ter Yerzlehung und Yerzerrung der Lippen. Sprw. 16, 30- 
Yerwandt ist 

^?i^ spalten, schneiden, daher tthj^ etwas Geschni^' 

tenes, Gespaltenes = eine Platte, ein Brett, z. B. 0^ 
innern Bekleidung der Stiftshiitte. Ex. 26, 15 if. 36, 20 ff. Ehevi^O 
Ez. 27, 6 koUekt Tafelwerk, Getafel zur Auslegung des Schift- 
Yielleicht kann es auch wie tabula fiir bretterne Bank (Ruder- 
bank) mit Ewald bier genommen werden. 



II. dnrch Wiederholaog det ertten Radikals. 289 

0*Tp V. d. W. ip spalten = zerbrechen, zusamnien- 

brechen, Jes. 46, 1, parall. niit yi^ „schoii kriimmt sich Bel, 
kracht Nebo nieder." Welter ubertraa:en D")p etwas Zusam- 

o viv 

meng^edriicktes, Gekrummtes, daher Haken, Spaiige, 
oder richtig^er mft den LXX. (x(>txoO und Vulg. Riiig^. Ex. 26, 6, 11. 
?Q1j5 eine abgeleitete Form, aus TOp = /Olp entstanden, ganz ver- 
RcMeden v. Dip und kein Diminutlv, (vgl. Anh. 1.^ Es bed. sehwerlicli, 
wie man nach der Vul^. all^. annimint, den Knochel am Fuss, 
soodern ivortlich Krummung, daher die Bfegun^ des Unterbeins, 
den Schenkel, und der Dual D^^p*7P entsprlclit ganz dAn sinn- 
Terwandten D^3fi5 Schenkel, wofiir es in den Tar^um. Lev. 11,21 
aach ^ebraucht wird. Ebenso verstehen sie Ex. 47, 3, D^p£M wohl 
richtig; als Schenkel iiach einer naheliegenden Uebertragung : 
Wasser bis an die Schenkel. Vgl. S. 276. Die Knochel pas- 
sen endlich vor allem nicht in den Znsammenhang ip. 17, 38: ,,du 
gabst Weite nieinem Schritte unter mir, so dass nicht wankten 
meiue Schenkel." Die LXX. Im Allg. nicht iibel: rd l)(ya fiov. 
Ganz nnzweideutig in der parall. Stelle 2 Sam. 22, 37: ra axtXr] ^ov, 
meine Schenkel. Vgl. J*^* zusammenbiegen, zusammen- 
binden, daher J)^* Knoten, Fcssel; dann auch hart, eig. zu- 
aammengezogeo. tianz irrig halt Gesen. Jy3* springen, hiipfen, 
aodann wie ein Hinkender gehen (= W^) fur eine Zusammen- 
ziehung von ^DTp! — Dies ist vielmehr aus jener Form entstanden. 

Smw = jno kriimmen, daher fffl^ Kriimmung, Biegung 
= Bauch. Aethiop. YlCWl Jer. 51, 34. 

nnS scheiden, trennen, daher abhanen, abschnel- 

''en, fallen, vertilgen u. s. w. n'^l^ ni^ elg. ein Bundesopfer 
'chlacliten, daher einBiindnissschliessen. ]]D das im B. Da- 

i^H 5, 29 vorkommt, ausrufen^ Af. ausrufen lassen, Hesse zwar 
cine mogliche Ableitung aus dem Semit. zu (vgl. t^lp)? 1st aber hochst 
^ahrschelnlich von den Griechen entlehnt; es Ist vollkommen = 
trj^wFcsLVy wie auch die christlichen Araber s«^9 g^nz in diesem Slnne 
gebranchen. jll^ = xj^pCf, praeco. Dan. 3, 4. Oesen, halt falsch 
das Wort als semit. fiir identisch mit xijffvaaeiVy Skr. kruq (nicht krus, 

Xtitr*! h«br. WirztlwOrttrbaeh. 19 



290 II. Ilintenverdoppelle Perfekta 

w le GesBit, sclwetbO kreisclien, kraclizeii, veiw. mit xo^a^ ec 
vu8j ahd. hraban = Rabe u. s. \v. Vgl. pers. \^%y^ der Huhii. 

E7"1J Caus ana = JTD entKtaiiden) v. d. W. i:j scheide 

trennen, dalier 1) abtrennen, vertreiben, verstosse 
ausstossen. Ex. 34, 11, bes. Pi. Gen. 3, 24. 4, 14 u. s. w. %) An 
stossen = liervorstossen, ber vortreiben, Jes. 54, t 
seine Wasser wiihlen Scblamni und UnratU auf. Nif. an 
{i^eregt, aufgewallt sein, Jes. 57, 20; sodann aueh ubc 
fluthet oder fortgespiihit, Am. 8, 8. Weiter ubertrageu a 
Pflanzen bed. bervortreiben =: wachsen, daher Vh^ Deut. 33, 1 
der Wuchs der Monde, was jedeii Monat wachst, im Gegensf 
zn den Erzengnissen der Sonne, d. i. Friichte, die nur einn 
im Jabre reifen. 3) Treiben, vom Vieh, auf die Wcidc tre 
ben, daher Vhyo T ri ft, wie I^ID Ez. 27, 28. Verwandt ist 

tjr fj scheiden, tre mien, daher klein machen, ze 

-T ' 

stossen, ^y Zerstossenes (von (letraide]) Lev. 2, 14, 16. 

OnJ V. d. W. "13 getrennt, aufgelost, zernialmt sei 

ij;. 119, 20: zermalmt ist meine Secle vor Verlangen. H 
zermalmen, zerbeissen. Thren. 3, 16. 

I^J Yvie tth:i abtrennen, verstossen,. (v^ absonder 

llif. t/;. 31, 23: verstossen bin ich aus deinem Auge. . In 
vgl. Gesen, ")t3 v. d. W. \y, Verw. ist 

mj V. d. W. n:i abtrennen. Hlf. schaben, kratzen. J 

- T 

2, 8. Vgl. jn^, x6i()gn' = kehren, s-cheren n. s. w. 

2fnn V. d. W. "in, "»3, yLQi-vHv scheiden, trennen, spa 

ten; daher 1) den Boden spalten, durchbrechen = pfi 
gen, vgl. i^%t Ackerbau treiben. 2) Holz oder Metall schneidc 
scheiden, daher bearbeiten, verfertigen, tthn Bildne 
faber. 3) Abschneiden, abbrechen — namiich die Rede, d 
Gesprach, daher schweigen. i/;.28, 1, mit|p, schweige niel 
von mir dich abwendend. 35, 22. Daran knhpft sich 4) t! 
Bdtg. stamm und sodann auch taub sein. Mich. 7, 16. 6hn surdt 
i|;. 38, 14. Jes. 29, 18. cHn bed. das Abtrennende, Absperreud 



1) durch WiederholuDf de« enlen Radikali. 291 

daber das diclite Gebiisch des Waldes, Dickicht, im Gegeii- 

satz zum Gipfel der Baume, Jes. 17, 9. Gebusch und Gipfe), 

oderBusch und Bauni bezeichnen sodann spriichwortlich die Wob- 

nangen der Vog^el und wilden Thiere, daber bildlicb die vers c hi H- 

deoen Wolinstatten der Menschen, hohe und niedre Hauser, 

alle Zufluebtsorter und Schlupfwinkel. Die Scbutzorter Israels wer- 

den so menschenleer werden „g^leich der Verlassenheit von 

Busch und Baum C= von Hof und Haus,) welcbe maki ver- 

Hess, fliebend vor den Sobnen Israels.^ Jesaja liebt solcbe spr&eh- 

wortliebe Bezeichnungen, z. B. 9, 13. 19, 15: Palme und Binse — 

fiir Hobe und Niedre im Volk. — Von der Bdt^. scbweigen, still 

sein kommt tthn Scbweigen, sodann Helmlicbkeit, heim- 

liches Zauberspiel oder Gefluster, daber Zauberei. Jes. 3, 3. 

JT^n V. d. W. in sebeiden, schneiden, daber einscbnei- 

- T ' 

d en, elngraben. Ex. 32, 16. 

t^n v: d. W. "in spalten, sebeiden, daber 1) einsebnei- 

den, abscbneiden, sodann aucb zuscbueiden, zuspitzen, 
Ex. 11, 7. 2) Ueberfragen: sebeiden = entsebeiden, fest- 
bestimmen. pnn gespalten, gescbnitten, daber a) zuge- 
spitzt as scharf. b) Geschieden = gel&utert, daher als 
Subat poet, fur reines, gelautertes Gold. i/;. 68, 14. Zacb. 9, 3. 
I^as griecb. X(^v^og, Skr. hiranja golden, das man verglichen, ist 
unverwandt und gebt von einer ganz andern Vorstellung aus; es bed. 
das Griinlicbe. Vgl. Skr. Aarifa =: pers. j^; grun, bellgrun. 
^) Das Entscbiedene = die Entscbeidung. Joel 4, 14. Die wei- 
^^I'li Uebertraguiigen er^cben sicb leicbt. 

O^n Oder iZnin v. d.W.*)n sebeiden, schneiden, daher 

'tech en und fibertragen: brennen, wie das wurzelverw. yf\. 
I^aber Dnn a) die Kratze, eig. das Stechen und Brennen, 
i^ Jucken der entziindeten Haut. Deut. 36, 27. b) Die bren- 
oende, stechen de Glut, poet, fiir die Sonne. Job 9, 7. Richt 
S) 13. 14, 18. Unzulassig und unpassend fassen Hitzig und Oesen. 
das Wort, als das Geschabte, Geglattete = Sonnenscheibe. 
Aoch die folgende Bdtg. Ist dagegen. Mit 6f geschrteben bed. dasselbe 

19* 



292 tf. UinUnverdoppelta Pcrfokta 

Wort iiaiiilicli c) irdetics Ges chirr aus Tlion, eig. etwas ti 
dorrtes, oder Gebratintes; dann lieisst weiter auch ein einzeL 
zerbrochenes Stiick, eiiie Sclierbe so. Job 2, 8. 41, 2S. i/;. 22, 
rrtonn Topferef. Jer. 19, 2. 

Unn =}^n scheideii, schneiden, einschiieiden, e 

graben, daher EDTl Griffel, Meissel zum Eingraben. Ueb 
tragen: das Eingegrabene = die Schrift. Jes. 8, 1. ED^^ El 
schnitt, daher Tasche. Dann steht es auch von andern, groasei 
Taschen, die man trug oder an den Kleidern befestigte. Jes. 3, ' 
2 Kon. 5, 22. 

T rn von Tl scheiden, trennen, ausefnanderstelle 

daher wie dispanere ordnen, an einanderfiigen; Din das G 
ordnete, Zusammengereihte, daher ein Schmuck von veibi 
denen Perlen oder dergl. Perlenreihe, H. L. 1, 10. Vergl. \% 
ein Halsschmuck aus zusammengereihten Perlen oder Edelsteine 

S ^ jr» >• 

5\%^ id. 

nnn bewegt sein, zittern, erschrecken u. s. w. ver 
mit 3T}. Vgl. welter S. 109 f. 

Onn V. d. W. m = in scheiden, trennen = pn, dal 

zertrummern, einrelssen, zerstoren. Ganz irrig halt Ges ^ 
01 fur die Wurzel. Job 12, 14. Jes. 22, 19. Vgl. ^yS^, oy^ ze 
relssen, 6n:i zerstossen; Di:i zermalmt seln. Danach bi 
das an. Xsy* Din Zerstorung. Jes. 19, 18: Stadt der Zerst 
rung wird el ne genannt werden, (eine von den 5 Stadten, t 
In Aeg. durch Verniittlung der Israeliten sich zu Jahve bekehren w^ 
den.) Das Unpassende und Storende dieser Bezelchnung 1st lanj 
anerkannt worden. Iken und- Doderlein verstehen desshalb nach di 
arab. ^y^ der Zerreissende = der L5we, den Namen i 
Ldwenstadt, wie In ahnllcher Welse Jes. 29, 1 Jerusalem < 
Gottesl5win, d. I. die uniiberwindllche, siegrelche Sta 
genannt hatte. Allein fiir diesen Gedanken wiirde Jesaja schwerii 
einen so zweldeutigen Ausdrock gewahit haben , zumal es Ja ei 
ganze Rellie bekannter Namen fur den Lowen gab. Die masor 



1) (lurch Wicdcrholung des eratcn RadikaU. 293 

Lesart kann nur den aii|^egebeiien Sinn liaben und scheint entweder 

zufallig durch Absclireibei* entstanden und dann von den palastin. Ju- 

den, die mit Unwillen das Aufkommen eines jiid. Tempels in Aeg. 

sahen , festgehalten zu sein , oder sie fst bei den damaiigen Zwistig- 

keiten erst hineinkorrigirt. Um alle gehassigen Deutungen zu ver- 

meiden, iibersetzen die LliX, noXi>g aaede^y d. i. TTi^ Tj; Stadt des 

Recbtes, nach Jes. 1, 26, offenbar nicht reine Korrektur, sondern 

sie fassten Din nach der Grundbdter. als Entsclieidu n&r=Gerichb 

Recht, wie sie pin Joel 4, 14 durch Svxrj wiedergeben. — Die ur- 

sprungiiciie Lesart, weiclie noeli 16 Handschriften und 7 alte Ausgg. 

habeii, und wofur die besten Kritiker (Gesen., Hitzig j Vmbreit, De 

IVette II, A.) sicli cntscheiden, ist unstreitig auch Din, was poetisch 

sonst fljr Sonne steht. Vgl. S. 291. So haben es auch die meisten 

alten Uehersetzer (z. B. Sym.^ Vulg.) gefasst. Allein es bleibt in die- 

seoi Zusamineiihange unkiar, was dies bedeuten soil, da die Sonne 

von eiiiem hebr. Propheten in der Art nicht wohl als Sylnbol gebravcht 

werden konnte. Noch weniger kann eine bestlminte Stadt, etwa 

Beliopolis gemeint sein, da Alles prophetische Ahnung und An- 

Bchauung ist, und der Name init dem Artikel appellativ gefasst werden 

inuss. Vielmehr ist aus der Grundbdtg. von Din, besonders im Arab. 

die des Schiitzenden und Schirmenden abgeleitet und hier 

allein passend. Vgl. \1^ eig. scheiden, trennen, daher abhal- 

^^n, hiiten; C^ sich hiiten = fiirchtcn, sich in Acht neh- 

^^^\\^ abgetrenut, geschiitzt, festsein. v^ fester Ort, 

Zuflucht. Vgl. ^^I^ obex fluvii. Vgl. \^^ bewachen, erhal- 

^en. SZ^ abhalten, zuriikhalten. o.w^, c^ ^^ S virgo 

^tocta, Auch im Hebr. finden sich sonst noch Spuren dieser Bdtg. 

2* B. t2hn das absperrende, unzugangliche Gebiisch des Waldes, 

Jilckicht. Jes. 17, 9. Naher noch 16, 6, 11 nfenn und fenn fur 

feste Stadt, Festung; Kir Cheres, Stadt der Starke, 

fesMgkeit = Kir Moab, die Hauptstadt. Man konnte auf die 

Bdtg. des Festen auch von der des Gedorrten, Hartgeworde- 

oen (vgl. 6nn) kommen; allein weit natiirlicher geht diese Ueber- 

tragung, wie im Arab, ganz deutlich ist, von der Grundbdtg. aus. 

Also „Stadt der Zuflucht (\!^D oder Schutzstadt wird 



294 IL Hintenverdoppelta Perlek(« 

man eiiie nennen, (ygL Joel 3, 5) d. b. sie wird diesen Namei 
alfldaon verdienen, gleichwle Jerusalem in dec messian. Zeit new 
Namen erhalt und Stadt des Rechtes, getreue Stadt (Jei 

1) 26) oder Gotteslowe genannt werden kann. Jes. 29, 1. Vgl. 4,3 

y^V V. d. W. ly = 1p trennen, scheiden; an die Voretel 

lung der Trennung schliesst sich sodann einmal die der Bewegang 
Jq^ sich bewegen, beweglich sein, daher auch zittern 
sodann ilegt die Uebertragung auf Fur eh t und Flucht sehr nabe 
Dal^er bed* |n}; 1) trennen ^^^ entfernen, verscheuchen 
i/;. 10, 18, dahet* iiberhaupt Schrecken einjagen, erscbrecken 
Job 13, 25, aber meist mit dem Nebenbegriff: in zitternde Be 
weguug versetzen, erbebeu lassen, Jes. 2, 19, 21: wan 
er aufsteht, zu schrecken = zu durchbeben die Erd^ 
Aebniicb bed. unser schrecken eig. springen, sich heftig b^ 
wegen, daher Heuschrecke, d. i. Heuspringer. Sodann kau 
es wie erscbrecken auch intrans. stehen: sich fiirchten vc 
Jemand, ^j$Q Deut 7, 21. 20,3. Hif. beben lassen, Schrecke 
einflossen, P^'IJ^.Q was erschreckt, Gegenstand de 
Schreckens, Jes. 8, 13. Oann auch erscbrecken = erbebe 
Jes. 8, 12: ihr soilt nicht davor erscbrecken = sollt ^ 
nicht fiirchten. 29, 23. -An die Bdtg. trennen schliesst sl^ 

2) die: abhalten, hemmen, daher widerstehen, Jes. 47, 1 ^ 
vielleicht wirst du widerstehen. Vgl. JdT^ a) spalte i 
scheiden, daher ^Kx Spaltung, Scheidung = d i e Halfte. F^ 
ner Scheidung =^ Weudung, Seite u. s. w. b) Trennen, scheid^ 
= auseinandersetze n, zeigen. c) Intrans. eig. sich offn^ 
sich zeigen, daher erscheinen, (wie Jd^y vgl. my) in di 
Ersclteinung treten, daher auch geschehen, sich ereigne i 
zustossen. Ferner: es erscheint, es scheint mir (mit ^ 
der P.) = es kommt mir in den Sinn; daher weiter auch wol 
len, denken. d) An die Bdtg. sich ereignen, zustossen schliessi 
sich die: auf Jemand stosscn, entgegen treten mit A dei 
Person; mit ^^ dagegen: abstossen von Jemand = sich abwen 
den u. s. w. 111. bekampfen. Das Subst. pn]; bed. urspriingUci 
wohl nach der Gnindvorstellung der Eiitscheidende = Gewal 



t 



1) durch Wiedfirholung dM entcn Radikalt. ' 295 

tige, Herrscher, dann gewohnllch ivfe Tyraiin im sclilimmeti 
Sinn, der Gewaltlie rrscher, der Gewaltthatige, Wuthe* 
rich, Tyrann. Jes. 29, 20. Job 6, 23. 15, 20. 

OnV W. ly spalten, scb^iden, trennen, kleiiimnchcn, 

?gl. tth:i; dalier no^y. etwas Kleinj^emach tes, Einzelnes, 
sodann ein Korii. Es komint nur im Plnr. vor: Korner, 6e- 
traide uberhaupt Num. 15. 20, 21. Ez. 44, 30. Neii. 10, 38. Ge- 
w5linlich fasst man es als Grijtzc, zerstossenes Korii. Allein der 
Zusatz: das Erste, die Erstling^e der Korner, lasst schon 
daranf schliessen, dass Getraidekorner uberhaupt genieint sein 
mussen. Vs:!. m:i. 

2^nt? W.iy trennen, scheiden, daher wen den, biegen, 

neigen = fen3 kriimmen, biegen; davon tsnj? eig. Blegurtg, 
S«nkun|^, Niederlassung, daher Lager, Ruhebett, auf das 
man sich hinstreckt Am. 3, 12 f. 6, 4. H. L. 1, 16. ip. 6, 7. Ganz 
^erkehrt deutet Oesen, das Wort als tiberwolbtes Bett, Himmelbett, 
eineBdtg., die auch in ^^ sehr abgeleitet ist, namlich a) Sitz, 
Thron. b) Sitz = Wohnsitz, Zelt, Haus, daher e) Daeh, 
Decke u. s. w. Vgl. ^^ 1) dcflexit^ recessit ah aliq, c, ^j^ p. 
2D substitit aliquo loco. Ferner jja# -ft H. sich n i e d e r I a s s e n , z u- 
^^mmensitzen, verweilen u. s. w. 

I jy V. d. W. ly, scheiden, trennen, 4>-t sich trcn- 

"en= fortgehn, fliehen. 4>\Lft discedens a ceteris. iy--r ab- 
"Cugen, abweichen. \^^^ absondern u. s. w. Daher ing 

Aald. = ninj^ der sich absondernde, wildlebende Esel, 

Oob39, 5, = «TS. 

1 jK W. Tfc^, vgl. ot^eip znsammenriigen, festverbinden, 

2^y=ferD zusammenbiegen, wurzelverw. mit :nt< flechten 

U.S.IV. Daher \^f 1) zusammenziehend, fest, hart sein. 2) kali 

^ ^ ^ ^ ^ ^ 

sein =r fui«3 nach der gewohnl. Uebertragung. 3) Sich zusammeif- 

zielin, zuruck^iehn, fliehn u. s. w. \^A sich zusammen- 
ziehend, fes4haltend, zah u. s. w. Daher T11K znsammen- 



V 



29ti U. UiDlenYerdoppelte Perfekta. 

gezogen, fest (von Faden) Ez. 27, 24, wie schoD A. Sehvltens 
u. A. , auch Eioald (gegeii Geseti.') es gefasst haben. Nach dieaer 
(ii'uiidbdtg;. ist aucb HK die Zeder tiach der Harte uod Feadffkeit 
ihres HoUes benaniit worden. Ohue guteu Sinn fasst aiao ripK Zef. 
2, 14 gewohnlich als Zederngetafel. Die Eule und der Wiisteo- 
vogel Achreien: „ihr Zederngetafel ist bloss gelegt!** Allein 
nicht dies, sondeni die Wand wird bloss gelegt, wen n man das 6e- 
tafel abreisst. Besser fassen desshalb Hitzig und Etcald das Wort als 
Hif. von rm und punktireii TVDT) = TITIH (vgl. Mich. 7, 15. Jes. 63,3): 
rny. nr)IJ zerrissen, zerranftl Es ist zugleich elue Nachahmuiit; 
des iiraclizenden tieschreis. — 

t^ji( verwandt uiit DK zusanimengezogen, fest, hart 
sein; vgl. v^ zusanimengezogen, dick, hart seiu, Daher 
K^^9 U^)l ^^^ Erde, das Land, als dichte, feste Masse 
bezeichnet im Gegensatz zum Wasser. Gen. 1, 28. Das Wort ist 
kein urspriingliches Nomen, wie Gesen. will, nocb weniger kann es 
mit dem Skr. dhardy dharani Erde, eig. Festland, continenSy v. d. 
W. dhri festhalten (vgl. treu, durare u. s. w.) verw. sein, so- 
wie Geaen. dies schoii irrig mit dem lat. terra zusammengestellt hat 
Sehr hautig geht die Hauptbenennung der Erde zwar von der Vorstel- 
lung des Festen und Harten aus, allein es liegen schon im Indo- 
germanischen verschiedene Wurzelu zu Grunde. So heisst terra 
eig. das Trockne, verw. mit torrere = dorren, re^aofiai. Vgl. 
Skr. tri^c/i r=. d iirs ten. Aehnlich ?} ^rj^a das Trockne = festes 
Land. Auf eine abermals andre Abieitung fuhrt das goth. airtha = 
Erde u. s. w. Vgl. die Gottin Hertha. 

tynfcs W. iHy verw. mit :nN zusammenflechten, nTK ver- 

binden; noch naher entspricht HK festmachen, ^^ adhaesU, 
ligavit; daher jjA#-ft conju,v, Plur. \jt^\^\ sociiy eig. die Ver bun- 
den en. (jM«^ der Verbundene, der eine eheliche Verblndung ver- 
sprochen, daher der Verio bte. Danach bed. Pi. tnH festver- 
binden, festmachen — eine Fran, daher verlobeu. Sehr un- 
passend kommt Gesen, im Lex. man. nach Manger auf die Bdtg. der 



t) darch Wiederholnnf def enten Radikals. 



297 



Di 
U 



Verlobung^ von der TheilDahme des Ehebetts, indem er 
^Ift exstruxit vergleicht. — Verwandt Ist 

C7ni( W. *)K fest an Etwas haiigen, dalier begehren, 

~ T 

verlangen; vgl. (j*y^ adhaesU alicui; assiduust fuit, \j^r^ ^^' 
siderio rei captus est^ c. ^^ r. gefesselt, angezogeii von 
einerSgche. ^%« begehren, begierig sein nach Etwas mit Jf . 
Daher nChM Verlaugen, Sehnsucht ij;. 21, 3. Wurzelverw. 
ist der Stamm 

\ ^^ W. T =» •)«, ly, In der abgelelteten Bdtg. festmachen 

= 6hM, 6ni<<, ni<, daher 1) fasseu, fest ergrelfen, in Besitz 
nehmen, 1 Kon. 21, 15, 16, 18. HCh^., nU^T Besitz. Uebeitiagen 
Chrn Most, eig. was (den KopO einnimmt, die Besinnnng weg- 
uimiut; n^ vcrkiji*zt aus nch^ eig. das was fasst, fesselt, da- 
her Netz, Garn. 2) An die Bdtg. in Besitz nehmen, Besitz 
crgreifen, schliesst sich die: erben, vd>%*; Chi^ der Besitz- 
Belnner, Erbe. Auch Jer. 8, 10. Micha 1, 15 l)ed. es nicht eig. 
Eroberer. Micha iiat es bloss des Wortspiels wegen gewalilt, etwa 
so: pHocli lass ich gegen dich marschi ren (den Feind,) Biirgerschaft 
ron Marescha.** 3) Die Bdtg. in Besitz nehmen, spielt zuwei- 
len in die: einnehmen, erobern, bezwingen iiber. Deut 
2,12, 21. 11, 1. Fabch zieht Geaen. Sprw. 30, 23 hieher, wo es 
Tielmehr erben, beerben bedeutet Ebenso Jer. 49, 2: Israel 
w'ird seine Erben beerben. Nif. in Besitz genomnien (nam- 
licb von Andern), daher besitzlos geworden, verarmt sein, 
verarmen. Gen. 45, 11. Sprw. 20, 13. Ganz falsch halt Gesen. tth 
fiir die Wurzel und vergleicht 6^1. 

IT W. T = Vl u. 8. w. scheiden, trennen, loslasseu, 

verw. mit rn^werfen, streuen, daher IT 1) hinabwerfen = 
hinabstiirzen, besonders von Thranen: herabf iiessen, stro- 
men, rlnnen.* Tbren. 1, 16. 3, 48. Jes. 15, 3. Uebertragen steht 
stiirzeD = fallen, herunterkommen u. s. w. 2) Herab- 
fliessen, berabkommen, daher hinabsteigen, hinabgehen; 
Hif. hinabsteigen lassen = hinabfiihren, herunterbrin- 
gen, auch hinabstossen, stiirzen, <][e8. 10, 13 u. s. w» Verw. ist 



L 



228 II. UinicoverUoppelte PerfekU 

ISni^ Job 16, 11 : stiirzen. Aehnlich Noin. 22, 32: es starzt 

der Wcg vor mir, d. i. er bringt zu Falle, gestattet keioen 
Fortgang. 



Q^^P W. 7p kommt nur einmal in dem Subst. ]1tt^ vor, 1 Sam. 

13,21, und muss nach dem Zusammenhange ein scharfes Ceiseriies) 
Werkzeug bezeichnen. In den Targum. stelit es Kob. 12, 11, fir 
Dorn, so dass es iiberhaupt Spitze oder Zacke zu bedeiiten flcheiut 
uach der W. 7p spaiten, sehelden; vgl. yjp einsehneideii, 
eingraben, 1 Kon. 6, 29. Ferner yJLi percussit; vestiguum 
impressit extreino baculo terrae; infixit terrae caudam locusU 
u. s. w. Vgl. chald. wTp klein, gering, mager sein, wie 77p* 
Ganz irrig halt Gesen. im Lex. man. den Stainm fiir eine Yersetzung 
von fsfp7 und ebenso inig wird im Tkesaur. utop C^techen) ver- 
glichen. Das Instrument heisst aber bestimmter ]^w7p w7^, d. i. 
Dreibeit der Spitze, eine dreifache Spitze habend, i^vas 
danil alterdings so viel ist, als unser Dreizack, Dreispitz, (ob- 
wobl es anders gebildet ist) und etwa eine dreispitzige Heu- 
gabel bezeichnen mag. 

U2\l W. ^, vgl. hhp S. 47. Hif. ^n leicht, gering hal- 

ten, daher verachten, 2 Sam. 19, 44. Ez. 22, 7. Yon derselbea 
Uebertragung geht DTp aus: gering achten, verachten, ver* 
hohnen, Ez. 16, 31. Hitp. sich hohnisch zeigen, sich lustig 
machen, spotten iiber Etwas mit D Hab. 1, 10. Ez. 22, 5. 2 Kon. 
2, 23. An letzter Stelle begeht De Wette den sonderbaren Irrthom 
tolD^n^l sie spotteten iiber Ihn, zu iibersetzen: „8le stei- 
nigten ihn*', Indem er D7p mit *?pD verwechselt zu haben schcint. — 
0^ Spott, Gespott. Jer. 20, 8. ij;. 44, 14. Ganz unzulassig halt 

6e«^n. das athiop. AA^ ! verspotten, verlache^ von der W. 

flA. fiir verw. und versetzt. Die Bdtg. von 07p in den Targum. nni i 
im Neuhebr, laut rufen, preisen, scheint nur dnrch hartere Aus* ' 
sprache des Stam mes 0?^ jubeln, frohlocken Hiiertragen zu seis, 
und liangt mit der obigen Bdtg. nicht zusammen. 



1) durcb Wiederholung det ersten BadikaU. 299 

tO^P W- /p scheiden, treiinen, abschneiden, daher 

I) klein machen, verkiirzen, Cvgl* ^EOp) tM/j^ der Verkiirzte, 
Icr Zwerg, Kriippel. Lev. 22, 23. Vgl. LilU; sehr kurz, kleia 
ron Gestalt, verkriippelt. 2) Trennen = abhalten, zuriick- 
kalten, bergen, dalier ED^p Ort der birgt, Zafluchtsort, 
hsyl. Vgl. chald. IDTp einen Fliichtling bergen, bei sich auf- 
lehmen. 

E^^J W. 7J, vgl. 773 fortbewegen, fortrollen, walzen 

S. 46. Vgl. yhn herausziehn, wegziehn; JL>> evulsity tnu^Uy 
extendit. Daher kann t^^ sehr wohl bedeuten herabsteigen, her- 
ibkommen herabspringen (mit ]jp) H. L. 4, 1. 6,5: »deine 
locken gleichen eiiier Heerde Ziegen, die herabwallen 
?•» Berge Giiead**. Das Bild der herabwalieDden, wogendeo 
Locken geht verloreii, wenn man mit Ewald und Gesen. iibersetzt: 
die sich lagern am Berge Gilead. Das arab. imJL^ sich 
liederlasseu, herablassen ist durchaus. nicht gegen die gege- 
^e Uebersetzung. 

T/J W. 7:1 trennen = bloss machen = n*?:!; daher 1^^ 

4la8 Blosse, Nackte = die Haut. Job 16, 15. 

2^5n W. 7n scheideu, trennen; vgl. ihVi aufgelost, 

teich, schlaff sein = is^n 1) intrans. schlaff, schwach, 
kingestreckt sein, sichhinstrecken, hinsinken. Job 14, 10: 
'er Mann, er stirbt — und sinkt dahin, — ins Schattenreich. 
if\ der Schlaffe, Weiche, daher der Schwachiing. Joel 
I, 10. ni^Tn Niederstreckung, Niederlage. 2) Aktiv sich 
linstrecken OV) iiber Jemand, d. i. ihn iiberragen, iiber- 
raltigen, niederstrecken. Jes. 14, 12. Daiier steht es aach 
Jm mit deni Akkus. Ex. 17, 13. 

I^2n W. 7n trennen = entfernen, dalier 1) wegneh- 

len, abreissen, ausreiss^n, ausziehn u. s. w. Uebertrag. 
los. 5, 6: er (Gott) hat abgezogen von each, d. i. hat sich 
isgesagt von euch, ganz wie auch m^ vorkommt. nlli^np 
lelder, die man nicht bestandig tragt, sondern auszieht, daher 



300 II. HintenYerdoppelte Perfekta 

Festkleider, Jes. 3, 22, sonst nlfi^^ Wechselkleider genamt 
THjp/U das Ausgezogeue, die Kriegsbeute, die abgenommeiie 
RustuDg. Vgl. ^aJL^ entreissen, J[^ ausziehn = yhn. Ai 

die Bdtg. ausziehu schliesst sich 2) die: in den Krieg, iD dei 
Kampf ziehn, daher geriistet sein. yVT) der Geriistetei 
Schlagfertige, der ins Feld zieht Daher iiberhaupt dann 4cr 
Riistige, Starlie, der Held. Jes. 15, 4. Hif. riistig macheii 
Jes. 58, 11. Nif. sicli riisten. Vgl. JL^ V. id. Mum. 31, S. Daiier 
auch D^l^^n di^ Riistigen = Starkeu fur die Lenden. Job 38,1 
40, 7, nach derselbeii Uebeitragung wie D^IHD. 

U^n W. 7n, vgl. 173 trennen, of fen, bloss machen, 

her iibertragen Mif. aufdecken, erklareu. 1 Kon. 20, 33. V 

^ ^ ^ ^ ^ ^ 

•Jl& nudavit, joJL^ abgezogen =:. rein, weiss sein. 

omnia arcana alicui dLvit. 

n^n W. 7n scheiden, treuuen, daher 1) den Boden trei 

neu, durchbrechen, graben, davon l^R der Maulwurf, ei| 
der Graber. 2) Trennen, abbrechen, daher JJa den 
abbrechen, liegen bleiben, verweilen in eineiu Orte; sodi 
wetter: wahren, dauern, iuiinerwahrend, ewig selo. Dai 
bed. n7n das Dauernde, Wahreiide, daher a) die Lebeo( 
dauer, t/;. 39, 6. Dann poet, d as Le ben selbst. Job 11,17. ij;.89, 
b^ An die Bdtg. des irdischen Lebens, dieser LebensdaiK 
schliesst sich leicht die der Zeitiichkeit, der Welt iiberhai 
I/;. 17, 14: Leute von der Welt. \p. 49, 2. 

t^^V) O/J/j T^y ^' ^y; dlese verwandten Staiume gel 

sammtlich von der abgeleitcten Bdtg. aufsteigen in roy aus; di 
ohy aufspringen, hiipfen, frohlocken, jubeln. Vgl. 
saliit \jaXi im/uieta fuU anima ; ebenso yix aufgeregt, unrubij 
sein. Die obige Bdtg. geht nicht vom fiohlichen Gescbrei aus, 
Gesen. will, sondern wie das verw. TJ von der lebhaften Bewegi 
und entspricht ganz dem lat. ex8ultare. 

W. 7y trennen = abhalten, hemmen, besondeit 

das Licht; Cvgl. tD^ zuriickhalten , bergcn) daher rte^. das J^ 



lO^V 



1) dareh WiederhoIoDf dei ertlcn Riiikals. 301 

emni(e Licht, dichte Finsternlss. Gefi. 15, 17. Ez. 12, 6 ff. Vg^. 
U*JL^ obscwritas^ tenebrae. Wurzelhaft verw. ist 'Tj/D finster, 
lehwarz sein = S^n S. 25 f. Ferner v^y = 0?^ bedecken. 

l^K W. ^K = ^ scheiden, treniieii; Cvgl. n^K ent- 

icheidend, stark, fest sein) JJ fest an einerSache sein, 
lir aniiangen =• ^^A. Daher das verw. Pi. |^7^^ fest, eiig inaehen, 
Irangen, Jemandem hart zusetzen; Richt. 16, 16. Ganz ver- 
Kehrt halt Gesen, y^H fur eine Zusammensehmelzung von yhn . 

>^ W. y = ^n scheiden, trennen; 1^^ (= n^n) dureh- 

^rechen, hervorbrechen, vom Durchbruch, vom Hervor- 
Lommen der Geburt, daher gebaren, dann auch zeugen, her- 
orbringen. Pi. hervorkommen lassen = gebaren helfen. Ex. 
P 16. Nif. sich hervor- oder hindii rchdfangen = geboren 
rerdeii. n)l\ das Ge borne, das Kind, der Sohn. Aeth. (DAJ?*I 



-t. 



O^D W. p neigen, biegen (= J>a3, mn), daher 1) zu- 

plm menbiegen, einwickeln, Hitp. sich einwickeln, ein- 
AUen, Jes. 28, 20. orjQ eine Art B^inkleid der Priester zur 
Ifaahiillung der Sebam. Ex. 28, 42. 39, 28. Ez. 44, 18, spater nach 
pm Pers. ]^^2'1D = sarabarae^ saraballae Ho sen genannt. Dan. 
I SI9 27. Vergl. (^aJL& eng sein, eig. zusammengebogen. ^t^\ h^ 
f§kant. ^^^LLs. abbeugen, mit ^j.^, daher zuriickbleiben. 
elnbiillen, verbergen. Vgl. JLl^, JiH infiexU;^ incurvavit 
mjj^ contraxit. J" \^ 1 cantarsit. yl^ ein biegen, ein- 
ecken, verbergeo u. s. w. 2) Zusammenbiegen = zusammen- 
lngen, aufhaufen, ansammeln, sammeln. i|;. 33, 7. Koh. 
Sj M. 3, 5. Ebenso Pi. 1/;. 147, 2, sammeln, zusammenbrin- 
Dnzulassig halt Oesen. die Stamme ]X nnd 021 fur Umsetzun- 
voo'oiS. Verw. aber ist n:i der Wurzel and Bdtg. nach. Die 
btigkeit der angegebenen Grundbdtg. beweist auch der von D13 
h Wechsel von s und r abgeleitete Stamm 

nj«3 der weder ein sog. Natnrlaut ist, noch wie Oesen. eben- 
Ida neint, dem deutschen knarren und schnarren entspricht, so 



1) tluroh lAaAriwlmiff 4w mtcn Radikil* 303 

• ■nliachen Htislker, wie v. Bohlen nlll, nrit ier 

'iisammen. Fur die angegebene Beieich- 

7.U bemerken, ioMs Im Syr. nach der- 

Kame, zalie bezeichiiet ist, wo- 

'niijres, leinenes Gewand 

hr unwahraclieiiilich, dasa 

iO Stnff der Salten 

'I'ull.'i vermutbet bat. 

eiDbiillen, wie 

-cken = pi; davon 

U) Dinge die mm eln- 

. Itiltze. Esther 3, 9. 4, ?. 

^usainmengezogeu ist aus ganza, 

.ieti Syrei'ii, welche das Wort berelts 

lU im Tulmud (KUJ Inutet. Vgl. Barhebr. 

.a deutstbe Scha-tz>eig. das Verdeckte, 

Aufbewahi'te, wui'zelhaft vern'. mit Schutz, 

«^lio-te, Hiille, HiiUe; Sckatten; Scba ^ axia 

.rt-elViaft verwandt mit til ist 

^* In = p neigeu, biegen, daher 1) zuBammen- 
^iiihullen, aufbewahren, inabesondre einen Leich- 



iiMe 



einwlckeln und dnrch kiiDstllche Htttel vor 



g bewahren, d. i. einbalaamiren. Wabrscbeliillcb 
J Uebei'tragung vuii der allg. Bdtg. anfbenahren, dauer- 
iverweslicli machen ana, wie das griech. Wort datur 

iihiilidi iibertragea iat; eig. dorren, auadorren, aua- 
.ii, trockeu legeu, wie es nocb vorkouimt, daber 
gcb uufbewahreii, vur Pauliiiss bewahren durcb £!»• 

Raiicbern u. s. w. b^ Eiae Leiche vor Fauliiias bewab- 
ibalsimlreu. llcrod. 2, 8C ff. GeD. 90, 2,3, 26. Aa diese 
' Aufbewabruiig ciuea Todten, die bes. durcb Gewurz nad 
iieu bewirkt wuide, Ktlilieaat alch Im arab. Jala, die : eine 

Hut-zen, d. i. eitibalsamlren. Daher Uli«-, .LjJ^ 
iche und Gewiirze zum Einbalsamtrea der Todten. Wegen 
leciellen Ticbraucha kaiin Dm H. L. 2, 13 nicfat wohl vom 



302 ' n. Hiatenverdoppelta Perfekia 

dass die Cither ")132 auch sonst mog^lichst uiipassend als daa knar* 
rende und scliiiarrende Instrument bezeichnet worden ware. Die 
semit. W. ist vielmelir p = ]n und bed. neig^en, biegen (ytrm, 
mit genu := Knie u. s. w.) n^n, daher rVl^n etwas Gebogenes, 
Gewolbtes, ein Gewolbe (Gefangniss^ Jer. 37, 16. In gaoz 
ahnlicher Bdtg. kommt der mit 1^2 verw. Stamm jC^ tm Arab, vor: 
etwas biegen = etwas Gebogenes, Gewolbtes machen, 
und dann das Subst. S^ua ein gebogeues, gewolbtes Werk 
und zwar auch etwas aus einer Schiidkiote Gemachtes, eio ofm» 
testudineum. Demnach ist also ii^3 unstreitig etwas Gewolbtes, 
und naher dann der gewolbte, schildkrdtenartige Schall- 
boden eines Saiteninstruments , das mitliin ebenso benannt ist, wie 
das verwandte testudo^ X^^^^ ^^^'' X^^^^^s ^^^ Sehildkrote uii 
sodann die aus der Schildkrdtenschale verfertigte Lyra, bes. der 
gewdlbte, mit Saiten iiberzogene Theii derselben. Das grieeh. zehi- 
seitige ynvvga ist dasselbe Wort und durch die Phoniken verbreitet — 
Das Instrument kanu urspriingiich nicht ein wimmerndes, klagen< 
gewesen sein, zumal es das aligemeinste Instrument der Hebraer wtrj 
Gen. 4, 21. Es ertonte vielmehr bei Lust und Leld, be! frohlichi 
Gelagen. Jes. 5, 12. Vgl. Gen. 31, 27, bei Lob'gesangen. xp. S3, 
48, 4. 150, 2, beim Gesang herumziehender Lustdirnen. Jes. 23, 1( 
sowie bei traurigen Anlassen. Job 33, 31. Vgl. Jes. 16, 11. InsI 
Bondre wurde es bei den Trauerfesten des Adanig gespielt, W4 
die Griechen diese Musik des Kinnor personiiicirten und den JTm 
als Vater des Adonis vorstellten, sowie sie die dabei aufsteigem 
Wohlgeriiche des balsamiseheu Raucherwerks (ID == ^tti^^) zu sei 
Mutter machten und sie Myrrha naunten. Abgeleitet von J4 
Trauermusik ist sodanu das Adj. xi>wqo£ jammerud, wehkla|^ea< 
sowie das Verb, xivv^ofiav klageu, jammern, winseln. — 
Fi'yyQagj ein Beiwort des Adonis, nach einer Art Flote, die eh 
klagendeu Laut hatte, etymologisch nicht mit Kinnor, wie Gesen. 
Hitzig vermuthen, zu kombiniren sei, ist schon von Tucb, Kom. 
Gen. S. 117 hinlanglich widerlegt. Der Sache nach ist zu vergldi 
der Name Aboba Q^yv- ni3N[ Flote), unter welchem Adonia in Kleh 
asien auch verehrt wurde. Schwerlich haugt das Skr. Aiimani, d^ ' 



1) (lurch Vfiederbolang dea ersten Radikats. 303 

orsanger der liimmlischen Musiker, wie v. Bohlen will, mit der 
nit Cither irg^eiidwie zusammen. Fur die angegebene Beseich- 
ig des Instrinnents ist noch zu bemerken, dass im Syr. nach der- 
beD W. derHanf als der biegsame^ zahe bezeicbiiet ist, wo- 
t daiiii weiter das arub. SjLl^ ein laiiges, leineiies Gewand 

tergleichen sein wird; allein es ist sehr unwahrscheinlich, dass 
s Kinnor Tom Hanf als dem (problematiselien) Stoff der Saiten 
inen Namen sollte erhaiten haben, wie man gleichfails vermuthet hat. 

TJ3 W. p = D^D zusammenbiegen, daber einhiiilen, wie 

Aethiop.7{Hr arab. yjL^ einhiillen = bedecken = ]2:i; davon 
^ a) Deckeu, Ez. 27, 24. Vgl. S. 224. b) Dinge die man ein- 
lilt, bedeckt, verbirgt, daher Schatze. Esther 3, 9. 4, 7. 
e Romer erhielteii ihr gdza, das zusammengezogen ist aus i/anza, 
D den Semiten uud zwar von den Syrern, welche das Wort bereits 
verkurzt haben, wie es auch im Talmud (KtJ[) lauteti Vgl. Barhehr. 
425. Ebenso bed. das deutsche Seha-tz»eig. das Verdeckte^ 
iruckgelegte, Aufbewahrte, wurzelhaft verw. mit Schutz, 
i. Deckung; Scho-te, Hiille, Hiilse; Scbatten; Scha = ox^a 
8. w. Wurzelhaft verwandt mit tl^l ist 

EO^n W. \T\ = p neigen, biegen, daher 1) zusammen* 

egen, einhiillen, aufbewahren, insbesondre einen Leich* 

.m einhiillen, einwickeln und durch kiinstliche Mittel vor 

^alniss bewahren, d. i. einbalsamiren. Wahrscheinlich 

lit diese Uebertragung von der allg. Bdtg. aufbewahren, dauer- 

ft, unverweslich machen aus, wie das griech. Wort dafur 

}i']ltv(a alinlich iibertragen ist; eig. dorren, ausdorren, aus« 

ncknen, trocken legeu, wie es noch vorkommt, daher 

Fleisch aufbewahren, vor Faulniss bewahren durch Eiu- 

Izeu, Rauchern u. s. w. b} Eine Leiche vor Faulniss bewah- 

Bi, einbaisimiren. Herod. 2, 86 if. Gen. 50, 2,3, 26. An diese 

Itg. der Aufbewahrung eines Todten, die bes. durch Gewiirz und 

^ ^ ^ 
recereien bewirkt wurde, sriiliesst sich im arab. ^ko^ die : eine 

)iehe wiirzen, d. i. einbalsamiren. Daher Uli^ ^ ^^JL^ 

bhlgerijche und Gewiii*ze zum Einbalsamiren der Todten. Wegen 

ses specielien Gebranchs kann Ed^D H. L. 2, 13 nicht wohl vom 



304 II. flialeiiYerdoppelte Pflflpkta 

Feigeiibaum gesag^ seln: er wiirzt (relft) seine Frucht, i 
das Bild auch sonst nfclit pa^sen will. Vielmehr 2) an die Bdfg. 
sammenbiegen schliesst sich die: diclit, dick, hart mtfc 
daher das Getraide zeitigen = reifen, reif werden, i 
JjjJr^] iibertragen konnte das Wort daun allg. wie im Arab, rei 
zeitigen bedeuten: ,>der Feigenbaum zei tig t seine Friicl 
Allein wegen des Parall. mit .der Rebenbliithe und weil D^H 
Knoten, Knollen, daher die harten, unreifen Feigei 
zeichnet, so kann von der Reife nieht die Rede sein. Vielmehr k( 
man das Verb, nach der Grundbdtg. fassen: zusammenbieg< 
wolben: „der Feigenbaum wolbt seine Fruchtknoll 
d. i. treibt seine ninden, gewolbten Knollen hervor; oder die I 
dicht, festmachen konnte allg. stehen fur: drangen, treil 
hervortrelben, wie die Stelle die altern Uebersetzer (L 
AquiLy Vulg extuVif) gefasst haben. Vgl. yio^. propulit, 
Bujctorf so\\ Ed^n auch im Chald. bedeuten Frucht trelben und 
Bdtg. ist wohl die beste. Der Feigenbaum drangt seine K 
len hervor. Der Ansd ruck ist gerade fiir das Hervorkommei 
Frucht des Feigenbaams sehr bezeichnend. — An die Bdtg. 
Reife des Getraides srhliesst sich 3) im Arab, die des R 
werdens, h>l^ ruber (braunrdthlich). Danach ist am wahrse 
liehsten der Waizen, kkJL^ = n^n statt n^^ri als der rdthi 
bezeichnet. Uebrigens erinnert der Name auffallend an die pers 
zelchnung fur Waizen: gandum, Skr. godhuma u. godhuma a) \ 
zen, b) Orange. Das indische Wort bed. wahrscheinlich Strah 
ranch; von jfo Sonne, Lichtstrahl, HImmel u. s. w.; s. Wl 
und dhuma = fumus; vgl. dhUmahha rauchglanzend, rai 
(rostO farbig, daher auch purpurfarbig = dhumala, D 
gddhuma das Lichtrothe = Hell- oder Gelbrothe, wesf 
auch die Bezeichnung fiir Orange nicht auffallen darf. Das si 
Wort kann danach ebenso an- und umgcbildet sein, wie aus godl 
unser unklarer Name: Waizen, goth. hvaiteiSj nd. Waiten, 
hueiziy eng\. wheat wahrscheinlich verstiimmelt ist, urn es an 
einheimische Etymologie anklingen zu lassen, vielleicbt an Avd 
weiss, hell, obwohl nicht eben passend. 



1} durch WiMoffliolang det eriUn Radikalt. 305 

^jy ^my Wurzel ]y neigen, beugeii, ^j^ beageii, 

krummen, daher e^^y beugen, drucken, pressen iind zwar 
inrch Auflegung; einer Geldbusse Jemand driicken, iimGeld 
strafen, brandschatzen, Am. 2, 8. Dent. 22, 19; mit 7 der Pens. 
e!ne Strafe Jemandem auflegeii. Sprw. 17,26. Nif. gestraft 
werden, btissen. Ex. 21y 22. t^fjy Busse, Geldbusse* Sprw. 
19, 19. Yerwandt ist 

IJV W. ]y neigen, hieg;en,jjLe mit ^^ abbiegen. Im 

Hebr. findet sich der St. nur noch in ty Z i e g e, verkijrzt aus WJjJ = yLe , 
4 wie ^ Gaumeii von •?|in; ^H Nase stalt v^^H- KJi = gaza fur 
ganza u. s. w. Es fragt sich, w\e die angegebene Bdtg. des Stammes, 
der mit Unreclit in unsern Worterbuchern febit, auf die Bdtg. der 
Ziege iibertragen sein mag. Ganz zu verwerfen ist zunachst die An- 
sicht von Gesen. u. A., welche die hebr. Form ty fiir urspriinglicli hal- 
teD und die arab. daraus sich verlangern lassen. Danach wird dann 
togenommen, ty bezeichne urspriinglich den Bock als den starken 
•der steifen (!) so wie yl^ ebenfalls Bock bedeuten soil, und set 
daon auf die Ziege iibertragen. Diese willkiirlichen Behauptungen 
^d im Arab, mit Recht zuriickgewiesen und dort ebenso unerwels- 
licli, wie im Hebr. — Im Arab, steht u^ ausserdem noch weit alige- 
Kieiner als Name weiblicher Vogel, z. B. fiir das Weibchen des 
Adlers, des Geiers, des Trappen, woraus liervorgeht, dass das 
fVort urspriinglich eineu ganz allgemcinen Begriif, namlich den des 
•Weiblichen iiberhaupt bezeichnet haben muss, so dass die Uebertra- 
Sang auf verschiedene vreihiiche Thiere sich leicht ergab. Man konnte 
Yermuthen, das Weibchen sei als das sich beugende = dem 
^Mannchen oder Mann sich unterwerfende bezeichnet worden, 
Womit dann das wurzelverw. :iay wolliistig sein, eU^ Wollust 
Mu vergleichen ware. AUein weit wahrschelulicher ist das sich 
Biegende, Biegsame alsdasWeiche und Schwachere vor- 
^tiestellt und auf die Art passend auf das weibliche Geschlecht iiber- 
tmgea. Diese Bdtg. bestatigt das verw. v^| weich sein, bleg- 
•am (von Eisen), daher v^aST 1) weich (vom Boden), 2) im gram- 
matischen Sion: das weibliche Geschlecht. Dann Denom. 11. 

HciOT*! Ii«br. WHnelwOrterbuch. 20 



308 II. Hintenverdoppelte Parf^kta 

(leine Person = dicli. Vgl. Ez. 34, 2: o die Hirteii Israel 
die da ihre eigne Person CDnit<() = sicli selbst weidei 
Die zweite Form r\H ist ebenfails ein St. c. und aus r\)H = Sj 
zusammengrezofifen : r!^H = HK, kiirzer HK = HK. Beidc Formen e 
klaren sicii hiernach ebenso leicht wie IT und 17i, 713 und T^. Vg 
Hagg. 2, 17: ich sching euch mitBrand u. s. w. "hn D^Hlj^ 7^ 

• • • 

doch nicht wandte sich eure Person (= Seele) zu mii 
Die ursprungliclie Bedeutung lost die scheinbar harje Konstniktion 
die namentlich auch ofters beim Passiv mit HK vorkommt. z. B. Gen 
4,18: Es ward geboren dem Henoch die Person deslrad 
Vgl. Gen. 21,5. Ex. 10, 8. Hos. 10, 6 u. s. w. Der ersten Bdtg. ge 
mass steht das Wort mehr bei Persouen, als bei Sachen, z. B. si( 
salbten nn"ni< die Person des David = den David. Vgl 

•TV 

Jon. 2, 1. Ebenso bei dem personlichen Fragworte: ''D^DK die Per 
son wessen? d. i. wen? Jes. 6, 8. Von Sachen bed. nt< Kor 
per. Form, G est alt, Gegenstand u. s. w. z. B. Gen. 1, 1 
Gott schuf yitVl r\H) D^DC^ n« den Korper des Himmels und dei 
Erde, den Himmels- und den Erdkorper, oder kurzweg: der 
Himmel und die Erde. Aus diesem allg. Sinn einer Unterordiiuii; 
uberhaupt erklaren sich jetzt eine Reihe von Stellen , die man hisliei 
nur sehr gezwungen deuten konnte, z. B. Gen. 17, 5: „niclit werd< 
noch ferner genannt 7|Qt2^~nt< die Gestalt='die Form deines Na 
mens Abram u. s. w. 1 Sam. 17, 34: da kam der Ldw( 
atTHTWl und der Leib des Baren (= der leibhafte Bar). 2 K60 
6, 5: als einer den Balken fallte, da fiel ^3n"n^< d>^ 
Form des Eisens = die Eisenform ins Wasser. Allein wahr 
scheinlicher ist hier ni< (von nPlK) zu lesen in der ersten Bdtg 
Schnelde, Scharfe, dann iibertragen wie Haue eine Hacke 
Karst: ^die Schncide des Eisens fiel ins Wasser", indec 
er den Stiel In der Hand behielt. 2 Sam. 11, 25: »nicht miss 
falle Dir n-in l^^nn'rw der Ge&renstand dieser Sache = 
diese Sache.*' Ganz unzulassig sowohl der Form als der Bdtg. naci 
vgl. Gesen, avrog mit niK . Ebenso unhaltbar ist Eivalds Vermuthung 
dass ein altes Reflexiv-Pronomen , entsprechend dem lat. se (8U^ ^ra 
darunter verborgen sei. Im Semitischen kanii ich keine Spur davoi 
entdecken. Dies driickt sonst vielmehr das Reflexivnm dorch Snb 



1) durch WiederholuDg de« enleii Radikals. 309 

stantive aus und danacli scheint das Atf, welches den reflexiven Statnm 
Hitp. bildet, niehts anders zu sein, als das obige HK = n^ (HM) == 
"nn die Person, das Selbst (sowohl ausserlich als Innerlich); 
ilD3nn den Korper bedecken =sich bedecken: tt^pnn die 
Person = das eigene Selbst heiligen= sich lieiligeu. — 
Als Zeichen der Unterordnung schliesst sich an nK (oder nt<) das 
aram. n^, welches Etvaldj Zeitsch. f. d. Kuude des Morg. V. 2. S. 434 
seltsam aus einem athiop. kijdt verkiirzt sein lasst, walirend dies Wort 
doch kijd lautet, YXJP • "'^^ formell dem arab. L( ei|tspricht. Das 
Arab, bestatlgt sehr deutlich die hier gegebene Erklarung. Vgl. dUI 
hatedich! eig. als Aus^ruf : deine Person! z. B. jL^^Jt ^jjo ^LjI 
deine Person — vor dem Lowen! d. i. hiite dich (= deine Person) 
Yor dem Lowen! 

2) Uebergang der Zahn- u. Zungenlaute in Hauchlaute. 

Ueber den Lautweclisel vgl. §. 16. Nro. 2. 8. 228 ff. 

nO^ W. on, hiutenverdoppelt non = HDH zuzammen- 

ziebn, festmachen, (vgl. DCn zusammenbringen, voll, 
fertig machen) daher anhalten, stehn bleiben vor einem 
Gegenstande (7y) d. i. staunen, erstarren, indem die gesteigerte 
Verwunderung sich ausserlich als ein Erstarren und Stehnbleiben dar- 
stellt. Mit 7K Jemand anstaunen, anstarren. Auch das deut- 
sche staunen hangt zusammen mit stauen, stagnare, und geht 
welter wie das verw. stupere Cvgl« steif, Stab) v. d. W. std^=^ 
stehen aus. Vgl. Jl^ stetit attonitus, Uebrigens konnte man die 
Bdtg. des Staunens auch als ein Verstummen anffassen, so dass 
iltn zu vergleichen ware. Yerwandt ist 

^0]n = i^DD W. on, DO zusammenziehn, festmachen, 

fassen, halten, erhalten, stiitzen u. s. w. 

yOC^ W. Dti^ CpOtt^ = jn^e^) zusammenziehn, festhalten, 

daher etwas mit dem Gehor fassen, vernehmen, also horen, 
Anhoren, zuhoren, gehorchen u. s. w. 

ntDS^ W. Dtt^ zusammenziehn, abziehu, einen Stoff ab- 

T T • 



310 11. Hintenverdoppolte farfckta 

ziehti, abreiben, d. i. poUren, glatt, glanzend machen. 
Daher ^D^ der Glatte == Olanzende = der Lichtather, Him^ 
mel. Vgl. A^ bell = better sein, scberzen. IV. leuehten. 
Wnrzelverwandt ist etot^ Sonne, Dt^ Glanz, daber sicbtbares 
Zetcben, Bezelcbniing, Name u. 9. w. S. 71 f. 

n^^ W. T]^ zusaiiimenziebn, abzlebn, abscbaben, 

daher kabl, nackt, bloss macben. Jes. 13, 2. Job 33, 21. >^li 
Kablbiigel. Jes, 41 9 18 u. s. w. 

y^S!^ W. ^^ = Q^ zusaminenziehn, zusamiueiibriii- 

g^eu, aiifhaufen; daher y$^ daa Zusamuiengebracbte - 
Erubrigte, Gewinn, Reichthum. Deut. 33, 19. Vgl. pser. - 
nySl^ Masse, Menge. Job 22, 11. 

■ • 

TI^S!^ W. F]tt^ zusammenzlehu, daher 13 zusammenbrin- 

gen, aufbaufen, aufwerfen Qehien Wall) Ez^ 27> 8. 8) M^ 
^y auf Jemand etwas werfen, sebiitten, z. B. Zorn, £z. 
14, 19. Tbren. 2, 4. Daher 3) iiberbaupt: aussehiitteD, aus- 
glessen, giessen, vergieseen. Vgl. nSo- 

n&S!^ W. fp zusammenzlehn = r\S^ zusamraenhangeii, 

Nif. sich anbangen, anseblies»en, Jes. 14, 1. Daher nriSt^P 
was zusammenhangt, ehi zusammengehdriges Geseblecht vAt 
seinen Gliedern, Familie. nn$t^ eig. wobi die Angeborige, 
eine aus dem weiblichen Theiie der Familie, daher die Magd, eine 
Uebertragung, die sich leicht erklart. 

n32^ W. ntS^ zusammenziehn, zusaminenraffen, daher 

fortraffeq, bea. gefangen fortfiibren, ^xf, 7}^Vtt rfCff^ Gc- 

• • • • 

fangenscbaft. Die Redensart nU8^ 3^ bed, a) die Gefang«ft* 
schaft wenden, aufhebeu, seit Joel 4> 1. Aiq. 9, 14 oft V4»n der 
messian. Zeit. b) Uebertr. ganz wie das deutsche Elend Cd. I. Au^ 
land, siM, eli-leiitO das Elend en den, das Weh wenden, Job 
42, 10, zugleicb eine Paronomasie. Irrig Ewald zu Jer. ^ 47; »<lie 
Wenduag weiKleu"! 

mDE^ W. niS^ zusaminenziebn, daber 1) zttsammeDbria- 

gen, beilegen, Pf. beach wicbtf gen, z. H. die emportM Wellen, 



m 



1) durch WMorbolung dot «rs|fn Radikali. 311 

^. 65, 8. 89, 10; Zoro, Sprw- 29, 1) m Amb. wh^- ^) Zusain- 
menbringen, anfhaufeii = gr^ssmaclien, magnificare, gross- 
preisen, hochpreisen, Insbes. Gott, wle^. V^. 63, ♦. .17,1. 

Vgl Koh. 4, 2. 8,15. Hitp. sich hochpreisen, sich riibmeD. 
1^. 106, 47. Gesen, liat die Bdtgg. schlecht abgeleitet. Das arab. 
^j^ bed. auch schwimmen, eig. Arme and Beine zusaminen- 

ziehn, anziehn (d. i. ausbreiteD und zusammenziehD), wie sonst 
auch ofters der Flug der Vogel bezeichnet wird. 

als Stamin der Zahl 7, )Qt^. Der Stamm hat sich ent- 

wickeit aus 02\^ (= ptt^3 y^S^, wie denn im Skr. aapta = knta der 
verdoppelte S = T-Laut sich noch findet. Ebenso im Aeg, apschy wo- 
raus im Kopt. durch Versetzung saschp oder achaschp geworden. Vou 
welcber Vorstellung indess die Bezeichnung der Siebeozabl au^gegan- 
gen ist^ wird sich schwer sagen lassen. Moglicherweise konnte der 
Name urspriinglich die 7 Planeten, welche friih neben Sonne und 
Mood die meiate Aufmerksamkeit erregten, als ein Kollektivum be- 
seichnet und dadurch zugleich die grease Helligkeit der Siebenzabl 
iBit begrandet baben. Daza kommt, dass bei den Babyloniern die 
7 Wochentage die Namen der 7 Planeten fuhrten und die Woche 
aelbst Bach dem Zahlworte 3^nitf genannt ist, ein deutlicher Finger- 
Hig, dass die Zahl 7 mit den 7 Planeten fruh in Verbindung gesetzt 
wtrde. Fiir die Ermittlung einer pasaenden Bdtg. ivare zu vergleichen 
'as verw. D^Dtt^ ^ tt^ kleine Sonne, glanzender Stern; fer- 
Der^S^ Glanz, Schmuck, H^ das strahlende Sternenheer. 
Oemnach kdnnte yyt^ eine leucbtende Sterngruppe, das 
Glanzgestfrn und dann speciell die 7 Planeten bezeichneu. Im 

a So 

Arab. Ist Mju^ 7 anch ein Sternbild. Eine andre Moglichkeit ware 
Aese, dass ]fy^ = }fB^ ursprikngiich Menge, Masse. Haufen 
(-n3JB6^) bed. und dann wie rnD**^ Haufen, Gruppe, daher das 
Siebengesjtirn, Plejaden, ebenso die 7 Planeten umfasst und 
dann welter als Bild diese bestimmte Zahl vorgestellt iiatte. Zu ver- 
gieichen ist die haufige Bezeichnung der Fiinfzabl nach der Hand, 
i L nacb den 5 Fingern; s. S. 81 u. 227. Eine Spur des angedeuteteu 
Ibvprunga von jns^ scheint miraueb in dem Namen von Aarons Weibe 
JOffr^ za Uegen. 



312 II. Hintenverdoppelie PerfekU 

yS^ Oder )l'^Vy A.A^ W. ^ftt = Qtff zusammeD, angc 

fiillt, voll, daherisatt, gesattigt sein. Pi. Hif. sattfgen, eig 
voll niachen. 

^D^ W. 2it^ zusammenziehn, zusammenfiigen, da 
her flechten = "?pO. 

n5^ W. i^&^ zusammenzielin, n^i^ als Subst Z usam me n- 

ziehung, daher 1) Lippe, voin Zusammenziehn und Schliessen 
des Muiides benannt. 2} Zusammenziehung = Sehluss, Rand, 
Saum, Ufer, Granze. Diese Uebertraguiig erklart sich nur aus 
der ursprunglichen Bezeichnung; der Lippe selbst, die iiicht, wie 
GescH. will, vom Schliirfeii und Schlappen benannt und noch 
weiiiger mit diesen Wdrtern etymologisch verwandt ist. 

n&^ W. 9p zusammenziehn, wegraffen, wegneii- 

men (nfiO), abziebn = HBtt^. Daher Pi. bloss, kahl machen 
Cden Kopf) Jes. 3, 17. Diese Blossmachung des Hauptes der 
Weiber liann nur, entsprechend der Schiindung, von dem sieg- 
reichen Fetude ausgehen, der ihrem stolzen Haupte alien Schmuck, 
alle Kostbarkeiten entreissen und dann sie entehren wird. An eine ei^* 
Kahlmachung des Scheitels, etwa durch Raude, oder Schorf OVSH 
S. 314) ist dessbalb mit Hitzig und Ewald urn so weniger zu denken, 
nis damit nieht einmal geradezu ein Ausfallen der Haare verbundeo 
war. Ausserdem erscheint eine so speeielle Drohung hier an sich 
schon unzulassig. Das Subst. nSfm bed. Hinraffuiig, Ermordung? 
vgl. raT schlachten. Jes. 5, 7, eines treffenden Wortspieis weg^eo 
gewahit : 

^Br hoffte auf Schllehtunf , and siehe da — SrhlRchtuas; 
Auf KechtMpraeh y and sielie da — Rechttbraeh I** 

pS^ W. ^iff zusammenziehn, zusammenbringen, da- 
her O die Hande zusammenschlagen = klatschen iibei 
Jemand, als Zeichen der Schadenfreude. Job 34, 26. Gewohnlicb 
wird der Stamm in dieser Bdtg. p£0 geschrieben. S) ZusammeD- 
bringen, voll machen, daher geuug sein, hinreichen. 



1) durch WiederholuDg dot •fftien Radikals. 313 

t 

I 

1 KoQ. 20, 10. DaraD schliesst rich 3) die Bdtg. iu Hlf. Fulle, 
Ueberfluss haben au Etwas mit D Jes. 2, 6: „an Kindern der 
Fremde haben sie Ueberfluss," womit auf die Auslander bin-' 
gedeotet ist, welche den gotzendieneriscben Kulten unter Abas vor- 
standen. Vgl. 2 Kon. 16, 10 if. Die gewohnliche Auffassung bei 
Gesen.y Hitzig, De Wette u. A. vom Schliessen eines Biind- 
nisses mit Fremden oder vom Dingeu derselben, ist J]) ge- 
gen den Parall. ^sie sfnd voll geworden von Osten her'*, (von 
^ Sachen und Sitten aus dem Osten, 2^ ist die Uebertragung im Hebr. 
unsiciier, zumal T oder 9p niebt dabei steht. Ausserdem erwartet 
man fiir die Bdtg. den Handschlag geben oder einschlagen 
wenigstens Nif. oder Hitp. um das Gegenseitige zu bezeichnen. Scbon 
die LXX. und Peschito haben das Yerbum bier richtig getasst, wehn 
gleich sie es unrichtig auf das Kinderzeugen beziehn. Ebenso Luther: 
»sie machen der fremden Kinder viel." 



i 



np^ Oder rsajff W. dtr — vpi 3tir eig. zusammen, einig, 

dalier zufrieden = frohiicli, heitersein im Gegensatz zu Zer- 
rissenbeit und innerem Zwiespalt. Dieser urspriinglichen Bdtg. ge- 
1^ mass steht das Wort auch mehr von der stillen, ruhig heitern Freude 
desHerzens, wahrend y:), vM und vh)) die laut durch Gebarden und 
Tdoe^ sich aussernde Frohlichkeit, das Frohlocken bezeichnen. 
Vgl. ^7- zusammen, mit sich einig, nicht aufgebracht, 
daher freundlich, giitig sein; sodann giitig = freigebig. 

n&D W. ^D zusammenziehn, daher 1) wegziehn, weg- 

faffen, wegnehmen. Jes. 7, 20. ip. 40, 15. 2) Zusamraen- 
zlehu = zusammenfiigen, hinzuf iigen. Jes. 29, 1. 30, 1. Hif. 
2asammenziehn = aufhaufen. Dent. 32, 23. Nif. a) zusammen- 
feraflFt = fortgerafft werden, umkommen. Gen. 19, 15. 
^) zusammengerafft = auf ge raff t, aufgerissen werden. Jes. 
13, 15: Jeder der erbascbt wird, fallt durchs Schwert, entsprechend 

HSm wer sich finden, antreffen lasst. Unrichtig mehre nach 

4em Syr. wer sich verbirgt oder einschliesst. — Mit rjO"* v. d. 

Vf. O^ bat iibrlgens ndD durchaus keine Verwandtscbaft , wenn gleich 

Ae zweite Bedeutung damit tibereinstimmt. 



314 11. lliiil#ii¥erdopp«lle Perfekta 

n&D W. vp zusammeiiBiehD, daher 1) versammmelii. 

Pu. versammelt werden = sich sammeln. Job 30, 7. 2) Zn- 
saminenziehn = verbinden, anknupfen^ Mif. sich a nsch lies- 
sen an Jemand, mit 7^ Jes. 14, 1. Hitp. ebenso 1 Sam. 26, 19 mit 
3. Falsch nimmt Geaen. die Bdtg. salben an, 1 Sam. 2, 36, woes 

• 

vielmehr heisst: fijge mich zu einem der Priesteramter, 
d. i. bringe mich bei einem an oder unter. 3) ZusammeD* 
ziehn = iiberziehn, umhiillen, daher nlD^PQ Ez. 13,18,21, 
Umhiillungen, Ueberziige, welche Wahrsagerinnen, wie es 
scheint, iiber den Kopf zogen. LXX. und Syr. Mantel (r=T\\WO 
Jes. 3, 22) welche Bdtg. sehr nahe lag. Die gewohnliche Auffassun^: 
Kiss en passt schon desshalb nicht, weil nach V. 21 die Wahr- 
sagerinnen diesen Schmuck festgenaht an sich trugen. Es miisste 
denn eine besondere Art von Kopfkissen (Vulg., SymJ) ein Zan- 
ber^issen, das irgendwo befestigt war, damit gemeint seio, ent- 
sprechend dem HQj ein kleines Polster, da9 auf dem Bandgelenke 
oder am Arme der Zauberin festgenaht war. Vgl. Eicald z. d. St 
4) Zusammenziehn = aufgehn, aufwallen, aufschwelleD. 
Daher lYSjO das Aufschwellende, Aufwallende uqd zwar 
f|) die Welle^^ Woge, Flut, Job 14, 19: seine (des Wassers) 
Wogen schwemmen den Staub der Erde hinweg. b) Das Auf- 
schwellende vom Getraide gesagt, ist das Aufwachsende und 
zwar bestimmter das von selbst, ohne Zuthun des Menschep anf- 
gehende und reifende Getraide. Jes. 37, 30 ; der urspriinglichen Bdtg' 
nach nicht verschieden von D^ntS^. — Das Subst. nngp bed, efae Haut- 
krankheit: elg. das Aufgehn oder wie wir auch sagen, das Aus- 
fahren, Auslaufen, Ausschlag, Flechte, Lev. 13, 2. 14,56< 
nnspp id. Lev. 13, 6 if . Dieser Ausschlag kann zum eig. Aus- 
satz werden. Endlich 5) Pi. zusammenziehn =» anhaufeO} 
fiillen und zwar einen Becher, daher einschenken. Hab. 2, 15* 
o der da trankt seinen Nachsten, eins chenkend, ful' 
lend den Gluttrank u. s. w. Vgl. ^j^^ implevit paculum, I.lV> 

pDD W. r|D zusammenziehn, daher 1) zusam menschla^ 

gen, D^S3, die Hande, daher klatschen iiber Jemand, als Zel- 
chen des Unwillens, Num. 24, 10, oder der Yerspottung, Thren. 2, 15. 



1) durch Wi«il€irMuQg ip$ anlfn Radikali. 3)$ 

VgL pSir S< 312. Daher ateht es auch geradeau fur bobnen, Job 

U| 26. Dann bed. es iiberhaupt scblagen und zwar *^*» ^]2 aiif dif 

Eufte, als Zeiebeu grosser Trauer. Jer. 31;^ 19. £z. 21, 17. Aus der 

Grundbdtg. zusammeiiziehn ergiebt slch 2) dieBdtg. zusammea- 

bringen, aufhaufeu, anfullen^ daher p^Q Fuiie^ Ueber* 

fluas, Job 20, 22 = j;$t^. 3> ZusamineDziehn = zusaianien- 

sturzeoji hiusinken oder wie wir ahnlieh sagen : hinschlagen. 

Jer. 48, 26: beraaseht es u. s. w. damit hinschlage (hfimturze) 

Moab in sein Gespei. 

?OQ W. X^ zusammenziehn, daher 1) umziehD, fest 

Qmscbliugeu, Job S, 17* YgL 2X zusamineuziehu *= umxiehD^ 
Qmgebeii, umriiigen u. s, w. 3) ZusammeuUec^htea, ver^ 
flechten, verwiekein. Mah. 1, 10, T)IO Dickicht« Jes. 9, 17« 
Fabch vergleicbt Geaen^ IfD* 

iOD W. 3D zusainmenzlehii, eiiiziehii, daher trinken, 

T T 

<l* i. Fiiissiges ehiziehn. H'iD das Triiikeii, Saufeii. Uos. 4, 10* 
OauQ Getrauk= Weiu, Jes. 1, 22. K130 get rank t, Mah. 1, 10, 
Wo es zugieich eio Wortspiei mit TjIlO bildet „Mogen sie auch sein 
^Ibst H'ie Dornen verflochten, uud mogeu sie auch seiu wie ibr Wein 
<lurchnasst Cgetrankt) d. h. mogeu sie auch so nass sein , wie dep 
Weill, den sie zechen, so dass sie vor Feuer sicher zu sein wahnen: 
^euDoch werden sie vom gottlichen Straffeuer „verzehrt werden 
wie Stoppeln, die diirr siad ganz und gar.** Das Wort* 
>piel lautet etwa: 

MftgeA sie sein wie eio Dernennett — 

Und miiigea sie 4ein wie ibr Weip 4«ceh|iiMt. 

Verzehrt werden sie wie Stoppelq u. s. w. 

Oie Vergleichung des deutschen saufen nacb Oe^en. u. A. mit HX 
^rd dadurch zweifelhaft, dass ^s eine blosse Mebenwur^el von sau- 
gen = sugere^ auccus = Saf t u. s. w. ist. Ganz zu verwerfeu sind 
^r die sonstigen Zusammenstellungen bei Gesenius. 

y^2{ W. ^ zusaoimenziehn, daher 1) winden, drehen^ 

tint schlingende Bewegung machen, davon ^^2 eine giftige 
Sehlangenart, Basilisk, urspranglicfa aber wohl ganz allg. daa 



316 II. HiDlenventoppelte Perfekta 

sich schlangelnde Thier = die Schlange, serpens^ Je 
14, 29. ^j];$^ id. Jes. 11, 8. 59, 5. Verw. ist damit |1S^ etw 
Zerast. Gen. 49, 17, \Juu\ der Etymologie nach bed. der Nam 
ebenfalls uur die sich windende, lirieeheiide, dieSchlang;( 
Vgl. Im Syr. rp^ aeiysit. Aus d,er Gnindbdtg. erklart sich 2) zu 
zammenziehn = fortraffen, fortschaffen, fortstossei 
i\^\* nL^i mjJo stossen.) Daher yt%^ ^^^ Fortgestosseoe 
Ausgestossene, das Exkrement der Thiere, Mist, Ez. 4, 15 
Vgl. 'jJu6 und (jX^ cacavit. Ebenso bed. nj^^^lt Jes. 22, 24, ur 
spriinglich das A usgestossene, Hervorgestossene oderGe 
triebene, daher Spross, Sprossling, entsprechend den D^K^l 
d. i. Auslaufer, Sprossen, daher Kinder. Jes. 61, 9. Job 5, 25 
irrig fasst man gewdhnlich n1jr£!( als Gegensatz zu jenem, um di( 
unwiirdigen Mitglieder der Faiuilie, gleichsam den Auswurf der- 
selben, zu bezeichnen. Allein Jesaja konnte schwerlich sageo wolleo, 
dass auch die Schlechten an jenem vielgepriesenen Minister eine 
Stiitze fiuden sollten. Beide Worter besageu vielmebr urspriinglicii 
eig. ganz dasselbe, (wie n^^l p Spross und Sprossling, spruch- 
wortlich: Kind und Kegel,) wobei aber vielleicht das erste ab 
Mask, die mannlichen, das zweite als Fern, die wciblicheB 
Naciikommen bezeichnen konnte, also: Sohne und Tochter. 

n^H W. rfH zusammenziehn, daher 1) zusammenbie- 

gen, davon nnsij etwas Zusammengebogen es, Becken, 
Becher, Krug. 1 Sam. 26, 11 if. 2) Zusammenziehn, zu- 
samme nd I'iicken, daher auch f lac h, breit machen, ausdeb- 
nen, ^>-ft-o; ath. tl^dll davon n^n^Bl? Kuchen, eig. Fladco, 

d. i. ein platter Kuchen, ital. fiadone Honigkuchen. Ex. 16, SI* 
Aehnlich hiess im Ahd. ein Kuchen preiting von preit = breit, und 
im Griech. nXaxovQ, placenta ^ von nXan = f lach. 

JISH W. ^]l zusammenziehn, daher 1) umziehn, fiber' 

ziehn, iiberdecken (mit Metal!) Pi. Ex. 25, 11, 13. Pu. 26, 3i 
Spr\v. 26, 23. ^-ISI^ Ueberzug. Jes. 30, 22. 2) Zusammenziebi 
= festhalten, mit den Augen iixiren , dalier spahen, schaueD 
Im Aug behalten oder walireu = wachen. h^ilt Spahei 



1) durck WiadMhoIung dai erilen RadikaU. 317 

Wachter, uheitragen Prophet, Seher. Hab. 2, 1. n^§!^ Spahung, 
Wache = \vachthaltende Soldaten. Jes. 21, 5: esspaht = 
es wacht die Wache. Die abweichenden Eriilariingen der Stella 
lassen den Parallelismus aiisser Acht. Es entspreehen sfch die Glieder 

I und 3, 2 und 4: 

Man riistct die Tafel, 
Man isst, man trinkt. 

Wahrend dem steht die Waclie auf ihren Posten ; man g^laubt sich 

sicher und sorg^los; aber plotzlich dringt unter die Schmausenden der 

Kriec^snif: mAuF, zu den Waffen!^* Dieser Riif kann natiirlich nur 

von der Wach^ ausgehn, die den Feind anriicken sieht Gesen. hat die 

\ zwei Hauptbdtgg. irrig in zwei verschiedene Wurzeln veriegt und 

\ schlecht abgeleitet; ausserdem das g^anzli.ch verschiedene axoneco = 

schauen, got\\, skaujan ^ specio VLiiA spahen vergliehen. Das p in 

otouBG) ist g^ar nicht wurzelhaft. Die urspriingliche Bdtg. sieht man 

f Qoch in OTfLB^nam decken, verhiillen, {mB-naq Decke, Schutz- 

I dach (:=: Schoppen, vgl. Schuppe.) Einfacher norh in axevoq 

\ Halle, Bedeckung; axta Schatten, geht von derselben Vor- 

^ atellung aus; oxo-rog Finsterniss (= Scha-tten); vgl. Scha-m, was 

I man bedeckt, sich scheu-en, d. i. sich deckan, hiiten (vgl. 

^ 8cheu-ne;) demnach bed. axoTisco eig. hiiten, wahren (und zwar 

mit den Augen) ; daher worauf achten, schauen, spahen, auf- 

passenu. s. w. Vgl. o(>ao7 (= wahren) gewahren, sehen, tueri. 

y3S (statt l^ns^) W. ^ znsammenziehn, daher 1) zusam- 

menfassen, fassen. Davon ^^m. Finger, wie das dentsche 

Wort Finger mit fangen, fahen, fassen verwandt ist; arab. 

'- «^ -• ^ >• ^ ^ ^ 

Auot. Vgl. ioj^ festhalten. Cax«^ fassen. H. L. 5, 5. Jes. 2, 18. 

Sprw. 7, 3. 2) Zusammenziehn, uberziehn, iiberstrelchen, 
VonderFarbe: anstreichen, farben. Vgl. 330 umgeben, 7Bn 
iberziehn, iibertiinchen. Diese Uebertragung scheint die natiir- 
lichste. Vgl. i^ariti^ = far-big, bunt (vgl. t^arti^ F I e c k e n) ^ak^oi^ 
gefleckt, scheckig, Skr. var-na Farbe von vri bedecken. 
J>j(^bnntfarbig, Buntes, Richt 5, 30. }^3!{ gefarbt, gefleckt, 
bant, Jer. 12, 9: ein gefleckter Raubvogel, Vulg. discolor. 
Die LXX. u. danach fast alle Ausleger, Hyane vawa^ nacb dem arab. 



318 II. ghHip»y^ra<!yp»l H B f^ffekUi 



«o- 



mx^ ; aber sehi* unpassend. Gtsen. nimmt unrichtig Kwei Terschieden 
Wurzein an. 

nZ3S W. yn sich zusammenziehn, daher 1) sich zn 

sammenrotten wider Jemand, mit 7V) gegen ihii auszieiii 
Jes. 29, 7. Sodann 2) sich zusammenziehn == 3ich anhaufeD 
anschwellen, Num. 5, 27. Hlf. schwellen machen, scliwel 
len, Num. 5, 22. ni!^ Fern, ras^ schwellend (vom Bauche) Num 
5, 21. An letzter Stelle ubersetzt Be Weite das Wort aus Versebi 
dnrch einfallen. 3) Aufschwellten, auf^ehn, daher her 
Yorrag^en, daher ftichtbar sein, gl&nzen; ^:sf Glanz 
Schmuck. Noch abgeschw&chter4st der letzte Radlkal in dem verw 

fcwlfe W. ^ sich zusammenziehn, zusammenrottei 

gegen Jemand, mit 7y, feindifch darauf losgehn. Nwn 
SI, 7. Jes. 29, 7, 8. 31, 4. Subst. H^ ZosammeBziehuip 
Scliaar, Heer^ bes. das Sternenfaeer, daim auch Kriegi 
been Spater aueh Krieg;sdien8t=: Frohnd least, Kti^chtschafi 
Jes. 40, 2. Oft im B. Job: 7, 1. 10, 17. 14, 14. Das chald. M31( bei 
sich zusammeoziehn c= sich neigen, daher gea«igt, wi 
lig seln. Dan. 4, 14 u. s. ^. ^2)1 Wllle^ Angeicgenheit. dan 

• 

wie K^.^, y|n Sache. Dan. ^, 18. Die Grundbedeulung der lettU 
abgeleiteten Perfekta findet sick avch gaiife deutlich In dem Stam 
3Z31{ zusammenzlehn, daher ^ a) ein Thier, das sich zusau 
menzieht, windet, in Krummungen fortbewegt, Jaher eii 

Eidechsenart = ^^^ Ler. 11, 29. i^j lacerta, V) Etwas Zi 
sammengezogen es, Zusammengebogenes, daher das Ve 
deck eines Wagens; Num. 7,3. DX^T^^ig Wagen mit einc 
Yerdeck, bedeckte Wagen, und 2)1 allein J«s. 66, 20: Decl 
Wagen, Dach wagen, mit den LXX. \aftnavri, Ebenso an er^< 
Stelle mit Aquih^ Onk.; Vnlg. plaustra tecta. Indess 1st Jes. 66, 1 
wahrsciheinlich das tragbarfe Yerdeck eines solchen Wagens, ^ 
uregen def AehnHchkeit mit demselben ein verschlossenet, tra| 
barer Sitz, eine S&ti'fte, Ttagbett zn verstehen, wie es /^ 
Ynlg. «. A. schon gefasst haben. Die gewdhnliche AUeitung to 
mnften, fllessenden Gang passt sehr schlecht. Ygl. ^r^ lY. vt 



1) durdi WM«rboluiig det ertten RadikaU. 3t9 

Bchllessen, verbergen. — Von dem obigen SCamme leftet man 
gewohnlich audi als Hof. 2^ her, Nah. 2, 8 in der Bdtg. zer- 
fliessen, jedoch ohne einen irgend ertraglichen Sinn herauszubrin- 
gen. Schon der Chald. und die meisten jnd. Ausleger, ferner Riickert 
and Ewald verstehen das Woi*t richtig als Eigenname der asayr. Ko- 
nigin. Es wird geschildert, wie der Feind trotz alter Gegenrustungen 
in die Stadt dringt: „die Thore der Strome (d. i. die durch Ka- 
nale geschiitzten Thore) werden geoffnet und der Paliast 
wird iiberfluthet^* (namlich von der wogenden Menschenroasse, 
die in die Burg sich fliichtet; so steht T\12 1 Sam. 14, 16; es kOnnte 
aacliheissen: er zerfliesst, zergeht vor Angst). Dann heisst 
es V. 8: „und ttussab wird gefangen fortgefuhrt, indess 
ihre Dienerinnen schluehzen wie Taubengeseufz, mit 
den Handen schlagend auf ihre Herzen.** — Die Etymologic 
des Namens diirfte schwerlich im Semit. zu suchen sein. Moglich Ist 
folgende Ableitung aus dem Vets, yrii konnte fur ^y^ stehen: 
; 8ch5n, herrlich, ausgez^eichnet, und ^^t Washer, datier 
\ tttch Glanz, also die von herrlich'^m Glanze, die sc)i5d- 
Btrahlen'de. Aehnlrche Zusammensetzungeti sind ^.^^lleb- 
lich duftend, Cj^S^ scliongesittet u. s. w. Vgl. welter 
Hieol. Stud. u. Ktitiken. 1842. Heft 4. S. 1032 ff. 

i nipl( W.OK zusammenzlehn, ub^rziehn, bes. den Be- 

den uber'iEiehn, bedeeken, iib^rwaehsen, dtther iiberhanpt 
-k^rvorwachsen, sprbssen, bes. von Krautern'und Orasem. Oen. 
: t, 5j vom Haaf , Lev. 13, 37. Vgl. das wnrzelverw. ^0!^. We Grund- 
^ bedeotnirg beistatigt ^ t^ ^^== ^ V-^ iiberzfehn, iiberstreiehen 
— mit Wohlgeriichen u. s. w. daher salben. 



K02S zusammengezogen = diirr, trocken sein, daher 

tbertragen: dursten, lecfizen, Ijb JeOs. 44, 3. l^tXQ^ dieDfirre, 
hs 'd&rr« Latid. Jes. 35, 7. Verw. M 

pwS W. m zusammenziehii, daher ausdor.ren, Hoa. 

1^ 14, Irocken sein. p)D]{ daa Gedorrte, daher ^eddrrte 
W^ekibeeren, Rosinen. 1 Sam. 25, 18. SO, 12. 



320 II. Hintenverdoppelle Perf«kU 

n&£D W. (]tD = rp{ zusammenziehn, daher 1) omaLiehn, 

umhullen, davon nriBtdp Umhiillung;, daher ein welter Man- 
te\, Oberkleid der Weiber, Jes. 3, 22. Ruth 3, 15. 2) Znaam- 
menziehn, zusammendrucken, daher wie r\B)l platt, breit 
drueken, ausdehnen. Pi. Jes. 48, 13. n^SD} H^td die platte, 

m 

flacheHand, palmuy bes. als Mass, eine Handbreite. 3) Ueber- 
tragen: ausdehnen fur: wachsen, gedeihen lassen, daher 
anfziehn, grossziehn, pfiegen (von Kindern) Thren. 2, 29, 
parall. mit n^'l grossmachen, erziehen: die ich auf- and 
grossgezogen, — hat mein Feind verniehtet. Vgl. Jes, 1,1 
Unrichtig halten mehre dIeseBdtg. fiir denom. von n§@ Hand (aof der 
Hand tragen). D^nstd Thrcn. 2, 20, ein Abstr. die Aufziehung, 
die Zucht, wo ^*^^ entspricht, so dass der Sinn ist: Kinder die sie 
geboren und aufgezogen. — 

Die Grundbdtg. der W. fp sieht man auch sehr deutlieh in den 
Stamme 7^£0 zusammenziehn, oLb id. Daher auch fesseln, 
binden; ferner die Flugel zusammenziehn = ausbreiten; 
(= v..A^) d. i. ausbreiten und zusammenziehn, wie es bein 
Fluge geschielit. Eine ahnliehe Bdtg. muss das Verb. Jes. 3, 16 
haben, woselbst es den koketten, iippigen Gang frecher Frauen- 
zimmer bezeichnet. Es bed. aber schwerlich trippeln wie ein Kind, 
nach der allg. Annahme, mit kurzen, sehnellen Schritten auftreten, 
sondern bezieht sich auf eine unehrsame Bewegung des Hintem: mit 
den Hiiften hin und herfahren im Gang, eig. dreheB, 
schlangeln = j;B2{. Luther iibersetzt vortreiflich und naiv: sie tre- 
ten einher und schwanzen (schwanzeln). Aehnlich die Targ») 
Saadia v^. U^rvv sie wed ein. Wir haben keinen speclfischen Aus- 
druck dafiir, wenu man nicht etwa ans dem Volksdialekt das derb 
bezeichnende : dreharseheln C^en Hinteni hin und her drehen) 
aufnehmen, oder dafiir schwanzeln sagen will. VergL im Arab. 
V ^ V • culum clunesve contorsit in incessu. Aus der Grundbdtg. e^ 
klart sich auch ^td, sieher nicht das tappende, trippelnde, und 
daher Kind. Das arab. v^i? bed. zwar rustig, rasch, hnrtig) 
aber eig. 7usammengezogen, angespannt, angestrengt Id 
Gegensatz zur Erschlaffung, und bezeichnet schon danach mebr die 



]) durch Wiederh«liiDg def erstea Radikiils. 321 

i Ruhrig;keit eines Mannes, als eines Kindes. Dalier bed. es audi 
I Subst das Zusaiumeiigezogeiie = Rand, Ufer, Seite. 
|;I. '_ff-r das Ziisammengezogeiie == Zusammenhangende, 
lier Reilie. Naher noch eiitspricht &a^ Zusammenziehung, Men- 

9 ^ 9C9 6 ^ ^ 

:h en masse. «_a ^ ^ i* collectio. coetus. &iv id. ^^iJuc simul ci- 
iMi sumentium turba; familiae mulHtudo. Demnach bed. aoch r]EQ 
raprunglieh offenbar eine zusammengehorige Schaar, Hau- 
ei, Gesellschnft, knrz Famille, ^ie wir das Wort gebrau- 
ken: er hat Familie, statt: er hat Kinder. Es steht immer 
ollektiv fiir Kindersehaar, kleine. und grosse umfassend, die 
tuze Familie Gen. 47, 12. Ex. 10, 10. Num. 32, 16 flf. 2 Chron. 
0,13. Dann bekommt es mehr die allg. Bdtg. Kinder iiberhaupt, 
ren. 34, 29. 43, 8. 45, 19. 46, 5. Ex. 12, 37. Oft werden so Kinder 
^) und Weiber zusammengenannt , \% oraus hervorzugehen 
cheint, dass man speciell die Kinder, so lange sie unter Aufsicht 
nd Pflege der Mutter standen, damit bezeichnete. So namentlich 
Is. 9, 6, wo G re is, Jiingling und Jungfrau, Kinder und Wei- 
er zusammen erwalint werden. An sich bed. es keineswegs Un- 
lundige und noch weniger Tapper, eine Bdtg., die dieser Stamm 
nch sonst gar nicht hat , obwohl sie verwandten Stammen zu Grunde 
egt, nSl, pSn, ii*> = tupfen (rimrco) stossen, sehlagen 
.8.W. Aber ulb liat diese Bdtg. nicht Auch ]3]3"1> ^^^' keineswegs 
tppen, sondern zusammenziehn, daher 1) im Arab, ziehn, 
inherziehn, langsam gehn, daher auch schleicben, krie- 
hen. 2) Zusammenziehn = herunterziehn, hinunter^ 
;leiten (vom Wein) H. L. 7, 10. Dann 3) im sclilimmen Sinn und 
ibertragen: Jemand iierunterziehn, verlaumden, ver- 
Astern; nsn Verlaunidung, iible Nachrede. Gewohnlich 
ebr matt: vom schleichenden Gerede benannt. 4) Im Arab. bed. der 
Itamm intrans. wie v»9\ behaart sein, eig. zusammengezogen, 
iberzogen = bedeckt. v-aJ4> copia pUorum, lanugo, v^jl 
nd >.^(>t pUosiM. Danacli bed. auch wahrscheinlich iSn der Bar, 
Ig. -der Haarige, Zottige. Wenigstens ist diese Benennung 
twas bezeichnender, als die gewohnliche vom leisen, schleicben- 
;n Gang. 

Meier't liebr. Wnrzelw^rterbiirh 21 



322 li. HiBleiiverdoppeila Perltkia 

n3bO = rt}T W. aO zusammenziehn, zusammendrficken 

oder stossen, daher niedermachen, niederstosaen, todten, 
von Thieren: achlachten. Vgl. im Skr. tup todten, rtm-rm a.8.w. 
Verwandt iat 

y^bD W. ^ zuaammenziehn, zuaammendrucken, ein* 

druckeu, intrana. einsinken, eingedriickt werdeo, Threo. 
2, 9. ilf. 9, 16. Aethiop. /lif^UT immersit. Daher nSJQ Eia- 
drucker = Siegelring, Gen. 41, 42; dannRing uberhanpt, Ei. 
35, 22 if. Die vergliehenen Wurzein ana andern Sprachen bei OesoL 
sind fast alle unverwandt. Im Kopt aber entapricht teb versie- 
geln, tebs Siegel. 

KtDD W. Db (vgl. (<p!:) zusammengezogen, daher dun- 

kel, trub, unrein sein. Pi. verunreinigen, entweihen, 
schanden, fur unrein erklaren u. s. w. Nif. und Hitp. sick 
verunreinigen. In der Schreibart weehselt hiermit ein paarmil 
HDD ^ B. Job 18, 3. Vgl. kjo sardibus lahoravit oculus. Ub 
die dunkle, (dunkelbraune), achwarzliche Farbe. ^Jbl 
dankel, schwarz. Wurzelverw. iat auch -^-i^ sordes^ carruptit; 
^jMyo<> stockfin ate r sein. jL^io^o^ftia turpida; tegumentum mgrum\ 
niger, sedestua etc. Vgl. Skr. tarn dunkel sein (daher aoek 
trauern) tomotf j= Dammer, Finsterniaa, tene-brae^ pers. ^ ^e** 

Verw. ist femer im Hebr. oifenbar das dankle CTtDn das sehon die 

LXX. nicht mehr verstanden. QTI bed. das Zusammengezogene, Ab- 
geschlossene , daher das Ganze, VoUzahlige u. s. w. von der 
Farbe aber das Dunkle, und der PI. die dunklen, schwarzen 
— Steine oder Loose, im Gegensatz zu D^M die he lien oder 
weissen. Durch beide Loose ist Bejahung oder Vemeinung, Vo' 
schuld oder Schuld, Gluek oder Dngluck sehr einfach 8ymboli8irt> ^ 
Fiir jene Deutung spricht auch das zu den Arabern gekommene S^ \ 
nach dem Kam. Ture. »eine Perle gegen das (hose) Auge. Es Ist eisc i 
butite, gesprenkelte Perle, welehe an eioen Faden oder M * 
eine Schnur gereiht, den Kindern angehangt wird, um damit das bose 
Auge abznwenden.*< — Vgl. 1 Sam. 14, 41 nach LXX. n. Volg., woaelkt 



1) durch Wiederlioluiig dei ersten Badikals. 323 

r 

MB Volk fur unschuldig^, dagegen Tummkn fur schuldig erkla- 
« Zu vergleichen ist im Allgemeinen auch das Abstiminen der 
mit scliwarzen und weissen Steinen. 

I9T W. F]T zusammenziehn, daher n^T Pech, eig. das 

Klebrige, Harz. Vgl. 7BT^, /St^ u. s. w. Ebenso hangt 
ech, ntaaa^ nitxa zusammen mit Skr. paf bind en, pangere, 
^erbindung = Friede), pig-nus das, was bindet, Pfand; 
elg. zah = trage. mx-^oQ zusammenziehend = bitter, 
, streug, scliarf u. s. w. Unpassend fasst Oeaen. das Pech 
9 Fliissige. Mit Saft u. s. w. Iiat es keine Verwandtsehaft 
seiben Wurzel gehort aber 

^n chald. lff\^ W. sn zasamiaenziehu, zusammeu- 

n, ankleben, anbacken. xp. 22, 16. Uebertragen : an- 
n = erreiehen, Gen. 19, 19. Hif. verfolgen, nach- 
py] anhangend, anhanglieh, trea, Sprw. 18, 24, 
ifugung = Anlothung, Lothung, Jes. 41, 7. Wurzelhaft 
sind die Stamme 12^^, "13*1, 7:^*1; nicht aber unser baeken, 
isen. will, indem er p2 fiir die W. halt Verw. ist ferner 

i3 I W. yy zusammenziehn, festmachen. daher das 

• Ml Zusammen^iehung, Festigkeit, Kraft, Deat 
Das 2 in dieser Stelle ist nothwendig auf die Zeit zu beziehen : 
e, so bald = uni die Zeit, wahrend, daher so lang: 
ig deine Tage siad, sei deine Kraft; so entaprechen 
ihr gut die 2 GUeder: 

EUen und En teia deine Riegel 

Und dciti l<eben lang daure deine Kraft! 

(X richtig uTxyg. Ebenso Onk. "Ifipn. Sj/r., 8aad. 6ew5hn- 

er fasst man das Wort nach den Targg, u. der Vulg. als Alter 

lube und iibersetzt: wie deine Tage, so sei auch dein 

Oder deine Rube! Allein die Lebenstage konnen weder 

Iter, noch zur Ruhe einen Gegenaatz, oder iiberhaupt nur einen 

ichungspunkt bilden. !Noch verkehrter wird der Sinn, wenn 

Jt Gesen. die Ruhe fiirTod nimmt: wie dein Leben, so 

ich dein Tod! Sehwerlich konnte der Pichter dem ganzen 

21 ♦ 



324 II. Hintenverdoppellc Perfekta. 

Staiuiiie Asser, der melir gesegnct uiid begiiadigt wordeii, nis viele 
seiner Brnder, ein sanftes Ende wi'inschen. Schon der Parall. ist 
dagegeii; das erstc Glied sagt: er moge stets vor Felnden sichersein; 
dem entapricht: er moge so laiig er lebe (also bestandig) diese Featif- 
kelt nnd Macht behalten. 

nDT W. fn zusainmend riieken , hart hernhren, stos- 

T T ' 

sen, (=Li*>, ^*>) dalier ^61 Stoss, Anstoss, Aergerni88 = 
Lasternng, Schmiihung, ip. 50,20. Die LXX.: axavdaXov, Zn 
vergleichen ist allcrdings mit alterii jiid. Erklarern r\21 Verlaiiin- 
dung, obwolil die Uebertragnng <lieser Bdtg. eine andre ist. Gegen 
den Parall. (asst Gesen, das Wort als Verderbcn. Irrig vergleicht 
ferner Eivald den Stamin r|n3j als ob er sich aus vp weitergebildet 
habe, wahreud die W. iiur i:i sein kann, hintenverdoppelt y^^ = jn^lj 
m3 = rp3 elg. sc he id en. schneiden, sodann mit scliarfen Wor- 
ten Jemand schinden, sc hand en (= 8cindere^ proscindere) 
liistern, schmahen. 

pD I W. vp zusammenziehn, zusammendriicken, da- 

her 1) drangen = treiben, Gen. 33, 13. Hitp. sich hindran- 
en (mit ^j;) an Etwas, Richt. 19, 22. 2) Drangen, driicken, 



f9 



daher klopfen. H. L. 5, 2; arab. ^ij stossen = pfil. 

nlD i W. D*Y zusammenbringen , zusammenziehn , daher 1) ab- 

schliessen, ein Ende machen (verniehten) Hos. 4, 5. 10, 15. 
Dann auch aufhoren. In 0121 schliesst sich daran die Bdtg. still 
sein, sch weigen (nrspriinglich vielleicht: den Mund schliessen). 

2) Zusammenbringen, zusammenstellen, daher gleich 
machen, glelchen, zusammenpassen, ahnlich sein. Pi- 
zusammenhalten, vergleichen, Jes. 40, 18. Verw. ist ent- 
fernt das Skr. sama = similis ahnlich, eig. zusammenpassend. 

3) An die Bdtg. gleich, ahnlich machen schliesst sich die: ein 
Bild, eine Vorstellung machen, daher sich einbilden, 
meinen, denken. Jes. 10, 7. i/;. 50, 21. cn Aehnlichkeit. Ez* 
19, 10. rvlDl Bild. — Unrichtig trennt Gesen, die oblgen Bedeutun- 
gen in zwei yerschiedene Wurzeln. 



1) durch Wicderbolung des cr«ten Radikals. 325 

yO I W. Cn zusannnenziehn, daher zusammenrolleii^ 

rollen = riiineii, daher yiQn, n^Qn das Rolleiide, Rinnende 
= die Thrane. Fur die Gruiidbdtg. vgl. ^JoS convolvit vestem; 
dano aueii selmell laiifen = (X^j, (joxJ. Hieher geliort audi 
wahrscheiiilicli 

nn W. ^n, (obgleicli der Stamm audi aus yn sich gebildet 

hiben konnte, (59^) sich zusammenziehn, sich krummen, 
daher J) krank, uiiwohi, schlaff seiii, insbesondre steht es 
voD der £rschlai{ung des Weibes bei ihrer mooatliehen Reinigung;. 
Lev. 12,2. Adj. k4-aiik, siech. Lev. 15, 33. Aueh iui Deutsehen 
^ed. krank eig. krumm; vgl. krauken = Jemaud krummen, beu- 
'en, verletzeu. Im siidlicbeii Volksdialekt bed. Kranke die i'alieiide 
^ucht (sich kriimuien uiid wiiideu, riiigeti, sich zusaoimeuziehu) wie 
Q engl. kranky was daiiebeii noch die erste Bdtg. W'indung, Ring 
at Ring selbst ist ahd. noch hring, niederd. Krink, Kreis neben 
ink. — 'Tl Krankheit, Siechthum, xp. 41, 4. St. c. Tl Job 6,7: 
rankheit der Speise kann nur die Faulnlss und Auflo- 
10 g derseiben bedeuten und steht dann bildlich allerdings fiir etwas 
kelhaftes, Widriges: sie sind wie Faulniss meiner 
peise, d. i. wie etwas Fauies, Verdorbenes an meiner 
peise. Unriclitig Gesen. das Unreine = £kelerregende. 
irzel: A b gang der Speise. Lauter unerwiesene Bedeutungeu. 
uch Eivalda Uebertragung : MSiechthum, Pest und der daraus 
itstehende £kel'' diirfte sdiwerlich zu dem Bilde passeii. 



J/^fl W. 7n scheiden, trennen, /JLjj iiS zerbrechen, 

ermalmen; vgl. aram. nSn zerbrechen; im Skr. entspricht dal 
I ei 1 e n. Daher niy^np Part. Pi. d i e z e r m a I m e n d e n, dichterisch 
rdjestarken Backenzahne, i/;. 58,7. Dalier stammt weiter ;;^n 
urm, ¥om Zerfressen und Zermalmen benanut. Vgl. Deut. 
y 39. Jon. 4, 7. Unrichtig und unpassend Gesen. von iJb* longo 
^lo fmt; oder im Thesaur. nacli Redslob von y^ was man ganz Irrig 
irken, verse h tin gen itbersetzt. Vgl S. 70. Insbesondre be- 



326 II. Himenverd^ppelte Perfbkta 

zeichnet j;^n uiid n]^^ den kostbaren Wurm , der die KolLksBfar 
lieferte; dann die Farbe selbst, Jes. 1, 18. Lev. 14, 4. Im Pe: 
heiast dieaer Wurm kermesy Skr. krimi (der krumme) = verm 
Wurm, und die Farbe krimig'a, Karmosin, Kokkua C^g. i 
Wnrmgeborene). 

((/fl W. ^n apalten, trenuen, daher offeo mache 

tvhv) geoffnet, daher a) bloss gestelit, ausgeaetzt, prei 
gegeben, Deut. 28,66: „b]ossgestellt vvird dir detn Leben aein ? 
deinen Augen** b) Uebertragen : geoffnet = willig, genei§ 
Hos. 11, 7: >,meine Leute sind geneigt zum Abfall von mir.** — V; 
yi folgen. 

H/n W. 7n scbeiden, trennen, daher 1) abhalten, i 

ruckhalten: davon das cctt. Xey. ^7n Kocher, Gen. 27, S, e 
Beh&lter -^ namlich der Pfeile. 2) Zuruckhalten, fe 
machen, daher fesseln, binden= ^ILb f. i. bes. an oder a 
Etwas OV, ?), daher aufh&ngen, iit verschiedenem Sinn, t. 
Gen. 40, 19, von einer Leiche, (vgl. Deut 21, 22) um aie den YSg 
preTazugeben. Pi. Ez. 27, 10, ll. Danach konnte man auch i 
Kdcher ala Gehange fasaen, aber minder paaaend. Vgl. TV^ 
Jes. 7, 24. 22, 6. 

^^{^ W. 712^ acheideu, trennen, daher 1) abachneid' 

abtrenuen, Pi. abhauen, n^^ eig. inf. Pi. daa Fallen, U 
hauen einea Baumea, Jes. 0, 18. 2) Abtrennen, abaonde 
fort wei ten, hiiiwerfen, Hif. Es hat zuwcilen noch mehr 
erste Bdtg. hiiistrecken, niederwe rfen, Joel 1, 7. Verwai 
ist der Stamm 

yy^ W. W scheiden, trennen, fortwerfen, dal 

J7t^ Schnee, eig. das Herabgeworf ene, Gefallene, od 
etwa: das Getrennte, Feine, Stanbartige, daa Gestobi 

ri/^ W. W scheiden, trennen, daher absondern, i 

senden, abschicken, schicken. Pi. entlassen, fiir imn 
fortscbicken. Weicher lautet der Stamm 



1) darcli WMeHbelang dei tnUn AadikaU. 327 

H/^ W. 7^ scheSden, trenneu, daher 1) abt'reiinen, 

fortnehmeo, entreissen = 7?tt^j Job 27, 8. Falsch vergleScht 
6e«eii. W^ V. d. W. B^3 == Hi. ^7C^ Abtrennung, Absoiideruiig, 
illeinsein, ^f^n im Geheimen, allein, 2 Sam. 3, 27. rr!^ 
Absonderung, daher das, was nach der Geburt ans dem Uterus 
sich absondert, die Nachgeburt, secundae. Deut. 28, 57. 2) Ab- 
trennen = abweichen, irren, Hif. tauschen. 2 Kon. 4. 28. 
T^Vergehn, Vulg. temeritas, 2 Sam. 6, 7. Yerwandt ist 

\2^ W. 7tt^ getrennt = los, ledig, frel sein, ruheii, 

Jobs, 26. Als Adj. ruhig, still, sorglos, im schlimmen Sinn: 
leichtsinnig, gottlos. fie. 2S, 42. Sehwerlich darfte mit *lW 
du lat. salvus zu Tergleichen sein, und keiaenfails darf man, wie 
6i8en.j salv-us abtheilen. 

' y^O W. 70 (statt D^O) spa! ten, sclieiden, yg\. mia^ fidit^ 

jJL Spalt= Kluft, Riss, dalier )f^0 das Gespaltene, Ab- 
getrennte, Schroffe, daher Fels; nach dieser Grundbdtg. steht 
es dann leicht auch fur Zuflucht, C^twas Abgetrenntes = Un- 

sug&ngliches,) i/;. 18, 3. 31, 4. Vgl. pjLc saamm latum, durum, 

Vgl. die erste i^dtg. in //O scheiden, spalten, daher sperren, 
nra Absperrung = Damm, Wall, HvOD aufgeworfencr Weg, 

• • • 

Strasse, Pfad. Hitp. sich sperren, sich widersetzen. 
2) Spalten = hervorbrechen, hervorsehiesseu, daher 
nlk)7Q Sehdsslinge, Reiser, wie O^YfTt patmites, Jer. 6, 9: 
Jeg wieder deine Hand wie der Winzer an die Rebschosslinge^'. Ge- 
w5hnlich fasst man es nach den LXX. und Vulg. wie D^vQ ^'^ Korbe, 
ganz unpassend. An die Bedeutung hervorlLommen, hervor- 
flcbiessen, schliesst sich 3) aktiv die: hervorheben, erhohen; 
ubertrageu Pi. erheben, preisen. 

n^O W. bo scheiden, trennen, losmacheu, loseu. 

daber Jemanden eine Strafe erlassen, verzeihen, mit 7. der Per- 
son oder auch der Suude. 

n^D W. ^D scheiden, trennen, daher 1) abschneiden, 
verwerfen, verschmahen, i/;. 119, 118. Vgl. ,^jjb repulit, re- 



328 11. HiDlenverdoppelie Perfektii 

prehetidit. 2} Abschneiden = vernichten, aufreiben. Pi 
Thren. 1, 15, parall. mit zerschmettern. 3) Abschneiden?: 
gewinnen, erlangen, Job 28, 16. Zu diesem Stanrni ^hort 
aach wahrscheinlich das vielbesprochene TQO dessen Form bis jet^ 
niclit geniigend erklart ist. Indess da bereits den LXX. die meisto 
musikalischen Beischrlften unverstandlich waren, so fragt es slob seb^ 
ob das Wort richtig punktirt ist Es muss Abschnitt, Paase del 
Gesangs bedeuten und sehliesst sich also an die Bdtg. von Tlf^ 
und rho einfacli an. Indess ware sehr wohi mdglich, dass eine Foti, 
die zwischen diesen beideu in der Mitte steht, aber freilich sonst n\M 
vorkommt, zu Grunde lage, uamiich ripD abschneiden, ablis- 
sen, aufhoren. Danach konnte das Wort urapriinglich H /D ge* 
lautet hahen, wie p/^? "ipD, ^}f^ u. a. and ware von den Masoreten, 
denen die Bdtg. nicht mehr klar war, nach einer vermntheten AUei- 
tung auf die jetzige Art punktirt. Wurzelverw. ist auch der Nine I 
des Schlusszeichens p^^Q Pause, Ende. 

V^H aus yh)l entstanden, W. h)l scheiden, trennen, daher 

wenden, biegen, neigen, vom Gehen gesagt, wenn man auf 
einer Seite tiefer sich neigt, tiefer tritt, bed. es hinken. Gen. 32,31 
Das Subst. j;^2 Wendung, Biegung, daher 1) Seite, von Men- 
schen und Sachen. 2) Biegung, Wolbung = Rippe, oder das 
Gebogene, C^ie i/^X-f Brustknochen, Brustrippe,) 



iibertrageii vom Geripp = G eriist eines Hauses, Balkeu. 

n^22 W. ^]L spalten, scheiden, daher 1) eindriugen, 

einfalleii, 1 Sam. 10,10. Am. 5, 6. Uaher 2) hineindringen =^ 
hindurchdringen, hindurchgehn, chiniibersetzen iiber einen 
Fluss) 2 Sam. 19, 18. Daran schliesst sich 3) die Bdtg. vorwarta 
gehn, fortschreiteft, Fortgang haben, fortkommen, ge- 
1 in gen n. s. w. 

n^S W. W scheiden, trennen: dann nalier (wie J^) nei- 

T T 

gen, biegen, daher weich machen, zubereiten und zwar 
Fleisch, also braten, ^^2 gebratenes, zubereitetes Fleiscli, 
Braten. Jes. 44, 16. Ex. 12, 8 f. Vgl ^f.i. weich machen, 
warmen, durch Schraeichelei tauscheu u. s. w. II. einen 



1) dardi Wiederholnng des ersten Radikals. 329 

toek im Feuer biegsam maclien; dann auch Fleisch braten. 
ie angegebenen Uebertragungeii bezeugen die Richtigkeit der Ablei- 

ing. — Fiir die Grundbdtg. vg^. noch //!{ scheiden, spalten, 
urcbbrechen, daher 1) biDdurchbrechen, in die Tiefe 
ringen, hiuabsinken, £x. 15, 10. Vgi. ruiL hindurchdrin- 
en. 2) Vom durckdringenden Tone, gelien, schallen, 

x 

ctimetterii, als Folge heftiger Bewegung und Erschiitteruug. So 
d. es gei:adezu nocb beben, zittern Hab. 8, 16; daun iibertra- 
;ei: sciiwirren, gellen, 1 Sam. 3, 11. Dalier ?^}l a) das 
lindurchdringen, die Bewegung, Schnelligkeit; so am 
infachsteii Jes. 18, 1: o Volk Qn^t als Mask, fiir Volk) von 
Ichnelligkeit der Fliigel, d. i. o sehnellbefliigeltes, 
aschbeschwingtes Volk! Vgl. 717! das Hervorschies- 
ende = die Weiuranke, Jyjv scbnell, hurtig, behende. 
) ein befliigeltes Insekt, eine besondre Heuschreckenart, 
ieBauiue uod Felder verdirbt. Deut. 28, 42. c) ein Instrument 
iteinem d urchdringenden, erschiittern den und scbmetteni- 
en Tone und zwar im Plur. wahrscheinlich die Becken, die man 
uammensciilug. t/;. 150, 5. Job 40, 31. Eine dritte Hauptbdtg. 
sht naher von der ersten Vorstellung aus, 3) scheiden, trennen, 
bsperren, abhaltan, daher das Licht abhalten, bedecken, 
i. schatten = 7^t3; ^^ Schatten. Desshalb lag die Ueber- 
agung von Schatten fur Schutz auch so nahe. \ g\. 8kv. c"d^d 
' oxm, Schatten, obscu-rus u. s. w. verw. mit .rafra, einer von 
;r Kriegerkaste, eig. der Deckende, Schirmende. 

in/U W. ^tD scheiden, trennen, hindurchbrechen, 
fther von einer thierischen Geburt: werfen. H/D das Gewor- 

V T 

ene, Geborene, Junge, speciell ein junges Lamm, Lamm- 
ben, Jes. 65, 25 = ^^t^. Das arab. ^lU^ hat noch ganz allg. Bdtg. 

M/D W. htO scheiden, trennen, zerstiickeln, daher 

esse Pi. Stiicke machen = Stiicke ansetzeu; es kommt 
ler nmr Pu/vor: zusammengestiickelt, geflickt werden, 
10.995: geflickte Schuhe. (<l|^ zerstiickelt — von der 
rbe gesagt, bed. gefleckt, gesprenkelt. Gen. 30, 32 if. 



330 II. HintenverdoppelUi Pfirf(o|||a 

JI^T W. ht scheideo, spalten, eindrlDg^eo (T^X)} b 

einstechen, daher :i7tO ^^ Werkseug mit Zacken zom Einstecl 
Gabel, 1 Sam. 2, 13 f. 

p^n W. 71 trenneD, auflSsen, niid zwar dnrcb Fei 
daher brennen, giahen. 

•1^1 W. Vi spalteu, hindarchdringen (vgL :i^), dal 

binuberaetzen, htnuberapringen, Zeph. 1, 9, PL ubi 
aprtngen, ip. 18, 30. Dann &berbaupt: Sprunge machen. J 
35, 6. Vgl. ^Vi schwanken. 

n5 4 W. frj scbeideu, trenneny aufregen, daher v< 
^irren, tritben ^ das Wasser, Ez. 32, 2, 13. 

n7*1 W. 71 scbeiden, spalteu, eindringen, dal 

1) hineingehen, davoii 71 a) Eingang, Thiir, t/;. 141, 3, 
das gewohnliehe 1171, obwohl dies im Gebrauche mehr den Thi 
fliigel bezeichnet b) als Adj. von 7TI eingegangen, einge: 
gen, d. i. zusammengezogen, daher diinn, mager, schwa 
niedrig. Ebenso erklart sich rfyj a^ Eingang = Anknupfu 
eines Gewebes, was man an die abgeschnittenen Enden ei 
andern Gewirkes bindet, daher im Deutsehen Trumm genannt J 
38,12. b) an- oder aufgekniipftes Haar, Haarbund, H.L.I 
Vgl. &aJ|4> res ex foliis palmae facta, quae alligatur superiori pi 
rami longi palmae, e) das Eingehen = Eingedriicktse 
daher Niedrigkeit, Armuth. Das Subst n^ Ast, Zw( 
geht von der Grundbdtg. aus und heisst eig. Spalt, daher die Sj 
tung und Theilung eines Stammes, Absenker, Zweig. Jer. 11, 
Ez. 17,6. An die Bdtg. hineingehn, eindringen schliesst a 

2) die: hiueinstechen (= :i7T) hineinthun, daher hinablasfl 
etn Oefassin den Brunnen, — schopfen; "hn Elmer, eig. was I 
abgelassen wird, Schopfgeschirr. Jes. 40, 15. Der Steigernngsstai 
Pi. bed. ausschopfen, herausschdpfen, und zwar iibertra{ 
herausziehn, heraufheben, 1/;. 30, 2. Fiir diese sehr abge! 
tete Bdtg. ist sehwerlich mit Geseu. das grieeh. rXac?, (tollere) u. s. 



1) dureh WMeffiolaDg des erslen Aadikali. 331 

Eu t«rs:leichen. Wui'zelhaft verw. aber ist Im Skr. dal = the lien; 
ferner Thai, goth. daJ^ dais elg. Spaltung, Theilung einer Hohe, da- 
her Nlederung; niederd. Atf, nieder, herdil, heniieder o. s. w. 



njn W. ]r\j athlop. "tr"?! Aasdehnung = Breite, entspre- 

chend dem skr. tan = dehnen, goth. thanfaUy rav-va^ reivo)^ 
teu'do; ferner ^^nui« = d u d u , eig. gedehnt, Skr. tanu dunn, dann 
auch Leib, Korper, eig. der ausgedehnte. Vgl. ^^wb C09*pu8. 
Daher bed. n^ ID dehnen, reichen, hinstrecken, hingeben; 
(ganzlich verschieden von ]ra geben, vgl. S. 65 ff.) davon ninij 
Gabe, Geschenk, bes. Handgeld fur eine Buhlerin, Buhler- 
lohn. Hos. 2, 14; ebenso ^jHNt. Auch das Verb, in Kal hat schon 
die Bdtg. Buhlerlohn geben, um Lohn werben, Hos. 8, 10, 
Hif. dingen, Hos. 8, 9. An die Grundbdtg. der Dehnung schliesst 
sich 2} die des Tdnens, cig. die Stimme, den Laut dehnen, 
anspannen, anstrengen^ aushalten, daher die Stimme er- 
heben, dann Pi. iibertragen loben, preisen, Rieht. 5, 11, aber 
Dicfatll, 40, wie Gesen. \\ill. Wurzelverw. und ebenso iibertragen 
hi TovoQ Tonsehwingung, Ton; tovaia angespannte, laute 
Stimme; tonare eig. tSnen, ton-itru = Donner. Die einfache 
Bdtg. tonen, ertonen, erschallen findet sich wirklieh in Kal 
ooch vor; denn \p, 8, 2 ist unstreitig das Perf. nin zu punktiren: >,wie 
hehr ist dein Ruhm auf der ganzen Erde, du, dessen 
Pracht den Himmel iibertont!*' nin paratl. mit D&^ Name, 
Rahm, muss so viel als Preis hier bedeuten; der Sinn ist also: 
niclit bloss auf der ganzen Erde ist Gott herrlieh gepriesen, sondern 
anch fiber den Himmel hinaus ertont sein Preis. Bildlich ware dann mit 
1^ auf den Donner angespielt, wie das Wort auch sotist von mach- 
tfj;eii, praehtigen T5nen steht, Job 39, 20, bes. Jes. 30, 30, J2^&tS^ 
Vtp 1frl*ntjt rnrc. Sonst konnte man es auch so verstehn, dass der 
Bmmel selbst die gottliche Herrlichkeit feiert und Terki&ndet, so dass 
also selu Preis auch dadurch noch iiber den sichtbaren Himmel hinaus 
ertSflt Ygl. ^. 19, 2: die Himmel verkiinden den Strahlenglanz Gottes 
0. s. w. Am nachsten kommt dieser Auffassuug die von Etcaldj der 



332 II. Hintenverdoppelte Perfekta 

die erste Bdtg. dehnen, reichen, sicli erstreckeo festhalt, 
wie schon die LXX: M^i^^h erhebed^'; allein sie stimmt nicht so 
got zum Parall. Moglich ware auch Pual zu lesen : n^ in einer ge- 
sicherten Bdtg. „du dessen Pracht gepriesen wird n\^fr 
dem Himmel!" Der Sinn, ware derselbe, wie nach der obigeo 
Auffassung, die aber doch natiiriieher scheint. Von ganz anderer 
Ableitung ist das arab. jlj = n^^ doppelt, zweimal machen, 

wiederliolen, daher iibertragen: eine Rede wiederholen. 
erzahlen. wie im Aram. ^-Ul und dann weiter im Arab. II. IV. X.: 
verli linden = loben, preisen; Gesen. u. A. haben dies irriginit 
n^ zusainmeiigestelit. Die Bdtg. des Tonens hat sich auch in dem 
verw. Stauim ]^ eihaiten. Zunachst bed. er cinfach noch dehnen; 
davon ]^^ dasGedehnte, Langgestreckte, daher ein schlan- 
genartiges Meerungeheuer, xrjtogy Gen. 1, 21. Job 7, 11 
Ex. 7, 9; zuweilen bezeichnet es iialier das Kroliodil, Jes. 27, 1. 
1/;. 104, 26. Sodann steht es von der Dehnung und Anspannung 
des Lautes, daher ton en, schreien. So ist offenbar ]n der 
Schakal als der Tonende, Heulende, Schreieude zu fassen, 
wie er auch sonst gewohnhch bezeichnet wird. Vgl. Mich. 1, 8. Job 
30, 29. Ebenso b)^^ S. 186 und *»» der Schreier S. 79, ^IIj 
Wolf, eig. Heuler. Als das Lange, Gedehnte ware dies 
Wiistenthier sehr unpasscnd bezeichnet. Diese Bdtg. bestatigt iibri- 
gens die obige Ableitung von mn. Vgl. noch Ajb tinnire^ vocem 
edere, ^jjaJLb tinnire^ sonar e, i^^^jLb ululavit lupus, ^j siisur- 
rum edidit. ^jJJj id. murtnuravU, 

^Jn W. ]n verw. mit n^ = dehnen, daher TfUn das Ge- 
dehnte, Ausgedehnte = Diinne, daher die Spitze, dei* 
Zipfel, mit 7l« Ohrlappchen, Ex. 29, 20, Lev. 8, 23, 24. Vgl. 
^Ss sich ausdehnen, hinstrecken, daher sich niederlas- 
sen, verweilen, wohnen, wie LU*. Danach konnte von '^fUP, 
auch fassen als das nach unten Gedehnte = Herabhangende, 
das Liippchen. Verw. ist im Arab. uiJJ = nn; daher abyi Aus- 
dehnung, Strecke = weite, breite Gegend; dann auch Wiiste. 



1) durch Wiederholuif des ersten Radikals. 333 

nj^ W. Itt^ in der ersten Bdtg. spalten; vg^l. ];|^ Spalt = 

Spitze. \gl pcf, ]y!l. Auch das Zahlwort zwei, ^:tt^ bed. eig. das 
Gespaltene, daher Doppelte, die Zweiiieft. AIs Verb. bed. 
sodann n^tsf 1) spalten = doppelt machen, wiederholeii, vgl. 
S. 232. 2) Spalten = offen, hell niachen = leuehten, 

glanzen, ^e^^' athtop. HJfPl scheinen = sclion seln; v^jJLm 
Glanz. Danach kann man ^^tt^ als das Strahlende, Glanzende 
fassen, itbertragen: die rothe, hoehglanzende Prachtfarbe, 
Scliariaeh, Kokkusfarbe, Gen. 38, 28, 30 Cl^Armosinfaden). 
Der Plur. bezeiehnet das Karmosingewand, welches aus mehren 
Stucken bestand, Jes. 1, 18. Das Wort scheint echt semitisch, C^b- 
wuhl das Skr. ^ona, die Karmosinfarbe auffallend ahnlieh fst); 
denn die Phoniken waren es im Alteiihume besonders, welehe in der 
Kuost dieser Farberei sich auszeichneten und die Volker mit Waaren 
der Art versorgten. 2 Chron. 2, 7. Plin. 9, 65. Ebenso war der pho- 
nikische Purpur (von einem Schalthiere gewonnen) beriihmt, und 
hiess wie das Volk grieeh. q>oivi^^ der dunkelrothe. Vgl. An- 
hang III. Auch wurde jener Farbestoff besonders In Vorderasien, (in 
Palastina,} aus den Korpern und eingetrockneten Eiern, die ein Insekt 
(die Schildlaus) auf die Blatter der Scharlacheiche (jiQlvog) oder 
Stecheiche legte, bereitet. Daher vollstandig ^il^ ny^ln Wurm 
der Glanzfarbe, Kokkuswurm, dann die Farbe. Es wird keine 
Schwierigkeit haben, anzunehmen, dass die Inder ihr fdna, wie 
manches andere Wort, von den Semiten erhalten haben, zumal es im 
Skr. keine geniigende Ableitung zulasst. Ebenso ist ^9J*it$ der rothe 
Purpur, spcater nach dem aram. priM 2 Chron. 2, 6. Dan. 5, 7, arab. 
^ly^%| unstreitig semitisch und ins Neupersische eingedrungen, so 
^I^Us es mit dem Skv, rdga Farbe, Farbung durchaus keine Ver- 
^andtschaft hat. Vgl. Anhang I. 

^jXj W. ]&f sich spalten, sich sperren gegen Etwas, 

'^her hassen, nicht niogen, verw. mit dem Zahlwort zwei, 
3&fy wie im Skr. ebenso dvisch hassen von dvi = zwei stammt 
'Dd das Gegentheil von Zuneignng und Vereinigung bezeiehnet. Aus 
'^«9l?^ hat sich endh'ch durch Abfall des d^ wie Jovia statt djavis, 



334 li. Hi«Uavy<ff>|wHi Perfekta 

bis statt dvis , helium statt dudlum u. s. w. das griech. fuoi^ ent- 
wickelt, indem zugleich der Lippenlaut r in m verwandelt ist, wieim 
Skr. vari = marej vhnum pers. ^; schwabisch mir oder mer statt 
vrir u. 8. w. Wer sieht es den Formen jetzt noch an, daas also 
liicBiv und dvisch mit Mb^ zuletzt zusammenliangeii ? 

yj2| Wurzel pr (statt |^}2t) sich neigeu, blegen, daber 

dehmuthig sein; yi|^2^ geheugt seinem innern Wesen aack, 
daher ein Demiithiger; Hif. dehmuthig handeln. Mich. 6,8. 
Verwandt ist 

Njlt W. ^ sich neig^en, herablassen, herabsteigen; 

iibertragen : hinabgehn = eiudringen, Richt. 4, 21. — 

^)^ ist schen erkiart S. 190 f. 

p^2{ W. ]2 neigen, biegen, daher zusammenbfegen, 

engmachen, verschliessen, pT>)^ (statt pDl^) Verschluss, 

Geiangniss, Jer. 29, 26. Vgl. v^ umhiillen und J<Ld eng sein. 

nJD W. p spalten, sperren, daher njp das Sper- 

rende, das Oestrupp, Dorngestriipp, oder das Stachlige, 
Ygl. I^H spitz sein, eig. gespalten. Verw. ist anch ^j^ der 
Rauhe, Struppige, ahnlich ^in der Diirre. 

KJtp W. ]ED = p2 neigen, biegen, daher zusan^menbie- 

gen, (vgl. pW flechten, oder iiberhaupt dicht, festmachen; 
davoD Hf^ Korb, Deut 26, 2, 4, vgl. Cii^Ju^o etwas Festes s= 
kleiner Korb. Kopt. senS area; ath. vornverdoppelt \JI^*il 

nJT W. ]T neigen, biegen, daher abweichen, abbeu- 

gen, (untreu werden in der Ehe,) huren, (ehebrechen,) ans- 

schweifen, bes. vom Weibe gesagt. Vgl. a --- abweichen; Ji\? 

^Jo hnren. Ebenso ist iibertragen mj^ sich trennen, ontrea 

virerden, huren. MIt gigno^ genua ist n^T gar nicht verwaodt, 
noch kann es, wie HUzig meint, ursprunglich sich paarea, 
bedeuten, indem dies an sich nichts Unsittliches ist. Zu diesem 
Stamme gehort anch nnstreitig das verkiirzte |T PK ff*^ Abwei- 
chnng, daher Wendnng, ArtnndWeise. 1^.144,13. Dan. S, Sff. 



1) durch Wiederholvnf dt$ •rttM lUdikftlf. 335 

nJT W. ]T neigen, biegen, daher abblegeo, sich ab« 

nefg^en = verschmahen, verwerfen, Hos. 8, 3, 5. Aehnlich 
Hif. fortwerfen, verstossea, \VJlp\ I Chron. 38,99. S Chron. 
11,14. Dann vom Wasser: fortlassen, g^eheo, laufen lassen^ 
Jes. 19, 6: udann lassen laufen = laufen aus die Kanale, 
C8 werden selcht und versiegen die Strome Aegyptens" u. 8. w. LXX., 
^nig. deficient flumina. .Die gewohnliche Auffassung: sie stinken 
— nach dem arab. ^jC passt schon nicht zum Parall. Auch die Form 
rw?Hn als Hif. von eineni (sonst nicht vorkommenden) Subst. mm 
ist wohl nicht richtig. Jedenfalls hiesse es nicht Gestauk, sondern 
Ablauf, Abgang machen = abfliessen. 

pyi W. ]T neigen, biegen, daher wie piS I) zusammen- 

blegen, festmachen, fcsseln = ^^Sj, davon pt PI. D^ a) Pes- 
aeln, Stricke, Banden, Job 36, 8. tf;. 149, 8. Mah. 3, 10. Jes. 
45, 14. Das fi io pj. lat verschluckt (statt pjp wie bei T»., •nn> T«> 
ItfV (statt tt^ = b^:k). Vgl. ^G\ ligiamen; campedesj quibus qua- 
temi religantur pedes, b) Uebertragen konnten Band en oder Bin- 
den, Schllngen fiir ein mit brennbaren Stoffen umwund^nea 
Geachoss stehen, daher Brandpfelle, Sprw. 26, 18; sonst auch 
Fem. nlp^ Cstatt n1p}p Jes. 50, 11. Vgl. 4;. 7, 14. Wahrscheinlich 
iedoch bed. das Wort In diesem Sinn urspriingllch ganz einfach: 
Stricke, und zwar solche, die man etwa mit Harz oder andern 
VrennstoflTen getrankt hatte, um Hauser und dergl. damit in Brand zu 
itecken, also Brandstricke, die man fortschleudern konnte. Diese 
Bdtg. passt auch vollkommen in den angefuhrten Stellen. Vgl. bes. 
Jes. 50, 11. Panach ist das arah. ^j^v die ausserste, diinne 
Spitze eines Pfeils gar nicht zn vergleichen, indem diese Ueber- 
tngong vielmehr von der Festigkeit und Harte ausgeht, und so 
'as Scharfe, Spitze bezeichnet. Vgl. (^juv fest. Oder es ist 
n fassen wie das wurzelhaft verw. dunn, tenuis; das Diinne = 
lie Spitze. Aus der Grundbdtg. von pit erklart sich 2) die Bdtg. in 
1 bervorspringen -- vom Loweo, Deut 33, 32, eig. die Fusse 
am Sprwg zuaammenziehn. VgL fBp. Danach soil auch p)f vom 
ortscbBellen beaannt sein, allein sehr unpaMOnd; namentiieh 



336 n. HintenTerdoppelte Perfekta 

^ 

ware die aiidre Bdtg. Fessel, Strick gar nicht damit zu vereinige 
Das Verb, im Syr. deu Pfeil werfen — ist Deoom. 

JQT W. p verw. mit ^n dehnen, biegen, davon ijtl (d 

Form wfe yjl^, j^iM u. s. w.) eig. dasDehnende, sich Ausde! 
nende oder Dehnbare, CBiegsame,) daher das Wachs a 
efne biegsame, schmelzbare Substanz. Vgl. tl>, 22, 15: ugeworden i 
mein Herz wie Wachs, zerschmolzen in meinem Innern.** 68, 3. Mic 
1, 4. Ewalds Abl. hebr. 6r. §. 331 von Tn == aM*l ist etymologise 
nicht zu rechifertigen. 



Hierher gehoren auch noch einige Stamme der Wurzel Itt^, it 
an u. s. w., woselbst der hintenwiederholte Zischlaut in einen Guttun 
laut iibergegangen ist. 

nniy^ V. d. Wurzel itt^ zerreissen, durchbrechen, ze 

T T ' 

driicken, vgl. y^&ySi fiditj v^ secuit. Daher rnitto was ze 
driickt, zerquetscht, ausgepresst wirdr= der Saft (v* 
Trauben) Num. 6, 3. iTIB^, Tinc^ = ]1nD der Panzer, Brus 

• • • • 

harnisch, entweder der durchbrochene, aus Stlicken, Ring( 
Schuppen bestehende Panzer, vgl. 1 Sam. 17, 5, 38; oder die Gruu 
bedeutung des Durchbrochenen ist wie so oft auf die des A 
sperrenden, Abhaltenden, Schirmenden iibertragen, soda 
er ganz allgemein eine Leibwehr bezeichnet. Das Verb. *inT 
Jer. 15, 11 im Ketib scheint richtig und ist von llSf abzuleiten: ze 
driickcn, zusammendrangen, drangen; ^^nlnt^ »ich b 
drange dich zum Guten^ d. h. aus der Ziichtigung soil dir no 
einmal Gutes erwacksen. Das passt auch zum folg. Gliede sehr gi 

pnt2^ W. 1^ trennen, durchbrechen, durchdringe 

daher vom scharfen, durchdringenden Tone: pfeifen, zische 
mit 7 Jemandem zuzietchen, herbeizischeu, herbeilocke 
Jes. 5, 26; mit 7y iiber Jemand zischen: auszischen, spotte 
Thren. 2, 15 ff. Vei'w. ist JTHH schreien. yfCyjo tdnen, la 
schreien; ^1^ der Hahn, der Gellende. 



1) durch Wiederholuof des erft«n Radikals. 337 

P^0 W. nfe^ durclibrechen, brechen; s. die Abl. S. 73. 

^Tty W. lb durclibrechen = durchgehen, licriim- 
.^ schweifen, streifeii. Vgl. Welter S. 72 f. 

J l2^ W. "Tfef diirclibreclieii, hervorbrechen, liervor- 

i|i scbiessen. Hitp. sich he rvordrang;en, Thren. 1, 14. Pu. g;e- 

• draiigt, gedrungeii, straff angezogen selii. Job 40, 17. 

Von der Bdtg. flee h ten geht der hebr. Stamm nicht aus. Vgl. S. 72. 



yiC^ W. ife^ hervorbrechen = hervorstreckeu, aus- 
strecken, ausdehnen u. s. w. 



J 



n i2^ W. "ife^ scheiden, trennen, durchbrechen, daher 

T T ' 

1) hervorbrechen, auf Jemand losbrechen, mit Jemand 

[•) streiten, Gen. 32, 29. Hos. 12, 4. (^^ aufgebracht, erziirnt 

^ !)ein, streiten. 2) Hervorbrechen, treiben, aufbrausen, 

^. daher rnife^ ein treibender, gahrender Boden, d. i. eln 

i lieisser, fetter Mergelboden, wie ihn der Waizen h'ebt. Jes. 

J 28, 25: uCr setzt Waizen auf ein fettes (gahrendes^ und 

: €erste auf ein rauhes Land, und Spelt auf elnen mitt- 

' lern Boden^^, (der zwischen Waizen- und Gerstenboden in der 

IMitte steht) Die gewohnliche Auffassnng seit Hienm. „er setzt den 

Waizen reihenweis — und Spelt zu seiner Einfassung*% passt dess- 

I halb durchaus nicht, weil dies lauter willkiirliche Bestimmungen des 

f Menschen sind, wahrend Jesaja etwas anfiihren muss, was in der 

Katur der Sache begrundet liegt. So ist es von menschlichcr Will- 

knr unabhanglg, dass Waizen und Gerste nicht auf jedern Boden 

^ ^achsea u. s. w. Fiir die Bdtg. von rni{2f, was man audi von ll&f 

j ableiten kdnnte, vgl. 8%*^ visj vehementia viniy febris; \yMij S%L^ 

Fettigkeit. Eine dritte Bdtg. in TTift^ geht wie in -)ni2f von der 

Gmndvorstellung der Trennung und Scheidung aus; scheiden, 

entscheiden, daher herrschen. iftf Herrscher, Fiirst mf^ 

Herrschaft; n^ Herrscherin, Heldin, Fiirstin = ni^ Richt 

5, 29. Gen. 17, 5. 

M«i«r*f bebr. WontlvrOrterbuch. ^*^ 



338 II. HialenverdeppelU PMfekU. 

nnD W. no treDDen, durchbrechen, hervorbreche 

- T 

daher wie yni^ 1) liervorstrecken, ausstrecken, ausbreitc 
z. B. vom Weinstock, Ez. 17, 6. TTDO liingebreitet, hing 
streckt, bes. iippig und schwelgerisch aufs Lager , Am. tt, 4, 7; 
letzter Stelle eiii Wortspiel: da schweigt dann das Geschwi 
(Schwarmen) der Schwelgenden. 2) Ausatreckea, dab 
liber Etwas hinausreicheu, hinausragen. ro^ das Hioau 
reichende='Ueberbangende. Ex. 26, 12. 

^HD W. *10; wenn das Wort semitisch ist, so lasst ea wen^ 

stens leicht eine Ableitung zu ; entweder ist es wie mftf entsch* 
den, herrscheii abzuleiten, daher als Subst. HyO chald. PI. f2 
Verwuiter, Vorsteher, Oberhaupt, Dan. 6, 3 if., oder 
konnte nach ^^ socius ^ consors fuit, den vertrauten Dien 
des Regenten ursprungiich bezeichnen. Vgl. ]iO. Doch ist ( 
erste Ableitung wahrseheinlicher. Fiir die Grundbdtg. vgi. noch T 
trennen, durchbrechen, daher widerspenstig, storr 

sei n. Wui*zelverw. ist der Stamm jHO^ von *HD, durch Wechsel vi 

r und fi aus llD gebildet , oder wahrseheinlicher von einem im Hel 
nicht Biehr vorkomineuden Stamme D*lD = pO; vgl. ^y^ zerreisse 
leicht verletzen, streifen; (^y& das Gespalteoe, dab 
pudendum feminae. ^^ gurges. Gleichbedeutend ist ^y^ ze 
rissen, gespalten sein. (Jener Stamm ware dann so gebilde 
mo Cmftf) = rpo = DTO = pO. (Die Bdtg. des Verbrennenfl 
^10, ^'^ geht von der der Trennung und Auflosung aus. V| 
rp]{). Daher bed. das Subst. ]10 etwas Gespaltenes, Spal 
Sparre, Balken, insbesoiidre der starke Balken oder i 
Stange, um die sich das Rad bewegt, die Achse. 1 Kon. 7, S 
6S stebt Dur im PI. U^yio die Achsen, sonst nll^ Hande, Zapf< 
genannt; 1 Kon. 7, 32, 33. Bestatigend fiir jene Bdtg. iat das ver 
}ln Balken, Stange, Mastbaum. Jes. 30, 17. 33, 23. D 
Wechsel voii und n ist wie TfyD == Tpn u. s. w. Gesen. erklart i 
Letzte Wort sehr ungeniigend von pi, indem er das Vorkommen ein 
Stammes ]in laugnet. Allein vgl. ^^" = ^*oSchmutz, eig. An 
wurf, Absonderung. Weiter iihertragen bezeichnet (T^rvp sodi 



I) diirch WicdcrholuDg des ettten RadikaU. 339 

die Oberhauptcr uiul FiirRten der Pliilistaer. Jos. 13,3. Richt. 

3, 3. 1 Sam. G, 4 if. Die Uebertrag^ung; |^clit wohl niclit von den 

Wagenachsen aus. Die freisinnio^en Biirn^er dei* 5 kleinen Republikeu 

werden sich schwerllch als die Rnder betrachtet haben, die sich nui* 

Qin ihren Mlttelpnnkt, um die Fiirsten bewcgen durfen. Das arab. 

^t>g welches Gesen. nnfiihrt, fst anders zn erkliiren. Er bed. eig^. 

Durchschnitt, daher Mittelpunkt, Pol; dann auch das Ober* 

hanpt eines Volkes und Heeres. Weit eher bed. no, wenn man es 

nicbt all^. wie das verw. ^{»f fassen will, Balken, Stance, Stab 

= Obrigkeit, Herrscberstab, oder wenn man das verw. |in 

Larms tangle, Heereszeichen nalier damit verbinden will, so 

lionnte man U^TO aoch ef wa als P a n 1 e r e , Banner fassen , um 

welche das Yolk znr Zeit des Krieg^s sich schnarte. Indessen freffen 

bejde Bedeatun<[»:eu nab zusammen, wenn roan St&be = Stab- oder 

Sceptertra{::er njmjnt. 

yniJ \V. 12: trennen, d n reh breeben, daher jnii her vor- 

krechen, (= yfyf) ansbrechen, ausschlag:cn; daher nffXl 
Aassatz, e\^. Aiisbruch, Ansschlag auf der Hunt, Xen-^a, (von 
hmiv abscbillen, abscbuppcn, Skr. hip zerrcissen) Lev. 
13, 2, 3: nJHJf W? der Fleck des Aussatzes; y^J eig. Scbiag, 
Benihning, daher Fleck, Maal, wie von einem Schlage. Vgl. mt 
2 Chron. 26, 19 voni Hervorbrechen des Aussatzes. Dnrichtlg ver- 
jleicht Gesen. i^Jo niederstrecken, daher welter von epl- 
leptlschen Znfallen. Der Aussatz, auch wenn man ihn naeh 
'er allg. Schwache wollte benannt sein iassen, wiire damit doch gar 
M unbestimmt bezeichnet. Naher eutspricht ^Jt mamma , nhei\ 
i--i mammosa; aculei adnascentes palmar um rami^ etc. — Da- 
nit ist zu vergleichen 7\]jril das Her vorbrechende = Hcrvor- 
! fltehende, das Horn; dann ein gehorntes Stach eltbier, Hor- 
niss, die grosste Wespenart, nach den grossen Fiihlhornern benannt. 

nnU Wurzel li: durchbrechen, hervorbrcchea, :daher 

1) hervorkonimen, hervorstehen, davon n^ljf ein hervor- 

stehendea, hohes Gebaude, Thurm, Warte; arab. ^v*o 

hoJi^xe Gebande^ Pallast, Burg. 2) vom Tone, der 



"' 



: 



•ii 



340 II. HiDtenverdoppelle Perfektii 

liervorbricht, hervorkommt, laut tonen, (= •,^) daher 

schreien, Zef. 1, 14. Hif. ein Geschrei erheben. Jes. 42, IS. 
Mit iro^ wie Gesen. will, hat dieser Stamm uichts gemein. 

^TjH W. HiL liervorbrechen, drangen, drucken; '^ 

das Drangeude, Nothigende, daher Bediirfniss, Bedarf. 
2 Chron. 2, 15. ^^ bedruckt =^ unglucklich, arm sein. 
Vgi. mm driirken, pressen, zusaminenpressen, daheranch 
einwickeln u. s. w. 

n uJ W. HH trennen, durchbrechen, hervorbrecben, 



T T 



hervorfliessen = ^w^ fliessen, daher n^^ das Hervorquii- 
lende, der Balsamsaft. 



mD W. TtD hervorbrechen, hervorspriogen, daher 
iiitr. iirspri'iiiglich, frisch, neu sein. ntD frisch^ Jes. 1, 6. 

Vgi. mt. 

nnCO W. ito, Cvergl. rpjj drangen, drikcken) Hif. ein- 

driicken, aufladen, beladen, vgi. ^^^^ Job 37, 11. TfP 
Last, Jes. 1, 14. 

yiT Cstatt nt) W. It treiineu, d urchbrech en, hervor- 

stossen (= JH^), daher ausstossen = auswerfen, aus- 
streuen, saen. Mit 8ero^ einer verdoppelten Warzel statt se»o 
= sa-en (vgi. Sa-me, d. i. was gesat wird, s^-nnen) hat jnt durch- 
aus keine Verwandtschaft , und ebenso wenig mit atemere uud 
streueu, wie Gesen. meint. y(r%^ der Arm, eig. Ausbreitung^) 

• 

Ausstreckung. Vgi. jnts^ auss tree ken. Barter lautet der Stamm 

pnT W. IT in derselben iibertragenen Bdtg. ausstreuen, 

streaeu, mehr aber von fliissigen Dingen: sprengen^be- 
sprengen, spriitzen u. s. w. 

n M W. TT trennen, daher 1) abtrennen, verwerfen, 

TT 

fortwerfen. Jes. 30, 22. 2) Trennen = streuen, zerstreuen, 
an^streuen, ausbreiten; daher n^ A usbreitung, Ausspan- 
nang der Fiiiger, daher die Spanne, LXX. amdunri^ mtQ Instni- 



1) durch Wiederholang dc8 erslen RadikaU. 341 

snt, womit man das gedroschene Korn aasstreut, wirft, daher 
'urfschaufel. Jes. 30, 24. Auch das Verb. bed. schon werfen 
wurfeln. nit Part, man schwingt, wirft, wurfelt. Jes.a.a.O. 

ml W. Ittrennen. brechen, hervorbrechen, daher vom 

ervorbrechen einerGebart, Gen. 36, 13, 17. 38,30, der 
luthe, des Aussatzes und insbesQndre vom Hervorbruch 
esLiclites, bervorglanze n, aufglanzen. Die Uebertragung 
eht nidit von der Aiisbreitung der Strahlen aus, wie Gesm. 
ill; die andern naheliegenden Uebertragungen sind schon dagegen. 
g\' ijyj&f* Ebenso bed. mT hervorbrechen, daher Po. hervor- 
latzen, die Luft gewaltsam aus der Mase hervorstossen, 
iber ni esen, 2 Kon. 4, 35. Von der Verspriitzung des Schnupfens, 
hGesen. meint, ist es schwerlich benannt. Zu erinnern ist an das 
iufige, sehr bezeichnende Bild arabischer Dichter : »der Morgen 
at geniest^ d. h. ist hervorgebrochen, die Nebel zertheilend. — 
as Subst. IT bed. eig. Ausbreitung, Ausdehnung, daher der 
igranzende Rand eines Dings, Saum, Keif, Rand. Ex. 25,11,24. 
nt was sich ausbreitet, hindurchbricht, daher wie ^«C 
fUiSy /^><> rasch einhergebend mit weiten Schritten (vom 
fcrde und Kamel) vgl. fyxiil der hervorbrechende Regen, 
latzregen, Regenguss, i/;. 72, 6. yrn ^^^'^ *^ch ansbrei- 
sndes, wucherndes Unkraut. Vergl. o^O velox. Danach 
ed. das an. \sy. D^3nD 1T?l Sprw. 30, 31 : der mit raschbeweg- 
chen Lenden, der Lendenschnelle, worin man am wahr- 
'heinlichsten eine Bezeichnung der Gazelle oder des Hirsches 
odeii wird, dessen stolzer, rascher Gang auch sonst gepriesen wlrd. 
gl. H. L. 2,9, 17. Jes. ;I5, 6: „dann springt, wie ein Hirsch, 
er Lab me'' u. s. w. An einen Hirsch ist in jener vielgedeuteten 
telle am so eher zu denken, da ein Thier, was dem Bocke ver- 
aodt ist, geineint sein muss. Denn es heisst: der Lenden- 
chnelle (= der Hirsch) oder der Bock, C^er Widder, als 
nfnlirer seiner Heerde.) Ebenso stolz und kubii fiihrt bekanntlich 
f Hirschbock die Heerde an. Den Worteii iiaeh sind auch sonst 
rw. ^ der Widder und tM der Hirsch. Wollte man den 
isdruck naeh dem Syr. tit gurten als der Lendengegiirtete 



342 II. Hintenverdoppelie Perfckta 

fameii, so vfiirde dies so viel bedeuten als der Lendeiifeste, Leo- 
denger iistete, im Gegensatz zu dem, dessen Leiiden wankeo, 
xp. 69, 34, so dass wir audi auf diesem Wege zu derselben Yorttel- 
lung des le ndeiiseliiielieD Thiers gelaiigteii. Uiipassend ver- 
stebn Gesen.^ De Wette ii. A. das Streitross darunter, welches 
dock nur durch seiiien Reiter, niclit aber vi\t der Lowe, der Bock 
oder ein Koni^ als Fubrer seines Yolks sich selbst in den Kampf be- 
gibt, wie Exvald ricbtig beinerkt. Alicin aucb Etcalds Deutung nacii 
altern judiscben Auslegern: der Lendenenge = Wind hand, 
Windspicl durfte scbwerlicb passend und ricbtig sein. Gerade 
eIn stoizes und koniglicbes Einlierscbreiten kiinnte von dem schmadi- 
tigen, nnforuilichen Windbunde am wenigsten geriibmt werden. 

T|n^ W. Tl trennen, durcbbrecben, aufreiben, (vgl 

Cn*1) zerdriickeii und zwar niit denFiissen, daber treten Cz*B. 
die Kelter), dann iibertragen: treten = Tritte, Scbritte ma- 
ohen, scbreiten, betreten u. s. w. Vgl. ^)«>* Daber *^, eig. 

Tretung, d. i. wo man tritt und scbreitet, daber der W eg, Pfad; 
danu iibertragen: Weg = Gang, Reise; einen Weg, einen 
Gang mac ben. irrig bait Gesen. diese abstrakte Bdtg. fiir die 
erste. Mocb weiter iibertragen stebt W eg danu fiir W and el, Art 
und Weise, wie Etwas gebt u. s. w. tbr die Grundbdtg. vgl* 
mn bind urcbbrecbeu, ausbrecben, ausscblagen, aU 
Subst. T]in wucberndes Kraut, Unkraut, Gen. 3, 18. Uos. 

10,8, LXX. : T^i^okoQy vom Stamm mT bervorbrecben, bervor- 
quilleu (vgi. TllHL)^ irry das Hervorquillen, das freie Aus- 
tliessen, Ex. 30,23. Dana iiberbaupt das freie Ausfliessen, 
El. 30, '23. Dann iiberbaupt das freie Uerausgehn, freie 
Bewegung, Freibeit, Jes. 61, 1. Sodaun ein frei und fliuk uoi- 
berfliegender Vogel, wabrscbeiniicli Scb wal be, Sprw. 26, 1. if;. 84,4. 
Das an. Key, 1*1 Perle bed. eig. das Uervorgequoliene, daber 
der tropfenartige, runde Auswucbs einer Musckel, 
'i^f^ und .5. Estli. 1, 6. Vgl. D^r^fi. JNacb Gesen. u. A. vom GUu- 
zen benannt; scbwerlicb ricbtig. Im 8kr. beisst abnlich die Perte 
muktdj das Losgelassene, derTropfen, den die indische Sage 
dauu vom Himmel fallen, von der Perlenmtittermuscbel einsavgeii und 



1) durch Wiederholons drt ertten RadikaU. 34S 

irin zor Perle si€h verharteti lasst. Vg;l. ^y^d^ das Geschwittte 
:die Perle. 

jm W. Tl durelibreehen, zerspalten, daher njTIJQ 

twas Gespaltenes, Gekliift, Kluft, Felsenspalte. U. L. 
14. £z. 38, 20. Vgl. ^ y\ confregit. Will man naher ausgehn Tom 

ab. ^r5 (obwohl ihm eig. *^ entspricht,) einhergeben, 

ihreiteo, steigeii, dann auch fortgehen u. a. w., so konnte 
an n:iTlO fassen, als Ort, wohin man steigt, daher Anhohe* 
llein einmal kommt diese Bdtg. sonst nicht vor, ausserdem passt sie 
cht, da, Tvie !m H. L. bes. deutlich ist, eine Felsschlucht ge- 
eint sein muss. Die Wurzellaute, sowie die Grundbdtg. des verw. 
n u. eh*1 lassen die gegebene Ableltung sehr gut zu. Verw. ist auch 

fc^m W. Tl trennen, ausscheiden, verwerfea« daher 

T T 

erabscheuen, |jC f. i. IV. ]1MT1 Abseheu, Widerwllleii. 
». 66, 24. Diese Bdtg. Ist gesichert durch Dan. 12, 2, woselbst 
I mit Schande znsammensteht. LXX. und Theodot. iibersetzen an 
tzter Stelle aiayfvvri, 

3) Uebergang der Kehl* and Gauuenlaute In 

Lippenlaute. 

Ueber deii Wechsel dieser Laute vgl. §. 16. Nro. 3. S. 239 f. 

!3S^p aus ntt^ entstanden, festmachen (vgl. S. 119 f.) Daher 

^ das Oiir festmachen, heften an, auf Etwas, dalier aufmer- 
iD, Jes. 32, 3, ^B^V Gewohnlicher ist Hif. das Ohr wurauf 
ften, richten, ]jK 3^B^n aufmerken, aufhorchen, t/;. 10, 17. 
irw. 2, 2; meist ohne 7lK In demselben Sinn mit 7K, ^, 7]fi 9* 
bst. 3^ Aufmerkung, Aufhorchung, Jes. 21, 7. Fiir die 
chtigkeit der angegebeneii Grundbdtg. zeugt noch das nrab. y^^^a^S 
lammengezogen, dalier fest, hart sein. \\ic LmJ), ^p^amj», Ht^* 
tiv bedeutet v^umJ) zusammenziehn =" wegziehn, daher deflejrit 
oecasum sol; dann auch f Hess en. Abgeleitet von diesem 



344 II. tiiulcnverdoppelte Ferfekta 

Stamme ist sodanu iiach Form uod Graqdbdtg. ^^MJ^theileu 
tkeileu, zerstreaen u. s. w. Im Hebr. entopricht demsel 

DDp W. op (wozu aber die Mittelglieder nop = Xj 

nop fehlen) spalteD, scheiden, daher entscheiden, u 
leu, Besckeid, Entscheidung ertheilen= Orakel g 
weissagen, aber meist von falscken Propheten: wahrs 
Verw. ist athiop. VTiflfi I Cstatt VflCi I = IDOp = DOp) 
sageD, ^O^il"flI harioluSy divinator. D9p Entschei 
Orakel, eiiimal im guten Sinn, Sprw. 16, 10, sonst Wakrsa 

£z. 13, 6, wo sie durck 30 C^ine Art Wortspiel) naher bestir 

.■» ^ ^ 
als Wakrsagung der Liige = Liigenlickt. Vgl. ^ w * { 

den, tlieilen; dann auck entsckeiden, bestimmen, a 
nen. x-^'j bed. unter andern auck Meinung, Ratk. V< 
Ertkeilung eines Orakels durcks Loos gekt die Bdtg. im Hebr. 
nickt aus. Auck keisst DDp Ez. 21, 27 nickt wie ppn im ge 
Siqne Loos'O^ sondern Entsckeidung, entsckeidendes 
kel: >,in seiner Reckten kalt er die Entsckeidung: „Jeru88 
d. 1. ejnen Pfeii, den er als Loos gezogen, worauf jener Nai 
sckileben stekt. 

flSp von n39 = yjrp W. J^ sckelden, spalten, tre 

daker 1) wie vjL^' zerbrecken, zerknicken, davon n^!fj 
knickung, Joel 1, 7. ^]2^ aj Spalt = Splitter, Spa 
Hos. 10, 7. — 2) Knicken, brecken ■•= losbrecken iiber 
Daker aufgebrackt scin, grollen, ziirnen. Gen. 40, 



*) Auch das dcutsche Loos hat iiichts mil ios, luseii = XvBiV : 
Die goth. Form ist Mauls, ahd. M6%. angels, hlot, hltft u. s. \v. Adj 
hijftai hMa der Weissager, auch mhd. bed. losen norh wcissagc 
Wurzel ist namlich verw. mil lauschen (luseu), ^otb. hlausjart , ahd. h 

xXv'StV, cluerej ungar. hoi, hdren, daher auch luut, ein rarticip , a 
g e h d r t , h o 1 1 1 6 n e ii d *, sonst auch b e r ii h m t := xXurug ^ inclitus. I 
M&% = Luos eig. das GehOrte, Geoffenbarte, Gutters pruci 
Fiigung, So hick sal u. s. w. Im Skr. entspricht das wurzel verw. ^ 

Avtov das Gehorte, dureh gdttliche Offenbaruug Vernomme 
^nOii was daun allg. die Ycdas als gcoffeDbarte , heilige Schrift bezeidiB 



1) durch Wiederholuug des ersicn ftadikals. 345 



57, 16. Vgl. i_r-^^ erzurnt sein. f)j^ b) Grimm, Zorn. Mit 
dem deutschen Hass, goth. hatis = (odium =) x6t'OQ und weiter mit 
^X^'f^Qy Skr. qatru Feind scheint die Wurzel yp ^^ dieser abge- 
ieiteten Bedeutung verwandt zu sein. 

3^P von Tl)lp W. yp scheiden, scbneiden. daher ab- 

schneiden, vom Holz 2Kdn. 6, 6; von der WoUe — abscheren, 
H.L 4, 2. n^ a) Abschnitt, Ende (wie ^) Jon. 2, 7. 2) Ab- 
schnitt = Zuschnitt, Gestalt, 1 Kon. 6, 25. 

3Dp = 12{p9 W. top spalten, schueiden, t_-Ug sectiit; 

daher 3^p Schneide, Scharfe, Stachel, Hos. 13, 14: HoUe 
wo ist dein Stacbel! parall. mit 1^*1 in seiner ersten Bdtg. Stoss, 
Schlag, bes. todtlicher Schlag, daher auch die Pest, die es 
dort aber nicht bed. kann, so wenig als 2tSp Seuche, wie es Gesen. 
a. A. fassen. Vulg. mot'sus. Im Arab, ist von diesem Stamme abge- 

leitet 1^ momordit. Ailgemeiner bed. sodann ^bp Schnitt, Stick 
Oder Scblag = Zerstorung, Jes. 28, 2: ein Sturm des Schla- 
gens, d. i. eIn erschlagender, schneidender, zerstoren- 
der Sturm. Vgl. Deut. 32, 24, wo es mit ]^ im Parall. stebt: »Gif- 
tigen Stacbel und den Zahn des Wildes will icb gegen sle 
senden mitsammt dem Geifer, der den Staub Durchkriechenden**; das 
•fnd: serpentes; also giftiger Schlangenbiss soil sie treffen. 
Danach verstebt man i^. 91, 6 „den Stacbel, der am Mittag 
wuthet*', am einfacbsten vom Stick gefalirlicber Insekten; es ent- 
spricht im voihergebenden Verse: der Pfeil, der am Tage fliegt. 
EbeiKso gelioren zusammen: der Schrecken der Naclit, und der 
Schlag 031 der gottliche Todesschlag), der im Dunkeln 
^chleicht, womit die Pest bezeicbnet ist. 

^Wp W. top (vgl. rpq5) scheiden, trennen, daher ah- 

schneiden, Job 8, 12. Dunn auch: abtrennen = abreissen, 
abrupfen, abpflueken, Job 30, 4. Deut. 23, 26. 

■ DTp W. "ip, durch Verinittlung eiiies im llcbr. nicht mehr 

rorkommeuden Trip — rp'p — Dip gebildet. Das Arab, hat diese 
IDttelstufen erbalten: fjj; (aus ijjo abgeschwacbt) schnell ein- 



34ti II. Hinltfiivcrdoppelte Pfrfekta 

hergebeu, wohin koiumen, ankommen, voo der Rtfees 



i»(\i* Sodann vJiXS worauf losgelieo, erstreben, angrei- 
ten u. 8. w. VL scbneil laufeii. \^03 ante camelos proeurrens 
camela. Daraus eiitsteht durcli Wechsel der Lippenlaute CTIp, «0J 
1) scheideii) trenDcn, schoeideii (vgl. *1*lp), dnher a.JJI 
Axt, eig. die sell neide tide, sp attend e. Vgi. DT:;.. 2) Uebertr.: 
spalten = bindurchdringeii, dalier vordriiigen, vorspriu- 
gen, vorkommen, vorangeiien, iftiXd? dann auch vor, voro 
sein, der erste sein^ ^i^ kiilin seiii, eig. vorspringend, 
vordringend. Daher D^np voraiigelien, i/;. 68, 26, zuTorkom- 
nien, \j). 17, 13. Ferner: mit einer Gabe zuvor- oder enCgegen- 
koniiuen, womit aofwarten, Etwas darbringen, Mich. 6,6. 
Vgl. auojL^ Aufwartuiig = Gescheiik. Sodann Jeinand unerwar- 
tet zuvorkominen, in feindlicher Absicbt, dalier iiberfallen, 
occupare^ ip. 18, 6, 19. Ebenso Hif. Am. 9, 10 mit n]^^ rings, voR 
alien Seiten iiberfallen. Job 41, 3. Das Subst. Qip bed. danaeii 

a) das Vordere, die Vorderseite, daber auch Osten, Mor- 
genland. ]iOrip vorn = ostlicb; ^JO^pder oder das Vordere. 

b) Von der Zeit gesagt: das Vorangegangeue, Frahere,die 
Vorzeit, Urzeit, Ewigkeit, = ^JUf, iv^iXi vorangeg^augen 
= alt, e wig. Die Grmidbdtg. siebt man nocb sebr deutlicb in noip 
Jes. 23, 7, der Hervorgang, Hervorsprung, daher Ursp rung. 
Ebenso Ez. 16, 55: „sie sollen zuriickkebren zu ibrem Ur- 
sprunge, d. i. zu ibrem urspriinglicben = friiberen Zustande.** Vgl> 
^(X3 Wurzel, aus welclier die Zweige bervorgehen. 

^^3 W. rO scbeiden, treunen, daber ■ »r^m absper- 

ren, sicb gegen Etwas sperren, verabscbeuen; yJLiX 4g 
abhorrens. tj»iy^^ das Absperrende = die Fessel. Rijuib 
eiserner Riegel u. s. w. An die Bdtg. der Scbeidung uud 
Treunung scbliesst sicb die der Wen dung = Seite, ^_r/a ^ 
die Seite des Scbwertes; daber P|n^ 1) Seite, die Neben- 
flacbe eines Gegenstandes, wic das vnw. » aU«^ Bicguug = Seite. 
Vgl. Flanke, franz. //aiit*, eig. deutscb; ahd. /i/aiicAa, Seite, verw. 
mit r/#M/irr, xXivav = lebnen, neigeu, biegcn. Vgl. link o^ebo- 



1) darch Wiederholuiig des erslen Radikali. 347 

II , mil abgefallenem Hauchlaute. Ebenso bezeichnet der PI. nifiO? 

• 

e Seiten, die Seitenraume, Ez. 42, 2,26. Uebertragen bed. 
i 2) die Seitenflache oder Seitenwendung des Ruckens, 
ehulterblatt= v,jix£9, ^ ^?^^ scapula: die Schulter, aufder 
an tragt. Jes. 46, 7. Irrig halt man gewohnlich die letzte Bdtg. fiir 
earsprungliche, wahrend sie doch eine sehr abgeleitete ist uiid sich 
}x ersten einfach anschliesst; iiicht uingekehrt. 

3*13 W. ro scheideo, schneiden, daher eiiisehneiden, 

- T 

lograben = schreibeii, wie 79096^^ eig. eingrabeo, graviren. 
bgeleitet ist hiervon der Stamm 

UmS W. to sebeiden, trenoen, daher x^^^ abaondem, 

;rbergen, zuriickhalten ; daoach hat man DTpD erklart als etwaa 
ufbewahrtes, Gehegtes := thesaurus^ ein Schatz, daher 
was Kostbares, Kleinod, als Bezeichnung einiger hocbge- 
hatzteii Lieder, i;>. 16. .56 — 60; aber schweriich richtig. Als Verb. 
mmi der Stamm iiur in Nif. einmal vor, Jer. 2, 22 und bed. ein- 
eschnitten, eingezeichiiet oder aufgezeichnet sein, wie 
hon Khnchi das Wort durch Dtthl erklarte. Es kdnnte ebenso e^ot 
D^ heissen: ^ein gezeichnet ist deine Schuld von mir;" 
A Volk mag sicii desshalb noch so sehr rein zn waschen suchen, 
kann seine Siinde nicht laugnen ; sie ist in das gottliche Schuldbuch 
igetragen. Offenbar unrichtig und unpassend iibersetzt man gewohn- 
h mit den LXX., der Vulg. nach deui Syr. befleckt Ist deine 
^'huld vor mir. (Vgl. ^v^^ schmutzig, unrein sein.) Da- 
ch ist auch am wahrscheiulichsten OTMJIO zu fassen als etwas Auf- 
(zeichnetes, Geseh riebenes und zwar bestimmter ein auf- 
(schriebenes oder vielleicht handschrif tliches Lied, wie 
t altere Form ^rpp Jes. 38, 9. Die obigen Lieder sind meist sehr 
lividueller Art und scheinen sogieich von den Dichtt*ni niederge- 
irieben zu sein. Auch altere Ueberss. fi'ihren auf eine Bdtg. von 
hrift, Inschrift, LXX. oTTjXoyQacpia , Vulg. insauptio iitufi; 
rg. Kynn M^/3 sculptura recta, Beweis genug iiber den Ztisam- 
nbang^ von 3ro und DrO so wie iiber die aiig. Richtigkeit der gege- 
leo Erklaning. — Das Subst. DTQ Gold, bed. schwcrlloh eig. 



\ 



348 II. HintcnvcrcJoppelle Perfrkta 

etwas Aufbewahrtes, Schatz. sondern nach der Grondbdtg. 
das Geschiedene, Ausgeschiedene, Gelaoterte, daher 
poet, reines Gold, wie T5, H. L. 5, 11. Job 28, 16. 

in{^3 W. C^3; die Bildung setzt voraus einen Stamm r»C^3 = 

LkM^^s bekleideii = HDD bedecken, eig. ubtrennen = abhai- 
ten, umhuileii. Nach der Gruiidbdtg. heisst Fje^'2 eig. scheiden, 
trennen (vgl. i a.^. ^^ zerreisseii) , daher aufdeeken, enthul- 
leii, offenbaren, wie das verw. i aA^j rjferi u. s. w. Daher Pi. 
r]^5 durch magische Kunst Etwas offenbaren, weissagen; dann 
uberlianpt Zauberkiinste treiben, zaubern. rjt^DO Zauherer, 
Ex. 7. 11. Mai. 3, 5. r]^5 Zanberei, Mich. 5, 11. Jes. 47, 12. \%\. 

DDp Wahrsagnng. Wurzelvcrw. ist das athiop. ^UJ't'I (aw 1 

YllUlU; entstanden) enthiillen, offenbaren = ^B^3. Im Syr. 
das Etpa. sich offnen, sich an Jemand offenbaren, d. I 
si eh of fen aussprechen nnd zwar gegen Gott, daher beten, 
bitten, beschworen im guten Sinn. 

PIOD W. 03, der Form nach gebildet von HOD trennen, abhal- 

ten = bedeeken, iiberziehen. Auch die Grundbdtg. in Vp2 ist 
dieselbe: abhalten = h emmen, iiberziehn, znsammenziehn;^ 

^ e ^ 

vgi. ^_jqAi> palpehras oculorum contraxit et ex interstitiis cUioi^um 



intuit Hs est. X. sich zusammenzieh n = runzelig, durr wer- 
den; vq/;^f» trockncs Brod; Ijl&,.^ dtirr, trocken; y^ zu- 



sammengezogen, di'irr. Verw. ist ferner ^_p-rh- zusammen- 
zieh n = znsam men nah en; dann auch iiberziehn = bedeeken. 
Sodann steht es von der aus schwarz und weiss zusammcnge- 



6 -. ^ 6 



setzten Mischfarbe: grau, Uuqa. Vgi. ■_^^'^^ Asche, 
eig. die Graue, Weissliche; ■_«^^ t gi'^m^ aschfarbig. Da- 



nach ist unstreitig auch noZ) das S i I b e r als das A s c h f a r b i g Ci 
Weissgraue bezeichnet, wie aoyu^og von a^yoi^ weisslich, schim- 
mernd, argentum. Ilicrnach fasst man allgemein auch die Verbal- 
bedeutung: verlangen, bcgehren, sich heftig sehiien, aLs- 
ob sie vom Bicichwerden iibertragen sci. Allein gewiss ist keioc 
Ableitung verkehrter. Das Verb. bed. vielmehr O zusammen- 
ziehn, zuriickzielin, daher auflauern, anfpassen, il). 17,12: 



1) dareh Wiederholung des eralen Radikals. 349 

Es scheint ein Lowe, der zu raiiben lauert, ein junger 

l5we, der im Hinterhalte sitzt. Schon der Parall. verlangt 

hier eine andre, starkere Bdtg. als die der bleichenden Sehn- 

aocht, die ausserdem fiir den Lowen schiecht genug passen wtirde. 

Tgl. . q^A^ II. magno cum studio se dedidit rei. ^x^r beg eh re n. 

Die LXX. iibersetzen riclitig krovfiog eig xhjQav; Vulg. paratus ad 

firaedam. 2) Uebertragen bed. a.uflauern so viel als ausspahen, 

Verlangen haben, Job 14, 15 mit S. Nif. a) sich selinen, 

aich hingezogen fiihlen, Gen. 31, 30. b) Nacli der Grundbdtg. 

aich zusamnienzie hn = sich zu riickzlehn, daher sich 

achamen, Zef. 2, 1: o Yolk, das nie sich schamte! Gewohn- 

Ijeh leitet man diese Bdtg. ebenfalls vom Erbleichen ab. Wurzei- 

tiaft verw. ist ^Ar^ (abgeleitet von ^^^ sich zusammenziehn) 

iktiv: machen, dass Jemand sich zuriickzieht = ihn be- 

6 o 

ichamen, eig. zuruckstossen. I. II. IV. R^^L^ Scham, Scheu. 
F. sich schamen. 

DD3 W. QD znnachst abgeleitet von vp^ und von dei'selben 

Inuidbdtg. ausgehend : scheideu, trcnnen, spalten, daher ab- 
ichneiden, Ez. 44, 20. Vgl. Dt:i, .^^^ - DD3 scheiden, ab- 
ichneiden, daher Abschnitte machen, abtheilen = zahlen. Die 
ietraideart n002 Spelt, Dinkel, Jes. 28, 25 ist offenbar nicht 

• • • 

lach den abgeschorenen Aehren benannt, wie Gesen, u. A. 
voUen; denn mehre Speltarten haben aufstarrende Spitzen Tvie die 
Berste. Indess genauer wiirde diese Bezeichnung fiir die Gerste 
lassen , indem es auch Spelt mit vielfachen Reihen gibt. Die LXX., 
Theod, und Aq. iibersetzen Jes. 28, 25, ^£a, was nicht eig. Spelt ist, 
kr nicht so haufig gebaut wurde, sondern eine Gerstenart, wie 
hs eutsprechende skr. Java y pers. dschav Gerste. Allein Ex. 9, 32 
•rird es bestimmt von der Gerste unterschieden und steht Ex. 4, 9 als 
rfoe der geiingsten Getraidearten neben Hirse, ]r1"l oder eine Art 
Dorra, Holkus. Ausserdem bed. das entsprechende arabische 
^\ir_ ^-* Wicke. Ebenso iihersetzt Saadia ..tLjuJLr^. Erbsen, 
ITlcken = JL^ Wicke oder Bohne. Der hebr. Name passt 
acb anf die vicia sativa , deren Friichte fast immer zu zweien sitzen. 



350 II. Uintenverdoppelte Perfelita. 

]3T3 W. t3 trennen, abhalten (no^) zaruckbalten, rer 

bergen, dahei* Pi. tauscheii, betriigen, iiigen. Vgl. uber di( 
Grundbdtg. y^ zusammens^iehn, eng, fcstmachen, intr. za 
sammengezogen und diirr neiii. Diese Bdtg. siebt roan audi 
noch in :3pt^ von einem Fiuss, der sein Wasser zuriickhalt^ eio- 
zieht, daber versiegend, im Sticb iasseod, unzuverlig- 
sig, Jer. 15, 18, (im Gegensatz zu Jii^^t bestandig fliessend.) 

Dann aucb trugeriacb, Mich. 1, 14. Die mcbrfachen Ortsnameo 

* 

dieses Stammes bezeicbnen naeh der Grundbdtg. etwas Bergende% 
Yersteck, fester Wohnsitz. 

mPIH von Tinn greifen, packen gebildet, W. m scbel- 

den, trennen, daber ^nn wegnebmen, rauben = F|Edn. Job 
9, 12, nnn Raub. Abgeleitet ist biervon der Stamm 

Dinn W. nn scheiden, schneiden, einschneiden, da- 

her eiudriicken und zwar mit dem Siegel, daber versiegeloy 
Jes. 8, 16. Uebertragen : fest verschliessen, einschliessen. 

Pi. Job 24, 16. Dnin Siegelring, eig. der Eindriicker, A^ 
und *iL^- Weiter iibertragen bed. der Stamm auch besiegelpt 
beurkundeu, bestatigen, Dan. 9, 24: bis zu Besiegein = bi8 
dass besiegelt (bewahrbeitet) ist Weissagung und Prophet. 

3C^^n W. tt^ (vgl. HK^ scheiden, trennen, die Rede tb- 

brecben u. s. w.) scheiden, trennen, daber 1) sperren, feat- 
mac ben, binden; davon 2tt^n Biude, Giirtel. Vgl. das wurzel- 
pttfn binden, ankniipfen. 2) Innerlicb Etwas festmacben, in 
Denken erfassen= erdenken, Amos 6, 5, besonders im scblini 
men Sinn: Uebles aussinnen, i/;. 10, 2. Dann in Pi. ans 
recbnen, berecbnen, bed en ken. Aebnlicb schon in Kal: be 
rechnen = scbatzen, wofur batten, Gen. 38, 15. Jes. 13,17 
Dann aucb: berechnen = anrecbnen, i/;. 32, 2. Nif. geschatzt 
wofiir gehalten werden n. s. w. ?l3lS^n Aussinn ung, Ueber 
iegung = Klugheit. Kob. 7, 25, 27. Als Kame der alten Re 
sidenz der Amoriter bed. das Wort wabrscheinlich Verblndao; 
CBundesstadt) odcr Fe stung. Der baufige Eigenname von Levite 
n^2B^ bed. Verbundener, Diener oder Freund Jahves. 



1) darcb Wiederholung dci entan Hadikali. 351 

U^n abgeleitet von ntt^n, vgl. j^AMit^ scheiden, trennen, 

abschneideii, ablialten, ^y^ hemmen, binden, gurteii = 
^ern. Daher DC^ = D!:y entschieden, fest^ stark, grosR 
sein u. 8. w. Ygl. ^^jum^ g^ross, stark, korpulent. Wurzelhaft 
verwandt ist 

?l^n W. fm scheiden, trennen, daher 1) absondcrn, 

i^i^ das Abgetrennte, Abtheiluiig;, ein Haufchen, kleiiie 
Heerde, 1 Kon. 20, 27. 2) Abtrennen, abschalen, von der 
Oberflache weg^nehmen, Joel 1,7; daher auch oben absclidpfen, 
dberhaupt schopfen, Jes. 30, 14. Hag^. 2, 16. An die Bdtg;. ab- 
schalen schliesst sieh 3) die: blossniachen, aufdecken, ent- 
b loss en = ' « a ^^ Jes* 20, 4. 52, 10. Verwandt und ebenso 
gebildet ist 

Pipn W. on (vgl. non sich trennen, zuruckziehn, bes. 

om Schutz zu siichen, daher fluchten, s. Zufliicht nehinen 
0. s. w). Danach nOH = HOn sich zuruckzielin = zusammen- 
ziehen, daher D^pn, DSOriQ zusannneogelaufen, geronnen, 
Ex. 16, 14: „es la«^ aiif der Flache der Wiiste fein, geronnen, fein 
wie der Re if auf der Erde.*^ Die letzte Bezeichnung, ,,f ein wie 
der Re if** fiihrt schon darauf, dass das Manna als gefrorener Him- 
nelsthau vorgestelit wurde und dass Tpr\ wie das eiitsprechende arab. 
vJA^ gerinnen, gefrieren bedeuten muss. Vgl. ^^(^^ nix 
dura , glacies mollis. Verw. ist auch > iS,i^ zusammenziehn, 
sosammennahen. Die gewohniiche Auffassung Hon ^= Hit^n ab- 
schalen, abschuppen passt weder zum Worte, noch zu dem 
Bllde. Die angegebene Ableitung bestatigt auch daschald. r|pn Thun, 
t elg. etwas Zusammenhaltendes, zahes Erdreich, Dan. 
2, 33 flf. Falsch fasst man es als S c h a I e , S e h e r b e. Mit dem deut- 
•chen schaben, Schuppe u. s, w. hat ^DFI so wenig etwas ge- 
mein, als mit ^no, wie Gesen. will. Welter abgeleitet ist der Stamm 

DQm von yjDn, W. on absperren, zusamraenziehn, ver- 

ichliessen, einschniiren, Deut 25, 4. Ez. 39, 11. DlDriD 
Zanrn, ^. 39, 2. VgL O^V- 



1 



352 II. Hintenverdoppeite Poifekta 

3^n von nyn W. yn scheiden, trennen, spalten, daher 

einschnelden, einhauen, oder ausliauen, bes. Steine, Je8.5,l 
Uebertracren : d r e i n s c h I a g; e ii , Hos. 6, 5 : 

„Ich werde dre i n sch I a g e n durch die Propheten 
Und werde sie morden durch die Worte meines Mundes. 

Diese Auffassung verlangt schon der Parall. Durch die prophet 
Worte und Strafreden will Gott sie ziiehtig^en. Hos. 12, 11. Jes. 11,4. 
Vgl. Am. 9, 1. Verwandt ist 1 

3n]^n. chald. scheiden, trennen, eindringen, daher 

drang^en, treiben, anstreugen, Part. Aph. drangend, streng, 
Dan. 2, 15. 3, 22. 

DtOn W. ton, = n!:n schneiden. einschneiden, ab- 

schneiden, haueu; iibertragen: einschneiden, Einschnitte 
= Streifen machen, daher yit^n gestreift, gesprenkelt, 

buntfarbig, Sprw. 7. 16. Vgl. 1- ^ ^ striata fuU vestis. 

. 

'n^n = ^nn W. nn scheiden, trennen, daher wegneh- 
men, rauben, i/;. 10, 9. Hievon ist abzuleften 

DEOn W. Dn scheiden, trennen, daher zufiiekhaltea 

- T 

und zwar den Zorn, Jes. 48, 9, daher schonen, verschonen: 
,)Um meines Ruhmes willen verschone ich dich.*^ Vgl. ^y^ zusani- 
menziehn, fesseln, schniiren = DOn. ^^x^d cantinuii iram. 
Iriig halt Gesen. DtO fiir die Wurzel. 

D^J W. ttf:i; der Stamm setzt ein Perfeiit fp:\ (von nB^« vo^ 

aus, das im Hebr. aber nur in einem Norn. pr. vorkommt. Vgl. den 
Stnmm tS^:i trennen, eindringen, daher suchen, tappen. 
Jes. 59, 10, (jLi. Daher Dtt^:i scheiden, trennen, durehbre- 
chen, hervorbrechen, bes. vom heftigen Regen, der hervo^ 
stiirzt, giesst, Jer. 14, 22; Dlf^T der hervorbrechende Regei, 
Regenguss, Zach. 10,1. Veigl. Lis^ sich niederlassen, Jt> 
id. auch hinfallcn (anf die Briist). Sodann bed. hervorbrechen. 
hervorkomm en auch soviel als hervorstehen, hervorragen 



1) dnrch Wiederholaog dei ertlcB Radikils. 353 

daher gjts^ die Saat, die sich aus der Erde erhebt, k^ry das 
llerTorrag;ende = der Hiigel. Daher auch ^\^ie^ = |»m»> das 
Hervorstebende , derKorper, Leib, wie das chald. D^3 Dan. 4, 30. 

PTJ Wurzel n, Tt:; schelden, absehneiden, nta (=^13) 

^Dt3, arab. |»4X:>.9 i»y^ absehneiden, abnagen, dnher DTj 
eig. die Heuschreckenraiipe (3^^X^O oder ungeflugelte Heu- 
schrecke, vom Nagen und Abfressen benannt, Joe! 1, 4. 2, 25. Allff. 
for Heuschi;ecke, Am. 4, 9. 

finj von m:i W. na schneiden, einschneiden, iibertra- 

jgtxi'. mit scbneidenden Worten verletzen, daher verhohneu, 
rerschmahen, i/;. 44, 17. D^$nj Verlasterungen, Verholi- 
nung, Jes. 43, 28. Ganz irrig^ hat man ^ fur die Wurzel g;ehaiten. 

Diny ffTi. Xsy. W. ny, von dem Stamme nny = ^ji^ evulsU = 
^ ^ ^ 
^Aft evuMt (pilos) gebildet. Die W. bed. scbeiden, trennen, 

serreissen, verw. mit i_r^^ ^erit^ = n^^ Vlll. id., ferner mit 

^ schlachten = Jucft = ^Jl£ Gewalt anthun, hart behan- 

leln. Daher Jes. 9, 18: Mdurch den Grimm Jalive's der Heerschaa- 

*en Ist zerrissen = zerfleischt das Land, so daa das Volk wie 

due Speise des Feuers geworden, indem Einer den Andern sie 

licht verschoneu*'. Der S>r. und Vulg. conturbata est terra. 

)as letzte Glied erklart das erste naher und dann malt der folg. Vers 

lie kurz ang^edeutete, biutig^e Anarchie weiter aus, V. 19: „da frass 

nan zur Rechten , und hungerte , frass zur Linken , und wurde nicht 

latt** u. s. w. Aus Allem geht hervor, dass die geivohnliche Auffas- 

ning von Dny bei den LXX. bis auf Hitzig und Etoaldj wonach es 

ron der Glut des gottlichen Zornes stehen soil, unpassend 

■■d zu matt ist: »es ist durchgluht". Das folg. Bild hat oflfen- 

liar Anlass dazu gegeben. Ailein es sagt nur: das Volk sei m^ ie eine 

Speise des Feuers gewordeu" und zwar, wie das letzte Glied erkla- 

lead binzufugt, durch gegenseitige Befeindung und Aufreibung. 

falsch bait Gesen. DH fiir die Wurzel. 

. 3fc^ von n&y, W. ft^y machen, bilden, hervorbringen, 
OD Pflanzeu: wachsen; daher nfi^y. Gewachs, Spross, ^^^ 

flcicr't iMbr. WonelwOrterbuck. 2 a 



354 II. Hliitenverdoppelte Perfekta 

Gras, hebr. mehr Kraut, grossere Samengew&r.bae. \'%l 
S. 127. Schon T^]f steht vom Brzeu|^en der NatarprodalUe, Gen. 
1, 1 1, 12, and sonst. 

32{y von tViy acheiden, trennen, dalier auch absper- 

ren, sclilicsaen u. s. w. Ebenso 2)^ selieiden, trennen, da- 
her 1) bilden, g^estalten, Pi. Job 10,18. Vgl. 3201. Da?oB 2^, 
2tSf und ra^ tiebflde, Gestalt, Gotzenbild, Hos. 4, 17. 

• • • 

i/;. 16, 4. Jes. 48, 5. Ans der Grundbdtg. erklart sich 2) die Bdtg. 
8chneiden = verletzen, kranken, Jes. 54, 6: „ein Weib, das 
veriassen und vcrletzten Geistes;^^ 2'$)jf Schmerz, Wehe, 
Muhe. ]i2^y Schmerzenthum, Miihsal, miihselig^e Arbeit, Gen. 
3, 16 f. T^if. sich verletzen, Koh. 10, 9, daher sich weh tliun 
= 8ich betruben fiber Etwas, Gen. 45, 5. Pi. Terletsen, be- 
triiben, Jes. 63, 10. Hitp. sich betriiben, Gen. 6, 6. 34,7. Da» 
kansat Hif. bed. kranken, verletzen, reizen, i/;. 78, 40. Ebensii 
Jer. 44, 19, wo es Gesen, nach der Vulg;. ^anz irrig; als dienen, vfr- 
ehren fasst. Anch AV/ifrf^ Deutung;: riihren, sich genefg^ machen 
= f j^*^ ist in diesem Ziisammenhnn^^e sicher unzniassig; und Qber- 
haupt wohl fiir diesen Stamm schwer erweislich. Das fragendr 
n In jenem Satze dient, wic so oft, ^ur lebhaften Ver- 
neinunp;. Es wird Etwas gefragt, was der Horer ohne Welterw 
verneincn muss. Hicriiach ist allcs dentlich. Zuvor sa^n die Judaer 
namlich: als sie der Hlnioielskonig^n g^eopfert, sefen sie g^Iiicklich gt' 
wesen, seit sie es nnterlassen, gino^e es ibnen schlecht Dann frapeii 
die Frauen V. 19: ,>wann wir der Hiitimelskftnigin ranchern und ihr 
Trankopfer ausp^i^ssen, haben wir denh etwa ohne Wiasen unM- 
rer Manner (vgl. V. 15.) ihr Knchon p^emacht, um sie zu rei- 
zen (zu erziirnen) und Ihr Trankopfer ansge^ossen?** Die Weiber 
berufen sich also daranf , dass sie in Uebereinstimmung; mit ihren Man- 
nern den Kult der Himmelskonlg^n CMondgfottin = Astarte) ^ubt un<l 
glaubeii dadurch sich gerechtfertigt (vgl. V. 15); das Gegentheii 
hatte nach ihrer Vorstellung die gi'osse Liebesgottin erzumen miisseB. 

DSy von niry = niry, W. }^y scheiden, trennen, absper- 

ren, daher 1) verse hi i esse n, die Augen, Jes. 33, 15. Pi. 29. 10, 
wie das wurzelverw. nsy Sprw. 16, 30. (vgl. ^ ^^ = f^^oM, IV. fes- 



1) durch Wiederholiing riet erslen RidikRln. 355 

tela, bindea; nxy abschliesseD, aus pty eotstanden, vgL "Qtp 
tbschneiden.) 2) Verschllesseo = festmachen, stark 
Qachen = stark werden, bes. aa Zaiil. VgLEx. 1,7. ij^. 40, 6, IS. 
^9, 5. Am. 5, 12. Q)tV das Feste, Starke, dalier a) Knoclien, 
K 6, S. b) Korper, wie D^j, dann iibertrageii : Kdrper= Per- 
toD, selbst. aifjfy n2;!f3{ Starke, Kraft, Vollkraft ~- Ganz 
^erkehrt halt Gesen. wieder D^ fur die WarzeL 

?1^y^ von ntoy W. EOy = top scheldeo, trennen, abtrenneii, 

ibhalten, daber verhulleii, bedecken, bekleiden, einhul- 
CD. Wurzelverwaiidt fst nJDy = iro, 

MjV von my scheiden, trennen, hineindringen, daher 

py hfndurchdringen = hiniiberrelehen, hiniiberhangen, 
Sx. 26, 12,13. DaoD auch flberhaugen » iibrig sein. Ex. 16,23.. 
Bif. ubrig lassen = iibrig haben, Ex. 16^ 18. 

DTJ^ von ntj; W. Tj; sclieiden, trennen (vgl. pt}f^^ daher 

)lo8niachen, losen, loslassen, 2) verlassen, 3) unter- 
assen. 

Pinn von mn, "^n W. m == ns schelden, trennen, ab- 

• ndern, daher zuruckstossen, zuriiekschlagen, Sprw. 
1,3; vertreiben, verstoaaen. Job 18, 18. Dana auch bloaa 
toasen, drangen, Ex. 34, 21. 

DTH abgelcitet von rpn W. in scbeiden, trennen, daher 

bald. Pa. zersckneiden, zerstiickeln, j»jjD; tm Hebr. hat ea 
ber mehr die iibertnigene Bdtg. von vpT\ stosaen, und zwar mlt 
eai Fosse, also treteu, drauftreten, daher din Trftt, Fnsa- 
ritt, Faasbank, Schamel = scamnum, scamil-lus z= scabeh 
MM. Ebenso steht tt^ Fnssschamel, 2 Chron. 9, 18, syr. MSblD. 
alach melnt Gesen. der Schamel bedeute soviet als der ebene 
oden! von |»JjD zerstoren (nach Gesen. = den Boden gleich 
achen ! — 3 

P|5?i5 = ^^ S. 348, W. tt^ = tt^, B^D ". «. f. achelden, 
ennen, daher 1) cnthulien, offenbarea, davoo r|^ Offen- 



23* 



356 II. ifintenrerdoppelte PerTekta 

barer im schlimmen Sinn = Zauberer. Dan.. 1, 20. 3, S, 10, 27 
n. s. w. 2) Trennen = absperren, abhalten, einhulleD = 
^tDy, nOD, Ll^; daher TiB^H Kocher, eig;. HuUeoder Be- 
ll alter fur die Pfelle. Jes. 22, 6. 49, 2. xf,. 127, 5. Vgl. ^Ipn. Der 
Stamm lasst naeh der Grundbdtg;. wfe so oft zwei ganz entgegenge- 
set/Ae Uebertragnngen zu. Vgl. v^| \. cinxit aliquem. vjlit firmns. 



ich 



D^i( von fpH W. e^N scheiden, tren nen, daher 1) zer- 

8 1 o r e n , v e r w u s t e n , Ez. 6, 6 ; ety mologisch dii rchaus nicht verw. 
mit DDt2^, wie Gesen, will. 2) In sittlicber Beziehung Etwaa zersto- 
ren, d. i. verletzen, verbrechen, vergehen; Dl^iJ, ISI sicli 
vergehn, verschulden, schuidig werden; dann auch die 
Folge davon: biiiisen, Jes. 24, 6. Ntf. sich schuidig == (^e- 
straft fiililen, daher b lis sen, Joel 1, 18. D^ Schuld, Ver- 
schuldung; DIS^ schuidig. Fiir die Grundbdtg. vgl. 1$ I s 
vergehn, Etwas verbrechen, V. sich trennen =^ zuruckbal- 
ten von einem Vergehn. f^\ znriickbleibend, langsam 
gehend. Vgl. ^\ Zogernnj:;, Lassigkeit, von ^\ trennen, 
zerreissen, abbrechen. j^-fl^ A'^flf*^? rup:t , ritiosum t^eddidit 
Die Verba :yilH und 0)lH komnicn nur in Eigennamen vor. 

?y^^( von nOM scheiden, schnelden, verletzen u. s.w- 

Daher f^DK = ^on W. Dfc< trennen, daher 1) hlnwegnehmen, 
fortraffen, Jes. 4, 1. 10, 14. xp. 104, 22, 29. Daher 2) zusam- 
menraffen, zusammenbringen, sammeln. ^pM, ^^K Zeit? 
wo man das Obst einsammelt, Obsternte, Jes. 32, 10. Mich. 7,1* 
nSQM. Sammlung. ^p£t)t^. das Zusammengeraffte, Zusammenge- 
rottete -= das Gesindei, Num. 11, 4. Falsch halt Gesen. Tp fu** 
die Wurzel und vergleicht ip]1D, HM. 

DDfc( abgeleltet von ipK, W. OK in der iibertragenen Bdtg. 

zusammenbringen, sammeln, daher D^tpO^. Sammelplatze, 
Vorrathsorter, Speicher, Sprw. 3, 10. Deut. 28, 8. Falsch 
Gesen. u. A. von D^&f. Zu vergleichen ist DDH verschliessen, ein- 
flchnuven. Verwandt ist ferner 



I 

I 



1) durcli WieUerliolaog dei enUn Badiknlf. 357 

U^M vou einer im Hebr. nfcht vorkommenden Form 7ltM = ^H 

bildet; docli vergleiclie das verw. ntoy = ntoy ab trennen = ab- 
liten = verhiillet), daher Dt^M verschliessen, Sprw. 17, 28 
id sonst. UHifj DOn u. s. w, 

\jS von T\tH, <<% I zusammenziebn = ^\f; ferner vou 

t< stainiut ^U auhangen, aiischliesseii^ dauu auch vei*- 
:hlie8sen, ziisauiuieiidrehu u. s. w. Oabei* wahrscheiiilicb 
t^ das Zusaiuiiieugezogeiie = der rauhe, traubige Bii- 
^bel eines Gewaclises, deu luau bei heiligen Besprengungen ge- 
auchte, Ex. 12^ 12. Lev. 14, 4 ff. \p, 51, 9. Das Gewaehs selbst 
ess wobi eig. Busch oder Biischelkraut uiid hat grosse Aehu- 
:hkeit init unserm Rosmariii. Nach 1 Kon. 5, 13 wiichs es an den 
auern hervor und steht ais kieines Gewiichs im Gegensatz zu den 
idem. Wahrscheinlich zog man es auch an den Hausern, wie es 
udolfy Lex. aeth. von den Aethiopen erzahlt. Das gtiech. vaatonoQy 
sop ist unstreitig ganz dasselbe seuiitische Wort, wenn auch das 
odukt uicht ganz dem hebr. Ysop entsprechen sollte, da es offenbar 
elire Arten desselben gab. 

jHfci = Dtt< W. nfc< = 13 in der abgeleiteten Bdtg. zusam- 

enziehn = zusammendriicken, daher Hif. bedriieken, 
haden, verletzen, Dent. 28, 63, wo es das Gegentheil von 
rutes zufiigen'* bezeichnetj 1 Sam. 2, 33: »um zu verletzen 
u verwunden) deine Seele.*^ Unrichtig />^ Wette: „damit deine 
cle sich verzehre." Vgl. ,^3| laesus fuUy petxepit nojcam. v^vl 
Hum J calamitas; o\f angusUa, miseria. Ganz irrig halt 6r^«cM. 
n Stamm fiir eine Versetzung von 2t<l. Die Grundbdtg. zeigt sehr 
utlich noch das arab. ^^4>| znsammenbringen, einrichten, 
d zwar ein Mahi einrichten. Intr. v^jI zusammengezogen = 
zogen, gebildet, unterrichtet sein. IL Ziehen, ziich- 
j^en, bilden; ^51 menschliche Bildung (Feinheit) humani- 
', humaniora. Wurzelverw. und abgeleitet von niM ist der Stamm 

Cn^ W. IH'^ im Arab, liegt die Etymologic deutlicb vor: ISt 
Zttsammenbringen, verbinden, dither auch hinzuthun, 



3^ II. Hinlenverdoppeltc PerfekUi 

hinztifupep (bes. Zugemuse geben u. 8. w.)> 2]) ZataniieiH 
briiigen, Friedeii atifteii. 1. IV. 3) Zusammenhalten, I.B. 
eine Gesellscliaft , daiier Vorsteher sein. ^jI catguncHoyfrni- 
liaritas; iLejl commLvtiOy conjunction propinquUas* Im Aetbiop. 
bed. danach J^<^1 zusammedziehii, anzfehn = gefalleO) be- 
lieben, erfreuen. 'KJ^f^^l angeiiehn, lleblicb^ erfreo- 
lich. Intrans. bed. ^jf zusammeiigezogen, daher tod itr 
Parbe: duiikel selii, dunkelbraun, fuscuSj dann aach roth. 
Vgl. lLoi>\ die aus schwarz und weiss gemlschte Farbe des Hireches, 
grau; von Menscheii fuscus; von Kamelen candor ^ eig. wohl RSthe. 
Von der Bdtg. das Zusauimengezogeue kommt auch die der 
Haut, &^4>l, atbiop. AJiy^l Leder; ferner ^o\ Haut, daiier 
aucii Oberflache, z. B. der Erde. ^^jf das Zusammenge- 
zogene, daiier totusy im PI. Haut, sichtbare Oberflaclie 
der Erde und des Himmels u. s. w. Hiernach ist der St. im Hebr. klar 
DHK zusammengezogen sein, daher nD'^t:^ das zusammen- 
hangende Erdreicb, der Bodeu, bes. das fruchtbare 
Ackerland^ dann audi weiter Land, Gegend, Erdkreis. Die 
Stadt ntplt^ Gen. 10, 19. Hos. 11, 8 bed. wahrschiich die Feste, 
Festung. Ebenso geht der Name des rauhen Gebirglandea Edom 
COnt^.) wahrscheiulicb von dieser Grundbdtg. aus und heisst: das 
Zusammengezogene, daher entweder das Hohe, Gebirgige, 
vvie 73^9 Ju^ S. 251, oder wie ifj^y^das rauhe Laud = das 
Waldgebirge. Von der Farbe kann es niciit so gut beoauntseio. 
Das Verb, sodann steht wie im Arab, von der zusammengezoge- 
nen, duukeibrauuen Farbe, daher weiter roth sein (strahleo) • 
Tliren. 4,7. Hif. rotli maclien = roth lassen oderzei&ren, ' 
soviet als roth sein, Jes. 1, 18. OlH braun, rothbraun, fuclis- 
farbig, roth. CTIDnt} rothiich. MitcnBlut, eig. das Flies^ 
sende = Tt hat dieser Stamm durchaus keine Verwandtschaft, wie 
man fasst allgemein annimmt. 

Endlich fragt sich, wonach der Mensch DHN benaunt wordeo 
sei. Die gewohnliche Ansicht deutct den Namen von der roth- 
lichen Fleisch farbe, was schwerlich riehtig sein kaon, zainal 
wenn man die alteste Bdtg. des Stammes: fiMCi$s im Auge behalt. 



1) durck WietierJiolang dec erM«B Radikils. 359 

ich ist uicht abzuselin, wie gerade derMensch, der wegeii seiner 
ikleidung das wenigste von seiner Hautfarbe blickeu lasst, dauach 
lite beuannt worden sein. Und was lage specifisch Menschliches 
dieser armlicheii Bezeicluiuug, die doch vie! besser far Kamele, 
ihe uud Fiichse passt! Vgl. das Arab. Etwas anders ist es natur- 
h, wenn derNeger Schwarze und Weisse ausserlich unterschel- 
t £s kann wohl keinem Zwelfel inehr unterliegeu, dass das kollek- 

'6 DHiC ^le i»<Sl conjunction familiaritaSy niclits anders als das 

T T r 

isammeugehorige, Vereinigung, Gesellschaft, daher die 
euschengattung, da,s Meuschengesclilecht in seiner tie- 
mmtheit uud Einheit bezeichnet Dieser Grundbdtg. nach kann das 
ort uatiirlich keinen Plural haben. VgL Gen. 1, 26: „lasst uns 
enschen machen" u. s. w. 6, 1. i/;. 68, 19. 76, 11. Job 20, 29. 
^1. Hos. 6, 7. ip. 82, 7. Aus dieser allg. Bdtg. erklart sicli ferner, 
e der Uebraer den Ursprung der gesamiuten Menschen unter die- 
in Namen zusammenfassen konnte, was kaum uioglicti geweseu, 
inn das Wort, wie Credner zu Joel S. 123 if. meint, ein so eigen- 
imlicli palastinensisches ware und uiit der braunrotlien Farbe 
s Bodeiis zusammenliinge. Das Wort ist siclier alter, als die hebr. 
iwanderung, wofiir das nichts beweisen ^will, dass die iibrigen 
nit. Dialekte erst aus der Erzahlnng des A. T. und zwar, mit Aus- 
ime des Syr., nur als Nom. pr. es aufgenommen haben. — Dass die 
nesis den Mensclieii aus Erde oder Thon gemacht sein lasst, fuhrt 
infails nicht auf eine Benennung des Menschen nach der rothen 
aunen) Erdfarbe in Palastina. Die Vorstellung selbst Ist writ all- 
neiner und lag iiberall sehr nahe, Im Hebr. kam die Verwandt- 
aft beider Worter, der Menschheit und der Erde, dieser 
rstellung nur zu Hulfe, wcnngleich schon die alteste Sage den 
usehen geradezu von der Erde ableiten inochte. Die Aetliiopen 
;egen lassen Adam voni Schonsein (roth = glanzend, 
ion) beuannt sein, ebenfalls eine spatere etymolog. Kombination. — 
! urspiingliche Bdtg. von DHK fuhrt auf dieselbe Vorstellung wie 
JJ J CC^«.) vgl. S. 306 f., wobei die Verwandtsehaft mlt <^3l huma- 
is ein Interessautes Zusammentreffen ist. 



360 H. Hintenverdoppelte Perfekta 

Dn^ = Onn, Dro, W. n^ schefden, trennen, abtrennen, 

wurzelverw. niit ipi^ daher ^ getreiint = allein, verwaist 
sein; Dlnj «%jiaj der Verwaiste, Verlasseue, Waisc, Ei. 
22, 12, 23. Job 24, 9. Die Form OtVifi rp- 19, 14 ist die erste Person 
Iinperf. luit uiigewoliiilicher Dehnung; anstatt DTIM C^od DDH) wiees 
in mebren Handscbrifteu aucb vorkommtf ich werde unstraflicb} 
8chu Idles seiii. Irrig bait Gesen. iu DH^ die letzte Silbe DH fur 
die Wurzel iiiid vergleiclit damit DDl^ uiid DDL Die Mittelgiieder 
nn^ = ^n^ = DH'' feblen zwar iin Hebr. , doch vgl. nn'' spalten, 
scbeideii; y^j. fest und uiibewegiicb an seinem Orte bleiben, 
eig. abtrennen, zur iiclibleiben, fest liegen bleiben, ver- 
wandt mit ^-aS* =2^ u. s. w. Auch DtOH abschliessen, ver- 
scbliessen gehort bieher. 

3^^ von ntt^ fest sein = nt2^ festmacben, nach beliann- 

— T 

ten Uebergi^ngen ; daber 2;^ festmacben =restbalten, inne- 
baben, besitzen, namentiicb ein Hans, einen Ort, daber bewoh- 
nen; daran scbiiesst sicb die Bdtg. : sieb nied eriassen, setzeii, 
8itzen, b lei ben u. s. w. Die W. iiann niebt 2^ sein, wie man 
verniuthet bat. Das arab. y^'. bat als Verb, nur im Dialeiit der 
ilimjar. die Bdtg. sedit; allein im Naraen l^IJ« consessus: solium, 
lectus kommt sie deutlicb genng vor. Vgl. aucb ^^ . Die gewohu- 
llclie Bdtg. im Arab.: beranspringen, anfallen, springen 
scbiiesst sicb an die: sitzen, im Hinterbalte lauern, wie36^ 
I/;. 10, 8. 17, 12. Job 38, 40, daber nachstellen, welcbe Bdtg. 
sodann leicbt auf tbatlicbe Nacbstellung, auf ein Anfallen, 
Auspringen und An gr elf en iibef^tragen werden konnte. Im Skr. 
ist mit C^ = iffH verw. as sitzen, sowie dies wiederum mit 08=^ 
esse zusammenbangt. Die Uebertragung ist abniicb wie im skr. vas 
1) bedecken, daber lat. vestis^ Decke, Kleid. 2) einen Ort 
bedecken, in Bescblag nebmen, bewobnen, verweilen. 
Beide Verba geboren urspriinglicb offenbar zusammen, wennglelch 
sie in der Konj. unterscbieden werden. Vgl. im Deutscben Wasen, 
d. i. die bedcckte Erde, Wiese, der mit Gras bekleidete Bodeo. 
Skr. vasanta der Friibling, eig. der die Erde bekleidende = r^j 



1} dareh WiederholDBg det ertten Radikals. 361 

p, ia^ nach bekanntem Wechsel Ton s und r. Ferner gehort hieher 
ir-rv das Bewohnte, Wohnort, Stadt; Skr. vaa-tu Ort, fers^gdh 
kt, Sitz. Ves-ta^ia-na der Heerd; daun die Gottin als Be- 
cbutzerin des haoslichen Heerdes, des Hauaes und der Stadt iiber- 
laupt. An die Bdtg. wohnen, verweilen scbliesst aich endlich 
lie des Daseins, daber wesen, dasein, existiren, seln. (Vgl. ver- 
fesen) Imperf. alt und Nd. ich was=:ich war. Das Wese'n 
tezeichnet nicht ein blosses Sein, sondern seiner Ableitung gemass 
lie Umscbliessung oder Zusammenfassung verschiedener Bestimmun- 
;en von eineui Seienden zur Einbelt. l)as Wesen eines Dings ist 
las, WAS (*8 innerllcb zusammenbalt, worin es seine Einbeit bat, die 
lubstanz desselben. Aehnlicb wird schon im Skr. vasta gebraucht. 

mS^ =2^ in der ersten Bdtg. festmacben, festbalten, 

aber ngttf^^ Ez. 28, IS. Ex. 28, 20. 39, 18, (HBtt^^) der bekannte, 
ehr barte Halbedelstelu, der baufig zu Gemmen und SchmuGk 
erarbeitet wurde; arab. *.ftAj, N.>io, x ^'r;, j eig, das Feste, 
[arte, nicht von nSC^ glanzen, wie Gesen. will, zumal dies aucb 
er Saebe nach nicbt einmal recbt passte. Der Name Ist unstreitig 
emitiscb und durcb die Pboniken verbreitet, pers. |vAj, fj iaoTug, 
■^l jasper u. s. w. ,_t^'^* ein scbarfer (barter), scbneiden- 
ler Stein. Wahrscbeinlich bezogen die Pboniken den Jaspis wie 
indre edie Steine aus Indien, dem Mutterlande der Diamauteu und 
^delsteine in der alten Welt. Allein eine Ableitung aus dem Sanskrit, 
'^^jas-vat ei sen ha ft, ist sebr unwabrscbeinlich. Aucb das agypt. 
^ov (vgl. Champoll. Gr. ^gypt. p. 100) ist semitischen Ursprungs. 

u!^ von rp^ festmachen, daber Lll fest eiudiucken = 

•eichnen, bes. durch ein eingebranntes Mai; intrans. ^^ ausge- 
^chnet = schon sein. VIII. sich zeichnen, bezeicbnen. 
4« bemalen, vgl. ^^^ farben, malen; verw. mit ^^^^i^^ scbil- 
ern, bescbreiben. Der Stamm DB^ ist also hinlanglicb nacbge- 
jesen und man bat ibu irrig gelaugnet oder von DDC^ bergeleitet, was 
ymologisch ganz unverwandt ist. Der Form iind Bdtg. nach eot- 
^richt aber ganz das arab. |^^ catUudit^ comminuit; intrans. dicht, 
• tgedrungen seln = r)t^. Daber DSH zerstossen, zersto- 



362 II. UmienverdoppelU PerfBliU 

ren, verwiisten, intrans. veroden, Ex. 6, 6. 12, 19, 19, 7. 6ei 
47, 19. |lDMSn Veroduog, Oede, 1^.68,8.78,40. 106, 14. Jes.4S,19( 

D^ verw. mft DtS^ = 2'^ festmaclien, daher titn hfastel 

-T 

IcD, setsen, legen. Gen. 24, 33 (im Ketib) ; 50,26. RIcht. li,9 
Die Wurzel ist ir = tt^, hat also mit D^ posuit^ wie man allgemei 
anoimmt, nfcbts g;emeiD. 

]3^^ stelleo, hinstellen, von jnr, mu6^ posuii. DerStami 
a!U ist unverwandt 

HD^ = ppK W. D^ Id der abgeleiteteii Bdtg. zusammei 

raffen, zusammenbringeo, daher hinsufugea, vermehrei 
oder es kann auch diese Bdtg. ausgchn von D&r uud 3!^ hinstelie 
hinlegen, daher hinzulegen, mehren, verniehren. V| 
^^ conjunxity copulavit rem rei.^ ^.^r, firtnay constans fuU ri 

^l^col erkranken, elg. sicb legen. 

3y^ r:= V^^ //ei7i6tiit«« continuus fuitj wurzelverw. mit jj 

firmavit , atabUivit = ID^ , Ju^. firmus fuit. Daher bed. 3^^ ei 
zasammenhangend , verbunden sein, daher passen r= recfa 
gat, wohi sein. Gen. 12,13. 40, 14. Hif. ^^p^ri zurechtmache 
in Ordnung bringen, £x. 30, 7. Dann: recht, richtig, g 
nachen, Jer. 1, 12. Deut 5, 25. Uebertragen : wohl thun, G 
tea thun, Gen. 12, 16. Ex. 1, 20.* Jes. 1, 17. 3^^. das Gute 
das Beste. Ex. 22, 4. Gen. 47, 6. — In Kal steht iinmer nur d 
Imperf. 3D^^ = SD^; fiirs Perf. dagegeo gebraucht man deo Stan 
3i£D, v^Lb angenehm, lieblieh, gut sein, Hif. D^t^n r e c i 
gut machen u. s. w. So sehr die Bdtg. bolder Stamme auch ub< 
einstimmt, so grnndverschieden ist doch die Ableitung derselben. D 
Wurze! von 2^^ kann nur {D^ sein; 3ltD dagegen ist zusammengezog 
aus einem Stamme sntD = 17XH hell sein, gianzen, wurzelver 
mit "iTItO hell, rein. Daher :Sn^ =^ 3ltO glanzend, schon, lie 
lich, angenehm; ferner hell = belter, frohlicb sein; he 
= rein u. s. w. Das Nahere spater. Der Gebrauch beschraoki 
beide Verba, die man spater vielleicht fiir etymologisch verw. baltc 
mocbte, wie ttfji und tt^3. Aehnlich ist es, weon die Zeiteo di 



1) durch WiederhoKiBg des ersten Radikils. 363 

Verbums sein im Indo]2;ennaiiischeB ¥011 2 — S verschiedenen Wur« 
zeln g;ebranGht werden, namlicb 08*=^ esse j Skr. a8fni = sum (ntM 
(Bsum)j pers. hem = em^ giiech. iliu^ neben se^iiev^ ea-te a. 8. w. 
Im Althd. war noch davon die erste Person : sin (== sum) ubilcfa ; jetzt 
■or noch Im Niederd. ek sin; im Nhd. dagegen wfrd sle dorch eine 
andre Warzel ersetzt; Skr. bhu^tpvoy fui, Engl, be; ebenao die 
Kweite: da bist Das Imperf. kommt von einer abermals ▼erachie* 
denen Wnnel weaen vor: ieh wa8=^lch war u. a. w. s. S. S61. 



3np von mp S. 104, W. 1p hindurchdrlngen, andrln- 

geo, treffen, daher nahe kommen, Hif. anatoaaen iassen, 
herannahen iasaen, anfUgen, darbringen a. a. w. Nif. aich 
lib em. 3^p felndllchea Zaaammentreffen , poet, daa Treffen, 
4er Kampf. yip Dnrchbruch = Mitte, ubertragen: das In- 
lere Cvon Menschen und Dingen). VgL ^3U1 Spalt = MItte. Verw. 
iit^lp mit DIM verbinden, anknupfeo. 

Dnp W. ip, der Stamm abgeleltet von yip nabe kommen, 

lusammenkommen, aich anhangen, daher D*lp zasammen- 
ichliessen, mit 7^ umschlieaaen , iiberzlehn, Ez. 37, 6, 8. 
Du arab. lis hat mebr die Grundbdtg. erbalten: durchbrechen, 
ibacbneiden, dann auch zuriickhalten n. a. w. Doch vgl. 
J3 velum i*ubrumj tenue. 

3^2 von rro, l^iBD = 1^ fodit terram, daher '_A^ den 

Boden durchbrechen, den Acker pfliigen; «_> ^.^ sulcus agri; 
jifemm. Mit Unreclit hat man von dieaem Im Hebr. sonat nicht ge- 
biachllcben Stamme auf ailerlei Welse den Namen D^^Tt? ableiten 
wollen , der vlelmehr nur ana einem andern Sprachgebiete sich genii- 
ftui erkliren laaat. Es helaaen ao die wunderbaren Vogel- 
lestalten, auf denen z. B. In der Indlschen Mythologie die Gotter 
lif die Erde herabfahren, entsprecbend dem skr. garuda^ pers. garuf 
'"fpwJ'i '^vfpsq = Ore If en, wie schon Eichham richtig sab. Die 
^arEel bt Im Skr. /jrriAA = grelfen, pers. ^y^^' '*" A. T. er- 
Hbelnt so der Kemb Gen. 3, t% als Wachter des Paradleses und 



364 II. Hinleuverdoppelle FerfekU 

erinncrt ganz deutiich an die goldbutenden Greifeu auf dec Bergei 
Hochasiens. Seine gewohnliehste Bdtg. ist aber die, die unaah 
bare Gcgenwart des Gottlicheu auf firden darzustelleo 
ahnlich wie die Greifen in der griech. Mythologie als Symbole dei 
verderblichen Gotterniaciit erscheinen (namentiich bei Apollo^ uo( 
den Zugang zum Gottlichen wehren. Bei den Hebr. bildete aicb spatei 
daraus die Vorstellung, dass Jahve auf den Kerubs tbrooe und aui 
ihren Fliigeln zur Erde sich herablasse, tp. 80, 2. 18, 11. 1 Sain. 4,4 
Sie werden desshalb auch als iiber der Buiideslade schwebend, aia 
Hiiter des Heiligsten vorgestellt. Spater hat man sie mit den Serafs, 
ebenfalls fabeihaften Phantasiewesen , verwecliselt iind dieseu irr- 
tlium suchen neuerdings Hendewet'k und Stickel nocb zu vertheidig;ea 
und etymologisch festzustellen. 

ulD abzuleiten von v^li^ sulcavU ad serendum agrum\ 

aulvatum agrum consevit. Dalier DID den Boden durchbrecheji, 
bestellen, davon DID gegrabenes, bearbeitetes Land, be- 
baiites Frucktland, Garten, bes. VVeingarten, Weinberg. 
Vgl. rj^ von Steinen gereinigtes Laud. |»C^ fruchtbar. Das 
arabische lli^ edei, freigebig sein, bed. eig. hervorbre- 
chen, daher a) voni bervorbrecheuden Regeu: sich ergiesseu, 
ausschutten (von der Wolke gesagt). b) austheilen, frei- 
gebig, daher edel, grossmiithig sein; (^y^s libet^aliSy gene- 
rosus u. s. w. Die Bezeichnung des Weinstocks <»v^9 und Sue«^ 
scheint vom hebr. DID entieiiut zu sein. 



I 



'nnj von Tr\y W. "):i scheiden, trennen, JHi abschnei- 

den, wegnehmen, ntl spaiten, d urchbrechen. Pi. ioB- 
uiachen, aufregen, vgi. S. 112. Dalier P]nj 1) spaiten, durcb- 
brechen, aiifreissen." Davon HBHijO das d urchbrochene, 
gespaltene Erdreich, die Scholle, oder etwas Abgerts- 
senes, ein abgetrenntes Erdstiick, Joel 1, 17. Ein Spateo- 
stich, wie Gesen. meint, bed. es nicht Vgl. o«^ para teniae w 
aquae fluxa exesa^ perrupta et fissa. 2) Trennen, durehbre- 
chen = abreissen, fortraffen, wie jna, daher ^tn^K di« 
Faast, voui Raffcn und Greifen benannt; kopt. khorp] uod daa Verb. 



1) durch Wiederbolong det ersten Radikals. 365 

fort raff en — vom Wasser, Ricbt 5, 21. o^£>. II. abstvUt. Der 
Stamm iat kein Naturlaut, wie Oeaen. will, noch ist er mit raff en 
opt) verwandt. Abgeleitet aber \st von F]i:i 

3jJ abreissen, abkratzen, abschaben, daher y^ die 
Schabe = scabies, Kratze, Raude, Lev. 21, 20. Verw. iati'erner 

ulj und bestatigt die angegebeue Bdtg. von vp^iy W. *U spal- 

ten, trenneii, dabei* 1) abtrennen, abscbn eiden = zuriiek- 

leg^eu, aufsparen, Zef. 3, 3. 2) Abtrennen ^ abnageo, 

keln Denoin., wie Gesen. will, Num. 24, 8. Vgl. p"));; 11^ resecuity 

detondit lanam. Das Subst. Dia bed. eig. etwas Abgenagtes, 

Abgescbabtes, daber das Glatte, Runde, Knorrige uud 

Knollige == der Knocb eu, Sprw. 25, 15. Gen. 49, 14: ein Esel 

von Knoehen = ein knochicbter Eael. Sodano steht Kno- 

ar. chen audi geradezu fiir Korper (wie Gebeine) gleich UlQl und D^| 

Sprw. 17, 22, welche Worter jedocb nicbt verw. sind, wie Gesen. 

>t' Termuthet. Vgl. fiir die Bdtg. von D^J des arab. f»tv^ das Ab- 

r schneiden und Einsammeln der Datteln, dann aucb der Dattel- 

r^r* kern. (^^ &) abgebrochen, abgepfliickt; b) iibertr. der 

^>r: Verbrecber, ^IL cri-men; koll. ossa dactylorum und welter 

-^ aach knochicht, stark. ^^ carpus^ PI. j»ty^^l suppellex 

f^ pastoris; ^l^sJUJI |»tyai>^t corpora coelestia. Aus der Grundbdtg. 

^ erklart sieb aucb wie dies Wort zugleich die Kehle (eig. das 

t Runde) bezeichnen kann. 

b.t n*^^ W. in abgeleitet von mn trennen, ausschelden, 

l^ Oder mn in der ersten Bdtg. trennen, durchbreche n, hervor- 
ir'c breoheu, eutbrennen u. s. w. Daher r^'V} sebeiden, zer- 
1^^ ceissen uud zwar 1) mit harten Worten, also las tern, scbma- 

-» ken, herunterrelssen, proscindercy tp, 69, 10. Daher H^nn 

a) Zerreissung, Spaltung, Scheide, daher wie flS das weib- 
liche Scbamglied, wurzelverw.. mit ^1^ pudendum mulieris. 

b) Zerreissung, Verletzung mit Worten, fintehrung, Sehande 
(foo achinden = scindere), Spott, Hohn. Ganz verkehrt leitet 

hiervon die Bezeichnung der weibliehen Scham ab, ebenso 



366 tl. HiAleiiverdoppelte Perfekta 

widersinnig, als wenn wir sie inn Devtiehen die Scbande oder 
Schmach des Weibes nennen wollteii. Scha-m bed. was man zu- 
deekt, verbirg^t, Verbergung, daher auch zur&ckhaltende Schen 
oder Schamgefuhl. Die Stelle Jes. 47, 3 verlang^ auch gar keioen 
Euphemisinus: ^aufgedeckt wurde deine Blosse and gesehn selbst 
deine Scham.*^ An die Bdtg. scheiden, trennen sehlieaBt lidi 
2) die: ansscheiden, fortwerfen, bingeben — daa Leben, 
Pi. Richt. 5, 18. Gewohnlich bezeichnet Pi. sonat mit Worten her- 
unterreiasen, verhdbnen u. a. w. 3) Trennen == a bap err en, 
featmachen, daber verbinden, Nif. Lev. 19, 20: »eine MagJ, 
die einemManne verbunden => (ala Beiacblaferin) angetrant 
ist.*^ An diese Bdtg. schlieaat aich aucb r|in die featmachende, 
zusammenziehende, d. i. kalte Jahrszett der Hebr&er, die 
den Herbat und Winter umfaast und einen Gegensatz zu der zweiten 
Jahreab&lfte y^ bildet. Gen. 8, 22. i|;. 74, 17. Zaeb. 14, 4. Am. 3, 15. 
Vgl. das wnrzelverw. Tip, J» friguit, nnd noch n&her daa athiop. 

YlC^'^.' hiems fuit^ 'Jl^f^^^.' hiems = Fjin. Der Wechael der 
Lippenlaute ist bekaiint genug, und n und D entsprechen sich and 

sonst, z. B. *TDn = "JlP^Cl cumulus J acervus. Vom AbpfliickeD 
der Baumfriichte , wie Oesen. u. A. wollen, ist diese Jahrszeft sehwe^ 
lich benannt, zumal v^^ und r|>pt^ dafur bereits die bestimmteren Be- 
zeichnungen sind. Auch kommt r|in im Hebr. nie als Zeit der Obst- 
lese vor, sondern bezeichnet ganz allgemein: die strenge, kal* 

tere Jahrszeit. Desshalb Ist das arab. vj^l^ abpfliicken nod 

e ^ '^ 

'_* * I A^ derHerbst, als Zeit der Obstlese, nicht unmittelbar zu ver- 

^^ 

gleiehen. Die letzte Bdtg. beatatigt das verwandte 

3nn und 3T1 sich zusammenziebn, zusammensGhrun' 

pfen, aber als Folge der Hitze Cvgl. mn brennen) daher 1) aitf^ 
brennen = dorren, abtrocknen, versiegen, Gen. 8, IS. Jes- 
19,5. ttb^^ bezeichnet dagegen das vollige Trockensein, dns 
Anstrocknen und unterscheidet sich so von Tm, wie in den ange- 
fiihrten Stellen bes. sichtbar ist. Uebertragen 2]) versiegen, verdm^ 
ren = verwiistet, zerstdrt sein. Hif. verdorren, verwi- 
sten, vertilgen. 3) Verdorren =:: starr werden, erstarrei 
vor Entsetzen, Jer. 2, 12: „schaudert erstarrend.** Vom Zerstorei 



1) dureh Wiederbolang det ertien Sadikals. 367 

;eht diese Bdtg. nicbt ans. 3^ das Vertilgende, daher das 
Jchwert, v^I^ der Krieg, Das Subst PI. niniq Job 3, 14 
nu§s nacli dem Zusammeiihange und wegen des Parall. so viel als 
Grrabmaler, Mausoleen, Todtenpallaste bedeuten und heisst 
etymologiscb eig. etwas Zusammengezogenes = Aufgehauf- 
t e s , daher tumulus. VgL vjl^ locus elatus. Aethiop. ^TiZSX I — 

^^YY'Zi"!!.' eia geweihter, heiliger Ort, Tempel. Das 
Vioti ist nicbt agyptiscb, v^ie Ewald meint und aus Pyramide ab- 
;[eatumpft Dies ist vielmehr selbst semitisch : ^^Tl ein avfgerich- 
l«ter Stein in der Wiiste, PI. Grabsteine, Graber, mit agypt. 
^rtikel p^ p-iram. Verwaudt ist weiter *lsb p-yram-is. Weiter 
ibgeleitet ist von 3in 

Dnn W. in scheiden. trennen = abhalten, hemmen. 

"• T ' 

kbsperren. onn abgeschnitten = kurz, stnmpf -*« von der 
(ase Lev. 21, 18. Hif. absondern = weihen, Insbes. Etwas 
ar Vernlcbtung v?eihen oder im Namen Gottes mitdem Ver- 
llgUBgsflucbe belegen, (von Menschea und Dingen) ver- 
lac hen, wurzelverw. mit IIK ^ yS, Lev. 27, 28 f. Ex. 22, 19. 
es. 34, 2; iibertragen von Gott seibst gesagt: Jes. 11, 15: ^ver^ 
lachen wird Jahve** u. s. w. Din Trennung, daber a) Absper- 
aog, Fessel == Netz. Uab. 1, 16 f. b) Trennung = Absonde*- 
ang, Verbanoung, Bannfluch, Vertilgungsflueh. Jes. 
I, 5. Mai. 3, 24. 1 Kon. 20, 42. Die LXX. und Kirchenvater aW- 
Y^, ein dem Fiuche aufgestelltes Objekt. Das Verb, wortlich 
^o^it^tw^ Luk. 6, 22. Der Name |lD1f^, ^l^ als hScbste Spitze einer 
•ergkette, die vom Antilibanus sudlich iauft und in dem Vorgebirge 
iermon endet, bed. eig. der abgetrennte, sich absondernde, 
agende, schroffe Berg. Deut. 3, 9. 

Dnn Dieser Stamm wiirde von derselben Bdtg. wie Din aus- 

ehen, und danach konnte ]lD77 Am. 4, 3, etwas Abgescblosse- 
es, Festes^ Schloss, Paliast bedeuten fur das gewohnliehe 
D1H. Allein 1) scbreibt Amos das Wort sonst immer andera; 
) gebraucht er nie den Sing. pDIK, der ausserdem hier am wenig- 
teo passen wiirde, da doeh nicbt alle Frauen ia einem einzigen Pal- 



368 II. Hintenverdoppelle Parfokta 

laste unterkommen konnten ; 3) mteste das Verb, wenlgstens Hof. 
sein, wie die LXX., Vulg., Peschito wad ein span. Codex bei De!Bmi 
es aach haben: „nach dem Pallaste (so. der Fefnde) werdet 
ihr geworfen werden;** doch dieser Gedanke stdrt TSIIig dei 
Zusaminenhang, wie ich welter zn zeigen gesarht in den theolog. StoJ. 
und Krit von Ullmann and Vmbreit 184*2, Hft. 4. WahrachelDBck 
ist, wie ich dort nachgewiesen , zu lesen: ru^ Tin 

„Durch die Mauertra mmer werdet ihr fliehn, eine jede vor sieh bin, 
Und werdet werfen auf den Berg^ (eine jede) ihren Lagang-olt' 

8 Si 

von pD = ^Li Ingen, ^LLo Triigerisches, oder wie n3tt]i 
Deut 4, 16, Gdtzenbild; vgl. 3{D Am. S, 4. ij;. 40, 5. 

Piny =* my W. iy schelden, trennen, los- oder blosi 

machen, daher 1) ausglessen, ausschiitten (eig. loslassei] 
Regen oder Thau, daher triefen, traufeln. Dent 32, 2. S3,tt 
Irrig hUt Oesen. den Stamm fur eine Versetzung von rjjn. 2) Schei 
den:=wenden, biegen, neigen, daher rpljf das Neigende 
Nickende = Genick, Nacken C^Ithd. knacchoj vergl. nicliei 
= neigen = althd. hnikan) Denom. das Genick, den Hah 
brechen, Jes. 66, 3; ubertragen: enthaupten, Hos. 10,2. Ai 
die zwelte Bdtg. schliesst sich 3) die: biegen = zusam men liie 
gen, zusammenziehnC^ 2iy), daher dicbt, dunkel machei 
davon F]n]^ Wolke, Mebel, Jes. 5, 30. Das griech. oQqmog dm 
kel, finster (eig. bedeckt von 8fiq>a) iiberdecken) ist nicht oi 
Geseu. zu vergleichen. Mit der dritten Bdtg. Ist aber za vergleichci 
Si^ Haarflechte, Knotenseil; (kJyX Binse, Rohr, ein Wii 
mit dicht verflochtenen Zweigen. Wurzelverw., nur etwas weicbd 
ist der Stamm 

3TV. = ^y in der dritten Bdtg. zusammenbiegen, rei 

binden = ^t<, daher 1) einfiigen, einmischen, Hitp. sicli i 
Etwas mischen, sich mit Jemand einlassen, Sprw. 14, H 
If;. 106, 35. nny a) Elnfiigung, Einmischnng = E ins eh lag de 
Gewebes, Lev. 13, 48 ff. b) Einmischung = Einwanderni( 
Koll. Fremdlinge, Ex. 12, 38. w^^i der Fremde. Kal bei 
2) einmischen, einlegen, daher an die Stelle von etwas Andt 



1) durch Wiederbolnng det ertten Btdikals. 369 

rem legen == eintauschen, handeln, Ez. 27, 9, 27. Daher auch 
DnytJ in derselhen Stelle. 3) Einlegen^ einsetzen = verpfanden, 
als Pfand einsetzen, Neli. 5, 3. Jer. 30, 21: das Lehen einsetzen = 
yerpfandeu. n^ny. Einsetzung = Pfand, 1 Sam. 17, 18; dann auch 
ein personliclies Eintreten tlir Jemand, daher Biirgschaft, Sprw» 
17, 18. UtiQlH Unterpfand, Handgeld znr Versicherung eines 

Handels; Gen. 38, 17, 18, 20. ^yiJ^- Das Wort ist friih durch die 

Phoniken verbreitet, d^Qaficnf, arrhabo; auch ins Kopt. ist es mit- 

sammt dem Verbum eingedrungen. 4) Intrans. Ti]f zusammengezo- 

gen, zusammengeschrumpft, daher durr, troclien sein; Tgl. Dnn; 

davon n3iy.durre Gegend, Heide, die nnr mit Miihe dem Vieh 

eiiiiges Futter gibt, Wiiste, oder mit einem russischen Worte: 

Steppe, Jes. 33, 9. 51, 3. Auf das Licht iibertragen bed. zusam- 

iC mengezogen 5) soviet als: dicht, dunkel, schwarz, luy^; 

1 diher ^ly, i^L£ der Rabe, eig. der schwarze, wie «»*AJt ot 

it in Arab. Das lat. corvua u. s. w. ist nicht verwandt. Moglicher- 

H wefse kdnnte hiemach auch any der Abend nis der dunkle 

k^ (- Dammerung) bezeichnet sein. Allefn weit wahrschelnlicher geht 

ii die Bezeichnung desselhen von der Gmndbdtg. ans und heisst eig. 

i Biegung, Wendung, daher a) Senkung = Abend; vgl. ^^ji- 

t< procul abiit. y\)Si, der Ort, wo die Sonne untergeht, Occident, 

■* • S ^ • So 

^ Abendland, Westen, ip. 75, 7. 103,12. Vgl. \Sjuo und lu^Jbo 

'- oeeidens. Der Dual D^2l1j^ Abend, eig. die Doppelwendung, 

\ d. I. die Zeit kurz vor und nach Sonnenuntergang. Auch liiefur passt 

^ die Bezeichnung des Finstern nicht. Ein Denom. hievon: yy}f bed. 

{Abend werden, Richt. 19,9; nbertragen: untergehn, Jes. 

i U, 11. Hif. am Abend thun, gehn. Inf. TlSn wie ein Adv. 

^ abends, 1 Sam. 17, 16. b) Eine Staude entweder mit biegsamen 

Oder herabhangenden Zwelgen, i^^ Weide. Erstes passte 

tis allg. Bezeichnung f&r alle Weidenarten, letzteres bes. flir die 

ITrauerweide, die ofFenbar tl>. 137, 2 gemeint ist und in Babel ein- 
heimisch war. Vgl. Jes. 44, 4^ Von einer weiterabgeleiteten Bdtg. 
^ Im Arab, weissllch sein, ist die Weide wohl nicht benannt, wie 
6e9M. will. Endlich 6) zusammengezogen = angezogen oder 
iDgenominen sein, daher trie acceptua annehmllch, ange* 



370 If. HinteoTerdQppeiie Perrektii 

iiehm (d. I. was angenommen wird), gefallen, z. B. von Opfeni, 
Hos. 9, 4. Jer. 6, SO. Mai. 3, 4. ij;. 104, 34; dann aoch allgemelier: 
angenehm, lieblich sein, Sprw. 3, S4. 13,19. Jer. 31, M. A^- 
:r}3{ lieblich — von der Stimme, H. L. 2, 14; vom Brode, Sprw- 
SO, 17, Offenbar unriclitig leitet Oesen. diese Bdtg. vom sangeii 
her, was dann anfs Siisse iibertragen sein soli. Ebeiiso irrig wird 
ein schadliches lnsektC?D ^"^3^ n^ch den LXX. Huudsfliepe voader 
Bdtg. s an gen (namlich Blut) abgeleitet Mogllcherweise kdnnte 
das Wort: das Znsammengezogene , daher Han fen, Schwarn, 
dann speciell Fliegensch warm.bedeuteD, Ex. 8, 16 if. i|>.78,4S. 
105, 31, wie auch yS( eine ganz allgemeine Bdtg. hat, unter der 
verschiedenes Ungeziefer zusammenfassen konnte. Hieron*: 
genus muscarum, Aehnlich AquU. Die meisten jiidiflcheD Auslegcr: 
MaHes Gewild/^ Wahrscbeinlleh ist jedoch eine Skorplontart 
ilarunter zu verstehen, verw. mit ua^a^oQ Meerkrebs (wi^seBlt 
Ist), und mlt y^yi Skorpion. Vgl. Anhang I. Oesen. u. A. neluMi 
3 — 4 versebiedene Stamme von Dip an, die alcb jedocli smnnDdkk 
auN der angegebenen Grundbdtg. leicht ergeben. Diese wirdberti- 
tigt darch das voo Oiy abgeleitete 



OTX 



W. iy zusammenzlehn, daher y) zusamnsenbriB* 



gen, a,ufhaufen, Ex. 1.5, 8. n&^l];. Haufen, Jer. 50, 20. H.L* 
7, 3. Vgl. My/^t *^ aeervvA frumenti m area. Irrig halt fif«Mi' 
Cn fiir die Wurzel. Vgl. auch vj%x coacervatae aicenae; locus M^ 
tus^ 2> Zusammenziehn =: abziehn, abschalen, blotf* 
m^Qhen = lli came nudavU as etc. Paber d1}{, ptl3{ abgei 
zogen, ausgeao^gen = nackt. Die Verbalform im Arab., sawi0 
4ie Verdopplsng dea m im Fem. mDnj2.Hos. 2, 5, Im Plur. Q^]2.G«*i| 
2, 2Ji und das Subsjt. Q^iytJ 2 Chron. 28, 19. beweisen, dass es zo>' 
l^ytaipme gehort und nicht mit JStra|i2 (. 341 lUa Bildnnga^ilbe fOi 
n^y = my zu fassen ist, obwolil ffiy wurzeUiaft damit zas^miBii^ 
h9,9gt. S|it tr% verw. ist diy, = OTy. PI. D^^Jj; 5z. 16^ 7- 1% 7> \^ 
Qen. % 7, 10 f. eig. eiqe Steigeningsform ; vgl. das Pi. *^ and dH 
Adj. J^it Oder Ji1.l.t dan Gesate, Samerei, worva i (ai) zam^Erffi^ 
der Verdopplung des zweiten Radil^ ^t^bA; ebeusp ii|. Q*^ ^i^ck^ p 
Vgl. sr^ . Das Snbst ^iDlj;. Gen. 30, 37 i«t walirsishobiUA wik^ is 

s 



1) dttrch ¥nederliolMf dte ersten Eftdikals. 371 

iXX. als Platane zn fassen^ deren g;latter SUmm die AnfTallende 
^genscbaft hat, dass er jahrKch die Riade al)lost, daher der hebr. 
itauttii wohl der abachalende, aliiachuppende CBaum) bedeu- 
et. Vgl. ^\1a decarticatus et arrosuSj de arbare, 3) Zu'samaien* 
Jehn, dicht, featmachea, daher Hif. feat, mit Faaaung^ 
and Beaooaenheft handein =s klu^; handeln, Sprw. 15, 5. 
19,25. Daan im achtioiaieD SHim: kin^, sGhiaa, Hatior machen, 
schlau anlegea, i/;. 8S, 4; achlau liandeln, 1 Sam. 2S, 2i, 
wosdbst aach Kal, achlaa aein vorkommt. DVIJJ wer aich znaam- 
nennimint, daher beaonnen, bedaehtaam, king, Sprw. IS, 16, IS. 
II, 16. 14, 8 und aoaat fiie mntvog. In achliounen Siaii: achlau, 
Tersehlag^en, llatifr. Gen« 3, K Job 5, 12. 15, 5. O^ Sehlau* 
kelt ^ nDT)]^, welchea aber aindi im gtiten Sinoe ala Klaghelt Tor«- 
kommt; Sprw. 1, 4. 8, 5, 12. Oeaen. ninrmt 2 verachiedene Stamme 
fir dieae drei Bdtgg;. an aad leitet die letzte gaas unznlaaaig voii der 
Bdtg;. dea Mackten =(?) Frecheo, Schamiosen her. Datiach 
k&inte daa Wort anmoglich auch im guten Sinae vorkommen. Vgl. 
|ft^ bart bebandeln; ^^La zuaammenziebeiid, daher a) kalt, 
NKh gewohnlicher l}ebertrag;ung. b) Von der Farbe: bunt, aaa 
Weiva und achwarz gemLscht. c) Zuaammeaziehend , beengend, 
druckend^ bart iu Betreff der Geainnung. ^J^^ dnruSy gt'avU. 

3^84 Warzel "W, yon rM, ^j\ = m« = yit^ zusamme^i- 

bringen, featmaehen, verbinden; vgl. weiter S. 114 f. Verw. 
^ U^l nodavit 

U^A von 3it< zuaammeDbriagen, daher 1) featmaehen, let^ 

ichlfesaen, davon Ttcra Scblosa, efn festes, groases Gebftvde, 
Praehtgehaude, Paffast. Vgl. Itf canstrituit 11} consfrlcth. 
Im Arab, schlieaat sich an die Grundbdtg. die: die Zahne zusam- 
laendriicken, eindriicken, beisaen. 2) Zuaammenbringen = 
tnfhaufen (= CDy) hochmachen, 1%. hoch sein, aich er- 
heben. Danach konnte (7TM. wenn daa Wort, wie ea schefnt, semit. 
bt, Aaa HoGhlasd, Gebirgaland bezeichnen, obwohl ea anch 
tiele fibenen hat. AUein auch aeint iat ea wdirsebeiaiicb, daaa dieaer 
ikt Nanre, der nfekta weniger, ala in 'Gcgtfaaa& zn Kanaaii 

24* 



372 II. Hintenverdoppelt« Perfekta 

(Niederland) gebildet sein kann , ursprungliclt eine andre Bd 
Eine Spar desselben scheint aach in "lt^!p§^ zu liegen , rp| 
vgl. o %• extensus et lotus fuit, (verw. mit 7pt<). Danac 
rjiK soviel als Strecke, Laiidstrich, Distrikt, Gebic 
ten, eine Bezeichnung, die Aram ebenso leicht zulasst uoi 
allg. Gebraaeli dieses N aniens fast erfordert. Vgl. D^.^ D^ 
potamien; p^^ DnfcJ.; H^iSt DnfcJ,; Dlrp n^3 DTt?. u. «. w. D 
Arpakscliad das Aram der Chaldaer, d. i. das Cfa 
gebiet, das nordisehe Stammland der Semiten und das da^ 
leitete Aram bezeiehnete iiberhaupt das ganze nordlicbe Spr 
der Semiten, welches dann nach der jedesmaligen Lokal: 
nahern Bestimmung bedurfte. Das Adj. "1^"^, heisst dann 
aus dem Gebiete, aus dem Reiclie (der Nordsemit 
Aramaer. Verw. mit D*lt< ist Diy, sowie dies von Ow£ 
i^J herzuleiten ist Vergl. &i^ Haarfleehte, funis 
= S-ijf = lL?jf nodus; ferner ^Jl^ edit =. ^Jf beissi 
intumuit = l^*! = D^ . Hiernach ist wahrseheinlich auch c 

3*32. o^cr 2"^X. "™'* OnW. naher zu kombiniren, (nicht aber mit 
Hebraer) und bezeichnet die semitische Niederlass 
Siiden; 'Qiy., ^*^ ■^•^ eigentlich: der eingewanderte A 
Semit, und sodann durch eine nahellegende Aenderung: i 
b^r. Mdglicherweise liesse sich auch an das arab. w^ 
natio , y\)i^ Fremdlinge erinnern , wonach die Araber 
als Eingewanderte, oder als herumziehende Noma 
zeicbnet sein konnten. Nach der Wiiste n^iy sind sie ai 
Fall benannt. Doch wahrscheinlicher ist Olti zu vergleiche 
auch vielleleht der, nach der Genesis semit Name cfy)J, 
weitere Umbildung von D7>t$ zusammenhangt 



ft^V von rhy W. Sj; scheiden, trennen = al 

(vgl. 77^) daher bedecken, iiberdecken, umhiillen, 
deckt sein; iibertragen von der Bedeckung = Versciiliesf 
Verfinsterung des Bewosstseins, daher ohnmachtig werd 



1) darch WiederhoIaBf das erfton RadikaU. 373 

51,20. Hitp. sich verhiillen, Gen. 38, 14. Uebertragen: 8ich 
verfiDstern, sich unklar werden= in Ohnmacht sinken, 
Am. 8, 13. Vgl. kaJLt ^am£ ^s ward ihm dunkel = er ward 
ohnmachttg. Vgl. ntoy = ^y> womit aber rpy wurzelbaft keine 
Verwandtschaft bat. 

Q^V TOD my in der Bdtg. bedecken, zudecken, bergen, 

▼erbergen. Daher D^ der Jiingling, pubeSy eig. der mit 
Haaren Bedeckte (an Kinn und Scham]); ebenso TV^JJl die mit dem 
Haar der Mannbarkeit Bedeckte, daher das manubare 
Madchen, Jungfrau, Jes. 7, 14. Vgl. yt^( bekaart, daher 
mannbar, pubes^ besonders von Madchen. Die Bdtg. in ^JLa 6e- 
achleehtstrieb empfinden, ist erst von jener Bezeichuung der 
Mauubarkeit abgeleitet und man lasst danach sehr nupasseud Ttch)f als 
die Briiustige bezeichdet seiu. £ine audre Ableituug hat n^VQ 
eig. die Getrennte, d. i. vom Umgang des Maunes uicht 
Beruhrte = Jung fr an mit dem Mebenbegriff der Reiuheit und 
Keuscblieit, H. L. 1, 3. 6, 8. — D^iy die verdeckte, feme Zeit 
vor und riickwarts; daher Urzeit und Ewigkeit; spater iibertr.: 
Zeit, Zeitlichkeit = Welt, Koh. 3, 11. — ni^^yn Bedeckt- 
heit, Verborgenheit, daher Heimlicbkeit, Geheimniss, 
Job 11, 6. ip. 44, 22. 

^/D von n7D in der ersten Bdtg. der W. ^D scheiden, tren- 

nen, (vgl. t}S) daher f]7D scheiden, spalten, zerhauen; da- 
YOD r^2 ein scharfes, spaltendes Werkzeug, die Haue, Uacke 
Oder Axt; LXX. Steinaxt, Vulg. aseia^ Sym. d^x^ovot zwei- 
kopfi^e, zweispitzige (Werkzeuge) worunter wahrseheinlich 
■^ftch dem Pliir. rtlBy^ doppelsehneidige Aexte, und speciell 
^Iso Steinaxte, wie die LXX. iibersetzen, zu verstehen sein wer- 
deo, 1/;. 74, 6. Das kopt. kelebin Axt ist dasselbe, schliesst sich 
Aber naher der chald. Form an. Audi Kimchi erklart das Wort als 
Bezeiehnuug eines Instruments, womit man Steine zerschlagt und 
beliaut. Ein solches schneidendea Werkzeug, womit man auch hiil- 
serne Gdtzcnbilder fallen kann, erfordert aber der Zusammenhang: 



374 11. HHMMVMlofH^ ''•ff«^^* 

Ea toheinl^ wl« weoa man hoch erhibe 
Die Aeyt« in deg Waldet Dickickt, 
Und nan sein Scbnilzwerk allsumal 
Mit B e i I und U a u e n (Aexten) niederBiebe. 

n1sV*9 '^^^'^^ parall. mit nitD'l'lp and ist ebenfalls urspriiuglich elne 
Steigeruiigsform, wie d*^ und 7^^\ die verlorene konsonantische 
Verdopplung ist aber ersetzt durcb vokalische Debnung, wie rf^, 
nn^!t Scb&ssel, Plur. nInSst. Far die angegebene Bdtg. Tgt. das 
chald. ti^JyO wie die Targ. qb wledergebea. Dies Wort btd. soost 
Axt, Doppelaxtj wie das syr. t<t3VtD bidena, pipenma. Vergl 
v^jL^ Oder oJL^s ein spitzes Werkzeug, um Etwas herauszu- 
Ziehen, Gabel, Haken; dann iiberhaapt Stacbel, Dorn, Spors 
n. s. w. Unpasseiid fasst man f^^ gew5hnlich mis Hammer (iEifiiUy 
UUzig n. A.) uad noch nnricktiger bait Gesen. den Stamm far eia 
sckaUfiachabmendes Wort , das unserm klopfen und klappen ent- 
spreohen soil. Vgl. sjSs absebalen^ abschneiden, beschnei- 
den = IJj absehnelden; 07^ schneiden 2= Terletzen. Die 
W. ist verw. mit dem Skr. kal zerbreeben, theilen; xeXXo, 
per-eello n. s. w. Vgl. ^7J^, Kenle. Wurzel - und stammverwandt ist 

3^D W. 7^ scbeiden^ tre^inen, daher 1) abtrennen, 

absperren, festmachen, wie das verw. VO^ abbalten, fer- 
scbliessen, (yLkBiai) davon 3^7? etwas Festgemacbtes, Dieh- 
tes, bes. Gefloebtenes Cvgl* ^Tp)^ daber a]) Kafig, Jer. 5, 27; 
ebenso im Syr. b) Korb, Am. 8, 1. Die erste Bdtg. isl offenbar 
die urspriinglicbe I wie auch das griecb. xXo^og Kafig, Yogel' 
bauer, das aua dem Semlt. stammt, bestatigt. Solclie Bezeichnua- 
gen fur Gerathe oder Lebeusbediirfnisse wurden bei einzelaeo Vol- 
kern fruher, als bei audern aiisgebildet and wanderten dessbalb nu^ 
der Sacbe in die Feme. Von ahullcber Aligemeinbeit sind das Urwort 
p^ Sack 9 njFp = xtrwv, x^rov, tunica vi.h, 2) Scheiden, treii* 
nen, daber eindringen, angreifen, beftig zusetzen, Cj^^^^ 
beftig, gierig, zornig sein. III. bedriingen, boshaft sein* 
VI. zumal auf Jemand eindringen und anfallen. Daher ^^^^ das 
anfallende, beftig angreifende, raubende Thier, der 
Ldwe, dann auch der Hand. Letzte Bdtg. hat das Wort auch io 



1) darck WiederlMlMig dm erttan RadikaU. 375 

faebn n^^ uod ebeuso im Aethlop. Die UebertragHng lag mm oo naher, 

da im Orient, wie noch jetzt, eine Menge wilder, fleiscbgleriger 

Bttode lierrenlos umbierliefen und selbst Leichen verzeliften. Vgl. 

1 Kdo. 14, 11. 16, 4. 21, 23. Jer. 15, S u. sonsL Auch die Nomaden- 

hunde werdeo aU aelir busartig geschildert Straho XVII, 821. Burk- 

hardtj R. II, 870. Im A. T. I^ommen Hunde daiier audi vor als Bild 

wildwiithender Feinde, parallel dem Lowen, \p. 22, 17, 21. Vgl. 

yJL^ Ueftigkeit des Winters, Gefraasigkeit, (wie em Hund) 

Bosheit Aus Allem geht hervor, dass dieser Name dea Hunde s 

BKht vom Belle n, oder wie Gesen. etymologiacli vergleicht, vom 

lilappen, Klopfen, Anseblagen = Klaffen auagehen kanu, 

sondern, wie namentlich das Arab, zeigt, eine allgemeiuere Bdtg. 

haben muss. Als Beller ware wobl ein Name von rD2 gebildet, wie 

^Lu latratar. Auch sonst kommt 372 nie vom Tone odei^ Seballe 

c • , 

Vor. ^73 bed. wobl der Eindringende, dcfr tapfre Held. 
Die Orundbedentung wird best&tigt durcb den von 2^2 oder 9)^D 
abgdelteten Stamm 

U^]3 W. ID scheiden, schneiden, ubertragen: I) Hif. 

verletzen, beleidigen, kranken, Ricbt. 18,7. Daher 2) mit 
schueidenden Worten verletzen, (vgl. sticbein) scbmahen, la- 
stern, proscinderey 1 Sam. 20, 34. Daun auch 3) alig. bescba- 
meu, Job 11, 3. Sprw. 25, 8; sebanden, t/;. 44, 10. HD^^ 
Schmacb, ^. 69, 8. £2. 16, 54. Sebr voreilig hat mab tktumnia 
damit verglicben. — Vhx die Grundbdtg. vgl. mX£s scheiden^ tten- 
Q^n, verwunden. II. sprecben, reden, eig. Einschnitte niaclien, 
'fther die Kontinuitat der Tdne brecben, d. i. artikultren, was eben 
die mensebliebe Spracbe sebr gut bezeicbnet. Ebenso ist zu erkla- 
^>i 7/D schneiden, abscbneiden, Pi. reden. Unverwandt mit 
^X& ist aber Tip von dem Stamme TTip , W. np = 1p d. s. w. 

U^n von n^n weieb, glatt sein. Pi. n^n weich macbeu, 

streiebeln u. s. w. Vgl. SLL. Daher ^Ul^ streicben, und zwar 
den Enter streicben, abstreifen, wie mulgerey anekynvy meN 
ken, vom skr. mrig'j abstergere] daher 3^n das durcb Streicbeo 
Herausgezogene , Gemelkte = die frische, susse Milcb, 



376 n. Hintenv«rdoppelte PeifekU 

^.^JL^ verachieden von HMtDH die zusammenh^ugende Fetdgkett arf 
der Milch, Sahne. Ebenso bed. lor, lact-is^ elg. das Gemelkte 
find steht fur mlact = Milch. Ganz unzulassig wiirde man yoki 
(yaXaxToq) oder ykayoQ mit 3^ vergleichen, indem der Name mk 
lac uiid Milch vdllig identisch ist und durch Vermittlang* tod m^ 
b r=. g nach einem seltnen Uebergange aus iikayoq sich eittwickelt 
hat. Im Arab, steht v,.JL^ aach vom Hervorkommen anderer Flusslg- 
kelten. V. VII. schwitzen, ansschwitzen, fliessen. Dat 
Subst 3^ das Ansgestreifte, d. i. Ansgewahlte, C^gL *I^ 
elegit^ aelegit;) daher a) das Vorziiglichste, Beste, Kv^H^^^ 
tien. 45, 18 = {nHH y\t^ Jes. 1, 19. TttST] d^ der beste, anser- 
lesene Waizen, i/;. 81, 17. 147,14. b) Uebertragen: dasBeste 
am Fleische, daher das Fett, Gen. 4, 4. Lev. 3, 3 f. Jes. 34, 0. 
c) An die Bdtg. des Fettes schliesst sich wie auch sonst dieVor- 
gteliung des tragen, fiihllosen Innern, i|;. 17, 10. 73,. 7. VgL 
iff. 119, 70: M&ufgeschwoUen ist ihr Herz wie Fett^S d. i. steif, ob- 
empfanglicb. Zugleich soli 3711 wohl ein Wurtspiel mit J}^ Hers 
bilden, etwa so: ^feist wie Sahne ist ihr Sinn.*' Ganz irrig uod 
sehr gezwungen leiten Gesenius u. A. alle Bedeutungen dieses 
Stammes, auch die der Milch, von der Fettigkeit und Glatte 
her und ebenso verkehrt halt Gesen. 37 fiir die Wnrzel und vergleicbt 
damit XtTia, lippus u. s. w. 

Fl^n von n?n in der ersten Bdtg. trennen, durchbrechen 

= ^7n, daher 1) durchbohren, Richt. 5, 26. Vgl. JJLL vutnera- 
vUj fiditj mmnardiL ^/nD ein Instrument zum Durchbohren, Ste- 
chen, daher Messer, Schlachtmesser, Esra 1, 9, wie schon 
die Vulg. 2) Durchbrechen, hindurchbrechen = eindria- 
{[;en. Job 9, 11. Jes. 8, 8. 21, 1. £ine nalie Uebertragung ist die: 
durchbrechen = iiberschreiten — das Gesetz, Jes. 24, 5. Die- 
selbe Bdtg. muss das Verb. Hab. 1, 11 haben^ iiberschreiten, 
iiberwallen: ,,da schwillt er uber an Muth = wird iiber- 
miithig, so dass er iibertritt und siindigt;*' diesen Ueber- 
muth hebt auch das letzte Glied hervor: diese seine Kraft wird 
zu seinem Gotte. 3) Hind urchdringen, nachdringen "= 
Dacbfolgen, bes. im arab. RjuJli^ Nachfolger (Muhammeds), Cha- 



1) dutch Wiederholmif dot ersten Radikalt. 377 

»ltf. Im Hebr. daher Hif. a) nacbfolgen lassen == an die Stelle 

; metzen, Jes. 9, 9: ^Maalbeerbalken wurden abgehanen, doch Ce- 

F dern wollen wir an die Stelle setzen". Mehr an die enite 

Bdtg. schliesst aich die an: nachdringen lassen = nachtrel- 

hen, nachwacbsen lassen, von Pflanzen, daher wieder sprossen, 

Job 14, 7, und dann.weiter geradezu: erneuen, Jes. 40, 31.. 41, 1. 

-4) An die Stelle setzen, daher vertauachen, weehseln in 

Hif. und Pi. Gen. 35, 2. 41, 14. Daher n^**^ Wechsel, Plur. 

IVechsellileider = Prachtkleider, Gen. 45, 22. 5) Weeh- 

aein oder nachfoigen lassen, daher aneinanderfiigen , nach- 

einander zusammenlegen = fiechten, davon nlS^n^ Haarflech- 

ten, Rieht. 16, 13, 19. Vgl. v..ajJL^ eantortuSy convolutua. utL^ 

\ Biindnlss, Trene. Das syr. MS^n Binse, UJU. Schilf; bei 

' Bwrekhardt arab. Sprw. S. 226 erklart aich aus der Bdtg. dea Bin- 

• denden und Flechtbaren. £ndiich 6^ an die Bdtg. durchdrin- 

* ^tn^ iih'erschreiten in Kal sdiliesiat aich die: vorubergehn, 
''. Job 4, 15. 9, 11. H. L. 2, 11, fortgehen, 1 Sam. 10, 3; daher 
^ Qatergehen, vergeheu, verschwinden, Jea. 2, 18. i/;. 90, 5,6. 
'l Die Ableitung der Bdtgg. bei Gesen. ist misarathen and achon formell 
^ falach r]7 als Wurzei angenummen. 

Q^n von vpr\ in der funften Bdtg. aneinanderfiigen, 

I'daker 1) festmaehen = Festigkeit zeigen, also fest, stark = 
fi^eannd sein, Job 39J 4. Bfif. geaund machen, Jes. 38, 16. — 
S) Festmaehen, von dem Festmaehen and Verschliessen des 
Bewuaatseins wahrend des Schlafs, oder iibei-haupt ruhen, daher 
Urspriiuglich offenbar sehlafeu, obwohl diese Bdtg. nielit mehr vor- 
kommt Daran schliesst sich sodann die des Traumens, welche 
jetzt die gewohnliche ist, wie Traum, niederd. drd-nij althd. trou-m 
iioch im Lat. dor-mire CDenom.3 seine erste Bdtg. zeigt. Die W. ist 
^kr. drd trag, schlaff sein, m-cfra Schlaf, da^-^ava schlafen; 
Si[r. drat schlafen. Ebenso gelioren somnus und somnium znsammen. 
Daher ^JiL traumen, ihA^.' id. Di^n Traam. Hif. traumen 
lassen, Jer. 29, 8. Im Arab., Syr. and Aethiop. wird die Bdtg. des 
Peaten, Starken dann ganz naturlich aiich auf die des Fetten 
iibertragen. Sohr vprkehrt nehmen aher Gesen- u. A, diese seltene 






378 IL UiAleBverdopi^U PerfelUa 

Had Abgelettete VorstelluDg aU Grundbdtg. ao und leiten awaenf 
schwerfallig auch daa Traumen davon her, well namlieh ein fetter 
Korper zu Schlaf und Traumen geaelgt sei ! ! — Im Arab, wird der 
Stamm bes. auch auf geiatige Festigkeit ikbertragen: ^Ju 
ruhige, edle Fassnng, Besonnenheit, Milde, Gelaaaea- 
heft. Aj^JL^ gelassen, besonnen, king. Der fidelateii 
TTD^ti Ex. 28, 19 befsst eig. der Feste, Harte. Aueb daaviei- 
erklarte r^D^r] Job 6, C, ist wobl atn naturlicbsten als etwaa Zn- 
sammenhangendes, eitie cuaammengeballte, Teste Masse 
SBU nehmen , (vgl. D^3 die robe Form des Embryo) und konnte gan 
passend den Do tier, das Gelbe im Ei, i"^ ^Zs^S} wie das talmnd. 
pD^rj hezeichnen. So verstehn ea die Targg. und die melsten jU. 
Ausleger; auch Mosenm.^ Ewald u. A. Dann ware rVID^n Tl die 
Flussigkeit, der Schleim des Dotters, woninter die, das 
Gelbe nmgebende zabe Fliissigkeit, das Eiweiss, veratandeD wer- 
den soil. Aliein den Worten nach miisste man weit eher an die 
Fliisslgkeit des Dotteid selbst dabei denken , und das passte nicht ab 
Bezeichnung etwas Geschmacklosen und Faden. Mithin muss dai 
Feste, rVlD^n ^^^ Ei selbst sein, wie es scbon Saadia und AM- 
walid fassten (j/^ - - tf Vgl. &^«IJ das Feste » das Ei. Der 
Schleim des Eisist sodann eine deutliche Bezeichnung fur das Ei- 
weiss. talmud. TiD^n eig. das Fliessende. Dennoch sclieiit 
diese Deiitung nicht die richtige. Das Wort ist wie viele andreim 
Aegypt eingedrungen und zeigt daselbst eine viel passendere Bdtg. 
Das kopt. g'elmi (statt g*elmit) nach haufigem Wechsel von g' furl 
und chj ist die erste Milch der Kuh, nachdem sie geworfen, die 
sog. Biestmilch, colostrum^ welche einen herben tieschmack hit 
und bald zu efnem Klumpen gerinut, arab. \Si nach einer ahnlichei 
Uebertragung. Das Blld passt vortreffiich in den Zusammenhang: ist 
Wohlgeschmack am Schleim der Biestuiilch? 

3^J von rh^ kahl machen, daher 37^ scheren, abscll^ 
ren, 3^j der Bartscherer, Ez. 5, 1. Vgl. (^JL^ resecuUj aftroatf* 

D^J von y}^y W. ^:i. Vgl. JL^ resecuity fiudavUy MonM 
\) =? J)^ . Im Hebr. aber scbliesst sich die gebraneblicbe Bdtg. 



1) daroh Wiaderiiolwig Am •ntcn Madikalf. 373 



Q^ B&her dem verw. arab. ^^JL^ an, nimlich abziehem 
avsEleben, daher auch heranzfehen, zusamnieiiziehen, 

insammenbringen, athlop. 7^X1X11 velavity obdnait; (vgl. 

*JAr(l'm hatnusj daher v^^LLL^ etwas Zusammengezogenea, 

Einbullendes, ein welter Anzug, Ueberzng; = Dl/j Man- 
tel, Ez. 27, 24. Cbald. D^;i und ^(D^^:) id. Das grieeb. x^a-fit/g, x^^- 
ng, x^at-va Oberkleid ist nicht semit, wie Gesen. will, sondern 
eine ganz grieeb. Bildnng, elg. Bedeckung, Umschliessung, 
wurzelverw. mit Klei-d, althd. chlei-t; vgl. xksvoy xXg-^o = scblie- 
sen, einsebliessen. — Das Subst. D^:i bed. das Zusammen- 

i gerollte, der Klumpen, daher Embryo, if;. 139, 16. Das Terb. 

^ kommt nur einmal vor, 2 Kon. 2, 8, zusammenwickeln. 

U/H W. 7n = TTI, von einem, Im Hebr. nicht mehr vorkom- 

J nenden ^TH abgeleitet, vgl. ^.JbD, v.JL^ = D^H scheiden, trennen, 
1^ dHrchbrechen , daher durchbohren, Richt 5, 26, zerstossen, 
^itossen, treten u. s. w. Das Subst d^ ein Edelstein be- 
I'ldehnet wahrscheiolich mit alten Uebersetzern den Diamant, eig. 
[der schneidende, scharfe, vlelleicht Uebersetzuiig von dem skr. 
Wu§'ra Blitz oder hira Donnerkeil and daher Diamant wegen 
4cr schneidenden Harte. £z. 28, 13- Sonst kdnnte anch bloss die 
Vorstellung der Harte, wie In mp^riM darin ausgedriickt sein; vgl. im 

8kr. abhedfu unzerbelssbar, ceda/iag, daher Diamant. 

» 

M2^ von piw in der Bdtg. festmachen, verblnden, J. 

M. W. 7^^, vgl. Jt zusammennaben, <^| sammeln; daher fpH 
C= vuiJL^) verblnden, vereinigen, festmachen, daher wie 
^1 an etwas gewdhnen. Pi. lehren, Job 15, 5. Das SuW. 
*fi9K bed. der Verbundene, der Genoss, Freund; sodann 
ier Verbundete, Verpflichtete eines Stammes, derStamm- 
furst, bes. von den edomitlschen Scheikhs gebrauchlicb, Gen. 36, 1.5, 
J8, 29. £s liegt in dem Namen, dass es Wahlfiirsten waren, 

dcren Macht auf gegenseitiger Verbindlichkeit, auf Uebertragung 

s i^ 

torn Voike aus beruhte. Die LXX. ^y6^©v. Vgl. oSbt foedus^ 
tUenida und das wurzelverw. Jt^ praefecius. Falsih deutet man 
das Wort ala, x^'^^X^^ ^^^ yvXap^o^. Aueh 9)^ bed. efg. Ver-^ 



380 II. HiiteBTerdonpalle PerfikU 

bin4iing, daher a) von Thieren, die eingejocht werden, Ochsei 
und Kinder, eig. Jochvieh, Skr. jugya ein Jochthier, lltdL 
jautis Ochs, der aogejochte; vgl. ju-menltf m. Bestatigeod for diese 
Deutung ist auch das alteste Zeichen fur deo ersten Bacb- 
staben des Alphabets, der nicht sowohl, wie man allgemeii 
anoimmt einen Ochseo-(liopf?), als yielmehr ganz deutlich ein Jock 
Torstellt. b) Auch die Bdtg. 1000 geht von der der Vereinigung am 
und heisst urspriinglich Verbindung vieles Einzelnen, eine 
grosse Masse und ist dann endilch fur den bestimmten Zablbegrif 
1000 fest geworden. Mach dieser allg. Grundbdtg. konnte das athkf. 
*ti£i^l auch ebenso gut 10,000, eine Myriade bezeichnen. Hit 
dem iat. mUle ist es nicht verw. Selbst huudert HMO heisst eig. bit 
viel, eine Menge, verw. mit dem Skr. iitaA, mag-nuSj meb-r, 
kopt. meh viel u. s. w. 

U2i^ abgeleitet von rf)Hj W. ^(<, 1) festmachen, zusai' 

menbinden, vgl.. D^il; daher n&V^ das Zusammengebundene, 6e* 
traidebund, Garbe, Gen. S7, 7. 2) Zusammenziehn (Mi 
Mund), daher Nif. schweigen, verstummen, D^ stans; 
V}<H ^^S' ^tunim = still, daher vereinsamt, verwittwcV 
Jer. 51, 6; mD^« Wittwe; n^iD^« Wittwenschaft MogH*' 
ware aber auch, dass die Uebertragung von der Bdtg. des 6e« 
schlossenen, Abgeschlossenen und daher Vereinsamtei 
ausginge. Diese Bdtg. ist anschaulicher und desshalb vorzuziebn. VgL 
das verw. D^y, 0^:i u. a. Nur ^3D^iJ bed. wohl der Vcrschwie- 
gene, daher ein Gewisser, N. N. = ^%|, ^J wittw, uUw. . 

1^ = »)^«, UJls^, W. h^ =^«, bn verbinden, zusain 

menziehn, daher n|i^^ eine Hautkrankheit, Flechte, ein ^i^ 
Haut ikberziehender Ausschlag, Lev. 21, 20. 22, 22. LXX. Xctx^- 



^ 



FQD von ni3 VV. p = ]n nelgeu, biegen, daher r))3 Ke- 

gung, Abbiegung = Seite, Rand, Fliigel, Jes. 8, 8 (vergl* 
I i r^ I latus, iraetusy dia.) sodann Fliigel = Gefliigeli Befltt* 



1) diircb Wiederfaolting def erf ten ftadikalf. 381 

reltes, Gen. 7, 14. N!f. bed. sich biegen, d. i. sich abbie- 
ren, abwenden (vgl. ^^uJ^ deflejrit, JtlL, <1aI^ id.) Jea. 30,20: 

„Dann wird sich ferner nicht abwenden dein Lebrer, 
Sondern schauen warden ibn deine Aagen immerdar.*' 

Gewohulich iibersetzt man weniger sicher: sich verhullen. Die 
IMtg. der Seite und des Fliigels lasst sich daraus nicht herleiten. 

rpn von nn, W. ]n neigen, biegen, daher wie sSx 



tbbiegen, abweichen, (vgL v^aaJL^ wer sich von einer Religion 
za einer andem wendet, bes. im guten Sinn; im Hebr. aber umge- 
kelirt) daher intr. abgewichen, abgefallen — von Gott sein, 
daher unfromm, unheiiig, gottios, Jer. 23, 11; von Dingen: 
entweiht, entwixrdigt sein, Jes. 24, 5. Hif. a) entweihen^ 
Jer. 3, 2. b) Abweichen lassen, zum Abfall verleiten, 
Dan. 11, 32. Oass von dieser Bdtg. die andern Uebertragungen aus- 
gehen, nicht von der postulirten Bdtg. der Unreinheit, wie Gesen* 
will, zeigt auch das Adj. rjjn gottlos, der Gottlose, Job 8, 13, 
parall. mit dem Gottvergessenen, der von Gott gewichen ist. 
Vgl. Job 13, 16. 15, 34. 20, 5. 27, 8. 34, 30. Im Syr. steht der 
Kame oft von Heiden und im Aethiop. bedeutet ^^A^\ Ketzer^ 
Haretilier. 

13 JV von my, W. ^y = in neigen, biegen, talmnd. zusam- 



•enbiegen = verbin^en, vgl. ^^i^^ congessit in pera; erassu8 
pit I y^Jjui cra88U8; v^Ua langus^ rotundus; dalier nay. die reife 
Weintraube, eig. die dicke, runde Beere, Jes. 5, 4, ver- 
schieden von TCl^ Traubenbuschei, Gen. 40, 10. Vgl. das Nom. 
VBit aUift eine Weinbeere. Irrig halt Gesen. ny fur die Wurzel 



9 -> 



BDd vergleicht s^tj^ ba^ccae. 



Lgv 



9n nay, W. |y oeigen, biegen, daher wie (JJ^d 

Abbiegen, daher fy^ das sich Abbiegende, zur Seite 6e- 
kende, der Zweig des Baumes, Ez. 17,8, 23. Mai. 3, 11^. f^ 
astlg, schossreich — vom Weinstocke, Ez. 19, 10. Unpassend 
feitet Oesen. die Bdtg. vom Bedeeken her. Wurzeherwandt iat 



38E n. Hiotenverdoppelta PerMla 

iPUfc^ von rOK, W. |K — ]n 1) neigcn, bieg^en, daherv^ 

^"J^^; zusammengezogen f]H das Gebog^ene, Abgebogeo 
He rvorstehende, die'Tfase, (vgl. (^Llcj '_-\} ^ t mit eii( 
grossenNase versehn. vJuS Id. 2) v^| sich abbiegeD, al 
wenden, daher Widerwillen haben, sich weigern; im Hel 
aber: unwillig, aufgebracht seio, ziirnen, ^.2, 12.60,: 
nit 1 uber Jemand^ Jes. 12, 1. HItp. sich erziirnen, Deutl,3 
Vergl. auLjl pudor^ dedignatio. Die Bedeutung „scbnauber 



hat d'er Stamm nfrgends, nicfat ehimal als Deoominatfv. 



TO 



W. in, abgeleiteter Stamm von einer Ira Hebr. nfd 



mehr vorkommenden Form mn (statt mn) = rnn chald. verzJ 
gem, syr. *;psf = dyS zuriicklassen, ixjJ> das Zuriickgc 
lasseoe, Erbschaft. Diesem Stamm entspricht voUkommeD di 
athiop. "i^Ol r ubrig sein, zuruckbleiben, 't'/^l reliqvm 
residuum. Daher unstreitig das dunkle U^^y) die Zurucfc{;( 
bliebenen, gleichsam die Reliquien, die Bildnisse de 
verstorbenen Voreltern, die als Penatea, als Familien- un 
Hausgotter, als Spender des hauslichen Gliicks verehrt wurden. Vg 
o^ PL ol^l die nachsten Angehorigeo eines Menscbei 
Vater^ Matter, Briider, Onkel a. s. w» 

^H^tQ von rntt^9 W. Itf trennea, darchbreebea oder dra) 

^gen^ dahef vjyww fllessen, v«vl aqnn fiu€$t9, ^r^ erandiifv 
^gl. ^ J humida fait terra*, daher konnte yiji^, v!r^ ^^® sogenand 
Kimmung, Luftspiegelung oder Wasserbfld, Wasse 
achefn abgelettet werden, ein Phanomen, welches in W&sten in 
Ebenen durch besondre Brechung der LichtstraMen ehe Wasse 
flache tauschend daratellt und den Wanderer, der ihr nachzieht, 
Lebeasgefahr brfngt, Jes. 35, 7. 49, 10; franz. mirage ^ 9kr. tnrigt 
triscknJL Wahrscfaeiallclier jadoch bed. das bcbr. Wort urapruaglh 
Bran A, Soaaenbrand, welohe Bdtg. mehre auch Jea. 40^ I 
annebniea; for dieae Uebertraffong ist das verw. fp'9fy fpX and 31 
xu vergletelmi. Bestatigt wird dieae Bedeoteag dnrck das kifi 



dutch WiederlioliUHr <!«» eratn RftdikaU. 389 

^kttrba (MsLskO ein gliiheiider, beftiger Wind, was das- 
tibe Wort ist. Anch syr. bed. T^ aruitj Richt 16, 7. 

Qn^ abgeleitet von vly-^l fllessen, daher das an. Uy. 
trjB^ Wasser oder W assert eicbe, wie das Targum nod Etoald 

m 

I fassen, Jer. 31, 40. 

Fjntef oder !P)TD, v. mft^, W. Tfef seheideo, trenuen = hem- 

len, abbahen, wie der verw. St. ^1^ , oder Ttl2 drangen, zu- 
ammendrangen, Cjy^ znsammengezogen , yersammelt sefn. 
n diesen Stamm scbliesst sich ^yo Haufe, Schaar, wie das 
erw. (^Lm, v«iv^; ^U\ Menschenmenge, Sebaar, syr. KHItS^ 
tanifli, Voik, tieschlecht, Geoeration, dalier anch Genea- 
»gie. Vgl. \3 viel, zablreich setn, sicb vermebren, eig^ 
icb zusamnienzlebn. Daran scbllessi sicb welter ^y^ bocb seis, 
ig;. zasammengedrangt, aufgebftuft, daber bervorragen, vorflebn, 
del sein. Aran. Tp'0 zusammenziebn, einziebn = eiuscbliirfe*, 
erscblingen. Danacb bed. der Iiebr. Stanun rp^ O zusammeii^ 
rangen, zusanmenziehn, wurzeWerw. mil ^y^ zusaQinie»^ 
rlngen, vermiscben, binden, znbtiiden, intrant, wfe dLi 
onsors fuU. 2) Zasammenziehn , blnwegztebn = verschlin- 
;en, wie ioi Aram.; daber mit diem Zusatze ttflj^ diitreli; Feuer 
erscblingen, verzebren ?=s yerbrennen^ Oaon atebt es auch- 
ir sicb schon in diesem Sinn^, und iUiertrugen v^n Brennan 4^ 
Uegelsteine, Gen. 11, a. Nacb dier Grundbdlg*. heisst nun da& Subst. 
^ a) das sicb zusammeDziebende., siasamnicinroUendts, oder 
ttsammengerollte Tbler, daber eIn?. gifti^e SicJila.ug^nMt, 
M^h baufiger Uebertragmig. Vgl. vXr, ]I§^ S. U&f. Nam. SI, 4^ a. 
^t 8, 1&. Je^ 14, 29. ao, 6. k) Oa^ SCMaommigezogene ss; Ba*^ 
^n, Skebaar, wiie vjk^, iUK) j daber \m PL OHfnlif Ate Sctl^aareii' 
nd zwar besttamter die blmmliseben- Srgelsckaaren oder 
^as Himmelsbeer, Jes. 6, 2, iL F&r dfiese Bdtg. der Serafs ist 
lunacbst 2 Kon. 22, 19 — 23 an verglefcbeo, wefebe Stelle^ gmz 
iffenfcar ier jesajaniscben Vision nacbgebiWeti ist. Bier slefit fBr die 
ieraf» dM ttminebheer: Mieh safa den Jabm sitsen auf sefnem 
^kvone, iadem das ganze Hlmm^elsbecr iiebe* Mm •tluid' su seiner 



384 li. Uinlenverdoppelle Perfekta 

Rechten und zq seiner Lfnken''. Das Wort Seraf ist also abilich 
iibertragen, wie das synoDyme H^Sl Versamoilung^, HavfeD, 
Schaar, verw. mit dem athiop. fl'fVKl Mensch, meist koll. 
Menschen wie Dn«. Als Elgenname bedeutet «np, N^ffl? Volk, 
Stamm. — Indem man von der abgeleiteten Bdtg. der ScbUnge 
die Serafs benannt sein lassen wollte , hat man mehrfach und niciit 
ohne einigen Schein die ganze Vorstellnng dieser Art Engel ans 
Indien hergeleitet und mit dem dortigen Schlangenkuit in Verbindong 
gebracht Ich selbst war eine Zeitlang dieser Ansicht, finde aber, 
dass sich bedeutende Einwiirfe dagegen erheben lassen. 

13 Zunachst erscheiuen die Serafs nicht durehweg wie die Ke- 
rubs in mythologischer Bdtg., so dass die Entlehnung des Wortei 
Saraf aus dem Skr. aarpa = serpens an sich schon auffallt. Kas 
das Wort in eigenthiimlich mythiscber Bdtg. zu den Hebr., so wurde 
man es nicht so allgemein fur gtftige Schlangen gebraucht 
haben. Dies deutet vieimehr auf einen semit. Ursprung des Wortes 
hin. Es wechselt mit B^ Gen. 3, 1 ff., womit die Schlange ebenfalb 
ganz mythisch als schlauer Damon des Bosen bezeichnet ist. Feroer 
steht Job 26, IS die fliichtige Schlange = der Draebe, ab 
Stembild am (nordlichen) Himmel. Vgl. Jes. 27, 1. 

2) Im Skr; selbst musste wenigstens sarpa in efner bestimmten, 
den hebr. Serafs entsprechenden Bdtg. vorkommen. Dies ist aber 
nicht der Fall. Das Wort bed. einfach das Kriechende, daber 
wte das entsprechende serpens Schlange, von srip^ eine abgelei- 
tete W. von sri, gehen, fliessen. Als mythologische Weseo 
bewohnen die Schlangen bei den Indern die Gegenden unter der Erde, 
pdtMa, also nicht wie die Serafs den Hnnmel; ihr Herrscher beitf^ 
vHsukij auch sarpardg'a, Schlangenkonig, u. ihre unterfrdische Haupt- 
stadt bhdgavatL Das Zusammentreffen der Namen ist also ebenso la* 
fallig, wie das von tt^) mit dem skr. ndga (Nominat nagas^ eine 
Schlangenarl; dann auch ein Halbgott, der mit einem Men- 
schengesiehte nod einem Schlangenleibe dargestellt wurde. Daaa 
die Schlange femer ein Symbol des ffiva wie des Knrf oder JEnaf 
der Aegypter ist, beruht auf einer andern Vorstellung, ab wiesie 
fir die Uebertragung wf die hebr. Serafs erfordert wird, Wt 



1) durcb Wiederholuof dea ertten RadikaU. 385 

Uange ist doit SyiniN>l der ewig sich verjikngenden Natur. Vgi. die 
lilange des Aeskulap als Symbol der Heilkraft 

3) Ueberhaupt deutet nichts darauf hln, dass die Serafs nr- 
"aoglich als Schlangen waren vorgestellt worden. Sie haben zwe! 
8se uod umstehen den gottlicheo Thron, Jes. 6y 2. 
r Sclilangen ware das eine unmSgliche Stellung. Sie liaben ferner 
ei Hande, mit den sie Gegenst&nde erfassen, V. 6. Es sind 
8 also keine Vorderfiisse, wie man ebenfalls gemeint liat Nur 

sechs Fliigel, welche die Phantasie ihnen verleiht^ sind dem 
ierreiche entnommen. Sonst sind sie oflfenbar wie iiberbaupt die 
Itl als hohere , menschenahnliche Mittelwesen vorgesteUt ^nnd 
iDten nach dem Standpunkte der Propheten nicht wobi ein be- 
amteres Kostiim erhalten. Dass sie die Scham bedecken und 
ne Kleider anhaben, beweist gar nicht, wie Ewald will, dass sie 
irhaiipt urspriinglich als „Thiergestalten" gedacht waren. Un- 
elnem Volke, wo man nicht selten halb nackt ging und nnr die 
lam umhiillte , war diese Auffassung sehr natiirUch. Endlich gibt 
iin Hebr. keine Analogic fur einen thierischen Unsprung der Engel ; 
in die Kerubs erscheinen eig. nie in diesem hohern Sinne. Die 
"sonifikation der Elemente aber if;. 104, 4 ging aus der allg. An- 
annng hervor, dass die ganze Natur dem Willen des Hochsten 
nstbar ist: 

Er niacht Wjnde zu seinen Boten 
Und Feuerflammen xn seinen Dienern. 

! sonstlgen Namen fur Engel in der vorexilischen Zeit sind unbe- 
Qmt und allgemein, wie T|N^Q Sendung = Gesandter angelus; 
Lmjjo Engel. Ferner heissen sie im Hebr. das Lager oder 
erlager Gottes, Gen. 32, 3, d. i. die Engel Gottes, Gen. 32, 2. 
n entspricht das Heer des Himmels D*13tt^ KDSt, das den gott- 
en Thron, wie ein himmlischer Rath umgibt, 1 Kdn. 22, 19. 
hron. 18, 18. ij;. 148, 2; auch das Heer Jahve'^ genannt, Jos. 
14 f. Die Vorstellung dieses himmlischen Heeres, die sehr alt 
I muss, ging offenbar von der Anschauung des $ternenhimmels 
, wesshalb Gott selbst auch so oft im A. T. Jahve, der Gott 
' Heerschaaren heisst. Fur die Rfchtigkeit der gegebenen 
itang spricht zuletzt auch noch der heilige Hymnus, welchen die 

[ei€r*s hebr. WanelwArterbaeh. 25 



386 II. Uinleiiverd^pi^elte Perfiikta 

Serafi andtitiitnen , und worin ^e Jahve ak den Hemeher der hh 
lischen Heerschaaren , also speciell als ihren Herricher preiMi 

Hcilig, heilig, heilig ist Jahve der Heerfchaaren, 
Die gadie Erd' erffillt sein SkrahleDglani ! 

Vgl. 1/;. 103, iO f. — Inig; hat man ebenfalls die Serafs mit dem 
Serdpis identfficirt und diesen ebenso irrig^ mit dem skr. sarpa = • 
pens ztiaatiimengestellt. Der Name ist vielmelir agyptisch and ^ 
ktli^t kuB Osi^^apiy d. I. Osiris , der Stier, iudem der Stier 
Symbol der Starke und der zeugenden Naturkraft den Osiris 
lebfend vorstellt Schon PlMareh (de Isid. et Osir. C9^. S8) id< 
dass Serapis wohl niir eine beaondere Seite des Osiris darstelle 
bemerkt im folg. Kap., dass die ag. Priester den Named fiir eine 
sammensetzung aus Osiris und Apis halten* Die Hieroglyphen set 
diese Herleitung ausser Zwelfiel. V^l. ChampQlL Diet, egypt p. 
und (ibferhaupt Gesen. im Thesaur. 

An Sehlangenkult, woher man ihn auch leiten mag, istbei 
hebr. Serafs nm so wenfger za denken, als sonat nur unacbadli 
Sehlangen verehrt wurden , oder giftige hochstena in dem Sinne, ^ 
man ikberhtiupt das Schadliche (Krokodile u. s. w.) verehrte , um e 
davor zti sichem. Als Schlangen aber erscheinen die Serafa gift 
wesshalb eine Versetzung derselben in die Nahe des gottlicl 
Throns und zwar als heilige Diener des Hochsten unerklarlich blie 
Allein von einer Schlangenbezeichnung, wie aus allem Gesagten c 
leuchten wird, kann der Name dieses himmlischen Heers nicht a 
gehen. — Ebenso wenig aber gibt die Bdtg. verbrennen, weh 
das Vferb. jetzt hat, eine irgendwie passende Bezeichnung; d( 
brennen = leuchten bed. der Stamm nicht. Man konnte bd( 
atenH das arab. v«iy^ hoch sein, hervorragen vergleichen o 
damit das verw. Kgypt. schdrp der erste, vorzi'iglichate (t 
ttosdHni Mon. civil. II. 3. p. 460 f.) kombiniren , sodass die Sen 
etwa die hohen, erbabei^en ==: hfmmlischen, oder die erst( 
DieYier Oottes bezelthnetefi. Allein wabtschehiifcb ist diese J 
l^ltttng dnrchMs nIcht. 

jTO Wurzclno^ daher ^5^ = vlaLi zusammendrucke 
dr&ng\en, heta«ien, daher das «!n. Xty. niD £e. 2, «, wmbraeM 



1) durod Wieder|iQlup|g d«i ertlen BadikaU. 3^7 

■ •pejrjrig;e^ GeAtrupp, (Hl^r letwa? A^rt^s uni Vpxyfitx^niea: 
kachein und DorneQ ^ind sie g.egpn 4ich.^ Wenn .ip^ 
li scblageo, vergldcht, kdwite mail ^^ nk qtwa^ SebUgen- 
igzs Peitscbe, fiefsael fassen, o4er pc^raoolicli : Mpeitsohen und 
a|;eln werden sie dich und bei Skorpionen wirst du wohoeQ.*' 

r]*l2| yon TtlSty W' "Qiitrenn.en^ zerdriic^en^ anflosen, 

ilier I) |>riifeii, .erproben. 2) Aiissckeiden, reUiigev, 
ntfiVD — Jtfetall .durqb Feuer; da^er 3)iiberhaupt schmelzeii. 
srwandt ist ^tbiop. I^JCPI rein sein, caasatlv: reinigen, l^u- 
!ro — B^ail u. ^8. w. 

Snii von mn zusammendrangen, hart, rauh machen, 
lier verbrennen, vers.engen. Nif. Ez. 21, 3. 20, 49. Vergl. 
IfO = Vr^ "^ i*r^ abaciditj resecuit, 1^^ arsit ignis, 

D^T von mt, W. nt trennen, ausbrei^en, daher l1,.v 

lessen = ^1T, Job 6, 17: zur Zcit, da sie (die Bache) fliissig 
sword en, Cd. i* zur Sommerzeit, wo Schnee und Eis geschmol- 
0, vgl. V. 16) Bind sie .veirdorrt, ve.r8iegt, d. Ii. ^obald sie 
ir flussig geworden , sind sie ancb ^chon versiegt;*' dem entspricht 
ioz: ^^sob^d es heiss wfrd^ aind .i^ie erloschen .von ihrem Orte." JDle 
tlarnpg .n^ch dem Syr. ^zur Zeit, wo sie eingeengt werden, 
'hwinden sie, od^r, wo sie verq^ngt warden, siqd sie Nichtjs 
iworden**, ist doch gar zu matt und tautologiseh. Vulg. tempore, 
fo fuerint dissipati , peribunt, 

Pl'TT abgeleitet von mt, Hi^fl) I au^breiten, daher wie vjj(> 
lessen, st;rdmen, F]TTt Regenguss. Hiervon stiMnmt weiter 

y j7 W. nt sich ausbreiten, erglessen, uberstr.dmen, 

iher anch hinwegstromen, i/^. 90, .6. Po. ausstromen, 
\T7,.18; mr Regen, Regenguss, Jes. 4, 6. nO")t^^&^^*swg, 
Qsstromung, daher Rohre = Harnrohre, mannliches 
lied; y!\ canalis aquae, Nur so gefasst entspriebt das Wort dem 
rail, n&fn Fleisch = Schamglied des Mannes, Ez. 23, 20: 
ie, deren Glied fvie das der Esel, und deren Ruthe 



388 II. Hinlenverdoppelte Perfekta 

(=:r Rohre) wie die derRosse 1st." Die g;ew5huliehe Aiiff88Biin<i:: 
Samenerguss bildet nicht nur einen schlechten Yergleidiiiiigs- 
punkt, sondern ist auch gegen den Parall. Uebrigens kSnate man 
den angegebenen Sinn auch so erhalten: Ausbreftnog, Aus- 
streckung = das auszureckende died. 

^nCO von m{9, W. nCD scheiden, trennen, daher 1) ab- 

brechen, abreissen, zerreissen, Gen. 37, 33. tjf. SS, 14. Nah. 
2, 13. Hif. zerreissen = zerbeissen, verzehren lassen, Sprw. 
30, 8. 2) Hervorbrechen, hervorspringeu, daher nen, 
frisch sein, wie das verw. n^^ = o^; davon rpB frisch, 
friscbgewachsen, neuausgeschlagen — vom Blatt, Gen. 
8, 11. Falsch Gesen. u. A. frisch abgebrochen. Vergl. rp^ 
a) Ausbruch, Ausschlag, Spross, daher das frisch ausgebro- 
chene, griinende Blatt, Ez. 17, 9. b) Das Ausgebrochene, 
Herausgerissene , Geraubte, daher Raub, Beute, Job 4, H 
c) Was man zerreisst = zerbeisst, daher Speise, Zehrans^ 
Mai. 3, 10. 

DnCO von F]*]eD abgeleitet, W. nfiD abreissen, abschoeideffi 

III^ abschneiden, unterbrechen, f»^^-^9 rr-^ separation 
alienatio; daher D"^ eig. Trennung, Unterbrechung, Zuriickhal* L 
tung, dalier das Unvollendetsein, das Moch-nicht-sein; 
als Adv. vor, bevor, noch nicht. Gen. 2, 5. 

^^l ^^" ^*n = 5j4> trennen = einbrechen, trenncii=^ 
hemmen, daher nn, v^.S schneiden, scheiden, scharf sein; 
davon pyy Stachel, i^irim Pi. niUTj Koh. 12, 11. ^^tj (darbM 
Stachel, Spitze zum Rindertrciben , povxevTQov^ 1 Sam. 18,2!. 

Uj^ verw. mit Ont hervorbrechen, ausstromen, Og'- 

l»^o projecU (pariendo) ittfantem mulier) daher vom Hervorbrock 
dea Lichtes (vgl. mr) ausstromen = ansstrahlen; daToo DtT! K 
die strahlende, helle Gegend = der Suden, im Gegen»» ^ 
zu ^£)]t Nord, Ez. 40, 24 if. 

i 



I 



I) durcb Wioderholung des crsica Radikals. 389 

n^in vou rhr\y W. 7n schclden, treuueii, daher %jdj 

1 aufldseu = vergehu, untergehu. Dauack fasseu Gesen. 
\, das dn. \sy. rH^Bm ^ Waff en, H. L. 4, 4, aber ^/venig paa- 
d: „dein Hals ist wie Davids Thurm, erbaut ftir — Waffen! 
isend Schilde liangen darau " u. s. w. Die Vulg. giebt das Wort 
on bessei* durch propugnacula wieder. Nach der Gruiidbdtg. kaiiu 
beisseu: das Zuriickhalteiide, Abhaltende, daher Sckutz- 
hr, Vormauer. Zu diesein Zweck ist der Thurni erbaut, iiicht 
)r urn Waffen daraii aufzuliangen. Vielleickt aber bed. es hier eln- 
b: Abschnitt, Einschnitt, Stufe (vgl. v^v gradus^: >,dein 
Is ist wie der Tkurni Davids, erbuut uacti Abstufungen: tauseud 
lilde bangcn daran, alle WafTeu der Heiden/* Fiir das Bild und 
I VergleickuDgspunkt scheint dies passeuder. Zugleicb wird diese 
leutung bestatigt durch das folgende Wort: 

U^in von r|7n W. 7n scheideu, treoneu, einschuei- 

II, daher D^n Einschnitt, Furche, ^Jb' id. </;. 65, 11. Job 
38. Vgl. arab. wJLi* = iJLj rupit, fregit^ incidit, 

3/K^ von TO^y W. Ttt^ scheiden, trennen, einschnei- 

n, daher einsteclien, ineinanderzapfen. Pu. Ex. 26, 17. 
Nie Eckleiste, 1 Kon. 7, 28 f. Vgl. n^ chald. Pa. verbinden, 
kniipfen. Die Verwandtschaft von Tv}^ und yjttf zelgt bes. noch 
arab. vJLw eripuit , wie tW Job 27, 8. Ferner 

PI^K^ von nW abgeleitet, W. Ttt^ scheiden, trennen, da- 

entreissen, herausreissen, ip. 129. 6, ausziehen — 
Schuh, Ruth 4, 7, das Schwert aus der Scbeide, Richt. 8, 10, 
der Wunde den Pfeil, Job 20, 25. 

U(I\U, IJLm von P]7S^, W. W eig. herausgezogeo, los, 

er 1) unversehrt, sicher, wolilbehaiten sein, integer, 
JUS fuit, daher 2) voli, voileodet, fertig sein, Jes. 60, 20. 
vollenden, vollstandig machen, wiedererstatten, 
;ahlen. tiVTtff als Adj. vollstandig, ganz, unverletzt, heil, sicher 
. w. als Subst. Wohlbefinden, Heil, Friede, ^Freund- 



i? 



390 II. Hinlenrerdoppelte Perfeku 

schaft D^ Verg^ltuog, Bezahiung, daher UimlL, Daakbffer, 

Am. 5, 22. Die iibrigen Ableitungen dieses Stammes sind idcht ver- 

^» *» -• 
standlich. Fiir die Grundbdtg. vgl. |JLm beissen — von derScblange, 

eig. scheideu, einschueiden = stechen. 

O voii rPO odef J^TO, W. ^D scheideii, trenneD, iim- 

kehren, daher Pi. verlLehren, umstiirzen, niederstiirzeD, 
Sprw. 19, 3. 21, 12. Job 12, 19. Mit deiu deutschen schliipfen, wie 
Gesen, will, oder mit sob lei fen ist der Stamm iiicht zu verglefcben. 

U/D von r]7D scheiden, abschueiden, daher DyO das&b- 
gcschnittene, Eingeschntttene , (vgl. D^D Fnrehe) Terasilenartig^e, 

O OS > 

daher Treppe, Leiter, Steige, Gen. 28, 12, JLi scttla. Nacn 
Gesen. u. A. von ^^D mit der Endung am, wetifger wahr^heifilith. 
Die Form ist vielmehr wie ^^i. Vgl. Ewald §.331. 

D^2J von tffn^rh^ W. ^ scheiden, trenuen, daher 

\jSib 1) abtrennen^, abhalten, hindern; 2) verbergen, 
verdecken, »._4A(^ bedeckt, verborgen s^^n u. s. w. Davoff 
ist abgeleitet u7^ bedecken, Qberd6cken = beschatteii, wie 
die eiufache Wurzel in ^^!^. Daher D^?!^ a) Schatten, ib. 39, 7. 
b) Schattenbild, Abschattung, Bild, Gotzenbild = i^j^^* 
rmTl (statt der masoret. Panktation niD^!^ wie schon altere, ju<l- 
Grammatiker angebenj dichter Schatten, Diisterniss. Das 
arab. ^Jjb zeigt noch deutlicher die angegebene Grundbdtg. schei- 
den, trennen, daher 1) verletzen, beleldigen; 2) hem- 
men, hindern; 3) intrans. gehemmt, bedeckt = dunkel, schat- 
tig sein; athiop. AA<^C schattig, dunkel seiu. 

"^U^ von n^T, W. *n scheiden, trennen, durchbre- 

chen, hervorbrechen, Ogl. n^D, Jii\ proccssU, praeeessU) 
daher traufein, rinnen, Kob. 10, 18, thranen, Job 16,30* 
rfjl Traufe, Sprw. 19, 13. Vgl. das vvurzelverw. bo Thau, vefl 
7/D, jLb leviter humectavU terrain ro9, plnvia. 



l> dorcb Wtdderboluof 4$$ •?•&#» Budikalf. §91 

3jw voii n^er doppelt luachen = wiederlioieu, daber 

chten, wie ^*, wovou 2^Vf^ Geflecht = Gitter. (Vgl. \jul> 
tmachen), Richt. 5, 28. Sprw. 7, 6. Oesen. leitet das Wort aehr 
ia98end ab von \^^AX4t kuhl sein, als Luftloch fur kuhle Winde, 
em durch ein Gitter ebenso gut warme Liifte eindringen konnen. 
sserdein ware die Eigenthumllchkeit des Gitters unbestimmt 
log dadurch bezeichnet. Auch ist die Bdtg. der Kalte in dem 
;b. Stamme erst voii der Zusammenziehung beiiauiit. 

nj^ von )j^)l ueigen, biegen, pyn = K^SD zusammen- 

egen, aJUo fecit , canfecU; u/JLio infleait retn terrae; ^Afe 
rvus fuit; (..^Ib funis lofigus; daber TfiHl zusammenziehn, ein- 
llen, einwickeln, Jes. 22, 18. ^"^^ Umbiilluug, Kopfbinde, 
irban, Jes. 3, 23. 

DJIS von f^'XH elg. zusammenzieho = featu^acben, iutr. 

stark sein, bebr. D-*I2!{ zusammengezogen =* eingeschrumpft, 
ig;er, diirr Cv. Aebren) Gen. 41, 23, als Gegensatzt v. M^ vol I. 

MjE3 von raD zusammenbiegen == rp3{ umbtilleu, bedeiikeju, 
L. 5, 3 , parall. mit ^nh : 

„ Ausgezogcn hab ich roeiu Gewand — 

Wie sollV ichs doch anziehn ? 
Abgc^aschcn meine Ftisse — 

Wie aoUV ich sie denn umwinden ? " 

86 Oeutung passt in den Zusammenhaug bei weitem besser, als 
gewohnliche nacb dem Syr., wie schon die LXX. und Vulg. be- 
imutzen, verunreinigen. 

3^1 von n^r = dehnen, neigen, biegen, abbiegen = aus- 

iweifen, (vgl. <^(> Abweichung, Ver^elm, Yerbrecbeii) daber 
h njT Abbiegung = Schweif, Scbwauz; sodaou iibertr^gj^n : 

umpf, Stummel, l&ode, Jes. 7, 4. Vgl. j^^4^l Saum, 
id, Ende. 



390 II. Hinlenrerdoppelte Perfekta 

schaft D^ Verg^ltuDg, Bezablung, daher Uimdi, Daiikbffer, 

Am. 5, 22. Die iibrigen Abieitungen dieses Stammes sind kicht m- 

^ '^ ^ 
standlich. Fur die Grundbdtg. vgl. ^X^ beisseo — von derScUaoge, 

eig. scheideu, einscbneiden = stechen. 

Vl^O voii rpO odef VtO, W. 7D scheiden, trenneD-, «»• 

kehren, daher PI. verkehren, umstiirzen, niederstiirzeD, 
Sprw. 19, 3. 21, 12. Job 12, 19. Mit deiu deutschen schlupfen, wie 
Oesen. will, oder mit sckleifen ist der Stamm iiicht zu vergleicben. 

D^D von rf}0 scheiden, abschueiden, daher D^ das Ab- 

geschnittene, Efngeschnlttene, (vgl. D^n Fnrehe) Terasilenarti^, 
daher Treppe, Leiter, Steige, Gen. 28, 12, JL, scttia. Not 
Oeaen. u. A. von ^^D mit der Endung am, wenfger wahrschefiilitlL 
Die Form ist vielmehr wie niiy. Vgl. Etvald §. 331. 

D^2J von tfh^rb^ W. bil scheiden, trennen, daher 

uJjb 1) abtrennen^^, abhalten, hindern; 2) verbergen, 
verdecken, s^jJb bedeckt, verborgen s^ein u. s. w. {hfoff 
Ist abgeleitet ob^l bedecken, nberdecken = beschatten, wie 
die eiiifache Wurzel in hh^. Daher D^!: a) Scbatten, i/;. 39,7. 
b) Schattenbild, Abschattung, Bild, Gotzenbild = ^* 
rm})L (statt der masoret. Punktatlon niD!?!^ wIe schou altere, ju<l- 
Grammatiker angebeuj dichter Scbatten, Diisterniss. Das 

■ 

arab. Jub zeigt noch deutlicher die angegebene Grundbdtg. schei- 
den, trennen, daher 1) verletzen, beleidigen; 2) hem- 
men, hindern; 3) iutrans. gehemmt, bedeckt = dunkel, scbat- 
tig sein; atliiop. AAC^l schattig, dunkel seiu. 



1^ 



n von n7l, W. y^ scheiden, trennen, durchbrc- 

chen, hervorbrechen, Ogl. n^D, wl>C proces9Uy praeeessit) 
daher traufein, rinnen, Koh. 10, 18, thranen, Job 15, 30* 
rfjl Traufe, Sprw. 19, 13. Vgl. das wurzelverw. ^B Thau, van 
7/D, jLb leviter humectavU terram ro9y pluvia. 



3j^ voii niC^ doppelt luaclieii = wiederhoieu, daher 

chteu, wie JiJy wovou 3)t(ft{ Geflecht = Bitter. (Vgl. ^Jh- 
tmachen) , Richt. 5, 28. Sprw. 7, 6. Besen, leitet das Wort sehr 
)a98end ab von uaJUw kuhl sein, als Luftloch fiir kiihle Winde, 
em durch ein Gitter ebenso gut warme Liifte eindringen kdnnen. 
sserdein ware die Eigentlmmliclikeit des Gitters unbestimmt 
nog dadurch bezeichnet. Aucli ist die Bdtg. der Kalte in dem 
lb. Stamme erst von der Zusammenziehung benannt. 

n^lS von ]fl)l neigen, biegen, pyn = HH^ zusanimeo- 

egen, aJUo fecit, cmfecit; u«ajLio infleait retn terrae; s^jjJo 
rvus fuit; (..^Ib funis longu8; daher Pp!{ zusammenziehn, ein- 
llen, einwickeln, Jes. 22, 18. Tfl^ Umhiillung, Kopfbinde, 
irban, Jes. 3, 23. 

DJIS von f\:s^ eig. zusammenziehD = featm^clien, iutr. 

6 stark s e i n, hebr. t7)2!^ zusammengezogen => eingeaehrumpft, 
ig;er, diirr Cv. Aehren) Gen. 41, 23, als Gegensatzt v. vh^ vol I. 

MJlO von Ml^ zusammenbiegeD =^ PfSH umhtilleu, bedeiikeju, 
L. 5, 3 , parall. mit V^rh : 

^ Ausj^ezogen hab ich nicin Gewand — 

Wio sollf ichs doch anziehn ? 
Abgcyiraschen meine Kiisse — 

Wie sollt' ich sic denn uniwinden ? ^ 

ise Oeutung passt in den Zusammenhang bei weitem besser, als 
gewohnliche naeh dem Syr., wie schon die LXX. und Vulg. be- 
hmutzen, verunreinigen. 

3^7 von niT = dehnen, iieigen, biegeu, abbiegen = au^- 

liweifen, (vgl. <^(]> Abweiehung, Ver^ehu, Verbrecbeii) daher 
h njt Abbiegung = Schweif, Schwanz; sodaoo iibertrag^n: 

umpf, Stunnmel, l&nde, Jes. 7, 4- Vgl. j^Ti^^^l Saum, 
id, Ende. 



392 II. HiBtenverdoppelie PerfekU 

4) Uebergang der Liquidateu in Hauchlaute 

und Halbvokale. 

Ueber den Wechsel dieser Laute vgl. §.16, Nro. 4. S. 2S1 ff- 
Da diese Bildung nar bei Perfekten , weiche den zweiten Radikal Te^ 
doppein CTlfi), vorkommt, so konneu diese Uebergange erst in der 
folgenden Abtheilung naehgewiesen werden. 



2) Hintenverdoppeite Perfekta durch Wiederholuog des 

zweiten Radikals gebildet 

Vgl. S. 8 f. Uoi das Verwandte leichter iibersehen zu kdnneD, 
werde ieb hier die Wurzeln nach den drei Hauptorganen (naeb dei 
hj tj p-Lauten) auf einander folgen lasseu, also 1) B^, yp^ TO^ 

nK u. s. w. 2) pn, p^y ntt^, m, nt u. s. w. 3) ps, ns, b*,tb> 

bBj ]B u. s. w. 4) Liquidaten: pi, m, ^n; p^, nS, ^y pi, H), ^ 
o. 8. w. Diese Wurzeln bilden nur eine Nebenreihe zu Nro. 2. 

1) Perfekta von der Wurzel tt^ uiid ihren verwandten Nebco- 
wurzeln |rp, lop, Ip, rO, ITD, 03,0, 13, W, 13, nn, Bfrl, fHj 

on, ion, tn, in u. s. w. 

^^p von der W. ts^ scheldeu, trennen C^gl. Jlj sueben, 

aufsuchen; ferner forttreiben, eig. abtrennen, v^o propulit; em" 
sUy) daher 1) abschneiden; davon ts^ Stoppel, eig. das ab- 
geschnittene Ende des Getraides, Jes. 5, 24. Es ist niebt der 
trockene Halm, wie Oesen. im Thesaur. annimmt. Im Kopt bed. 
dasselbe Wort ausser Stoppeln auch Schilfrohr, was sicb aus 
der Aehnlicfakeit leicht erklart. 2) Abscbneiden, abreissen (v^ 
evulsit), daher zusammenraffen, Po. sammeln. Vgl. ^^ eol- 

legU apes; Jjf, Zj, lii, jUi, s^^Ji^s = f,t<^ y J?.^ coUeg»^ 
Diese Bdtg. ist keineswegs von C^ Stoppel abzuleiten, wie die 
Worterbiicher angeben, zumal es nicht bios vom Zusammenlesen 
des Strobes (Ex. 5, 7, 12), sondern auch vom Holzsammeln steht. 



2) durch WiederfaolttDg den iweiten RadikaU. 393 

laeerdein ist ein Sammeln der Stoppelo sonst nicht bekannt Sie 
irden vielmehr als Danger in der Regel auf dem Felde verbrannt. 
I die Bdtg. des Abgeschnlttenen schliesst sich im Syr. die des 
ollendeten, Abgelebteo, Alten, daher mfnt^ der Greta 
LumJ semoTj presbyter ehrisHanua ^utich syr. Gebrauch. Endlieh 
f steht das Hitp. Zef. 2, 1 : ^Vh^prff] in einer nicht wetter vorkom- 
enden Bedeutung. Der allg. Sinn dieser Auffordemng erhellt aber 
18 dem Zusatze : „ihr Volk, das nie sich schamte!*' Danaeli 
luss das Wort uberhaupt bedeuten: schamt euch! nur wird der 
Dsaminenhang eine etwas starkere Bezeichnung^ verlangen, indem 
irch diesen Akt die gottliehe Strafe abgewandt werden soil (vgl. 
. 2). Wtr werden also an die tiefste Reue nnd Zerknirsehung^ zu 
inken haben. in mehren verwandten Bildungen der Wurzel Vfpj 
D u. 8. w. wird die Vorstellung der Trennung und Scheidung 
if inneren Zwiespalt, Furcht, Entsetzen, Zorn a. dgl. 
lertrageu. Vgl. y^ sich trennen, zuruckweichen^ stran- 
en, daher Widerwillen, Grauen haben, sich entsetzen. 
Dgleich scheint diese seltene Bdtg. von tS^ eines Anklangs wegen 
i^O^ gewablt za sein : „entsetzt, ja entsetzet euch, ihr Yolk, 
IS nie sich schamte = das iiber alles sich hinwegsetzte!" oder 
:was freier: bekehret each and kehret urn, ihr Volk, das an 
ichts sich kehrte! Die Widerlegung andrer Auffassungen wiirde 
ier zu weft fuhren. 

S3^P ein abgeleiteter Stamm von ttWp == noip = t9tt^ schei- 

en, trennen, ^^r separavU, IV. juatitiam exercuU , &J»S Ab- 
chnitt, Theil; sodann ein bestimmtes Mass; ferner Entschei- 
iing= Recht, Gerechtigkeit. Ebenso EDt^ Entscheidung 

• • • 

=: Richtschnur, Sprw. 22, 21: die Entscheidung wahrer 
^orte. Gewohnlich matt nach dem Syr. Mntshp Wahrheit. 
I^erwandt ist 

^^p W. iffp scheiden, trennen, daher abtheilen, ab- 

nessen; davon nCD^b^ etwasAbgemessencs, Abgewogenes, 
tber ein bestimmtes Geldgewicht, dessen Werth sich nocb etwas 
iiier, als^ bisher gescbehen, angeben lasst, Gen. 83) 19. Vgl. 
xli fH9rtio m, piata quantUas; mensura; no men ponderis. 



394 if. Hintenverdoppelle Perftkta 

Bestimmter namlich scheint das kopt kHe ganz dasselfae Wort ni 
sein. Dies ist eine Drachme, Gen. 34, 22 Cfur 1/2 Sekel) auch 
Doppel-Draehme, d. f. eine alexandiinische, Gen. 23, 15. Ex. 21, Si) 
fiir Sekel, also ein balber Stater. Vg;l. Peyran, Lex. eopi p. 75. 
Versetzt findet sicb das g^nze Wort fn s'kite (statt k*site) Draebne, 
Luk. 15, 9, ufld daraus ist das vorhergebende dnrch Abwerfog del 
« entstauden. 

nt^p von 12^ nacb bekannteni Uebergange und in der abge- 

leiteten Bdtg. zusammenbringen, daher 1) festmacben, bin- 
den, kniipfen; ns^ Band =^ Giirtel, Jes. 3, 20. Pi. anbindeo, 
umbindeo. 2) Menscben zusammenbringen, zusammeB- 
rotten wider Jemand oy), daber eine Verscbworung anzet- 
teln, sicb verschworen, Jes. 8, 12. if^ Verbindung = Ve^ 
schworung. >1tt^ zusammengezogen = fest, stark, Gen. 30,4i 

V^ (jiqi, W. J^ sebeiden, trennen, daber (= DDJJ ab- 
schneiden,) abschneiden, zerseUneiden, abseberen u. 8. w. 
Irrig vergleiebt Geaen. den Stanun l^lp nit ysp. Jener ist viehadur 

aus Y^p Oder l^fip erweicbt. Vgl. S. 236, und bed. znsammensiefaB} 
(jflLAT zusammengezogen, eingewickelt, eingerollt sein, daber n^Hp daa 
Zusammengezogene, der Haarbuscb, Scbopf oder Haarbund. 
H. L. 5, 2, 12. 

ujip von y^ abschneiden, in dem bestimmten Sinn Ge- 

traide abscbneiden, daber erndten; intr. "iStP abgescbnitteo, 
abgekiirzt = k u r z sein. Vgl. ^Dj^ klein sein. Im Arab* scbb'esat 
sicii an ^^ weiter Jl^' secuiU 

n^p eine Nebenform v. ^^ = pqp sebeiden, trennen, dab. 

JoJi bervorbrecben, traufein, fliessen, (vgl usi^g faritf- 
8ima pluvittj) ^^ gutta^ res guttatim fluens , daber Jk^S^ - . Us das 
harzreicbe (tropfelnde) Aioebolz, das als kostbares Raocher- 
werk friib bekannt wnrde. Davon ein Denom. Ja3 mit Aloe daa 
Kleid rauebern, V. sicb raucbern. Ebenso das bebr. Pi. 1@p. 
und Hif. raucbern, Raucbwerk anziinden zur Ebre einer Qott- 



2) durch WlederittdlQiig dei zweiten ftadikalf . 3K^ 

eit. DtiUet bed. es aH^UDsfn^ tuch dpfetn, Afli. «, 5. *ri{d^ 
latich, Geir. 19, 28, danii auth Dunst, Nebel. nltop, Rauch- 
rerk, Ex. 30, 1 ff. , danil anch Ditft, i/;. 66, 15. Jes. 1, 13:* ^nichl; 
erner sollt iKr mi^ bringen sihidiged Fruchtopfer : ein absdkeliltcher 
hift fi$t dki^ mir!*" Pnr dfe obigii Bdtg. ist noc^h tXi vttgMAtn 
Uj det GerucK des Aloebolzes, dann aireh DttH von a^ern 
)iogen, von Gebratenen u. s. w. yXS ausduften, IV. Dmien\ sich 
oit Aloe rauchern. 

/^p W. top scheiden, trennen, jiu» amputavitj Ja« 
:5dten, umbringen = ^tDp von ntOp » "iKp. 

|£0p v. 7tOp abgeschnltten=abgekurzt, klein, geri>n<g 8ein. 
iietb. ^/{^"J ; klein, fein; daher ^JaS Baumwolle = Kattun. 

nnp' Ji scheiden, ab^chntilide*, dlEiber rtlj^ Kaa^ia; 
1j31j5 Scheitel. 

12^^D u«d B^ W. ip, verdoppelt Tip = mp = tthp; iiber 

ten Wecbsel von n ilni! n vgl. ^in == ^ , pm = pro u. a. Die W. 
Tp bed. »cheiden, tren^ven, daher tth]^ ausgesehieden, ab- 
[esondert, vom Gewobnliclien, daher gewerht, gekeiligt, 
leilig sein; Pi. und Hlf. weihen, heiligen, ffir heil'rg er- 
Liaren. cHp Trennnng, Absonderong = Weibe, HeilLgkeit; 
!h]) eIn der Astarte Geweihter; Htthp die Tempelhare, eig. 
lie der Llebesgdttin Geweihte. Cftlp gewelht, geheiligt, hei- 
If;. Vcm der Vorstellung der Rein b eit geht die Bdtg. der if ellig- 
^eit, wie Gesen. u. A. annehmen, keineswegs avs. Jeve Bdtg. ist 
m Arab, vielmehr erst von der der Heiligkeit abgeleitet. 

I Jp von VTXp scheiden, trennen, daher hemmen ah- 

ulten, festmachen, )JJ» fest, stark, m^achtig sein, ver- 
Beg en*, daher wahrscheinlich Tip Nom. pr. der Macbtvoile. «cXI 
isaoimenbringen, fertig machen, festmachen, fe'stbestim- 
len n. s. w. Anders iibertragen ist TTp = j<>i* gehemmt, abge* 
alten sein, oder fest = dicht, daher schwarz, finster dunkei 
ein, Job 30, 28. Joel 2, 10. 4, 15. Mich. 3, 6. Hlf. verdnnkeln; 



396 II. Uintenverdoppelte Perfekta 

triibe= trauern macheD. Hitp. aich verfinstern CvomHiui.' 
mel), rvrnp Schwarze, Diisterniss, Jea. 50, 3. Der Bact 
]trij? heisst der dunkle, triibe. Vgl. Job 6, 10. Von der Bdtg 
des Dunkeln, Triiben kommt im arabiseben %43j» erst die dei 
Schmutzigen und Unrein en. An die Grundbdtg. achliesat sicl 
Dveiter an: JJki abweiehen vom Reehten, JjJ Fehler u. 8.iw 

inrO nebst den Ableitungen: C^, ITD, brOj ]r\2 ist achon er 

klart S. 8 f. Zu dem letzten am meisten abgeleiteten Stamme ]ro iat 
nachtraglich daa athiop. kadanay Y\J^il bedeeken, bekleiden, 
einhiillen zu vergi. ^iU^'^l tunica, poet. tegumentum = rSFO- 

nS^^S von einem Stamme ^2 , vs^^ densua ac spissua fuU; 



contractus fuit; .*^-> viel sein, eig. zusammengezogen, 




aufgehauft, verw. mit ntt^ und ish festmachen, daher 1^ 
sich zusammenziehn = drehen; davon lis^^ der AVirtelan- 
ten an der Spindel, verticillusj Sprw. 31, 19. 2) Sich zuaammeo- 
ziehn = sich zusammennehmen, daher sich anstrengeo, 
erstreben. Inf. Hif. Koh. 10, 10: der Lohu der Anstrengung 
(dcs Strebens) ist Weisheit Vgl. ^^m.^ studium^ operam posu^ 
in re. Daher ]1*18^:} a) Streben, Koh. 4, 4: „ich sah aile Mubeuod 
alle Anstrengung des Thuns.*' bi) Streben »= Studium, Erfor- 
schung, Koh. 2, 21: uMiihe urn Weisheit, VlTissen und Erforschung" 
£s passt keine andre Bdtg. in diesen Zusammenhang. 3) Sich zusaiB- 
menziehn = gross werden, vom Samenkorne, gedeihen, glul^' 
ken, Koh. 11, 6. Daher c) ]\ll^^ Gedeihen = Gliick, Koh. 5, 10; 
ebenso rni^ ip. 68, 7. 



b^'^ 



von 1^2 J W. \^2 sich zusammenziehn , zusammeo' 

biegen, dalier wanken, schwanken, straucheln und wei- 
ter auch fallen. ^>t8^^ das fallende Werkzeng, die Ax t, 4^.74,0- 
Die letzte Ableitung ]t^^ fehit; doch vgl. |rO, |nn, pn, p}fjpf^ 
py, ]n«, ]IDK, ]m, n^, lauter verwandte Blldungen, die von dcrse'- 
b^n Grundbedeutung ausgehen. 

ODD V^. 03 scheiden, trennen, theilen, dalier zahlen, Ex. 12.4 



2) darch ¥fiederholanf|^ dcs zweiten RtdiktU. 397 

/03 von DO^ dnrch Vermittlung eines im Hebr. nicht mehr vor- 

idenen 10^ abgeleitet; (ygl. It^ uud ItlfS) W. 03 scheiden, 
ennen, daher wie jLZfgB hernmen, festmacheD, zusammen- 
ingen= Ji^ aufhaufen; daher 70^ 1) feste Masae, das 
te Lendenfleisch, sodann Lende selbst, Job 15, 27. ilf. 38, 8. Vgl. 
^ crasaities corporis. T) Festigkeit, Starke im innern 
ine, inneres Festhalten = Vertrauen, i|^. 78, 7, wie n^^ 
b 4, 6. 3) Inuere Festfgkeit im schlechten Sinne = Verstockt- 
it, Thorheit, Koh. 7, 25, wie n^p? ip. 85, 9 j und rvl^tp? Sprw. 
13. h^q:) a) der Feste, Starke, der Held, daher das Sternbild 
s Orion, .lI^, Am. 5, 8. Job 9, 9. b) Der Feste, Yerstockte 
der Thor, Gottlose, Sprw. 1, 32. Der unstreitig semit. Name 
B neunten Monats l^p? (aus 71/03 entstanden) bed. wahrscheinlich 
T zusammenziehende = kalte, da er uoserm December ent- 
richt, Zaeh. 7, 1. Ganz unzuiassig ist die Annahme einer Ver- 
tznng Ton 703 aus 730 bei Oeaen. u. A. Aucli ist J ^ i schlaff 
in = 7C^3 weiehen, wanken nicht unmitteibar zu vergleichen. 
ir die erste Bdtg. sich zusammenziehn, liegt auch hier zu 
unde. Die letzte Ableitnng p3 fehit; doch vgl. das verw. pn zu- 
mmenziehn, festmachen. 

no aus tt3 entstanden, y^ eng machen, einengen, da- 

n|^ hart, fest, trotzig, Job 41, 2, daher auch wild, hart, 
ausam, wie ^t^K* Vgl. IJl^ hart sein. 

nn3 1) stossen, schlagen, hart beriibren, daher 

P3 (statt ifn'S) das Geschlagene, Herausgeschlagene .= der 
rufaende Funken, Job 41, 11. Vgl. Ju^s excuaaio ignis ex 
^rio. 2) Stossen, festmachen, zusammendriicken = 
9 arctavitj daher 13 etwas Festes, ein Gefass — zum 
bopfen und Tragen des Wassers, Eimer, Gen. 24, 14 if. Das 
ech. naSoQ^ xaddog, cadus, slav. kad, ist dasseibe. Danach 
leint auch der Edelstein i^nj der Feste, Harte, nicht der 
nkelnde, benannt zu sein, Jes. 54, 12. Die alten Uebersetzungen 
en nicht sicher. 



396 II. MinienTerdoppellf PefffkHi 

odfr $c4ila|r = )Scliia«ht, Job f^i, 24. Dos arab. ^cX^ an!- 
g^ert^t, verwirrt^ Jtrub s^in Cvopy Wasaer) ist nioht npoiittelbar 
^u verg^leicben. 

tersuchen, audi mft der Hand suchen, daher tasten, W 
taste n, Jes. 59, 10. Ungenau iibersetzen De Wetten. A. tappev, 
was docb mehr eln flernmfrrep der Ffisse bezeichnet: „wlr tappei 
wie BKade an der Wand**!! — fm Arab, findet sioh noch die wettere 
Ableitung r^^ff eindringen, hindurcbdringeii, niaher avch 
wagen, muthig sefn, 1m Hebr. nur als Nom. pr. -n^^r sicher nfdrt 
von yj^ Brticke, wie Gesen. aQiUninit. 

iP W. ta ach^iden^ trennen, .^aber abj^.cb.n.^ jiden, ^^ 
fieheT'en u. «• w., wie u^. 

^J) Ton <!T:i scheiden, zerschneiden n. s. w. libertragen: 

""T 

ents.c.heiden, bestlm.men, beschli.essen, Job 22, 28. Die 
iibrigen Bedeutungen e.rgeben ^ich leicht. 

/TJI von nt:i9 W. n schelden, daber 1) abscfp^i^ieB ss 

abziehen (die Haut) Mich. 3, 2. Daher 2) entreisse^^ weg- 
reissen; 3) rauben; 7t% Rani). Falscih nimmt Oesem* fur ^ 
jnnge'Taube, J\y^ dnen andern ;8tanin an. Der fiteorai bei. 
vieimehr das abgez-ogene, nackite J.ung.e, »daber wielm i/lrah. 
eigentlieh junge Vogel, bevor die Federn sprossen; dann j^,4er Ge- 

Go ^ 

branch beschranlit. Jy^ Stimme der Taube, ist Denom. 

tTj W. 13 scheiden, trennen = J^ aecuit^ daher 1) ein- 

schneiden, einritzen (dieH^nt), Hitp. sich ve.rwunden^ Jer. 
16, 6. 2) Einschneiden, hindurchdringen^ w.oliJn eiLei 

iOfs^'fesHnaviOy Hitp. sich wo.hin d range n, e^ilig .be g.e;Ml^ 
Jer. 5, 7: mZmki Hurenhause 9treben C^ilen) ffie hin.** Das ^Hitp* 

6 

dviiclLt die eifi'ige Selbattbatigl^eit aiis. Vgl. j^ studium intenaim' 
irrig Gesen. u. A. sich massenweis z^nsamm.etiidraDg'eii- 
3) Scheiden, entscheiden, bestimmen, ip, 114, ^l: „Mie erpl- 






2) durch Wie4erhol«af def iweiteii Badikali. 3S9 

scheiden &ber das Leben 4es Gerechtea;*' das parall. died : 
nund uttschuldig;es Blot vernrtheilen sie^, erfordert jene Auffas- 
sung;. Ebenso schoti der vorher{;ehende Vers : ^\Bt dir verbandet der 
Tbron des Yerderbens, der Unheil aussinnt wider das Recht?** Darauf 
pmi ancb in den Zusannnenhang die gewohnnche Uebersetzung 
oieht: ste f otien sich wider das Leben des Gerechten. £s sollte 
weirigstens dann auch Hitp. stehen. Die LXX. und Yu^. eaptahuntf 
Was weaigstens die Nro. 2 angegebeoe Bdtg. strebes, track tea 
kestatigt. -^ Yen der drittea Bdtg. ist abgeleitet ij Eatsclieiduag^ 
'Scbicksal, besonders giinstiges ^ daiier Gliick, Gliicksstera 
<Jipiter)) Jes. 65, 11^ paraiL mit ^yQ das Bestinuntei Bestimmung, 
6«s€hick, Fatam. Sodann beaeichnet *lj Koriander, vlelieicht 
weg^en der sageaartig eingesehaitteaea Blatter, Ex. 16,31. 
D«r Same selbst, t¥ie Ctesen^ will, ist wohl aiebl gemeiat, schoa 
d€8shalb aicht, weil *ij Up zasamnieastefat. 11*1^ a) Einsehnitt — 
in der Haut, Jer. 48, 37, oder im Boden, daher Furche, if;. 65, 11. 
t) Einsehnitt, Abschnitt, Abtheilung, Rotte, Schaar, Hos. 7, 1. 

t^HiS von Ti:i scheiden, trenrien, daher ablreati^n, ab- 

Iperren, festmacheti (T]gl. (^(>L^ fest, hart, stark, und die 
W. *i:i ia T^ uad n:iM). Davoa vM^ 13 das Festgemachte, Zusammen- 
Bebnndene, das Biindel, Getraidebund, Garbe, Job 5, 26. 
IMier 2) Garbenhaufen, fix. 122, 5. Ricbt. 15^ 5. 3) Haufen, 
Kgel, Grabhiigel, Job 21, 32; arab. ^Sa^. ^sepnlerum Haiaaa. 
fk 409. Yit. Tim. H. 509. Mmg. WuTzdvenfandt ist damit ^JL^ 
Bnd jj^ Grabmal. Im Chald. scUlesst «ich an die Bdtg. fest- 
nachen in eh^ die des Zuriicklegens, Aufhanfens u. s. w., 
MTovon aber die Uebertragungen Im HebT. nicht aosgehen. Yerw. ist 
^(X£s eig. scheiden, trennen C^e j^Ju^D? daher zu Boden 
itrecken; ferner eindiingeB = drangen, treiben ; vsodann audi 
Nb dfu heftfgen Hervordrangen oder Hervorstossea <ler Luft durch 
fe tfose, doiher nlesen. II. accmmulavit ^ •eig. zusammendra'a- 

i;en; ^Jl^s, ^tjus Kornhaufen. Ygl. StJu^ cutn^ulusj de 
rumewto et terra. Die angegebene Bdtg. bestatigt ferner 

n^S abgdeitet ¥on ish:) scheiden, trenaea, daher ab- 



400 II. Hinlenverdoppelte PerfekU 



^j 



trennen, absperren und welter auch: umgeben. T{| dasi^b- 

ft O ' 

sperrende = die Mauer, 7^| und rm^, jcX:^ Wand, Maver. 
Ygl. sd^ secuit; j Jl^ circumdedii. 

njl von Til, W. 1:1 schelden, trennen, daher id^ 

1) niederatrecken, III. streiten, bekampfen. 7g?A. ^^' 
tendU. 2) Scheiden, aufldsen = flussig machen, x. B. Fett, 
Butter. 3) Trennen, absperren = festmachen, daherflech- 
ten, drehen, wie jju^^. Ygl. THH. 4) featmachen, (L l 
Festigkeit, Starke annehmen, daher feat, stark sein. In Hebr. 
wachsen, gross werden oder gross sein. Pi. grossmacbes 
grossKlehen Cn^it Eifer und Sorge), dann auch HocbpreiseD. 
Hif. gross, hoch machen u. s. w. ^a Grosse, nyp} Grossc, 
Grossthat Ttl^ gross, hoch; dann auch alt, eig. stark, er* 
wachsen, wie JoL^ robu8tior et puber (adolescens) Gen. 10, SI* 
27, 1. Vgl. JJl^ erectusj firmua stetit und die W. in \S^ fi^^ 
rectusqua canstitU. Im Arab, findet sich noch eine weitere Ableitaii{;: 

%J^ , J J^ = ^4>^ radix. 

nnn W. m schelden, trennen, daher 1) breclie% 

zerbreehen, Nif. eig. sich aufldsen, vergehn, Jes. 51, 6. 2) weg* 
gehn, zuriickweichen, daher erschrecken, sich farchteii) 
Nif. sich zuruckwenden, sich entsetzen, fiirchten, ^XP 

Jer. 1, 17, oder TJD Jes. 30, 31. niVl Schrecken, Job 6, 21, wiellQ 

^^' Ilk 

Gen. 9, 2 und ni^H Gen. 35, 5. Vgl. U^ retinuit. VUL absem^ 

se prae metu vel pudore^ timint, c. ^jo p. 

inn von nnn C= nna, r^ni) schelden, trennen, durcb- 

brechen, daher 1) einbrechen, hineindringen, Am. 9) ^ 

2) Uebertragen : die Fluthen durchbrechen , daher rudern, i^ 
1, 13. Vgl. Ax^. irruU aubito in aliquem. Das arab. yib^ ^^ 
schen, treulos sein, erklart sich aus der Grundbdtg. lelcbt 

/Iin von nnn scheiden, trennen, daher abtrennen, ver- 

bergen, bedecken und bestimmter: einhiillen, nmwindeD) 
uinwickeln, Ez. 16, 4. n^. Winde, Windel, Job 18, 9. Vgl' 



*2) (lurch Wicdcrholung des zweiten UndikaU. 401 



l^ firmavit, coiistrmvU, Jo^ occultavit. Lx^ catUorsit v*^ 
mstiit, firmavit, ^^j^ligavit^ intrans. -cohuesU = yjJC^. 

jnn abgeleitet von ^nn In der Bdtg. u in win den, umbinden, 

aher verblnden, lieiratlien, nann. Verbindiing = Hochzeit, 
i. L. 3, 11. Uitp. sicli verscli wager n, Gen. 34, 9. ]1^^^ der Ver- 
lindende ■= der Verlieiratliende, daherder Sriivriegervater und 
iwar der Vater der Fran; der des Mannes heisstDQ, Ex. 18, I. Vgl. 
,jX^ socer^ gener; n^rin , xJU^ socrtis. Vcrw. ist ferner ^X^ 
11. affinitatein inivit; r^'^ firtnus fuit^ II. IV. uxorem du,vit. 



nn der Verbundene = der Brautigam, Joel 2, 16, i/;. 19, 6. Jes. 
(2, 5. Dann i'lberhaupt der Verbundene = Anverwandte, 2 Kon. 

9 o ^ 

^) 27. Vgl. »,A^ Gen OSS, daher ancli par^ shnilis, Oer dunkle 
Vusdnick , Ex. 4, 25, 26 : D^CI inn B I u t b r a n t i ga m , V e r b u n d e- 
ler des Blntes, Bl utsvertrauter, d. i. ein dnrck das Bint, 
velclies bei der Beschneidnng vergossen worden, Verbundener, eineni 
Sotte Geweihter fiir ein neubescbnittenes Kind , liann nur von der 
ilhe und zwar bestimmter vom Akt der Begattung in derBrant- 
lacht entlehnt seln. Dnrch den Verlust des jungfraulichen Blutes 
>6i (liesem Akte wird die ideelle Verbindung erst zu einer realen er- 
loben und wirklich vollzogen. Efnen aknllcken Akt stellt die Be- 
chneidung auch am mannlichen Geschleckte symboliscli dar, indem 
» wie das Weib dem Manne, so der grossen Naturgottheit Blut aus 
lem Geschlechtsgliede opfert und durch dies Opfer, durch diese syui- 
*oli8che Hingebung an die Gottheit des Lebens sicli selbst ihm weibt 
ind dadurch erst ein Recht zur Existenz gewinnt. So lange namlich 
cr Mensch sich fur sich festzuhalten sucht, ist seln Leben eigent- 
ch dem Tode verfallen. Nur wie es einer h6hern Macht angehort, 
^kommt es Dauer. Dass diese Hingebung an den Gott der zeugen- 
en Naturkraft urspriinglicli aber durch eig. Kastration dargestellt 
>orden sei, ist an sicli schon sehr unnatiirlich und unwahrscheinlicli, 
idem dies hereits eine grosse Zerrlssenheit und Entartnng beurknn* 
et. Ausserdem hatte dieser Ritns nie so allgemefn werden konnen, 
1 er ja zur Zeugung unfahig maclite und stimmt iiberhaupt nicht zu 
sr Einfachheit des hohen Aiterthums, der er unstreitig angehort 
I Tergielchen ist als etwas Entsprcchendes, wIe JuHgfrauen der 

Meier's hebr. Worzelwdrlerbneh. 26 



402 n. HinttDverdoppelte PerfekU 

AsUrte zu Ebren eiii Mai im Leben aicb preisgebev mnapteii. Jene 
Deutung beatafig^t auch die Stelle Ex. 4, 9$, die aber aaden, 
als gewohnlich aufzufaaaen ist. Ais Jf^hYe namlich den Eritge- 
bornen*) des Mose, nicht, wie man allgemein annimmt, thn selbst 
zu tSdten sucht, da, heisst es V. 25: „da nahm Zippora ein Measer 
and schnitt die Vorhaut ihres Soliiies hinweg und bestrich Cdamit, 
oder mit dem Blute) seine Fiisse oh^h ]f?nO ^"^ aprach: mein 

• • • 

Biutbrautlgam bist du." Hierauf wird ihr Solin erhalten. Ebenso 
stebt das Hif. von y:o, das man immer falsch bier g^fasst hat, 



*) Wenn irgend eine Stelle im Pentateuch verstflmmelt itt, §o itt es fichfi — 
die vorliegende. die roan bis jejlzt nur gewaltsam und widersinnig deuten koantp- 
1) Es ist gar nit-ht abzusehn, wessbalb Jahye den Mose zu t6dten versochi — 
ebeoso wenig 2) wie er durch die Beschneidung seines Sohnes gerettel werdcn^ 
konnte, da diese Weihe sonst immer nur fiir das beschnittene Subjekt Bedeutuoi 
hat. 3) Diese Beziehung ist auch schon nach den einfachen Worten falsch, 
nach der Blutbrftutigam nicht Mose, sondern sein Sohn seia maaa. „Daaal^^ 
aprach sie (die JMutter) Blntbrintigam , inBeiiehung auf die 9e#ciiaei^ — ' 
dang.** Die Bdtg. dea Ritua selbst wird also dadurch anfegeben. Dies fot^^ 
auch aus den vorhergehenden Worten: 4a beschnitt sie die Vorhfiut ihres Sohos :^ 
bestrich damit seine Fiisse und sprach: Blutbrftutigam bist du mir**. Dies kanr* 
unmOglich auf Mose gehen. Der Wechsel der Subjelite wftre cu hart. Feraec 
gebraucht sie diesen Namen, wenn wir's genau nehmen wollen, gleich nach de*^ 
Beschneidung, nicht nach der Rettong, auf die man es gewdhnKch heiieht, alfsk^ 
sie ihren Gatten (Mose) gleichsam aufa Neue gewonnen hahe. Roch AlNui iu^^ 
bemerkt, dasa die Frauen den bescbnittenen Sohn rp\n zu nennen pflegten. V|i- 

^^j^&c^ circMWUsisus infans. Die Veratimn^luq^ dieav Stelle w«rde offenhar darcla 
den vorhergehenden Vers (4, %^) veranlasst, viro Mose zu Pha^ao im Namen GoK^ 
tes sprechen aoll: „Ich sage dir, entlass meinen Sohn (Israel), daas ec mir diene 9 
weigerst du dich aber ibn zu cutlasseo, sie he, so werd' ich deinen erst^ 
gebornen Sohn todten." Hierauf folgte wenigstens noch ein Vers, wefchr^ 
aussagte, dass der Erst^eborne des Mose dnmals noch nicht beschnitten war. Vief- 
leicht folgte auch noch ein Gehot, das mit den Schlussworten ron V. 23 saisv' 
menstimmte; etwa so: „wenn du ihn nicht bescbneidest, ao werde ich deia*" 
erstgebornen Sohn tddten^ Anf die Art konnte durch Irrthnm leicht Etw*' 
ausfallen. Insbesondre Ist Ex. 13, 15 zu Yergleiphen , wo der Erfolg lanes ^ 
botes an Pharao (Ex. 4, 23) berichtet und zugleich ein Gnind fOr die Idsos^ 
der israelitischen Erstgeburt angegeben wird. Etwas Aehnliches maaate each Bx- 
4, 23 noch vorkommen. Dann ist das Folgende klar. 



2) darcb lYMerhoIaBg des xweiteii Radikali. 403 

kX. 19, 22 von (lem Anqtr^icben df^ B)||tes an die Qbersehwelle 

md an die beideq Pfostfin der Tbiir C^nt^precbend dem Blqte 

II der Scbam nnd den beid^n P&SQen des Beschnitte- 

itn!) Zngieicb wfrd durcb jenes 9yii|boll9<;he Blutbestreichep die 

Iratgeburt der Hebraer jreri^ttet , vi^ie der Sohn Mosls durcb die Be- 

^faneidnng^, \gl Ex. 12, 12, 13. 22, 23. Fiir die Bdtg. der Bescbnei- 

^ ^ ^ 
nng Ist noch wichtig, daas ia) Arab, das Verb. ^^^jCa» verbinden 

»ch g^radezu beacbneiden beiaat, (ipsbe(sondere und eig. qur von 
naben; von Itfadclien atebt oc^ft^ pder %U f. o) ^)L%> Beacbnei- 
''og, yji^ bescbnittep, nach der alteatea Vorvt^lluiig npstrai- 
f : verbunden, d, i. einem Gotta verlobt oder symboliacb 
igetraut Die spatere Deutung der Bascbneidung als theokra- 
scbes BundessBeichen, lag ii| dieaen naturlicben Eleinenten 
nfacb vor. A^aaerdem stebt das Wort von der AnverwandCachaft 
^s Weibes. Ferner bed. das Verb, ^ugl^icb ein Hocbzeits- oder 
n Beschneidnngsfjest feiern, welche JSusaminenstlinmiing der 
>llstandige Ausdruck im Hebr. gut erkl&rt. Diese Beziebuiig auf 
Ine F^stfeier ist urn so bemerkenawertber, als audi im Peiitateucb 
le Beaehneidung mit der Passabfeierin V^'bindung gebraebt wird 
tnd jeder Theilnebmer bieachpitten aein sollte. Das Pas sab 1st 
Urtner ersten, naturlicben Bdtg. oach ein Fruhlingsfest nnd be- 
teichaet ina Allgemeinen den Sieg der Sonne uber den Winter. Dieses 
S.Paipenfeat fubrt aber naber auf don Dieyiat des Baal, don Gott 
4fir seugendeo Natnrkraft, de^ nach den gegebonen Affdeutungen die 
ipannlicbe Jugend durcb daa Symbol der Beaqbneidung geweiht und 
<uibefohlen wurde. So batten ivir aucb einon innern Zusammenhang 
dieses Fester mi der Bescbneidung, die das Kind vom Tode eriost, 
oud erneut durcb hohere K^raft dem Leben wieder vibergibt. Dazu 
l^ommt, dass das Passab reclit eigentlicb ein Familienfast war. 

Irrig halt firemen, die Bdtg. der Trennung und Abschneidnng 
In dem Stamm }nn feat, obwobl die W. nn allerdings davon auagefat 
Aber sehon ^nn hat sie nicbt mehr. Die Bdtg. demhtuitj imper- 
fectum fecit ^ injmte fecit, welche Ool. angfbt, erkl&rt slch welt 
ieicbter als Ableitung von der Bdtg. verblnden, featmaehen, 
Knsainmendr&cken. Vgl. Ix^ constrinxtt; parf$m et parce de- 



404 II. Hintenverdoppelte Perfekta 

dit. Endlich ist ..vaS. abscissio void &u8sern Ritus der Besclinei- 



dung iiach Analogic andi'er Benennungen wie oiJU u. 8. w. spater 
iibei-tragen und bewelst keinesvi^egs, dass dies die Gnindbdtg. des 
Stammes war. — Eine Bestatigung fur die angegebene Bdtg. der Be- 
schneidung gibt audi das eigenthijmlich hebr. Wort fijr diese religi5se 
Bundesweibe: 7t5 znsaramengezogen aus T^tJ C^^ THD, "ITO u. s. w.) 
verniischen, Jes. I, 23: euer Wein ist mit Wasser ver- 
dijnnt, vermis eh t, eig. fliissig gemacht, oder vcrsetzt, vergeben. 
Vgl. chaid. 7nD infundere^ miscere. Dann "ITO = tHD hinge ben, 715 
eine Person dem Gotte iibergeben, antrauen, sie ihm weihera 
durch das Zeichen der Beschneidung, Gen. 21, 4. Ex.12, 45. Nif* 
stelit noch geradezu fiir:.slch weihen, Jer. 4, 4, insbesondre abes* 
dnrch jenen Bundesakt, Gen. 17, 10. Die weitern Bedeutungen, so — 
wie die etymologische Begriindung siehe unter tTTD. Fiir die allcr-* 
Bdtg. der Beschneidung ist noch zu vergleichen das arab. %Jl.^ 
1) en tschuldigen; 2) ziigeln, mit einem Zaum umgebem- 
3) Jungfrau, reine Jungfrau sein; 4) beschneiden, II- 
besehneiden und das Fest der Beschneidung feiern; das Kamel mit 
einem Untersclieidnngsmale bezeichnen. VIII. a)sich entschul- 
digen, b) sich von einer Schuld oder Siinde frei macheit? 
daher die Spur der Sunde ausloschen. Sodann anch merk- 
wurdig c) virginitate equity vitavit puellam. Deutet der Ausdruck 
etwa auf die altsemitische (bes. babilonische) Verpflichtung der Jung- 
frauen hin , einmal zur Ehre der Gottheit einem Fremden sich Prel^ 
zu geben? Die Hingabe der Jnngfraulichkeit war zugleich Tilgung; 
einer Schuld. Jjcft Gastmahl wegen der Beschneidung ode^ 
wegen eines errichteten Hauses; 5ji>x drcumcmo; virffi^ 
nitas; vitiatio puellae etc. Im Aethiop. und Amiiar. ist das entspr^^ 

chende 7H^I das eig. Woi*t fiir beschneiden. Die GnindbdtgT' 
sctieint hier von der Vorstellung einer Reinigung, Entschuldi^ 
gung und Entsiindigung auszugehen, die mit jener Weihe noth' 
wendig zusammenfiel und sie bedingte. Die erste Bdtg. des Stamme^ 
ist jedoch: abhalten, zuriickhalten, henimeu, verw. mit TP 
abhalten, umgeben, Tin absperren, abschliessen. Ob 
iibrigens der ganze Beschneidungsritns von diesem negativenMo- 



2) flurch Wicderholung ties sweiten Radikals. 405 

mente eines Siihnopfers ausgiiig^, wie Baur (Tubing. Ztschrft. f. Theol. 

1832, Heft 1) sehr scharfsinni{i^ naclizuweiseii sucht, oder ob melir 

die positive Seite, die Weihe an den Gott des Lebens daliei her- 

vortrat, kann hier ufcht welter besprochen werden. Belde Momente 

siiid zusammenzufassen. Gegen ein blesses Sulniopfer spricht schon 

die grosse Helterkeit, mit der z B. noch bei den Arabern und Juden 

dieser Akt begangen wird. Jedenfalls gebuhrt der obigen Abliand- 

fnng der Ruhm, die tiefeve, religiose Bdtg. der Beschneldung znerst 

he i-vorgehoben und den rechten Gesichtspunkt fur die Auffassung des 

Gatizen eroffnet zu haben. 

S^b^n V. d. W. tt^ sclieiden, sclineiden, absclinelden, 

(j*» f^ perdidit otrminOj eradicavit ; occidity VU. evulsus, dejectus^ dis- 

p&^,8U8 fnit. yiL^ resecint (herbam foenumve), IV. pabulum de- 

mc^suit Daher das Subst. e^e^ das abgeschnittene Gras Cvgl. 

^?. die WiesenscIniiO oder Hcu, woran sich von selbst die Bdtg. des 

Gedorrten und Gctrockneten schliesst, wIe JSjjJja trocknes 

Putter, Heu. DIese Bdtg. 1st aber falsch von Gesen. nis erste an- 

geiiommen. Vgl. das deutsclie Heu, gotli. havi. von hauen, d. i. 

sclineiden, abscbneiden, wie das Vcrbuni noch in SUddeutsch- 

land gebraucht wird. Vgl. behauen, zerhauen. Jes. 5, 24, Heu der 

Flamme, d. i. von der Flaiume ergriffenes, entziindetes Hen. Bei 

grosser Sonnengluth gerath das durre Heu ini Orient zuweilen in 

feuer. Vgl. das Wortspiel Jes. 33, 11 : geht ihr schwanger mit Heu, 

C^^tt^) so gebaret ihr Spreu (tS^ eig. Stoppel^ oder: seid ihr sehwan- 

S^f mit Wies en kraut — gebi'iret ihr Wiistenkraut — mit 

^eldegras — Heidegras. Es muss ein Gegensatz In den beiden 

Mortem ausgedriickt sein. Denken sie etwa gntes Fntter (nur 

d^^s kaun durch tS^n ausgedriickt sein) zu erwerben, so sollen sie im 

Ccgentheil nutzlose Stoppein erhalten, die eine sichre Beute 

^^^ Feueis werden. Diesen Sinn hat Hitzig verfehlt, indem er iiber- 

sctzt: ,)ihr gelit schwanger mit Stoppel und gebaret Stroh.** Aehnlieh 

Bwald: „seid Ihr schwanger mit fan I em Holz, gebaret ihr diirres 

Holz.« Fiir den allgemeinen Sinn des Vi^ortsplels ist allerdings i^. 7, 15 

zo vergleicben, indem dies Bild ebenfalls besagt, dass der gefasste 

Plan vereitelt werden solle. 



406 II. ftiDtenverdoppelte Ferfekta 



*n^n =^ tsWh ill der abgeleiteteii Bdtg. zusammenzUhn, 

wie It^^l^^f daher JLL abziehn, abschalen. Im Hebr. aber 
bed. das Subst. Itiff] das Zusammengezogene = das Gewan- 
dene = Rundgemachte, daher wie orbiculua die Nabe am Bade, 
1 KoH. 7, 33; oder das ZusammengezogeDe = das dicke, harte 
Holzstiick, um das sich das Had bewegt, nach yrt eraasa f/L 
aspera fuit res^ Jj^ ventrosua fuit. Fur nni{^ st g. 'i Sam. 22, 12 
scheint in der Paralldstelle t/;. 18, 12 richtiger r\y^ zu stehen. 

/C^n abgeleitet von itt^ = TwjS- lassuSj fatigaUt8 fuU. T. L 

defatigatus fuit (camelus)^ eig. sich Kusammenziehil «±: zu* 
sammensinken, daher lass, schlaff, schwach, Nif. ^B^ 
ermudet, geschwacht sein, Deut. 25, 18. Vgl. cbald. 7S^ 
diinn, klein machen, zermalmen. Mit tt6n v. d. W. TH hat 
unser Stamm durchaus keine Verwandtschaft. Vgl. Jj^ maeUenius^ 

6 ^ 

debilis vir. J ^ i segnis^ deses, ignavua. 

]t^n zunachst tou 7B^ abgeleitet nach der Bdtg. zusammeo- 
ziehn; daher bed. der wui*zelverw. altere Stamm -. wfr abziehil:^ 



attfdecken, bloss machen, das Hans auskehren, reinigen^ 
.r^^- Vgl. iJLl^ rea sequior quae decidit. ^TDTI abziehen, ab- 



> " 



streifen. Davon ist weiter abgeleitet \wrt schon sein, eig. 
rein = geputzt, wonach man gewohnlich ]tt^ deti BrustschiU 
des Hohenprlesters, in dessen Hohlung die Urim und Thummim lageo, 
benannt sein lasst: der Schmuck dea Rechtes Odes Gerichts) Ei* 
28, 22 fF. aber doch gar zn unbestimmt. Zu vergleichen ist vielmehr 
]^ Busen, worin man tragt, (s. die Ableitung im Folgenden) ab 
dem TK^n ganz entsprechend , eig. etwas die Brust Betreffendes^ 
pectorahj sodann jenes bestimmte Bruststiick, BrustschiM 
oder Schild desRechts, das der Hohepriester auf der Brorf 
trug. Fiir den Wechsei der Zischlante vgl. das verw. \\fk zusaflO' 
mengezogen = hart, rauh sein = ^j..«a^ fest, hart sein. 

V22n V. d. W. pn ill der ersten Bdtg. scheiden, trennen, daber 

1) absehu^iden, zerschneiden; 2) scherden, tremreil == thei* 
I en. Pi. Richt 5, 11. |^^ etwas ZerthelHes, Z^rflMficMlitti, daher 



a) durcli Wiederkolang det iweiten Radikals. 407 

TlieilcheD = Kic^s, Steinchen. yf^ Pfeil, eig. das Ge- 
wwlHbentiy Zrag^espitzte, Scliarfe. Ygl mi. 

*15n votif Y^n schelden, trcnncD, dalier 1) abhallten, 

minen, umscliliessen, davon %L^^ '=''0^ GehSft, einge- 
ilosseoer Hof*, Ort u. s. w. Danii v/it ydOA habiiaculum ejus- 
s anterior pars ^ area, Torhof. 2) Intrans. yd6^ sick um- 
ben, sich bedecken, dalier von Gewaclisen, die den Boden 
lecken sovielals gr linen. Daher T!^ Griinendes, Gewachs 
erhanpt, nicht geradezu Gras, Job 8, 12. 40, 15. il>. 104, 14. Dann 
::h La u ell, Num. 11, 5. Vgl. ,;->■» ^ olus viride; %La^ primnm 
parens olus. Vgl. ^(>* occultus fuit^ sodann wie II. IV. prittta 
'*fiiiita tulit terra. Die Richtigkeit der angegebenen Uebei*trngung 
ig;tauch^,4d^ IX. a) griin seiu, eig. bedeekt mit Gewaehsen; 
dunkel sein (von der NachQ, eig. bedeekt, verhullt. 

I^n durcb Vermittlnog von J-^^ IX* dunkel sein, viie 

i^ gebildet. Vgl. j^^ = JJ&A. zusammensiebn = he mm en, 
ndern. Die W. yn ist in dem abgeleiteC^n Stamrti pffi wie so oft 
r ein Ziisammenzfehn nnd Festmachen ilbertragen. Vgl. pn, daher 
40:^ O zusammengezogen = fest, geschiitzt sein. 2) Sich 

tammenziehn, daher zariickhaltend = schamhaft, s&Bchtig 

^ ^ «• 
in — von einer Frau. Verw. ist weiter ^moj^ zusammenziehn, 

l&er a) abziehn, abhalten, hemmen, hindern; b) bruten 

eig. die Eier hijten, umgeben oder bedecken. ^mo^ Schlupf- 

nkel, Winkel = Seite; dann auch der Theil des Korpers, der 

ischcn den Annen ist, daher ])in Bnsen, d. i. die eingefiogene 

iche des Kieides, welche die Brust bedeckte und in deren Vcr- 

fung man allerlei tragen konitte = sinus. Neh. 5, 13. Dann 

es anch soviet als Arm, insofern maji darauf oder darin tragt, 

ausch) Jes. 49, 22. Ebenso das gleichbedeutende ])fn^ ip. 129, 7. 

;l. athiop. iti^Hl Bnsen, Schooss. Die Bedeutung des arab. 
d^^ anf die Arme nehmen und umarmen C^iuen Kuabeu) 
DD nicht, wie Gesen. will, die Grundbdtg* sein , sondern ist offeu- 
r deaominativ. Im Arab, nnd Aethiop. All9il schiiesst si^h daran 
t\k weiter die Bdtg. saugen, die Brust gebeii, nahren, er- 



4US II. Hintcuvcrduppeitt; Pttrfekla 

zielin. Fiii- die crate BAtg. \g\. noch (fittiB^l utermSj tmha, 
matrix^ eig. Decke, Uiug^ebnn^. Identlsch mit ]^ ist onslreh 
tig T^ die Basenbedeckung des Hohenpriesters, der Brnst- 
scliild, s. S. 406. Der Wechsel zwischeii St nnd tt^ kann nichtaof- 
fallen. Vgl. noch B^ = J^rO u. a. m. 

Scliwierig ist die Ableitung von ])^ Ez. 23, 24, wie wahrecheio- 
lich mit vielen Handschriften gegen das masoret. ^^ zn lesen ist. 
Nach der Stammbdtg. von \^^ fest, hart sein kann es heissen: 
das Zusainmengezogene = Harte, Schneidende, Scharfe, 
daher wie 'iA^\ Eisen, dann auch Eisenwaffe, Schwert, 
^jjuifl^, «r!in = a^ivri Axt, Beil, Streitaxt. A^ivr] Ist semitisch. 
Wir konnen daher iibersetzen: ^sie koinmen iiber dlch mit 
Wagcn und Rad,« wie binn nDT Riclit. 1, 19. 4, 3 von den Streit- 
wagcn steht; oder wcil im parnll. Gliede drei Schutzwaffen genaunt 
sind: Tartsche, Schild und Helm, so schcinen richtiger drei 
entsprechende Angriifswaffen vorherzugehn , so dass man ])tn entwe- 
der nach dem Aethiop als Schwert, oder nach dem Arab, als Axt = 
Streitaxt fassen kann: „sie kommen iiber dich mit Streitaxt, 
Wagen und Rad und Volkerscliaar, indem sie Tartsche, Schild 
und Helm rings wider dicli stellen." 

TOn (statt OOn) = d^jo^ scheiden, «i bschneiden, z. B. 

Cietraide. Daher 1) Pi. *lDn libertragen: schneiden mit scharfen 

Worten, scindere^ schmahen, beschfmpfen, Sprw. 25, IOs= 

^ ^^ 

jUtft contumelia et conviciis insectatus fuiL 2) Schefden ^ 

^ *" ^ 
wenden, biegen, (Juar inflexit) daher neigen, iibertragen: gc- 

neigt, giitig, gnadigsein. Hitp. sich gutig zeigen, 4^.18,26. 

TOn geneigt, giitig, von Gott gesagt — gnadig; zn Gott g[e- 

wandt = fromra, li;. 4, 4. 30, 5. 31, 24. i^n a) Neignng, Znncl- 

gung, Gunst, Giite, Li«be der Menschen zu einander; b) gegcn 

Gott, soviet als Frommigkeit, pietoft, c) Liebe Gottes zn den 

Menschen = Huld, Gnade, PI. einzelne Gnadenerweisungen. d) Im 

schlimmen Sinn, nach der Bdtg. in Pi. Schmacli, Schande. Dfese 

Ableitung scheint richtiger, als die S. 9 angegebene. — Der Name 

rn^on. Lev. ll, 19 ist sicher nicht von der abgeleiteten Bdtg. der 

Liebe nnd Giite benannt, auch wahrscheinlirh nicht derStorcb, 



2) (lurch WieUcrboiuog des zweiten Railikain. 409 

■ 

imdeni Dacli AiHi besten alteii Autoritaten CL«XX- inn Pent und ipU). 
IfM., 8ym. und Tlieod.^ Valg. im Pent Job and i/;(f;.) der Reiher, 
Qdiiioq^ ardeUy der im Fluge wie In der Rulie seinen langen Hals 
lestandig kruninit, daher m^on in der ersten Bdtg;. der sicli nei- 
(eude, gebogene, krumme = Krummiiala. Vgl. tV^^ m- 
iexit collum, Jud^t inflexua. Ju&d infieoAt , torsU eollum, VoUig 
inzalassig nehmen Oesen., Hirzel u. A. Job 39, IS eine Ansptelung 
luf diesen Vogelnanien an: 

Des Straussen KlOgel, der sich frdhlich schwingt. 
I8t*8 eine from me Schwing' und Fcder wulil ? 

iiier soil m^on zugleich sagen: gist's wohl ein Storchenfittlg^*'^ 
was sellist ditnii sehr prosaisck und storend sein wiirde, wenn jene 
Beneiiiiung des Storches als des Fro mm en sIch irgendwie fester 
begrunden iiesse. Man konnte mit ebenso viel Reclit beinahe den 
Storcli mit (JTOQyr] Llebe, Zuneigung kombiniren, obwohl hier 
hn Zusammerikiingen ein rein Aeusseres und Zufalliges 1st Ueber 
Hen Reiher vgl. Winer Real-W. II. S. 369 f. 

iOn von non in der letzten Bdtg:. znaammenbieg^en, zu- 

^uunnenziehn, daher ym.b- vermindern; . ^^ abscidit; yj&^ 
'^^acuitj attenuavit. "iDQ sich zusammenziehn = slch verm in der n, 
(bnehmen, mangcin, fehlen, entbehren u. s. w. Fur die 
erste abgeleifete Bdtg. vgl. idp, ltt^2, TDK, TXy n. s. w. 

/On von TOn abgeleitet, zusammenziehn = abzlehn, 

^bstreifen, daher ^gi^ die abgestreiftO) d. i. die Heu- 
^cbrecke nach der letzten Hautung; s. S. 38. Vgl. Jua^ resecmtj 
^^pniavit. Jul^ reliquit ab eo partem sequiorem. II. abjectt (se 
U9nm). Juubj^ rejecit. 

jOn von Son zusammenziehn, daher 1) zusammenbringeu, 

Uriiikhalten (vgl. ^^..^d^) , aufbewahren, Nif. aufbewahrt 
^erden, Jes. 23, 18. ^I^n was man aufbewahrt, zurucklegt, daher 

chatz, Vormogen. Vgl. ^liajo = Magazin, von 01^ retinuit 
= ^i^ recondidity asservavit rem\ celavit arcanum etc. 2) Intrans. 
usnnimengezogen = fcst sein, daher im Aram.: stark sein. 



4(0 II. UiDUnverdoppelle Perfokia 



" » ^ 



(Vgl. ^j^ftL^ f^st 86iii> D^ber ]10n Am. i, 8. Jtfs. 1, IB gewttlti{ 
der Gewnltlge, Machtif^e. |^ ifr&ci^tig, sfafk, ^r89,f. 

T^n *= "ijn 8. 407 von der W- BH, ffl hervorbreclle 

hefTOfkommefi, L^ik aasschlagerf = grunefr, dahef n| 
das Hervorbfechende, SehSsaliitg, Zweig*, R^fs, Jeft. 11, 
Sprw. 14, 3. y&t^ Zweig;. Vgf. %^ bervorstebeifd, hoc 
sein, liervorragen. Vom Schwanken, wie Gesen. nach S; 
= jLbS. anniinmt, kann der junge Schossllng oder Zweig nicbt wol 
benannt sein, zumal auch JiS. iioch eine allg. Bdtg. hat, eine Kraai 
art, womit man farbt. Die arab. Bdfg. wanken, schwankei 
erklart sicli wie in deni verw. Wn, Stt^D, S. 406. Irrig halt Gesen 
auch IB = Sb fur die Wurzef. 

Ttn V. d. W. trt, y» schefden, trennea, schneiden, da 

her rtn efg. Pfcil C^le j^n, }T!, 10 scharf, spitz), dann uber 
tragen: Blitz, Zach. 10, 1. nvp rtn Donnerpfeil = Donnei 
keil, Donnerblitz oder Donnerstrabl, d. L ein Blitz, you dei 
man auch deo Donner vernimmt, im Gegelisatz zum blossen Wettei 
leuditen. Job 28, M. 38, 25. Vgl. 38, 34 f. 

ntn von nn, scheiden, trennen, apalten, daher TTTJ df 

(lespaltene^ d. i. Staehlige (rtn) = Borstlge, Struppige, di 
her Eber, Schwein, Lev. 11, 7. Wahrscheinlicher jedoeh gel 
dieae Bdtg. von der Uebertragung des ZuaaramengezogeBen, Zv 
^ammengeachrampften, daher Rauhen und Borsttgen aw 
V..1* \^ U* zusamnu'enzlehn, eng machen, «yA^ id. Das gi 
XPf'ifog Ferkel, Schwein, ist im Griech. unklar and hingtjedeo 
falls mit dem athiop. At^/D^^l porcus, amhar. dlC^l zusaoi 
men. Vgl. athiop. l^/^Al porcus. Im Arab, schliessen sich hierai 
noch die welter abgeleiteten Stfimme: y^^ zusnmmenziehn - 
das Geslcht, daher finster blicken; dann auch von Sacbeo 
saner werden (von Milch oder Wein). Sodann Jy^ zusammeO' 
zlehn, Jty^l a) znsammengezogen , gesammelt sein. b) Zu- 
sammengezogen = becngt, beklommen sein (vom Hene0> 



'i) durcb WicderboluBg des swetlen Radikuls. 41 1 

I V. premmm fuit pectus. Darau ftchHeM iich endllcfa ^y^ 
\utlff sefit. 

I jn scheideii, scbnoiden, daher 1) scbarf aein, 

k filf. scharfeo. Adj. nn acharf. i> Uebertragen : achnei- 
nd= schnell ilein, Hab. 1, 8. (Vgl. eine Gegend, die Luft 
chachneiden u. s. w.) 

K/jH cbald. mn, von Tin acbeideo scbneiden, einaGbtial* 

n, eroffnen, anbrecben, nen aein. Pi. erneiiern. cHh 
offauttg, Aitbrucfa, daber Neuntond, Aet erate Tag, an 
chem der Mend wicder sicbtbar ist; daber abellnHipt Moaat^ der 

dem Neumonde begaim. Vgh il^ju^ Anfang. thf] friaeb» 

^ ^ •• 
I. \^(X^ elg. anbrechen^ vorkcrtntaen , geaehefcen, neuaein. 

e r z ah I e II , eig. etwaa Nenea berfcbfeti. 

ijM von Shn scheiden, trennen, daber 1) abtreunen^ 

iperren, abacblieaaen Cvgl* eh:i = TIO). Vgl. ^ J^ umge- 
i; «J^ sich treoneii = aoruekbleibeu. VllL aicb verber* 
II 5 jJ^^^IJ^ latibulum* Verw. iat ^iX^p circimndedii^ pfX^ 
diavitj obteant. 2) Uebertragen: umgeban^ amringca (vom 
wertegesagO Ea. 31^ 19. Tin daa Abgaachloaaetie^ daher 
rbaupt daa lunere einea Zeltea oder Hauaea, bea. der Anfeiit- 
aort der Weiber und Kinder, Kaanner^ Gemacb| il.L» 1,44 3,4* 

/HTi von Tin acbeideo, treifneii, jiXa. dMceiidUj daher hyj 

aa-aeit, aufbdren, abatehen, laaaen, uftterlaaaen. VgL 
i^ aicb trennen, zurfickbleiben (= %Jdk.) acbwach, schlaff 
a. irrig bait Oesen. ^ fiir dte Warzel. Vgl. |J^ laxus demis- 
ffue fnit. 3(\i lams depmdU. Atnhar. lantet dieser Stamm 
?Ar defecit^ defuit ^J^trage, fan I; Jum^ segnis fuU etc. 

^2ir) = nC9 acheiden, trennen, eindriagaa, heftig 

*ubren, atoasen, Vgl. oJ^ fr^ifi^y conirMt rem^ deeussU 
la); (jdJb amtudit; LL0 percuBsii ; LxJb pedXbua coneuleandi^p 
}ii rem; v^u^jUd vehemmier eaneuhavU. Ebenao daa Po. lUilltl 
It, 4: nWle lange atoast ^ stiirnit ihr loa alif elaen 



412 II. lUutenvcrdopptfitc Tcrfekta. 

Maiiuv ihu zertruinmerud ihr AUe?" — Jm ilrab. scUlesMii aicbia: 
v^jD fregity laceravUy iibertrageii: laesU aestimationem Cvgl* viAfi 
mentitus fuit) ; ycP a) proscidit aestimationem alicufus , b) miuii- 
tern J delirum reddidit senectus ; jUu^' inaipietitia ^ fatuUas; k^S 
deliravit in aermone; tj^, (^J^ ^^' Ferner ^1^ valde diffamox^H 
aliquem; ^^^ HI. pro fatuo habuit^ parri fecit j despectui habmt 
aliquem. An dicseti Stamm yXst schliesst Mch als weitere Ableiton^ 
im Hebraischen 

% 

/Iin P«. /Hn Ipf. /rjn^ verw. init Snn zusammeiiziehu , eii- 

hullen, daher 7nn zuHaininenziehu = kleio inacheo, herunter- 
zfehii, daher 1) spotten, liohnen, 1 Kon. 18, 27. LXX. iivat" 
Qiiei^v nasriimpfen, verspotten. Vulg. illudere, Davon anch im 
Nom. abstr. D'^^nn PI. Spottereien, Job 17, 2. Vgl. JCi f. i. »• 
sammeiiziehn , daher a) diinu machen, dehneu, b) scherzei, 
sich lustig macheii. Die Verdopplung des 7 kanii hier gar nkht 
auffallen, so wenig als z. B. be! D^^p;i Katnele; D^22^ Gotzen- 
bilder, und vollig entsprechend bei D^Vin von Sin Messel. 2) Die 
Bdtg. der Zusammeuziehung wird wie so oft von der Kleii- 
machung, Verminderung und Verletzung des Rechts nni 
der Wahrheit gebraucht: betriigeu, tauschen. VgL die W. 

6 ^ fiS ^ 

nn in vsaP laesit aeatitnationem ; v£aP fneniUus fuit; ferner die 
verwandten Stamnie yxL = Jos. decepit^ perfidus fnit; . w*- di^ 
minuit rem^ damno a/fecit; Aj^ perfidia. Jl^ vUem reddi^ 
j4>lx mendaac; J6I mentitus fuit; JO,^ fieant, defecity III. dfsflejcU 
a via recta; Jjj^ declinavit a recto, injustus fuit. Diese Bdtg. M 
aUo hinlanglich begriindet in den Wurzelelemeuten des Stammes VpH* 
Kur die Form ist durch die PunlitaUon unklar geworden. Dentlicb ist 
zuuaclist das Subst. nl^nno Tau8chuns:en, Jes. 30. 10. LXX* 
nXavTjaiv, Sym. nXavag^ Vulg. errores. Die Verdopplnng des 7 '^ 
liler wie nte/HD plagae] nip7n Schnieicheleien. Sodann gab 
es uebeii Von unstreitig auch eine Form 7n^ (wie 7|vn == "5|T), ^ 
sicli in einem altern Stamme des Arab, noch vorfindet. Dieser yet- 
einigt znglelch in sIch die beiden Bdtgg. von ^TTSl, namlich Jiy 
1) tern' feci f aliquem, re ingrata prosecutus fuit, odit aliquem. Hieraii 



2) durch Wicderliolung des xweitcn BadikaU. 413 

Rcbliesst sich lelclit die Bdtg. von ^liD Jemanden Achtmig ver- 
letzen, vermindern, daher 7nn verhohnen. 2) o« deft'au- 
davit eo^ quod jure debetur = 70^ iind daher im Pass, ein regel- 
DJissig^es Hof. 7nin Jes. 44, 20: usein g;etaii8chtes (betrogenes) 
Herz fuhrt ihn Ivve." Da diese Bildung aiisserlieh rait dem Hof. 
eines Verb, yy ganz zusammenfallt (no^n von yxf), so scheineii die 
Hasoreten hiedurch, sowie durch die iinklar gewordene Ableitung 
verleitet, mehre Formen in Hif. von dem Stamme 7/n abgeleitet zu 
habeii, der aber die erforderliehen Bdtgg. sonst gar nicht hat. Kcine 
Schwierigkeit maelit es zunachst, die zweite Person Richt. 16, 10, 13: 
►J^nn fur n^n^n zu fassen: CLXX. mXavfjaao) du hast mich ge- 
tiuscht und Liige geredet, wie z. B. TTH neben T7*n von 
7P und ]>pn neben ]^p''n von p> und ferner neben ^£$71 auch yt$r( 
rorkommt, von 2lQ\' Wahrscheinlich hatte auch Pi. diese zvireite 
Bedeutung: tauschen, betriigen, neben der des Spottens 
led danaeh werden wir Gen. 31, 7 7nn statt 7nn emendiren miissen: 
,ener Vater hat mich getauscht." \ ulg. circumvenit me, Aq. 
ui^EXoyiaato fie. LXX. naQsxQovaato fis, Ebenso statt den Inf. 7nn 
Ex. 8, 25 und Job 13, 9 den Inf. Pi. ^nn? ""^ ^^s Imperf. Pi. Jer. 9, 4, 
Debt (Pausa) statt iSnn^., obwohl hier mogliclierweise die Verlan- 
(erung n die Verdopplung ersctzen konnte; ferner Job 13, 9: vFjnn 
[Pausa) statt 'l^nnr? uwollt ihr ihn tauschen, wie man Men- 
ichen tauscht," v/o jedoch, vi^ie Jer. 9, 4, die Punktation unver- 
bidert bleiben konnte. Die Verdopplung der Pausalsilbe ist dann zu 
issen wie iVin Richt. 5, 7. Vgl. Ewald §. 134. 

Diese Aenderung der masoret. Vokalzeichen ist jedenfalls rain- 
ier willki'irlich und gewaltsara, als die gewdhnliche Annahme, auch 
kd Etvdld §. 247, wonach das n des Kausativstammes hier wuizel- 
kaft geworden sein soil. Wollte man ubrigens fur die Bedeutung 
tiuschen, betriigen nur das Hif. gelten lassen (wofiir an sich 
Freilich kcin Grund vorhanden ist), so miisste man im Perf. 7nn 
eaendiren statt THTI (von 7n'' = 7nn) ; der Inf. 7nn konnte zusam- 
■engezogen sein aus Tnrn, sowie hr\T\\ (Pausa) etwa fiir •17r5rn.ge- 
iprochen sein konnte. Vgl. Jes. 13, 20. 

I jn V. d. W. in scheiden, trennen, durchbrechen, 
Xsb freffit; jjb aecuit^ daher vom hellcn, durchdringenden 



414 II. Hioienverdoppelte Peifekia 

• ' ft «r 8 ^ ^ 

Tone; vg\. iiJ» krahen, brfil|ea Cvom Kamel); jjft, (>Jj» vox 
gravis et erasaa; Sli sonus vehemens; daher nn vnd *rpr[ Fren- 
dengeachrei, Jnbel, Ez. 7, 7. Vgl. mn sich freueu. 

Onn von nnn getrennt = gehemmt, abgebalt^n, dahcr 

wie das verw. ^3j = UTi 1) bodeckt, yerborgen aein. «) be- 
deckt, uberzogen — Torn ersten Grun, daa die Ertfe fibendeht, 
bekleidet; dab«r ^oj primum terrae germen. Vgl. Htn S. 407; da- 
her i9t weiter pnri, ^ji^? PI fSf^^tJij, dieMyrthe weg^nder immflr- 
grunenden glatten Blatter ala die Sproaa^nde odtr Friachgrs- 
nende am wahracheinUcjbftfMi be^eichnet 

"Tin von j^Jki pr&puUt^ increpavU'^ (jiiJ^ = (jfijy© urh 

tavity concUavit canem^ eig. znsammenbringen = aufbringei, 
auflietzen. Ygl. ^Ojt zusammengezogen = aufgezogen = Iaii^ 
s e I u , daher auclt luxwriavit , XII* copiose effusua fuU y de plupU^ 
.4X^1 if^atus, tumidus. Daher bed. TXn 1) zusammeng^zogeft, 
aufgehanft^ erhoben sein, davon ynT] jHobe, Hiigel, Jea. 
45, 2, eig. etwas Aufgehaufjtes; iibertragen Jes. 63, 1: aufge- 
blaht In seinem Gewande. Hitp. Sprw. 25^ 6: sich anfblahefy 
sich hriisten, 2) Aktiv: heben, hervorheben = hoch mft- 
chen = hoch halten, hochachten: „des Grejsen Antlitf 
sollst du hoch halten!^' Lev. 19. 3%. Nif. Klag. 5^ 12. Endlidi 
3) im schlimmen Sinn: Jemandes Antlitz, d. i. eipe Persoi 
vor einer andern hervorheben = vorzieben.^ beg^unsti* 
gen, wie D^^ Mft^^, womit es (iCV. 19, 15 parallel ateht: ^ihr so lit 
weder die Person des Geringen bevorzugen (im Rechte]^ 
noch die des Grossen begiinstigen!*' Auch ohne D^lfi htL 
es begiinstigen, partheiisch ricbtei), Ex.23, 3. Das Subit 
*nn bed. a) Hoheit, Erhabenheit, Pracht, oft mit dem wurzel 
verw. nin Glanz, Majestat, verbunden (von Gott). b) Pracht:^ 
Schmuck wie iTTinrUnd das chald. Tin. Die Abjeitung heiGe90' 
ist ungenugend. Im Arab, finden sich nocli zwei weitre FortbildoDgen 
dieses Stammes: JJjd schlaff herabhangen Ceig. iang seifl) \ 
von der Lippe u. s. w. Vgl. JJJjd lang^ ein kleinajp flug^el 
n. s. w. An Jjjo schliesst sich endlich ^Jjo sich niederlasaen == mh(y- 




2) durch Wioderbolvff i^$ sweiUn fadikals. 415 

« 

Tny statt rvny, sa^ dra^sen, HI- atrelieii; ssj:^ H^rte, 

eig^. etwas ZuaamuieDgedruektcfl, (laher "noj^ 1) susamoien- 
dracken, drangen sc fltosseq; davon *iVn]{ oycA der Bock, 
•ig^. der 8toB9er. %) Pf. susamiiienbrlBg^en, daher bfireiten, 
beatellan, fertig macken. wie daa verw. n^. Vgl. Jju^ U. 
4iapo»uity pg^avity Sprw. SA, 27« Hitp. Job 16» 88, im pasaiv, Siqq: 
angeordnets=rbf)8tp)qiint werden; Haua^r, fr* die zu Triim- 
m^rbaMfep baatipumlt warden. T(?]; bereit, fertig. 

^nV VOQ "nny znaammendr&cken , draagen, daher 1) Zie- 
hen zn Gott; vgL v:;^^ dr&ng;en, mit Bitten In Jemand drin- 
gen, Gen. 25, 21. Ex. 8, 26. Nif. sich erflelien lasaeii = 
erhoreu. 2) Zusammendrftngen, anfhaufen = Tin, vgl. 
?iel aein, £?(. 35| IS: jiihr habt grossgatbaq gegw vich mit 
earem Munde nnd aufgehanft (= vie! gemacht) wider mich eure 
Worte." Vgl. r*^ multum locutus fait. nipy. FaHe, Jer. 33, 6. 
ipjj daa Aufwaliende =^ Duff, Wohlgeruch, wie J^ Ez. 
^. 6^ U; sodanq anch Woblgerueb, ftauchwerk = Opf er, Zef. 3, 10, 
2^ WP nacb dem Parall, und gegep die Acceote tm iibersetzen ist: »voh 

^^ jenselta der Strome Kuacli werdan sie briugfio loaine Opfen" 3) Ini 
if^Hif* zuaammeageiiogen 7? verdeckt) verborgen, daher unauf* 
rn^fiphtig, triigeriach aein, Spr, 97|6: 

^^ Trei^siDDig siad des Ffeuades Wunden, 

Docb trilgerisch des Peindes Kflsse. 

Oer deutiiche Gegensatz verlangt diese Anffassnng, die sehon Hieron. 
bat; frfmdulenta. El^enao Rosenmiller und Ewnld. Vgl. ^Jlc tren* 
loa aein, im Stich laasen. J^ Lilge, yX^ tanschen. Kel- 
aeawegs gehort diese Bdtg., wie Ewuld will, einem verschiedenen 
SCamme an. Die gewShnliche Ueberaetzung bet Oesen., De Wette 
^. A.: urelehlich sind dieKiiase des Feindcs*^ ist schon dem 
Shine nach an sich ungehdrig und wird hier dnrch den klaren Parall. 
Ida v9llig irrig erwiesen : der Frennd bleibt treu , auch wenn er Wnn« 
4en achiigt; aber selbst Liebkosnngen , wenn sie vom Feinde kom- 
aien, bleiben tr&gerisch. 

Im Arab, finden sich als Verba aneh noch die letaten Ableitnngen 
iNMiTI);, nfanlieh ^yx^ sa ^jX^, gewaltsam behandeln. 



416 II. HiDtenverdoppelle Perfekta 

^^]l^ voii der W. tt^ = tt^ zusammendrucken — nrit dei 

Gebiss Etwas fassen, daher 1) schaben, wie ^^ beissen, na 
gen (von der Motte), dnher e^3J die Kleidermotte, ii^. Jol 
4, 19. 13, 28. Der Bar als Sternbild Job 9, 9 iSfy^ist arspriiiig 
lich o^ewiss eine eig. Bezeichnung; des Tliieres, und nicht, wie Gem 
vermathet, eine Verkarznng^ des arab. Namens dafiir ij&a3. Vg^l. di 
verw. ^yiJiJ^ der Wolf, eig. wohl der Nachtwaehter, der Nacht 
auf Beute geht. Aehnlich konnte der Bar als Raubthier bezefchnc 
sein. Vergl. noch v^J^ der Lowe. 2) Intrans. e^Jj sich zosain 
meuzlehn, daher klein werden, abnehmen, iMU^, vsax ma 
ger scin, bes. von der Abnahme des Gesichts und der Korperkraf 
ij). 6, 8: erloschen ist mein Aug' vor Gram, i/;. 31, 10 f. 

ntrt^y. ^on e^ wie das verw. iXAD zusammenbring^ei 

satnmeln, Ju*^ zusammenbringen, zusammendrehn, dt 
her 1) wie nny f ertig machen, bilden, berelten; davon r^ 
Fem. Gebllde, Kunstwerk, H. L. 5, 14. 2) Von der bildendc 
Thatigkeit der Phantasie: sich einbilden = vorstellen, daht 
denken. Hitp. sich erinnern = gedenken an Jemand, Jo 
1, 6. ntt^K, rm0]l Job 12, 5, rtni?^ Gedanke == Anschla; 
Plan, rp. 146, 4. Das Adj. nitS^JJ Ez. 27, 19 bed. mit ?ro bcarbe 
tetes, zubereitetes oder geschmiedetes Eisen. 33 Ziisac 
menbringen = rest machen, Juwuc festdrehen, i^jwr = tS- 
stark; daher Jer. 5, 28: ^sie wurden fett, wurden stai 
(feist.)'^ Die gewohnlich angenommene Bdtg. glatt sein, glanzc 
ist unerweisllch und nirgend erforderlich. Gewiss w&rde sie ab 
nicht, wie Etvald zii Jer. a. a. O. vermuthet, von der Vorstellui 
des Fatten ausgehen (von Fett glanzen) und noch wenlger kdnu 
man daraus auf die Uebertragung des Denkens kommen. D\ 
neuhebr. It^y glanzen heisst eig. abnagen, daher abrelbeo: 
poliren, glatt machen u. s. w. Das schwierige ^f^JSt^ in Ve 
bindung mit "l^j; elf gehort sehr wahrscheinlich zu demselben Stan 
nt!^y und bed. wie JuyX zusammenbiegen, JuwJ abbiegei 
ahweichen, fjjjir infiexitj daher der PI. D^HS^ als Abstr. A I 
hiegung = Ueberschreitung, Tfefj; ^Htt^ Ueberschreitan 



2) durcli Wieilerholunp <let zweiten RaiJikaJi. 417 

von xehn, daher elf. Vgl. im deutsclieii eilf, zusnmaiengezogen 
aos einlif, eins iibrigblelbend, eins druber, iiamlieh iiber 
zehn. Ebetiso zwo-lf statt zwei-Iif, zwei druber. 

n^W von ntt^y (tt^y) in der abgeleiteten Bdtg. zusaramcii- 

bringen ( JuLc collegit) wie die verwandten Stamme itsb fest- 
macheu, Ti:) absperren, ni^n abhalten, umschliessen, Tin dasselhe. 
y^ festmachen u. a. w. Daher "itt^y 1) zusaminenbringen, rr- 
werben = reich werden, Hos. 12, 9. Job 15, 29. Itt^y Reich- 
. tlium. Hif. reich machen, berefchern, Gen. 14,23, audi 
Intrans. Reichthnm machen, erwerben = reicli werden, i/;. 49, 17. 
Hitp. sich reich stellen. 2) Pi. zusammenbringen, fertig ma- 
chen =' ausriisten, erbauen (Scliiife) 1 Kon. 22. 49. Das Subst. 
Tfif];'bed. a) wer zusammenbringt, Schatze aufhauft, der Reiche, 
Mich. 6, 12. b) Der Zusammenbringer = Bedriicker, Erpres- 

ser, Tyrann, dann iiberhaupt der Gewaltthatige = Ver- 

^ *» ^ 
brecher. yuA exegit a dehitore mutuuin^ idque importune et in- 

tempest ive efftagitarit ; adversatus fuit alicui. Verw. 1st auch H^y 

drangen, driicken, zusammendrangen, yj^S zwingen nnd ebenso 

das hintcnverdoppelte Perf. init Wiederholung des ersten Radikals 

jnfy bedriicken, unterdriicken, Jes. 53, 9: 

Bei Frevlern machte man seine Griift 

Und bei dem Grausamen seioen Grabeshiigel, 

Obwohl er Unrecht nie gctlian u. 8. w. 

Von der Bdtg. des Reich en kann man unmoglich unmittelbar auf die 
des Frcvlers komnien, noch ist mit Ewald die Emendation p*^)^ 
Gewaltthatigler, welrhe Form schon neben pitt^ und p^j; schwer- 
lich existirte, kritlseh zuzulassen. 

Zu demselbeii Stumme le^y geboit auch noch der Name der 
phonikischen Venus, Astarte, nlntf^jr aus nltS^Ji entstanden. Im Arab, 
•teht noch der entsprechende Stamm yjjtx in mehren Ableitungen von 
vertrauter Vereinigung, namentlich vom Umgange beider 
fieschlechter. Vgl. III. gl^L& mutua consuetude^ familiare con- 
99rthim. %^r sociua. consuetudine. amicitia junctus ; conjux, ma- 
rUus. Demnach bed. As t arte, wie die weichere Form rncf^. die 
i« Llebe Verbondene, die Ehegenossin, das Weib, wo- 

X«t«r's litbr. Wur7.flwr»rlPrbu«h. 27 



418 11. HiotenverdeppeH* P^ifakU. 

mit 8le «ls Gdttin d<r Liebe «od Fniehtbarkeit deatUcb beseidnitC 
Bei den Babylonfern Mess sie desshalb Dlylitta, Gebarerin, Utr^^ 
1, 131, 199. Nach deutlichen Spuren g;ab es auch ein Mask, yqd die- 
sem Stamme fiir den Gott der zeugenden Naturkraft, der sonst 
allsfemein Baal bless und an der Sonne sein sirhtbares Abbild batte, 
ivie Astarte am Monde. Es 1st dies der Gott *iOt< , der in pbonik. In- 
schriften h&ufig; vorkommt und 10^ oder nOM (= Oair) zu lesen Ist^ 
ganz entsprechend dem arab. «jl^^ socius^ conjiix^ marihiSj bebr. 
*ie^ . Dem Namen und der natiirlicben Bdtg. nach 1st der agypt Osir 
(Osiris) ganz derselbe Gott, sowie der Astwet die agypt. VeuuSy 
Athdr vollkommen entsprlcbt. S. Anhang III. Die Ableitang der 
Grundbdtg., sowie die Uebertragungen bei Oesen. sind verfebit Der 
Name, der Astarte soli persisch sein: "inot^, SUUlm Stern, bes. der 
Stern der Venus. Allein a) die ganze Anschaunng der segnen- 
den weibllcben Naturgotthelt ging von menseblichen Verhaltnlssen^ 
nicht yon einer Sternbedeutung aus. Solche Uebertragungen sind 
immer spater. Sodann ist b) die Liebesgottin Astarte etne so eigen- 
thnmllch semitische Cvorderaslatische) Schopfung, dass aucb ihr Name 
nothwendig semitisch sein muss. Dazu kommt c) dass selbst lant- 
licb das pers. sitareh oder Esther keineswegs dazu stimmt. 

Im Arab, schliesst sicb an nsFy noch Jwr in matrimonii^ 
duxit, Jum^ U- IV. mtdtum ifdvit feminam^ (vgl. . ir^> und im 
Hebraischen welter 

7t^^ in der abgeleiteten Bdtg. zusammengezogen, dalier 

dnmpf, dunatig sein = rauchen; ]Sf]^ dampfend, Ex. 20, Id* 
]t^Jj Ranch. Vgl. Jla^ zusammengezogen , daher a) viel, zahl' 
reich sein. b) Dicht = di ck; dy*^ stark behaart; yjjj^ 
dicht behaart (Tora Barte). Vgl die Wurzel in li^ fnlosiM' 
^jj^ II. iniseuitj turbos movU; fumavit ignis. Vgl. JJa^ dicht:::^ 
dunkel sein. ^vJlc Ranch und Staub. Anch im Deutscbea 
ist Dampf verw. mit dumpf, d&mmer u. a. w. Zn den skr. 
dhmd wehen passt Dampf weder der Bdtg. nach, noch lantUcli 
so leicht. Ganz irrig verglelcht Oesen. mit ^tt^ das deutscbe AtheO) 
at'fiog Dampf. Dunst, Skr. at-man (anima). Eher konnte man mit 



A 



« , 



1) duroh Wioderholnng des tweiten RadikaU. 419 

ier e%. W. tt^ ^ ghtueh UDser tiischi) Gasclit, Gass, Geste 
(4afli Gahrende, Auftreibende , vgl. engl. jfiMf StosswindO daher 
■bei-tra^en aiich Geist, ziisamineDstciien. ' 

OOy von der W. oy = Dp scheiden, treiinen, klciii- 

machen, daher 1) zertreten, zerstampfen, Mal.3, 21. 2) Zer- 
tre ten = zerdriicken, auspressen (von Trauben^, daher D^QJJ 
der frisch gekelterte, ausgepresste Most, Joel 1, ^ 4, 18. Am. 9,13. 

Vgl. {joj^ II' drijeken, (jdk driicken, unterdriicken. Verw. 
istfenier der weitergebildete Stamui^^xft Trauben pressen, aus- 
pressen; t^^ (-^ ^""Q^O ausgepresster Saft, bes. v. Trauben. 

nSyy von einem nicht mehr vorkommenden Wff)f gebfldet; vgl. 

{JiA collegitj conjunxit = cVitrr id. Davon leitet sich welter her 
fjlA zusammeobringen, verbinden; vgL *itt^, "iXy, *)0M etc. 

S. 417. Aus demselben Stamme ist sodanu auch das Zahlwort zebn 

^ ^ 
Sebildet: ^Ag ^ ^^ eig. Znsammenziehung, Yerbindung, 

^hcr vielieicht Abschluss, Ende — der Zahlenreifae , die von dft 

an aur mit den vorhergehenden Einern weiterzahlt Vgl. das verw. 

vci, xLoS das Letztc, Ahschnitt, Ende. Vielieicht ist fSr 

<lie Uebertragnng auch zu vergieichen : ^\j , \^\3 ultimus in ewr- 

, i 9US certamine (decimua) emus , sonst X£sMiS oder i « i ^ i „i das 
letzte, (namlich zehnte;) Pferd im Wettlaufe. Welt wahrscheln- 
licher jedoch bezelchnet die Verblndung und Znsammenschlles- 

^ sung eine Vereinignng und ZussBinienlegung der beiden 

I Hande, eine Zusamm enfaltung, Handefaltung, daher nach 

den Fingem die Zahl z e h n. 
lit 

jl TSV statt pry , athiop. K)BJi\ abschneiden, ernten. Da- 

H# nach kdnnte ISt^JQ allg. als ein schueidendes Instrument be- 
a:: zeichnet sein, das nach Jer. 10, 3 zum Fallen des Holzes, nach einer 
apatem Stelle aber, Jes. 44, 12, auch zur Bearbeitung des Elsens 
diente. AUein das entsprechende arab. (Voffv" fuhrt auf eine andre 
Ableitnng. Es bezeichnet ein schwertforiniges Werkzeug 
zom Fallen der Baume; ebenso . oL^a^ welches aber auch wie 
4>L^ ein slc^ielformiges Instrument bezelchnet. womlt der 



•»^ 4 



420 II. Hinlenrerdftppelte Perfekta 

Hirt die Bamnzweige den Kamelen herbeizieht Die Bdtg. voa cjud 
einen Baum mil jenem Werkzeuge fallen, kann nur denominat 
sein. Ebenso wohl das athiop. U9J? I abernten, eig. abaichel 
mit dem Erntemesser abschneiden. Danacli ist das Schneidewerkzen 
sehr wahrscheinlich als das g;ebogenc, sichelformige bezeici 
net. Vgl. Jud& IV. abb !e gen Cvom Pfeil), Juox flerit. mflex^ 
collum. Sodann muss das Wort allg. Bdtg. erhalten hahen, ni 
schon das arab. jL^iiLo das Fleischermesser, zeigt, so dass e 
In Babel C^^s. 44, 12) wahrselieinlicli auch oinen axtartigen 
scharfen Hammer bezeichnete, womit der Schmied das Eisen 
bes. das gluhende, spaltet und gestaltet. 

n^V ^on der W. |^y = yn^ y^ scheiden, trennen, dahc 

1) abhalten, zuriickhalten, hemmen, wie -^^ - 2) Hemmei 
= festhalten, daher auch verhaften, einsperren, iibertra 
gen: Festigkelt, Kraft behalten, Macht haben, vermo 
gen, daher auch herrschen, 1 Sam. 9, 17. "l^J^ Herrschaft 
33 Zuruckhalten = verschliessen, zuschllessen. 1^ 
Hemmung, daher a) Verschlossenheit (des Matterleibes) 
b) Bedruckung, Drangsal, Noth, Jes. 53, 8. Vgl. lilQ^ 
Hemmung === Hinderniss; *1!^VQ Hemmung = Fassung, Beson 
nenheit, Selbstbeherrschung, Sprw. 25, 28. An die Bdtg 
des Zuruckhaltens, Abschliessens und Zusammenhaltenf 
schliesst sich von selbst die des Ansammelns und der Vereini 
gang; daher miiy. und rngji. Versammlung, Volksyersamm- 
lung, namentlich eine festllche im Tempel, daher Festversamm- 
lung, Fcstfeier, Joel 1, 14. Am. 5, 21. Jes. 1, 13. Vgl. im Arab. 

&ju^ ewdo. Das scliwierige Wortspiel DITVI miQ? der Ein 

geschlossene und Losgelassene, Deut. 32, 36. 1 Kon. 14, 10. 
21, 21. 2 Kon. 9, 8. 14, 26, bed. wohl nlcht^ wie Ewald, Gesch. defl 
V. Israel S. 159 vermuthet, „das Enge und Lose = Alles**, ent- 
sprechend unserm: >, das Dicke und das Dunne"; sondern wird 
als eine sprichwortliche Redensai*t fur die hdhern und niedem Gliedei 
der mannlichen Gesellschaft ein konkretes Bild enthalten liaber 
und bed. wahrscheinlich nach der allg. Anstcht der Kneeht und dei 
Freie, eig. der Beherrschte und der Lose = Ungebondrni 



2) durch Wiederbolttng det swetlen Rttdikals. 421 

rgl. nsy Nr. !£0* Wir konueu das Wortspiel so wiedergeben : d e r 
orige and derHerr, Lohner (Taglohner) und Le liner (Lehn- 
srr) oder Froliuer uud Freiherr (Freier). Der Ausdruck umfasst 
estimmter die ganze mannliche Naclikommenschaft und passt so mit 
a r Phrase Tpn ]^nttto „wa8 da pisst an die Wand", zusanimen. 
ieser Ausdruck hat weder eine verachtliche Nebenbedeutung, ivie 
esen. meiut, noch steht er fiir einen klelnen, unerzogenen Buben, 
»ndeni bezeichnet iiberhaupt das mannliche Geschlecbt in sel- 
^r ganzen Ausdehnung, insofern dies an die Mauer sich stellend 
:liie Wassernuthdurft verrichten kann. Dass die iigyptischen Man- 
tr sitzend harnten, wakrend die Weiber bei diescm Akte aufrecht 
andeu, erwalint Her. 2, 35, als ein Beispiel, wie bei den Aegyptern 
Ft das Umgekehrte, als bei den iibrigen Menschen Sitte sei. Es 
digt daraus also keineswcgs, dass es auch be! den Hebr. oder uber- 
laupt im Orient allgemeiner Branch war, beim Harneu sich zu setzea. 
Die Stelie bei Xenoph. Cyrop. 1, 2 §. 16 ist unrichtig von Gesen. far 
leioe Ansicht citirt. Es liegt ja gar nicht in dem Ausdrucke: ^au die 
Hauer pissen", dass dies gerade auf oifuer Strasse oder In Gegenwart 
indrer Menschen hatte geschehen miissen. Dass jener Ausdruck der 
i^olkssprache an sich keine verachtliche Bdtg. haben kann, geht auch 
laraus hervor, dass er fast immer von der Ausrottuiig vornehmer, 
selbst kdniglicher Geschlechter steht. Vgl. 1 Kon. 14, 10: Mslehe ich 
bringe Unheil dem Hause Jerobeams und rotte aus von Jero- 
)eam, was da pisst an die Wand, FrOhner und Frellaerr 
Q Israel, und kehre aus hinter dem Hause Jerobeams her, wie man 
ien Koth auskehrt, bis dass er all ist." Ebenso 21, 21: „ich rotte 
^usvuu Ahab, was da pisst an die Wand, Frohner und Freiherr 
n Israel". Vgl. 2 Ron. 9, 8. 14, 26. 1 Sam. 25, 22, 34. Etvalds Deu- 
oog der letzten Worte wiirde hier gar nicht passen : ich rotte aus — 
vas da an die Wand pisst, „das Dicke und das Diinne!" — 

/SV ^^'^ "'^y scheiden, trennen = zuriickhalten. Nif. 

ich zuriickhalten, sich enthalten — der Arbeit, daher nach- 
assig, faul sein, Richt. 18, 9. Vgl. Jt^^ sich der Arbeit ent« 
alten, V. miissig sein, JJo^, J-^ aegtiM fuU. ^^Q^ trage, 
ml; rfytii und rfh)lJl Faalhelt Der Dual DIO^V. Koh. 10, 18 



422 11. HinteaverdoppelU Perfokta 

bezelcluiet nicht doppelte = giosse Faulk el t, aondeni, 'wiedas 
parall. On^ rV)S$l^ aseigt, die UDthatigkeit der beiden Hande, 
Tragarmigkeit. So schon Aben EsrtL 

|Sy von 72iy scheideii, treiineii^ vgl. ^r>^ abschnei- 

deii, abhaltei), zuruckhalteu. Das an. Xsy. |ltj^ 2 Sam. 23, 8, 
bed. iiach den LXX. Schwert, ^oiicpaia^ so muss das athiop. 
'iAJil Eisenwaffe, Scbwert verglicheu werden konnte. Auch 
lasst die Grundbdtg. diese Uebertragung leicht zu. Passender jedocb 
schehit das Wort nach der Pai'alleistelle 1 Chron. 11, II und 2 Sam. 
23, 8 von der Lanze oder dem Speere verstandeu zu werden, wo- 
nut 1^^ Ast, eig. Abbieguug (vom Stamme) zu vergleicheo 
ist. Der Stamui wili'de daun als synonym mit n**)n. C^ig* der bieg- 
same Lanzeuschaft) ebeuso wie dies Wort auf die Lanze selbst 
iibertragen seiii. Die dunkle Stelle 2 Sam. 23, 8 ist vielleicht so zu 
emendiren: 1^];!~rU< "inly er sch w ang seinen Speer u. s. w., au- 
statt des sinnlosen: i:i:j;nuny. 



K^ISy von DDyKprj;), vgl. iak fidU, stravit humi, daher 

yMJa& bervorbrechen a) von der Morgenrotbe , erscheineo; 
b) vom Hervorbrechen oder Hervorstossen der Luft durch die Nase, 
daher uiesen, wie das nabverw. ^Iju^ steniutavit^ humistravit 
etc, Vergl. (j*fc-b« vdicmenter petx'ussU , fregU, confregU; (jSJ^j 
aperuit. Dalier das hebr. ntl^pi;. das Niesen, Job 41, 10. &Ja^ 
stemutatio. Im Ambar. entspricbt gauz das Quadrilit. illiXnA> 
niesen, rfll^fl^T das Niesen. Vgl. Anha^ig I. 

n^y =n3in,nna scheiden, treiuien, dalier abhalteo^ 
decken, schutzeu, umgeben, i/;. 5, 13: 

lyDenn du, o Jaiive, segnesi den Gerecliieo^ 
Umgibst glcich einem Schilde ihn mil Gnade.^ 

Schmiicken, wie Etoald iibersetzt, kann das Wort sefron des 
Parall. wegen nicht wohl bedeuten. Sodann steht es im felndlicheD 
Sinne: umgeben, umringen, 1 Sam. 23, 26. m^J^. UmgebaDg, 
UmwinduDg des Kopfes, daher Kranz, Krone, Diadem; davon 
ein Denom; Ph ntffjf bekranzen, kronen. 



2) darch WicderMung dot swdten RadikaU. 423 



Juxfr> (jk^£ nefgeuy biegen 



6 



m iDy? dalier ^^^ Lagerplatz der Heerde. Diese Bdtg. hat 
an Job 21, 24 fur das dm Xsy. ]^by. angeuommen, obwohl der Parall. 
inz dagegen ist. Die Uebersetzung der LXX. syxata^ intestina, Vulg. 
scera^ Syr, latera yus liegt ganz nahe; Biegung = Seite, da- 
sr auch Baucii =-. Etngeweide, vfie diis verwandte arab. Juxe 
nd Jmax intestinum; Jl^I = 7^lft Seite. 

Seine Eingeweide sind voll Fett (^SfT) 

Und seiner Knochen Mark sehr wohl getrankt (nicht ausgetrocknei). 

TTV V. d. W. ty sciieiden, trennen, daher a^bsperren, fest- 

laclieu, scbutzeii, y^ stark machen; intrans. feat, stark 
aiideln = sich stark zeigeo. Hif. verharten. 1y Starke, 
raft, tyfest, hart, stark. 

HlV vou TtJJ treitoen ^ abhalten, hiiteit, belfeii, bei- 
telie II, schiitzen. 

?]y von ity abhalten = abwenden, daher TTWy; vergl. 
uliaug 1. 

I tV von Tty wenden, biegen, kvummen y ^j,^,^^ curvu8fuit= 

^; daher mQ^ ehie Adlerart, Lev. 11, 13, viellelcht K rum in- 
ch nab el. Vergl. 1;^ aquila. 

tT^ ist schou erklart S. 42. 

2^*jy yon "ny (= m)f) schelden, trennen, theilen Cvgl. Tiy 

allien), daher eh3^ das Getheilte = Einzelne, Kleine, 
^er LI use. Das Wort kommt nur im Plur. vor D^t^hy. tien. 25, 34 
3d ist in dieser Form mit Uebergang von din r ins Aegypt. aufge- 
)mmen: arschin (Theb. und Memph.) = archin (M.^^ nicht umge- 
;hrt, wie Gesen, meint. Vgl. i^-Jla = jmJL^ lens. 

ijy vou t2ny scheiden, trennen, dalier 1) denBodeu tren- 

iUj aufreissen, hacken, bebacken, Jes. 5, 6; davoo Tryo 
acke. Karst. 2) Trennen, sondern, d. i. anseinander' 



424 II. HiDtenTerdoppelte Perfekta 

Mtelleii, di^panere, dalier ordiieii, reilieu, "ny, Reibe - 
Heerde. 3j In Nif. sich treiiiieii -^ zuriickbleibeii, aus- 
bleibeii, wie .(J^ uiid ^Jl^ reiromansit^ Jes. 40,26: „ob seiner 
Kraftftille und Allgewalt bleibt keiner ziiriick/' Die Sterne sindals 
belebt vurgestellt und folgen so dem allmachtif^en , gottlichen Rufe, 
l)leihen nicht aus. Desshalb tibersetzt man gewobniich ungeiiau: kei- 
ner uird vermisst. Vgl. 2 Sam. 17, 22. Ehenso 1 Sam. 30, 19: 
,,keinei' blieb ihuen aus 0>der fehlttO von den Kleinen bis za den 
Grossen" u. s. w. Jes. 59, 15 : mSo zog die Treue sich zuriick*' C== >"*"• 
gelte). Pi. felilen lassen, 1 Kon. 5,7. 

/"ly von Ttj;, kommt als Verb, im Hebr. nIcht vor^ vergl. 

^ ^ ^ 
JJla si'heiden, trennen, daher a) scheiden, tbeilen - 

ordnen^ riehten, recht, zurecht macben, iutraus. gerecht 

sein U.S. \v. b) Trennen =- \v enden, biegen, abbiegen, ^. 

auch f.w Jeuiand sieb binbiegen, hinnelgen, ^t u. s. w. 

Ilieran sdiliesst sicli ueiter ais letzte Ableitung 

|jy von JJla , neigen, biegeu, JiXl^ delicatua, bonis 

abundana, de vita. ^^(Xt V. sicb biegen = biegsam scin. 
^Jub Wefcbbeit, Scbmiegsamkeit, daber im Hebr. ]iy.Be- 
bagen, Lust, Fiiebl iebkeit, Wonne, ip. 36, 9; sodauu £igeu- 
name f iir 1 i e b I i c b e G e g e n d e n ]^^ , besonders aber C ^J?.-^ ^"* 
die Gegend, in welcbe die Sage den Garten der ersten Mensclieu 
verlegte. Das atliiop. /i„^'^; Gen. 2, 8. 4, 16 ist nacb den LXX. 
Edsfi beibebaiten und niclit atbioptseb , obwobi es ebie abniicbe Bdtg. 
zulasst. niiy Wollust, Gen. 18, 12. \^n]l mollis j delicaiuSy Jes. 
47, 8. Vergl. Jjll delicatus. Das Wort ]ny ist eebt semit uud 
bat mit dem skr. svad = stiss, engl. sweety nd. seut^ gr. rfi-v^^ 
rid-ov7] gar nichts zu scbaifen. 



• ^ •' 



nnK scheiden, treunen=nnn zerbrecheu . JJ, 51 

secuit; daber nK , PI. D^HK ein scbarfes Werkzeug zum AckerbaiK 
mit Sym. und den altern bebr. Auslegern am ricbtigsteu als Haeke. 
Karst, ligo zu fas^ten, Joel 4. 10. Jes. 2, 4. 



2) durch Wiederholung dct sweilen RiidikaU. ^26 



n^(( von nnM scbeideu, treuueu, ^jf auswahlen, 

- T J ' 

u88onderii) ^jI stch trenneti := sich hervorthun, sicb 
nazeichnen. ^jtZeicben, Spur, athiop. AflC* Spur. Eben- 
» im aram. "in^{. 1) Spur, mit ^ auf der Spur Jemanda, (^ 
Jl m vestigio) daher hinter Jemand her = uach, fur das 
*r. nns Dan. 7, 6, 7. 2, 39. 2) Spur = Stelle, Platz, Ort, 
an. 2, 35. 

iriK durch Vermittlung; von Jjt aus nnK gebtldet: scheideo, 

enneii = absperren, dalier Jif zusammenziehn, festma- 
len und zwar speciell, wie das biervon abgelettete ^'t zu- 
;mnienziehn =^ kurze Scbritte macben, daher auch ^'f 
eben bletben, stehen. Vgl. Juul = ^jjut radicalism firmuSj 



ibilia, Daher stamnit ^riM £selin, nach dam kurzen, festen 
britt benaiint. Das Wort kam zu den Romern: fisinuSj asel- 
f = Esel. 



«9 « t- 



S^i^K = ^t, ^t fest, hart sein, daber ni^n^. etwas 

^dorrtes, Gebackenes, LXX. nefiiia Backwerk, Kuchen- 
irk, H. L. 2, 5, bes. Traubenkucben, Hos. 3, 1. 

I^K von ^^VfH zusaminenbringen, festmaehen, zu- 

lumenschliessen = Juol, Juo« 9 4X3'^ u. s. w. Daber oL^I 
dtft locus cavus inter mantes ^ in quo restagnat aqua^ entspre- 
3nd dem bebr. il^ etg. Zusanimenscbliessung, Zusammen- 
ufuag, daher das Bett, wo die Thalbacbe zusainmeDfliessen, 
im. 21, 15: der Zusammenfluss der Thalbacbe. iT^Q^ 
n1*1l{f|$ Zusammenstromung, eig. der Ort, wo die Sturzbache 
sammeukomnien, auslaufen, Jos. 10,40, daber iiherhaupt der Fuss 
nes Bergs, Deut. 3, 17. 

iwb( von Vh^ oder itt^ zusam luenbringen, verbinden, 

t = ")DK, Y»c\ bin den, anbinden, fessein u. s. w. Daber 
M = *18^ verbinden, anknikpfeu, d. i. aueiuander reiben 
li zwar 1^ Scbritte, daher geben, einbergeben, schrei- 
n. Sonst Hess sich diese Bdtg. aucb so iibertragen: die Fdsse 



426 II. lliDleiiY«rdoppell« Perf^kl•. 

zusaiDmeuziehn — fortwahrend namlich, womit dann eia steles 
Fortsclireiten leiclit vorgestellt werden kdiinte. "v*)tt^ u. Tltt^ Schritt. 
2) Im Pi. a) beschreiteu, wandeln — eineu Weg, Sprw. 4,19. 
b3 schreiten oder geheii lassen, daher leiten, fiihren, Jes. 
1, 17. 3, 12. Daran schliesst sich von selbst die Bdtg. recht, 
g^erade, sicher gehen lassen, reclit leiten, Sprw. 23, 19: 
Pual geleitet we r den, Jes. 9, 15. 3) Zusammenbringen = fest- 
machen, daber M^l^K chald. Mauer, Esra 5, 3, Uebertragen im 
Talm. festmachen = bestatigen. An die Bedeutung dea Festen 
schliesst sicb sodauu die der Sicfierheit, des Heils und Gluckes; 
daher iv^H Fesdgkeit = Heii, Gliick, davou etn Deuom. Pi. lt^ 
gliicklich preisen, Gen. 30, 13. Job 29, 11. Ueber rr0 
Vergl. S. 417 f. 



hm 



^6^ 



, 



\UK von y^ festmachen, JJ^ zusammenbriDgen 

festmachen, JJt fest sein, daher JJ| eine Art Tamarix, 7p 
tamarlv orientalis, wahrscheinlich nach der Hai'te benannt 

ji^K V. h\^ zusammenbringen, daher 1) festmachen, Juut'^ 

,.%jul firmus. atabilis. Ti^Vf^ Stadtename soviel als Festung. 
2) Fest, dicht = dunkel machen. Vgl. ,^^ (= ]ltf«) tart 
sein, XI.; a) hart, diirr werden; b) sehr dunkel seio. 
Ferner die mit der W. B^K verw. Stamme > ^r f. o. dicht, fes^ 
daher auch dunkel, finster sein; > nrf ; lOMt^y bedeckeV) 
dunkel sein; v.am^ obacwritaa^ 1^*^ nigredo. Verw. 1st aacli 
]Q^ zusammengezogeu =dumpf, dunstig sein, rauchen. Di^ 
Bdtg. des Dunkeln liegt hier sehr nahe. So erklart sieh das Subii 

71^^^ 9 eine Steigerungsform statt l^VfHy indem an die Stella der 

Verdopplung ein langer Vokal getreten. Ebenso ist gebildet BhD^ 
neben ^,t^p^ Gestriipp, wahrscheinlich D ist el. llT5 statt nit) 
Fun ken; lED^p Ranch u. s. w. Vgl. Etc aid kust Leiirb. f. 156, b* 
Danach bed. ]1u^K 1) im Chald. das Feste, die bestimmte, feste 

Zeit; vom Raum steht es ebenso leicht fur Granze, athiop. OAz* I 
terminus, 2) Das Feste, Dichte = Dunkle, Schwarze, wie 
im chald. ]^t2^^ und Hl^ltt^ nigrum , nigredo^ tenebrae; njm^ calico, 



2> durch WiederholuBf dei sweiten Radikalf. 427 

obseurUas. Daher Sprw. 7, 9, n^^^ ]1t!HK das Dunkel der Nacbt, 
parall. mit HISNI., 

„Iin Dflmmer, am Abend des Tags, 
Iiii Diister der Nacht Hod im Donkeln.*' 

Vatg. innoctia tenebris. Sprw. 20, 20: *?]C^n ptt^K daa Donkel der 

Finsterniss = die dunkelste Finsternfss, das dichteste 

Du nkel. 

„Wer seinem Vater oder seiner Matter flucht, 
Dess Licht erldscht im dichtesten Dankel.^ 

3) Das Dunkle, Schwarze des Auges, ^^^Tl ]1tt^^ der Aa- 

geustern, die Pupille, Deut. 32, 10: er C^ahve) wahrt es 

(Israel) wie das Schwarze seines Augs = wie seinen An- 

gen 8 tern. Sprw. 7, 2: „bewahre meine Gebote, dass du lebest, 

fi Qod meine Lehre wie dcinen Augeustern!*' — Weiter umschrieben 

f heisst die Pupille audi: ]])irQ ]1[ShH ^» 17, 8: das Schwarze, die 

r Tochter des Augs, d. i. das dem Auge natijrliche , ihm augehd- 

rige Schwarze 9 also das Schwarze im Auge. Mehr als diese natiii'- 

liche Beziehung driickt ri3 hier nicht aos. Irrig fasst man gewohnlicli 

auch den Ausdruck ]])irQ Tliren. 2, 18, als Pupille, Augapfel, 

wahreod nach dem Parall. „die Tochter des Augs" nur die 



jr Thrane sein kann, wie im arab. ^jjjuI v:>jL3 besonders im Pi. v^^^UiJ 



£ \^j^\ die Tochter des Augs = die Thrauen, gleiehsam das, 
^as das Auge erzeugt, gebiert. Vgl. Thren. 2, 18: 

Lass siromweis rinnen die Thriine bei Tag and bei Nacht, 

Lass ja nicht stockcn und uicht versiegen die Tochter deines Augs! 

.Was soUte das auch bedeuten: Jass deine Pupille oder deineu Aug* 
tpfel nicht rasten! — ? VgL Thren. 3, 49, wo dieselben Verba vom 
\ Uaaufhorlichen Erguss der Thrauen stelien : 

Mein Aug' ergiesst sich , ohne zu versiegen , ohn' alle Stockung. 

Vgl. Jer. 14, 17. — Nach der herrschenden Ausicht (Gesen.^ Ewald 
U. 8. w.) ist die hier entwickelte Form und Bdtg. von ]1s^l< als Dimi- 
Hotiv von chM Mann zu fassen. DasMannchen des Augs soil 
dann die Pupille bezeichnen, „weil der Gegeuiiberstehende sich darin 
^ Mannchen oder Magdlein erblickt^^ Sodann soil die Pupille als 
Mittelpunkt des Augs auch auf andre Gegenstande iibertragen sein 
and geradezu die Mitte bedeuten, z. B. die Mitte der Nacht, 



426 U. Uiutcuverdoppelte Perfekta 

Sprw. 7, 9: Mlite der Finsteriiiss, 20, 20. Allein abgeseiii, 
davoii, dass die Bdtg. uMitte" schoo niclit reclit passt, so pflegt 
auch das Alterthum nicht so ohne alle Riicksicbt auf die erste Ad- 
schauung die Bdtgg. zu iibertragen. Das urspriingliche Bild muss 
auch fiir die Uebertraguiig nocli als Vorstelluug fortleucbten kdnnei 
und desslialb miisste bier das ,>Manncbeii der Macbt** und ^i^^ 
Mannchen der Finsteriiiss" iiocb cine aiinaherude Yorstelluif 
geben. Es ist sicberlicb aber keiiie Ableitung verkebrter, als diese, 
soviel Scheiii iind liebliche Aiiscbauiiiig sie fiir Maiicbeu auf den 
ersten Blick auch baben mag. Die aiigefiibrteii Analogieu bei Gesen. 
siiid zunacbst mebrfacb missverstandeu , z. B. xo^rj iu der Bdtg. Pu- 
pille, heisst nicbt Madcben Cdes Augs^, soiiderii Piippcbeii=: 
Bildcbeii, welcbes die Pupiile dem Anblickeiideu darbietet, wie 
pupilla; deiiu xoqjj beisst aucb Puppe. Vgl. im Arab. &ajJ wnajo^ 
effigieit; denu auch pupilla o